Hallo.
Ich bin grade mit folgener Problemstellung beschäftigt:
Ich muss SAT Empfang via CAT7 ermöglichen. Und zwar möglichst billig.
Eine IPTV Kopfstelle scheidet aus Kostengründen aus. Und eine DVB-C
Kopfstelle scheidet ebenfalls aus.
So ein CAT7 Kabel hat eine Bandbreite von ca 4 GHz (Ca 1 GHz pro Paar)
SAT hat 1300 MHz x 4 = 5,2 GHz. 2 Polarisationsebenen High und Low.
Der High und der Low Frequenzbereich vom LNB ist teilweise etwas
überlappend, so dass es keine 5,2 GHz mehr sind.
Die Bandbreite, die vom SAT kommt, beträgt maximal 4,1 GHz.
2,05 GHz miz 2 Polarisationsebenen. (Sat hat 10,7-12,75 GHz)
Es ist somit technisch möglich, SAT via CAT7 Kabel zu übertragen. Alle 4
Empfangsebenen über 1 Cat7 Kabel.
Meine Cat7 Kabel sind auf 1,2 GHz spezifiziert, laut Datenblatt.
Ich müsste den Sat Bereich von 950-2250 nur nur um sagen wir 900 MHz
nach unten zu verlegen. Dann bin ich zwar immer noch knapp über der Spec
des Kabels, aber das bisschen macht wohl nix aus.
Nun habe ich sogar mal folgendes Experiment gemacht: Ich habe den Sat
Receiver ohne jegliche Frequenz- oder Impedanzanpassung via CAT7
angeschlossen. Das funktioniert sogar. Auf wenige Meter.
Nun wollte ich mal folgendes versuchen: Impedanzanpassung, aber die
Frequenz nicht. Dafür wollte ich das Signal vor der Einspeisung
ordentlich verstärken, um die hohe Dämpung auszugleichen. Das Kabel wird
bis zu 1 GHz über Spec betreiben. Außerem wollte ich alle 4
Empfangsebenen gleichzeitig durch schicken.
Unten wollte ich dann einen normalen 4/4 Multischalter nutzen, um einen
handelsüblichen Receiver anzuschließen.
Nun meine Frage: Wie realistisch ist die Chance, damit 30m mit einer
Patchstelle zu überbrücken?
Alternative wäre irgendeine andere Lösung, um SAT via Gigabit Ethernet
oder CAZ7 zu realisieren, und dabei nicht mehr als 250 Euro auszugeben,
oder einen PC als Satempfänger+Streamingserver im Dauerbetrieb zu haben.
Hallo.
Guck dir mal den PowerlineSatReceiver (dLAN® TV Sat PC) von devolo. Man
muss den nicht über Powerline betreiben sondern halt einfach über den
EthernetPort. Zwei kann man ín einem Netz benutzten. Kann DVB-S2.
MdW
Tronico schrieb:> Nun meine Frage: Wie realistisch ist die Chance, damit 30m mit einer> Patchstelle zu überbrücken?
Ich vermute mal, dass die gar nicht so schlecht ist, wenn du die
Ein- und Auskopplung in das / aus dem Kabel einigermaßen verlustarm
hin bekommst (also nicht etwa mit RJ45-Steckern :). Die Dämpfung
dieser Cat7-Kabel dürfte auch jenseits ihrer Spezifikation so mies
nicht sein, und sofern dein Treiber genügend Leistung aufbringt,
kann man damit ja praktisch beliebige Dämpfungen ausgleichen. Ab
einer bestimmten Treiberleistung musst du dir nur Gedanken machen,
dass du den Empfänger nicht zerschießt. ;-)
Du musst halt gucken, womit du eine breitbandige Wandlung von 50 Ω
asymmetrisch auf 120 Ω symmetrisch und zurück hin bekommst.
