Hallo,
habe hier recht wertiges Werkzeug aus dem vorigen Jahrtausend, da waren
die Ringschlüssel innen eckig. Heute finde ich die Ringschlüssel nahezu
durchgängig mit runden Kanten.
Kann mir mal jemand den Vorteil der runden Kanten verklickern?
Ich kann beim besten Willen keinen erkennen.
Manfred
Bei den Schlüsseln mit runden "Kanten" liegen die Kontaktflächen zum
Werkstück in der Mitte der Sechskantflächen der z.B. Schraube/Mutter und
nicht an den scharfen Kanten wie sonst. Man kann so größere Drehmomente
übertragen ohne die Gefahr der Runddrehens des Sechskante.
Manfred W. schrieb:> habe hier recht wertiges Werkzeug aus dem vorigen Jahrtausend, da waren> die Ringschlüssel innen eckig. Heute finde ich die Ringschlüssel nahezu> durchgängig mit runden Kanten.
Und das sogar bei "Wertigen" Werkzeugen.
Unaufhaltsame Fortschritt.
Man will keine scharfen Kanten bauen weil die zu Spannungsspitzen
führen. und an den Kanten der Muttern kannst du eh nicht viel Kraft
aufnehmen, aber ein stück daneben gehts schon besser.
Das Prinzip ist das gleiche wie bei den Schlüsseln des Herstellers
„Metrinch“, Metrinch greift auf die Flächen, durch die spezielle Form
lassen sich sowohl metrische als auch zöllische mit dem gleichen
Werkzeug greifen.
Melinda schrieb:> Bei den Schlüsseln mit runden "Kanten" liegen die Kontaktflächen zum> Werkstück in der Mitte der Sechskantflächen...
Bei einem Doppelsechskant-Profil ist die Mitte der Sechskantflächen gar
nicht erreichbar. Schaut eigentlich niemand die Bilder?
Ein Ringschlüssel muss nicht "12-eckig" sein und wer an Altanlagen
arbeitet, lässt tunlichst die Finger davon, wenn es sich irgendwie
umgehen lässt, wenn es für den echten Praktiker oder auch Theoretiker zu
Durchrutschproblemen kommen könnte.
Wo ein flacher "12-eckiger" Ringschlüssel passt, passt (fast immer) auch
ein 6-eckiger Ratschenschlüssel mit ggf. sogar kleineren Rastung.
Wer mittels 12-eckigen Ringschlüssel eine Schraube oder Mutter mit
hohem(!) Dremoment festziehen oder lösen möchte, begeht meist einen
Fehler, oft einen sehr grossen und in der Wirtschaft teuren.
> Wer mittels 12-eckigen Ringschlüssel eine Schraube oder Mutter mit> hohem(!) Dremoment festziehen oder lösen möchte, begeht meist einen> Fehler [..]
Dieses Argument zieht aber auch in die andere Richtung und bei nichtmal
hohem Drehmoment: Die olle sechseckige 0815-Stecknuss funktioniert fast
ausnahmslos einwandfrei, die supertolle rundgelutschte welche verklemmt
sich beim Festziehen auf etwa 19 von 20 Radmuttern und muss erst mit
Gewalt wieder losgebrochen werden. Nicht sehr praktisch, um nicht zu
sagen voll nervig, ich greif da regelmäßig sehr gerne zum guten alten
Modell. Und ja, 120Nm sind kein hohes Drehmoment.
g457 schrieb:>> Wer mittels 12-eckigen Ringschlüssel eine Schraube oder Mutter mit>> hohem(!) Dremoment festziehen oder lösen möchte, begeht meist einen>> Fehler [..]>> Dieses Argument zieht aber auch in die andere Richtung und bei nichtmal> hohem Drehmoment: Die olle sechseckige 0815-Stecknuss funktioniert fast> ausnahmslos einwandfrei, die supertolle rundgelutschte welche verklemmt> sich beim Festziehen auf etwa 19 von 20 Radmuttern und muss erst mit> Gewalt wieder losgebrochen werden. Nicht sehr praktisch, um nicht zu> sagen voll nervig, ich greif da regelmäßig sehr gerne zum guten alten> Modell. Und ja, 120Nm sind kein hohes Drehmoment.
Sorry, aber es völlig daneben, Radbolzen/Muttern mit einem 12-Kant oder
ausgelutschten 6-Kant festzuziehen oder zu lösen.
Wer das mit dem ausgelutschten Sechskant macht, hat eh nicht alle Tassen
in der Schüssel, wenn sich ein Sechskantschlüssel/Kreuz oder Nuss auf
dem Schlagschrauber oder Drehmomentknarre nicht mehr von dem
ausgelutschten Sechkant des Bolzen oder Mutter lösen möchte, gibt es
einen kleinen Schlag mit Gummihammer in die Gegenrichtung und die
Anweisung, die Bolzen/muttern mal zu ersetzen.
g457 schrieb:> Die olle sechseckige 0815-Stecknuss funktioniert fast> ausnahmslos einwandfrei, die supertolle rundgelutschte welche verklemmt> sich beim Festziehen auf etwa 19 von 20 Radmuttern und muss erst mit> Gewalt wieder losgebrochen werden.
Das nahezu gleiche Statement hörte ich heute in der örtlichen
Autowerkstatt. Dort macht man ganz konsequent einen großen Bogen um
diese runden Werkzeuge. Die 12-eckigen Ringschlüssel gibt es dort nur
mit spitzen Ecken und planen Flächen. Für Nüsse gilt das Gleiche, die
haben jedoch ausschließlich 6 Ecken.
Wo sind nun die Wissenschaftler mit ihren langjährigen Studien?
Ralf X. schrieb:> Ein Ringschlüssel muss nicht "12-eckig" sein und wer an Altanlagen> arbeitet, lässt tunlichst die Finger davon, wenn es sich irgendwie> umgehen lässt, wenn es für den echten Praktiker oder auch Theoretiker zu> Durchrutschproblemen kommen könnte.> Wo ein flacher "12-eckiger" Ringschlüssel passt, passt (fast immer) auch> ein 6-eckiger Ratschenschlüssel mit ggf. sogar kleineren Rastung.> Wer mittels 12-eckigen Ringschlüssel eine Schraube oder Mutter mit> hohem(!) Dremoment festziehen oder lösen möchte, begeht meist einen> Fehler, oft einen sehr grossen und in der Wirtschaft teuren.
Volle Zustimmung! Dieses 12kantgelumpe st schlicht und einfach Schrott,
wenn es um Drehmomente geht! Zack sind die Schraubenköpfe rund!
Keiner mit echter Praxiserfahrung kauft das! Es gibt eine Ausnahme:
Manchmal ist der Montageplatz sehr beengt, so das ein kleinwinkeliges
Arbeiten notwendig ist. Dann ist man aber oft mit einer feinzahnigen
Ratsche besser bedient.
Melinda schrieb:> Bei den Schlüsseln mit runden "Kanten" liegen die Kontaktflächen zum> Werkstück in der Mitte der Sechskantflächen der z.B. Schraube/Mutter und> nicht an den scharfen Kanten wie sonst. Man kann so größere Drehmomente> übertragen ohne die Gefahr der Runddrehens des Sechskante.
Mit Verlaub:
Das ist doch nur kompletter Quatsch, der von Marketing-Leuten verzapft
wird, die ihre "runden Kanten" als vorteilhafter propagieren wollen.
Immer noch ist das max. Drehmoment dort übertragbar, wo der längste
Angriffshebel bei einer Sechskant-Schraube vorhanden ist.
Und dieser längste Hebel befindet sich nun mal nicht in der Mitte der
Sechskantflächen, sondern an den sechs Ecken der Schrauben!
Ganz abgesehen davon würde ich mal gerne sehen, wie Du eine
Sechskant-Schraube mit einer Sechskant-Nuß runddrehen willst.
Das wird Dir kaum jemals gelingen können. ;)
L. H. schrieb:> Und dieser längste Hebel befindet sich nun mal nicht in der Mitte der> Sechskantflächen, sondern an den sechs Ecken der Schrauben!
Ein Angriffspunkt in der Mitte der Flächen ist mit einem Doppelsechskant
geometrisch auch überhaupt nicht möglich.
Meine weiteren Gedanken dazu sind:
Durch Konzentration der Kraft auf die Kanten wird die interne Spannung
in ebendiesen maximiert, durch leichte Verschiebung der Angriffsfläche
nach Innen wird die notwendige Kraft gemäß Hebelgesetz unwesentlich
erhöht, die Verteilung im Schraubenkopf jedoch (deutlich?) verbessert.
Dass so ggf. ein höheres Dehmoment ohne relevante plastische Deformation
übertragen werden kann, liegt auf der Hand.
Jemand schrieb:> Dass so ggf. ein höheres Dehmoment ohne relevante plastische Deformation> übertragen werden kann, liegt auf der Hand.
Wobei das bei Ringschlüsseln vielleicht noch nicht Mal so wichtig ist
wie die Toleranz gegenüber per Maulschlüssel schon deformierte.
Manfred W. schrieb:> verklemmt
Die sind in Rente!
Und das Dummvolk schwoert auf rund. rund muss es laufen. Das bekommen
die jeden Tag vorgebetet bis sie es blind glauben. Leider.
René F. schrieb:> durch die spezielle Form> lassen sich sowohl metrische als auch zöllische mit dem gleichen> Werkzeug greifen.
Ja, das geht z.B. beim 17er perfekt. Der Rest ist Marketing-Geschwurble.
Wenn man so einen zölligen Eisenhaufen hat, dann kommt man um zölliges
Werkzeug nicht drumrum.
Rumms kaputt schrieb:> Und das Dummvolk schwoert auf rund. rund muss es laufen. Das bekommen> die jeden Tag vorgebetet bis sie es blind glauben. Leider.
Dann wundert mich allerdings, dass auch deutsche Werkzeughersteller auf
dieses runde Werkzeug umschwenken. Denn das würde bedeuten, dass das
runde Werkzeug besser ist. Oder es müssen sich mittlerweile auch die
Markenhersteller jedem Hype unterwerfen, damit sie ihre Werkzeuge an den
Mann bringen.
Manfred W. schrieb:> Denn das würde bedeuten, dass das> runde Werkzeug besser ist.
Es kann ja gleich gut sein.
Aber wenn es in der Herstellung preiswerter zu machen ist, ist das Ziel
erreicht.
Manfred W. schrieb:> dass auch deutsche Werkzeughersteller auf> dieses runde Werkzeug umschwenken.
Dann kannst du mir bestimmt erklären, was an einer Nuss mit hellbauen
Ring besser ist als die einfach eingestanzte Zahl "8"?
Und welche zusätzliche sinnvolle Information Innensechskantschlüssel in
Regenbogenfarben haben?
In meinen Augen kostet das nur unnötig Geld.
"Ach, gib mir mal die rote Nuss"
"Welche Rote? Die Hellrote oder die Dunkelrote?"
Vor längerer Zeit gab es das Ganze schon bei Schraubendrehern; die
sollten sich nicht so leicht aus dem Schraubenschlitz drehen. Ob das
jemand gekauft hat?
Und auch bei Schlüsseln ist das nicht neu; allerdings habe ich die noch
nie bei Zwölfkanten gesehen.
Manfred W. schrieb:> Rumms kaputt schrieb:>> Und das Dummvolk schwoert auf rund. rund muss es laufen. Das bekommen>> die jeden Tag vorgebetet bis sie es blind glauben. Leider.>> Dann wundert mich allerdings, dass auch deutsche Werkzeughersteller auf> dieses runde Werkzeug umschwenken. Denn das würde bedeuten, dass das> runde Werkzeug besser ist. Oder es müssen sich mittlerweile auch die
Nee, es ist nur "neuer". Oder das Eckige ist "älter" - oder wird gar als
veraltet angesehen.
Wenn das Marketing das den Leuten nicht schon eingeredet hätte, würden
sie es selbst tun.
Weil: Neuer==Besser - ist doch klar. Und wenn es das bei
"Profi"-Werkzeug namenhafter Hersteller gibt, ist es quasi der nicht zu
toppende Beweis.
MeierKurt schrieb:> Und wenn es das bei "Profi"-Werkzeug namenhafter Hersteller gibt,> ist es quasi der nicht zu toppende Beweis.
So isses. Wenn Dr. med. Anton Müller* die Homöopathie und die
Bioresonanzmethode (mit auspendeln) anbietet, dann kann das ja nichts
schlechtes oder dubioses sein. Besonders dann, wenn es bestimmte Kassen
auch noch bezahlen. Dabei will Dr. med. Anton Müller* nur nicht mehr
länger zuschauen, wie sich die Hokus Pokus Fraktion die Taschen füllt (1
Std. = 80 Euro).
*: Namen von der Redaktion geändert
Jemand schrieb:> L. H. schrieb:>> Und dieser längste Hebel befindet sich nun mal nicht in der Mitte der>> Sechskantflächen, sondern an den sechs Ecken der Schrauben!>> Ein Angriffspunkt in der Mitte der Flächen ist mit einem Doppelsechskant> geometrisch auch überhaupt nicht möglich.> Meine weiteren Gedanken dazu sind:> Durch Konzentration der Kraft auf die Kanten wird die interne Spannung> in ebendiesen maximiert, durch leichte Verschiebung der Angriffsfläche> nach Innen wird die notwendige Kraft gemäß Hebelgesetz unwesentlich> erhöht, die Verteilung im Schraubenkopf jedoch (deutlich?) verbessert.> Dass so ggf. ein höheres Dehmoment ohne relevante plastische Deformation> übertragen werden kann, liegt auf der Hand.
Überdenk doch am besten Deine weiteren Gedanken dazu nochmal. :)
V.a. vor dem Hintergrund, daß Schrauben Güte-Klassen haben, die auch
ihre Berechtigung haben.
Weil dadurch nämlich je nach Einsatzzweck optimale Schrauben verwendet
werden können.
Sieh Dir dazu bitte mal die Tabelle 25 hier an:
https://www.schrauben-lexikon.de/td3-werkstoffe-stahl.asp
Wenn Du in der Tabelle in die Zeile Bruchdehnung A in % gehst und Dir
die Werte ansiehst, fällt auf, daß die Bruchdehnung mit zunehmender Güte
der Schauben rasant abnimmt.
In manchen Bau-Bereichen, z.B. Stahl- od. Holzbau, werden zwingend
4.6-Schrauben vorgeschrieben.
Eben, weil diese relativ hohe Bruchdehnungs-Werte haben.
Sie haben zwar nur die Hälfte der Festigkeit von 8.8er Schrauben, was
man aber dadurch kompensiert, daß man halt dann mehr Schrauben setzt.
Um das wesentlich Wichtigere für den evtl. Überlastungsfall "gewinnen"
zu können:
"Satte" Reserven im Bruchdehnungs-Bereich, damit Schrauben nicht so
schnell abreißen oder abgeschert werden können.
Was die Diskussionen bzgl. "höherem" Drehmoment anbelangt, das man
angeblich mit abgerundeten Kanten, die auf den Seitenflächen von
Sechskant-Schrauben angreifen, erreichen können soll, so ist das aus
meiner Sicht nur reines Marketing-Geschwätz.
Und weiter gar nichts!
Technisch und logisch sind derartige Behauptungen überhaupt nicht
nachvollziehbar!
Zumal es per se ohnehin völlig blödsinnig ist, dabei von einem "höheren"
Drehmoment zu sprechen.
Weil das max. Drehmoment, mit dem Schrauben angezogen werden dürfen, von
ihren Kenn-Werten abhängt und ganz gewiß NICHT von dem Werkzeug, mit dem
man sie anzieht.
Du erkanntest ganz richtig, daß die Antriebskraft logischerweise beim
Einsatz von (z.B.) Nüssen mit abgerundeten Kanten, höher sein muß als
bei traditionellen Sechskantnüssen.
Obwohl man zweifellos mit beiden Varianten der Nüsse Schrauben völlig
problemlos mit ihrem max. zulässigen Drehmoment anziehen kann.
Der angebliche Vorteil von Werkzeugen mit abgerundeten Kanten erschließt
sich mir deshalb beim besten Willen nicht.
Es mag ja sein, daß solche Werkzeuge vorteilhaft sind, wenn man auch
Zollschrauben damit eindrehen können will.
Dann muß aber auch die Frage erlaubt sein, wie relevant das in Europa
nur sein kann. ;)
Du dachtest auch noch über evtl. plastische Deformation am Sechskantkopf
nach.
Solche Deformationen halte ich für gar nicht möglich, weil der
"Schwachpunkt" aller Schrauben weder in ihrem Kopf, noch in ihrem Schaft
liegt, sondern i.d.R. nur in ihrem Gewinde.
Dort findet die Kraftübertragung statt, weshalb sie auch dort i.d.R.
abreißen.
Verifizieren kannst Du das, was Schraubenköpfe ohne jegliche
nennenswerte Deformation "mitmachen" können, z.B. in KFZ.
Wenn dort Schrauben im Zylinderkopf festgerostet sind, kannst Du beim
Versuch sie herausdrehen zu wollen, das unerfreuliche Ergebnis bekommen,
daß sie dabei "abgewürgt" werden können.
L. H. schrieb:> Weil das max. Drehmoment, mit dem Schrauben angezogen werden dürfen, von> ihren Kenn-Werten abhängt und ganz gewiß NICHT von dem Werkzeug, mit dem> man sie anzieht.
Hi!
Eingedreht und "fest" bekommt man jede handelsübliche Schraube, egal ob
Sechs-, Zwölfkant oder Wellennuss. Nur braucht es nach 15 Jahren
Strassendreck dann doch etwas mehr Kraft zum rausdrehen als es der
Hersteller beim Reindrehen vorgesehen hat. Da haben dann die Wellennüsse
ihre Berechtigung. Oder bei 12,6er Muttern, die vor 10 Jahren mal 13er
waren.
VG
Matthias B. schrieb:> Nur braucht es nach 15 Jahren> Strassendreck dann doch etwas mehr Kraft zum rausdrehen als es der> Hersteller beim Reindrehen vorgesehen hat. Da haben dann die Wellennüsse> ihre Berechtigung.
