Forum: Offtopic SDI statt HDMI für Präsentationen


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von Dimitri R. (Firma: port29 GmbH) (port29) Benutzerseite


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Hallo Leute,

ich muss demnächst eine Präsentation vor großem Publikum halten, die 
auch noch aufgezeichnet wird. Der Abstand zwischen Notebook und Beamer 
sind geschätzt 150 Meter. Was noch dazu kommt ist, dass der Beamer 
wahrscheinlich nur einen VGA Eingang mit irgendeiner niedrigen Auflösung 
hat.

HDMI fällt bei mir deshalb schon flach. Meine Idee ist es über (3G-)SDI 
zu gehen. In der Bucht habe ich dafür mal zwei Artikel gefunden:

Ebay-Artikel Nr. 272446277119

Ebay-Artikel Nr. 201715798379

Einmal alles auf SDI und SDI auf alles.

Leider habe ich mit SDI noch zu wenig gemacht. An den beiden Geräten 
sind auch knöpfe mit einer Auflösung drauf. Doch was bedeuten die? Wird 
das Signal dann auf die entsprechende Auflösung skaliert?

von Sebastian V. (sebi_s)


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Ich kenn mich mit sowas zwar nicht aus, aber ist es nicht Aufgabe des 
Veranstalters solche Ausrüstung zur Verfügung zu stellen? Man kann jedem 
Vortragenden ja wohl kaum zumuten sein eigenes 150m VGA Kabel oder 
irgendein anderes Zeug anzuschleppen, welches nur vielleicht an den 
Beamer angesteckt werden kann.

von Stefan D. (mackie05)


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Hallo, das Gerät ist laut Beschreibung ein Scaler, bedeutet je nach 
Eingangsauflösung kann das Signal skaliert und damit die Qualität 
verschlechtert werden. 150 Meter wirst Du ohne Zwischverstärker mit 
3G-SDI nicht sicher schaffen. Es gibt von Beiden eine Liste mit 
Kabeltypen und den empfohlenen Kabellängen. Nach SMPTE425 sollte die 
Dämpfung bei halber Clock-Rate 20dB nicht überschreiten. Bei dieser 
Entfernung und HDMI würde ich zu einem Glasfaserextender greifen. Bei 
VGA und geringerer Auflösung tut es auch ein CAT-Extender, dann aber 
ggfls. mit Einbüßen in der Bildqualität, da die Übertragung analog ist.

von Peter D. (peda)


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HDMI, Miracast, AirPlay usw. sollten heutzutage Standard sein.
Der Veranstalter muß Dir exakt sagen können, was er kann.
Irgendwelche Vermutungen sind nutzlos.

von Dimitri R. (Firma: port29 GmbH) (port29) Benutzerseite


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Peter D. schrieb:
> HDMI, Miracast, AirPlay usw. sollten heutzutage Standard sein.
> Der Veranstalter muß Dir exakt sagen können, was er kann.
> Irgendwelche Vermutungen sind nutzlos.

Die Firma, die bei der Veranstaltung die Technik macht, meinte zu mir, 
dass ich das Video-Signal irgendwie nach hinten zu denen bekommen muss. 
Und dass andere dafür SDI verwenden. Ich kann allerdings nicht die 
Videostrecke anderer verwenden, sondern brauche meine eigene.

Allerdings liegt die von denen empfohlene Hardware von Black Magic bei 
mehr als dem doppelten Preis der Ebay-China-Ware und zwar nur für HDMI - 
SDI - HDMI.

Stefan D. schrieb:
> 150 Meter wirst Du ohne Zwischverstärker mit
> 3G-SDI nicht sicher schaffen. Es gibt von Beiden eine Liste mit
> Kabeltypen und den empfohlenen Kabellängen.

Also in der Beschreibung eines Gerätes steht ja "Unterstützt SDI Input / 
Output Distanz bis zu 100 Metern (3G-SDI), 200 Metern (HD-SDI) oder 300 
Metern (SD-SDI)."

Okay, evtl. sind 150 Meter etwas übertrieben bzw. das Maximum. 
Wahrscheinlich sind es eher 100 Meter.

von Rufus Τ. F. (rufus) (Moderator) Benutzerseite


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Wäre es nicht möglicherweise einfacher, das Notebook in die Nähe des 
Projektors ("Beamer") zu bewegen, und es mit einem zweiten Notebook über 
eine Netzwerkverbindung fernzubedienen?

