NE555 als astabiler Multivibrator störanfällig?

OP #3075171
Hallo,

kann es sein dass der NE555 als astabiler Multivibrator nicht zu 
gebrauchen ist, weil viel zu störanfällig? Jedes mal aus, wenn ich den 
Lötkolben oder das Licht anschmeisse, löst das Ding aus, ohne dass am 
Eingang ein Trigger Signal anliegt. Die Schaltung ist dabei über ein 
Labornetzteil versorgt. 100n an CV, sowie 100n mit 10u an VCC habe ich 
schon drin. Mehr bekomme ich auch vom Platz und auch vom Geld her nicht 
rein, keine Netzfilter, Drosseln oder ähnliches.
Gibt es Alternativen, die einfach aufzubauen sind und zuverlässiger 
arbeiten?

Vielen Dank für eure Hilfe.
Angehängte Dateien:
#3075239
Einfacher aufzubauen und zuverlässiger ist ein MC, z.B. ATtiny13.
Man muß ihn aber noch programmieren (in C).

Ich kann mich auch noch dunkel erinnern an die alte TTL-Zeit. Man war 
das ein Kreuz mit der elenden Entstörerei. Haufenweise RC-Tiefpässe + 
Schmitt-Trigger an sämtlichen Eingängen jeder Platine. Selbst Leitungen 
innerhalb des Gerätes waren super Antennen.
OP #3075255
NeNe schrieb:

> Der NE555 schon aber nicht die Schaltung. Versorgung über die Zenerdiode
> ist sowieso nicht das Gelbe vom Ei aber schon besser als ein Widerstand
> :(

Ja, ein Spannungsregler wäre besser, meine Platine ist aber 26x16mm 
groß...
Der NE555 zieht 10mA, der Summer noch mal 10mA für max. 3 s. da reicht 
doch die Z-Diode mit 0,5W aus...
OP #3075265
Teo Derix schrieb:
> Zeig mal Aufbau und Umfeld.

die Platine ist 26x16mm und soll in sandwitch Bauweise auf eine andere 
Platine gesteckt werden. Statt dem Schalter hab ich nur einen Eingang 
mit 0V, der mit einem Impuls oder statisch angesteuert wird. Der Summer 
soll dabei  für 3s. angehen und nicht jedes mal, wenn irgendwo ein Trafo 
angeschaltet wird.
Gast #3075297
>Re: NE555 als astabiler Multivibrator störanfällig?
Versuch ihn doch in den monostabilen Zustand zu bekommen.

24V-12V=12/0.02=600. bau da einen 560R oder 470R Widerstand in die 
Speisung und eine 12 Z-Diode parallel zum 10uF über den 555 in 
Sperrrichtung.
Gehts dann besser?
MIt welcher Betriebsspannung wird den der OV versorgt? Auch mit der 
gleichen? Hat der einen open collector? evtl zieht der mit seinem 
Ausgang den Trigger-C schon ziemlich weit an 1/3VCC heran. Dann reicht 
schon ein kleiner Knacks, aufdasss der 555 auslöst.
Gast #3075302
ich wollte da noch ein smiley hinterm ersten Satz einbauen. Ging aber 
nicht, weil ich meinen Beitrag nicht editieren konnte.... soso

Liefere ich hiermit nach:

>Re: NE555 als astabiler Multivibrator störanfällig?
Versuch ihn doch in den monostabilen Zustand zu bekommen.
;)))
Gast #3075330
Bastler schrieb:
> Eine Z-Diode baut man anders ein

Da hast Du zwar recht, aber dann muß er mehr Leistung verheizen. Der To 
glaubte, daß die Z-Diode als "Vorwiderstand" nur die Spannung reduziert. 
Leider wirkt sie so auch als umgekehrter Stabilisator.
#3075471
Nochmal, das Problem ist der 555!
Jede kleinste Störflanke an Pin 2 triggert ihn.
Da kann man nichts dran ändern, er ist für diese Anwendung zu schnell.

Ein MC wäre zwar genauso schnell, aber man kann ihn so programmieren, 
daß alles kürzer als xx ms als Störung anzusehen ist.
#3075489
Peter Dannegger schrieb:
> Weil die Leitung zum Schalter eine Antenne ist.