Ob Wellennüsse bzgl. Krafteinwirkung ihre Berechtigung haben oder nicht,
läßt sich ganz einfach überprüfen. ;)
Dazu braucht man sich nur ein regelmäßiges Sechseck anzusehen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Sechseck#/media/Datei:Regular_polygon_6_annotated.svg
Und sich dann zu fragen, wo der längste Hebelweg für den Kraftangriff
zur Verfügung steht.
Die Distanz vom Zentrum zu den Ecken ist deutlich größer als jede, die
auf den Seitenflächen liegt.
Folglich muß die Antriebskraft bei Wellennüssen höher sein, wenn man
identische Drehmomente erzeugen will.
Völlig egal ob man Schrauben anziehen oder lösen will.
Womit sich auch die Frage nach Marketing-Geschwätz eindeutig klärt:
Es ist schon erstaunlich, was man damit den Leuten weismachen will.
Nämlich das genaue Gegenteil der wirklichen Verhältnisse beim
Hebelgesetz.
L. H. schrieb:> Folglich muß die Antriebskraft bei Wellennüssen höher sein, wenn man> identische Drehmomente erzeugen will.
AUA!
Es ist nur die Flächenpressung an der Kontaktstelle größer. Das Moment
bleibt gleich.
...es geht darum, dass beim Lösen oft große Momente dafür sorgen, dass
eine vielleicht schon vergnabbelte Ecke des Sechsecks einfach nachgibt
und der Schlüssel dann überrutscht. Genau das machen die Nüsse, die auf
der Flanke tragen erst viel später, weil sie eben weiter weg von der
Ecke angreifen.
Ich habe mit solchen Nüssen (6-kant-Wellenprofil) schon Schrauben lösen
können, bei der eine normale 6-kant-Nuss nichts mehr anrichten konnte.
L. H. schrieb:> Matthias B. schrieb:>> Nur braucht es nach 15 Jahren>> Strassendreck dann doch etwas mehr Kraft zum rausdrehen als es der>> Hersteller beim Reindrehen vorgesehen hat. Da haben dann die Wellennüsse>> ihre Berechtigung.>> Ob Wellennüsse bzgl. Krafteinwirkung ihre Berechtigung haben oder nicht,> läßt sich ganz einfach überprüfen. ;)>> Dazu braucht man sich nur ein regelmäßiges Sechseck anzusehen:> https://de.wikipedia.org/wiki/Sechseck#/media/Datei:Regular_polygon_6_annotated.svg>> Und sich dann zu fragen, wo der längste Hebelweg für den Kraftangriff> zur Verfügung steht.> Die Distanz vom Zentrum zu den Ecken ist deutlich größer als jede, die> auf den Seitenflächen liegt.> Folglich muß die Antriebskraft bei Wellennüssen höher sein, wenn man> identische Drehmomente erzeugen will.> Völlig egal ob man Schrauben anziehen oder lösen will.>> Womit sich auch die Frage nach Marketing-Geschwätz eindeutig klärt:> Es ist schon erstaunlich, was man damit den Leuten weismachen will.> Nämlich das genaue Gegenteil der wirklichen Verhältnisse beim> Hebelgesetz.
Das Drehmoment was am Gewinde ankommt ist von der Länge und Kraft am
Schraubenschlüssel abhängig. Deine Betrachtungen zum Sechseck sind zwar
grundsätzlich richtig, aber hier völlig irrelevant.
Das Marketing sagt, das über die Mitte der Flanken mehr Kraft
eingeleitet werden kann ohne das die Schraube kaputtgeht (beim Einleiten
der Kraft über die Ecken brechen/deformieren diese sich schneller als es
bei Einleitung in die Mitte der Fläche mittels dem runden Zeug passiert)
L. H. schrieb:> Und sich dann zu fragen, wo der längste Hebelweg für den Kraftangriff> zur Verfügung steht.> Die Distanz vom Zentrum zu den Ecken ist deutlich größer als jede, die> auf den Seitenflächen liegt.
Das ist nicht der Punkt.
Ich habe mal die Idee, die hinter den Wellennüssen bzw. -ringschlüsseln
steckt, skizziert, oben das klassische und unten das Wellenprofil.
Bei beiden Profilen ist wegen der Toleranzen im Schraubenkopfdurchmesser
etwas Spiel erforderlich (links, etwas übertrieben dargestellt). Dreht
man nun den Schlüssel, geschieht folgendes:
- Beim klassischen Profil drückt jeweils eine der ebenen Flächen des
Schlüssels auf eine Kante des Schraubenkopfs. Dabei gibt die Kante des
Schraubenkopfs auf Grund ihrer Konvexität etwas nach, bei hohen
Kräften (bspw. bei Lösen einer festgerosteten Schraube) kann sie sich
plastisch verformen, wird also mehr oder weniger plattgedrückt. Die
Schraube ist aus weicherem Stahl gefertigt ist als der Schlüssel, was
die Kanten erst recht empfindlich macht.
- Beim Wellenprofil ist es genau andersherum: Hier drückt jeweils eine
(oft sogar noch abgerundete) Kante des Schlüssels auf eine ebene
Fläche des Schraubenkopfs. Das hält der Kopf gut aus, weil die Fläche
nicht konvex ist. Auch dem Schlüssel macht das nichts aus, weil er aus
härterem Stahl gefertigt ist. Schlimmstenfalls drückt der Schlüssel
eine ganz kleine Vertiefung in die Fläche des Schraubenkopfs, was aber
dessen Funktion in keiner Weise beeinträchtigt.
Nick M. schrieb:> Und welche zusätzliche sinnvolle Information Innensechskantschlüssel in> Regenbogenfarben haben?
Ich hatte hier vor nicht allzu langer Zeit einen Hydrauliker, der mit
genau so einem Innensechskantschlüssel aufgeschlagen ist.
Der hat den wohl auch bekommen und auch erstmal gefragt, was sein
Arbeitgeber ihm da für einen "Schaß" aufdrehen will.
Mittlerweile findet er den super, weil:
Nick M. schrieb:> Dann kannst du mir bestimmt erklären, was an einer Nuss mit hellbauen> Ring besser ist als die einfach eingestanzte Zahl "8"?
Die Zahl muss man ggf. erst suchen, und dann lesen. Gerade deine älteren
Kollegen brauchen dazu u.U. erstmal eine Lesebrille. Die Farbe sieht man
sofort und egal, wie das Werkzeug gerade rumliegt.
Reine Gewohnheitssache.
BTW:
Ich habe bereits vor Jahren einen billigen Ratschenkasten (3 Ratschen +
Nüsse,..) für den Heimgebrauch, sprich Autobasteln gekauft. Mit solchen
Wangennüssen.
Ich habe damit erst eine Schraube rundbekommen, und die auch nur weil
sie zuvor mit Gabel- & Ringschlüssel gequält wurde. Den Tipp zu diesen
Wangennüssen hatte ich von einen Bekannten. Der hat mit solchem Werkzeug
(also in Qualität) an Hubschraubertriebwerken geschraubt.
Tipp hierbei, wer einen neuen Ratschenkoffer oder ähnliches sucht:
Gedore Red, vor kurzem für Kleinigkeiten in der Arbeit gekauft - macht
einen super Eindruck, würde ich mir für daheim auch lieber holen, als
irgendeinen anderen Billigkoffer.
Yalu X. schrieb:> Ich habe mal die Idee, die hinter den Wellennüssen bzw. -ringschlüsseln> steckt, skizziert, oben das klassische und unten das Wellenprofil.
Schöne Skizze, wenn auch das Spiel etwas "übertrieben" eingezeichnet
ist.
Der Punkt ist daß man jetzt mit einer Finite Elemente Analyse die
Spannungen im Schraubenkopf an den Punkten wo die Kraft eingeleitet wird
analysieren müsste um herauszufinden welche Methode besser ist.
Matthias S. schrieb:> Tipp hierbei, wer einen neuen Ratschenkoffer oder ähnliches sucht:> Gedore Red, vor kurzem für Kleinigkeiten in der Arbeit gekauft - macht> einen super Eindruck
Den habe ich mir auch vor ca. 2 Jahren gekauft. Hat sich bisher gut
bewährt, und bei einem über 50 Jahre alten Traktor gehts auch mal
kräftiger zu.
Gedore Red ist übriges soweit ich weiss eine Werkzeuglinie vom
übernommenen Hersteller Carolus.
Übrigens sinkt bei den "abgerundeten" Kanten auch die max. Spannung vor
allem in den Nüssen und Ringschlüsseln. Das heisst bei starker
Überlastung reißt das Werkzeug nicht so schnell.
Man steckt ja gerne mal schnell ein Rohr als Verlängerung auf den
Schlüssel oder den Knebel wenn eine Schraube partout nicht will.
Die "Spezialmechaniker" machen sowas dann auch mit einer Ratsche.
Matthias S. schrieb:>> Dann kannst du mir bestimmt erklären, was an einer Nuss mit hellbauen>> Ring besser ist als die einfach eingestanzte Zahl "8"?>> Die Zahl muss man ggf. erst suchen, und dann lesen. Die Farbe sieht> man sofort und egal, wie das Werkzeug gerade rumliegt.
Entsprechen die Farben denn wenigstens denen, die man als Elektroniker
kennt, oder kocht da jeder sein eigenes Süppchen?
Matthias S. schrieb:> Tipp hierbei, wer einen neuen Ratschenkoffer oder ähnliches sucht:> Gedore Red, vor kurzem für Kleinigkeiten in der Arbeit gekauft - macht> einen super Eindruck...
Typisch für die heutige Zeit der Blender, es zählt nur noch der
Eindruck. red ist die Billigschiene von Gedore, irgendwo in einem
Billiglohnland gefertigt und dann Gedore drauf geschrieben. Lies mal die
kritischen Bewertungen dazu und ignoriere die Bewertungen der
Ahnungslosen.
Dann schau dir mal z.B. den Kasten von KS-Tools an, da hast du die
gleiche (wenn nicht bessere) Qualität für weniger Geld.
Yalu X. schrieb:> Ich habe mal die Idee, die hinter den Wellennüssen bzw. -ringschlüsseln> steckt, skizziert...
Erstmal vielen Dank für die grafische Darstellung des Sachverhaltes.
Also sind die Werkzeuge mit den Wellen doch besser als die Werkzeuge mit
Sechskant, was die Übertragung von max. Drehmoment beim Lösen von
besonders fest sitzenden Schrauben angeht. Denn das Anziehen von neuen
Schrauben ist keine besondere Herausforderung für normales Werkzeug.
Wenn es sich nicht gerade um den aller billigsten Schund handelt.
Matthias S. schrieb:> Die Zahl muss man ggf. erst suchen, und dann lesen. Gerade deine älteren> Kollegen brauchen dazu u.U. erstmal eine Lesebrille.
Ich brauch dazu auch eine Lesebrille. Besser bräuchte. Ich seh dem ISK
aber die Größe an und spätestens wenn ich ihn in der Hand hab kenn ich
die SW.
Wenn die Farben wenigstens wie bei den Widerständen aufgebaut wären ...
Nick M. schrieb:> Wenn die Farben wenigstens wie bei den Widerständen aufgebaut wären ...
Das wäre super.
Dann könnte man auch sofort die Toleranzen sehen. :-)
Udo S. schrieb:> Schöne Skizze, wenn auch das Spiel etwas "übertrieben" eingezeichnet> ist.
Das war Absicht, damit man den eigentlichen Sachverhalt besser erkennen
kann.
> Der Punkt ist daß man jetzt mit einer Finite Elemente Analyse die> Spannungen im Schraubenkopf an den Punkten wo die Kraft eingeleitet wird> analysieren müsste um herauszufinden welche Methode besser ist.
Braucht man dafür wirklich FEM? Für mich sieht das auch ohne ziemlich
eindeutig aus. Interessant wären die Ergebnisse aber trotzdem, falls
sich jemand die Mühe machen möchte.
Manfred W. schrieb:> Also sind die Werkzeuge mit den Wellen doch besser als die Werkzeuge mit> Sechskant, was die Übertragung von max. Drehmoment beim Lösen von> besonders fest sitzenden Schrauben angeht.
Zumindest hat man ein paar Versuche mehr, bis der Schraubenkopf
endgültig rund ist :)
> Denn das Anziehen von neuen Schrauben ist keine besondere> Herausforderung für normales Werkzeug.
Ja, und auch das Lösen normalerweise nicht. Wenn man aber an älteren
Autos herumschraubt, trennt sich ziemlich schnell die Spreu vom Weizen.
Harald W. schrieb:>>> Dann kannst du mir bestimmt erklären, was an einer Nuss mit hellbauen>>> Ring besser ist als die einfach eingestanzte Zahl "8"?>>>> Die Zahl muss man ggf. erst suchen, und dann lesen. Die Farbe sieht>> man sofort und egal, wie das Werkzeug gerade rumliegt.>> Entsprechen die Farben denn wenigstens denen, die man als Elektroniker> kennt, oder kocht da jeder sein eigenes Süppchen?
Das mit den Farben ist doch was für Analphabeten! Im Ernst! Diese Trends
kommen von den Amis, die immer dauf den DAA (Dümmster anzunemhmender
Arbeiter) ausgelegt sind! Facharbeiter, was ist das? Einfach einen
Latino von der Straße ziehen und 3h anlernen (wenn überhaupt solange).
Außerdem gehen einem irgendwann die Farben aus, auch mit dem Regenbogen.
Von der Verschmutzung, Ausbleichen oder gar Farbenblindheit mal
angesehen. Und man kann Zahlen auch DEUTLICH lesbar auf Werkzteuge aller
Art bringen, wenn man EIN MÜÜÜÜ mal nachdenkt und nicht einfach was
einprägt und alls verchromt. Stichwort KONTRAST!
Den Vogel schießen die "Erfinder" von hochglänzenen Stahlmaßstäben mit
0,5mm Teilung ab. Was für ein Schwachsinn!!!
Yalu X. schrieb:> Wenn man aber an älteren> Autos herumschraubt, trennt sich ziemlich schnell die Spreu vom Weizen.
So ist es. Der Profischrauber denkt anders: Bekomme ich die Schraube
auf, ist das Problem gelöst und an einer Festpreisreparatur ist
ordentlich was verdient. Klappt das nicht, lege ich u.U. ordentlich Geld
drauf. Das gilt auch für den Selberschrauber. Gutes Werkzeug ist gut
angelegtes Geld.
@Yalu X.: Wenn die Rundungen wirklich die von dir grafisch belegten
Vorteile haben, dann sollte eigentlich jeder Gabelschlüssel gerundete
statt plane Flächen haben. Habe ich aber noch nie gesehen. Wie kann das
sein?
Udo S. schrieb:> Aber du darfst nicht von dir auf mich schliessen
Die Kinder liegen schon im Bett, zu spät für Kinderkram.
Yalu X. schrieb:> Manfred W. schrieb:>> Also sind die Werkzeuge mit den Wellen doch besser als die Werkzeuge mit>> Sechskant, was die Übertragung von max. Drehmoment beim Lösen von>> besonders fest sitzenden Schrauben angeht.>> Zumindest hat man ein paar Versuche mehr, bis der Schraubenkopf> endgültig rund ist :)
Schon als junges Kind habe ich begriffen, was gutes Werkzeug bedeutet
und man sich mit schlechten oder ausgelutschten Werkzeug meist jede
Menge Mehrarbeit aufhalst.
Zu meinem dreizehnten Lebenjahr ist meine Familie von HH nach Wptl.-
Cronenberg umgezogen, nach Remscheid konnte ich rüberspucken, etwas um
die Ecke liegt Solingen.
Jeder Kenner weiss, welche weitbekannten Werkzeugfabrikanten dort
beheimat sind und bei einigen habe ich bis zur BW meine Ferienjobs
ausgeübt.
Also war ich sehr schnell bei diversen Werkzeugen glänzend ausgerüstet.
Und nicht erst da habe ich erfahren, dass man oft nicht einmal einen
zweiten Versuch beim Lösen einer alten und festsitzenden Schraube hat,
jedenfalls nicht mehr auf dem regulären Weg, wenn es dem "Schrauber" an
dem entsprechenden Gefühl fehlt.
Und das ist leider sehr oft der Fall.
>> Denn das Anziehen von neuen Schrauben ist keine besondere>> Herausforderung für normales Werkzeug.>> Ja, und auch das Lösen normalerweise nicht. Wenn man aber an älteren> Autos herumschraubt, trennt sich ziemlich schnell die Spreu vom Weizen.
Was ist "normalerweise"?
Stahl kann die unterschiedlichsten Materialeigenschaften haben und wird
bei hochwertigen Anforderungen auch bei Schraubverbindungen entsprechend
eingesetzt.
Ist mit einer schwierigen Lösung einer Verschraubung zu rechnen, kommt
der Einsatz eines 2 x 6 eckigen Schlüssels/Nuss gar nicht erst in Frage,
Maulschlüssel verbietet sich von oft von selbst, sondern dann kommt
ausschliesslich ein Sechskant auf einen Sechskantkopf oder Mutter.
Und wenn der masshaltigste Voll-Sechskant da nicht draufgeht, weil da
schon jemand vorher was versaut hat, kommt eben der etwas weniger genaue
Sechskant drauf und damit versucht, die störende vorherige Verformung
möglichst zurückzudrängen.
Und dann wird wieder die masshaltigste Grösse genommen, ggf. auch eine
spezialgehärtete vom Schlagschrauber oder bei z.B. 13 mm eine 1/2" und
wird drübergekloppt.
Wir haben sogar schon Nüsse abgeflexst, um die Rundungen zum besseren
Ansetzen zu entfernen, dafür aber den grössmöglichen Kontakt
herzustellen.
Haben (hier Sechskant) Schraube/Mutter und Werkzeug den grösstmöglichen
Kontakt, kann da kein Material ein Schlupfloch finden, solange das
Werkzeug nicht platzt oder Schraubkopf/Mutter sich gesamt verformen.
Die Wellenform von Gedore ist eine weitere Erleichterung zum
Verschrauben und Lösen von weitgehend unproblematischen Verbindungen,
inbs. auch unter Maschineneinsatz.
6-Kant-Ringschlüssel gabs wohl nie in verbreitet? Ich vermute, das kommt
von der Historie, daß es zuerst Gabelschlüssel gab (siehe Charlie
Chaplins "Moderne Zeiten"), mit denen alles erledigt werden mußte und
konnte. Ein Ringschlüssel hat demgegenüber soviel mehr Präzision und
greifende Kanten, daß man sie gleich 12-kantig machen konnte.
