Servus,
ich arbeite mittlerweile seit 4,5 Jahren in einem Konzern und befinde
mich momentan in meinem zweiten Projekt (bin nach dem Studium direkt
beim Konzern eingestiegen). Das erste Projekt dauerte 3 Jahre und wurde
erfolgreich abgeschlossen.
Das zweite Projekt, an dem ich seit ca. 1,5 Jahren mitarbeite, soll Ende
des Jahres fertig werden. Jedoch bezweifle ich, dass es überhaupt
erfolgreich abgeschlossen wird. Der Grund ist der, dass es sich dabei um
ein Projekt handelt, bei dem die Projektmitarbeiter aus verschiedenen
Abteilungen kommen und die einzelnen Gruppen von den
Ergebnissen/Zwischenprodukten der anderen Gruppen abhängig sind. Jedoch
kommt es immer wieder zu Misskommunikationen, da die Leute falsche oder
veraltete Daten/Ergebnisse den anderen Projektmitarbeitern
weiterkommunizieren und diese eben basierend auf falschen
Zwischenergebnissen weiterarbeiten. Am Ende wird dann festgestellt, dass
da etwas faul ist und man findet auch die Ursache. Es wird dann
korrigiert. Aber letztendlich geraten wir (und alle anderen auch) unter
Zeitdruck, nur weil bestimmte Teams nicht sauber arbeiten bzw. Sogar
inkompetent sind. Und die gesamte Zeitplanung ist nun am A.... Dies
passiert schon seit Beginn des Projekts. Die Zwischenetappen konnten wir
zeitlich gerade so erreichen oder mit kurzen verspätungen. Jetzt kommt
zusätzlich die Urlaubszeit, so dass auch wir (also mein Projektteam)
unsere Ziele wahrscheinlich nicht erreichen werden können. Denn momentan
ist mein Kollege im Urlaub. Eine Woche nach seinem Urlaub bin ich im
Urlaub.
Was mich dabei stört, ist, dass wir (mein Projektteam)
ergebnisorientiert arbeiten, d.h. wir erstens unsere Ergebnisse zu den
(Zwischen)Deadlines liefern und dass diese korrekt sind. Das ist
natürlich mit viel Stress verbunden insbesondere wenn wir feststellen,
dass die Teilergebnisse der anderen falsch sind und somit unsere auch.
Letztendlich müssen wir deren Ergebnisse korrigieren/kommunizieren und
danach unsere eigene Arbeit erledigen. Wenn ich die anderen Projektteams
anschauen, dann stelle ich fest, dass die eine ganz andere Einstellung
haben: sie stressen sich gar nicht:
1. wenn sie die deadline nicht einhalten können, dann halten sie sie
auch nicht ein, d.h. sie bemühen sich gar nicht, sie überhaupt
einzuhalten (sieht man daran, dass wenn sie die Ergebnisse vorstellen
müssen, sie davor nicht mal Überstunden schieben. Das führt dazu, dass
sie sich bei der Vorstellung blamieren, da alles unpassend und
unvollständig ist).
2. sie wissen selber, dass sie falsche Ergebnisse produzieren bzw.
Produziert haben. Aber sie ändern nichts an ihrer Arbeitsweise. D.h. sie
zeigen gar keine Bemühungen, sich zu verbessern.
Es kommt jetzt wahrscheinlich so rüber, dass ich über die anderen
herziehe und ich uns als so viel kompetenter sehe als sie. Aber darum
geht es mir nicht. Ich habe ja persönlich nichts dagegen, sollen sie
arbeiten wie sie wollen, aber ihre Einstellung hat halt Folgen für
andere (in diesem Fall für uns). Und das nervt mich. Letztendlich macht
mir der job momentan auch keine Lust mehr und ich denke mir, ich sollte
auch so handeln und mir keine Gedanken darüber machen, ob das Projekt
nun erfolgreich abgeschlossen wird oder ob es scheitert. Andererseits
passt es nicht zu meiner Einstellung.
1. Ist es "normal", dass es solche Teams/Mitarbeiter gibt? Mit normal
meine ich, ob es eher die Regel ist. Ist es eher die Regel in einem
Konzern?
2. Entwickelt man so eine " Sch..ß-drauf-Mentalität" über die Jahre? Ist
diese Entwicklung normal, weil man halt über die Jahre zig Projekte
bearbeitet hat und die Projekte nicht glatt laufen (unverschuldet) und
man sich dann denkt, wieso sollte ich mich jetzt stressen. Hat doch eh
keine Konsequenzen, wenn es scheitert und es spielt auch keine ob ich
mich 150% anstrengend, es wird eh nicht honoriert?
1. Leider ja.
2. Nicht unbedingt. Es hängt von der persönlichen Einstellung ab. Ich
habe Kollegen mit Mitte 50, die schieben immer noch vorwärts. Alles
Typsache.
Qwertz schrieb:> 1. Ist es "normal", dass es solche Teams/Mitarbeiter gibt? Mit normal> meine ich, ob es eher die Regel ist.
Sicher! Du weißt doch bestimmt, wofür TEAM als Abkürzung steht?
Antwort: "Toll Ein Anderer Machts."
Quertz meinte
> Das erste Projekt dauerte 3 Jahre und wurde erfolgreich abgeschlossen.
Was ist bei dir erfolgreich? Denn damit
> Das zweite Projekt, an dem ich seit ca. 1,5 Jahren mitarbeite, soll Ende> des Jahres fertig werden. Jedoch bezweifle ich, dass es überhaupt> erfolgreich abgeschlossen wird.
Terminverzug ist bei dir Mißerfolg?
> Aber letztendlich geraten wir (und alle anderen auch) unter Zeitdruck, nur >
weil bestimmte Teams nicht sauber arbeiten bzw. Sogar inkompetent sind.
> Und die gesamte Zeitplanung ist nun am A.... Dies passiert schon seit> Beginn des Projekts.
Bist du der Projektleiter oder dein Lohn direkt anhängig von deiner
Termin-erfüllung?
Sicher nicht der PL u. dein Lohn sicher auch nicht damit gekoppelt?
Oder überlege dir, was die anderen schlechten Teams von euch
unterscheidet!
Seid ihr alle gleich gestellt und der gleichen zentralen Führung und
Herkunft untergeordnet, oder eher nicht?
