Hi,
wie jetzt im Rahmen von PRISM usw berichtet wurde, wird da in Utah ein
neues Datenzentrum gebaut, welches angeblich 5 Zettabytes an Daten
speichern/verarbeiten können soll.
Womit werden solche gigantischen Speicherkapazitäten denn aufgebaut? Mit
normalen HDDs? Haben die den Tesafilmspeicher schon zur Martkreife
geführt?
Bänder werden sie ja wohl eher nicht benutzen.
Die Hardware soll irgendwas mit 2 Mrd. $ kosten.
Weiss jemand wie sowas grob aufgebaut wird? Und sind ein Zettabyte nun
wirklich so viel wie es sich anhört(Hardwaremässig gesehen) oder ist das
heutzutage ein Klacks? Ich weiss nicht, welche Speicherkapazität zum
Beispiel Google zur Verfügung hat und ob die schon lange mit ähnlichen
Grössen jonglieren
Wer weiss mehr?
Warte noch ein paar Jahre, dann passen die 8 Zettabytes auf einen USB
Stick, dann kann endlich jeder sein Offline-Internet dabei haben.
Außerdem ist das Speichern doch überhaupt kein Problem, das macht
ohnehin schon jeder Provider. Somit brauchen die Behörden nur noch den
Online-Zugang zu jedem User und schon hat man die Daten in Echtzeit
verfügbar.
@ A. B. (funky)
>wie jetzt im Rahmen von PRISM usw berichtet wurde, wird da in Utah ein>neues Datenzentrum gebaut, welches angeblich 5 Zettabytes an Daten>speichern/verarbeiten können soll.
Hmm, eine heute noch recht unübliche Vorsilbe.
https://de.wikipedia.org/wiki/Vors%C3%A4tze_f%C3%BCr_Ma%C3%9Feinheiten
Zetta = 10^21
Ein Terabyte ist heute als einfache Festplatte für wenig Geld zu haben,
dort sind 10^12 Bytes gespeichert. Zu 5*10^21 ist es der Faktor 5*10^9,
also 5 Milliarden. Uuups. 5 Milliarde 1 TB Festplatten? Will man das
wirklich? Nehmen wir an, so ein Ding wiegt 500g, so macht das schlappe
2.5 Milliarden kg oder 2,5 Millionen t an Festplatten. Das derzeit
größte Containerschiff der Welt kann 15.000 Container a 14t laden, macht
210.000t. Man braucht also 10 dieser Schiffe voll Festplatten.
http://wie-gross.com/das-groesste-containerschiff/>Die Hardware soll irgendwas mit 2 Mrd. $ kosten.
Gigantomanie liegt im Trend.
Hmm, im Moment haben wir ~ 7 Milliarden Menschen auf der Erde = 7 *10^9.
Mit 5 Zettabyte kann man pro Nase ~714 Gigabyte speichern. Mein Gott!
Falk Brunner schrieb:> Hmm, im Moment haben wir ~ 7 Milliarden Menschen auf der Erde = 7 *10^9.> Mit 5 Zettabyte kann man pro Nase ~714 Gigabyte speichern. Mein Gott!
Ganz so schlimm ist es nicht. So ein Datenhaufen will ja auch verwaltet
werden. Da braucht es einiges an Vorverdichtung der Daten um darin auch
halbwegs suchen zu können, da kommt locker das 100 bis 200-fache der
rohen Quelldaten zusammen.
Das Ganze ist eine Zeitungsente der Aufmachung wer hat den Laengsten. ..
Nur schon die Idee eine exponentiell wachsende Menge an Daten
abspeichern zu wollen ist vollkommen absurd. Aber eine gute story fuer
die Ahnungslosen ist es trotzdem. Lassen wir die Leute doch mal
Zittern... und tun so, als haetten wir die Kontrolle
Siebzehn oder Fuenfzehn schrieb:> exponentiell wachsende Menge an Daten abspeichern
Im Prinzip hast Du nicht unrecht. Nur: Die Speicherkapazität wächst
ebenfalls exponentiell. Irgendwo müssen die Daten ja auch her kommen.