Dafür müssen keine Spezialgeräte angeschafft werden, die man im normalen 
Leben eher nicht benötigt.

Wenn mehr als 100m Netzwerkstrecke nötig sind, wird halt ein simpler 
Switch zwischengeschaltet. Und wenn keine Stromversorgung verfügbar ist, 
kann der Switch auch mit 'nem Akku für ein paar Stunden mit Strom 
versorgt werden; die Veranstaltung wird sich ja wohl nicht wochenlang 
hinziehen.

von Stefan D. (mackie05)


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Dimitri R. schrieb:

> Also in der Beschreibung eines Gerätes steht ja "Unterstützt SDI Input /
> Output Distanz bis zu 100 Metern (3G-SDI), 200 Metern (HD-SDI) oder 300
> Metern (SD-SDI)."
>
> Okay, evtl. sind 150 Meter etwas übertrieben bzw. das Maximum.
> Wahrscheinlich sind es eher 100 Meter.

Wie Du schon sagst, 100m 3G-SDI, und selbst wenn es 100 m sind legst Du 
für 3G-SDI locker nochmal 300€ für das Kabel hin. Zudem hat es auch 
einen Grund, warum diese Technik so teuer ist. Hier sind die 
Kabelequalizer und Kabeltreiber entscheidend für die Reichweite. Mit 
Deiner Auswahl habe ich konkret keine Erfahrung habe aber schon deutlich 
teurere Technik in den Fingern gehabt, die bei 3G und großer Kabellänge 
in die Knie gegangen ist.

Folgende Möglichkeit sehe ich noch wenns unbedingt SDI sein muss:
Für eher statische Präsentationen das Signal auf 1080p25/30 
konvertieren(keine Ahnung ob diese Kiste das kann), für 
Bewegtbildinhalte das Signal auf 1080i50/60 konvertieren (gutes 
De-interlacing im Empfänger vorausgesetzt). Dann hast Du die halbe 
Datenrate was sich positiv auf die Kabellänge auswirkt. Aber auch dann 
solltest Du mindestens ein 1694er Belden Kabel verwenden, was pro Meter 
knapp 3€ kostet + Stecker:
http://www.belden.com/resourcecenter/tools/upload/TB65_p28.pdf

Den Ansatz von Rufus finde ich sinnvoll, da Du bei den Kosten für Deine 
SDI Lösung schnell bei über 700,- € landest und dass ohne zu wissen, ob 
die Chinalösung auch wirklich hält was sie verspricht.

: Bearbeitet durch User
von Matthias S. (da_user)


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Unsere Videotechnik verwendet für längere Strecken Glasfaser. Dürfte 
allerdings noch teuerer sein.

Aber ein sehr komischer Veranstatler, der die die dazugehörige Technik 
nicht zur Verfügung stellen kann. Wenn du dich wirklich darauf einlassen 
willst, guck doch mal, ob die die Gerätschaften evtl. bei einem 
entsprechenden Anbieter mieten kannst.

von Georg A. (georga)


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> Wie Du schon sagst, 100m 3G-SDI, und selbst wenn es 100 m sind legst Du
> für 3G-SDI locker nochmal 300€ für das Kabel hin.

Wenn man das nur einmal braucht und eine gewisse Störigkeit beim 
Verlegen nicht stört, tut es auch gutes Sat-Kabel. Allerdings sollte man 
die BNC-Stecker direkt dran machen, Adapter von F auf BNC bringen 
zusätzliche Dämpfung.

> Hier sind die Kabelequalizer und Kabeltreiber entscheidend für die
> Reichweite.

Da verwenden aber alle (China, Blackmagic, etc.) im wesentlichen das 
gleiche (Gennum). Ich habe sogar eher den Eindruck, dass die 
SDI-Ausgänge der kleinen Sony-Kamers (X70) "schwächer" sind, als die der 
20EUR HDMI-SDI-Konverter...

