Hallo,
was ist der Unterschied zwischen einem Shunt und einem "normalen"
Widerstand, wenn sie ...
- den selben Widerstandswert
- selbe Baufrom
- selbe Toleranz
- selbe Leistung
... haben? Der einzige Unterschied, den ich sehe, ist der höhere Preis
für den Shunt.
Ein Shunt hat (meist) 2 Anschlüsse für den Lastkreis und 2 Anschlüsse
für den Messkreis. Das ist aber nur eine mechanische "Besonderheit". Man
kann durchaus einen "normalen" Widerstand, wenn er die entsprechenden
Parameter besitzt, als Shunt nehmen. Die Bezeichnung "Shunt"
kennzeichnet nur seine Aufgabe, nämlich als Messwiderstand für die
Strommessung zu dienen.
Und weil es eben, wie ich eingangs schon schrieb, besonders dafür
konzipierte Modelle gibt, werden die eben teurer verkauft. Die
Stückzahlen sind dabei logischerweise auch kleiner als bei "normalen"
Widerständen.
Außer dem genannten ist "Shunt" kein Bauteil, sondern umschreibt
lediglich die Funktion, für die ein Widerstand eingesetzt wird. Deshalb
ist auch die Bezeichnung "Shuntwiderstand" nicht ganz unüblich.
Micso schrieb:> was ist der Unterschied zwischen einem Shunt und einem "normalen"> Widerstand
Es gibt keinen. Als Shunt bezeichnet man einen Widerstand, den man zur
Strommessung einsetzt.
Achim B. schrieb:> Deshalb> ist auch die Bezeichnung "Shuntwiderstand" nicht ganz unüblich.
Und wenn der "Shuntwiderstand" spektakulär abraucht, dann gibt es einen
"Shuntfleck" SCNR ;)
Micso schrieb:> Der einzige Unterschied, den ich sehe, ist der höhere Preis> für den Shunt.
Dann gibt es auch Unterschiede in den Parametern, z.B. einen geringeren
TK.
Peter D. schrieb:> Micso schrieb:>> was ist der Unterschied zwischen einem Shunt und einem "normalen">> Widerstand>> Es gibt keinen. Als Shunt bezeichnet man einen Widerstand, den man zur> Strommessung einsetzt.
Ja, "Widerstand" ist das Wort für das Bauelement und "Shunt"
ist das Wort für die Anwendung.
Es gibt keinen prinzipiellen Unterschied, der Name kommt von der
Verwendung, ein shunt ist ein Widerstand der zum Strom-messen eingesetzt
wird.
Dafür sind natürlich einige Eigenschaften vorteilhaft, genau und
eventuell 4-Leiter Anschluss, bei hochfrequenter Wechselspannung
niederinduktiv, das kann ihn teurer machen wenn man die Eigenschaften
braucht.
Hallo
etwas off topic:
"Shunt" ist einer der undankbarsten englischsprachigen Bergriffe - kommt
so ziemlich in jeden Fachbereich vor, und zumindest in der E-Technik
auch in sehr verschiedenen Unterbereichen.
Vielleicht vergleichbar in deutschen mit einen Begriff wie Spanner der
auch mannigfaltige Bedeutung haben kann.
Nur so
Äxl (geloescht) schrieb:> Besser, als im deutschen: "Bürdewiderstand" ;)
Falscher geht es gar nicht mehr.
Ein Bürdewiderstand ist ein Lastwiderstand, der parallel zur Quelle
angeschlossen wird, um sie zu belasten ("Bürde->"Last").
Ein Shunt hingegen wird in Reihe geschaltet, um über den Spannungsabfall
den fließenden Strom bestimmen zu können.
Heinzelmann schrieb:> Falscher geht es gar nicht mehr.> Ein Bürdewiderstand ist ein Lastwiderstand
Wie dem auch sei:
Der Begriff als solches verdient ein herzliches "hahaha" .....
Alles Humbug schrieb:> Der Begriff "Burden Voltage" ist im> anglo-amerikanischem Sprachraum ein gängiger Begriff
Jetzt wird schon die Sinnhaftigkeit deutscher Begriffe durch ihre
englische Übersetzung begründet. Dann lieber gleich shunt resistor und
sich mit der deutschen Sprache garnicht erst belasten.
Ich bin keineswegs ein Sprachfanatiker für die Reinheit der deutschen
Sprache, eher im Gegenteil, aber die Denglischisierung sollte nicht ins
Lächerliche abgleiten, wie etwa in der Werbebranche üblich.
Georg
Äxl (geloescht) schrieb:> Besser, als im deutschen: "Bürdewiderstand" ;)
"Nebenwiderstand" hieß das in teutschen Meßgeräten, und zwei Anschlüsse
reichten auch aus.
P.S.:
Die Nebenwiderstände waren nicht unbedingt zur Strommessung eng
toleriert, sondern sie dienten auch als reine Belastungswiderstände zur
Prüfung von Batteriezellen.
Hp M. schrieb:>> P.S.:> Die Nebenwiderstände waren nicht unbedingt zur Strommessung eng> toleriert, sondern sie dienten auch als reine Belastungswiderstände zur> Prüfung von Batteriezellen.
Batterien? Oder doch einzelne Zellen?
Oder meinst Du etwa Primärzellen, die natürlich auch Elemente einer
Batterie sein konnten?
Jaja, die liebe Terminologie!
Kamikola schrieb:> Das ist aber nur eine mechanische "Besonderheit".
Unfug
4-Leiteranschluss ist mit Nichten nur eine mechanische Besonderheit.
Vielmehr dient diese Anschlussart dazu, den Spannungsabfall auf Grund
von Übergangswiderständen aus der Strommessung heraus zu halten.
Dadurch sinkt, insbesondere bei niedrigen Widerstandwerten, der
Messfehler.
Wolfgang schrieb:> Kamikola schrieb:>> Das ist aber nur eine mechanische "Besonderheit".>> Unfug>> 4-Leiteranschluss ist mit Nichten nur eine mechanische Besonderheit.>> Vielmehr dient diese Anschlussart dazu, den Spannungsabfall auf Grund> von Übergangswiderständen aus der Strommessung heraus zu halten.> Dadurch sinkt, insbesondere bei niedrigen Widerstandwerten, der> Messfehler.
Würde behaupten, dass das egal sein dürfte, denn für die Messung fahre
ich sowieso direkt an den Widerstand. Ich kann ja in der Regel gar nicht
im Versorgungspfad messen, welche Spannung da abfällt. 4-Leiter Methode
ist ja bekannt, hier ist es einfach nur eine elegante Lösung,um die
Leiterbahnen dranfahren zu können. Ein einfacher Widerstand und direkt
am Pad Stromversorgung und Messstrippen zusammen laufen lassen ginge
sicherlich auch. Daher hat in meinen Augen Kamikola recht.
Die meisten anderen Unterschiede wurden oben bereits genannt.