Moin moin,
ich habe gesehen, dass es Lasttrennschalter sowohl 3-Polig als auch
4-Polig gibt (wo also zu den 3 L noch der N geschaltet wird). Ich habe
bei mir, bei meiner Freundin und bei meinen Eltern jedoch nur die
3-Polige Variante im Verteilerkasten gesehen. Der FI z.B. schaltet nun
aber 4-Polig ab und da hätte ich erwartet, dass auch der Hauptschalter
4-Polig abschaltet.
Kann mir jemand erklären, warum die Lasttrennschalter in den
Verteilerkästen anders als der FI nur die 3 Außenleiter abschalten?
Grüße...Karl
Karl schrieb:> Kann mir jemand erklären, warum die Lasttrennschalter in den> Verteilerkästen anders als der FI nur die 3 Außenleiter abschalten?
PEN darf nicht geschaltet werden.
Die Trennschalter dienen nur dazu die nachgeschaltete Verteilung
Spannungsfrei zu machen, z.b. zu Wartungs- oder Erweiterungszwecken.
Dafür reicht es die 3 Außenleiter zu unterbrechen, der N und PE führen
näherungsweise das gleiche Potential.
Sie können auch die allpolige Trennmöglichkeit darstellen die bei einem
aufgeteilten Drehstromkreis benötigt wird.
Für sich genommen sind Trennschalter aber keine Vorschrift.
Der FI hingegen muss sowohl die drei Außenleiter als auch den N
überwachen, denn das ist ein Summenstromwandler. Wenn mehr rein fließt
als raus kommt muss er auslösen. Das geht aber nunmal schlecht ohne N,
also muss der mit durchgeführt werden.
Es spielt, außer für die Prüftaste, keine Rolle wo L und N angeschlossen
werden. Wenn jetzt ein Außenleiter über den N-Kontakt geführt wird und
der nicht geschaltet würde, könnte der FI zwar wegen eines Fehlerstromes
gegen PE auslösen, aber der Strom würde nicht abgeschaltet und der User
gegrillt.
Und ein praktisches Beispiel dafür wäre ein FI mit der vorgesehehen
Anordnung L1, L2, L3, N. Wenn man den links neben eine Reihe Sicherungen
klemmt, kann man mit einer Phasenschiene direkt alle 3 Außenleiter auf
die Sicherungen brücken. Ach halt - da ist ja noch der N im Weg. Also
Einen Zinken der Brücke entfernen und ausreichenden Isolationsabstand
sicherstellen, oder den N einfach ganz links auflegen und die Schiene
erst ab der 2. Teileinheit beginnen lassen.
Wie nennt sich denn dein Stromanschluß?
Ist es TN-C dann muß der Schalter 3-Polig sein weil der Nulleiter nicht
geschaltet werden darf
Ist es TT dann muß der Schalter 4-polig sein weil der Neutralleiter mit
geschaltet werden muß
Nulleiter "PEN" ist NICHT GLEICH Neutralleiter "N"
Hallo,
vielen Dank für die Antworten. Die Funktionsweise des FI leuchtet mir
soweit ein, aber leider immer noch nicht, warum der N nur beim FI
zwangsläufig geschaltet werden mus, beim Hauptschalter jedoch nicht. Das
Argument mit dem an den Neutralleiter angeschlossenen Außenleiter kann
ich ja auch auf den Hauptschalter übertragen...der trennt dann fiktiv
nur 2 von den 3 L und der User wird über den vermeintlich neutralen N in
Kombi mit dem Schutzleiter gegrillt. Zum Messen benötige ich im FI
natürlich alle 4 Adern, aber zum Trennen doch eigentlich auch nur die 3
L, wenn der N richtig angeschlossen ist (was die Prüftaste ja
anscheinend verrät). Ich will gar nicht kritisieren, dass der FI
allpolig schaltet, sondern versuche nur zu verstehen, warum das beim
Hauptschalter im Gegensatz zum FI nicht sinnvoll ist, sofern in der
Verteilung N und PE separat vorliegen und der PE NICHT über den
Hauptschalter geführt wird. Irgendwo habe ich da scheinbar noch ein
Brett vor dem Kopf.
Da bei mir FIs vorhanden sind, dürfte ja eigentlich auch kein TN-C-Netz
vorhanden sein, so dass 4-Poliges abschalten zumindest nicht verboten
wäre. Nach weiteren Recherchen habe ich noch herausgefunden, dass
4-Polige Abschaltungen wohl in Bezug auf Drehstrom problematisch sein
können, weil der N da vorzugsweise "nacheilend abschalten und
vorauseilend einschalten" sollte, um die Geräte zu schützen. Obwohl man
dieses Verhalten ja sowohl bei Hauptschaltern als auch bei FIs vorsehen
könnte - aber keine Ahnung ob es auch gemacht wird. Wäre das eine
Erklärung, warum in einer Nicht-TN-C-Installation nur 3-Polige
Hauptschalter zum Einsatz kommen, während FIs in der selben Installation
4-Polig abschalten?
Nicht-Prüf-Elektriker schrieb:> Wie nennt sich denn dein Stromanschluß?
Falls mit "Stromanschluß" mein Strom-Tarif gemeint ist: der lautet
"Strom Klassik" von innogy. Netzbetreiber ist laut Rechnung Westnetz
GmbH.
Karl schrieb:> Nicht-Prüf-Elektriker schrieb:>> Wie nennt sich denn dein Stromanschluß?>> Falls mit "Stromanschluß" mein Strom-Tarif gemeint ist: der lautet> "Strom Klassik" von innogy. Netzbetreiber ist laut Rechnung Westnetz> GmbH.
Wechsel bloß nicht zu Vattenfall oder e.on, sonst musst du dein Netz
umbauen...
SCNR.
Mit Stromanschuss meint er ob es ein TN-C; TN-S; oder ein TN-C-S , oder
ein TT, oder ein IT System ist.
Die Verdrahtung des FI-Schutzschalter im Unterverteiler, hängt von
diesem Stromanschluss ab. Richtigerweise nennt man das Netzform.
Schaust du mal hier: https://de.wikipedia.org/wiki/TN-System
der Beitrag ist ja schon etwas älter ich kenne aber Plaungsunterlagen
z.B: von Mitsubishi Wärmepumpen und dort wird so ein 4 poliger Schalter
gefordert.
Thomas O. schrieb:> und dort wird so ein 4 poliger Schalter> gefordert.
Die Frage war aber warum oder weshalb mit welchem Grund!
An ner roten Ampel wird auch jedes Kind erzogen stehen zu bleiben, als
Erwachsener sieht das aber wieder anders aus!
Nicht-Prüf-Elektriker schrieb:> Wie nennt sich denn dein Stromanschluß?>> Ist es TN-C dann muß der Schalter 3-Polig sein weil der Nulleiter nicht> geschaltet werden darf>> Ist es TT dann muß der Schalter 4-polig sein weil der Neutralleiter mit> geschaltet werden muß>> Nulleiter "PEN" ist NICHT GLEICH Neutralleiter "N"
Wie sieht die Situation aus, wenn das Verteilungsnetz des
Energieversorgers ein TN-C-System ist und in der Kundenanlage zu einem
TN-S-System wird, also insgesamt ein TN-C-S-System vorliegt?