Hallo
Ernst gemeinte Frage:
Ich arbeite derzeit an meiner BAK Arbeit, und meine LektorInnen legen
auf geschlechtsneutrales Formulieren viel Wert :)
Muss man Bus-Teilnehmer und Bus-Teilnehmerinnen schreiben?
Bin mir nicht sicher, ob dieses Thema in Deutschland so kritisch ist wie
bei mir in Österreich :)
Persönlich empfinde ich die Formulierung furchtbar, konnte aber keinen
fachlichen Hinweis finden der dagegen spricht.
Alternatives Wort nehmen, ist leider eher keine Option.
Danke
lg
Kannst dich ja daran orientieren: http://www.watson.ch/!474029673
Die Humboldt-Universität ist bei diesem Thema ganz vorne dabei.
Allerdings hätte ich als Oldtimer und dank falschen Geschlechts
definitivem Nichtfachmann vermutet, dass Dinge in dieser Frage anders
bewertet werden als Lebewesen. In der Annahme, dass es sich bei dem Bus
nicht um ein Fahrzeug handelt.
Eines muss dir aber klar sein: Bei Ideologie zählt nur Konformität zur
herrschenden Leermeinung. Eigenes Denken wird streng bestraft und welche
Strafe auf Ironie und Verarsche steht will ich lieber nicht wissen.
Knut nix schrieb:> Muss man Bus-Teilnehmer und Bus-Teilnehmerinnen schreiben?
VorschlagIn des Ministeriums für WahrheitEr gab zu AntwortEr:
BusIn-TeilnehmerIn
Da Teil bereits geschlechtsneutral ist, muss es nicht speziell entsext
werde, wie zum in diesem plusunguten Beispiel BusIn-TeilInnehmerInn.
Plusgut wäre dagegen dann wieder BusInn-TeilInnErnehmerInn.
Nein, ich bin nicht gegen die GleichstellungEr des MannInnes.
G"ottInn bewahre.
(Ok, das mit dem "o ist ein PalgiatInnEr)
Oh, was hämmert so früh an meine TürEr. Oh, eine FaustEr mit einem
MannInn dran. Die haben was für mich.
Ah, eine hübsche weise JackInn mit ÄrmelInnen zum hinten zubinden.
Äh, sehr plusungut.
Knut nix schrieb:> Hallo>> Ernst gemeinte Frage:>> Ich arbeite derzeit an meiner BAK Arbeit, und meine LektorInnen legen> auf geschlechtsneutrales Formulieren viel Wert :)>> Muss man Bus-Teilnehmer und Bus-Teilnehmerinnen schreiben?
Bus-Teilnehmende ?!?
Diese Wortglauberei erinnert stark an die Auflagen von
Propagandeministerien beliebiger totalitärer Systeme.
A. K. schrieb:> Heiko Jakob schrieb:>> Bus-Teilnehmende ?!?>> Da fehlen dann aber immer noch die Gebenden. Immer nur nehmen ist> unsozial, auch wenn es nur Teile sind.
Bus-Teilhabenden
Bus-Beteiligte
Bus-Gäste
Bus-Besucher
Bus-Anwesende
Bus-Geselschaft
Bus-Mischpoche
Da es um Dinge geht, ist die Frage nach meiner Meinung nicht relevant.
Oder wie lautet z.B. das geschlechtsneutrale Wort für Maschine, oder
Lokomotive, oder Hammer, oder Handtuch...
Ich weiss, Sprache kann grausam sein, man denke einfach an das Wortpaar
Herrlich / Dämlich. Aber Dinge dahinein zu ziehen, das wäre peinlich und
grotesk zugleich.
Knut nix schrieb:> Muss man Bus-Teilnehmer und Bus-Teilnehmerinnen schreiben?
Was bitte ist denn ein Busteilnehmer? Eine Radmutter¹? Ein Rückspiegel?
Der Tankdeckel?
Vermutlich meinst du den Fahrgast.
