Ich kenn mich mit sowas zwar nicht aus, aber ist es nicht Aufgabe des
Veranstalters solche Ausrüstung zur Verfügung zu stellen? Man kann jedem
Vortragenden ja wohl kaum zumuten sein eigenes 150m VGA Kabel oder
irgendein anderes Zeug anzuschleppen, welches nur vielleicht an den
Beamer angesteckt werden kann.
Hallo, das Gerät ist laut Beschreibung ein Scaler, bedeutet je nach
Eingangsauflösung kann das Signal skaliert und damit die Qualität
verschlechtert werden. 150 Meter wirst Du ohne Zwischverstärker mit
3G-SDI nicht sicher schaffen. Es gibt von Beiden eine Liste mit
Kabeltypen und den empfohlenen Kabellängen. Nach SMPTE425 sollte die
Dämpfung bei halber Clock-Rate 20dB nicht überschreiten. Bei dieser
Entfernung und HDMI würde ich zu einem Glasfaserextender greifen. Bei
VGA und geringerer Auflösung tut es auch ein CAT-Extender, dann aber
ggfls. mit Einbüßen in der Bildqualität, da die Übertragung analog ist.
HDMI, Miracast, AirPlay usw. sollten heutzutage Standard sein.
Der Veranstalter muß Dir exakt sagen können, was er kann.
Irgendwelche Vermutungen sind nutzlos.
Peter D. schrieb:> HDMI, Miracast, AirPlay usw. sollten heutzutage Standard sein.> Der Veranstalter muß Dir exakt sagen können, was er kann.> Irgendwelche Vermutungen sind nutzlos.
Die Firma, die bei der Veranstaltung die Technik macht, meinte zu mir,
dass ich das Video-Signal irgendwie nach hinten zu denen bekommen muss.
Und dass andere dafür SDI verwenden. Ich kann allerdings nicht die
Videostrecke anderer verwenden, sondern brauche meine eigene.
Allerdings liegt die von denen empfohlene Hardware von Black Magic bei
mehr als dem doppelten Preis der Ebay-China-Ware und zwar nur für HDMI -
SDI - HDMI.
Stefan D. schrieb:> 150 Meter wirst Du ohne Zwischverstärker mit> 3G-SDI nicht sicher schaffen. Es gibt von Beiden eine Liste mit> Kabeltypen und den empfohlenen Kabellängen.
Also in der Beschreibung eines Gerätes steht ja "Unterstützt SDI Input /
Output Distanz bis zu 100 Metern (3G-SDI), 200 Metern (HD-SDI) oder 300
Metern (SD-SDI)."
Okay, evtl. sind 150 Meter etwas übertrieben bzw. das Maximum.
Wahrscheinlich sind es eher 100 Meter.
Wäre es nicht möglicherweise einfacher, das Notebook in die Nähe des
Projektors ("Beamer") zu bewegen, und es mit einem zweiten Notebook über
eine Netzwerkverbindung fernzubedienen?
Dafür müssen keine Spezialgeräte angeschafft werden, die man im normalen
Leben eher nicht benötigt.
Wenn mehr als 100m Netzwerkstrecke nötig sind, wird halt ein simpler
Switch zwischengeschaltet. Und wenn keine Stromversorgung verfügbar ist,
kann der Switch auch mit 'nem Akku für ein paar Stunden mit Strom
versorgt werden; die Veranstaltung wird sich ja wohl nicht wochenlang
hinziehen.
Dimitri R. schrieb:> Also in der Beschreibung eines Gerätes steht ja "Unterstützt SDI Input /> Output Distanz bis zu 100 Metern (3G-SDI), 200 Metern (HD-SDI) oder 300> Metern (SD-SDI).">> Okay, evtl. sind 150 Meter etwas übertrieben bzw. das Maximum.> Wahrscheinlich sind es eher 100 Meter.
