Gibt es einen einfachen Weg um das Marking von ICs sauber zu entfernen?
Wir haben eine Software für einen Mikrocontroller geschrieben und würden
diesen programmierten Controller gerne als Produkt vertreiben, der Markt
für das Produkt ist vorhanden, der Maschinenpark ist komplett vorhanden
(Programmier-Automat, Laser für Halbleiter-Beschriftung, Gurtmaschine,
etc..), wir würden aber gerne die Markings vom Originalhersteller
entfernen um unser eigenes Marking auf den Chips platzieren zu können.
Die Stückzahlen sind leider zu gering um extra Wünsche von dem IC
Hersteller erfüllt zu bekommen.
Damit verarscht du nur Laien, die eines Tages, wenn eure Firma auf Grund
debiler Firmenpoltik schon längst wieder verschwunden ist, ein
berechtigtes Interesse daran haben ein Gerät mit eurem Chip repariert zu
bekommen.
Mit dem EU Reparaturgesetz sollte so eine Erschwernis eigentlich
verboten sein.
Wen es wirklich interessiert, der euch gefährlicher Konkurrent sein
will, der holt den Chip aus dem Gehäuse und weiss dann, was ihr verbaut
habt, liest das Programm trotz lock bits aus und lacht sich tot über die
Dummheit eurer Verschleierungstechnik.
Wenn "ihr" einen "Laser für Halbleiterbeschriftung" habt, dann reicht
der auch um auf dem schwarzen Kunststoffgehäuse dss Original-Logo zu
verbraten.
Aber im Ernst: Über die Anzahl der Pins, das Gehäuse, wo Masse und
Betriebsspannung, wo der externe Quarz anliegt, weiss ein ambitionierter
Spion doch binnen weniger Minuten, welchen Chip ihr verbaut habt.
Günther schrieb:> Gibt es einen einfachen Weg um das Marking von ICs sauber zu entfernen?>> Wir haben eine Software für einen Mikrocontroller geschrieben und würden> diesen programmierten Controller gerne als Produkt vertreiben, der Markt> für das Produkt ist vorhanden, der Maschinenpark ist komplett vorhanden> (Programmier-Automat, Laser für Halbleiter-Beschriftung, Gurtmaschine,> etc..), wir würden aber gerne die Markings vom Originalhersteller> entfernen um unser eigenes Marking auf den Chips platzieren zu können.
Geht mal bei ELV in die Lehre.
So sschlimm kann es nicht sein.
Man kuckt sich die Funktion des Gerätes an und setzt dann einen
erfahrenen Programmierer darauf an.
Fertig.
Ich verstehe euer Problem nicht, wir wollen Chips verkaufen, keine
Geräte herstellen, wenn ein anderer Chip abgekündigt wird oder der
Halbleiterhersteller pleite geht hat man auch das Pech, das eine
Reparatur nicht durchführbar ist. Selbst wenn das Originalmarking
vorhanden ist, würde dem Reparateur unser IP (das notwendige S-Record
File) fehlen.
Es geht uns auch keineswegs um Verschleierung, uns ist natürlich
bekannt, das sich anhand des Pinouts und diverser Datenblattparameter
der verwendete Controller eingrenzen lässt. Wir wollen eben unser Logo +
Bezeichnung + Los drauflasern und nicht mit Aufklebern arbeiten.
Da braucht hier niemand damit anfangen mit Beleidigungen um sich zu
werfen oder irgendeinen Schwachsinn von „EU Reparaturgesetz“ zu faseln.
Günther schrieb:> Wir wollen eben unser Logo +> Bezeichnung + Los drauflasern und nicht mit Aufklebern arbeiten.
Ehrenwert.
Aber Werbung funktioniert anders.
Nicht erst, wenn das Gerät aufgeschraubt ist.
Für eine Los-Nr ist sicher auch so noch Platz.
Günther schrieb:> Gibt es einen einfachen Weg um das Marking von ICs sauber zu entfernen?
Schleifen oder fräsen vielleicht?
Ausprobieren könnte man es es noch mit Hitze, um das Material
aufzuschmelzen. Dabei darf natürlich der Chip nicht beschädigt werden.
Günther schrieb:> Da braucht hier niemand damit anfangen mit Beleidigungen um sich zu> werfen oder irgendeinen Schwachsinn von „EU Reparaturgesetz“ zu faseln.
Das ist hier leider relativ normal. Wenn man die Beiträge solcher Leute
ausblendet (mental oder technisch), bekommt man hier aber oft gute
Informationen.
Günther schrieb:> Wir wollen eben unser Logo +> Bezeichnung + Los drauflasern und nicht mit Aufklebern arbeiten.
Vielleicht kann man den Chip ja mit einem Epox-Lack beschichten und dann
lasern.