Sie sind also bereits gespeichert. Halt nur einmal.
Trotzdem: Das Internet umfasst ja an sich bereits in der Gegend der
diskutierten Daten. Und das soll jetzt auf einen Standort verdichtet
werden? Da dürfte der Aufwand etwas höher sein.
Nemer mal an, ein sauber installiertes TB kostet 100$. Dann kosten 5ZB
100$*5E21/1E12 = 100$*5E9 = 5E11$. Das sind 500 Milliarden Dollar.
Oder: Sagnmermal, 1TB benötigt einen Liter Volumen. Es braucht also 5E9l
= 5 Millionen Kubikmeter Volumen. Ein Würfel der Kantenlänge 171 Meter.
Oder gut 2 mal das Pentagon.
Oder: Bei einer MTBF von 1 Million Stunden gehen pro Stunde 5000
Festplatten kaputt. Da muss man auch gute Turnschuhe mit einkalkulieren.
Und einen guten Lieferservice.
Gut - die Festplatten laufen ja nicht durchgehend. Sonst würden sie ja
5W * 5E9, also 25GW Leistung verbraten...
An sich ist der Mensch auch nicht in der Lage wirklich viel neue
Information zu produzieren. Hier der Text da oben, 1kB, mehr nicht.
Mehr als 10kB pro Tag wird im Schnitt kaum generiert, das Meiste ist
mehrmals kopiert, nur leicht verändert und nochmal losgeschickt.
Eddy Current schrieb:> Mehr als 10kB pro Tag wird im Schnitt kaum generiert, das Meiste ist> mehrmals kopiert, nur leicht verändert und nochmal losgeschickt.
Gute Zufallsgeneratoren schaffen ein Vieltausendfaches - damit kann man
die Kerle locker zumüllen, wenn man sich zusammentut...
Geplant ist ein Energiebedarf von 65MW pro Jahr.
bei 2,5" Bauform gibt es 2TB Platten und die wiegen ca. 180g. (08/15
Platte)
Es braucht also nur noch ein Viertel der Schiffe ;)
Bei 3,5" Platten gibt es 4TB die wiegen aber so um die 700-800g. Wären
da also eine schlechtere Wahl.
Ich habe jetzt gelesen, das Seagate ca. 2008 die 1 Milliardste Platte
verkauft hat(in 29 Jahren Firmengeschichte)
Irgendwann im Jahr 2012 wurde die 2 Milliardste Platte verkauft. Wenn
die Zahlen stimmen, müssten die Produktionszahlen aber noch kräftig nach
oben geschraubt werden. Der ein oder andere Endanwender möchte ja
sicherlich auch noch eine Platte abstauben.
Ein Festplattenhersteller allein könnte die Menge gar nicht alleine
bewältigen. Und der geplante Energiebedarf passt irgendwie nicht so zu
der Menge an Platten die notwendig wären.
Aber evtl. hat das Millitär ja schon den next level Futurespeicher in
petto.
Oder die benutzen jetzt schon die 60TB Platten die Seagate vor kurzem
angekündigt hat %-)
5 ZB sind doch keine bedeutende Menge, eher ein Pups im Wind =8P. Laut
netzpolitik.org peilt die NSA langfristig eine Kapazität von einem
Yottabyte an:
https://netzpolitik.org/2013/prism-neue-geheimdienstrechenzentren-in-den-usa/
In Zahlen ausgedrückt: 1.000.000.000.000.000.000.000.000 Byte
Wo die das hinspeichern wollen, ist mir auch ein Rätsel. Vielleicht
bauen sie eine eigene hard disk factory. Ich sollte mich mit Festplatten
eindecken, bevor die Schweinepriester den Markt leerkaufen und die
Preise wieder in den Himmel schießen.
Wie lange wohl ein Backup dieser Datenmenge dauert? Ein paar Jahre?
Johann L. schrieb:> Warum eigentlich Festplatten?>> Sollen die Informationen wieder gelöscht oder überschrieben werden?
