Hallo zusammen,
kann mir jemand ein Heizungsthermostat empfehlen, welches sich ohne viel
Aufwand von einem esp8266 (o.Ä.) per Funk steuern lässt?
Hintergrund: Ich verwende zur Zeit ein esp8266 per 433Mhz Sender, um
verschiedene Geräte im Haus zu steuern (Lüfter und Abluft, Fenster,
Luftentfeuchter). Klimadaten ermittele ich per bme280 Sensoren.
Die Geräte schalte ich alle mit den Funkschaltern von "Intertechno". Für
Intertechno habe ich mich entschieden, weil sich die 433Mhz Funksignale
leicht abfangen und auslesen lassen, um sie im Code zu benutzen.
Ausserdem ist Produktpalette recht groß und die Geräte ziemlich simpel
ohne viel "Smart-Home-Schnickschnack".
Das ganze ist eigentlich ziemlich simpel, aber läuft recht stabil und
lässt sich jeder Zeit einfach auf meine Bedürfnisse anpassen.
Als nächstes möchte ich die Heizkörper mit in den "Loop" aufnehmen. Nur
leider finde ich irgendwie kein passendes Heizkörper Thermostat. Am
liebsten wäre mir ein robustes, absolut dummes Thermostat, welches ich
einfach vom Controller aus stufenartig hoch und runter regeln kann.
Im Code also:
433/866MHz-Thermostate sind mir nicht bekannt. Es gibt aber z.B.
BLE-Thermostate von Eqiva deren Protokoll "gehackt" wurde.
Hier ein Beispiel für eine Ansteuerung mit einem Raspi:
https://github.com/Heckie75/eQ-3-radiator-thermostat
Die Ansteuerung über einen ESP32 wäre natürlich auch möglich. Ob es
dafür schon fertigen Code gibt, habe ich aber noch nicht recherchiert.
SP schrieb:> 433/866MHz-Thermostate sind mir nicht bekannt
es gab hier mal eine Lösung für ELV comfort 100 200
Beitrag "CRC Berechnung für ETH comfort 200"
Dummerweise findet man diese nicht mehr, ich musste alle rauswerfen weil
Einzelne kaputt gingen und ich keinen Ersatz mehr fand für das System.
Nur 10 Jahre Nutzung und für den komfortablen USB Stick zum
Programmieren gab es nur winXP Treiber, alle Versuche unter der XP
Emulation unter win7 scheiterten.
Kurze Antwort: Nein, da gibt's nichts, was für Dich in Frage kommt.
Lange Antwort:
Es ist äusserst unwahrscheinlich, dass Du da irgendetwas mit 433MHz
findest. Schon weil man da keinen Rückkanal hat.
Mit 868MHz gibt's schon was. Das alte Homematic-Protokoll bspw. funkt
auf 868MHz, und da gibt's auch Heizkörperthermostate. Das
Homematic-Protokoll ist aber FM und bidirektional und was die
Komplexität betrifft generell eine völlig andere Liga als das extrem
simple 433MHZ-Protokoll, mit dem Deine "Baumarktsteckdosen" gesteuert
werden.
Die günstigste Möglichkeit, Heizkörper zu steuern, dürften tatsächlich
die von SP erwähnte Thermostate mit Bluetooth LE von eqiva/eq-3 sein.
Deren Protokoll ist ziemlich simpel, aber man braucht halt Bluetooth
LE-fähige Hardware dafür. Daher müsste es zur Steuerung statt des
ESP8266 schon ein ESP32 sein, oder ein x-beliebiger Computer wie z.B.
ein Raspberry Pi mit entsprechender Bluetooth-Hardware.
Vielen Dank für eure Antworten!
So wie es aussieht, sieht es für mein Vorhaben nicht so rosig aus...
Ich spiele nun mit dem Gedanken, mir ein günstiges batteriebetriebenes
Thermostat zu besorgen, den eingebauten Controller zu entfernen und
einen eigenen Low-Power Controller an den Motor zu löten, welchen ich
dann per 433MHz anfunken kann. Ich glaube das wäre für mich fast weniger
nervig als mich mit den Protokollen herumzuschlagen. Das wäre vermutlich
auch eine Lösung die in 10 Jahren recht einfach wiederholen könnte, wenn
die Thermostaten ihren Geist aufgeben. Was haltet ihr davon?
