Spulensättigung

OP #6720881
Hallo,

ist bei folgendem Kern die maximale magnetische Flussdichte Bmax 200mT 
oder liegt diese höher?

https://product.tdk.com/system/files/dam/doc/product/ferrite/ferrite/ferrite-acc/data_sheet/80/db/fer/e_30_15_7.pdf

Ich habe aus diesem Kern eine Spule gewickelt und wollte den 
Sättigungsstrom berechnen und dann messen. Bei der Berechnung mit 200mT 
kam 2,84A (B=L*I/(A*N) L=75µH, A=0.000053m², N=20) heraus. Die Messung 
zeigte aber etwas über 6A (Bild1.png Gelb 2A/DIV). Kann mir das nur so 
erklären, dass Bmax höher sein muss. Falls dem so ist, woher bekomme ich 
die Angabe von Bmax?
Angehängte Dateien:
Gast #6720894
75µH bei 20Wdg bedeutet ein AL~190, du hast also den Kern N87 mit 0,34mm 
Luftspalt.Hättest du auch hinschreiben können. Die Flußdichte ist bei 6A 
dann ~0,46T. Das passt zu N87 bei niedrigen Temperaturen.

Carsten B. schrieb:
> woher bekomme ich die Angabe von Bmax?

Aus dem Datenblatt des Kernmaterials.
Gast #6720917
Die Fetslegung einer "Sättigung" ist leider willkürlich:
Jede Spule (mit oder ohne Eisenkern) kann man -theoretisch- immer
noch weiter aufmagnetisieren, wenn man genug Strom bzw. Windungen
um diese hat.
Gast #6720922
Carsten B. schrieb:
> Ich habe aus diesem Kern eine Spule gewickelt und wollte den
> Sättigungsstrom berechnen und dann messen. Bei der Berechnung mit 200mT
> kam 2,84A (B=L*I/(A*N) L=75µH, A=0.000053m², N=20) heraus. Die Messung
> zeigte aber etwas über 6A (Bild1.png Gelb 2A/DIV). Kann mir das nur so
> erklären, dass Bmax höher sein muss. Falls dem so ist, woher bekomme ich
> die Angabe von Bmax?

Temperaturbereich? Exemplarstreuung?

Nur weil das bei 25° bei EINEM Exemplar bei 6A sättigt, heißt das nicht, 
dass das Material falsch spezifiziert ist.
Wenn man eine Spule damit auslegt, dann will man dass auch bei 10000 
Stück ALLE ausnahmslos einen Sättigungsstrom von >2,xxA haben, über den 
gesamten Temperaturbereich.

Das Material ist so spezifiziert, dass das auch möglich ist. Natürlich 
hat das typische Laborexemplar bei 25°C mehr, ist doch völlig klar.
Gast #6720946
Elektrofan schrieb:
> Die Fetslegung einer "Sättigung" ist leider willkürlich:

Nein.


> Jede Spule (mit oder ohne Eisenkern) kann man -theoretisch- immer
> noch weiter aufmagnetisieren, wenn man genug Strom bzw. Windungen
> um diese hat.

Und der Kern bleibt weiter in Sättigung...
Gast #6721197
H. H. schrieb:
>> Die Fetslegung einer "Sättigung" ist leider willkürlich:
>
> Nein.

Als Ergänzung ein Link auf die Definitionen von TDK, wie dort die 
Sättigung für die Materialien definiert wird:
https://www.tdk-electronics.tdk.com/download/531568/419f8df165fa780842566ab55510a8ce/pdf-generaldefinitions.pdf

S.3 Abschnitt 1.2.2 Sättigung ist hier definiert als Flussdichte Bs bei 
H=1200A/m im Kern.

Daher in diesem Fall eindeutig definiert (zumindest bezogen auf die 
Datenblattangabe der Sättigung).
Gast #6721202
Ferritkern schrieb:
> H. H. schrieb:
>>> Die Fetslegung einer "Sättigung" ist leider willkürlich:
>>
>> Nein.
>
> Als Ergänzung ein Link auf die Definitionen von TDK, wie dort die
> Sättigung für die Materialien definiert wird:
> 
https://www.tdk-electronics.tdk.com/download/531568/419f8df165fa780842566ab55510a8ce/pdf-generaldefinitions.pdf
>
> S.3 Abschnitt 1.2.2 Sättigung ist hier definiert als Flussdichte Bs bei
> H=1200A/m im Kern.
>
> Daher in diesem Fall eindeutig definiert (zumindest bezogen auf die
> Datenblattangabe der Sättigung).

https://en.wikipedia.org/wiki/Saturation_(magnetic)
#6721320
Das ist unterschiedlich. Bei einigen Firmen bedeutet Sättigung, daß L 
10% kleiner wurde, bei anderen Firmen, daß 30% kleiner. Einige Drosseln 
haben sehr steile L-Fall bei der Sättigung, andere sind sehr weich, so 
daß man bei 3xIsat immer noch 0,5xL hat...
Auch ist oft nicht Isat sondern die Wärme begrenzend.
Man muß immer genau kucken, woran es geht...

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