Für alle Probleme oder Schlamperei gibt es Ursachen, liegen die in
höheren Ebenen, kannst du gar nichts machen. Außer dich unnötig heiß.
Vermute mal, da sind die ursächlichen Teams für Terminverzug, anders
gestellt und entlohnt als ihr?
Die von dir beschriebenen Zustände in dem Konzern kommen mir recht
bekannt vor.
Fremdvergabe an externe oder befristete Teams, welche die Vor- und
Drecksarbeit machen, sowie sicher noch nach Pauschalen (Leistung)
abgerechnet, aber nicht kontrolliert werden? Ist dem so?
Niemand schrieb:> Terminverzug ist bei dir Mißerfolg?
Nein, nicht unbedingt. Aber die finale Deadline ist fest und diese kann
nicht verschoben werden. Dies wurde vom Kunden bereits so kommuniziert.
Bei den Zwischendeadlines kam es ja bereits zum Verzug und es wurde auch
mit dem Kunden darüber gesprochen. Jedoch besteht er, dass die
Enddeadline eingehalten werden muss.
Und so wie es gerade läuft, glaube ich, dass wir unsere Ergebnisse nicht
bis zur Deadline fertig haben werden bzw nicht zufriedenstellend fertig
haben werden.
> Bist du der Projektleiter oder dein Lohn direkt anhängig von deiner> Termin-erfüllung? Sicher nicht der PL u. dein Lohn sicher auch nicht> damit gekoppelt?> Oder überlege dir, was die anderen schlechten Teams von euch> unterscheidet!> Seid ihr alle gleich gestellt und der gleichen zentralen Führung und> Herkunft untergeordnet, oder eher nicht?
Ich bin nijt der PL. Mein Lohn ist auch nicht an die Terminerfüllumg
gekoppelt.
Es gibt eine zentrale Führung, also einen zentralen PL, welcher das
Organisatorische übernimmt. Das Projektteam besteht aber aus mehreren
Fachprojektteams, jedes dieser Fachteams hat einen PL, die dem zentralen
PL untergeordnet sind. Die PLs leiten die Kundenanforderungen ab und
präsentieren auch die Teilergebnisse.
Es gibt sozusagen FachPLs und einen zentralen PL.
Der Unterschied zwischen unserem Fachteam und den anderen (es sind nicht
alle Fachteams so, lediglich 2, bei einem ist es extrem) ist, dass wir
die Einstellung haben korrekte Ergebnisse abliefern zu wollen und uns
deshalb auch entsprechend reinhängen, d.h. wir schauen, dass unsere
Aufgaben erledigt sind und korrekt sind, was auch bedeutet, dass unsere
Überrstundenkonten ständig bis zum Anschlag voll sind. Die anderen
arbeiten einfach ihre Stunden ab, egal ob ihre Ergebnisse
funktionieren/korrekt sind oder nicht. Natürlich kann man sagen, dass
wir die dummen sind, weil unser Lohn nicht an Terminerfüllung gekoppelt
ist, jedoch ist das eben eine Einstellungssache. In meinem Fachteam
fühle ich mich ja auch deshalb wohl, weil wir eben gleich ticken. Jedoch
bin ich ja recht grün hinter den Ohren und bisher war es eben immer so
(auch im Studium.bei Projektarbeiten), dass ich mit Leuten gearbeitet
habe, die gleich getickt haben und eben sich reingehängt haben. Aber
mittlerweile frage ich mich, bringt es überhaupt etwas, wenn die
anderen, mit denen man zusammenarbeiten muss, eine
Sch..ß-drauf-Einstellung haben und ich am Ende mich unnötig stresse.
V.a. aber wenn es eben die Regel ist und die Leute "immer" so arbeiten.
> Fremdvergabe an externe oder befristete Teams,
Also externe gibt es nicht, aber das Projektteam besteht ja aus
verschiedenen Fachteams. Und das Projektteam ist eben ein befristetes
Team. Was natürlich sein kann, ist, dass die anderen Fachteams
eigentlich keine Lust auf das Projekt hatten, aber sie es machen mussten
(wegen Abteilungsleiter oder damit Kohle in die Abteilung reinkommt)
> Vor- und Drecksarbeit machen, sowie sicher noch nach Pauschalen> (Leistung) abgerechnet, aber nicht kontrolliert werden?
Wie meinst du das?
In einigen Firmen wird ja auch gerne heruntergeprügelt obwohl in der
untersten Stufe exakt das geliefert wurde was von oben Bestellt wurde.
Auf Dauer macht das dann auch keinen Spass mehr.
Qwertz schrieb:> 1. Ist es "normal", dass es solche Teams/Mitarbeiter gibt? Mit normal> meine ich, ob es eher die Regel ist. Ist es eher die Regel in einem> Konzern?
Das gibts überall. Nicht nur im Konzern. Ich bin in einem Projekt, wo
wir mit anderen - ich nenns jetzt mal "Teilfirmen" - zusammenarbeiten.
Ich war beim letzten Meeting völlig geschockt (bin neu dabei im
Projektteam) wie schlecht langjährige Mitarbeiter überhaupt dort
motiviert/aktiv sind.
Herr X sollte mit einem Spezial-Messgerät (=hoch komplex) ein Bauteil
vermessen. Ergebnisse waren unbrauchbar, da nicht nach unseren Vorgaben
vorgegangen wurde -> es wurden völlig falsche Parameter ausgewertet.
Also persönlich vorbeigefahren um das zusammen zu erledigen, zuvor noch
per Mail angekündigt, WAS GENAU gemessen werden muss. Vor Ort dann die
Überraschung. Messung klappt wieder nicht richtig. Herr X: "Ahhh Herr Y
kennt sich mit dem Gerät aus, der ist aber heute nicht da. Ich müsste
mich da erst mal einlesen". (WAS HAT DER DIE LETZTEN TAGE GEMACHT?)
Im Meeting später mit anderen Mitarbeitern wurde klar, dass manche noch
gar nicht verstanden haben, was wir eigentlich in diesem Projekt machen.
Zeitplan? Weit hinterher....
ABER: Es ist sehr unterschiedlich. Bei mir in der Abteilung ists in
Ordnung, da wollen die Leute was weiterbringen.