Ich hab sowas mal bei Vierfach-Transistoren erlebt. Da hatte eine Firma
Motorola MPQ2907 genommen, beschichtet, ECG2322 draufgeschrieben und die
zum halben Preis der originalen Motorola verkauft.
Günther schrieb:> Gibt es einen einfachen Weg um das Marking von ICs sauber zu entfernen?
Am besten bei denen nachschauen, die Erfahrung damit haben: chinesische
Chipfälscher.
Die Einsteigervariante ist Abschleifen mit Sandpapier, die nächste Stufe
ist dann noch eine dünne Schicht Epoxylack oben drüber. Die Profis
entfernen die alte Aufschrift per Plasmaätzen.
Dussel schrieb:> Ausprobieren könnte man es es noch mit Hitze, um das Material> aufzuschmelzen
Wenn man keine Ahnung hat...
IC Gehäuse sind aus Epoxy, ein Duroplast, das schmilzt nicht, sonder
verkohlt.
Natürlich kann man schleifen, machen Chinesen, sieht aber nicht sauber
aus.
Da Beschriftungen üblicherweise gelasert sind, muss man die Vertiefungen
auffüllen, also noch eine Schicht Epoxy draufspachteln.
Sauberer ist es aber, wenn man den originalen Chip lesbar lässt, und ein
neues Kürzel mit Tampondruck oder Siebdruck oder Stempel zusätzlich
draufstempelt, quer drüber.
Machen wir zur Kennzeichnung programmierter Chips statt Etiketten.
MaWin schrieb:> Machen wir zur Kennzeichnung programmierter Chips statt Etiketten.
Jetzt weis ich in welcher Firma du arbeitest! Ich glaube ich hab mit
deinem Kollegen schon mal gesprochen! Kannst ihm bitte ein Gruß
ausrichten?
In 99,4% aller Fälle reicht es aus, eurer Unfähigkeit, durch einen
eigenen Aufdruck, die Ehre zu erweisen.
Diesen zu entfernen - ohne das darunterliegende Bildchen zu zerstören -
ist schon für viele unmöglich. Vor allem, wenn keine 08/15-Farbe
verwendet wird.
Das üblicherweise - bei Controllern - vorhandene Lock-Bit zu setzen, ist
auch in den meisten Fällen ausreichend.
ALLE anderen kannst Du mit solchen Lösungsansätzen nur zum Lachen
bringen. In vielen Fällen ist die äußere Pin-Belegung, zusammen mit
deren Beschaltung, so aussagekräftig, dass Du ruhig die alte
Beschriftung drauf lassen kannst.
Muss das Teil sowieso ersetzt werden, so kann das Abschleifen ebenfalls
Klarheit schaffen.
Nach allem, was ich in diesen Diskussionen mitbekommen habe gibt es eine
kaum noch zu überbietende Ignoranz, was die eigene Entwicklungshöhe
betrifft. Fehlt nur noch, dass die einfache Blinkschaltung mit einem
Lock-Bit fixiert werden soll, damit nur keiner diese Disassemblieren
kann.
Wie viel Energie der eine oder andere darin investiert, <<nichts>> zu
sichern ist aber schon erstaunlich. Aber irgendwie muss die Arbeitszeit
auch ausgefüllt werden.
Ist Euer Teil wirklich so umwerfend, wie Du offensichtlich annimmst, so
würde sich ein Nachbau auf jeden Fall lohnen. Letzteres ist eigentlich
nur eine Frage der Kostenrelation. Das durch solche Kunststückchen der
Servicefreundlichkeit ein Trauerkranz umgelegt wird, sollte den Meisten,
nach kürzester Zeit einleuchten.
Im festzustellen, wovon hier geredet wird, empfehle ich Dir dringend mal
ein etwas umfangreicheres Programm zu disassemblieren. Da lernst Du dann
auch gleich den Herrn Sisyphos kennen.
Bebenkt auch:
Es gibt Bausteine da ist das Gehäuse über dem Chip nur weniger 10um
dick.
Es gibt Hersteller die verbieten die Laserbeschriftung ihrer Controller
deshalb aus Gewährleistungsgruenden...
Günther schrieb:> Gibt es einen einfachen Weg um das Marking von ICs sauber zu entfernen?
Es gibt mehrere Wege, die Du beschreiten kannst.
Denn mit den ICs kannst Du so verfahren, wie Du es willst.
So lange es im Rahmen der relevanten Gesetze bleibt, die sicher auch Dir
bekannt sind. ;)
Insoweit bist Du hier auch niemand Rechenschaft über Deine Beweggründe
schuldig, weil es an sich ja nur um die Lösung eines technischen
Problems geht, die selbstverständlich auch "juristisch" einwandfrei sein
muß.
Schleifen wurde bereits genannt:
Ist problemlos machbar - am besten im Naßschliff.
Weniger wg. der Kühlung, sondern viel mehr, damit sich der Schleifbelag
nicht zusetzen kann.
