Hallo,
ich würde gerne damit anfangen mir Platinen zu ätzen und diese
anschließend selber zu bohren.
Aus den Artikeln hier dazu die ich via google gefunden habe bin ich
nicht so recht schlau geworden, da es eine Wust von Erfahrungsberichten
und Abratungen gab, aber ich keine wirklich konkrete Information zu
einer soliden Bohrmaschine finden konnte.
Es wäre daher nett, wenn mir jemand mit mehr Erfahrung als ich zu einer
ordentlichen Bohrmaschine Rat erteilen könnte.
Ich freue mich über jede Hilfe :)
Liebe Grüße
Fragender
Hartpapier (Pertinax)Platinen kannst du mit HSS Bohrern bohren, dazu
reicht Papas Bosch, eine MiniDrill oder handgeführte Dremel.
Epoxy (Glasfaser) kannst du nur sinnvoll mit VHM Vollhartmetallbohrern
bohren und dazu brauchst du hochdrehende spielfreie Bohrmaschine im
Bohrständer, Proxxon MiniMot 50 in MBS140 ist wohl als Minimum
anzusehen, aber die anderen von Proxxon wie FBS IB 230 oder BFB2000 sind
preislich auch nicht so weit weg, wenn man Netzteil und die Spannzange
für 3.2mm einrechnet. Such dir was aus.
Siehe dse FAQ.
Wenn du dir Enttäuschungen - grade als Anfänger - ersparen willst, dann
nimm kein Pertinax. Das verkokelt schnell und die Haftung des Kupfers
ist schlechter als bei Epoxy.
Und zum Bohren diese Bohrer:
http://www.conrad.de/ce/de/product/523605/
Ergeben ein sehr sauberes Lochbild, für jeden Durchmesser gibt es auch
ein 10er Set.
Proxxon oder Dremel mit hoher Drehzahl im passenden Bohrständer und
alles klappt wunderbar!
Die Bohrer gibt's auch günstiger bei http://hartmetalltools.de/
Hab mir 0.6, 0.8, 1.0 und 1.2 geholt, die sind für mich völlig
ausreichend. 0.9 oder 1.1 hab ich noch nie gebraucht :) Interessant ist
dann vielleicht noch ein 3er und ein 4er für Befestigungslöcher.
Grüße,
RSp
PS: Nein, ich hab mit dem Laden nix am Hut - wollte nur den Hinweis
geben.
Ronny Spiegel schrieb:> Die Bohrer gibt's auch günstiger bei http://hartmetalltools.de/
Habe da auch vor ca. 3-4 Jahren meine Bohrer gekauft.
Sind alle immer noch i.O. (nur 2 abgebrochen bis jetzt)
Da gibt es leider keine gebrauchte mehr.
Hier aber noch welche... 20 Cent pro Stück. Günstiger geht kaum noch
https://www.mehratec-shop.de
MfG
Mach SMD wo immer es geht. Das Bohren zu hause mit Proxxon und Co. macht
auf Dauer keinen Spass. Und du sparst dir damit einen kompletten
Arbeitsgang bei der Platinenerstellung.
Kann dem bisher Geschriebenen nur zustimmen. Für meine Heimarbeiten
verwende ich den Proxxon IB/E im Bohrständer MB 140/S mit VHM-Bohrern
von http://www.mmetoolshop.eu. Mit VHM-Bohrern sollte man nicht ohne
Bohrständer arbeiten, weil die Dinger so spröde sind, dass sie bei
Verkanten sofort brechen.
Ein Fußschalter für die Maschine ist noch ganz angenehm, weil man dann
seine beiden Hände frei hat, um zu bohren und die Platine festzuhalten.
Ausreichende Beleuchtung am Arbeitsplatz sollte vorhanden sein und ein
Fähnchen aus Gewebeband um den Bohrer tut gute Dienste bei der
Entfernung des Bohrstaubs.
> Mit VHM-Bohrern sollte man nicht ohne Bohrständer arbeiten, weil die> Dinger so spröde sind, dass sie bei Verkanten sofort brechen.
Seitdem ich mal einen VHM-Bohrer abgebrochen habe und der mir ins
Gesicht geflogen ist, verwende ich auch eine Schutzbrille.