(Sei aber froh, so lange ihr überhaupt noch kommuniziert. Wir waren auch
zeitweise in einem Status, wo im Großteil der Zeit auf persönlicher
Ebene gestritten wurde! DAS bremst aus!)
> 2. Entwickelt man so eine " Sch..ß-drauf-Mentalität" über die Jahre? Ist> diese Entwicklung normal, weil man halt über die Jahre zig Projekte> bearbeitet hat und die Projekte nicht glatt laufen (unverschuldet) und> man sich dann denkt, wieso sollte ich mich jetzt stressen. Hat doch eh> keine Konsequenzen, wenn es scheitert und es spielt auch keine ob ich> mich 150% anstrengend, es wird eh nicht honoriert?
Vermutlich ja. Dafür bin ich noch zu jung. Ich tendiere aber auch
langsam da hin zu sagen: "Was? Nur noch 30PT für Arbeitspaket X? Ich
hatte doch schon gesagt dass 40PT schon zu wenig sind!". - "Ja aber der
Kunde wollte es billiger". - "OK, dann müssen wir eben mit den
schlechten Ergebnissen leben, zaubern kann ich auch nicht".
Letztendlich finde ich aber genau diese Projekte sehr interessant, da
man sich hier gut von der Masse abheben kann. Den eigenen Job sehr gut
machen und - ganz wichtig - zeigen, dass man selbst ordentlich
gearbeitet hat, auch wenn das Projekt gescheitert ist.
Sofern möglich, auch intervenieren und versuchen, das Projekt wieder in
geordnete Bahnen zu lenken. Wenn das gelingt, stehst du bei der nächsten
(Gehalts)verhandlung auch besser da! :-)
Johannes O. schrieb:> Das gibts überall. Nicht nur im Konzern. Ich bin in einem Projekt, wo> wir mit anderen - ich nenns jetzt mal "Teilfirmen" - zusammenarbeiten.> Ich war beim letzten Meeting völlig geschockt (bin neu dabei im> Projektteam) wie schlecht langjährige Mitarbeiter überhaupt dort> motiviert/aktiv sind.> Herr X sollte mit einem Spezial-Messgerät (=hoch komplex) ein Bauteil> vermessen. Ergebnisse waren unbrauchbar, da nicht nach unseren Vorgaben> vorgegangen wurde -> es wurden völlig falsche Parameter ausgewertet.> Also persönlich vorbeigefahren um das zusammen zu erledigen, zuvor noch> per Mail angekündigt
Genau so ähnlich ist es. Es ist sogar so, dass wir uns mit ihren Tools
teilweise besser auskennen als sie selbst
> (Sei aber froh, so lange ihr überhaupt noch kommuniziert. Wir waren auch> zeitweise in einem Status, wo im Großteil der Zeit auf persönlicher> Ebene gestritten wurde! DAS bremst aus!)
Eine ähnliche Situation gab es auch. Es gab wieder mal ein Problem,
welches wir festgestellt und die Ursache lokalisiert haben. Es war
wieder das eine Team verantwortlich. Wir haben sogar einen
Lösungsvorschlag erarbeitet. Dann wurde dieser aber von denen abgelehnt
- nicht weil unser Vorschlag falsch/schlecht war sondern weil sie die
Änderung nicht einfach so selber einbauen dürfen. Aber letztendlich kam
es so über, dass sie in ihrer Abteilung nicht schlecht da stehen
wollten.
> Vermutlich ja. Dafür bin ich noch zu jung. Ich tendiere aber auch> langsam da hin zu sagen: "Was? Nur noch 30PT für Arbeitspaket X? Ich> hatte doch schon gesagt dass 40PT schon zu wenig sind!". - "Ja aber der> Kunde wollte es billiger". - "OK, dann müssen wir eben mit den> schlechten Ergebnissen leben, zaubern kann ich auch nicht".
Deshalb ja auch dieser Thread. Ich erkenne es bei mir selbst, dass ich
mir solche Gedanken mache.
> Letztendlich finde ich aber genau diese Projekte sehr interessant, da> man sich hier gut von der Masse abheben kann. Den eigenen Job sehr gut> machen und - ganz wichtig - zeigen, dass man selbst ordentlich> gearbeitet hat, auch wenn das Projekt gescheitert ist.> Sofern möglich, auch intervenieren und versuchen, das Projekt wieder in> geordnete Bahnen zu lenken.
Das ist aber eine doppelte Belastung. Weil du nicht nur deine eigene/s
Aufgabe/Problem lösen musst, sondern auch noch die Schlampereien der
anderen auszubügeln.
Naja schauen wir mal. Aber wie gesagt, zur Zeit macht die Arbeit
überhaupt keinen Spaß und langsam lässt auch die Motivation nach.
Der ganz normale Wahnsinn, nicht Neues.
Man muss in der Arbeitswelt, wie überall sonst auch im Leben, mit dem
auskommen was man zur Verfügung hat, und das beste daraus machen. Dazu
gehören Geld, Zeit, Kollegen, Vorgesetzte, Mitarbeiter, Zulieferer,
Kunden, Organisationsformen, Strategien usw. etc. Kaum auf etwas hat man
Einfluss und praktisch nichts entspricht dem Ideal. Die Kunst ist, aus
dem Vorhanden das Beste rauszuholen.
Und das mit den Terminen: Naja, wohl die allermeisten Termine im
Projektgeschäft werden sehr strapaziert. Ist aber im Prinzip auch nicht
schlimm, auch wenn es eigentlich schlimm ist. Verzögerungen sind in der
Regel vertraglich geregelt. Und es ist durchaus normal, dass die Ponäle
beim Abschluss schon miteinkalkuliert wurde...
Alles der ganz normale Wahnsinn...
Projektleiter schrieb:> Alles der ganz normale Wahnsinn...
So isses.
Bei uns haben wir nicht mal funktionsfähige Doku-Vorlagen. Alle
Formatierungen springen kreuz und quer durcheinander. LOL
Derzeit wende ich sicher 30 % der Zeit dafür auf. Bin allerdings auch
kein PC-Experte.
Das Projektgeschäft ist aber auch komplex. Dafür haben die PL aber auch
schön Kohle eingesackt. Da kamst Du so nie dran.