Bei Hazet gibt es eine ganze Menge historische Kataloge seit 1930.
https://www.hazet.de/de/katalog-historie
Und tatsächlich, bereits dort haben die Ringschlüssel 12 Kanten. Wenn
auch noch eckige.
Übrigens eine Wonne, in den alten Katalogen zu blättern. Der nächste
kalte Winter mit geschlossenen Discos kommt bestimmt. :)
Manches wie Ratschenkästen und Nüsse gabs schon vor 90 Jahren in fast
gleicher Form wie heute. Kataloge aus den 80ern sind auch interessant,
unfaßbare Mengen von Spezialwerkzeugen, vor allem aus dem
Automobilbereich.
Gekröpft-gewürgte Gabelnüsse, mit denen man Lambdasonden von hinten her
ausschrauben kann. :)
Ganz aktuell hatte ich einen Würth-Bremsleitungsschlüssel mit
Ratschenfunktion in Verwendung. Sieht aus wie ein Gabelschlüssel mit
eingesetztem rotierendem offenen 6-Kant-Element. Die Drehrichtung ist
fest wie bei anderen Ratschenschlüsseln auch.
Sehr praktisch, weil 10, 20 Umdrehungen von Überwurfmutter mit
Feingewinde ist mit einem 6-kant-offenen Ringschlüssel nicht witzig. Mit
einem Gabelschlüssel, zu dem man nach dem Losbrechen ja wechseln kann,
auch nicht.
Yalu X. schrieb:> Das ist nicht der Punkt.
Doch, auch das ist der Punkt, wenn behauptet wird, man könnte mit der
Wellenform höhere Drehmomente realisieren. ;)
>> Ich habe mal die Idee, die hinter den Wellennüssen bzw. -ringschlüsseln> steckt, skizziert, oben das klassische und unten das Wellenprofil.
Danke Dir für die sachdienlichen Skizzen, die durchaus einiges erhellen
können.
Eben so wie Deine grundsätzliche Beschreibung zu den Unterschieden.
Ich verstehe dabei auch, daß Übertreibungen bis zu einem gewissen Grad
schon dazu geeignet sein können, um etwas verdeutlichen zu wollen.
Allerdings hast Du das mit dem Spiel maßlos übertrieben. ;)
Insoweit erlaube ich mir den Einwand, daß Deine Skizzen nicht ganz der
Realität entsprechen.
Vorhin kramte ich im Keller gebrauchte 17er Schrauben (8.8) heraus.
Auch eine, die Flächen (ca. 2mm breit, ab der Spitze in Richtung
Seitenfläche) durch das Herausdrehen hatte.
Die hielt ich dann in einen traditionellen Gabel-Ringschlüssel (von
Gedore und über 50 Jahre in Gebrauch) mit dem Ergebnis:
Deine Skizze stimmt nicht.
Es ist nicht machbar, daß die Spitzen des Sechsecks bis in die Mitte der
angreifenden Flächen des Ringschlüssels "verdrückt" werden können.
Analog stimmt es wohl auch nicht, daß die Wellenberge so nah an die
Spitzen gedrückt werden können, wie skizziert.
Was auch plausibel ist, weil die Spitzen zunächst mal in die Wellentäler
hineinragen.
Wenn wir in beiden Fällen jungfräuliche Schrauben annehmen, dann erfolgt
in beiden Fällen beim Kraftangriff zunächst mal eine reine
Linien-Berührung am Schraubenkopf.
Bei Erhöhung der Kraft erfolgt letztlich in beiden Fällen eine
plastische Umformung am Schraubenkopf.
Allerdings findet der Kraftangriff auf unterschiedlichen Teilkreisen
statt.
Und nur das ist der einzige Unterschied, aus dem man dann auch die
richtigen Rückschlüsse ziehen kann.
Manfred W. schrieb:> Lies mal die> kritischen Bewertungen dazu und ignoriere die Bewertungen der> Ahnungslosen.
Bewertungen sehe ich schon immer kritisch, egal ob positiv oder negativ.
Darum habe ich ihn mir in der Arbeit gekauft. Da kann ich den
ausprobieren, bevor ich ihn mir ggf. selbst zulege.
Manfred W. schrieb:> Dann schau dir mal z.B. den Kasten von KS-Tools an, da hast du die> gleiche (wenn nicht bessere) Qualität für weniger Geld.
KS-Tools war auch auf den Schirm. Habe von denen so einen
Ratschenschlüssel. Kumpel einen ganzen Werkstattwagen. Macht - genauso
wie Gedore Red - einen guten Eindruck.
Aber: vor ca. 1,5 Jahren einen Katalog angefordert, niemals Rückmeldung
erhalten. Damit waren die dann erstmal raus.
Harald W. schrieb:> Entsprechen die Farben denn wenigstens denen, die man als Elektroniker> kennt, oder kocht da jeder sein eigenes Süppchen?
Das weiß ich nicht. Aber ich vermute dass das Werkzeug nicht von
Elektronikern designt wurde.
Aber ganz ehrlich: Ich kenne jemanden der das Werkzeug selbst einsetzt.
Den seine Meinung zählt mehr, als trölftausend Meinungen aus dem
Internet.
Manfred W. schrieb:> @Yalu X.: Wenn die Rundungen wirklich die von dir grafisch belegten> Vorteile haben, dann sollte eigentlich jeder Gabelschlüssel gerundete> statt plane Flächen haben. Habe ich aber noch nie gesehen. Wie kann das> sein?
Meines Erachtens entlarvt sich hier der Hype um die gerundeten Kanten.
Wenn runde Kanten wirklich Vorteile bzgl. max. übertragbarem Drehmoment
hätten, würde es ebenfalls Gabelschlüssel mit gerundeten Flächen geben.
Würde aber wohl selbst der Ahnungsloseste nicht kaufen.
Ralf X. schrieb:> Also war ich sehr schnell bei diversen Werkzeugen glänzend ausgerüstet.> Und nicht erst da habe ich erfahren, dass man oft nicht einmal einen> zweiten Versuch beim Lösen einer alten und festsitzenden Schraube hat,
Genau der Punkt: Man hat einen Schuss - und der muss sitzen. Sonst kann
es unter Umständen sehr schnell sehr teuer werden.
Wäre interessant zu wissen, was der wirkliche Grund ist, nun einen
eigentlich völlig unnötigen neuen Werkzeugstandard für Nüsse und
Ringschlüssel einzuführen.
L. H. schrieb:> Und sich dann zu fragen, wo der längste Hebelweg für den Kraftangriff> zur Verfügung steht.> Die Distanz vom Zentrum zu den Ecken ist deutlich größer als jede, die> auf den Seitenflächen liegt.> Folglich muß die Antriebskraft bei Wellennüssen höher sein, wenn man> identische Drehmomente erzeugen will.
Du bist auf dem Holzweg. Bei den "Wellennüssen" wird die Kraft nicht in
der Mitte der Sechskantfläche eingebracht, sondern unmittelbar vor der
Ecke, aber eben nicht auf die Ecke.
Du hast immer Spiel zwischen Schraubenkopf und Werkzeug. Das führt dazu,
dass bei einem flachen Profil, das ohne Drehmoment parallel zur
Sechskantmantelfläche liegt, sich beim Aufbringen eines Drehmoments der
Winkel zwischen Werkzeug und Schraube nachteilig verändert und die
komplette Kraft über die Ecke eingebracht wird.
Wichtig dabei ist die Erkenntnis, dass die Fläche des Werkzeugs
eigentlich umsonst ist, sondern nur die winzige Teilfäche, die die Ecke
berührt, die Kraft überträgt.
Bei einem (12fach) Wellenprofil ist die gedachte Fläche zwischen zwei
Wellenbeulen kürzer als die Sechskantmantelfläche und an ihren Enden
abgerundet. Wird nun das Wellenprofil gegen die Schraube verdreht,
wandert die Rundung in Drehrichtung zur Ecke. Der Kippwinkel zwischen
Werkzeug und Schraubenkopf verschiebt den Angriffspunkt in Richtung Ecke
der Schraube, aber eben nicht bis zur Ecke hin, weil die aufgespannte
Fläche zwischen den beiden Rund-Hüglen "kürzer" ist als die Fläche an
der Schraube. D.h. die Kraft kann nicht über die Ecke in die Schraube
geleitet werden, sondern wird etwas vor der Ecke eingeleitet.
Und vor der Ecke ist an der Schraube deutlich mehr Material vorhanden.
Zusätzlich sorgt die elastische Verformung von Werkzeug und Schraube zu
einer größeren Kontaktfläche, und so zu geringeren Drücken obwohl eine
höhere Kraft für das gleiche Drehmoment notwendig ist.
Mopedschrauber schrieb:> Wäre interessant zu wissen, was der wirkliche Grund ist
So entstehen Verschwörungstheorien. :-)
Wenn du es nicht glaubst arbeite dich in ein FEM Programm ein und
simuliere es.
Es ist ein alter Hut, dass wenn man irgendwo einen Schlitz in einem
Blech hat (z.B. Dehnschlitze in Kreissägeblättern), am Ende eine Bohrung
sitzt, damit es nicht reissen kann. Weil durch die Bohrung bei
Scherbelastung die max. Spannung auf das Material deutlich geringer ist
als bei einer scharfen Kante.
Das gleiche Prinzip hat man hier, nur mit anderer Geometrie.
Im Netz werden diese neuartigen Nüsse auch Kraftsteckschlüssel genannt.
Dabei findet sich immer der Satz:
"Die abgerundeten Innenecken der Kraftsteckschlüssel haben ein gewisses
Spiel in den Ecken des Sechskants des Schraubkopfes, was zu besseren
Ergebnissen führt."
Hat sich mal einer aus den Fingern gesaugt und nun verbreitet sich diese
Neuigkeit in Windeseile.
Udo S. schrieb:> So entstehen Verschwörungstheorien. :-)
So entstehen Selbstläufer.
Da sagte mal einer, schwarze Autos sind ein absolutes Muss (zu meiner
Zeit war Schwarz den Leichenwägen vorbehalten). Und sofort kaufte Hinz
und Kunz nur noch schwarze Autos. Obwohl schwarze Autos gleich mehrere
erhebliche Nachteile haben.
Dieter B. schrieb:> Da sagte mal einer, schwarze Autos sind ein absolutes Muss (zu meiner> Zeit war Schwarz den Leichenwägen vorbehalten). Und sofort kaufte Hinz> und Kunz nur noch schwarze Autos.
Das ist eher Mode. Vor ein paar Jahren war auf einmal weiss Mode, jetzt
ist es dieses seltsame grau, das aussieht wie nur grundiert.
Übrigens der erste mit dem Schwarz war Henry Ford:
"Jeder Kunde kann ein lackiertes Auto in jeder gewünschten Farbe haben,
solange es schwarz ist."
:-)
Dieter B. schrieb:> Da sagte mal einer, schwarze Autos sind ein absolutes Muss (zu meiner> Zeit war Schwarz den Leichenwägen vorbehalten).
... und den Taxis. :-))
Als vor 25 Jahren die ersten Nüsse mit Bohrungen in den Ecken kamen
haben wir die Tagelang an wirklich böse aussehenden Schrauben an
Motorblöcken von Ostseeschiffen und Unterwasserschiffsteilen
ausprobiert. Die Ergebnisse earen durchweg gut und oft besser als die
verbreiteten 12 Kant Nüsse. Natürlich war die Haupterkenntnis 12 Kant
Nüsse weitestgehend zu verbannen, und das die runden Ecken nicht mehr
mit dem Hamme auf die vernudelten Köpfe müssen, aber die Chance mit
vollem Körpereinsatz Körperteile zum Bremsen zu nutzen die dafür nicht
ausgelegt sind, weil der Schraubenkopf keine Reibung zum Schlüssel mehr
hat ist deutlich geringer geworden.
Dank Schlagschraubern mit 90Nm, 120Nm, 250Nm, 500Nm und 1000Nm mit
Akkubetrieb macht man das schon lange nicht mehr mit dem langen Hebel,
da die Chancen verrostet Gewinden ohne abriss raus zu bekommen eh mit
Impulsschraubern am höchsten, mit Schlagschrauben brauchbar und per Hand
nicht vorhanden sind.
mfG
Michael
Die abgerundeten Werkzeuge haben noch eine Nebennutzen: Man spart sich
die Anschaffung der 13,5 mm, 17,5 mm, 21,5 mm und 42 mm- Spezialnüsse
für Schrauben, die mehrfach überstrichen wurden.
Nick M. schrieb:> Und welche zusätzliche sinnvolle Information Innensechskantschlüssel in> Regenbogenfarben haben?
Nun, PBswiss macht das so und es ist extrem praktisch.
Vorallem bei Schraubendrehern, ich weiß die Farben inzwischen instinktiv
das ist einfach schneller.
Bei Inbus erst recht, bei den silbrigen sind ähnliche Größen nur schwer
ekennbar, vorallem wenn man das nicht jeden Tag benutzt.
Außerdem schützt es das Werkzeug und schaut einfach toll aus, ist das
nichts?
https://www.amazon.de/Swiss-Tools-INNENSECHSKANT-Winkelschraubendreher-Set-Unbegrenzte/dp/B005SJZOZY
Es muss ja nicht absolut alles Ostgrau sein.
A. K. schrieb:> Vorallem bei Schraubendrehern, ich weiß die Farben inzwischen instinktiv> das ist einfach schneller.
...und Du verwechselst das auch nicht mit den Farben von Widerständen?
Harald W. schrieb:> A. K. schrieb:>>> Vorallem bei Schraubendrehern, ich weiß die Farben inzwischen instinktiv>> das ist einfach schneller.>> ...und Du verwechselst das auch nicht mit den Farben von Widerständen?
Die konnte ich bis auf Standarwerte nie ablesen, mache auch seit langem
fast nurmehr SMD.
A. K. schrieb:> Vorallem bei Schraubendrehern, ich weiß die Farben inzwischen instinktiv> das ist einfach schneller.
So etwas gibt es auch "anders herum":
Vor ein paar Jahren habe ich Minibit-Sätze "für Feinmechaniker" gesehen,
die,auch farblich markiert waren, allerdings hatten dort alke PH-Bits
eine einheitliche Farbe, die PZ eine andere, die Inbus eine andere als
die TX
Auf den ersten Blick wirkt das etwas befremdlich, aber es ist wohl
tatsächlich einfacher, ein Bit Größe 0 von einem der Größe 00 zu
unterscheiden, als PZ von PH in Größe 000. Wer PZ 000 braucht, weiß ich
allerdings nicht. Und nicht jeder muss es für sinnvoll halten, an ein
und demselben Werstück sowohl PH- als auch PZ-Antriebe dieser Größe zu
verwenden.
A. K. schrieb:> Vorallem bei Schraubendrehern, ich weiß die Farben inzwischen instinktiv> das ist einfach schneller.
Also ich mach das bei Schraubendrehern so:
Zu lösende Schraube ansehen (den Kopf)
1.) Torx, Schlitz, Kreuzschlitz, ISK?
2.) Welche Größe?
3.) Entsprechenden Schraubenzieher nehmen.
Bei mir_ sind die Schraubenköpfe _nicht farblich markiert, insofern
existiert die Zuodnung nach Farbe auch nicht. Somit ist die
Farbinformation auf dem Werkzeug auch völlig sinnbefreit. Erst recht,
wenn ein anderer Hersteller ein anderes Farbschema verwendet. Und einen
16er ISK-Schlüssel in farbig hab ich sowieso noch nicht gesehen. Wäre
der dann dunkelschwarz?
Bei dir mag das anders sein.
Manfred W. schrieb:> Ziemlich teure toll aussehende Farbe.
PB ist gute Qualität, aber der Preis ist völlig bekloppt. Die
ISK-Schlüssel kauf ich lieber vom AMF.
Und von KSTools würde und werde ich mir nie was kaufen.
Udo S. schrieb:> Wenn du es nicht glaubst arbeite dich in ein FEM Programm ein und> simuliere es.
Deinem Statement entnehme ich, dass du es bereits simuliert hast. Dann
erkläre mir, warum dieses System bei den Gabelschlüsseln nicht
existiert.
Manfred W. schrieb:> Deinem Statement entnehme ich, dass du es bereits simuliert hast.
Nein, aber ich glaube in diesem Fall den Aussagen der Anbietern weil ich
schon Material-Spannungsbilder bei ähnlichen Geometrien gesehen habe.
DU bist der Zweifler der hier die dicken Sprüche raushaut, incl.
Beleidigungen:
Manfred W. schrieb:> Typisch für die heutige Zeit der Blender, es zählt nur noch der> Eindruck. red ist die Billigschiene von Gedore, irgendwo in einem> Billiglohnland gefertigt und dann Gedore drauf geschrieben. Lies mal die> kritischen Bewertungen dazu und ignoriere die Bewertungen der> Ahnungslosen.
und dann den noch billigeren Kasten von KS Tools empfehlen
Manfred W. schrieb:> Gutes Werkzeug ist gut angelegtes Geld.
Sorry, aber du disqualifizierst dich gerade selber ;-)
Manfred W. schrieb:> Für 19 Euro Aufpreis bekommt man einen kompletten Ratschenkasten mit> allen erdenklichen Einsätzen incl. dem Satz Inbusschlüsseln, allerdings> ohne Farbe
Ja schön, vergleich halt eine Billigmarke mit PbSwiss.
Bekommst du bei KsTools auch lebenslange Garantie?
Hat dort auch jedes Werkzeug eine gelaserte Seriennummer?
Nick M. schrieb:> aber der Preis ist völlig bekloppt
Nun, Satz Schraubendreher Schlitz/PH/TX usw. liegt bei 50-100 Euro,
dafür dass die Teile ewig halten werden doch egal.
Ich arbeite lieber den Rest meines Lebens mit Pbswiss als wie manch
Bekannter von mir alle Monate/Jahre zum Baumarkt nach dem nächsten
Schrottwerkzeug zu suchen.