Generell wäre das ganze mit SDI jedenfalls kein Problem, man könnte ja 
auch in die Mitte der Strecke noch einen Regenerator schalten. Wenn 
ungeswitches Cat-kabel "von unten nach oben" schon da ist, kann man 
evtl. auch mit HDMI<->Cat-Kabel-Konvertern arbeiten. Das Problem ist 
nur, dass Dimitri das ganze wohl nur einmal braucht und egal welche 
Technologie dafür wohl immer so >600EUR ergibt. Evtl. wäre die Anfrage 
bei einem "richtigen" Veranstaltungsequipmentverleih günstiger, die 
können auch beraten. Oder eben einfach nur "Remote-Desktop" mit 
Teamviewer&Co auf Zweitnotebook unten.

von Pech V. (pechvogel)


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Sebastian V. schrieb:
> Ich kenn mich mit sowas zwar nicht aus, aber ist es nicht Aufgabe des
> Veranstalters solche Ausrüstung zur Verfügung zu stellen?

Vollkommen richtig! Ich habe schon einige größere Veranstaltungen mit 
Beamer technisch betreut und noch nie erlebt, dass sich die Dozenten 
Gedanken um die Verbindung zwischen Redner-Pult und Beamer machen 
mussten. In unmittelbarer Nähe zum Redner-Pult haben gefälligst für 
Notebooks übliche Schnittstellen zu existieren(HDMI, VGA, DVI, dazu dann 
ein 3,5mm Klinke-Stereo-Stecker für den Ton). Bei einer derart 
"kompetenten" Firma würde ich mich gedanklich auch schon mal auf so 
Patzer wie "Rückkopplungen" einstellen, die bei entsprechend 
leistungsfähigem PA-Equipment leider sehr schmerzhaft sein können...

Dimitri R. schrieb:
> Die Firma, die bei der Veranstaltung die Technik macht, meinte zu mir,
> dass ich das Video-Signal irgendwie nach hinten zu denen bekommen muss.
> Und dass andere dafür SDI verwenden. Ich kann allerdings nicht die
> Videostrecke anderer verwenden, sondern brauche meine eigene.

Es ist absolut unprofessionell, derartig spezielle technische Probleme 
einfach auf die Dozenten abzuwälzen. Mal ganz davon abgesehen, dass Du 
gewaltige Probleme bekommen könntest, wenn es dann bei der Veranstaltung 
aus irgendwelchen Gründen NICHT funktioniert und Du als technischer Laie 
auf so eine Situation gar nicht vorbereitet bist. Ich möchte nicht 
wissen, wie Dir die Düse geht, wenn Du vor hunderten von Leuten unter 
Zeitdruck einen Fehler finden und beheben musst. Also obacht, wenn man 
so etwas vereinbart...

Wie schon gesagt wurde, ist die saubere und zuverlässige 
Echtzeit-Übertragung von unkomprimierten Bildschirm-Signalen über große 
Distanzen alles andere als Trivial. Dies gilt umsomehr, wenn die dafür 
notwendige Technik auch noch bezahlbar sein soll. Wenn eine 
Remote-Steuerung als Lösung ausscheidet und die Bildschirm-Inhalte 
ausreichend komprimierbar sind, würde ich "günstige" Extender mit 
Digitalisierung und Komprimierung ausprobieren(erkennbar daran, dass man 
die Daten über Netzwerk-Switches hinweg übertragen kann). Da kommt man 
aber mit einem Extender-Set + CAT7 Kabel + Netzwerk-Dosen auch schon auf 
über 200 Euro (allerdings für HDMI, Du solltest daher zuerst mal die 
Rahmenbedingungen klären, also welche Schnittstellen vorhanden sind und 
wieviel Meter es nun genau sind).

: Bearbeitet durch User
von Dimitri R. (Firma: port29 GmbH) (port29) Benutzerseite


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Pech V. schrieb:
> Vollkommen richtig! Ich habe schon einige größere Veranstaltungen mit
> Beamer technisch betreut und noch nie erlebt, dass sich die Dozenten
> Gedanken um die Verbindung zwischen Redner-Pult und Beamer machen
> mussten. In unmittelbarer Nähe zum Redner-Pult haben gefälligst für
> Notebooks übliche Schnittstellen zu existieren(HDMI, VGA, DVI, dazu dann
> ein 3,5mm Klinke-Stereo-Stecker für den Ton).

Also ich sehe es nicht so schwarz, wie du. Ich hatte schon einige Kurse 
gehalten, bei denen man mir nur ein VGA Kabel hingehalten hat. Im 
universitären Umfeld ist VGA leider noch der Standard.