Qwertz schrieb:> kommt es immer wieder zu Misskommunikationen, da die Leute falsche oder> veraltete Daten/Ergebnisse den anderen Projektmitarbeitern> weiterkommunizieren und diese eben basierend auf falschen> Zwischenergebnissen weiterarbeiten. Am Ende wird dann festgestellt, dass
Schnittstellen zwischen den Teams sauber definieren (Einheiten,
Datenumfang, Ziele, Zeitrahmen, usw.)
und moderne Technik benutzen, z.B. Austauschordner auf dem Server statt
Ausdrucke von vorgestern, es soll auch Software geben die
Echtzeit-Teamarbeit ermöglicht ;), dieses "SharePoint" vom
Fensterhersteller aus Redmond z.B.
kenne das von einem meiner Projekte: vor knapp einem Jahr habe ich es
übernommen. Jedoch bestand die Übergabe nur aus dem Gespräch mit dem
neuen Projektleiter und einem technischen Spezialisten, der aber nicht
in der Lage ist, seine Visionen auf realistische Häppchen (=was wir denn
eigentlich brauchen) herunterzubrechen.
Ziel war es, eine Altanwendung abzulösen, aber nie klar, was genau die
neue Version machen können soll. Sie sollte bloß flexibler sein, was
spontane Änderungen betrifft, denn das war bislang immer ein großes
Problem. Ansonsten sich genauso verhalten wie die alte und auch die
gleichen vermurksten Schnittstellen bedienen, denn den Rest der Welt
kann und will man nicht ändern.
Ok. Dann fängt man an zu entwickeln, zieht den Leuten Bröckchen für
Bröckchen aus der Nase und kommt kaum voran. Plötzlich kommt der PL und
meint, er müsse jetzt einen Meilensteinplan machen, da das Mgmt Termine
kommuniziert haben möchte. Gut, die Termine wurden dann mutig gelegt,
wenn ich 100% meiner Zeit nur damit verbringe. Die Deadlines sind aber
fix, da auch an den Kunden kommuniziert.
Tja, 2 Tage später bekam ich ein weiteres Projekt, was auch 80% meiner
Zeit verschlingt und auf ungewisse Zeit erstmal läuft.
Jetzt frage ich mich, wie ich das in Griff bekommen kann. Wollte mich
schon gestern am Sonntag hinsetzen, um zu arbeiten, aber dafür konnte
ich nicht die notwendige Motivation finden. Haben auch schon
x-Überstunden auf der Uhr, wo mir nahelegt wurde, sie man abzufeiern.
Gleiches gilt für Urlaub. Bis jetzt hatte ich noch keinen in diesem
Sommer und auch nichts geplant, da einfach keine Zeit dafür ist.
Jedoch sind die Leute, die mir die Anforderungen geben sollten,
natürlich 3 Wochen am Stück im Urlaub und geben dann wieder ihre
Verantwortung ab.
Zusammengefasst: Hier sind mal wieder ein Haufen Genies unterwegs, die
unter der Dummheit, Faulheit und Inkompetenz des Pöbels leiden.
Willkommen bei mikrocontroller.net!
javafanboy schrieb:> Tja, 2 Tage später bekam ich ein weiteres Projekt, was auch 80% meiner> Zeit verschlingt und auf ungewisse Zeit erstmal läuft.
Von wem? Wieviele Chefs hast Du die sich gegenseitig übergehen bzw
nichts voneinander wissen?
Qwertz schrieb:> 1. wenn sie die deadline nicht einhalten können, dann halten sie sie> auch nicht ein, d.h. sie bemühen sich gar nicht, sie überhaupt> einzuhalten (sieht man daran, dass wenn sie die Ergebnisse vorstellen> müssen, sie davor nicht mal Überstunden schieben. Das führt dazu, dass> sie sich bei der Vorstellung blamieren, da alles unpassend und> unvollständig ist).
Ist ja auch richtig so... wenn ich Deadlines nur dann halten kann wenn
ich Überstunden schiebe mach nicht ich was falsch sondern die
Projektleitung / das Management. Solange man nur normaler Entwickler
ist, steht 35h/40h-im Vertrag, nicht 35h+/40+.
Und wenn das Projekt so geplant ist, dass ich bei 110% Leistung immer
noch Überstunden machen muss um irgendwie im Soll zu bleiben, dann mach
ich die Überstunden einfach nicht. Punkt. Man darf sich nicht verarschen
lassen.
Das sind die Gründe, aus welchem ich einen großen Konzern verlassen
haben.
Viele haben mich gefragt, ob ich noch alle beisammen habe. Eine so
sichere Geldquelle zu verlassen. Und großartig anstrengen müsse ich mich
im Konzern auch nicht. Und wenn mal was schief geht, ist es auch nicht
so schlimm, ... usw.
Da viele im Konzern so denken, kommt es genau zu diesen Situationen. Ich
habe den Konzern nicht verlassen, weil ich mehr arbeiten für weniger
Geld wollte, sondern weil man der ganzen Sache so hilflos gegenüber
steht. In einer kleineren Firma (ca. 200-300 Angestellte) kann man etwas
bewegen.
Mittlerweile gehe ich wieder richtig gerne an die Arbeit. Die Zeiten
werden per Stempeluhr erfasst, ich brauch keine Überstunden leisten und
ich nehme keine Arbeit mit nach Hause. Die Kohle und die aufgewendete
Zeit inklusive der aufgeriebenen Nerven stehen in einem hervorragenden
Verhältnis.
Und in einem Konzern jammern alle, wie schlecht das doch alles ist usw.
Wenn euch etwas nicht passt, dann müsst ihr an der Situation etwas
ändern. Falls euch das im Konzern nicht gelingt, dann müsst ihr eben
woanders hin. Dabei hilft eine Kündigung. Wenn ihr gut seid, findet ihr
auch etwas passendes neues.
1234567890 schrieb:> Und in einem Konzern jammern alle, wie schlecht das doch alles ist usw.>> Wenn euch etwas nicht passt, dann müsst ihr an der Situation etwas> ändern. Falls euch das im Konzern nicht gelingt, dann müsst ihr eben> woanders hin. Dabei hilft eine Kündigung. Wenn ihr gut seid, findet ihr> auch etwas passendes neues.
Solche Leute werden sich nichts Neues suchen. Früher war ich auch so
naiv, anzunehmen, dass die halbe Belegschaft auf dem Absprung wäre.
