Manch Einer hier wird die Schaltkreisserie HCFxxxx kennen. Diese
Kollegen lassen sich ja über einen sehr weiten Spannungsbereich (3-20
Volt)
betreiben. Sie haben eine gute Störfestigkeit und bedingt durch die
CMOS-
Technik auch eine geringe Energieaufnahme. Man kann solche Schaltungen
auch aus unstabilisierten Netzteilen ohne Ärger betreiben.
Das sind doch eine Reihe von Vorteilen gegenüber den mir bekannten
Kontrollern (AVR,PIC)
Jetzt kam mir die Idee, daß es doch schön wäre, wenn es auch Kontroller
gäbe, die sich elektrisch so verhalten.
Frage: Gibt es so Etwas und ich habe es bei meiner Suche bloß nicht
gefunden oder ist die Herstellung technisch ein Problem?
Hinweis: Google ist nicht mein Freund, trotzdem erbrachte eine Suche
dort nur wirres Zeug...;-)
MfG Paul
Ev. könnte die Grenzfrequenz-/Betriebsspannung-Abhängigkeit dagegen
sprechen. Da ist es billiger, die hochintegrierten Schaltungen für eine
feste Betriebsspannung zu optimieren.
Paul Baumann schrieb:> Frage: Gibt es so Etwas und ich habe es bei meiner Suche bloß nicht> gefunden oder ist die Herstellung technisch ein Problem?
Gab es: RCA 1802. Gleiche Technik wie CD4000, lief mit bis zu 10V. War
allerdings ein reiner Prozessor, einer ersten CMOS-Typen. Litt neben
einem wahrhaft schaurigen Befehlssatz auch darunter, dass es keine
EPROMs in dieser Technik gab.
Freilich gibt es heute etliche Controller, die problemlos mit Batterie
oder unstabiliserten Netzteil betrieben werden können. Bei AVRs ist der
Versorgungsbereich mit 1,8-5,5V ja wohlgross genug.
> oder ist die Herstellung technisch ein Problem?
CMOS und damit entsprechend stromsparend ist heute eh alles.
Aber hochvolt braucht mehr Chipfläche, daher teurer, und niemand will
das bezahlen. Denn die anderen Leute haben keine Probleme, auch mit
normalen Spannungen (5V/3.3V) ohne Störungen zu recht zu kommen.
Aber wenn man ohne Spannungswandler noch was mit 9V steuern will, tun es
eventuell die (obsoleten) ETL9344/9345/9444/9445 & Co
Interessanter sind heute allerdings Microcontroller die mit 0.9-1.5V
laufen, also an einer Batteriezelle, wie Holtek HT68F03M HT68F04M
HT66F03M
HT66F04M
Zwischen das "auch" und mein voriges Posting auf das sich das bezog
hattest du dich unsanft dazwischen geschoben ;-). Bei 32-Bit Typen ist
ein grosser batterietauglicher Versorgungsbereich m.W. noch keine 25
Jahre alt.
Apropos aktuell: Gibt's einen vollintegrierten 32-Bit Controller, der
mit einer Zelle läuft? Vorzugsweise ohne Step Up dazwischen. Oder sind
das bislang noch alles 8-Bit Typen, mit Step Up (jedenfalls Atmel)?
Gut, dann weiß ich jetzt mehr. Ich danke Euch für die Antworten.
@Anja
Dein Link gefällt mir gut. Diesen Burschen werde ich mir mal genauer
betrachten.
@MaWin
Nein, ich habe keine Probleme mit den gängigen Kontrollern in Bezug auf
Störungen. Das war nicht der Grund für meine Frage. Ich bin nur ein
großer Fan von HCFxxx und Vxxx (noch aus DDR-Produktion) und da ist der
Abstand
zwischen H und L-Pegel so hoch, daß es schon "anständiger" Hiebe auf
den Leitungen bedarf, um diese Kollegen zu verwirren. Damit baue ich
immer noch gern.
MfG Paul
Ein kleiner Nachtrag meinerseits:
Von verschiedenen Herstellern gibt es zwischenzeitlich Controller,
welche primär für Automotiv-Applikationen entwickelt wurden. Dort sollen
sie als "günstige Intelligenz" z.B. direkt an Aktuatoren sitzen. Sie
besitzen einen weiten Eingangsspannungsbereich (z.B. bis 24V) um eine
extra PSU zu sparen. De facto befindet sich diese im Controller selbst.
Hersteller wären z.B. Micronas
(http://www.micronas.com/en/automotive_and_industrial_products/by_function/hvc_22xya_hvc_24xya/product_information/index.html)
oder Infineon.
Beste Grüße
E.
@Erich R.
Danke für Deinen Link. So wie ich sehe, haben die Kontroller einen 8051
-kompatiblen Kern. Das ist schön. Weißt Du, ob man sie nur über das
JTAG-
Interface "beladen" kann, oder es noch andere Möglichkeiten gibt?
Wenn es die Sorte mit internem ROM ist, ist mir klar, daß der
freundliche
Hersteller den schon "brennt", aber es es gibt ja auch einen mit Flash-
ROM, wo ich selbst drin herumfuhrwerken kann.
MfG Paul
@ Paul Baumann (Gast)
>den Leitungen bedarf, um diese Kollegen zu verwirren. Damit baue ich>immer noch gern.
Gib's doch zu, am liebsten wär dir doch ein Controller rein aus Relais.
duckundwech
Falk
Microchip hat diverse HC Hochwolttypen, gehen bis max 15V.
Haupteinsatzgebiet sind z.B. festverdrahtete Feuermelder welche an
12V betrieben werden oder Sachen, wo man auf höhere Treiberspannungen
zurückgreifen muß und sich dann die externe Logic sparen möchte.
Als Beispiel 12V IR Dioden welche mit 100mA gepulst werden mittels 4 pin
ohne Vorwiederstand usw.
Paul Baumann schrieb:> Danke für Deinen Link.
Gerne geschehen.
Leider kann ich Dir nicht sagen, wie sich der praktische Umgang mit
dieser Controller-Familie darstellt. Ich selbst habe mit ihnen leider
nie gearbeitet und somit auch keine Ahnung von der notwendigen
Tool-Chain.
Wie bereits erwähnt ist Micronas aber nicht der einzige Hersteller
solcher Controller.
@Falk
Richtig! Du hast mich durchschaut.
>duckundwech
Du kannst ruhig wieder hoch kommen; -ich steige nicht aus Deinem Router
und
ziehe Dir die Krawatte gerade.
;-)
MfG Paul
Paul Baumann schrieb:> Man kann solche Schaltungen> auch aus unstabilisierten Netzteilen ohne Ärger betreiben.
Kannst Du auch mit den AVRs, die haben nen weiten VCC-Bereich von
1,8...5,5V.
Und die hohe Störfestigkeit kann man prima mit entsprechender Software
erreichen.
Peter
@Jan
Das ist ja richtig toll. Da braucht man sich gar keine anderen Pro-
grammierkenntnisse anzueignen. Na, dann will ich mal sehen, wo ich
die zu kaufen bekomme und was sie kosten.
Uhu schrob:
>Aber bitte mit handgetriebenen Kontakten, mundgeblasener Isolierung und>fußgemalten Schaltplänen.
Na klar doch. -Und mit einem UHU zur akustischen Ausgabe von
Fehlermeldungen im Morse-Code....
dämlich grins
Paul