Wie Du schon sagst, 100m 3G-SDI, und selbst wenn es 100 m sind legst Du
für 3G-SDI locker nochmal 300€ für das Kabel hin. Zudem hat es auch
einen Grund, warum diese Technik so teuer ist. Hier sind die
Kabelequalizer und Kabeltreiber entscheidend für die Reichweite. Mit
Deiner Auswahl habe ich konkret keine Erfahrung habe aber schon deutlich
teurere Technik in den Fingern gehabt, die bei 3G und großer Kabellänge
in die Knie gegangen ist.
Folgende Möglichkeit sehe ich noch wenns unbedingt SDI sein muss:
Für eher statische Präsentationen das Signal auf 1080p25/30
konvertieren(keine Ahnung ob diese Kiste das kann), für
Bewegtbildinhalte das Signal auf 1080i50/60 konvertieren (gutes
De-interlacing im Empfänger vorausgesetzt). Dann hast Du die halbe
Datenrate was sich positiv auf die Kabellänge auswirkt. Aber auch dann
solltest Du mindestens ein 1694er Belden Kabel verwenden, was pro Meter
knapp 3€ kostet + Stecker:
http://www.belden.com/resourcecenter/tools/upload/TB65_p28.pdf
Den Ansatz von Rufus finde ich sinnvoll, da Du bei den Kosten für Deine
SDI Lösung schnell bei über 700,- € landest und dass ohne zu wissen, ob
die Chinalösung auch wirklich hält was sie verspricht.
Unsere Videotechnik verwendet für längere Strecken Glasfaser. Dürfte
allerdings noch teuerer sein.
Aber ein sehr komischer Veranstatler, der die die dazugehörige Technik
nicht zur Verfügung stellen kann. Wenn du dich wirklich darauf einlassen
willst, guck doch mal, ob die die Gerätschaften evtl. bei einem
entsprechenden Anbieter mieten kannst.
> Wie Du schon sagst, 100m 3G-SDI, und selbst wenn es 100 m sind legst Du> für 3G-SDI locker nochmal 300€ für das Kabel hin.
Wenn man das nur einmal braucht und eine gewisse Störigkeit beim
Verlegen nicht stört, tut es auch gutes Sat-Kabel. Allerdings sollte man
die BNC-Stecker direkt dran machen, Adapter von F auf BNC bringen
zusätzliche Dämpfung.
> Hier sind die Kabelequalizer und Kabeltreiber entscheidend für die> Reichweite.
Da verwenden aber alle (China, Blackmagic, etc.) im wesentlichen das
gleiche (Gennum). Ich habe sogar eher den Eindruck, dass die
SDI-Ausgänge der kleinen Sony-Kamers (X70) "schwächer" sind, als die der
20EUR HDMI-SDI-Konverter...
Generell wäre das ganze mit SDI jedenfalls kein Problem, man könnte ja
auch in die Mitte der Strecke noch einen Regenerator schalten. Wenn
ungeswitches Cat-kabel "von unten nach oben" schon da ist, kann man
evtl. auch mit HDMI<->Cat-Kabel-Konvertern arbeiten. Das Problem ist
nur, dass Dimitri das ganze wohl nur einmal braucht und egal welche
Technologie dafür wohl immer so >600EUR ergibt. Evtl. wäre die Anfrage
bei einem "richtigen" Veranstaltungsequipmentverleih günstiger, die
können auch beraten. Oder eben einfach nur "Remote-Desktop" mit
Teamviewer&Co auf Zweitnotebook unten.
Sebastian V. schrieb:> Ich kenn mich mit sowas zwar nicht aus, aber ist es nicht Aufgabe des> Veranstalters solche Ausrüstung zur Verfügung zu stellen?
Vollkommen richtig! Ich habe schon einige größere Veranstaltungen mit
Beamer technisch betreut und noch nie erlebt, dass sich die Dozenten
Gedanken um die Verbindung zwischen Redner-Pult und Beamer machen
mussten. In unmittelbarer Nähe zum Redner-Pult haben gefälligst für
Notebooks übliche Schnittstellen zu existieren(HDMI, VGA, DVI, dazu dann
ein 3,5mm Klinke-Stereo-Stecker für den Ton). Bei einer derart
"kompetenten" Firma würde ich mich gedanklich auch schon mal auf so
Patzer wie "Rückkopplungen" einstellen, die bei entsprechend
leistungsfähigem PA-Equipment leider sehr schmerzhaft sein können...