Stattdessen jammern diese Leute eben immer weiter, tragen keine
wirkliche Verantwortung, usw.. Mit solchen Kollegen könnte ich nicht
zusammen arbeiten. Als Kunden hingegen sichern solche Leute immer wieder
meine Folgeaufträge.
Andreas S. schrieb:> Mit solchen Kollegen könnte ich nicht> zusammen arbeiten.
Ich hatte es mal für fast fünf Jahre versucht und frage mich heute noch,
wie dort ein fertiges funktionierendes Produkt am Ende des Tages
verkauft werden kann.
Andreas S. schrieb:> Als Kunden hingegen sichern solche Leute immer wieder> meine Folgeaufträge.
Ja, das stimmt natürlich. Als Außenstehender braucht man diese Leute im
Konzern.
Eine "Scheißdrauf" Menatlität sollte man nicht entwickeln. Man sollte
sich aber nicht zu sehr zu Herzen nehmen, wenn alles den Bach runter
geht. Das passiert nämlich häufig.
Ich halte es so:
Wenn ein Projekt vor die Hunde geht, gibts rechzeitig eine Meldung den
den Verantwortlichen. Und zwar so lange, bis ich sicher bin, dass mein
Punkt rübergekommen ist.
Wenn Cheffe / Projektleiter meint, ich hätte unrecht und wir müssen so
weiter machen, bitteschön, dann fahren wir die Kiste halt in den Dreck.
Zu lästig sollte man nämlich nicht werden, sons ist man ein Meckerer und
fliegt irgenwann raus.
Man muss sich in solchen Fällen dann halt schriftlich absichern.
Passt dir das nicht, musst du dich selbstständig machen.
Dann hast du es aber mit Kunden zu tun, und glaub mir, das ist
schlimmer. Mein Vater hatte ein Schmuckgeschäft, daher kenne ich das aus
eigener Anschauung.
Gästchen schrieb:> Wenn Cheffe / Projektleiter meint, ich hätte unrecht und wir müssen so> weiter machen, bitteschön, dann fahren wir die Kiste halt in den Dreck.
Der Chef muss aber mehrere Interessen unter einen Hut bringen und den
Zugriff auf Ressourcen usw. priorisieren, auch wenn es dabei ggf. sehr
nachteilig für bestimmte Projekte laufen kann. Man kann es sogar etwas
bösartiger formulieren: wenn in einer Organisation so viele Ressourcen
zur Verfügung stehen, dass alle Aufgaben sofort und gleichzeitig
erledigt werden können, sind es zu viele Ressourcen.
Nätürlich sollte man eine "Scheißdrauf" Menatlität entwickeln!
Scheißdrauf was die anderen rumjammern und mosern, ich erledige meinen
Teil der Arbeit nach bestem wissen und gewissen.
@TE und alle anderen Pseudo-Projekt-Leiter, eine Frage, wer seit Ihr,
das Ihr meint Ihr könntet die Arbeit anderer so beurteilen? Nur weil Ihr
ein Krümmelchen des Kuchens erstellt?
Qwertz schrieb:> Aber wie gesagt, zur Zeit macht die Arbeit> überhaupt keinen Spaß und langsam lässt auch die Motivation nach.
Ich probier dich mal dich zu motivieren!
Oder besser zeigen wie du aus dieser Schlinge rauskommst.
Ich war mal an einen elektronischen Großprojekt beteilig.
Die hierarchische Schaltung ging über 350 Seiten mit ca. 50
eigenständigen Modulen.
Das Ganze wurde in einem Konzern in zwei Bereichen abgewickelt.
Ein Bereich war in Süddeutschland der 2. in Mitteldeutschland.
Wir sind 'eine' Firma hieß es.
90% wurden im ersten Bereich bearbeitet 10% im zweiten.
Das wurde politisch so gewollt!
Was sich sehr schnell herausstellte war eine sogenannte Wagenburg
Mentalität.
Man könnte auch sagen 2 Bunker mit Intranet und Telefonverbindung.
Ohne den passenden 'Stallgeruch' war es nicht möglich in den jeweils
anderen Bunker einzudringen.
Irgend wann merkte das die PL - Gilde, dass sowas nicht unbedingt
zielführend ist (das war schon mal gut, in anderen Konzernen
wird eine solch Wahrnehmung sogar unterdrückt).
Man hat dann Geld in die Hand genommen und eine Eventfirma beauftragt
ein 'come together' zu organisieren.
Das ging sogar bis zum gemeinsamen Spanferkel Barbecue.
Eine Woche später war alles beim alten! :-(
Wie es im Leben passiert kommt immer wieder ein Glücksfall hinzu.
Der TPL hatte eine richtig zielführende 'Idee'
Der ließ dann diese fehlende 10% Zuarbeit als sogenanntes U-Boot
im eigenen (90%) Stall fertig entwickeln und zwar mit Erfolg.
(die Motivation der Leute war erstaunlicherweise riesig)
Die 'Lösung' wurde dann anschließend in einer
Schublade sicherheitsverwahrt.
Am Tag X wo es dann zum richtigen 'come together' kam nämlich zur
Integration,
wo die 90% mit den 10% verschmolzen werden sollten und nichts ging,
da hatte sich dann in den oberen Rängen die Ratlosigkeit breit
gemacht.
Ein geflügeltes Satz war 'was machen wir jetzt'.
Da kam dann der TPL mit der devot vorgetragenen Ersatzlösung.
Komischer weise wurde überhaupt nichts hinterfragt,
zu sehr stand die Rettung des Projekts im Vordergrund.
Mein Rat an den TO solche Fehlentwicklungen frühzeitig
auf der PL Schiene nach oben beharrlich und sachlich vortragen und
die Argumentation (oder das Protokoll)schriftlich nachreichen,
da können auch durchwegs verhaltenspsychologische Argumente verwendet
werden.
(Man sollte das sogar auf Büttenpapier schreiben)
Wenn du Pech hast fahren die mit dem Projekt sehenden Auges gegen die
Wand - das musst du aushalten.
Was dir aber bleibt ist der 'Persilschein' auf dem Büttenpapier
der für dich dann wie dieEintrittskarte zum inneren Reichsparteitag ist.
Wichtig: Die gemachte Erfahrung beim nächsten Projekt sofort anwenden.
