Daten aus Video Zeile auslesen

Gast #6289134
Lesenswert?

Hallo,

ich bin auf der Suche nach einer Schaltung, die es mir ermöglicht, eine 
PAL Videozeile auf zwei logische Zustände auszuwerten. schwarz / weiss
In der Videozeile befindet sich ein 16Bit NRZ (non return zero) Signal, 
welches ich mittels µC dekodieren möchte.
Mir geht es allein um die Aufbereitung des FBAS Videosignals. Mein 
Ansatz ist, das Videosignal zu verstärken und dann mittels 
Spannungskomparator den
ursprünglichen Spannungsbereich des Signals zw. 0,3 und ca.1 Volt 
auszuwerten und auf TTL-Niveau zu bringen. Meine Kenntnisse der analogen 
Schaltungstechnik in diesem Frequenzbereich sind als Tonmann 
überschaubar.
Daher die Frage an die Spezialisten: Hat jemand einen Lösungsvorschlag?
Danke und Grüße
Gast #6289162
Lesenswert?

Der nutzbare Spannungshub des Fbas Signals beträgt ca.0,7 Volt. 
Entscheident ist bei der Auswertung des NRZ Signals der Jitter, der 
sicher vom Spannungskomparator verursacht wird. Ich will damit einen 
Zähler triggern.
Um dem Try and Error Szenario vorzubeugen, habe ich mich an das Forum 
gewandt.
Gast #6289200
Lesenswert?

Am einfachsten ist, das Videosignal (5 MHz) um den Faktor 2 oder 3 zu 
verstärken. Dann den positiven und den negativen Pegel über je einen 
Spitzengleichrichter (Schottky-Diode, Kondensator und Entladewiderstand) 
erfassen und die Entscheidungsschwelle für "Eins" und "Null" bei 62% 
zwischen die Null und die Eins legen. (Damit ist berücksichtigt, dass 
Schwarz nicht auf dem negativen Pegel sondern um ca. 25% darüber liegt. 
Der Wert "0V" ist der Synchronimpuls.)
Gast #6289207
Lesenswert?

Mach Dich mal schlau, was FBAS-Signal eigentlich heisst ( Dein 
PAL-Videosignal). Achte dabei auf die Anteile "A" und "S". Die beiden 
alleine bringen Dich da mit Deiner zu einfachen Lösung 16525 Mal pro 
Sekunde und nochmal 50 Mal aus dem Takt (H-Sync, V-Sync, Dunkeltastung 
Zeilen- und Bildrücklauf, Stichwort: "schwärzer als schwarz" ). Probier 
es mit einem sog. Data-Slicer aus der ersten Komsumgeräte-Generation 
Videotextmodule. Der sucht sich seinen Arbeitspunkt selbst (Pegel des 
PAL-Videosignals) und liefert Dir mit etwas Glück und Modifikation 
direkt TTL. Du muss tihn allerdings dazu bringen, auf die 
"Startbedingung" zu verzichten (Test Mode "transparent").
Gast #6289217
Lesenswert?

Matthias S. schrieb:
> Matthias

Ja, so etwas ähnliches... Es geht um eine Timecodeanwendung. Da AVI & 
Co. keine VITC-Daten speichern, da die sich in der Austastlücke 
befinden, schreibe ich einen "abgespeckten" VITC in den sichtbaren 
Bereich des Videobildes. Die Tonspuren werden leider benötigt und kommen 
daher für LTC (wäre sehr viel einfacher) nicht in Frage.
Gast #6289229
Lesenswert?

Das Video Signal wird mittels LM1881, einem Counter und einem Cmos 
Analogschalter "gegatet" der Komparator sieht nur die für ihn relevante 
Zeile. Das ist eine uralte Lösung;- bekannt als "TV-Zeilenlupe" aus 
einer Bastlerzeitschrift mit e.
Wie ich bereits beschrieben habe, ist mir der Aufbau des FBAS Signals 
bekannt und ich kenne auch die Pegelverhältnisse. Die Erwähnung des Pal 
Signals erfolgte ausschliesslich um die Timing- und PegelVerhältnisse zu 
beschreiben.
Gast #6289247
Lesenswert?