Dimitri R. schrieb:> Die Firma, die bei der Veranstaltung die Technik macht, meinte zu mir,> dass ich das Video-Signal irgendwie nach hinten zu denen bekommen muss.> Und dass andere dafür SDI verwenden. Ich kann allerdings nicht die> Videostrecke anderer verwenden, sondern brauche meine eigene.
Es ist absolut unprofessionell, derartig spezielle technische Probleme
einfach auf die Dozenten abzuwälzen. Mal ganz davon abgesehen, dass Du
gewaltige Probleme bekommen könntest, wenn es dann bei der Veranstaltung
aus irgendwelchen Gründen NICHT funktioniert und Du als technischer Laie
auf so eine Situation gar nicht vorbereitet bist. Ich möchte nicht
wissen, wie Dir die Düse geht, wenn Du vor hunderten von Leuten unter
Zeitdruck einen Fehler finden und beheben musst. Also obacht, wenn man
so etwas vereinbart...
Wie schon gesagt wurde, ist die saubere und zuverlässige
Echtzeit-Übertragung von unkomprimierten Bildschirm-Signalen über große
Distanzen alles andere als Trivial. Dies gilt umsomehr, wenn die dafür
notwendige Technik auch noch bezahlbar sein soll. Wenn eine
Remote-Steuerung als Lösung ausscheidet und die Bildschirm-Inhalte
ausreichend komprimierbar sind, würde ich "günstige" Extender mit
Digitalisierung und Komprimierung ausprobieren(erkennbar daran, dass man
die Daten über Netzwerk-Switches hinweg übertragen kann). Da kommt man
aber mit einem Extender-Set + CAT7 Kabel + Netzwerk-Dosen auch schon auf
über 200 Euro (allerdings für HDMI, Du solltest daher zuerst mal die
Rahmenbedingungen klären, also welche Schnittstellen vorhanden sind und
wieviel Meter es nun genau sind).
Pech V. schrieb:> Vollkommen richtig! Ich habe schon einige größere Veranstaltungen mit> Beamer technisch betreut und noch nie erlebt, dass sich die Dozenten> Gedanken um die Verbindung zwischen Redner-Pult und Beamer machen> mussten. In unmittelbarer Nähe zum Redner-Pult haben gefälligst für> Notebooks übliche Schnittstellen zu existieren(HDMI, VGA, DVI, dazu dann> ein 3,5mm Klinke-Stereo-Stecker für den Ton).
Also ich sehe es nicht so schwarz, wie du. Ich hatte schon einige Kurse
gehalten, bei denen man mir nur ein VGA Kabel hingehalten hat. Im
universitären Umfeld ist VGA leider noch der Standard.
Bei dieser Veranstaltung ist es noch schlimmer. Denn da habe ich den
Veranstalter gefragt, ob ich nicht einen Slot bekommen kann. Und er hat
ihn mir gegeben. Nun muss ich mich aber auch an seine Spielregeln
halten. Und da kann ich nicht irgendwelche Ansprüche meinerseits an die
Technik stellen.
Dass irgendetwas nicht klappen wird, davor habe ich keine Angst. Denn
Backup bzw. Worst Case Lösungen gibt es da sicherlich genug.
Im schlimmsten Fall schnappe ich mir ein Flipchart und präsentiere
damit.
Meine Erfahrung aus den letzten 15 Jahren (wobei es hauptsächlich
Konzerte waren) zeigt allerdings, dass bei Veranstaltungen sehr schnell
Lösungen gefunden werden, weil alle irgendwelche Kabel, Adapter, etc.
auf Vorrat mitnehmen - man kann ja nie wissen.