Außerdem, warum muss man sich bei Werkzeug immer rechtfertigen, da muss
es billig sein, aber alle zwei Jahre ein Smarthone um 1k oder ein Laptop
um 3k für den man dann einen Adapter braucht um einen USB Stick
anzuschließen ist ok -für einige viele jedenfalls-, kauft was ihr wollt,
mir war die Farbe alleine den Aufpreis wert.
Manfred W. schrieb:> Deinem Statement entnehme ich, dass du es bereits simuliert hast. Dann> erkläre mir, warum dieses System bei den Gabelschlüsseln nicht> existiert.
Das klingt für mich eher nach jemandem, der schon FEM-Simulationen von
ähnlichen Systemen gesehen hat und weiß, dass die Spannungserhöhung in
den Ecken bei einfachen Materialmodellen quasi unbegrenzt ist. Also
müssen entweder weitere Annahmen zur Geometrie eingearbeitet werden, die
aus den Datenblätten nicht hervorgehen, oder es müssen höherwertige
Materialmodelle genutztzt werden bei einem unbekannten Werkstoff.
Außerdem ist die Spannungserhöhung bei Kontaktsimulation auch noch mit
viel Arbeit verbunden.
Gabelschlüssel haben eine Abrundung an der Stelle, wo die
Spannungserhöhung zu erwarten ist. Außerdem ist genau da auch die
Geometrie am dicksten. (Früher gab es Gabelschlüssel mit fünfeckigem
Ausschnitt, aber die sind zum Glück mittlerweile sehr selten geworden.)
Manfred W. schrieb:> Deinem Statement entnehme ich, dass du es bereits simuliert hast. Dann> erkläre mir, warum dieses System bei den Gabelschlüsseln nicht> existiert.
Ganz schlaue haben das mal gemacht und im Homeshopping vertreiben
wollen. Ist aber natürlich sinnfrei, weil es parallele Backen sind,
nicht kreisförmig fixiert.
Walter T. schrieb:> Gabelschlüssel haben eine Abrundung an der Stelle, wo die> Spannungserhöhung zu erwarten ist. Außerdem ist genau da auch die> Geometrie am dicksten.
Weil Kerbwirkung nur bei Zugbeanspruchung relevant ist, nicht bei Druck.
Udo S. schrieb:> Der Punkt ist daß man jetzt mit einer Finite Elemente Analyse die> Spannungen im Schraubenkopf an den Punkten wo die Kraft eingeleitet wird> analysieren müsste um herauszufinden welche Methode besser ist.
Für die Spannungen die da Auftreten gibt es keine vernünftigen
Materialgesetze. Dementsprechend sinnfrei sind die Ergebnisse.
Einfacher wäre es in einem Versuch nachzuweisen, da zeigt sich wer in
echt recht hat. Ich würde auf den Kantigen Schlüssel setzen. Es spielt
keine Rolle, ob das Material (der Schraube) plastifiziert, wenn es keine
große Möglichkeit der Volumendehnung gibt, weil sich dann ein
dreidimensionaler Druckspannungszustand einstellt. Das führt dazu, dass
die Festigkeit deutlich ansteigt. Das ist auch der Grund, warum die
Sechskantnuss das beste ist Wenn die Schraube draußen ist kann sie
Wegschmeißen und eine neue rein drehen. Wenn sie rund ist hat man mehr
ärger.
So richtig zieht das Argument der Spannungen bei dem Runden Schlüssel
auch nicht, weil sich da die Spannungen halt nicht an der Ecke sondern
unter der Rundung konzentrieren. Auch hier muss sich das Material
elastisch/plastisch verformen, weil in der Theotie die Auflagerhläche
eines Kreises auf einer Ebene nur ein Punkt (also eine Fläche mit A = 0)
ist.
Nick M. schrieb:> Weil Kerbwirkung nur bei Zugbeanspruchung relevant ist, nicht bei Druck.
Naja, ein Material verfagt eigentlich nie in der Druckspannungsrichtung,
sondern auch bei Druckbelastung versagt das Material auf Zug senkrecht
zur Druck-(haupt)spannung, die aus der Querdehnung resultiert.
Nick M. schrieb:> Weil Kerbwirkung nur bei Zugbeanspruchung relevant ist, nicht bei Druck.
Du bist dicht dran! Und jetzt mal mal die Kraftlinien auf und guck mal,
wo Zug ist.
Hier habe ich noch ein Bild von einem alten Gabelschlüssel gefunden, bei
dem der Kraftfluß noch nicht verbessert war:
https://i.ebayimg.com/00/s/MTYwMFgxMjAw/z/XmcAAOSwyppez9de/$_35.JPG
Ich habe den weiteren Verlauf des Threads nur überflogen, hat denn nun
eigentlich jemand hier in der Praxis festgestellt, dass das Wellenprofil
besser funktioniert?
Ich selbst besitze nur Standardprofil und hatte letztens das Problem,
dass ich die Schrauben am Bremssattel zum tauschen meiner Bremsbeläge
fast nicht lösen konnte, selbst mein Schwiegervater (KFZ-Mechaniker) hat
die alleine nicht aufbekommen, das lief dann darauf hinaus, das er
geschraubt hat und ich gegenhalten musste. Die Schraubenköpfe waren dann
natürlich hinüber, sind ja aber sowieso immer bei neuen Bremsbelägen
dabei.
Wenn das Wellenprofil tatsächlich einen besseren Halt hätte, bzw. die
Schrauben sich dadurch weniger rund drehen, wäre es schon eine
Investition wert, bin momentan sowieso auf der Suche nach einem 3/8
Satz, tendiere momentan zwischen Proxxon und Metrinch, mir ist natürlich
bewusst, dass diese Werkzeuge qualitativ nicht mit Stahlwille, Hazet,
Gedore* und Snap-On mithalten, denke aber es ist ein guter Kompromiss
und sollte ich es tatsächlich schaffen, eine „Nuss zu knacken“, wird
natürlich das betroffene Teil durch etwas hochwertigeres ersetzt.
*gemeint ist natürlich richtiges Gedore, die Gedore Red Serie soll eher
Spielzeug sein.
Nick M. schrieb:> Und von KSTools würde und werde ich mir nie was kaufen.
Was nimmt man also, wenn man an Auto/Motorrad/Maschinen schrauben will?
Muss es das absolutes Profiwerkzeug sein, oder gibt es auch noch eine
Stufe drunter?
Wenn ich allerdings lese:
René F. schrieb:> die Gedore Red Serie soll eher Spielzeug sein.
dann kommt wohl nur noch das absolute Profiwerkzeug in Frage.
Manfred W. schrieb:> Nick M. schrieb:>> Und von KSTools würde und werde ich mir nie was kaufen.>> Was nimmt man also, wenn man an Auto/Motorrad/Maschinen schrauben will?> Muss es das absolutes Profiwerkzeug sein, oder gibt es auch noch eine> Stufe drunter?
Du bist vielleicht noch nicht lange genug in diesem Forum unterwegs, um
die vorherrschende Meinung hier zum Thema Werkzeug- und Messgerätepreise
zu kennen:
1
Gut genug ist immer genau das, was man nicht bezahlen kann.
Manfred W. schrieb:> Nick M. schrieb:>> Und von KSTools würde und werde ich mir nie was kaufen.>> Was nimmt man also, wenn man an Auto/Motorrad/Maschinen schrauben will?> Muss es das absolutes Profiwerkzeug sein, oder gibt es auch noch eine> Stufe drunter?
Hm...ich hab den 179er KS-Kasten seit >5 Jahren.
Er fällt nicht negativ auf, auch nicht wenn ich zum 3/4" Knebel greife.
Gefühlt reduzieren sie das Risiko des Runddrehen etwas...dafür kommt
ein Schrauben-Abriss eher unangekündigt.
Yalu X. schrieb:> Gut genug ist immer genau das, was man nicht bezahlen kann.
Es geht eher um das Bezahlen wollen als um das Bezahlen können. Und ob
es Sinn macht, als anspruchsvoller Selberschrauber das Teuerste und
Beste zu beschaffen. Hätte ich eine Auto- oder Motorradwerkstatt, würde
sich die Diskussion komplett erübrigen.
Vereinfacht gesagt gibt es drei Levels an Werkzeugen:
1. Schrott, den man schon optisch, haptisch und am Preis erkennt
2. Werkzeug, das optisch und haptisch einwandfrei ist und auch beim
Zusammenstecken durch geringes Spiel an den Vierkantaufnahmen und durch
saubere Verarbeitung überzeugt. Dazu zähle ich den 179-teiligen Kasten
von KS-Tools, den ich bereits begutachten konnte. Allerdings ist der
Preis viel zu niedrig: 70-80 Euro für 179 Teile, da kann was nicht
stimmen. Bei einem doppelten oder vierfachen Preis wäre mir wohler. Man
kann eben den verwendeten Stahl nicht erkennen und beurteilen. Schaut
man mal bei Amazon die 1 oder 2 Sterne Bewertungen an, dann brechen da
Werkzeuge, bevor das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment erreicht ist. Bei
einem Gabel- und Ringsschlüssel-Set (ebenfalls KS-Tools und in
Benutzung) sah ich im Maul von Gabelschlüsseln deutliche Abdrücke von
den Sechskantecken der Schrauben. Das spricht nicht für den verwendeten
Stahl.
3. Profiwerkzeug von den Platzhirschen, Diskussion überflüssig.
Gesucht ist also ein Level unter den Platzhirschen, wobei ich
mittlerweile den Eindruck habe, dass es dieses Level nicht gibt. Man
zahlt entweder 70 bis 80 Euro - oder eben 4-stellig, dazwischen scheint
mir ein Vakuum.
Manfred W. schrieb:> René F. schrieb:>> die Gedore Red Serie soll eher Spielzeug sein.>> dann kommt wohl nur noch das absolute Profiwerkzeug in Frage.
Gedore Red soll schlimmer sein, als manche Produkte aus dem Discounter,
bei einem kurzen Überflug aus Amazon Rezensionen:
Griffe lösen sich von den Knarren, Einsätze haben viel Spiel, teilweise
Rost schon beim auspacken. Ich habe vor 10 Jahren einen Aldi-Kasten
geschenkt bekommen, selbst bei dem habe ich sowas nicht erlebt, der
existiert bis heute, nur eine Nuss habe ich ersetzt, weil verloren
gegangen.
Das gleiche gibts uebrigens auch fuer Inbusschrauben:
https://www.youtube.com/watch?v=t82jTk3mP5E
Und ja, es ist dem eckigen Profil weit ueberlegen. Ganz einfach weil die
Kraft nicht mehr auf den schwaechsten Teil des Profils einwirkt (die
Ecke).
Aber wenn man die Wahl hat, dann nimmt man gleich Torx-Schrauben und
-Muttern, die wurden von Grund auf mit dieser Idee konzipiert.
Ein wackliges youtube video wo ein bisschen messing abgeht ist
heutzutagea also ein beleg dafür, dass der normale sechskant weniger
drehmoment übertragen kann.
Karl schrieb:> Ein wackliges youtube video wo ein bisschen messing abgeht ist> heutzutagea also ein beleg dafür, dass der normale sechskant weniger> drehmoment übertragen kann.
Richtig lustig wird es, wenn mal das Gedore-System für Nüsse für
Schrauben mit Aussen-Sechskant und das Wera-System mit Pseudo-Inbus für
Schrauben mit Innen-Sechskant vergleicht.
Bei Aussensechskantschrauben soll es unheimlich nutzen, wenn der
"dynamische" Schlüssel in den Ecken/Kanten mehr Platz lässt, beim
Innensechskant ist es eine sagenhafte Erfindung, wenn es genau andersrum
ist.
Dabei ist es doch lediglich vom gewählten Koordinatensystem abhängig,
welches Teil gerade als statisch oder dynamisch oder Innen oder aussen
betrachtet wird.
Ggf. gibt es demnächts eine ganz neue Erfindung von echten
Sechskantschlüssel mit wieder ganz glatten Flächen, das in allen
Koordinatensystemen gut ist.. :-)
Yalu X. schrieb:> - Beim Wellenprofil ist es genau andersherum: Hier drückt jeweils eine> (oft sogar noch abgerundete) Kante des Schlüssels auf eine ebene> Fläche des Schraubenkopfs. Das hält der Kopf gut aus, weil die Fläche> nicht konvex ist. Auch dem Schlüssel macht das nichts aus, weil er aus> härterem Stahl gefertigt ist. Schlimmstenfalls drückt der Schlüssel> eine ganz kleine Vertiefung in die Fläche des Schraubenkopfs, was aber> dessen Funktion in keiner Weise beeinträchtigt.
Die Erklaerung lass ich so nicht gelten, das Bild ist aber sehr gut, ich
hab es hier nochmal angehaengt.
Das uebertragbare Moment ergibt sich aus Kraft x Hebelarm. Die
vektorielle Kraft ist beim flachen Profil prinzipiell sehr hoch (gute
Flaechenausnutzung). Zwar wirkt sie anfangs nur aussen, aber durch
Verformung bekommt man sehr schnell auch groessere Flaechen, wohl
groesser wie beim abgerundeten Kopf, und damit groessere Kraftvektoren.
Allerdings verhaelt sich der Hebelarm unterschiedlich. Im Bild ist fuer
das traditionelle Werkzeug die Kraftrichtung richtigerweise schraeg
eingezeichnet. Durch die Verdrehung und Deformation wirkt die Kraft in
Richtung Schraubenmitte. Und das bedeutet einen geringeren Hebelarm oder
anders ausgedrueckt, es entsteht eine Kraftkomponente, die zum Oeffnen
der Schraube gar nicht beitraegt.
Bei der runden Geometrie liegt die Rundung zunaechst einfach auf, und
die Kraft wirkt genau senkrecht, die Kraftrichtung ist also guenstiger.
Graebt sich die Rundung in den Schraubenkopf bei groesserer Kraft ein,
dann verbessert sich die Kraftrichtung sogar noch, der Kraftvektor zeigt
dann schraeg nach aussen.
D.h. beide Geometrien verhalten sich genau entgegengesetzt. Die gerade
Form startet zunaechst mit einem groesseren Hebel, da der
Kraftangriffspunkt ganz aussen liegt, bekommt aber mit zunehmender
Verformung einen verringerten Hebelarm. Die runde Form startet mit einem
geringfuegig kleineren Hebel, vergroessert diesen aber bei steigendem
Moment und damit steigender Verformung.
Aehnlich funktionieren Rohrzangen, die sich mit ihren Zaehnen in die
Schraube eingraben anstatt abzurutschen. Allerdings hinterlaesst das da
Spuren.
Eine Kerbwirkung scheint mir hier uebrigens nicht relevant. Durch starke
Pressung kommt es zum Fliessen (sichtbar an bleibenden Verformungen),
d.h. vereinfacht herrscht im gesamten Auflagebereich die gleiche
Pressung (= Fliessspannung = Streckgrenze).
Ralf X. schrieb:> Dabei ist es doch lediglich vom gewählten Koordinatensystem abhängig,> welches Teil gerade als statisch oder dynamisch oder Innen oder aussen> betrachtet wird.
Nein, natürlich nicht, da rotationssymetrisch.
Man mus schon Hohlerde-Fan sein, um den Unterschied nicht zu erkennen.
Ralf X. schrieb:> Dabei ist es doch lediglich vom gewählten Koordinatensystem abhängig,> welches Teil gerade als statisch oder dynamisch oder Innen oder aussen> betrachtet wird.
Ich frage mich auch immer, warum die Butter nicht das Messer
durchschneidet.
Die detaillierte Geometrie findet man übrigens im dazugehörigen US
Patent 6263771
https://patents.google.com/patent/US6263771?oq=US+Patent+6263771
Michael O. schrieb:> Als vor 25 Jahren die ersten Nüsse mit Bohrungen in den Ecken kamen> haben wir die Tagelang an wirklich böse aussehenden Schrauben an> Motorblöcken von Ostseeschiffen und Unterwasserschiffsteilen> ausprobiert. Die Ergebnisse earen durchweg gut und oft besser als die> verbreiteten 12 Kant Nüsse. Natürlich war die Haupterkenntnis 12 Kant> Nüsse weitestgehend zu verbannen
Irgendwie zeigt dieser Thread mal wieder einen Klassiker.
Die neuen Werkzeugvarianten, ob "Wellen-/Wangennüsse" oder "farbig
markiertes Werkzeug" wird von Leuten die sowas noch nie in den Händen
hatten, geschweige den mit der Kneifzange anfassen würden, als absolut
nutzloser, neumodischer, vom Marketing gehypter Kram abgetan. Und dann
sucht man noch in der Theorie Gründe die dagegen sprechen. Sprich: man
plant lieber eine Simualtion, als es auszuprobieren.
Die, die das Geraffel schonmal in den Händen hatten, sind dagegen eher
positiv angetan.
Was sagt uns das? ;-)
Schrauber schrieb:> Bei der runden Geometrie liegt die Rundung zunaechst einfach auf, und> die Kraft wirkt genau senkrecht, die Kraftrichtung ist also guenstiger.
Sorry, aber das ist einfach komplett falsch.
Es gilt nach wie vor: Actio = reaction.
Alle von aussen eingebrachten Kräfte müssen innen vollständig abgefangen
werden.
Etwas Offtopic:
Manfred W. schrieb:> 2. Werkzeug, das optisch und haptisch einwandfrei ist und auch beim> Zusammenstecken durch geringes Spiel an den Vierkantaufnahmen und durch> saubere Verarbeitung überzeugt. Dazu zähle ich den 179-teiligen Kasten> von KS-Tools, den ich bereits begutachten konnte. Allerdings ist der> Preis viel zu niedrig: 70-80 Euro für 179 Teile, da kann was nicht> stimmen. Bei einem doppelten oder vierfachen Preis wäre mir wohler. Man> kann eben den verwendeten Stahl nicht erkennen und beurteilen. Schaut> man mal bei Amazon die 1 oder 2 Sterne Bewertungen an, dann brechen da> Werkzeuge, bevor das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment erreicht ist. Bei> einem Gabel- und Ringsschlüssel-Set (ebenfalls KS-Tools und in> Benutzung) sah ich im Maul von Gabelschlüsseln deutliche Abdrücke von> den Sechskantecken der Schrauben. Das spricht nicht für den verwendeten> Stahl.