Bei dieser Veranstaltung ist es noch schlimmer. Denn da habe ich den 
Veranstalter gefragt, ob ich nicht einen Slot bekommen kann. Und er hat 
ihn mir gegeben. Nun muss ich mich aber auch an seine Spielregeln 
halten. Und da kann ich nicht irgendwelche Ansprüche meinerseits an die 
Technik stellen.

Dass irgendetwas nicht klappen wird, davor habe ich keine Angst. Denn 
Backup bzw. Worst Case Lösungen gibt es da sicherlich genug.

Im schlimmsten Fall schnappe ich mir ein Flipchart und präsentiere 
damit.

Meine Erfahrung aus den letzten 15 Jahren (wobei es hauptsächlich 
Konzerte waren) zeigt allerdings, dass bei Veranstaltungen sehr schnell 
Lösungen gefunden werden, weil alle irgendwelche Kabel, Adapter, etc. 
auf Vorrat mitnehmen - man kann ja nie wissen.

Georg A. schrieb:
> Das Problem ist
> nur, dass Dimitri das ganze wohl nur einmal braucht und egal welche
> Technologie dafür wohl immer so >600EUR ergibt. Evtl. wäre die Anfrage
> bei einem "richtigen" Veranstaltungsequipmentverleih günstiger, die
> können auch beraten. Oder eben einfach nur "Remote-Desktop" mit
> Teamviewer&Co auf Zweitnotebook unten.

Naja, diese Lösung mit Remote Desktop & co. möchte ich eigentlich 
vermeiden. Ich denke auch nicht, dass es bei einem einmaligem Event 
bleibt, sondern eher, dass solche Veranstaltungen in Zukunft öfter 
folgen. Deshalb bin ich da auch gerne bereit etwas in die Tasche zu 
greifen. Nur möchte ich es vermeiden sehr viel Geld für den Namen zu 
bezahlen, wenn es das China Produkt auch tut.

von Gerd E. (robberknight)


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Dimitri R. schrieb:
> Ich hatte schon einige Kurse
> gehalten, bei denen man mir nur ein VGA Kabel hingehalten hat. Im
> universitären Umfeld ist VGA leider noch der Standard.

Ja, VGA ist doch noch sehr verbreitet und halt der kleinste gemeinsame 
Nenner.

Aber wenn der Veranstalter einem auf dem Podium das VGA-Kabel hinhält 
passt das doch. So kenne ich das auch von Vorträgen, heute kriegt man 
dann aber meistens die Auswahl ob VGA oder HDMI-Kabel.

> Ich denke auch nicht, dass es bei einem einmaligem Event
> bleibt, sondern eher, dass solche Veranstaltungen in Zukunft öfter
> folgen. Deshalb bin ich da auch gerne bereit etwas in die Tasche zu
> greifen.

Aber weißt Du wirklich daß es bei Deinen Events üblich ist, daß der 
Vortragende seine eigenen Kabel zum Beamer stellen muss?

Ich kann mir das kaum vorstellen und es entspricht auch gar nicht der 
Erfahrung die ich bisher gemacht habe.

Wenn der Veranstalter einen Beamer stellt oder der in dem Raum fest 
installiert ist, dann muss es doch irgendeinen Weg geben den mit Content 
zu bespielen. Da wirst Du wohl kaum der erste sein der dieses Problem 
hat. Und der Veranstalter wird vermutlich auch keine Lust haben, daß da 
eine ganze Kabeltrasse voll mit Kabeln jedes Vortragenden zwischen 
Podium und Beamer gezogen wird. Denn entweder liegen die ja dann im 
Publikumsweg rum oder sie müssen mühsam über dem Publikum hinweg gezogen 
werden.

Daher bezweifle ich bei Deiner bisherigen Beschreibung daß sich diese 
Investition lohnen wird.

Nur wenn der Veranstalter erst gar keinen Beamer stellt, weil er 
eigentlich auf eine ganz andere Art Veranstaltung ausgerichtet ist, dann 
macht es Sinn selbst Beamer + Kabel anzuschaffen. Nur ist das bei einem 
Beamer für 100m Entfernung von den Kosten und Transportabilität her 
unrealistisch.

von Rufus Τ. F. (rufus) (Moderator) Benutzerseite


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Das "Event" von Dimitri scheint mir kein üblicher Vortrag zu sein, dazu 
sind die Dimensionen --150m Kabel!-- doch etwas anders gelagert.

Das klingt so ein bisschen nach Bühnentechnik, womöglich auch noch 
draußen.

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