Georg A. schrieb:> Das Problem ist> nur, dass Dimitri das ganze wohl nur einmal braucht und egal welche> Technologie dafür wohl immer so >600EUR ergibt. Evtl. wäre die Anfrage> bei einem "richtigen" Veranstaltungsequipmentverleih günstiger, die> können auch beraten. Oder eben einfach nur "Remote-Desktop" mit> Teamviewer&Co auf Zweitnotebook unten.
Naja, diese Lösung mit Remote Desktop & co. möchte ich eigentlich
vermeiden. Ich denke auch nicht, dass es bei einem einmaligem Event
bleibt, sondern eher, dass solche Veranstaltungen in Zukunft öfter
folgen. Deshalb bin ich da auch gerne bereit etwas in die Tasche zu
greifen. Nur möchte ich es vermeiden sehr viel Geld für den Namen zu
bezahlen, wenn es das China Produkt auch tut.
Dimitri R. schrieb:> Ich hatte schon einige Kurse> gehalten, bei denen man mir nur ein VGA Kabel hingehalten hat. Im> universitären Umfeld ist VGA leider noch der Standard.
Ja, VGA ist doch noch sehr verbreitet und halt der kleinste gemeinsame
Nenner.
Aber wenn der Veranstalter einem auf dem Podium das VGA-Kabel hinhält
passt das doch. So kenne ich das auch von Vorträgen, heute kriegt man
dann aber meistens die Auswahl ob VGA oder HDMI-Kabel.
> Ich denke auch nicht, dass es bei einem einmaligem Event> bleibt, sondern eher, dass solche Veranstaltungen in Zukunft öfter> folgen. Deshalb bin ich da auch gerne bereit etwas in die Tasche zu> greifen.
Aber weißt Du wirklich daß es bei Deinen Events üblich ist, daß der
Vortragende seine eigenen Kabel zum Beamer stellen muss?
Ich kann mir das kaum vorstellen und es entspricht auch gar nicht der
Erfahrung die ich bisher gemacht habe.
Wenn der Veranstalter einen Beamer stellt oder der in dem Raum fest
installiert ist, dann muss es doch irgendeinen Weg geben den mit Content
zu bespielen. Da wirst Du wohl kaum der erste sein der dieses Problem
hat. Und der Veranstalter wird vermutlich auch keine Lust haben, daß da
eine ganze Kabeltrasse voll mit Kabeln jedes Vortragenden zwischen
Podium und Beamer gezogen wird. Denn entweder liegen die ja dann im
Publikumsweg rum oder sie müssen mühsam über dem Publikum hinweg gezogen
werden.
Daher bezweifle ich bei Deiner bisherigen Beschreibung daß sich diese
Investition lohnen wird.
Nur wenn der Veranstalter erst gar keinen Beamer stellt, weil er
eigentlich auf eine ganz andere Art Veranstaltung ausgerichtet ist, dann
macht es Sinn selbst Beamer + Kabel anzuschaffen. Nur ist das bei einem
Beamer für 100m Entfernung von den Kosten und Transportabilität her
unrealistisch.
Das "Event" von Dimitri scheint mir kein üblicher Vortrag zu sein, dazu
sind die Dimensionen --150m Kabel!-- doch etwas anders gelagert.
Das klingt so ein bisschen nach Bühnentechnik, womöglich auch noch
draußen.
NDI könnte eine Lösung sein. NDI ist ein Protokoll der Firma Newtek mit
dem man Video über ein LAN Netzwerk ip basiert übertragen kann.
Mit deren Kostenlosen Software kann man ein Bildsignal über ein
Netzwerkkabel (evtl. Sogar Wifi) an andere PC übertragen.
Du brauchst dann nur zwei lange Netzwerkkabel und einen Switch (da Du
über 100m bist) sowie einen zweiten Laptop der nahe am Beamer steht.
Gigabit Switch und Cat 6 Kabel wäre für ein Fall HD Bild gut, wenn man
ein paar Sekunden Latenz akzeptiert funktioniert eine Präsentation aber
auch mit 100Mbit. Videos haben Aussetzer bei einer 100Mbit Leitung.