Ich wollte nur noch mal ein anderes Stichwort in den Raum werfen: Wie
sieht es denn aus mit Sat über LWL (Glasfaser)? Oder übersteigt das den
Kostenrahmen? Zumindest würde ich nicht soviel Zeit und Energie in die
Geschichte investieren wollen, wenn ich es nicht adäquat vergütet
bekäme. Es sei denn natürlich, es ist für deinen persönlichen
Hausgebrauch...
Hmm, gutes Argument :) Daran hatte ich nicht gedacht. Grundsätzlich
halte ich die Homebrew-Lösung über CAT7 durchaus für möglich, allerdings
anspruchsvoll.
Ich würde andere Lösungen in Betracht ziehen, bevor ich mir selbst
irgendeinen Müll an meine Senke hole.
Interessant wäre ja mal die geplante Anwendung zu wissen, vielleicht
ergeben sich dadurch ja andere Ideen.
Yantit schrieb:> Sat über LWL
Glasfaser Technik für SAT Anlagen ist möglich. > 200€ frag die
Suchmaschine.
Glaskugel: Ob Cat7 über längere Strecken so ideal für Sat ist, wird nur
das konkrete Experiment zeigen. Schon ein verbogener Draht ist an dieser
Stelle kritisch zu sehen.
@Yantit:
Ich bin zwar nicht der TE, aber meinem Verständnis nach heißt "ich muß"
ganz einfach: Chef will es so oder Kunde will es so, Alternativlösungen
ausgeschlossen.
oszi40 schrieb:> Ob Cat7 über längere Strecken so ideal für Sat ist, [...]
Nach "ideal" war ja nicht gefragt (die Frage klang eher nach
"brauchbarer Kompromiss"), und die Rede war von 30 m als Entfernung.
Wenn ich allerdings von "Patchstelle" lese, habe ich so meine Zweifel
... normales RJ-45 ist für diese Frequenzen komplett untauglich,
weshalb es bei RJ-45-Patchfeldern auch maximal Cat6 gibt.
Ich gehe mal davon aus, dass eine Frequenzumsetzung zu
aufwändig/kompliziert ist, als dass sie hier in Frage kommt.
Eine Impedanzanpassung sollte wohl am ehesten noch funktionieren,
allerdings sind die Frequenzen nicht ohne:
Bei einem Datenblatt für Cat7-Kabel schien sich die Einfügedämpfung auf
100m bezogen pro Zehnerpotenz Frequenzerhöhung zu verdreifachen.
Angegeben waren maximal 1GHz mit 63dB/100m. Bei 10-12GHz haben wir also
ganz grob 180dB/100m, also 60dB auf den angegebenen 30m. Da muss also
schon ein recht dicker Verstärker vor den Anfang des Kabels.
Außerdem wird die Änderung der Dämpfung bei unterschiedlichen Frequenzen
(high Band / low Band) nicht vernachlässigbar sein, schätze ich.
MoritzS schrieb:> Bei einem Datenblatt für Cat7-Kabel
Das Datenblatt sagt noch nichts über den konkreten Aufbau. Überlegt mal
welcher kleine Bogen bei 1GHz schon als Induktivität wirkt. Da wird Otto
Normalverbraucher ohne ausreichend Messmöglichkeiten ziemlich im Trüben
fischen/basteln?
>Angegeben waren maximal 1GHz mit 63dB/100m. Bei 10-12GHz haben wir also>ganz grob 180dB/100m, also 60dB auf den angegebenen 30m. Da muss also
Es werden doch nicht 10-12 GHz über das Kabel übertragen! Über das Kabel
wird die ZF von 1-2 GHz übertragen.
Ich würde es einfach probieren. Einfach irgendwie paar F-Stecker und
noch einen Verstärker dranbasteln.
Michael_ schrieb:> Es werden doch nicht 10-12 GHz über das Kabel übertragen!
Oh, ja, richtig. Der LNB nimmt ja eine Frequenzumsetzung vor.
Jeweils ein Übertrager zur Impedanzumsetzung wäre trotzdem wohl gut.