N.B.
Dieser Text mag zwar arg ausgeschmückt klingen,
hat sich aber so im Kern so zugetragen!
Max schrieb:> @TE und alle anderen Pseudo-Projekt-Leiter, eine Frage, wer seit Ihr,> das Ihr meint Ihr könntet die Arbeit anderer so beurteilen? Nur weil Ihr> ein Krümmelchen des Kuchens erstellt?
Eine Frage wer bist du?
Die Antwort:
Du bist der, der die Kuchen Krümelchen macht, welche die TPL's die PL's
zu eine Ganzen zusammen sintern,
sodass man es als Kuchen überhaupt verkaufen kann.
Ich denke mal, dass du über die Marketingabteilung
genau so abwertend denkst.
Die sind nämlich diejenigen die den Kuchen den Schlagoberst
verpassen damit er sich besser verkaufen lässt.
Nur so verdient man Geld!
1234567890 schrieb:> Und in einem Konzern jammern alle, wie schlecht das doch alles ist usw.>> Wenn euch etwas nicht passt, dann müsst ihr an der Situation etwas> ändern. Falls euch das im Konzern nicht gelingt, dann müsst ihr eben> woanders hin. Dabei hilft eine Kündigung. Wenn ihr gut seid, findet ihr> auch etwas passendes neues.
Wobei man natürlich erst einen neuen Job sucht und dann kündigt.
Qwertz schrieb:> 1. Ist es "normal", dass es solche Teams/Mitarbeiter gibt? Mit normal> meine ich, ob es eher die Regel ist. Ist es eher die Regel in einem> Konzern?> 2. Entwickelt man so eine " Sch..ß-drauf-Mentalität" über die Jahre? Ist> diese Entwicklung normal, weil man halt über die Jahre zig Projekte> bearbeitet hat und die Projekte nicht glatt laufen (unverschuldet) und> man sich dann denkt, wieso sollte ich mich jetzt stressen. Hat doch eh> keine Konsequenzen, wenn es scheitert und es spielt auch keine ob ich> mich 150% anstrengend, es wird eh nicht honoriert?
Klingt nach einer Firma ohne vernünftige Projektleitung und ohne
vernünftige Prozesse.
Wenn man das Ganze richtig machen will, dann muss man definieren
a.) wer was zu liefern hat UND
b.) in welcher Qualität er es zu liefern hat.
Schritt a.) wird in jeder halbwegs vernünftigen Firma auch durchgeführt.
Schritt b.) wird oft schmerzlich vermisst.
Die Firmen sind da freilich selbst dran schuld: Es steht ihnen ja frei,
sich besser zu organisieren. Wenn sie das nicht tun, dann fallen sie
eben auf die Schnauze.
D. I. schrieb:> Ansonsten gilt noch: "Man muss Scheiße auch einfach mal vorbeischwimmen> lassen">> Konzerne stecken sowas schon weg. :)
So wie Grundig zum Beispiel? ;)
Mark B. schrieb:> So wie Grundig zum Beispiel? ;)
Naja es ist schon ein Unterschied ob hin und wieder mal ne Möwe oder ein
kleines Speedboat an den Bug klatscht oder man volle Pulle auf den
Eisberg draufhält :)
Bürovorsteher schrieb:> Ich verstehe nur nicht, wie hoch der Leidensdruck sein muss, um so viele> Zeilen zu einem Allerweltswehwehchen zu generieren.
Wie schon erwähnt, bin ich nicht der erfahrenste Mitarbeiter und bis
jetzt war es stets so (sowohl im ersten Projekt, als auch im Studium),
dass ich mit Leuten zusammengearbeitet habe, die eine ähnliche
Arbeitseinstellung und Arbeitsweise hatten wie ich. So eine Erfahrung
mache ich zum ersten Mal. Natürlich kannte ich Leute (v.a. im Studium),
die faul waren oder Projekte auf den letzten Drücker gemacht haben oder
dass deren Projekte gescheitert sind, weil sie unorganisiert gearbeitet
haben - aber mit solchen Leuten wollte ich und habe ich nie gearbeitet.
Jetzt im Job muss man eben auch mit Leuten zusammenarbeiten, die eine
andere Einstellung zum Ganzen haben. Ob sie von Natur aus so sind oder
ob sie das über die Jahre entwickelt haben, weiß ich nicht.
Lu R. schrieb:> Ist ja auch richtig so... wenn ich Deadlines nur dann halten kann wenn> ich Überstunden schiebe mach nicht ich was falsch sondern die> Projektleitung / das Management. Solange man nur normaler Entwickler> ist, steht 35h/40h-im Vertrag, nicht 35h+/40+.>> Und wenn das Projekt so geplant ist, dass ich bei 110% Leistung immer> noch Überstunden machen muss um irgendwie im Soll zu bleiben, dann mach> ich die Überstunden einfach nicht. Punkt. Man darf sich nicht verarschen> lassen.
Dass die anderen Kollegen die Deadlines nicht einhalten können, liegt ja
nicht daran (bzw. nicht primär daran), dass die Zeitplanung so eng ist,
sondern weil sie eben eine chilligere Arbeitsweise an den Tag legen und
auch nicht ihre Ergebnisse überprüfen. Dann zieht sich das eben durch
und am Ende haben sie (und wir auch) dann mehr Arbeit, weil sie ihre
Ergebnisse korrigieren und anschließend die darauf basierende Arbeit
erneut erledigen müssen. Wenn ich bei mir einen Fehler entdecke und dies
meine Zeitplanung durcheinander wirft, dann schaue ich, dass ich die
vorgesehene Zeitplanung wieder einhalte, indem ich zunächst Überstunden
schiebe und den Fehler korrigiere und anschließend wieder im Zeitplan
bin - weil der Fehler war ja mein Eigenverschulden.
Max schrieb:> Nätürlich sollte man eine "Scheißdrauf" Menatlität entwickeln!> Scheißdrauf was die anderen rumjammern und mosern, ich erledige meinen> Teil der Arbeit nach bestem wissen und gewissen.
Wenn mir aber offensichtlich falsche oder veraltete Zwischenergebnisse
geliefert werden und man das mit den anderen Kollegen bereits ein paar
mal kommuniziert hat und nur kurzfristig sich etwas ändert, dann
verliert man eben die Lust.