> Ich arbeite derzeit an meiner BAK Arbeit, und meine LektorInnen legen> auf geschlechtsneutrales Formulieren viel Wert :)
Aha. Geschlechtsneutral ist bei den Damen wohl, wenn man Dinge
sexualisiert, die mit dem Geschlecht (Sexus) absolut nichts zu tun haben
- verkehrte Welt...
Nein, diese Sorte Mensch beweist mit dem Unsinn nur, daß sie die
grammatikalische Kategorie Genus nicht von der bilogischen Sexus
unterscheiden können.
https://de.wikipedia.org/wiki/Genushttps://de.wikipedia.org/wiki/Sexus_%28Sprache%29
¹) Gibt es auch Radväter?
A. K. schrieb:> Eines muss dir aber klar sein: Bei Ideologie zählt nur Konformität zur> herrschenden Leermeinung. Eigenes Denken wird streng bestraft und welche> Strafe auf Ironie und Verarsche steht will ich lieber nicht wissen.
In diesem Fall sind Lehrmeinung und Leermeinung identisch! :-)
> Ich arbeite derzeit an meiner BAK Arbeit, und meine LektorInnen legen> auf geschlechtsneutrales Formulieren viel Wert :)
Wie schön, daß ihr sonst keine Probleme habt. Sowas gehört nicht an
irgendwelche höheren Lehrämter, das ist Kindergarten-Niveau.
Das Geschlecht des Wortes wird aktuell daran entschieden, ob es eine
gute oder schlechte Bedeutung hat.
Schreibst du also über einen Busteilnehmer der etwas sinnvolles tut und
einwandfrei funktioniert, dann ist es eine Busteilnehmerin.
Schreibst du über ihn wenn er den Bus stört oder ausgefallen ist, dann
ist es ein Busteilnehmer.
Thomas W. schrieb:> Schreibst du über ihn wenn er den Bus stört oder ausgefallen ist, dann> ist es ein Busteilnehmer.
Wie sieht dann eine Wiedereingiederung in die Bus-Teinehmerschaft aus?
Gender changer?
Wireless?
SChreib einfach das, dann kann sich keiner beschweren.
Das Bus, das Bus-Teilnehmen, etc.
Zu einem Verhuntzung des Sprache führt das Geschlechtsneutalismus
ohnehin, also was soll's...
Detlef Kunz schrieb:> Gender changer?
Wer zum Henker hat diesen Begriff erfunden? Muss schon länger her sein,
denn obzwar er konstruiert ist, dürfte jeder Versuch, einen Stecker
durch neutrale Erziehung und gutes Zureden zur Buchse oder irgendwas
dazwischen umzudefinieren, zum Scheitern verurteilt sein.
Hier wird ja wieder mal nur an der Oberfläche des Problemes gekratzt.
Geschlechtsneutralität? Pah!
Über die ungerechte Versklavung von Bus-Teilnehmern spricht kaum
jemand!!!
Jeder hier hält es für ingenieurgegeben, dass die Bus-Welt in Master und
Salves eingeteilt ist. Damit muss Schluß sein! Sprengt die Leitungen mit
denen ihr an die Master gekettet seid...
...hmm,ja ich hab die blauen Pillen schon genommen.
...ja, die roten auch.
...äh,wo war ich, ja ... und babbelt für ein demokratisches Bussystem!
A. K. schrieb:> Detlef Kunz schrieb:>> Gender changer?>> Wer zum Henker hat diesen Begriff erfunden?
Das war ein früher Fall von Sexualisierung unpassender Kategorien - es
ist genau derselbe Spleen, wie der, mit dem uns die Emanzen (und ihre
männlichen Anhängsel¹) nerven.
Und wehe, ein Vertreter er kriminellen Hälfte der Menschheit getraut
sich heutzutage, vergleichbares zu tun. Dem gehts dann wie dem Brüden
Reinerle...
---
¹) Aus der Tierwelt sind männliche Strategien bekannt, die es mit etwa
vergleichbaren Tricks rangniedrigen Inividuen ermöglichen, sich
Paarungsgelegenheiten zu erschleichen.