Günni schrieb:
> Am einfachsten ist, das Videosignal (5 MHz) um den Faktor 2 oder 3 zu
> verstärken. Dann den positiven und den negativen Pegel über je einen
> Spitzengleichrichter (Schottky-Diode, Kondensator und Entladewiderstand)
> erfassen und die Entscheidungsschwelle für "Eins" und "Null" bei 62%
> zwischen die Null und die Eins legen. (Damit ist berücksichtigt, dass
> Schwarz nicht auf dem negativen Pegel sondern um ca. 25% darüber liegt.
> Der Wert "0V" ist der Synchronimpuls.)

Günni, den Ansatz finde ich interessant! Ich könnte mit einer 
Schaltschwelle um die 60% sogar u.U. das Einschwingen des Komperators 
kompensieren. Mir ist ja der finale Wert des Spannungshubs völlig egal. 
Ich muss ja nur die Flanken auswerten!
Gast #6289272
Lesenswert?

Abdul K. schrieb:
> Wo ist nun deine Frage? Du bist doch schon sehr weit gekommen.
>
> Du schreibst was von "NRZ-Daten und damit Zähler bedienen", das paßt
> nicht zusammen. Daten reinschieben und Taktregenerierung würde ich als
> Stichworte erwarten.

Das Timing für die NRZ-Dekodierung ist natürlich definiert.
zB. 2ns High = 1 darauf folgend
2ns Low = 1
1ns High = 0
1ns Low = 0
Die Angabe der Zyklenlänge ist bitte nur als Beispiel zu betrachten!

Ich starte mit jedem Flankenwechsel, egal ob nach High oder Low, einen 
Timer, mit dem nach Überlauf entschiede wird, ob das übertragene Bit 
eine 1 oder eine 0 ist. Auf eine Synchronisierung kann ich verzichten, 
da dazu der Burst benutzt wird. Der 1881 zeigt auch diesen an. Danach 
lege ich mit der Auswertung los.

Zu Deiner Frage, was denn nun meine Frage ist, verweise ich auf meinen 
ersten Post. Ich suche nach einer Schaltung, oder einem Lösungsansatz, 
um das Videosignal einer Zeile, mittels Komparator auf die 
Spannungswerte für schwarz und weiss auswerten zu können.
Gast #6289320
Lesenswert?

In der Zeitschrift "Wireless World" wurde um 1976 von J.F.Daniels eine 
Schaltung veröffentlicht, die es ermöglchte, einen Videotext-Decoder mit 
Standardbausteinen aufzubauen. (Hat sogar funktioniert.)Einen dieser 
alten Artikel habe ich gerade gefunden unter: 
http://dadaelectronics.com.au/doc/Audio/WirelessWorld/Wireless-World-1976-04.pdf 
. Auf Seite 68 ist eine Schaltung, mit der aus dem Videosignal die Daten 
extrahiert werden können. Zwar müssen da die Schwellen mit Potis 
eingestellt werden - eine Anpassung an die verschiedenen in damaligen 
Geräten vorhandenen FBAS-Signale, aber interessant finde ich die 
dennoch. Ich habe das immer etwas anders gemacht, aber ich kannte "mein" 
FBAS-Signal ja auch genau und konnte die Pegel berechnen.
Gast #6289374
Lesenswert?

Ray schrieb:
> Mir geht es allein um die Aufbereitung des FBAS Videosignals.

Die Bezeichnung "FBAS Videosignal" passt zu den anfangs genannten 
Pegeln, aber überhaupt nicht zu dem später genannten Timing. Da ist die 
Anfrage nicht eindeutig formuliert. Auf unklare Fragestellung bekommt 
man selten die richtige gewünschte Antwort.
Gast #6290051
Lesenswert?

Nichtverzweifelter schrieb:
> Frage: Möchtest Du vorhandenen Timecode aus der Austastlücke in eine
> einzige Zeile des sichtbaren Bereichs verlagern?

Ja, so der Plan. Final benötige ich dafür 22 Bit. Ich teste es derzeit 
mit 16. Der VITC arbeitet mit 80Bit.
Das Videosignal wird einem Teleprompter zugeführt. Da ist es egal, ob in 
den ersten Zeilen ein paar "Fische" hin- und herflitzen. Der aus dem 
Video extrahierte Zeitwert wird in LTC gewandelt und dieser versorgt 
diverse Slaves.
Gast #6290068
Lesenswert?