Dem MB140 ist als Bohständer für den Anfang sicher einer mit einem sehr
guten Preis-Leistungs-Verhältnis, aber er hat auch eine ärgerliche
Schwachstelle. Eine Führungsstange für die Auf-Ab-Bewegung wird dort in
einer Kugel geführt und diese Kugel ist in eine Guss-Gabel eingepresst.
Die Stange läuft in der Kugel sehr schön spielarm, aber die Kugel ist in
der Gabel nur "irgendwie" eingesetzt, dadurch wackelt der Boher ein
wenig in links-rechts-Richtung. Man merkt das aber erst, wenn man
gezielt darauf achtet...
Ich hatte den gelegentlichen Verlust von 0,6mm-Hartmetall-Bohrern schon
meiner eigenen Grobmotorik zugeschrieben, als ich diesen Beitrag
gefunden habe:
http://www.rclineforum.de/forum/board1-allgemeines/bastelecke-und-tipps/299619-mein-neuer-proxxon-micromot-bo/
Ich bin dem Beispiel des Posters dort gefolgt und habe das Spiel der
Kugel mit einer gekonterten M3-Schraube eliminiert - und seitdem auch
keinen Bohrer mehr eingebüßt.
cyblord ---- schrieb:> Mach SMD wo immer es geht. Das Bohren zu hause mit Proxxon und Co. macht> auf Dauer keinen Spass. Und du sparst dir damit einen kompletten> Arbeitsgang bei der Platinenerstellung.
Das löten von SMD ist noch weniger vergnüglich. Das routen von SMD
Platinen ist auch so eine Sache. Wo man bei einem Kondi oder Widerstand
mit Drahtanschluss noch locker was durchziehen kann wird es bei SMD
schnell zweiseitig mit ebenso fälligen Vias. Man muß nicht mit der Mode
gehen ...nicht um jeden Preis. Achja ..wenn der TE zufällig schon im
Besitz einer halbwegs im Vorschub leichtgängigen gröberen Bohrmaschine
ist ,wüßte ich eine Alternative ...siehe Anhang. Damit bohre ich schon
seit einiger Zeit meine Platinen mit etwas 12000 U/min. Wenn ich es
ruhiger haben will dann halt mit 10000. Der Bohrkopf ist ausreichend
schnell und die große grobe hat eine gute Führung...meistens.. Zusammen
reicht das um Platinen zu löchern.
herbert schrieb:> cyblord ---- schrieb:>> Mach SMD wo immer es geht. Das Bohren zu hause mit Proxxon und Co. macht>> auf Dauer keinen Spass. Und du sparst dir damit einen kompletten>> Arbeitsgang bei der Platinenerstellung.>> Das löten von SMD ist noch weniger vergnüglich.
Quatsch. SMD ist ist nicht gleich klein. Es gibt auch große SMD
Elemente.
Vergleiche D-PAK und I-PAK Gehäuse. Vom Löten ist nicht viel
Unterschied, aber eines ist THT, das andere SMD.
> Das routen von SMD> Platinen ist auch so eine Sache. Wo man bei einem Kondi oder Widerstand> mit Drahtanschluss noch locker was durchziehen kann wird es bei SMD> schnell zweiseitig mit ebenso fälligen Vias.
Zwischen großen SMD Elementen kann man genauso durchrouten. Das geht
schon ab 0805 Widerständen und erst bei 1206 Bauformen.
> Man muß nicht mit der Mode> gehen ...nicht um jeden Preis.
Welcher Preis? Man spart sich das Bohren. Es gibt keinen Preis.
cyblord ---- schrieb:> Welcher Preis? Man spart sich das Bohren.
Man spart sich das suchen am Fußboden und man muß nicht im
Staubsaugerbeutel kruschen...Selbst bei 1206 muß man gut aufpassen damit
die nicht gassi gehen. Aber gut ich will es dir nicht ausreden. Im
Hobbybereich muß es für mich nicht sein. Lieber bohre ich Löcher.;-)
herbert schrieb:> wenn der TE zufällig schon im> Besitz einer halbwegs im Vorschub leichtgängigen gröberen Bohrmaschine> ist ,wüßte ich eine Alternative ...siehe Anhang. Damit bohre ich schon> seit einiger Zeit meine Platinen mit etwas 12000 U/min. Wenn ich es> ruhiger haben will dann halt mit 10000. Der Bohrkopf ist ausreichend> schnell und die große grobe hat eine gute Führung...meistens..