Da bin ich ja Froh, dass Ihr das Thema genau so spannend seht wie ich...
Jetzt habe ich auch noch "das Ausschalten von VerbrauchernInnen" in
meiner Arbeit gefunden. huihuiui :(
Detlef Kunz schrieb:> Genau, irgendwann kommt der TerminatorInn.
heißt ein weiblicher Terminator nicht Terminatrix?
@topic:
ich würde sagen vergiss den ganzen Gender-Schaß solange es nicht um
Personen geht (bin selber Österreicher).
im Zweifelsfall kannst du auch das machen was der Gesetzgeber selber
macht:
"Sofern in dieser Arbeit personenbezogene Bezeichnungen verwendet werden
betreffen diese Männer und Frauen gleichermaßen" (steht in ähnlicher
Form in zig Gesetzen, also kanns so falsch nicht sein...)
Daniel F. schrieb:> heißt ein weiblicher Terminator nicht Terminatrix?
Hmm. Wenn Professix für die geschlechtsneutrale Formulierung für
Professor(in) steht und Terminatrix eindeutig weiblich bestimmt ist, wie
kann das gut gehen?
> also kanns so falsch nicht sein...)
Wenn aber das Professix es unbedingt anders haben will... Wer benotet,
der sitzt am längeren Hebel.
Nach DIN ISO ist nur zulässig :
Bussi-Geber & Bussi-Nehmer
Für alles andere droht längeres Zuchthaus, als bei
Millionen-Steuern-hinterziehenden-würstchenproduzierenden
Vereinspräsident(Inn)en ...
SCNR
Detlef Kunz schrieb:> Daniel F. schrieb:>> bin selber Österreicher>> ÖsterreicherInn
ok, ich wohne in der Nähe des Inn (2km oder so entfernt) - aber bei der
letzten Körperfunktionsprüfung heute war ich körperlich definitiv ohne
In ;-)
Uhu Uhuhu schrieb:> A. K. schrieb:>> oder irgendwas dazwischen umzudefinieren>> Eine transsexuelle Buchse?
Als Buchse wird man nicht geboren sondern dazu gemacht!
Knut nix schrieb:> und meine LektorInnen legen> auf geschlechtsneutrales Formulieren viel Wert
Mein Tipp: Wechsel deine Lektorinnen! Und zwar schnell. Die Endphase so
einer Arbeit ist immer stressig, und da brauch man niemanden, der einem
völlig unnötig neue Probleme bereitet, die für die Arbeit völlig
irrelevant sind.
Schreib doch "Bus-Teilnehm<+>" und erklaer im Abkuerzungsverzeichnis,
dass
"<+>" durch den jeweils passenden polisch korrekten Suffix zu ersetzen
ist.
Wenn das Lektor<+> dann eine Medikamentenumstellung hatte und
Bruchstuecke
der Realitaet wieder bis ins Bewusstsein vordringen, kannst du den Text
einfach mit Suchen und Ersetzen wieder auf Normalform bringen ;-)
@ A. K. (prx)
>Kannst dich ja daran orientieren: http://www.watson.ch/!474029673>Die Humboldt-Universität ist bei diesem Thema ganz vorne dabei.
AUA! Das kommt raus, wenn die Leute zuviel Freizeit haben und nur Sülze
im Kopf! Da wünscht man sich fast wieder eine Kulturrevolution!
>Eines muss dir aber klar sein: Bei Ideologie zählt nur Konformität zur>herrschenden Leermeinung. Eigenes Denken wird streng bestraft und welche>Strafe auf Ironie und Verarsche steht will ich lieber nicht wissen.
!!!!!!!!! DREIFACH UNTERSTREICHEN !!!!!!!!
Danke für die Links
Ich denke ich werde mich für die "Bus-Teilnehmx" Variante entscheiden.
Vor allem für mich als alten Asterix Fan leicht umzugewöhnen.