Günni schrieb:
> In der Zeitschrift "Wireless World" wurde um 1976 von J.F.Daniels eine
> Schaltung veröffentlicht, die es ermöglchte, einen Videotext-Decoder mit
> Standardbausteinen aufzubauen. (Hat sogar funktioniert.)Einen dieser
> alten Artikel habe ich gerade gefunden unter:
> http://dadaelectronics.com.au/doc/Audio/WirelessWorld/Wireless-World-1976-04.pdf
> . Auf Seite 68 ist eine Schaltung, mit der aus dem Videosignal die Daten
> extrahiert werden können. Zwar müssen da die Schwellen mit Potis
> eingestellt werden - eine Anpassung an die verschiedenen in damaligen
> Geräten vorhandenen FBAS-Signale, aber interessant finde ich die
> dennoch. Ich habe das immer etwas anders gemacht, aber ich kannte "mein"
> FBAS-Signal ja auch genau und konnte die Pegel berechnen.

Günni, High Five! Das ist es, wonach ich gesucht habe! Danke! Simpel, 
ohne Schnickschnack, einfach Top!
Gast #6290096
Lesenswert?

Matthias S. schrieb:
> Mich wundert der Fakt, das AVI ja bereits digital vorliegt und es ohne
> Hardware möglich sein sollte, den Code wieder rauszuholen. Warum ist das
> keine Option?

Auch darüber habe ich nachgedacht;- aber auch schnell wieder verworfen, 
da ich nach einer Lösung suchte, die ich auch selbst realisieren kann. 
Abgesehen davon, dass (meines Wissens) der AVI-Standard nur Timestamps 
im Sekundentakt erlaubt, hat mich allein die zu verarbeitende Bitrate 
komplett verschreckt.
Wenn ich nur mit einer SD-Auflösung arbeite habe ich eine Datenrate von 
min. 2Mbps!
Gast #6290104
Lesenswert?

Marek N. schrieb:
> Ray schrieb:
>> zB. 2ns High = 1 darauf folgend
>> 2ns Low = 1
>> 1ns High = 0
>> 1ns Low = 0
>
> Sicher, dass du Nanosekunden meinst?
> Das würde eine Bandbreite von 1 GHz bedeuten, das passt definitiv nich
> in ein Video-Signal.

Hi Marek,
hättest Du den Text komplett zitiert, stünde die Antwort bereits in 
Deinem Post. Ich habe darauf hingewiesen, dass es sich bei der 
Funktionsdarstellung der NRZ-Methode um ein Beispiel handelt.
Gast #6290132
Lesenswert?

Na ja, so ganz passt der Data-Slicer aus der Wireless World dann aber 
nicht. Der ist darauf ausgelegt, den Datentakt von etwa 3,5 MHz zu 
regenerieren. Die vorherige Abtrennschaltung sollte aber hinkommen.
(Firma: matzetronics) #6290645
Lesenswert?

Nichtverzweifelter schrieb:
> Der ist darauf ausgelegt, den Datentakt von etwa 3,5 MHz zu
> regenerieren.

Das ist dann aber die Aufgabe der Taktrückgewinnung aus den Datenbits. 
VITC ist normalerweise harmlos, da der BCD Code sich fast über die 
gesamte sichtbaren 52 µs der Zeile verteilt, also über den Daumen etwa 2 
Mhz Datentakt ist. Wenn die Schaltung also 3,5 Mhz regenerieren kann, 
dann sollte alles dadrunter gut möglich sein - muss aber evtl. mit der 
H-Frequenz verkoppelt werden.

Ray schrieb:
> Auch darüber habe ich nachgedacht;- aber auch schnell wieder verworfen,
> da ich nach einer Lösung suchte, die ich auch selbst realisieren kann.

Ein grosser Teil dieser Arbeit hätten dir die Leute abgenommen, die 
damals die Videotext Software für Framegrabberkarten unter Video4Linux 
geschrieben haben.
Beitrag #6290816 wurde von einem Moderator gelöscht.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren