Wien-Robinson-Oszillator + Invertierdender Verstärker

Gast #2620979
Hallo,

ich habe vor kurzem eine Schaltung zur Amplitudenmodulation gesehen (per 
Multiplizierglied), bei der die Trägerfrequenz mit einem 
Wien-Robinson-Oszillator erzeugt wurde. Direkt hinter diesem Oszillator 
war ein OP als Invertierender Verstärker geschaltet (Verstärkung ca. 
0,x).

Mich würde interessieren, ob es einen Grund dafür gibt einen 
invertierenden Verstärker zu benutzen, Könnte man genau so gut auch 
einen nicht invertierenden nutzen?

Viele Grüße
Gast
>Mich würde interessieren, ob es einen Grund dafür gibt einen
>invertierenden Verstärker zu benutzen, Könnte man genau so gut auch
>einen nicht invertierenden nutzen?

Ohne Schaltplan kann man da wenig sagen.
Gast
>Wenn die Verstärkung < 1 sein soll, geht das nur mit einem
>invertierenden Verstärker.

Oder einem Spannungsteiler...

>Der einzige Grund für den invertierenden Verstärker dürfte imho in der
>einfacheren Beschaltung liegen.

Genau.
Claudia schrieb:
> Oder einem Spannungsteiler...

Nö, das geht nicht, da dann der Ausgang nicht mehr entkoppelt wäre und 
sich die Frequenz des Schwingkreises verändert. (Der Spannungsteiler 
würde ja dann parallel zu P1 R14 und R12 liegen.)

Claudia schrieb:
>>Der einzige Grund für den invertierenden Verstärker dürfte imho in der
>
>>einfacheren Beschaltung liegen.
>
> Genau.

Eben Genau nicht. Die Frage war ja hier invertierend oder nicht 
invertierender Verstärker. Und beide haben 2 Widerstände als 
Beschaltung, was soll da einfacher oder schwerer sein bei der 
Beschaltung?
Carsten B. schrieb:
> Nö, das geht nicht, da dann der Ausgang nicht mehr entkoppelt wäre und
> sich die Frequenz des Schwingkreises verändert. (Der Spannungsteiler
> würde ja dann parallel zu P1 R14 und R12 liegen.)

Ach und was ist mit dem invertierenden Verstärker? Der hat den 
Eingangswiderstand R11. Der liegt genauso parallel.
Carsten B. schrieb:
> Nö, das geht nicht, da dann der Ausgang nicht mehr entkoppelt wäre

Ist halt hochohmiger.

>und
> sich die Frequenz des Schwingkreises verändert.

Einen Schwingkreis sehe ich da nicht. Und die Frequenz andert sich bei 
Belastung auch nicht.

>(Der Spannungsteiler
> würde ja dann parallel zu P1 R14 und R12 liegen.)

Und ist dem Teiler egal. Im anderen Fall liegt R11 parallel.

Was aber viel schlimmer ist das die Amplitude nicht stabil ist weil 
keine Regelung vorhanden ist.
Gast
Helmut Lenzen schrieb:

> Was aber viel schlimmer ist das die Amplitude nicht stabil ist weil
> keine Regelung vorhanden ist.

Ist da auch die Frequenz nicht stabil, wenn die Amplituden geplättet 
werden? Müßte ich mal simulieren, hab mit einem Wien-Oszillator und 
Amplitudenregelung auch schon mal experimentiert.

Denn leider schwingt er garantiert über.
Wilhelm Ferkes schrieb:
> Helmut Lenzen schrieb:
>
>> Was aber viel schlimmer ist das die Amplitude nicht stabil ist weil
>> keine Regelung vorhanden ist.
>
> Ist da auch die Frequenz nicht stabil, wenn die Amplituden geplättet
> werden? Müßte ich mal simulieren, hab mit einem Wien-Oszillator
> auch schon mal experimentiert.

Wie kann man das denn simulieren? Bei einer Simulation ist es
ja problemlos möglich eine Verstärkung von genau 3 einzustellen,
in der Realität klappt das dann aber nicht.
Fazit: Die Schaltung von Igor ist vermutlich von einem Menschen
mit solidem Halbwissen aufgebaut. Da passt dann auch der inver-
tierende Verstärker zu.
Gruss
Harald
Wilhelm Ferkes schrieb:
> Ist da auch die Frequenz nicht stabil, wenn die Amplituden geplättet
> werden? Müßte ich mal simulieren, hab mit einem Wien-Oszillator und
> Amplitudenregelung auch schon mal experimentiert.
>
> Denn leider schwingt er garantiert über.