Meistens leider nicht...
Schön, wenn du eine Bohrmaschine mit ordentlicher Pinolenführung
ergattert hast, aber geh' mal in den Baumarkt (wo die meisten
Hobbybastler-Tischbohrmaschinen herkommen), hol' die Pinole einer
beliebigen Tisch- oder Standbohrmaschine ein Stück herunter und dann
wackele mal am Bohrfutter. Es wird merkbar wackeln - und das ist Käse
für kleine VHM-Bohrer. Vielleicht wirkt der kleine Zusatz-Spindelmotor
ja als stabilisierendes Gyroskop, aber ob ich mich darauf verlassen
wollen würde...
Ich hab' meiner Tischbohrmaschine vom Aldi (ist baugleich mit Einhell)
das Gewackel mit zwei abgerundeten Messingschrauben im Graugusskörper
abgewöhnt, aber das ist auch eher als quick&dirty-Lösung einzustufen...
herbert schrieb:> cyblord ---- schrieb:>> Welcher Preis? Man spart sich das Bohren.>> Man spart sich das suchen am Fußboden und man muß nicht im> Staubsaugerbeutel kruschen...Selbst bei 1206 muß man gut aufpassen damit> die nicht gassi gehen. Aber gut ich will es dir nicht ausreden. Im> Hobbybereich muß es für mich nicht sein. Lieber bohre ich Löcher.;-)
Erstaunlich wie du SMD verteufelst. Auf meinen Einwand mit den großen
Gehäusen gehst du gar nicht ein.
Und ob man mal einen SMD-Widerstand verliert, was macht es? Dafür sucht
doch keiner im Staubsaugerbeutel.
Ich will auch gar nicht dich überzeugen sondern den TE. Wenn du keine
Probleme mit dem Bohren hast, ok. Aber ich mache seit Jahren keine
Platine mit Löchern mehr. Sollte der TE eben auch mal in Erwägung
ziehen, anstatt sich mit dem Bohren abzumühen.
gruß cyblord
cyblord ---- schrieb:> Und ob man mal einen SMD-Widerstand verliert, was macht es? Dafür sucht> doch keiner im Staubsaugerbeutel.
Erst recht nicht bei nem Stückpreis von ca. 0.005€, also nem halben
Cent, pro Widerstand.
cyblord ---- schrieb:> Aber ich mache seit Jahren keine> Platine mit Löchern mehr.
Ganz verzichten kann man aber dennoch manchmal nicht.
Befestigungslöcher, Steckverbinder usw. benötigen doch manchmal
Bohrungen.
Dennoch stimmts aber, man sollte Bohrungen eher vermeiden und sich die
Arbeit sparen. Setze auch schon seit einigen Jahren bevorzugt SMD ein
(von Anfangs 1206 -> 0805 -> 0603 -> 0402 gewechselt). Geht problemlos,
ist weniger aufwändig und sogar noch billiger. Zum Anfang würde ich aber
bei 1206 bleiben.
Leute, ich fange doch grade erst damit an ;)
Den Hinweis auf SMDs zu setzen wenn möglich werde ich versuchen nach ein
paar "klassischen" Testläufen. Erstmal reinkommen :)
Fragender schrieb:> Leute, ich fange doch grade erst damit an ;)> Den Hinweis auf SMDs zu setzen wenn möglich werde ich versuchen nach ein> paar "klassischen" Testläufen. Erstmal reinkommen :)
Nur, SMD ist nicht schwieriger als THT. Also gibt es keinen Grund damit
nicht anzufangen. Im Gegenteil.
cyblord ---- schrieb:> Nur, SMD ist nicht schwieriger als THT. Also gibt es keinen Grund damit> nicht anzufangen. Im Gegenteil.
Bleib doch bitte mal auf dem Teppich. Das ist doch genauso als wenn ich
behaupten würde CW mit 200 BpM oder mehr ist auch nicht schwieriger als
lesen und schreiben. Na klar kann das einer behaupten der sich über die
Jahre da hintrainiert hat, aber es hört sich elitär abgrenzend an
.....die eigentliche Botschaft. Zeig doch mal dein händisch gelöteten
SMD Platinchen.Ja ich bin gespannt drauf.