Darum tippe ich auch eher auf Magnetband... ;)
Festplatten vermutlich eher nur für die aktuellsten Infos die gerade
analysiert werden sollen...
Uhu Uhuhu schrieb:> Eddy Current schrieb:>> Mehr als 10kB pro Tag wird im Schnitt kaum generiert, das Meiste ist>> mehrmals kopiert, nur leicht verändert und nochmal losgeschickt.>> Gute Zufallsgeneratoren schaffen ein Vieltausendfaches - damit kann man> die Kerle locker zumüllen, wenn man sich zusammentut...
Leider mit dem kollaterallen Effekt das Netz ebenso zumüllen zu müssen,
was allein als Akt der Computerkriminalität bewertet werden dürfte.
Aber ein paar Generatoren zur Rechenlasterzeugung laufen zu lassen und
das über ein paar gut dislozierte VPN´s dürfte für einiges an
Beschäftigungspotential sorgen. Man kann das Ganze ja mit fragwürdigen
Adressdaten würzen, just vor fun. Und das ganze dann noch ein wenig
pushen.
Das gibt sicher ein nettes Performensexperiment.
Auch kann man harmloses senden und den Schlüssel mit agressiven
fractalen spicken.
Zum Beispiel
Inhalt:"Paket kommt am 10.10. um 12.00"
mit einem Schlüssel verschlüsseln al la "How i get my 1. own Pu-Bomb"
Wetten, dass jedes Filter hier alles schrillen lässt?
Namaste
Icke ®. schrieb:> In Zahlen ausgedrückt: 1.000.000.000.000.000.000.000.000 Byte
Dort steht nicht, daß das gespeichert werden soll, sondern es ist die
Datenmenge, die in einem Jahr verarbeitet wird.
So gerechnet liegt ein heutiger PC auch schon gut im PB-Bereich - die
Zahlen sind also reine Aufschneiderei.
Thomas W. schrieb:> Flächenverbrauch der Stasi-Aktenschränke und für die 5 Zetabytes> ebenfalls in Aktenschränken:
Wenn die Stasi damals schon die technischen Möglichkeiten gehabt hätte,
dann hätte sie die auch genutzt.
Heiko Jakob schrieb:> Wenn die Stasi damals schon die technischen Möglichkeiten gehabt hätte,> dann hätte sie die auch genutzt.
Vorausgesetzt, sie hätten das Geld gehabt... Je weiter die ganze
Skandalgeschichte fortschreitet, um so kleiner werden die
Gesinnungs-Unterschiede zwischen Stasi-West und Stasi-Ost.
Ich finde, wir sollten endlich aufhören, auf die Leiche Stasi-Ost
einzudreschen - das verstellt nur den Blick auf das, was wir heute
haben.
>An sich ist der Mensch auch nicht in der Lage wirklich viel neue
Information zu produzieren. Hier der Text da oben, 1kB, mehr nicht.
Von gestern?
Als ich in 2007 fuer 10 Tage in die Ferien ging, es war wirklich
spannend, da hab ich 2000 oder so Aufnahmen gemacht. Das waren damals
4.5GByte. Wow.
Nun ging ich wieder mal 10 Tage an einen spannenden Ort. Neue Kamera.
Dies mal wurden's ueber 40GByte. Ja. eine tolle Strassenszene, HD
Videomode rein, einen Schwenk oder zwei - Schwupp, und wieder 500MByte
weg.
Ich denk in nochmals 6 Jahren mach ich 40GByte pro Tag.
Siebzehn oder Fuenfzehn schrieb:> Ich denk in nochmals 6 Jahren mach ich 40GByte pro Tag.
Hoffentlich hast Du irgendwann genug Zeit, Dir das alles auch mal
anzugucken. :)
Naja. Die 500MByte sind ein paar minuetiges Video oder so. Daher sind
40GByte auch nicht so viel.