> @TE und alle anderen Pseudo-Projekt-Leiter, eine Frage, wer seit Ihr,> das Ihr meint Ihr könntet die Arbeit anderer so beurteilen? Nur weil Ihr> ein Krümmelchen des Kuchens erstellt?
Erstens bin ich kein PL und tu auch nicht so als wäre ich einer.
Zweitens hängen wir von den Leistungen/Ergebnissen der anderen ab - sie
hängen genauso von unserer Arbeit ab. Wenn sich mehrmals gezeigt hat,
dass sie entweder falsche Ergebnisse oder veraltete Daten liefern, dann
fragt man sich, ob es überhaupt Sinn macht, sich den A.... aufzureissen
und am Ende scheitert es trotzdem.
Es ist auch nicht so, dass wir uns intern aufregen und mit den anderen
Kollegen nicht darüber reden. Es wurde schon mehrmals kommuniziert, aber
wie gesagt, ändern tut sich nur kurzfristig etwas und es wird auch keine
Anstrengung gezeigt.
Nochmals: mir geht es nicht darum über andere herzuziehen (vllt habe ich
es sogar zu sehr), sondern mir geht es darum, zu erfahren, ob es normal
ist, dass Projekte aufgrund solcher Gegebenheiten scheitern oder ob es
eine Ausnahme ist. Auch kann ich die Leute nicht nachvollziehen, wieso
sie so eine Einstellung haben.
MickD schrieb:> und moderne Technik benutzen, z.B. Austauschordner auf dem Server statt> Ausdrucke von vorgestern, es soll auch Software geben die> Echtzeit-Teamarbeit ermöglicht ;), dieses "SharePoint" vom> Fensterhersteller aus Redmond z.B.
Das wird auch gemacht. Aber das war/ist auch chaotisch. Zunächst gab es
ein Austauschordner/-laufwerk. Das funktionierte aber nicht, weil es da
dann zig Versionen einer Datei gab und diese auch gar nicht richtig bzw
konsistent gekennzeichnet waren und die älteren Dateien auch nicht
archiviert wurden. Dann stiegen wir auf ein Repository um, sodass eine
Historie da war und man so nachverfolgen konnte. Jedoch kam/kommt es
dann zu Mehrfachablagen (manche Daten sind noch auf dem Austauschordner,
manche wiederum im Repository) und außerdem pflegen die Kollegen ihre
Daten dort nicht regelmäßig. Man kann ja auch nicht jedes Mal
nachfragen, ob die Daten jetzt aktuell sind oder ob es in der
Zwischenzeit Änderungen gab.
Qwertz schrieb:> Zunächst gab es> ein Austauschordner/-laufwerk. Das funktionierte aber nicht, weil es da> dann zig Versionen einer Datei gab und diese auch gar nicht richtig bzw> konsistent gekennzeichnet waren und die älteren Dateien auch nicht> archiviert wurden. Dann stiegen wir auf ein Repository um, sodass eine> Historie da war und man so nachverfolgen konnte. Jedoch kam/kommt es> dann zu Mehrfachablagen (manche Daten sind noch auf dem Austauschordner,> manche wiederum im Repository) und außerdem pflegen die Kollegen ihre> Daten dort nicht regelmäßig.
Hehehe...
Ich kann Dir versichern, das ist in absolut jeder Firma, die mehr als
ein Dutzend Mitarbeiter hat, so.
Nur bei jungen Startups, die ausschließlich aus einer handvoll
Programmierern besteht, klappt das. Mit dem ersten Nicht-Programmierer
ist das garantiert vorbei. Und wenn es nur der Hausmeister ist der
einmal in der Woche seine Stunden in einer Excel-Liste einträgt. Aus und
vorbei...
Kannst also ganz beruhigt sein, ist alles der ganz normale Wahnsinn...
Weiter oben schrieb jemand, er staune über jedes fahrende Auto. Dem kann
ich nur beipflichten. Mein Arbeitgeber ist ein 300-Mann-Maschinenbauer.
Eine große Kundengruppe ist Medizintechnik die allerlei Dinge bauen, die
in Menschen verbleiben. Da wird's einem ganz anders und die Liste der
Krankheiten die man nie nicht niemals bekommen möchte, ist ganz schön
lang, weil man einfach weiß, wie bestimmte Implantate etc. hergestellt
werden...
Da setzt man sich lieber ganz entspannt in ein Flugzeug, das aus
Aber-Millionen von Teilen besteht, und für jedes Teil wurde der
billigste Lieferant ausgewählt!
Haberkarl schrieb im Beitrag #4667818:
> Das Hauptproblem in der Projektentwicklung ist nicht, dass es an> massenhaft guten & fähigen Spitzenleuten mangelt, sondern, wie man diese> vom Forum "Ausbildung, Studium & Beruf" weg bekommt.
Die werden doch von euch dort hin getrieben - was denn sonst.
Das Hauptproblem der Projektentwicklung sollte sein wie man
Mitarbeiter einbindet, ihnen die Zusammenhänge erklärt, sie mitnimmt!!
Eine gelegentliche gemeinsames Grillfete reicht hier nicht.
Projektleiter schrieb:> Mein Arbeitgeber ist ein 300-Mann-Maschinenbauer.> Eine große Kundengruppe ist Medizintechnik die allerlei Dinge bauen, die> in Menschen verbleiben. Da wird's einem ganz anders und die Liste der> Krankheiten die man nie nicht niemals bekommen möchte, ist ganz schön> lang, weil man einfach weiß, wie bestimmte Implantate etc. hergestellt> werden...
Na, na nicht so von oben herab!
Wer von eurer Zunft war das eigentlich der die billigen 'Balkon'
Implantate (für die Damen) an die Zombie - Chirurgen verscherbelt hat ?
:-((
Projektleiter schrieb:> Da setzt man sich lieber ganz entspannt in ein Flugzeug, das aus> Aber-Millionen von Teilen besteht, und für jedes Teil wurde der> billigste Lieferant ausgewählt!
Wenn dem so ist, überleg dir das als PROFI mal wie hoch die
Ausfallwahrscheinlichkeit ist ??
Da würden die Flugzeuge zwar alle irgendwie starten
aber letztlich ohne Schub zum nächsten Airport segeln.