Und genau deshalb frage ich ja nach deren Länge. Es ist m.E. eher 
ungewöhnlich, dass ein Lötkolben und eine Raumbeleuchtung zuverlässig 
eine Störung liefert, die bei kurzer Leitung genug Dampf hat, um gegen 
eine Last von 2x4K7 parallel den NE555 zu triggern.

Andererseits kann man den NE555 nachweislich auch von hinten triggern, 
was mir ein gewisser Peter Danegger mal schön erklärte. ;-)
OP #3075503
SG1 ist ein Piezo Summer mit eingebauter Treiberschaltung, funktioniert 
bei 3-15V. Sitzt auf der Platine.
Diese ist direkt über 1,0 m Messleitungen mit dem Netzgerät verbunden.
Der Schalter S1 fehlt, ist nur eine offene Klemme, die zum Test manuell 
mit 0V kurzgeschlossen wird.

In der Testschaltung habe ich allerdings einen NE556, da keinen 555 da 
gehabt. Der zweite Ausgang, hängt zwar in der Luft, der Rest ist aber 
identisch beschaltet.

Eine CMOS Version wird das Problem nicht lösen?
Einen uC mit 5V Spannungsstabilisierung kriege ich auf dieser winzigen 
Platine wahrscheinlich nicht untergebracht.
Gast #3075505
Eine Gegenprobe mit einem anderen Netzteil wäre auch eine Idee um 
herauszubekommen ob es das Netzteil oder die Antennenwirkung ist.

Wenn ein Stützkondensator allerdings nur 10 uF ist, wird er hier wenig 
stützen? Meine Variante wäre 7812 mit ausreichender Beschaltung statt 
Z-Diode.
#3075522
Hugo schrieb:
> Die Spannungsversorgung des 555 ist für die nicht CMos version völlig
> ungeeignet.

Genau umgekehrt, CMOS ist kritischer als TTL, da CMOS beim Umschalten 
nen ordentlichen Stromhieb erzeugt.

Was gefällt Dir an 10µ + 100n nicht?
Was verlangst Du mehr?
Wie hoch soll der Aufwand noch steigen?
Gast #3075594
Hallo,
Also wenn ich schon lese ein meter kabel zum Netzteil, dann reicht mir 
das schon.
Warum haengt Pkt2 in der Luft? Mach nen R nach masse mit Tiefpass.
In die versorgungsspannung eine Drossel, dann ist Ruhe.
Gruss Mani
Gast #3075608
Der 555 muss hier störungsfrei zum Laufen zu bringen sein. Es gibt sonst 
ein dramatisches EMV Problem, wo auch immer das herkommen mag. Wenn das 
gelöst ist, wird auch dem Danegger seine µC Lösung sicher störungsfrei 
mit seiner Tastenentprellung laufen.
Gast #3075666
Ich setze den 555 nun schon seit 20 Jahren ein, und hab in der 
Zwischenzeit gelernt immer einen Spannungsregler mit Blockkondesatoren 
zu verwenden, und habe seit dem nie mehr EMV Probleme.

Schaltungen mit diesem Ding sitzen auch in Industrieanlagen und werden 
dort mit deren 24V Steuerspannung (die teilweise saumäßig aussieht) 
versorgt.
Wenns dort oben beschriebene Probleme gäbe, hätte ich gröbere 
Diskussionen mit unseren Kunden.

Aber, wie ihr meint -

Gruß Hugo
Gast #3075692
Peter Dannegger schrieb:
> Ich hab mit dem 555 schon die größten Pleiten, Pech und Pannen erlebt.
> Und die CMOS 6555 sind noch schlimmer.
> Sie haben ja nichtmal ein definiertes Power-On Verhalten.
> In meinen Schaltungen wird er gnadenlos ausgemerzt.

rofl ich schmeis mich wech :D

Such dir n andres hobby!
OP #3077041
soso schrieb:
> Eines der meistverkauften IC der Welt und nun wird festgestellt es ist
> untauglich...
> Es geht halt nix über Selbstbewusstsein.