Ganz klar ist mir jedoch nicht, ob "dix Verbrauchx" korrekt ist, das i
in "dix" ist irgend wie diskriminierend.*
*onlineversion_sprachleitfaden_hu-berlin_2014_ag-feministisch-sprachhand
eln.pdf S.17.
@ A. K. (prx)
>> AUA! Das kommt raus, wenn die Leute zuviel Freizeit haben>Das machen die nicht in ihrer Freizeit. Die werden dafür vom Staat>bezahlt. Als Beamte, also unkündbar auf Lebenszeit:
Umso schlimmer. Was ich aber eigentlich meinte, dass der technische
Fortschritt den Menschen bisweilen zuviel Freiraum beschert hat, über
derartigen Müll zu sinnieren. In einer Agrargesellschaft, wie sie
bisweilen in Asien, Afrika und Lateinamerika noch exisitert, wäre das
nicht passiert!
>http://www.gender.hu-berlin.de/
Wenn der Namensgeber der Uni das wüßte, würde er im Grabe rotieren!
Was ist denn überhaupt ein Bus-Teilnehmer?
Ist das ein Gerät auf einem Datenbus? Dann stellt sich doch selbst für
härtest gesottene Emanzen die Frag nicht. Aber das könnte nätürlich ein
guter Grund sein, die Verballhornung der Sprache in voller "offiziller"
Pracht zu benutzen...
Die Bezeichnung "Frau" ist übrigens auch sexsistisch und darf nicht mehr
verwendet werden.
Richtig heißt es jetzt: "Mensch mit Menstruationshintergrund"
SCNR
Co Em schrieb:> Richtig heißt es jetzt: "Mensch mit Menstruationshintergrund"
Das ist aber unzulässig vermännlichend, denn es heißt DER Mensch. Ein
Teufelskreis...
Icke ®. schrieb:> Das ist aber unzulässig vermännlichend, denn es heißt DER Mensch. Ein> Teufelskreis...
Nein, das ist einfach. Bezieht man sich explizit auf einen
weiblichen/männlichen Menschen, dann musst es "die/der Mensch" heissen".
Ansonsten verwendet man das neutrale "das Mensch".
Worte über Endungen zu differenzieren ist zwar nett, sorgt aber für
unnötige Komplexität. Verwendet man statt dessen entsprechende Artikel,
dann lässt sich die Sprache viel einfacher generisch entwickeln und man
muss keine tausend Sonderfälle einzeln behandeln. Auf für Sonderfälle
geschlechtlicher Zuordnung ist dann Raum, ohne die ganze Sprache
umzubauen.
Das könnte man dann sogar jenen Leuten leicht erklären, die Deutsch
als Fremdsprache lernen. Man muss nur noch ein paar Formen neu
definieren, die in Deutsch bisher auf das gleiche Wort abgebildet
werden, z.B. die Pluralform "die" in "die Menschen" muss differenziert
werden.
>Ganz klar ist mir jedoch nicht, ob "dix Verbrauchx" korrekt ist, das i>in "dix" ist irgend wie diskriminierend.*
dix => d.
Aber mal ehrlich, in welche kulturellen NiederungInnen werden wir durch
solch Tun wohl noch getrieben??? Bei Goethe und Schiller rumorts schon
in der Gruft.
A. K. schrieb:> Nein, das ist einfach. Bezieht man sich explizit auf einen> weiblichen/männlichen Menschen, dann musst es "die/der Mensch" heissen".> Ansonsten verwendet man das neutrale "das Mensch".
PS: Es ermöglich dann auch Raum für Sprachnuancen, die bisher in derart
prägnanter Kürze nicht möglich sind. Denn wenn man je nach Richtung
"dieder/derdie" für Transsexuelle nutzt, dann kann man folgerichtig
Machos als "derder" und Tussis als "diedie" bezeichnen.
A. W. schrieb:> Bei Goethe und Schiller rumorts schon> in der Gruft.
Schon Schiller sagte: "Durch diese kalte Hose wird er kommen, ich muss
passieren!"