Matthias L. schrieb:> Es wird merkbar wackeln - und das ist Käse> für kleine VHM-Bohrer.
Das Spiel in der Pinole macht sich erst dann bemerkbar wenn der
eingespannte Bohrer vom Durchmesser her in der Lage ist die Pinole zu
bewegen ohne dabei abzubrechen.Ein VHM-Bohrer ist dazu niemals in der
Lage. Wenn der Pinolenweg über die 20 mm Hub den man benötigt stabil
ist, dann kann man auch diesen Bohrkopf einsetzen und Leiterplatten
löchern.
Wie man so schön sagt, jeder Jeck ist anders. Wenn der Fragende seine
eigenen Platinen herstellt, kann er ja problemlos beides ausprobieren.
Als ich meine ersten SMD-Teile gelötet habe, fand ich das auf Anhieb
einfacher als THT und war dementsprechend auch wesentlich schneller mit
der Bestückung fertig.
Allerdings gehört zu SMD mehr noch als zu THT das richtige Werkzeug
(vernünftige Pinzette, Lötstation & Spitze) und dazu noch eine halbwegs
ruhige Hand und noch fitte Augen. Der ein oder andere von uns SMD-Fans
wird also sicher später auch wieder in die THT-Fraktion oder zumindest
zu größeren Bauformen wechseln...
Thomas K. schrieb:> Allerdings gehört zu SMD mehr noch als zu THT das richtige Werkzeug> (vernünftige Pinzette, Lötstation & Spitze) und dazu noch eine halbwegs> ruhige Hand und noch fitte Augen. Der ein oder andere von uns SMD-Fans> wird also sicher später auch wieder in die THT-Fraktion oder zumindest> zu größeren Bauformen wechseln...
Und stark zu empfehlen ist eine Heißluftstation. Hier kann man eine
billige nehmen. Ich habe seit Jahren eine "Atten" für 60 Euro im
Einsatz. Die Kosten sind bei SMD keine Hürde. Auch eine THT Platine
sollte man nicht mit einem Dachrinnelötkolben und 5mm Spitze löten.
Regelbare Lötstation mit Wechselspitzen sollte es immer sein. Zum Glück
zahlt man für sowas heute echt fast gar nix mehr. Sogar für
Einsteiger-Ersas.
gruß cyblord
> SMD ist nicht schwieriger als THT.
Im Steckbrett schon.
Und man sollte seine Schaltung besser vorher ausprobieren,
bevor man die Platine ätzen lässt.
> Also gibt es keinen Grund damit nicht anzufangen.
Wenn man schon die Bauteile für's Steckbrett hat,
müsste man SMD extra neu kaufen.
Handbestückung geht auch industriell vor allem thru hole,
und bei wenigen 1000 ist Handbestückung durchaus üblich.
Wegen der Hobbybastler produzieren die die Teile sicher nicht.
Also jeder wie er will.
Der Bohrständer MBS140 (bei meinem wackelt die Kugel nicht) passt schon.
Allerdings benutze ich den Minimot 40, er erreicht eine höhere Drehzahl,
bei Hartmetallbohrern (von Bungard) kann diese eigentlich nie zu hoch
sein.
cyblord ---- schrieb:> Mach SMD wo immer es geht. Das Bohren zu hause mit Proxxon und Co. macht> auf Dauer keinen Spass. Und du sparst dir damit einen kompletten> Arbeitsgang bei der Platinenerstellung.
Ganz vermeiden lässt es sich nicht, spätestens wenn schwere Teile oder
solche, die Kräfte auf die Platine übertragen ins Spiel kommen sind
bedrahtete Bauteile zuverlässiger.
herbert schrieb:> Das routen von SMD> Platinen ist auch so eine Sache.
Bei 0603 bekomme ich schon mit meinem Prozess eine Leitung durch. Viele
interessante Schaltkreise gibt es nur noch als SMD. Eine doppelseitige
Platine mit durchgehender Massefläche macht das Leben hinsichtlich
Routing und Kühlung auch einfacher.
Ob man der reinen Lehre SMT oder THT oder einer Mischung anhängt muss
jeder selbst für sich herausfinden. Mechanische Bearbeitung fällt so
oder so an, man will oder kann nicht immer einen externen Dienstleister
beauftragen. Wenn ich z.B. mal schnell ein Muster testen will nervt mich
die Wartezeit doch sehr.