Kurzes Statement von mir dazu:

Ich habe es nicht behauptet, sondern nur aufgrund der fehlenden 
Fachkompetenz  die Frage aufgestellt, ob das IC bei DIESER Anwendung, 
wie ich es in meinem primitiven Schaltbild dargestellt hatte, geeignet 
ist, bzw. ob Fehler drin sind und ob es nicht andere Alternativen gibt, 
die die benannten Probleme nicht bringen, aber auch mit ein paar 
Bauteilen zu realisieren sind.

Die Platine ist nur 26x16mm, nicht viel größer als der Summer selbst, 
wird gesteckt auf eine andere Platine, bei der eine saubere 24V 
Versorgung vorausgesetzt werden kann, da Bestandteil eines Bussystems.
Auch ich habe inzwischen gelernt, dass man im Normalfall einen 78xx mit 
Stützelkos braucht, habe auch immer 47u primär, 22u sekundär und 100n 
auf jeder Seite, zusätzlich Supressordiode und eine 4007 als 
Verpolungsschutz.
Nur hier habe ich nicht den Platz dafür und ich habe mir erhofft, ohne 
den ganzen Kram dieses eine IC mit dieser kleinen Schaltung einzusetzen.

Also wenn ich dann aber diese Kommentare lese, verfällt einem die Lust 
mal was zu fragen. Aber zum Glück gibt es Leute, die sich nicht zu 
schade sind,  einen sachlichen Tipp zum Thema zu geben, Danke an Ottmar, 
Axel, Peter & Co.
So, ich habe fertig.

In diesem Sinne, wünsche allen ein schönes WE :-)
Gast #3077191
Ich kann Dein Geheule nicht nachvollziehen. Du hast eine Menge gut 
gemeinte und fachkundige Antworten erhalten.

Der NE555 ist sicher kein schlechter Chip. Er hat einen simplen Aufbau, 
so dass dessen Eigenschaften auch relativ leicht nachvollziehbar sind. 
Deine Anwendung ist aber schlecht. Entstöre die Versorgungsspannung und 
das Trigger-Signal, dann wird es funktionieren.

Wenn Du das mit einem NE555 nicht hinbekommst, dann wird Dir ein anderes 
analoges IC auch nicht weiter helfen.

Möglicherweise leigt Dir die Welt der Mikrocontroller eher, wo man viele 
Störungen durch Software ausbügeln kann. Ein ATTiny13 ist genau so groß 
bzw. klein, wie ein NE555. Als Spannungsregler empfehle ich einen 
LP2950-5V im SOT-92 Gehäuse. Im falle des Mikrocontroller kommst Du mit 
weniger Kleinteilen drumherum aus. Das passt locker auf die Platine.
#3079206
Jobst M. schrieb:
> Nur mal als Versuch: Lass Pin 5 offen. Nimm den C5 dort weg. So kann die
> Controlvoltage schneller der Versorgungsspannung folgen ...
>
> Nur so eine Vermutung ...
>
Also ich mache eigentlich nie einen C an den fünfer.

Eine stabile (und abgepufferte) Versorgung ist doch Voraussetzung für 
einen sicheren Betrieb.

Auch das keine unerwünschten Signale zum Triggereingang usw. gelangen.
Dann funktioniert er auch erwartungsgemäss.


Kurt
Gast #3079593
in jeder "probadul" ( Tisch, Lampe, Stuhl als Einheit beim Zahnarzt ) 
http://www.tmdb.de/de/marke/PROBADUL,DD645499.html
waren 555er drinn. Und zwar für JEDE Taste der dort verwendeten 
Folientastatur im Bedienpanel. Da liesßen sich die Drehzahlen der 
Turbinen und Antriebsmotoren der Zahbohrer regeln usw.
Das ging auch perfekt. Musste ja schliesslich auch!
Da waren 2x12K gegen VCC und der Kondensator in Reihe zwischen beiden 
zum PIN2 hatte 10nF.
Die Betriebsspannung war jeweils mit 33nF direkt am Chip abgeblockt. Ob 
nun pin5 auch was drann hatte, weiß ich nun ausgerechnet nicht mehr :(


edit:
den Markennamen und die Firma findet an noch, aber leider kein Bild von 
diesem Teil, schade...
Gast #3080768
Warum lautet eigentlich die Überschrift "astabiler MV", obwohl die 
Schaltung einen monostabilen MV zeigt?
Wegen der Dimensionierung noch mal das Kompendium lesen.

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