Ich hab hier (mittlerweile zwei) Lidl-Koffer mit diversen Stecknüssen,
auch in derselben Preis-Kategorie (es waren 79€, meine ich) und kann
nach mehreren Jahren und einigen Verlängerungen nichts Schlechtes über
das Werkzeug sagen (außer den winzigen Innensechskantschlüsseln, die
direkt weggeschmissen wurden). Ahh, hier ist er noch gelistet:
https://www.lidl.de/de/powerfix-steckschluesselset-216-teilig/p298357
(gibt es aber wohl nicht mehr)
Die Ratschen/Schlüssel sind sicher nicht die filigransten, aber
ansonsten für mäßig harten Werkstattgebrauch echt ok. Die Dinger rosten
(trotz im Winter leicht feuchter Umgebung) nicht, sind maßhaltig und
auch die Griffstücke sind sehr gut: kein Verrutschen, sich auflösen,
Macken etc.
Es handelt sich offenbar um wirklich guten Werkzeugstahl. Mittlerweile
habe ich den Satz schon bei diversen Handwerkern im Außeneinsatz
gesehen. Es scheint sich rumgesprochen zu haben ;-)
Wie man das allerdings für 65€ netto (inkl. vernünftigem Koffer)
hinbekommt - ich habe keine Ahnung...
Nick M. schrieb:> Schrauber schrieb:>> Bei der runden Geometrie liegt die Rundung zunaechst einfach auf, und>> die Kraft wirkt genau senkrecht, die Kraftrichtung ist also guenstiger.> Sorry, aber das ist einfach komplett falsch.> Es gilt nach wie vor: Actio = reaction.> Alle von aussen eingebrachten Kräfte müssen innen vollständig abgefangen> werden.
Wenn du meine Ausfuehrungen als "komplett falsch" abtust, solltest du
das vernuenftig begruenden koennen. Aktio=Reaktio ist eine
Binsenweisheit, natuerlich widerspricht das meiner Erklaerung nicht. Von
aussen wird in erster Linie ein Moment eingebracht, die Stuetzkraefte
kann man in der Betrachtung erstmal weglassen. Bei der
Momentenuebertragung auf den Sechskant sind aber Radialkraefte
beteiligt, man erkennt das beim Gabelschluessel schoen am Aufbiegen der
Wangen. Diese Radialkraft ist bei der traditionellen Geometrie im Bezug
auf das uebertragene Moment groesser. Die Radialkraefte tragen zum
Drehmoment nichts bei (klar), sind aber fuer die Verformung des
Sechskants mitverantwortlich. Die Verformung ist letztlich der
limitierende Faktor bei der Kraftuebertragung.
Schrauber schrieb:> Wenn du meine Ausfuehrungen als "komplett falsch" abtust, solltest du> das vernuenftig begruenden koennen. Aktio=Reaktio ist eine> Binsenweisheit, natuerlich widerspricht das meiner Erklaerung nicht.
Ich hab es begründet. Wenn das nicht genug ist für dich: Ich werde hier
keine Vorlesung in Technischer Mechanik machen.
Du musst schon selbst dazu in der Lage sein, die eingeleitete Kraft
vektoriell zu zerlegen. Ansonsten ist die Diskussion sinnlos.
Ah, und noch hinterher:
Allen hier beteiligten ist die Hertzsche Flächenpressung wohl kein
Begriff. Ansonsten wäre nicht so viel Unsinn verbreitet worden.
Ihr solltet in euren Betrachtungen nicht nur die Schraube sondern auch
das Werkzeug berücksichtigen.
Eine Nuss mit abgerundeten Kanten hat keine so hohe Materialspannungen,
die sonst an den "scharfen" Kanten auftreten.
Dadurch kann sie bei gleicher Materialgüte dünner konstruiert werden,
bzw. sie hält bei sonst gleicher Konstruktion mehr aus.
Jetzt kann man dazu indestens drei Interpretationen haben.
1. Der Hersteller will Material sparen und kann die Nuss dünner bauen
2. Es ist eine bessere Nuss, sie nicht so schnell reisst
3. Man hat eine dünnere Nuss mit der man auch an Schrauben kommt, an sie
man vorher nicht gekommen ist.
Udo S. schrieb:> 3. Man hat eine dünnere Nuss mit der man auch an Schrauben kommt, an sie> man vorher nicht gekommen ist.
Dir ist aber klar, dass das Material nicht am äußeren Umfang eingespart
wurde? Die Nuss mag stellenweise eine dünnere Wand haben; schlanker wird
sie dadurch nicht.
Chris D. schrieb:> Mittlerweile habe ich den Satz schon bei diversen Handwerkern im> Außeneinsatz gesehen. Es scheint sich rumgesprochen zu haben ;-)
Wenn ich sehe, was sich mittlerweile so alles "Handwerker" nennt: Da
kommt man mit einer gammeligen Rohrzange daher (diese gut, damit mache
alles) und will dann noch von mir einen Schaubenzieher haben, weil man
keinen eigenen hat. Oder anders: Der Preisdruck ist gnadenlos, da bleibt
für gescheites Werkzeug kein Geld mehr. Da ist dann der Handwerker, der
mit dem billigsten Schrott vom Discounter daherkommt, schon der absolute
Profi.
Chris D. schrieb:> Wie man das allerdings für 65€ netto (inkl. vernünftigem Koffer)> hinbekommt - ich habe keine Ahnung...
Dann rechne mal noch die MwSt, den Profit des Importeurs und die
Versandkosten incl. Verpackung raus, dann bist du im Einkauf bei 25
Euro. Dafür bekommt man eigentlich nicht mal den Koffer.
Manfred W. schrieb:> Chris D. schrieb:>> Mittlerweile habe ich den Satz schon bei diversen Handwerkern im>> Außeneinsatz gesehen. Es scheint sich rumgesprochen zu haben ;-)>> Wenn ich sehe, was sich mittlerweile so alles "Handwerker" nennt: Da> kommt man mit einer gammeligen Rohrzange daher (diese gut, damit mache> alles) und will dann noch von mir einen Schaubenzieher haben, weil man> keinen eigenen hat. Oder anders: Der Preisdruck ist gnadenlos, da bleibt> für gescheites Werkzeug kein Geld mehr.
Von Preisdruck kann zumindest hier keine Rede sein - die Leute sind im
Moment froh, wenn sie überhaupt einen Handwerker bekommen.
Davon ab: gute Handwerker bzw. Unternehmer verwenden das Werkzeug, das
die Anforderungen erfüllt. Und wenn es das tut, spricht nichts dagegen.
Die betreffenden Monteure waren auch keine Billigheimer sondern lokale
Handwerker und ebenso von der Qualität angetan.
Wie gesagt: ich setze diesen Kasten (auch) beruflich ein und bin von der
Qualität wirklich überzeugt.
> Chris D. schrieb:>> Wie man das allerdings für 65€ netto (inkl. vernünftigem Koffer)>> hinbekommt - ich habe keine Ahnung...>> Dann rechne mal noch die MwSt
Deswegen schrieb ich "netto". Versand gab's nicht, da direkt bei Lidl
mitgenommen.
Ist aber trotzdem noch extrem wenig.
Mich freut es jedenfalls, so günstig an gutes Werkzeug gekommen zu sein
:-)
Schrauber schrieb:> Allerdings verhaelt sich der Hebelarm unterschiedlich. Im Bild ist fuer> das traditionelle Werkzeug die Kraftrichtung richtigerweise schraeg> eingezeichnet. Durch die Verdrehung und Deformation wirkt die Kraft in> Richtung Schraubenmitte. Und das bedeutet einen geringeren Hebelarm oder> anders ausgedrueckt, es entsteht eine Kraftkomponente, die zum Oeffnen> der Schraube gar nicht beitraegt.
Das sieht nur in meinem Bild so aus, weil ich das Spiel zwischen
Schraube und Schlüssel übertrieben groß dargestellt habe. In der
Realität ist beim Wellenprofil der Hebelarm etwas kleiner und damit die
auf den Schraubenkopf ausgeübte Kraft etwas größer. Dieser Nachteil wird
aber dadurch, dass der Kopf über seine Flächen eine viel höhere Kraft
aufnehmen kann als über seine Kanten, mehr als kompensiert.
Yalu X. schrieb:> Schrauber schrieb:>> Allerdings verhaelt sich der Hebelarm unterschiedlich. Im Bild ist fuer>> das traditionelle Werkzeug die Kraftrichtung richtigerweise schraeg>> eingezeichnet. Durch die Verdrehung und Deformation wirkt die Kraft in>> Richtung Schraubenmitte. Und das bedeutet einen geringeren Hebelarm oder>> anders ausgedrueckt, es entsteht eine Kraftkomponente, die zum Oeffnen>> der Schraube gar nicht beitraegt.>> Das sieht nur in meinem Bild so aus, weil ich das Spiel zwischen> Schraube und Schlüssel übertrieben groß dargestellt habe. In der> Realität ist beim Wellenprofil der Hebelarm etwas kleiner und damit die> auf den Schraubenkopf ausgeübte Kraft etwas größer. Dieser Nachteil wird> aber dadurch, dass der Kopf über seine Flächen eine viel höhere Kraft> aufnehmen kann als über seine Kanten, mehr als kompensiert.
Das stimmt so nicht, durch Deformation kann das flache Profil deutlich
hoehere Kraefte aufnehmen. Eine recht mitgenommene Schraube kann
Verformungen bis zur Mitte jeder Flaeche zeigen. Die Rundungen koennen
eine so grosse Kontaktflaeche gar nicht 'aufbauen'. Trotzdem nuetzen die
radialen Kraftkomponenten kaum der Momentenuebertragung, nur etwas
zusaetzliche Reibung ergibt sich dadurch.
Der Hebelarm ist immer der Abstand zur neutralen Faser, also zur
Schraubenachse und nicht zur Mitte der Kopfflanke. Daher spielt die
Richtung der Krafteinleitung am Schraubenkopf eine grosse Rolle.
Vereinfacht kann man die Reibung mit 0 annehmen, dann ist die
eingeleitete Kraft genau senkrecht zur Beruehrkante. Und bei groesseren
Kraeften kippt der Schraubenkopf durchaus um ein paar Grad ab, so
uebertrieben ist das also gar nicht gezeichnet.
Percy N. schrieb:> Die Nuss mag stellenweise eine dünnere Wand haben; schlanker wird> sie dadurch nicht.
Verstehendes Lesen. So wichtig!
Udo S. schrieb:> Dadurch kann sie bei gleicher Materialgüte dünner konstruiert werden,
Matthias S. schrieb:> Die, die das Geraffel schonmal in den Händen hatten, sind dagegen eher> positiv angetan.
Isso!
War garantiert bei der Einführung der Widerstands-Farbcodes auch so: Das
ist nur was für Clowns, neumodisches Zeug, ich will meine Zahlen haben,
kann sich doch keiner merken die Farben, wird nur von irgendwelchen
Marketingleuten gehyped.
Ich glaub diese Leute leiden am Meisten darunter, dass die Entwicklung
einfach an ihnen vorbeigeht und ihr Gejammer überhaupt nicht ernstnimmt.
Karl K. schrieb:> War garantiert bei der Einführung der Widerstands-Farbcodes auch so:
Hatte da auch jeder Hersteller seinen eigenen Farbcode und so ein
Clown-Widerstand hat das 5-fache gekostet?
Karl K. schrieb:> Verstehendes Lesen. So wichtig!>> Udo S. schrieb:>> Dadurch kann sie bei gleicher Materialgüte dünner konstruiert werden,
Hast Du denn auch kapiert, dass bei der gewölbten Nuss der Umkreis des
Hexagons notwendig größer ist als bei der glatten?
Chris D. schrieb:> ... gute Handwerker bzw. Unternehmer verwenden das Werkzeug, das die> Anforderungen erfüllt. Und wenn es das tut, spricht nichts dagegen.
Die Anforderungen sind eben nicht statisch. Wenn ein Handwerker an einer
Heizungsanlage eine widerspenstige Überwurfmutter mit Schrottwerkzeug
rund dreht, dann ist eben statt einem neuen Sensor eine neue Heizung
fällig. Natürlich zu Lasten des Kunden.
> Die betreffenden Monteure waren auch keine Billigheimer sondern lokale> Handwerker und ebenso von der Qualität angetan.
Sorry, aber Handwerker oder Monteure, die mit Billigwerkzeug vom
Discounter antanzen, dürfen gleich wieder abfliegen. Die bekommen zum
Abschied noch einen Messschieber aus Plastik zum Kaffee umrühren.
Für wen wird eigentlich das Profiwerkzeug hergestellt?
Für die Kinder zum Spielen im Sandkasten?
Manfred W. schrieb:> Allerdings ist der> Preis viel zu niedrig: 70-80 Euro für 179 Teile, da kann was nicht> stimmen. Bei einem doppelten oder vierfachen Preis wäre mir wohler.> Gesucht ist also ein Level unter den Platzhirschen, wobei ich> mittlerweile den Eindruck habe, dass es dieses Level nicht gibt. Man> zahlt entweder 70 bis 80 Euro - oder eben 4-stellig, dazwischen scheint> mir ein Vakuum.
Hatte im letzten Jahr genau das gleiche Problem. In einem Werkzeugforum
wurde mir Proxxon und Projahn genannt. Letzterer Anbieter ist es dann
geworden. Aber Vorsicht, auch die verkaufen die üblichen Billig-Kästen.
Die haben drei Qualitätslevel, hier unbedingt die "Professional"-Serie
wählen. Kostet dann ungefähr das 4-fache von den üblichen Billig-Kästen.
Jedes Werkzeug hat eine eingeprägte Teilenummer und kann nachbestellt
werden. Und als Schmankerl gibt es satte 25 Jahre Garantie. Was will man
mehr.
Bewertungen fand ich übrigens keine, denn dieses Werkzeug kauft so gut
wie keiner. 99% kaufen die Billig-Kästen und 1% das Profiwerkzeug, so
mein Eindruck. Deshalb sind auch die namhaften Anbieter wie Hazet oder
Gedore gezwungen, sich Billiglabels zuzulegen und dort
Discounter-Qualität anzubieten. Damit man den Kuchen nicht komplett den
Billigheimern überlässt und zusätzlich etwas Geld in die Kasse gespült
wird.
Manfred W. schrieb:> Chris D. schrieb:>> ... gute Handwerker bzw. Unternehmer verwenden das Werkzeug, das die>> Anforderungen erfüllt. Und wenn es das tut, spricht nichts dagegen.>> Die Anforderungen sind eben nicht statisch.
Wie immer bei Handwerkezeugen.
> Wenn ein Handwerker an einer> Heizungsanlage eine widerspenstige Überwurfmutter mit Schrottwerkzeug> rund dreht, dann ist eben statt einem neuen Sensor eine neue Heizung> fällig. Natürlich zu Lasten des Kunden.
Deswegen hatte mich das gewundert und ich extra nachgefragt, aber die
Monteure waren sehr zufrieden - so wie wir auch.
>> Die betreffenden Monteure waren auch keine Billigheimer sondern lokale>> Handwerker und ebenso von der Qualität angetan.>> Sorry, aber Handwerker oder Monteure, die mit Billigwerkzeug vom> Discounter antanzen, dürfen gleich wieder abfliegen.
Mhm, is klar.
> Die bekommen zum> Abschied noch einen Messschieber aus Plastik zum Kaffee umrühren.
Mir ist es vollkommen egal, welches Werkzeug verwendet wird, solange die
Arbeit erledigt wird. Und das wird sie offenbar mit damit mehr als
ausreichendem Werkzeug.
> Für wen wird eigentlich das Profiwerkzeug hergestellt?> Für die Kinder zum Spielen im Sandkasten?
Für Leute, die gerne zu viel bezahlen.
Alle anderen verwenden das Werkzeug, das ausreicht.
Chris D. schrieb:> Für Leute, die gerne zu viel bezahlen.
Wenn die sich das Super-Turbo-Profi-High-End-Toy privat anschaffen,
gerne! Aber so geht es zu Lasten des Steuerzahlers.
Chris D. schrieb:> Mir ist es vollkommen egal, welches Werkzeug verwendet wird...
Das sagst du nicht mehr, wenn dein Auto, dein Motorrad, deine Heizung
usw. verpfuscht wurde und du auf dem Schaden sitzen bleibst. Und dir die
Handwerker oder die Werkstatt noch frech eine saftige Rechnung für ihren
Pfusch schickt.
Aber das muss man einmal durch haben, dann wird die Sichtweise ganz
automatisch eine andere.
Manfred W. schrieb:> Gesucht ist also ein Level unter den Platzhirschen, wobei ich> mittlerweile den Eindruck habe, dass es dieses Level nicht gibt. Man> zahlt entweder 70 bis 80 Euro - oder eben 4-stellig, dazwischen scheint> mir ein Vakuum.
Projahn Präzisionswerkeuge wurden schon genannt. Habe mir eben die
klassischen 3 Kästen rausgelassen (1/4", 3/8", 1/3" Professional), alle
Teile sind vom Feinsten. Kaufe einen Satz und prüfe selbigen, den Kasten
wirst du nicht mehr zurückgeben wollen.
Auf Bewertungen gebe ich gar nichts, die sind nicht mehr als Schall und
Rauch. Nicht selten getürkt, um selber gut oder einen Konkurrenten
schlecht aussehen zu lassen. 25 Jahre Garantie und die
Nachkaufmöglichkeit eines jeden Teils sind zwei Trümpfe, die stechen.
Robert K. schrieb:> Auf Bewertungen gebe ich gar nichts, die sind nicht mehr als Schall und> Rauch. Nicht selten getürkt, ...
... sagt ein Rober K., als Gast angemeldet, in seinem ersten Beitrag in
dem Thema. Der dann gleich drei Kästen sich "rausgelassen" hat.
Welcher Spinner kauft sich drei verschieden große Ratschenkästen mit dem
Argument, dass die preiswerter sind als die Platzhirschen (Hazet,
Stahlwille, ...).
Chris D. schrieb:> Für Leute, die gerne zu viel bezahlen.
Da hat die Blödmarkt-Werbung aber ganze Arbeit geleistet. Man muss nur
billigen Ramsch auf den Markt werfen und schon ist derjenige, der wertig
kauft, ein Blödkopf.
Manfred W. schrieb:> Da hat die Blödmarkt-Werbung aber ganze Arbeit geleistet. Man muss nur> billigen Ramsch auf den Markt werfen und schon ist derjenige, der wertig> kauft, ein Blödkopf.
Hmm ...
Sind die Texte, die auf einem Billighandy eingetippt werden, dusseliger
als die, die auf einem iPhones verzapft werden?
Oder, anders gefragt: wer mit einem Bic-Kuli nur Unsinn verzapft, wird
zum literarischen Genie, wenn er mit Montblanc schreibt? Oder ist es
umgekehrt: wenn der große Meister gezwungen ist, das Profi-Werkzeug
durch schlichteres Material zu ersetzen, bekommt er plötzlich nichts
mehr auf die Reihe?
Gerade in der Beschränkung zeigt sich der Meister; und das gilt auch für
die Produktionsbedingungen.
Percy N. schrieb:> Sind die Texte, die auf einem Billighandy eingetippt werden, dusseliger> als die, die auf einem iPhones verzapft werden?
Das wär echt Mal eine interessante Fragestellung! Ich tendiere zur
Vermutung, daß es eher umgekehrt sein könnte. ;)
Nick M. schrieb:> Robert K. schrieb:>> Auf Bewertungen gebe ich gar nichts, die sind nicht mehr als Schall und>> Rauch. Nicht selten getürkt, ...>> ... sagt ein Rober K., als Gast angemeldet, in seinem ersten Beitrag in> dem Thema.
Genau - dieser Rober K. kennt sich offensichtlich mit Bewertungen im
Internet aus!
Manfred W. schrieb:> Chris D. schrieb:>> Für Leute, die gerne zu viel bezahlen.>> Da hat die Blödmarkt-Werbung aber ganze Arbeit geleistet. Man muss nur> billigen Ramsch auf den Markt werfen und schon ist derjenige, der wertig> kauft, ein Blödkopf.
Du hast vergessen, den zweiten Satz zu lesen:
Chris D. schrieb:> Alle anderen verwenden das Werkzeug, das ausreicht.
Da steht nix von billigen Ramsch.
Manfred W. schrieb:> @MüllerNick: Deine Platzhirsche (Hazet, Stahlwille, ...) geben auch 25> Jahre Garantie?
Könntest du mal kurz auf die PROJAHN-Garantiebedingungen verlinken? Also
ich konnte die nicht finden.
In meinem Hazet-Kasten ist nach über 40 Jahren die 10er Nuss geplatzt.
Absolute Frechheit! Das war es an Defekten.
Nick M. schrieb:> In meinem Hazet-Kasten ist nach über 40 Jahren die 10er Nuss geplatzt.> Absolute Frechheit!
Das klingt für mich aber auch nach Fake News. In Wahrheit gehen die 10er
und die 13er Nuss deutlich früher verloren.
Nick M. schrieb:> Walter T. schrieb:>> In Wahrheit gehen die 10er>> und die 13er Nuss deutlich früher verloren.>> Tja, bei mir ist halt die 17er letztes Jahr verschwunden.
Nimmt man den 17er Gabelschlüssel nicht immer zum Öffnen der
Bierflaschen?
Harald W. schrieb:> Nick M. schrieb:>> Walter T. schrieb:>>> In Wahrheit gehen die 10er>>> und die 13er Nuss deutlich früher verloren.>>>> Tja, bei mir ist halt die 17er letztes Jahr verschwunden.>> Nimmt man den 17er Gabelschlüssel nicht immer zum Öffnen der> Bierflaschen?
Raucher nehmen das Feuerzeug, da immer am Mann.
Ok, nicht wenn man ein Dupont hat, aber dann braucht man ja eh einen
Korkenzieher, Sektkühler oder Eiswürfelbereiter auf der Baustelle.
Walter T. schrieb:> Nick M. schrieb:>> In meinem Hazet-Kasten ist nach über 40 Jahren die 10er Nuss geplatzt.>> Absolute Frechheit!>> Das klingt für mich aber auch nach Fake News. In Wahrheit gehen die 10er> und die 13er Nuss deutlich früher verloren.
Ich hab mal die ganze Ratsche verloren.... :(
FACOM.
ACDC schrieb:> Walter T. schrieb:>> Nick M. schrieb:>>> In meinem Hazet-Kasten ist nach über 40 Jahren die 10er Nuss geplatzt.>>> Absolute Frechheit!>>>> Das klingt für mich aber auch nach Fake News. In Wahrheit gehen die 10er>> und die 13er Nuss deutlich früher verloren.>> Ich hab mal die ganze Ratsche verloren.... :(> FACOM.
Gute Werkzeughersteller rüsten die gute Teile heute mit Online-Trackern
aus.
Nebenbei ist es bedeutend leichter, eine verlorene Ratsche wieder zu
finden, als eine Nuss.
Ralf X. schrieb:> Gute Werkzeughersteller rüsten die gute Teile heute mit Online-Trackern> aus.> Nebenbei ist es bedeutend leichter, eine verlorene Ratsche wieder zu> finden, als eine Nuss.
Ist 15 Jahre her.
Ich hab ne neue gekauft.
Bin seit 25 Jahre zu frieden mit FACOM.
Vorher sind immer nach 1 Jahre die Ratschen der Baumarkt Sortimente am
Arsch gewesen.
Walter T. schrieb:> Das klingt für mich aber auch nach Fake News.
für mich auch, billiger Kasten 1/4" für 9,99 alle Nüsse sind noch da und
in Ordnung, nur die Ratsche habe ich weggeworfen und durch eine von
Hazet ersetzt
Ralf X. schrieb:> Nebenbei ist es bedeutend leichter, eine verlorene Ratsche wieder zu> finden, als eine Nuss.
Die Ratsche steckt aber auf der Nuß.
Naja, daß war ein Willhelm...
malsehen schrieb:> Ralf X. schrieb:>> Nebenbei ist es bedeutend leichter, eine verlorene Ratsche wieder zu>> finden, als eine Nuss.>> Die Ratsche steckt aber auf der Nuß.> Naja, daß war ein Willhelm...
Der Wil(l)helm mit dem Doppel "LL" soll eh ein Banause gewesen sein.
Angeblich soll er auf der Suche verschollen sein und nur noch 0,05%
Nachkommen haben.
Matthias S. schrieb:> Du hast vergessen, den zweiten Satz zu lesen:>> Chris D. schrieb:>> Alle anderen verwenden das Werkzeug, das ausreicht.>> Da steht nix von billigen Ramsch.
Danke. Genau - das war der wichtige Satz :-)
Und billiger Ramsch ist der oben angesprochene Lidl-Koffer definitiv
nicht.
Hi!
Die 169 teiligen Ratschenkoffer gibt es auch gür 80-90€ von SW Stahl und
Kunzer. Die sind für sehr viele Arbeiten von Rasenmäher über Auto u d
Traktor durchaus brauchbar. Bei intensiverem Einsatz (2-3x wöchentlich
inkl Schlagschrauber am Auto) halten die ca 2 Jahre, danach sind die
Nüsse verschlissen.
Bei dem Preis aber kein Problem, dann gibts den nächsten. Bin aktuell
bei Kasten Nr 4.
Wen mal ne Nuss verlorengeht, wird ein alter Kasten geplündert.
Für Sachen wo es auf Präzision ankommt (Zylinderkopfschrauben), gibts
dann den geeichten Drehmomentschlüssel von Hazet.
Beim Markenwerkzeug sind mir schon mehrere Nüsse gebrochen, scheinbar
das Material zu spröde.
VG
Mit etwas Glück bekommt man hin und wieder auch im Supermarkt ganz
ordentliche Steckschlüsselsätze. Das Problem ist nur, dass man es ihnen
vorher nicht ansieht. Schönes Oberflächenfinish und Langlebigkeit sind
eben zwei verschiedene Dinge.
Ich hatte schon verschiedene Sätze in der Hand:
- Bei einem No-Name-Satz aus der unteren, aber nicht alleruntersten
Preisklasse hat nach einer Weile die Ratsche gehakt und ist nicht mehr
zuverlässig im Rechts-/Linkslauf eingerastet. Außerdem ist eine der
Nüsse gerissen.
- Bei einem anderen, ebenfalls relativ niedrigpreisigen Kasten ist der
Griff des Bit-Schraubenziehers in mehrere Teile zerborsten, als ich
bei einer festsitzenden Schraube mal etwas kräftiger zugepackt habe.
- Bei einem Proxxon-Satz, der bei vergleichbarem Inhalt etwa das Drei-
bis Vierfache gekostet hat, konnte ich die 1/2"-Ratsche mit einem 80
cm langen Rohr verlängern und mich mit meinem ganzen Gewicht auf das
Ende des Rohrs schmeißen. Diese nicht ganz artgerechte Behandlung hat
die Ratsche ohne die kleinsten Blessuren überstanden.
- Dann fand ich im Supermarkt einen Kasten von Suki zum Preis des
erstgenannten Non-Name-Kastens. Da der Zielmarkt von Suki die
Heimwerker sind, hatte ich keine hohen Erwartungen in das Werkzeug und
wollte es erst liegen lassen, wenn da auf dem Karton nicht "Härte und
Drehmomente nach DIN" gestanden hätte. Ich habe zwar keine Ahnung, was
da welche DIN-Norm genau regelt, aber angesichts des niedrigen Preises
habe ich dann doch zugegriffen. Und siehe da: Auch hier überstand die
Ratsche den oben beschriebenen "Rohrtest" ohne Probleme. Auch nach
Jahrzehnten der Nutzung¹ laufen die Ratschen immer noch sauber, und
die Nüsse zeigen noch keine Abnutzungserscheinungen geschweige denn
Risse. Ich gehe deswegen davon aus, dass ich dieses Werkzeug auch mit
grober Misshandlung nie kaputt bekommen werde. Nur die Kasteneinlage
aus dem damals üblichen tiefgezogenem Kunststoff ist inzwischen
zerbröselt, weswegen die Werkzeuge nicht mehr ordentlich einsortiert
werden können. Das finde ich sehr schade, aber immerhin haben die
Hersteller diesbezüglich dazugelernt.
────────────
¹) Ich bin kein "Power-User", ich benutze das Werkzeug hauptsächlich
fürs Auto, und da ist auch nicht ständig etwas kaputt.
Matthias B. schrieb:> den geeichten Drehmomentschlüssel von Hazet.
Die Eichämter werden sich sicherlich freuen, wenn Du
Deinen Schlüssel zum Eichen vorbeibringst. :-)
Yalu X. schrieb:> Mit etwas Glück bekommt man hin und wieder auch im Supermarkt ganz> ordentliche Steckschlüsselsätze.
Wer das Glückspiel liebt, kann so verfahren. Auf diese Art und Weise
stapeln sich dann über die Jahre schnell eine Menge billiger Kästen in
undefinierbarer Qualität im Keller. Man könnte aber auch 1x richtig
kaufen.
Im Prinzip gibt es bei Werkzeugen 3 Qualitäten: Das Billigzeugs (BGS,
KS-Tools, Gedore Red*, Hazet-Vigor usw.) zum Preis X. Dann folgt gutes
Werkzeug (Proxxon, Projahn, Würth usw.) zum doppelten Preis (2X). Dann
folgt das Profi-Werkzeug (Hazet, Gedore, Stahlwille usw.) nochmal zum
doppelten Preis (4X).
Wobei es naheliegend ist, dass der Mehrpreis zwischen dem Profi-Werzeug
und dem guten Werkzeug ausschließlich durch die Produktion in Deutschand
begründet ist (Löhne, Auflagen, Gewinnmargen usw.). Ob es da noch einen
echten Qualitätsunterschied gibt, ist fraglich.
*: eine Bewertung von Amazon. Der Begriff Spielzeug fiel hier bereits.
Werkzeugkenner schrieb:> Im Prinzip gibt es bei Werkzeugen 3 Qualitäten:
Mal andersherum gefragt: an welcherxSchraube kann der Hersteller denn
drehen, um zu sparen?
- schwächeres Material, geringere Materialstärke -> weniger Material,
billigeres Material
- größere Maßtoleranzen, dadurch längere Standzeit der eigenen
Werkzeuge, -> geringere Einrichtkosten, höhere Auflage
- schlichtere Verpackung
Viel mehr fällt mir im Moment nicht ein.
Wie kommt man damit auf Faktor 2?
Was die Kosten tatsächlich treiben könnte, sind die diversen Koffer für
die unterschiedlichen Sätze in verhältnismäßig kleiner Aufllage, aber
das ist noch eine andere Frage.
Percy N. schrieb:> Wie kommt man damit auf Faktor 2?
Was glaubst du wie viele Cent eine billige Nuss in der Herstellung
kostet? Mit besserem Rotmaterial, intensiverem Qualitätsmanagement usw.
ist da schnell deutlich mehr als Faktor 2 drinnen. Und nachdem interne
Kosten, Händlerspannen, Steuern usw. oft proportional aufgeschlagen
werden ändert sich daran auch nicht mehr viel.
Werkzeugkenner schrieb:> Man könnte aber auch 1x richtig kaufen.
Damit haben viele Leute ernsthafte Probleme, dazu gibt es sogar
psychologische Studien. Man kauft lieber fünfmal irgendwelchen Neumüll
für 39.95 Euro als einmal etwas Gescheites für 100 Euro.
Werkzeugkenner schrieb:> Yalu X. schrieb:>> Mit etwas Glück bekommt man hin und wieder auch im Supermarkt ganz>> ordentliche Steckschlüsselsätze.>> Wer das Glückspiel liebt, kann so verfahren.
Mit "Glück" meinte ich nicht, dass man – ohne Nachzudenken – den Würfel
oder nur den Preis entscheiden lässt, sondern dass man hochwertige und
dennoch preisgünstige Produkte oft nur dann entdeckt, wenn man
zufälligerweise zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.
> Man könnte aber auch 1x richtig kaufen.
Da Dinge nicht gerne wegschmeiße, ist das genau mein Ziel. In 98% aller
Fälle erreiche ich es auch, und das, ohne dafür kaum nachvollziehbare
Fantasiepreise zu zahlen. Das betrifft nicht nur Werkzeug, sondern auch
alle anderen Dinge des täglichen Lebens wie bspw. Computer, Messgeräte,
Unterhaltungselektronik, Sportgeräte usw.
Ich habe gerade mal darüber nachgedacht, welche Werkzeuge ich ein
zweites Mal gekauft habe, weil die vom ersten Mal nicht richtig
funktionierten oder gar kaputt gegangen sind. Da ist mir auf Anhieb nur
eine (nicht einmal ganz billige) Abisolierzange eingefallen, die zwar
funktioniert hat, aber nicht besonders gut. Mit ihrer Nachfolgerin bin
ich jetzt aber schon über 20 Jahre glücklich.
Werkzeugkenner schrieb:> Im Prinzip gibt es bei Werkzeugen 3 Qualitäten: Das Billigzeugs (BGS,> KS-Tools, Gedore Red*, Hazet-Vigor usw.) zum Preis X. Dann folgt gutes> Werkzeug (Proxxon, Projahn, Würth usw.) zum doppelten Preis (2X). Dann> folgt das Profi-Werkzeug (Hazet, Gedore, Stahlwille usw.) nochmal zum> doppelten Preis (4X).
Mh, Würth hab ich recht zwiespältige Erfahrungen. Elektronik-Werkzeug
(Saitenschneider) hielten vor Jahren nicht sehr lange (inzwischen halten
die Knipen-Saitenschneider nicht sehr lange, dafür die Würth), aber die
Akku-Schlagbohrmaschine von 2012 ist immer noch geil :)
Harald W. schrieb:> Matthias B. schrieb:>>> den geeichten Drehmomentschlüssel von Hazet.>> Die Eichämter werden sich sicherlich freuen, wenn Du> Deinen Schlüssel zum Eichen vorbeibringst. :-)
Wir wissen wohl beide, was gemeint war... .
Max K. schrieb:> Werkzeugkenner schrieb:>> Man könnte aber auch 1x richtig kaufen.>> Damit haben viele Leute ernsthafte Probleme,
Ich würde lieber gern 1x richtig kaufen. Bringt mit bei Ratschenkästen
aber nix. Ne Hazet 1/4" Ratsche verklemmte nach 2 Jahren und flog letzte
Woche endlich in den Schrott, eine gute und teure Gedore 1/2" Ratsche
hakt jetzt nach 5 Jahren auch immer öfter und wird nur noch bei beengten
Platzverhältnissen genutzt. 6Kant Nüsse sind Verschleißmaterial, ebenso
wie 1/4" Torx und Inbus. Davon hab ich mittlerweile auch einige als
Reserve in der Schublade.
Die nicht ganz billigen Würth Ratschenkoffer in der Arbeit werden auch
mehr gehasst als geliebt, so hakelige Ratschen mit klemmendem
Auswerfmechansmus hab ich bisher nie gehabt.
Für Neumontagen in sauberen Industriehallen mag das teure Werkzeug gut
und schön und haltbar sein. Wenns aber auch "Dreck fressen" muss, ists
genauso schnell hinüber wie der günstigere Kram.
VG
Max K. schrieb:> Werkzeugkenner schrieb:>> Man könnte aber auch 1x richtig kaufen.>> Damit haben viele Leute ernsthafte Probleme, dazu gibt es sogar> psychologische Studien. Man kauft lieber fünfmal irgendwelchen Neumüll> für 39.95 Euro als einmal etwas Gescheites für 100 Euro.
Vielleicht liegt es daran, daß die Leute nicht 100 Euro auf einen Schlag
ausgeben können -in diesem reichen Land?
Verwalter des Geldspeichers schrieb:> Vielleicht liegt es daran, daß die Leute nicht 100 Euro auf einen Schlag> ausgeben können -in diesem reichen Land?
Da hilft ein horizonterweiterndes Experiment, was ich mir ab und an mal
gebe: Man folgt einfach mal den Leuten nach dem Kauf von Billigplunder
unauffällig zum Parklatz des Discounters und achte darauf, in welche
neuwertigen Protzkarren die "verarmten" Leute einsteigen. Nur in
absoluten Ausnahmefällen wird da einer in eine Rostlaube einsteigen.
Anton M. schrieb:> Verwalter des Geldspeichers schrieb:>> Vielleicht liegt es daran, daß die Leute nicht 100 Euro auf einen Schlag>> ausgeben können -in diesem reichen Land?>> Da hilft ein horizonterweiterndes Experiment, was ich mir ab und an mal> gebe: Man folgt einfach mal den Leuten nach dem Kauf von Billigplunder> unauffällig zum Parklatz des Discounters und achte darauf, in welche> neuwertigen Protzkarren die "verarmten" Leute einsteigen. Nur in> absoluten Ausnahmefällen wird da einer in eine Rostlaube einsteigen.
Schon gemacht. Bloß: Auf dem Parkplatz stehen keine neuwertigen
Protzkarren, sondern so gut es geht gepflegte Klein- und
Mittelklassefahrzeuge im Alter von 10-15 Jahren. DAS ist die Realität! 2
Baumärkte haben schon wegen mangelndem Umsatz zugemacht.
Max K. schrieb:> etwas Gescheites für 100 Euro.
100 Euro gehen schon mal gar nicht!
Wenn schon, dann höchstens 99,95 Euro.
Dazu eine nette Geschichte: Einem Gemüsehändler (den ich persönlich
kenne) wurden irgendwann die x,49, x,99 usw. zu blöd (wegen Kleingeld
rausgeben) und er hat glatte Preise gemacht. Also x,50, x,00 usw.
Die Folge war ein schlagartiger Umsatzeinbruch um über 30%. Diese
"unverschämte" Preissteigerung trägt man ihm noch heute nach, denn der
Umsatz hat nie mehr den vorigen Wert erreicht. Das glaubt man nicht.
Verwalter des Geldspeichers schrieb:> sondern so gut es geht gepflegte Klein- und> Mittelklassefahrzeuge im Alter von 10-15 Jahren. DAS ist die Realität!
Da würde ich gerne mal am Samstag ein Foto vom nächsten LIDL-Parklatz
machen und dir übermitteln. Da stehen reichlich übergroße Sparschweine
auf Rädern. Ist wegen Datenschutz leider nicht möglich. Aber ich werde
mal die Sterne auf den Kühlerhauben zählen. Das Baujahr der
sterntragenden Eierkisten kann ich leider nirgends ablesen.
Anton M. schrieb:> Man folgt einfach mal den Leuten nach dem Kauf von Billigplunder> unauffällig zum Parklatz des Discounters und achte darauf, in welche> neuwertigen Protzkarren die "verarmten" Leute einsteigen. Nur in> absoluten Ausnahmefällen wird da einer in eine Rostlaube einsteigen.
Das ist ja auch mehr als logisch:
An einem Neuwagen gibt es kaum etwas zu schrauben und wenn doch, hat man
es mit jungfräulichen Schrauben zu tun, die sich noch leicht lösen
lassen. Da genügt auch ein einfacher, kurzlebiger Werkzeugsatz. Da
Protzkarrenfahrer aber gar nicht selber schrauben, sondern schrauben
lassen, wird das Werkzeug sowieso nie zum Einsatz kommen.
Das wirklich gute und strapazierfähige Werkzeug braucht der mit der
Rostlaube, weil er alle drei Tage daran herumschraubt und dabei ständig
gegen vergammelte und festgerostete Schrauben ankämpfen muss.
Anton M. schrieb:> Da hilft ein horizonterweiterndes Experiment, was ich mir ab und an mal> gebe: Man folgt einfach mal den Leuten nach dem Kauf von Billigplunder> unauffällig zum Parklatz des Discounters und achte darauf, in welche> neuwertigen Protzkarren die "verarmten" Leute einsteigen. Nur in> absoluten Ausnahmefällen wird da einer in eine Rostlaube einsteigen.
Wohlfeil muss man sich leisten können. Abs war mit dem VW Käfer
unterwegs und konnte das auch. Jeden anderen hätte man für einen armen
Schlucker gehalten.
Deshalb fahren die armen Schlucker gern Protzkarren.
Anton M. schrieb:> Dazu eine nette Geschichte: Einem Gemüsehändler (den ich persönlich> kenne) wurden irgendwann die x,49, x,99 usw. zu blöd (wegen Kleingeld> rausgeben) und er hat glatte Preise gemacht. Also x,50, x,00 usw.
Seltsam. Außer bei Gurken und Kohlrabi kenne ich bei Gemüse keine
Stückpreise; und wenn eh abgewogen wird, ist das Wechselgeld kein
Argument, weil nicht planbar.
Percy N. schrieb:> Anton M. schrieb:>> Dazu eine nette Geschichte: Einem Gemüsehändler (den ich persönlich>> kenne) wurden irgendwann die x,49, x,99 usw. zu blöd (wegen Kleingeld>> rausgeben) und er hat glatte Preise gemacht. Also x,50, x,00 usw.>> Seltsam. Außer bei Gurken und Kohlrabi kenne ich bei Gemüse keine> Stückpreise; und wenn eh abgewogen wird, ist das Wechselgeld kein> Argument, weil nicht planbar.
Ein Zeichen dafür, daß Du zu viel Zeit vor dem Rechner und zu wenig mit
dem Sammeln von Lebenserfahrung zubringst.
Bereits beim Erzeuger verpacktes Obst (z.B. Äpfel, Apfelsinen,
Pfirsiche) und Gemüse (Tomaten, Salat, Möhren) hast Du noch gesehen,
wie?
Reden schwingen und zu jedem Thema wirres Zeug schwatzen -das geht aber
prima!
Verwalter des Geldspeichers schrieb:> Bereits beim Erzeuger verpacktes Obst (z.B. Äpfel, Apfelsinen,> Pfirsiche) und Gemüse (Tomaten, Salat, Möhren) hast Du noch
Zu ergänzen: nie?
> gesehen,
Doch, aber das ist für den menschlichen Verzehr minder geeignet, soweit
es Obst betrifft, und zudem schrieb ich von Gemüse, wozu streng genommen
allerdings noch nicht einmal Gurken zählen.
Insbesondere von Konserven warcnicht die Rede.
Selbstverständlich kann man auch einzelne große Kartoffeln zum
Stückpreis als Folienkartoffeln verkaufen, oder geschälte Kartoffeln im
Glas. Aber ob das den wesentlichen Teil des Angebots bzw Umsatzes
ausmachen wird?
Und, stell Dir vor, nicht nur bei Lidl werden zB auch die vom Erzeuger
abgepackten Erdbeeren ausgewogen.
> wie?
Der Ton, in dem Du Dich unterhalten möchtest, hä?
Verwalter des Geldspeichers schrieb:> Reden schwingen und zu jedem Thema wirres Zeug schwatzen -das geht aber> prima!
Ich weiß ja nicht, was Du sonst so absondert, aber in diesem Fall
scheint es gut geklappt zu haben.
Yalu X. schrieb:> Da genügt auch ein einfacher, kurzlebiger Werkzeugsatz.
Der Normalo ahnt meist gar nicht, dass es auch minderwertiges Werkzeug
gibt, so mein Eindruck. Der billigste Kasten ist super (siehe eine
Unmenge an Bewertungen) und setzt die Referenz. Alles, was preislich
über diesem Referenzkurs liegt, ist reine Abzocke. Und man wäre blöd,
wenn man das kauft.
Dazu passt:
Chris D. schrieb:> Manfred W. schrieb:>> Für wen wird eigentlich das Profiwerkzeug hergestellt?> Für Leute, die gerne zu viel bezahlen.
Der Schlaueste ist immer der, der seinen Kasten am Billigsten geschossen
hat!
Aber auch die Profis sind stark verunsichert: Bekomme ich von einem
Premium Hersteller wirklich Premium Werkzeug, oder lässt der Hersteller
sein Zeugs längst in einem Billiglohnland fertigen? Man kennt ja die
Geschichte, wo das Hemd für C&A und BOSS an der gleichen Nähmaschine
vorbei kommt. Den Preisunterschied der Hemden wird jeder kennen.
Beispiel: Habe mal bei einem deutschen Premium Hersteller 10 Stück
Hartmetall Drehstähle bestellt und fehlerhafte Drehstähle geliefert
bekommen (Freiwinkel fehlte). Bei meiner Reklamation hörte ich am
Telefon, dass man die Werkzeuge nicht selber herstelle. Ist also längst
Realität, da macht die Werkzeugauswahl keine Freude mehr.
Manfred W. schrieb:> Man kennt ja die Geschichte, wo das Hemd für C&A und BOSS an der> gleichen Nähmaschine vorbei kommt. Den Preisunterschied der Hemden wird> jeder kennen.
Ich nicht. Als ich zuletzt bei C&A nach Hemden gesehen habe, lagen die
bei 60 €. Wer der Hersteller war, habe ich nicht beachtet, aber Anzüge
in meiner Größe gibt es vom NS-Hoflieferanten jedenfalls nicht.
Walter T. schrieb:> In Wahrheit gehen die 10er> und die 13er Nuss deutlich früher verloren.
Ich würde behaupten, in den Kästen sind nie welche drin ;)
Aber im Ernst: Ich suche immer 10er und 13er Schlüssel und Nüsse. Keine
Ahnung, wo die immer liegen bleiben.
Die Herstellern könnten mal eine Special-Edition machen, die nur 10er
und 13er enthält. DAS wäre der Kasten für mich ;)
Karl K. schrieb:> War garantiert bei der Einführung der Widerstands-Farbcodes auch so: Das> ist nur was für Clowns, neumodisches Zeug, ich will meine Zahlen haben,> kann sich doch keiner merken die Farben,
Vor allem nicht erkennen. Den Oetker hat es zum Krüppel gemacht, seinen
Entführer zum Häftling statt Privatier.
Käpt’n Balu ✈. schrieb:> Walter T. schrieb:>> In Wahrheit gehen die 10er>> und die 13er Nuss deutlich früher verloren.> Ich würde behaupten, in den Kästen sind nie welche drin ;)
+1
die fehlen, musste ich immer nachkaufen!
Karl K. schrieb:> Widerstands-Farbcodes auch so: Das> ist nur was für Clowns, neumodisches Zeug, ich will meine Zahlen haben,> kann sich doch keiner merken die Farben
eigentlich ganz leicht wer in Chemie bei Gaschromatografie nicht gepennt
hat, einige mögen sich erinnern,
Bunsenbrenner Gasflamme Kochsalz Flammenfarbe!
Oder wer fotografert -> Farbtemperatur
Prisma Zerlegung weisses Licht.
wir kommen also aus dem IR nach
Rot über Orange Gelb Grün Violett nach Blau
bis UV
Wer dann noch weiss das Braun ein stark entsättigtes rot ist hat schon
halb gewonnen
Schwarz ist keine Farbe -> 0
Braun (vor rot) -> 1
Rot 2
Orange 3
Gelb 4
Grün 5
Blau 6
Violett 7
Wie die Farben im Spektrum aufgereiht
8 grau
9 weiss ist eine geringe Lernkurve, nur 2 Werte und Farben!
Alles andere sieht man vor sich bei Spektralfarben
https://de.wikipedia.org/wiki/Spektralfarbe#/media/Datei:Rechteckspektrum_sRGB.svg
Karl K. schrieb:> Ich glaub diese Leute leiden am Meisten darunter, dass die Entwicklung> einfach an ihnen vorbeigeht und ihr Gejammer überhaupt nicht ernstnimmt.
Ähm ... was ist eigentlich aus diesen tollen hohlen Hämmern mit der frei
beweglichen Schrotfüllung geworden?
Joachim B. schrieb:> die fehlen, musste ich immer nachkaufen!
Dann kauf dir halt leere Kästen ohne 10er und ohne 13er. Sind billiger
und die Nüsse unverlierbar.
Wenn du den Kasten verlierst, hast du immer noch die nicht vorhandenen
Reserve-Nüsse zum verlieren.
Ich kann übrigens solche leeren Kästen verkaufen. Sind sogar schon
verloren, es fällt also kein Porto an.
Ich sag mal 10€ pro Kasten. Beeilt euch aber, 10er und 13er sind nicht
mehr viele da.
Nick M. schrieb:> Beeilt euch aberBeeil
Ich suche händeringend eine nicht mehr vorhandene, also quasi verlorene
19er. Wenn du ein aussagekräftiges (zustand rostfrei und trotzdem eckig,
nicht son neumodischer runder Kram) Photo herzeigen könntest dann kämen
wir möglicherweise ins Tauschgeschäft; nicht mehr vohandene 10er und
13er kannst du von mir Massenweise haben, siehe Bild.
Percy N. schrieb:> Hast Du auch welche ohne 17er?
Jein!
Also ich hab einen Kasten verloren in dem noch eine 17er war. Könnte ich
desshalb billiger hergeben.
2aggressive schrieb:> Beeil> Ich suche händeringend eine nicht mehr vorhandene, also quasi verlorene> 19er.
Ach was! Ich hab mir gedacht, dass das schon etwas schofel ist die hier
zu verkaufen und nicht im Unterforum Markt.
Also wer sich hier kmeldet, bekommt die dann geschenkt.
Ihr dürft aber nicht vergessen mir nichts zu bezahlen. Ich schick euch
dann eine PN mit meiner Kontonummer.
Lasst euch aber Zeit, ich befürchte dass DHL die nicht mehr vor
Weihnachten ausliefern wird.
Anbei noch Bilder aller Kästen die ich nicht mehr hab und ohne Nüsse.
Die Nüsse sind absolut rostfrei und ungebraucht. Alles ist "Imagined in
Germany", keine Chinaware.
Wer spezielle Hersteller haben will, muss leider den doppelten Preis
zahlen, denn ich hab nicht mal Hazet.
2aggressive schrieb:> Hab mir schon gedacht das da ausgerechnet keine 19er nicht mehr dabei> sind.
Nee, das waren die 17er zum halben Preis. Die anderen sind noch da und
kostenlos.
Nick M. schrieb:> 2aggressive schrieb:>> Hab mir schon gedacht das da ausgerechnet keine 19er nicht mehr dabei>> sind.> Nee, das waren die 17er zum halben Preis.
Achsoo!
> Die anderen sind noch da und kostenlos.
Gesehen, jetzt.
Darf ich mir eine deiner sichtbar nicht mehr vorhandenen 38er in halber
Grösse auf Papier ausdrucken, dann hätte ich endlich immer noch keine
19er?
Mein Hauptzweck: nie wieder nochal eine 19er verlieren können, das hätte
ich besser vorher erwähnen sollen! Deswegen muss das Ding auch Rostfrei
sein.
2aggressive schrieb:> Deswegen muss das Ding auch Rostfrei> sein.
Die sind alle TOP-Qualität. Gerade die 38er gingen schon bei der
Zustellung verloren.
So, und jetzt:
Gute Nacht und träumt schön von Nüssen!
Nick M. schrieb:> 2aggressive schrieb:>> Deswegen muss das Ding auch Rostfrei>> sein.>> Die sind alle TOP-Qualität. Gerade die 38er gingen schon bei der> Zustellung verloren.>> So, und jetzt:> Gute Nacht und träumt schön von Nüssen!
Danke, Prost, und dito :D
Immerhin waren die letzten 80 (rund 4*19) Minuten nicht völlig offtopic,
im topic stand ja wortwörtlich "sinnfrei" :D
Prost Gemeinde, der Pfarrer säuft!
Percy N. schrieb:> Ähm ... was ist eigentlich aus diesen tollen hohlen Hämmern mit der frei> beweglichen Schrotfüllung geworden?
Schonhämmer versehen in der vorgesehenen Anwendung hervorragend und
unauffällig ihren Dienst.
Percy N. schrieb:> Karl K. schrieb:>> Ich glaub diese Leute leiden am Meisten darunter, dass die Entwicklung>> einfach an ihnen vorbeigeht und ihr Gejammer überhaupt nicht ernstnimmt.>> Ähm ... was ist eigentlich aus diesen tollen hohlen Hämmern mit der frei> beweglichen Schrotfüllung geworden?
Die dienen jetzt in einer kubanischen Band als Ersatz für Rumbakugeln.
Ich schraube jetzt schon fast 20 Jahre an vorwiegend älteren Fahrzeugen
und seit 2003 setze ich auf Knarrenkästen, deren Stecknüsse solch einen
Wellenschliff haben.
Den ersten erworbenen Kasten benutzt weiterhin mein alter Herr, ich habe
mir 2011 mal einen etwas größeren Kasten gegönnt, der nicht nur 1/4 und
1/2 Zoll Werkzeug beinhaltet, sondern auch 3/8 Zoll.
Nie, aber wirklich nie habe ich mit so einer Stecknuss einen
Schraubenkopf rundgedreht! Dabei habe ich sogar die Stecknüsse mit dem
Schlagschrauber misshandelt und außer ein paar Dellen hinter den Ecken
des Sechskantkopfes gab es keine Deformation der Schrauben.
Das Wellenprofil greift nicht in der Mitte der Sechskantflächen an,
sondern ich würde sagen auf ca. halbem Weg zwischen Mitte und Ecke. Die
Schraube an dieser Stelle rund zu drehen, ist völlig ausgeschlossen. Das
leichtere Aufsetzen der Stecknüsse bzw. Ringschlüssel erleichtert die
Arbeit, vor allen Dingen an unzugänglichen Stellen, enorm!
Ich fluche jedes Mal, wenn ich normales Sechskantwerkzeug (trotz guter
Qualität) benutzen muss, weil es weniger ergnomisch ist und ggf. ein
Runddrehen des Schraubenkopfes damit nicht ausgeschlossen ist (12-Kant
Ringschlüssel).
Natürlich gibt es noch wesentlich mehr Schraubenkopfformen: Torx,
RIBE-CV usw., mit denen man auch hohe Drehmomente übertragen kann. Allen
voran Zylinderkopfschrauben: 60 Nm + 3 x 90° Nachziehen ist nicht von
schlechten Eltern, da darf der Schlüssel nicht abrutschen!
Zöllige Schrauben muss ich nicht verarbeiten, aber für alle gängigen
Schraubarbeiten haben die Ratschenkästen sich sehr gut gemacht. Es ist
auch noch zu keinem vorzeitigen Ausfall gekommen. Erster Kasten war von
HM Müllner für ca. 80 EUR, der jetzige inkl. 3/8 Zoll von SW Stahl für
knapp 100 EUR.
Wenn ich dagegen Werkzeuge von Proxxon oder auch Gedore sehe, dann sind
die deutlich teurer, nicht besser verarbeitet und ich bekomme noch
normale Sechskanteinsätze.
Sven, der von den Wellenprofilen überzeugt ist.
Percy N. schrieb:> önnte mir bitte kurz physikalisch erklären, wo die im Vergleich zu> Schlosserhämmern größere Wucht herkommen soll, bzw der geringere> Kraftaufwand?
Massiver Hammer: Teilelastischer Stoß. Der Umformgrad hängt vom
Masseverhältnis zwischen Hammer und Werkstück ab. Schrothammer:
Vollkommen unelastischer Stoß.
Das lässt sich ganz gut über die Impulssätze herleiten.
Als Google-Futter:
"Stoßzahl"
"Umformgrad"
In vielen Fällen geht es aber bei der Schrottfüllung auch gar nicht
darum, die Kraftübertragung zu optimieren, sondern darum, dass das
Werkstück nicht zurückfedert (wir nennen das
"Zehntelmillimeterschläge").
Käpt’n Balu ✈. schrieb:> Aber im Ernst: Ich suche immer 13er Schlüssel und Nüsse.
Die kann man doch bequem durch eine Reihenschaltung
aus 6er plus 7er ersetzen. Die Parallelschaltung mit
einer SW von 3,2 braucht man dagegen eher selten.
Walter T. schrieb:> Massiver Hammer: Teilelastischer Stoß. Der Umformgrad hängt vom> Masseverhältnis zwischen Hammer und Werkstück ab. Schrothammer:> Vollkommen unelastischer Stoß.
Danke für die Erklärung; das war mir insoweit weitgehend bekannt. Bei
mir hakt es aber an zwei Stellen:
1. Manche Gewerke (zB Goldschläger) legen gerade Wert auf den Rückprall,
da der Hammer so ohne bennenwerten eigenen Kraftaufwand in die
Ausgangspisition gebracht wird. Bei Überkopfarbeiten wird das natürlich
tunlichst vermeiden wollen, ok.
2. Ich habe möglicherweise unzutreffende Vorstellungen vom Ablauf beim
Einsatz des Schonhammers; die sehen etwa so aus:
a) Es wird ausgeholt; aufgrund der Trägheit sammelt sich das Schrot an
der schlagflächennahen Seite der Kammer.
b) Es wird zugeschlagen; aufgrund der Trägheit hängt das Schrot nunmehr
am hinteren Ende der Kammet und wird von der Rückseite "geschoben'.
c) Die Hammerbahn trifft auf das Werkstück; es wird Energie übertragen
entsprechend Geschwindigkeit und Masse des Hammers (ohne Schrot) im Wege
eines teilelastischen Stoßes.
d) Der Hammer federt zurück; dabei wird er durch die Stöße durch das
nacheilend auftreffende Schrot abgebremst. Ob und in welchem Umfang
hierdurch noch Energie an das Werkstück abgegeben werden kann, hängt
wesentlich vom Massenverhältnis zwischen Hammerkopf und Schrotfüllung
ab.
Wo ist da jetzt die Kraftersparnis bzw der Gewinn an Wucht?
Walter T. schrieb:> Als Google-Futter:> "Stoßzahl"> "Umformgrad"
Danke soweit, werde ich mal in Ruhe ansehen.
Vielleicht gehst Du hier von falschen Voraussetzungen aus:
Das ist ein Schonhammer und vorwiegend für Ausrichtarbeiten gedacht. Den
vergleicht man natürlich mit einem anderen Hammer für Ausrichtarbeiten,
z.B. eben einem Kunststoff- oder Gummihammer.
Mehr Wucht hat er deswegen,
a) weil er nicht zurückfedert und
b) weil er ein ganzes Stück schwerer als ein reiner Kunststoffhammer
ist.
Weil er nicht zurückfedert, muss ich bei der Benutzung auch keinen
zurückprallenden Hammer bremsen. Das spart zusätzlich Kraft.
Percy N. schrieb:> 2. Ich habe möglicherweise unzutreffende Vorstellungen vom Ablauf beim> Einsatz des Schonhammers; die sehen etwa so aus:
Das Timing ist komplett unerheblich. Es reicht die Bilanz.
1. Vor dem Aufprall: Hammer und Füllung in Bewegung (p1 = v_1H * m_H)
2. Nach dem Aufprall: Hammer und Füllung in Ruhe (v_2h = 0), damit habe
ich maximale Impulsübertragung vom Hammer auf das Werkstück.
Ich habe zwei Gleichungen:
1. m_W * v_2W + m_H * v_2W = p2 = p1 = m_H * v_1H
2. 1/2*m_W*v_2W^2 + 1/2*m_H*v_2H^2 <= 1/2*m_H*v_1H^2
Wegen der zweiten Gleichung als Nebenbedingung ist v_2W dann maximal,
wenn auch die Energiedissipation maximal ist. Ich brauche mich also die
Bewegung der Schrottkörnchen gar nicht erst zu interessieren.
Percy N. schrieb:> Manche Gewerke (zB Goldschläger) legen gerade Wert auf den Rückprall,
Hier wäre ein Schonhammer fehl am Platz.
- Umformarbeiten: möglichst leichter Hammer
- Vortriebsarbeit: möglichst schwerer Hammer
(siehe -> Umformgrad).
(Das kann man auch immer gut erkennen, wenn jemand einen Meißel oder
Splintentreiber malträtiert hat, weil er einen zu kleinen Hammer genutzt
hat.)
Percy N. schrieb:> Walter T. schrieb:>> Massiver Hammer: Teilelastischer Stoß. Der Umformgrad hängt vom>> Masseverhältnis zwischen Hammer und Werkstück ab. Schrothammer:>> Vollkommen unelastischer Stoß.>> Danke für die Erklärung; das war mir insoweit weitgehend bekannt. Bei> mir hakt es aber an zwei Stellen:> 1. Manche Gewerke (zB Goldschläger) legen gerade Wert auf den Rückprall,> da der Hammer so ohne bennenwerten eigenen Kraftaufwand in die> Ausgangspisition gebracht wird.
Der Goldschmied wird solche Hämmer dann auch nicht einsetzen, wie jeder
Handwerker nach Möglichkeit das zur jeweiligen Arbeit passende Werkzeug
nutzt.
> 2. Ich habe möglicherweise unzutreffende Vorstellungen vom Ablauf beim> Einsatz des Schonhammers; die sehen etwa so aus:> a) Es wird ausgeholt; aufgrund der Trägheit sammelt sich das Schrot an> der schlagflächennahen Seite der Kammer.> b) Es wird zugeschlagen; aufgrund der Trägheit hängt das Schrot nunmehr> am hinteren Ende der Kammet und wird von der Rückseite "geschoben'.> c) Die Hammerbahn trifft auf das Werkstück; es wird Energie übertragen> entsprechend Geschwindigkeit und Masse des Hammers (ohne Schrot) im Wege> eines teilelastischen Stoßes.> d) Der Hammer federt zurück; dabei wird er durch die Stöße durch das> nacheilend auftreffende Schrot abgebremst. Ob und in welchem Umfang> hierdurch noch Energie an das Werkstück abgegeben werden kann, hängt> wesentlich vom Massenverhältnis zwischen Hammerkopf und Schrotfüllung> ab.>> Wo ist da jetzt die Kraftersparnis bzw der Gewinn an Wucht?
Rückschlag ==> nur ein Teil der Energie wird dorthin geleitet, wo sie
hin soll.
Die meisten Menschen geben die (Muskel-) Kraft am Schlagende nicht auf,
entsprechend sorgt der Rückstoss für eine sehr starke Belastung insb.
von Gelenken, Knorpel, Muskel, Sehnen..
Aber je nach Rückschlag kann auch der absolute Profi nicht schnell genug
reagieren.
Aber wie auch bei normalen Hämmern, sollte man die (Super-) Schonhämmer
in unterschiedlichsen Gewichtsklassen haben, um ihre Vorteile ausnutzen
zu können.
Und die Kunststoffkopfenden schränken den Einsatzzweck eh kräftig ein.
Machen wir uns nichts vor: Die Kraftersparnis bei diesen schrotgefüllten
Hämmern ist für niemanden, den ich kenne, der ausschlaggebende Faktor
für seine Nutzung.
Ich kenne auch niemanden, der mehr als zwei kräftige Schläge
hintereinander damit austeilt. Der ist für präzise Ausrichtarbeiten
gedacht. (Bleihammer ist noch besser, aber nicht leicht zu bekommen.)
Walter T. schrieb:> Machen wir uns nichts vor: Die Kraftersparnis bei diesen schrotgefüllten> Hämmern ist für niemanden, den ich kenne, der ausschlaggebende Faktor> für seine Nutzung.
Dann bin ich insoweit wohl auf die Werbung hereingefallen, die gern
gerade diesen Punkt hervorhebt.
Ralf X. schrieb:> Der Goldschmied wird solche Hämmer dann auch nicht einsetzen,
Ich sprach von Goldschlägern.
Ralf X. schrieb:> Die meisten Menschen geben die (Muskel-) Kraft am Schlagende nicht auf,> entsprechend sorgt der Rückstoss für eine sehr starke Belastung insb.> von Gelenken, Knorpel, Muskel, Sehnen..
Deshalb sollte der Hammer soätesten kurz vor dem Auftreffen nur noch
geführt, aber nicht mehr getrieben werden. Das spart auch Energie, weil
der Rückschlsg genutzt werden kann, den Hammer wieder in die
Ausgangsstellung zurück zu bringen.
> Aber je nach Rückschlag kann auch der absolute Profi nicht schnell genug> reagieren.
Das mag ich nicht beurteilen, aber ich weiß, dass man vom Auf- und
Zuschließen von Türen einen Tennisarm bekommen kann. Da liegt es aber
nicht am Rückschlag, sondern am Gegenteil: wenn Du über den Totpunkt
bist, eilt das Schloss, von der Feder getrieben, vor und reißt das
Werkzeug Schlüssel mit.
Sven L. schrieb:> Ich schraube jetzt schon fast 20 Jahre an vorwiegend älteren Fahrzeugen> und seit 2003 setze ich auf Knarrenkästen, deren Stecknüsse solch einen> Wellenschliff haben.
Und daraus möchtest Du welche Vergleichs-Erfahrungswerte ableiten
können?
Schon Ende des letzten Jahrhunderts war eine enorme Qualitätssteigerung
bei preiswerten Baumarkt- und Discounter Werkzeugsortimenten zu
bemerken, egal ob Nusskästen oder Schraubenziehersätzen mit gehärteten
Spitzen.
Schraubenschlüssel brauchten bedeutend länger..
Übrigens haben die "tollen" Nüsse keinen Wellenschliff (der findet sich
bei manchen Messern), sondern ein Wellenprofil.
> Den ersten erworbenen Kasten benutzt weiterhin mein alter Herr, ich habe> mir 2011 mal einen etwas größeren Kasten gegönnt, der nicht nur 1/4 und> 1/2 Zoll Werkzeug beinhaltet, sondern auch 3/8 Zoll.
Der Vergleich der eingesetzten Profile sollte nichts mit der Grösse der
Vierkantaufnahme zu tun haben.
Oder hast Du da auch ein Wellenprofil? :-)
> Nie, aber wirklich nie habe ich mit so einer Stecknuss einen> Schraubenkopf rundgedreht! Dabei habe ich sogar die Stecknüsse mit dem> Schlagschrauber misshandelt und außer ein paar Dellen hinter den Ecken> des Sechskantkopfes gab es keine Deformation der Schrauben.
Ich "schraube" seit Mitte der 60er und habe GANZ selten mal einen
Sechskant rundgedreht.
DAS waren dann aber konische Sechskante undifinierter Grösse im Bereich
unter SW8, die früher mal gerne zur maschinellen Verschraubung
eingesetzt wurden.
WENN eine Sechskant-Schraube/Mutter mit einer Sechskantnuss erreichbar
war, war an sich das Abreissen des Gewindes das Hauptproblem.
> Das Wellenprofil greift nicht in der Mitte der Sechskantflächen an,> sondern ich würde sagen auf ca. halbem Weg zwischen Mitte und Ecke. Die> Schraube an dieser Stelle rund zu drehen, ist völlig ausgeschlossen.
Ist das Material eines Sechskants relativ leicht kaltverformbar, bietet
das Wellenprofil einer entsprechenden Nuss reichlich Platz, das auch
auszunutzen.
Das führt unweigerlich zu einen Materialermüdung.
> Das> leichtere Aufsetzen der Stecknüsse bzw. Ringschlüssel erleichtert die> Arbeit, vor allen Dingen an unzugänglichen Stellen, enorm!
Richtig.
Und das ist in meinen Augen der einzige Vorteil des Wellenprofils.
> Ich fluche jedes Mal, wenn ich normales Sechskantwerkzeug (trotz guter> Qualität) benutzen muss, weil es weniger ergnomisch ist und ggf. ein> Runddrehen des Schraubenkopfes damit nicht ausgeschlossen ist (12-Kant> Ringschlüssel).
Wenn man mit Nuss nicht rankommt, ist das natürlich blöd, hat aber
nichts damit zu tun, ob die Nuss Sechskant oder Wellenprofil hätte.
WENN ich in frühen Jahren auf Schrauben kam, an die man nur
12-Kant-Ringschlüssel kam, ggf. auch nur gekröpft und man nichtmal 30°
Bewegungsspielraum hatte, musste eben ein Wendeschlüssel gebastelt
werden.
Und für schon vermurkste Schrauben habe ich dann die untergängigen
Zollgrössen "irgendwie" draufgekloppt.
Hat mit dem Thema aber trotzdem nichts zu tun.
> Natürlich gibt es noch wesentlich mehr Schraubenkopfformen: Torx,> RIBE-CV usw., mit denen man auch hohe Drehmomente übertragen kann. Allen> voran Zylinderkopfschrauben: 60 Nm + 3 x 90° Nachziehen ist nicht von> schlechten Eltern, da darf der Schlüssel nicht abrutschen!
Toll, was Du alles weisst.
Und was hat das mit dem Wellenprofil zu tun?
> Zöllige Schrauben muss ich nicht verarbeiten, aber für alle gängigen> Schraubarbeiten haben die Ratschenkästen sich sehr gut gemacht. Es ist> auch noch zu keinem vorzeitigen Ausfall gekommen. Erster Kasten war von> HM Müllner für ca. 80 EUR, der jetzige inkl. 3/8 Zoll von SW Stahl für> knapp 100 EUR.
Was hat das mit dem Wellenprofil zu tun?
Hälst Du das Pressen eines Wellenprofils für aufwändiger, als für einen
Sechskant?
> Wenn ich dagegen Werkzeuge von Proxxon oder auch Gedore sehe, dann sind> die deutlich teurer, nicht besser verarbeitet und ich bekomme noch> normale Sechskanteinsätze.
Du scheinst eine Streicheleinheit zu brauchen, dass das, was Du mal
gekauft hast, absolut super ist.
Das kann es auch sein, aber als Hobbyschrauber kannst Du das in meinen
Augen nicht beurteilen.
da bei Dir scheinbar gar nichts, bzw. nie etwas Vergleichbares versagt
hat, muss ja alles perfekt sein.
Sorry, nicht ernstzunehmen.
> Sven, der von den Wellenprofilen überzeugt ist.
Du könntest Influencer werden.. :-)
Percy N. schrieb:> Ralf X. schrieb:>> Der Goldschmied wird solche Hämmer dann auch nicht einsetzen,>> Ich sprach von Goldschlägern.
Sorry, das hatte ich falsch interpretiert.
Aber grad mal bei Wiki nachgelesen:
Angeblich soll der Goldschläger alle 1,5 bis 2 Sekunden mit einem
12kg(!) Hammer HÄNDISCH auf das Fast-Fertigprodukt "Blattgold"
einprügeln.
https://de.wikipedia.org/wiki/Goldschl%C3%A4ger#H%C3%A4mmern_mit_der_D%C3%BCnnschlagform
Mein grösster Hammer hat 5kg (ohne Stiel), aber den möchte ich niemals
so bewegen müssen. :-)
> Ralf X. schrieb:>> Die meisten Menschen geben die (Muskel-) Kraft am Schlagende nicht auf,>> entsprechend sorgt der Rückstoss für eine sehr starke Belastung insb.>> von Gelenken, Knorpel, Muskel, Sehnen..> Deshalb sollte der Hammer soätesten kurz vor dem Auftreffen nur noch> geführt, aber nicht mehr getrieben werden. Das spart auch Energie, weil> der Rückschlsg genutzt werden kann, den Hammer wieder in die> Ausgangsstellung zurück zu bringen.>> Aber je nach Rückschlag kann auch der absolute Profi nicht schnell genug>> reagieren.> Das mag ich nicht beurteilen, aber ich weiß, dass man vom Auf- und> Zuschließen von Türen einen Tennisarm bekommen kann. Da liegt es aber> nicht am Rückschlag, sondern am Gegenteil: wenn Du über den Totpunkt> bist, eilt das Schloss, von der Feder getrieben, vor und reißt das> Werkzeug Schlüssel mit.
Das kann man auch mit der Mausbedienung am PC, ganz ohne Rückschlag.
Ralf X. schrieb:> Mein grösster Hammer hat 5kg (ohne Stiel), aber den möchte ich niemals> so bewegen müssen. :-)
Ich habe das mal gesehen; es war recht beeindruckend. Der Hamner
entsprach ziemlich genau der Bauart, die Du vielleicht vom Rumnelplatz
kennst ("Hau den Lukas") und wurde auch einmal mit Kraft und Schwung
in eine Lage über dem Kopf des Schlägers gebracht und dann mit geringem
Kraftaufwand auf das Blattgoldpaket geprügelt, von wo er mit Schwung
zurücksprang und fast von allein wieder die Ausgangslage erreichte,
ommer wieder.
Das klappt natürlich nur deshalb, weil das Paket auf der Werkbank
fixiert und die Schlagfläche des Stempels recht groß ist. Insgesamt war
es wohl nicht so anstrengend, wiexes sich liest.
Das Ganze ist sauteuer und wird kaum noch gemacht, aber wer es unbedingt
bezahlen möchte, findet noch jemand, der es liefert.