Wenn du ein klein wenig flexibel bist.
Equiva Bluetooth Thermostate. Dann noch deinen Esp8266 durch den Esp32
ersetzen und schon bist du Fertig. Esp32 ist auch Arduino kompatibel es
gibt fertigen Code für die Equiva.
Ich denke das ist besser und schneller als die Elektronik aus den
Thermostaten nachzubauen.
Problem könnte sein das Bluetooth eine miese Reichweite hat. Ich habe
die Equiva sp combi bei mir Laufen und ich würde sagen ca 10 Meter Durch
eine Wand. In meinem Haus werkeln dafür 4 Esp32
Bau dir aus einer 433 Mhz Steckdose (Schalter) und einem 230V
thermischen Stellantrieb einen simplen 2 Punktregler. Kostet keine 15€
und sollte das Relais (Steckdose) mal vom vielen Schalten festkleben,
kann man es für wenig Geld tauschen. Der Regelkreis muss natürlich in SW
realisiert werden! Da die Temperaturüberwachung schon da ist, sollte der
Rest nicht so schwer werden.
Felix M. schrieb:> ein günstiges batteriebetriebenes> Thermostat zu besorgen, den eingebauten Controller zu entfernen und> einen eigenen Low-Power Controller an den Motor zu löten, ....
Da hast du verdampt enge mechanische Bedingungen.
Wenn du die Setpunkte vorgeben willst, dann ist ein anderer Signalträger
(Bluetooth, Zigbee, ...) ein besserer Weg.
Die von Knut empfohlene Lösung (Regelkreis in eigener Software,
Stellsignal an Thermoaktor) ist nett. Dabei ist natürlich das I
Verhalten der Termoaktoren zu berücksichtigen.
Die üblichen elektronischen Heizkörpertemostatregler haben oft über den
eigendlichen Regler noch folgende Funktionsprogramme:
- Um sich nicht von Stosslüftungen irritieren zu lassen:
Entweder Regelverzögerung von 600s-isch oder eine Diffenttialanalyse
(Regler stellst auf Frostsicherung wenn die Temperatur um mehr als xy K
innerhalb von n min fällt).
- Ventilmotionsprogramm. Ein NC Aktor kann schon mal dazu führen dass
die Heizkörperventile über den Sommer hin festwachsen. Dann gibt man
denen alle 72h-isch 5 min Signal und die schieben das Ventil voll auf.
Vorlauftemperatur ist eh nicht da und die Pumpe sollte aus sein.
Heizenergieverluste entstehen so nicht.
- Adaptive Vorlaufzeiten. Eine Sprungantwortanalyse sollte dir zeigen
welche Zeit vergeht vom Öffnen des Ventils bis Raumtemperatur Ist =
Soll. Hat man Uhrpgramme für den Sollwert, sollte das Ventil einen
entsprechenden Vorauf bekommen.
Wenn du Zugriff auf die Vorlauftemperaturregleung hast, sind
Raumtemperaturzeitfunktionen dort wesentlich einfacher und
energieeffizienter.
Sebastian L. schrieb:> Eine Sprungantwortanalyse sollte dir zeigen> welche Zeit vergeht vom Öffnen des Ventils bis Raumtemperatur Ist => Soll.
Hat denn schon jemand sich näher mit dem Regelverhalten eines "normalen"
elektronischen HK-Thermostatventils beschäftigt und evtl. die
Temperaturen in Form von Kurven dokumentiert?
Einfach grauenhaft!
Insbesondere dann, wenn man mit rel. „hoher" Drosselung des Ventils
fahren muss.
Bevor man über Funksteuerung nachdenkt, sollte man vorher erst einmal
mit einer „einfachen“ Regelung spielen.
Im Anhang mal die Kurven von einem mechanischen (links) und einem
elektronischen Funkthermostaten (rechts) aus dem Jahr 2015. Wie zu sehen
ist, „regelt“ der elektronische Thermostat bedeutend schlechter, als der
mechanische Thermostat.
Hat jemand Aufzeichnungen ähnlicher Art zu elektronischen
Thermostatventilen?
Würde mich interessieren und wäre gern für einen Gedankenaustausch zu
haben.