A. W. schrieb:> Aber mal ehrlich, in welche kulturellen NiederungInnen werden wir durch> solch Tun wohl noch getrieben??? Bei Goethe und Schiller rumorts schon> in der Gruft.
Wenn die Professixen tatsächlich um sich greifen, und solche
Sprachformen nicht als Zwangssprache mit Androhung von Haftstrafe
durchgesetzt werden, dann wird in der Wahrnehmung der Menschen diese
Endung im Laufe der Zeit für hartgesottene Ideologen stehen, ggf. auch
als als eine besondere giftige Form der weiblichen Endung. Dann haben
wir nicht mehr 2 Formen, sondern 3.
Wie Perzeptionsstudien gezeigt haben (vgl. Kapitel8), werden mit ,man'
2
tatsächlich Vorstellungen von weißen ableisierten ,Männern' aufgerufen.
3
Das gleiche gilt auch für die Benennung ,Mensch'. Folglich sind ,man'und
4
,Mensch' keine neutralen Bezeichnungen,sondern re_produzieren immer
5
wieder Vorstellungen von weißen ableisierten ,Männern' als prototypisch
6
für das Allgemeinmenschliche.
Die Autoren bzw. die Autxs der Broschüre sind bei der (Nicht-)Verwendung
des Worts "Mensch" allerdings selber nicht sehr konsequent.
Hoffentlich färbt die Lächerlichkeit, der sie sich mit diesem Erguss
preisgeben, nicht auf das gesamte weibliche Geschlecht ab. Sonst hätten
sie am Ende genau das Gegenteil dessen erreicht, was sie als ihr Ziel
vorgeben ;-)
Yalu X. schrieb:> Die Autoren bzw. die Autxs der Broschüre sind bei der (Nicht-)Verwendung> des Worts "Mensch" allerdings selber nicht sehr konsequent.
Vielleicht wäre "Affe" angebrachter. Immerhin ist dieser Begriff
sachlich richtig und beendet gleich auch eine weitere Diskriminierung.
Ich versuchs mal mit ein paar Passagen:
"dass ich als Person, die sich vielleicht noch nicht so viel mit
Diskriminierung beschäftigt hat, Affen sprachlich wie selbstverständlich
einer von zwei Geschlechtsgruppen zuordne" - unverändert
diskriminierend, da wäre noch etwas Forschung über die Gewohnheiten
unserer Verwandten sinnvoll. Bonobos sollen da sehr offen sein
"was ich immer wieder als eine Gleichsetzung von Mann und Affe lese" -
ja, der Eindruck kommt manchmal auf, besonders in Texten aus der Ecke.
"Beispielsweise ist eine momentan häufig unbenannte Norm in Bezug auf
Affen männlich, weiß, umfassend nicht-beHindert (ableisiert) zu sein" -
passt schon besser, denn wer stellt sich da schon "weiß" vor.
"Die Umwelt soll so gestaltet sein, dass sie die Bedürfnisse aller Affen
berücksichtigt" - klar doch.
Falk Brunner schrieb:> Umso schlimmer. Was ich aber eigentlich meinte, dass der technische> Fortschritt den Menschen bisweilen zuviel Freiraum beschert hat, über> derartigen Müll zu sinnieren. In einer Agrargesellschaft, wie sie> bisweilen in Asien, Afrika und Lateinamerika noch exisitert, wäre das> nicht passiert!
brauchst gar nicht so weit zu gehen.
Im Italienischen gibt es keine neutralen Formen. Alles ist entweder
männlich oder weiblich. Wobei die männliche Form Priorität hat. Selbst
wenn in einer Gruppe von 200 Personen 199 Frauen sind und nur 1 Mann,
wird die Gruppe mit einer männlichen Form angesprochen. Erst bei
wirklich rein weiblichem Gruppenaufbau kommt es dann zu einer weiblichen
Form. Laut Auskunft meiner italienisch Lehrerin (selbst eine
Italienerin) hat niemand ein Problem damit.