Qwertz schrieb:> Es ist auch nicht so, dass wir uns intern aufregen und mit den anderen> Kollegen nicht darüber reden. Es wurde schon mehrmals kommuniziert, aber> wie gesagt, ändern tut sich nur kurzfristig etwas und es wird auch keine> Anstrengung gezeigt.
Ach Gähn ... Falscher Lösungsansatz. Du kannst die Leute nicht durch
Labern erziehen. Meist kannst du sie nicht einmal irgendwie erziehen.
Statt dessen, sieh zu dass ihr, beziehungsweise Du den Arsch an die Wand
bekommt, sollte es wirklich schief gehen (was ich nicht glaube). Also
schön die Probleme nach oben melden, statt seitwärts zu "kommunizieren".
> Man kann ja auch nicht jedes Mal> nachfragen, ob die Daten jetzt aktuell sind oder ob es in der> Zwischenzeit Änderungen gab.
Natürlich kann man das. Wegen solcher Probleme wurde die Bürokratie
erfunden. Man kann das Ganze schön in modernes Qualitätsmanagement
verpacken:
Ihr habe eine interne Kunden-Lieferanten Beziehung. Als interner Kunde
definiert ihr für euch Abnahme- und Verwendungskriterien für die
Zulieferungen eurer Kollegen. Zum Beispiel, es werden keine Daten
verwendet, für die es kein Prüfprotokoll gibt. Es werden keine Daten
verwendet, deren Aktualitäts-Bestätigung älter als X Tage ist. Kollege A
überwacht die Aktualitäts-Bestätigungen. Für euren eigenen Output (ihr
selbst seid wieder der Lieferant für andere) wird dokumentiert wo welche
Daten verwendet wurden. Usw.
Dazu schön Statistiken bilden. Wann (wie früh oder wie spät, vor oder
nach der Verwendung) wurden veraltete Daten entdeckt. Welche Kosten sind
bei der Verwendung entstanden, usw.
Wenn nötig wird euer eigener Output nachvollziehbar mit konkretem
Verweis auf die jeweils falschen Eingangsdaten zurückgezogen
("amtlicher" Rückruf).
Wie gesagt, alles schön als Qualitätsmanagement verpacken.
Weiter erste Maßnahmen im Qualitätsmanagement:
Das offensichtlich immer noch vorhandene Übergabeverzeichnis wird
abgeschafft. Die Daten kommen ebenfalls ins Repository.
Für die Benennung der Daten im Repository wird ein Standard eingeführt.
Ihr überprüft die korrekte Benennung selbstverständlich als Teil eurer
Abnahmekriterien.
Metadaten, wie Aktualitäts-Bestätigungen, kommen zu den Daten ins
Repository.
Viel Aufwand? Ja.
Zu viel Aufwand? Wenn ja, dann können die Daten gar nicht so wichtig
sein, bzw. das Problem nicht so groß sein, und du regst dich über eine
Kleinigkeit auf.
Hannes J. schrieb:> Viel Aufwand? Ja.>> Zu viel Aufwand? Wenn ja, dann können die Daten gar nicht so wichtig> sein, bzw. das Problem nicht so groß sein, und du regst dich über eine> Kleinigkeit auf.
100% Zustimmung!
Mark B. schrieb:> 1234567890 schrieb:>> Und in einem Konzern jammern alle, wie schlecht das doch alles ist usw.>>>> Wenn euch etwas nicht passt, dann müsst ihr an der Situation etwas>> ändern. Falls euch das im Konzern nicht gelingt, dann müsst ihr eben>> woanders hin. Dabei hilft eine Kündigung. Wenn ihr gut seid, findet ihr>> auch etwas passendes neues.>> Wobei man natürlich erst einen neuen Job sucht und dann kündigt.
...Und dann wo landet, wo es anders ist, nicht besser. Wer wegen sowas
kündigt, wird auf ewig Nomade bleiben.
Organisatorische Mängel findet man in irgendeiner Form in jeder Firma.
Das ist ein Merkmal sämtlicher Hirachien mit mehr als ein paar Personen.
Man sollte sich klar sein: Die Firma des TP verdient in irgendeiner Form
noch Geld, ist also wirtschaftlich.
Wer in einer so effizienten Firma wie der TP arbeiten darf, sollte
dankbar sein, dass er nicht in einer Behörde arbeiten muss.
Selbst wenn man in einer Behörde arbetet, muss man noch dankbar sein,
dass man in einer vergleichsweise gut organisierten deutschen Behörde
arbeiten darf.
Das lässt sich beliebig fortsetzen. Schlimmer geht immer.
Kündigen tut man wegen echter Mängel, wie einem cholerischem Chef oder
einem Großraumbüro.
Projektleiter schrieb:> Da setzt man sich lieber ganz entspannt in ein Flugzeug, das aus> Aber-Millionen von Teilen besteht, und für jedes Teil wurde der> billigste Lieferant ausgewählt!
Filmzitat aus "Armageddon".
"Melden macht frei."
Es wurde oben ja schon beschrieben wie man das im Detail technisch lösen
könnte. Wichtig ist halt, fehlende, verspätete oder fehlerhafte
Vorleistungen IMMER zu melden und selbst möglichst frühzeitig
korrespondierende Verzögerungen anzumelden.
Meldungen immer belegbar, z.B. per E-Mail. Nie nur mündlich - falls
irgendwann das Schwarze-Peter-Spiel gespielt wird.
Die Daten kommen 2 Tage später - geplanter Fertigstellungstermin eurer
Leistung MUSS 2 Tage verschoben werden.
Falls ihr den ursprünglichen Termin halten könnt: toll. Macht aber klar,
dass das nur durch zusätzliches Engagement möglich war und nicht immer
gehen wird.
Das Projektmanagement hat Puffer eingeplant. Oder lernt das irgendwann.
Nicht primär euer Problem, ihr habt nicht die Projektleitung.
Liefertermin, Qualität und eingesetzte Ressourcen: Nur 2 Parameter sind
wählbar.
> Autor: Paul Baumann (paul_baumann)> Datum: 03.08.2016 21:39> Zocker_50 schrieb:> > Hatte mein ganzes Leben lang Projekte die auf der Kippe standen.> Hast Du da die Raupe oder die Walze gefahren?
Ich habe fahren lassen !