Ich hab so eine Auto Cam, die ist etwas sparsamer, die macht glaub ich
32GByte in ein paar Stunden. Jetzt lass ich die zyklisch ueberschreiben.
Fuer eine tolle Reise per Auto muesste ich das aber nicht.
Jetzt sollte man aber nicht denken, der Geheimdienst muss ja keine
Videos aufzeichnen... Ich kann ja auch ein paar Geheimnisse als .AVI
Datei abspeichern.
Man kann seine "wichtigen Geheimnisse" auch per Stenographie in Bildern
also z.B. deinen 2000 Urlaubsbildern verstecken ohne das mans sehen
kann... das zu finden und dann die ggf. nochmal verschlüsselten Daten zu
entschlüsseln dürfte dann doch zuviel Rechenleistung kosten ;-)
Mac Gyver schrieb:> Man kann seine "wichtigen Geheimnisse" auch per Stenographie in Bildern> also z.B. deinen 2000 Urlaubsbildern verstecken ohne das mans sehen> kann... das zu finden und dann die ggf. nochmal verschlüsselten Daten zu> entschlüsseln dürfte dann doch zuviel Rechenleistung kosten ;-)
Was bringt Dir Verschlüsselung und Steganographie wenn Vater Staat mit
dem Bundestrojaner die Sachen vor dem Verschlüsseln/Verstecken abgreift
? Den Aufwand mit einem vom Netz getrennten Rechner alles zu
Verschlüsseln und dann erst zu verschicken ist immens. Sicherheit ist
halt immer relativ und relativ teuer obendrein.
Ja die Gefahr besteht sowieso... auch in Form von normalen Trojanern...
notfalls schicken die halt nen Agenten der Deinen Rechner physisch
verwanzt...
Aber das wird ja nicht Automatisiert für alle Rechner der Welt
gemacht.
Darum gehts ja bei der NSA Aktion.
> Den Aufwand mit einem vom Netz getrennten Rechner
Evtl. reicht schon ein unkonventionelles Betriebssystem von CD gebootet
;-)
Siebzehn oder Fuenfzehn schrieb:> Das Ganze ist eine Zeitungsente der Aufmachung wer hat den Laengsten. ..> Nur schon die Idee eine exponentiell wachsende Menge an Daten> abspeichern zu wollen ist vollkommen absurd.
Überhaupt nicht. Fast sämtliche Leistunsparameter eines Computers
wachsen exponentiell. Allerdings steht man ziemlich schnell bös im
Regen, wenn die Kurve der Datenmenge nicht zur Kurve der
Speicherkapazität passt.
Sowieso habe ich allergrösste Zweifel, ob man mit den gesammelten Daten
wirklich was anfangen kann. Automatisierte Verfahren, um selbständig
komplexe Informationen aus Datenmengen herauszufiltern, bringen immer
noch sehr bescheidene Resultate. Beispiel Google: Ist ja längst nicht
mehr eine reine Suchmaschine, sondern soll zu jeder Fragestellung ein
möglichst umfassendes Informationsangebot bieten. Klappt aber eigentlich
nur rudimentär. Man ist weit, weit davon entfernt, dass die Suchmaschine
selbständig z.B. eine Webseite findet, die eine eingegebene Frage gut
beantwortet.
Und die viel zitierte Schlüsselwortsuche der NSA ist IMHO sowieso ein
totaler Witz. Überlegt nur mal, wie viele falsch-positive das pro Tag
generiert... Oder wie einfach es für einen Terroristen wäre, Codewörter
zu benutzen. Oder wie einfach es wäre, mit einem selbstgeschriebenen
Progrämmchen Daten zu verschlüsseln, dass sie garantiert nicht mehr
automatisch entschlüsselt werden können. Usw.
P. M. schrieb:> Und die viel zitierte Schlüsselwortsuche der NSA ist IMHO sowieso ein> totaler Witz. Überlegt nur mal, wie viele falsch-positive das pro Tag> generiert...
Dagegen haben die Amis eine traditionelle Strategie: erst schießen, dann
fragen. Damit sind die falsch-positiven weg...