<Sarkasmus>
Ausserdem finde ich es diskriminierend, dass es zwar im 'alten' Deutsch
für alles mögliche spezielle weibliche Formen gab, man uns Männern aber
keine für uns spezifischen Formen zusprach, sondern die männliche Form
immer für beides herhalten musste. Sprach man von Studentinnen, dann war
klar, dass es sich um Frauen handelte. Sprach man aber von Studenten,
dann mussten die Männer immer zurückstecken und ihren männlichen Status
für die ganze gemischte Gruppe opfern. Sauerei!
<Sarkasmus off>
Persönlich finde ich diese ganze gesellschaftliche Diskussion
hirnverbrannt. Wer sich an derartigen Wortgebräuchen definiert und meint
dagegen ankämpfen zu müssen, hat in meinen Augen nicht wirklich
verstanden, worum es im Feminismus gehen müsste.
A. K. schrieb:> Vielleicht wäre "Affe" angebrachter.
Ja, das wäre eine äußerst antidiskriminierende Wortwahl. Idealerweise
sollte man aber nicht "Affe", sondern "Affx" schreiben
Der extrem diskriminierende Satz
1
Man kann als Mensch affig, als Affe menschlich oder als Menschenaffe
2
affig und menschlich sein.
würde dann ins Antidiskriminaldeutsche übersetzt so lauten:
1
Affx kann als Affx affxig, als Affx affxlich oder als Affxsaffx affxig
Das ist doch Realsatire. Ich kann mir nicht vorstellen, daß das ernst
gemeint ist. Vielleicht bin ich aber auch zu alt dafür, das als sinnvoll
zu erkennen und es nicht für Schwachsinn zu halten.
Grübel
MfG Paul
Yalu X. schrieb:> würde dann ins Antidiskriminaldeutsche übersetzt so lauten:> Affx kann als Affx affxig, als Affx affxlich oder als Affxsaffx affxig> und affxlich sein.
Wenn dieser Text gerade auf dem Bildschirm zu lesen wäre...
http://www.youtube.com/watch?v=o9wc45s_l-M
:)
Paul Baumann schrieb:> Das ist doch Realsatire. Ich kann mir nicht vorstellen, daß das ernst> gemeint ist.
Leider muss ich dich enttäuschen.
Die meinen das wirklich ernst.
Und das schlimme daran ist, dass sie auch noch denken, dass das ein
wichtiger Schritt zur Emanzipation der Frauen ist.
Karl Heinz schrieb:> Und das schlimme daran ist, dass sie auch noch denken, dass das ein> wichtiger Schritt zur Emanzipation der Frauen ist.
Die nun darin besteht, dass sich Frau A nicht mehr von Mann B
bevormunden lassen muss, sondern von Frau C.
Eine Emanzipation ist das durchaus. Nämlich für Frau C, eine kleine
Minderheit. Dazu passt, dass irgendwelche Quotenideen nur ab oberen Ende
der Fütterungsskala angedacht sind, nicht unten.
Karl Heinz schrieb:> Die meinen das wirklich ernst.> Und das schlimme daran ist, dass sie auch noch denken, dass das ein> wichtiger Schritt zur Emanzipation der Frauen ist.
Nehmt es doch bloß nicht so ernst. Die Menschheitsgeschichte ist eine
Geschichte voller Irrwege. Nur Rückblickend sieht es halbwegs gradlinig
aus.
Joe G. schrieb:> Nur Rückblickend sieht es halbwegs gradlinig aus.
Die alten Propheten haben es kommen sehen:
http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/1_timotheus/2/
"Ein Weib lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit. (Epheser 5.22)
Einem Weibe aber gestatte ich nicht, daß sie lehre, auch nicht, daß sie
des Mannes Herr sei, sondern stille sei. (1. Mose 3.16) (1. Korinther
14.34) Denn Adam ist am ersten gemacht, darnach Eva."
http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/1_korinther/14/
"Wie in allen Gemeinden der Heiligen lasset eure Weiber schweigen in der
Gemeinde; denn es soll ihnen nicht zugelassen werden, daß sie reden,
sondern sie sollen untertan sein, wie auch das Gesetz sagt"
Icke ®. schrieb:> Die alten Propheten haben es kommen sehen:>... Denn Adam ist am ersten gemacht, darnach Eva."