Die Frequenz berechnet sich in erster Linie aus f = 1/(2*PI*R*C) .
Die Amplitudenabschwaechung ergibt sich bei der Frequenz und der Annahme 
das beide Widerstaende und Kondensatoren gleich sind zu 1/3.
Dieser Betrag muss jetzt der OP verstaerken. Und dieser Wert muss exakt 
eingehalten weden. Da das im allgemeinen nicht moeglich ist braucht er 
eine Amplitudenregelung. Im einfachsten Fall sind das 2 Dioden parallel 
zu R14.
Wenn man ein besseren Klirrfaktor anstrebt kann man auch die Amplitude 
messen und damit einen J-Fet ansteuern der die Verstaerkung einstellt.

Sowie Igor es gezeichnet hat wird es nicht funktionieren. Hat er zuviel 
verstaerkung wird er eher ein Trapez am Ausgang bekommen.
Gast
Harald Wilhelms schrieb:

> Wie kann man das denn simulieren? Bei einer Simulation ist es
> ja problemlos möglich eine Verstärkung von genau 3 einzustellen,
> in der Realität klappt das dann aber nicht.

Schon klar. Aber mit PSPICE bekomme ich tatsächlich ein Überschwingen.



Helmut Lenzen schrieb:

> Wenn man ein besseren Klirrfaktor anstrebt kann man auch die Amplitude
> messen und damit einen J-Fet ansteuern der die Verstaerkung einstellt.

So würde ich die Sache angehen. Habe mir schon uralte Röhrenschaltungen 
von vor mehr als 50 Jahren angeschaut, schon dort machte man es so. 
Röhre statt J-FET.



Helmut Lenzen schrieb:

> Hiermal ein Wiengenerator mit Dioden Amplitudenbegrenzung.
> Klirr so um 0.2 .. 0.3%

Vielen Dank. Den könnte ich sogar selbst gebrauchen. ;-)

Mit den Dioden hab ich auch schon mal experimentiert, aber das führt 
noch zu sehr unzureichenden Ergebnissen.
Wilhelm Ferkes schrieb:

>> Wenn man ein besseren Klirrfaktor anstrebt kann man auch die Amplitude
>> messen und damit einen J-Fet ansteuern der die Verstaerkung einstellt.
>
> So würde ich die Sache angehen. Habe mir schon uralte Röhrenschaltungen
> von vor mehr als 50 Jahren angeschaut, schon dort machte man es so.
> Röhre statt J-FET.

Anscheinend sind da die Schaltungen, die die nichtlineare Strom/
Spannungskennlinie einer Glühlampe verwenden, auch nicht schlechter,
aber deutlich einfacher. Ob man dieses Verfahren auch schon zu
Röhrenzeiten benutzt hat, weiss ich nicht. Es gab hier vor nicht
allzulanger Zeit einen Thread dazu.
Gruss
Harald
Falk Brunner schrieb:
>>Hiermal ein Wiengenerator mit Dioden Amplitudenbegrenzung.
>>Klirr so um 0.2 .. 0.3%
>
> Am Oszillator vielleicht, am Ausgang eher nicht, dort fehlt der
> Ruhestrom einer guten AB-Endstufe ;-)

Gerade heute morgen noch mal auf dem Steckbrett aufgebaut.

Messung: 1kHz , 5Vss  Klirr: 0.312%  gemessen mit HP8303B Analyzer.
Poti auf niederigsten Klirr eingestellt. Teile aus der Bastelkiste.

Ich hoffe du glaubst mir Falk.
@  Helmut Lenzen (helmi1)

>Messung: 1kHz , 5Vss  Klirr: 0.312%  gemessen mit HP8303B Analyzer.
>Poti auf niederigsten Klirr eingestellt. Teile aus der Bastelkiste.

>Ich hoffe du glaubst mir Falk.

Glaub ich schon, aber halt am Oszillator, nicht an der eher goben 
Gegentaktendstufe.

FMG
Falk
Gast
Falk Brunner schrieb:
>
> Glaub ich schon, aber halt am Oszillator, nicht an der eher goben
> Gegentaktendstufe.

Ist ein wenig verwirrend gezeichnet. Schau' dir die Schaltung noch 
einmal an - dann wirst du erkennen, dass sich die Endstufe innerhalb der 
Rückkoppelschleife befindet.

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