Mich wundert, daß kaum jemand das erste Buch Mose aufmerksam gelesen zu
haben scheint:
1.26: Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen...
1.27: Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde... und schuf ihn
als Mann und Weib.
Das war die erste Frau. Ihr Name, Lilith, wird in der Bibel nicht
erwähnt.
Sie war Adam zu emanzipiert und wollte ihm nicht gehorchen, so verließ
sie ihn...
Daraufhin, im 2. Kapitel:
2.18: Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch
(isch: Mensch, Mann) allein sei; ich will ihm eine Gehilfin
machen...
2.22: Und Gott der Herr baute ein Weib aus der Rippe...
2.23: Da sprach der Mensch: ... man wird sie Männin (ische: Männin)
nennen, weil sie vom Manne genommen ist.
wurde die erste Ische geschaffen, die dem Manne untertan war... ;)
Peter M. schrieb:> Das war die erste Frau. Ihr Name, Lilith, wird in der Bibel nicht> erwähnt.> Sie war Adam zu emanzipiert und wollte ihm nicht gehorchen, so verließ> sie ihn...
Oha, nicht mal der Allmächtige bekommt Version 1.0 fehlerfrei hin...
> wurde die erste Ische geschaffen, die dem Manne untertan war...
...und muß mit einem Servicerelease nachbessern.
Peter M. schrieb:> 2.22: Und Gott der Herr baute ein Weib aus der Rippe...
und was lernen wir daraus?
das gebot "du sollst nicht stehlen" ist nicht so verkehrt. da hätte er
es besser from scratch versucht :-)
also ich muss sagen, der thread war eine amüsante nachtlektüre seit
meinem letzten beitrag (viel) weiter oben
Knut _x schrieb:> Hallo>> Ernst gemeinte Frage:>> Ich arbeite derzeit an meiner BAK Arbeit, und meine LektorInnen legen> auf geschlechtsneutrales Formulieren viel Wert :)
Vielleicht hülfe es, wenn du dich wie Hitzelsperger & Co "outen" würdest
und aus Frauenverseher reüsieren könntest.
Wer Frauen versteht, versteht auch das Thema seiner Arbeit => gute Note!
J. Ad. schrieb:> Knut _x schrieb:>> Hallo>>>> Ernst gemeinte Frage:>>>> Ich arbeite derzeit an meiner BAK Arbeit, und meine LektorInnen legen>> auf geschlechtsneutrales Formulieren viel Wert :)>> Vielleicht hülfe es, wenn du dich wie Hitzelsperger & Co "outen" würdest> und aus Frauenverseher reüsieren könntest.
Autsch.
Er will doch sicher noch vor der Rente mit seiner BAK Arbeit fertig
werden. Und vortäuschen lässt sich sowas nicht. Das kriegen die gleich
spitz.
Hallo,
und schon wieder jemand, der Genus und Sexus verwechselt; eventuell kann
man den Ideologinnen etwas den Wind aus den Segeln nehmen, wenn man sie
auf die Erläuterung von "Sprachlicher Diskriminierung" der Wikipedia
hinweist:
> "Eine sprachliche Kategorisierung von Menschen allein stellt noch keine> Diskriminierung dar. Sie kann aber dazu werden, wenn die zugeschriebene> Kategorie mit so geringem sozialem Prestige verbunden ist, dass eine> Gleichbehandlung von vornherein ausgeschlossen ist."
Würde ja bedeuten, dass wenn die Verwendung der weiblichen Form
"Professorin" als diskriminierend angesehen wird, die entsprechende Dame
(oder heisst das bei ihr Damx?) wohl ihr Geschlecht mit "so geringem
sozialem Prestige ...(verbindet)..., dass eine Gleichbehandlung von
vornherein ausgeschlossen ist." ;-)
Ansonsten würde ich diese (von Steuermitteln bezahlte) Idiotie nicht
mitmachen (genausowenig wie die _ und I-Formen) sondern darauf
hinweisen, dass Du die amtlichen Regeln für die deutsche Rechtschreibung
gemäß Bundesanzeiger 205a/1996 verwendest. Und diese lassen diesen
Unsinn nun einmal nicht zu (z.B. der Gebrauch von Großbuchstaben nur am
Anfang des Wortes). Um die "emanzipierten" Lektorinnen zu besänftigen
würde ich - wenn ich es für unbedingt notwendig halte - dann abwechselnd
von Teilnehmer und Teilnehmerin sprechen. Das irritiert den geneigten
Leser übrigens ähnlich wie die "x"-Form (und weist ihn damit auf die
Unsinnigkeit dieser Genus/Sexus-Verwechselung hin), während die
(falsche) Verwendung des Binnen-I inzwischen leider so häufig geworden
ist, dass dies den Leser nicht mehr verwundert.
Noch was zum Thema "emanzipiert" und "Diskriminierung": Eine
Diskriminierung des männlichen und weiblichen Genus ist durchaus geboten
(im ursprünglichem Wortsinne der Unterscheidung), da damit Informationen
übertragen werden (und dazu dient nun einmal die Sprache). Wenn man
darin eine Benachteiligung sieht sollte man einfach einmal überprüfen,
ob man selber nicht Sexistisch ist; bei mir zum Beispiel ruft das Wort
"Menschen" spontan eine Vorstellung von einem bunten Gewimmel
unterschiedlichster Homo sapiens (ups, Homo heisst ja auch "Mann"...)
verschiedenster Geschlechter und Rassen hervor. Wenn sich die Autorinnen
des "Sprachleitfadens" darunter nur eine Menge weißer Männer (möglichst
noch nach griechischem Schönheitsideal) vorstellen, so scheint hier
entweder ein heftiger Sexismus oder aber ein Hormonungleichgewicht
vorzuliegen.
Schöne Grüße,
Martin
Martin L. schrieb:> Eine Diskriminierung des männlichen und weiblichen Genus ist> durchaus geboten (im ursprünglichem Wortsinne der Unterscheidung),> da damit Informationen übertragen werden
Es geht eher darum, diese Information bewusst weglassen zu können, wenn
sie im jeweiligen Kontext nicht erforderlich ist.
Hallo,
in der (menschlichen) Kommunikaionstheorie ist es ein weitverbreiteter
Ansatz, dass der Empfänger die Botschaft bestimmt. Damit er diese
korrekt interpretieren kann benötigt er so viele Informationen wie
möglich. Enthalte ich ihm diese Informationen vor, schade ich der
Kommunikation und verleite ihn eventuell zu Fehlentscheidungen. Dies mag
in einem Utopia nicht gelten, wo Entscheidungen ausschließlich auf
objektiv verifizierbaren Tatsachen beruhen - da damit allerdings die
Subjektivität ausgeschlossen wird könnte man eine solche Gesellschaft
nicht als "menschlich" bezeichnen.
Deswegen ein Beispiel aus der heutigen Zeit:
Folgt man der Aufforderung und verwendet ausschließlich eine
geschlechtsneutrale Form von "Arzt" (da ja die Information über das
Geschlecht der Person für eine objektive Entscheidung nicht benötigt
wird), werden bei der Auswahl von geschlechtsspezifischen Fachärzten
(z.B. Frauenarzt oder Urologe) nur wenig mehr als 50% glücklich über die
Wahl des Arztes sein (eine Verzeilung von 50% von männlichen und
weiblichen Ärzten vorausgesetzt).
In anderen Bereichen könnte ich Dir zustimmen (z.B. die Versachlichung
von Gegenständen wie im englischen) - allerdings haben wir nun einmal
diese deutsche Sprache, die so etwas nicht vorsieht. Und verhunzt wird
sie auch ohne diese Gleichmacherei (die mitnichten eine "Förderung der
Gleichberechtigung" darstellt) schon genug.
Schöne Grüße,
Martin