Das Schleifverfahren hängt von der Stückzahl der Ics ab.
Wie groß ist die etwa geplant?
Lasern nanntest Du selbst bereits:
Ist sicher auch machbar - sofern der Wärmeeintrag unkritisch dabei
bleibt.
Alle anderen bereits gen. Verfahren des "Überdruckens" o.ä. sind wohl
auch problemlos machbar.
Bisher genannt wurden noch nicht:
1) Eingravieren einer neuen Kennung unter Zerstörung der alten.
2) Das IC evtl. mit einem Kühlblech versehen, in das die Kennung
eingeschlagen oder eingraviert sein kann.
Was für Dich "unter dem Strich" am zweckmäßigsten ist, kannst nur Du
beurteilen/richtig einordnen.
Ro N schrieb:> Es gibt Bausteine da ist das Gehäuse über dem Chip nur weniger 10um> dick.> Es gibt Hersteller die verbieten die Laserbeschriftung ihrer Controller> deshalb aus Gewährleistungsgruenden...
Ist nachvollziehbar bei der (gemeinten) Überdeckung von < 100µm bzw.
0,1mm.
Vor Jahrzehnten hatte ich mal Erwärmungsprobleme mit einem Standard-IC,
dessen (schwarzer) Grundkörper etwas über 3mm hoch war.
Dann sah ich mir erst mal die Wärmeleitfähigkeit (W/m*K) von Epoxy an.
Mit ca. 0,21 liegt die so in etwa genau so niedrig wie bei Sperrholz od.
Heraklitplatten - also alles andere als "berauschend".
Die von Al liegt bei ca. 230 - also ca. um den Faktor 1000 höher!
Womit dann auch die Zielsetzung klar war:
Grundkörper des IC so weit es ungefährlich machbar ist abschleifen, um
mit Epoxy ein Al-Kühlblech aufkleben zu können.
Ich weiß nicht mehr genau, wie viel Überdeckung vorhanden war, sondern
nur noch, daß es weit mehr als 1mm war.
Sowie, daß ich ein 1mm-Al-Kühlblech nach dem Abschleifen des IC
aufklebte, womit sich das mit dem Erwärmungsproblem von ihm auch
erledigt hatte.
Abschleifen haben viele Firmen schon vor 40 Jahren praktiziert und
dann entweder Pickerl mit "IC xx" drauf geklebt, in manchen Fällen
mit Siebdruck oder ganz einfach gar nichts darauf gedruckt...
Allerdings meist mit bescheidener Hilfe für den Verkauf, denn es
gab und gibt ein "Reingeneering"...
Günther schrieb:> Wir haben eine Software für einen Mikrocontroller geschrieben und würden> diesen programmierten Controller gerne als Produkt vertreiben
Wie lange?
;-)
Sebastian S. schrieb:> Im festzustellen, wovon hier geredet wird, empfehle ich Dir dringend mal> ein etwas umfangreicheres Programm zu disassemblieren. Da lernst Du dann> auch gleich den Herrn Sisyphos kennen.
Sisyphus
Sisyphus ist eine Figur aus der griechischen Mythologie. Der Sage nach
war Sisyphus dazu verurteilt, einen Felsblock einen steilen und hohen
Berg hinaufzurollen. Den Gipfel erreichte er allerdings nie, denn der
Felsblock entglitt ihm immer im letzten Moment und rollte zurück ins
Tal.
Oftmals wird der Begriff in Verbindung mit dem Substantiv „Arbeit“
eingesetzt. So genannte Sisyphusarbeit bezeichnet in Anlehnung an die
griechische Mythologie somit eine sinnlose, vergebliche Anstrengung oder
eine schwere, nie ans Ziel führende Arbeit.
Sisyphus ist die latinisierte Form des griechischen Eigennamens
Sisyphos. Beide Versionen sind im heutigen Sprachgebrauch zu finden.
Zu beachten ist die besondere Schreibweise des Wortes, mit einem „i“ in
der ersten und einem „y“ in der zweiten Silbe.
Ich denke, die Fa. des TO wird nicht lange bestehen...
Falls es schon zur Gründung kam...
L. H. schrieb:> Sowie, daß ich ein 1mm-Al-Kühlblech nach dem Abschleifen des IC> aufklebte, womit sich das mit dem Erwärmungsproblem von ihm auch> erledigt hatte.
Womit hast Du das Al-Blech aufgeklebt?
Ich frage deshalb, weil je nach Wärme/Kälte/Vibrationen sich
der Kühlkörper irgendwann löst und somit ein Problem im
Rest der Schaltung bewirken wird durch Kurzschluss oder ungewollte
Brücken zwischen diversen Bauteilen...
Mani W. schrieb:> Womit hast Du das Al-Blech aufgeklebt?
Mit Epoxykleber (Harz+Härter, 1:1 gemischt), und danach auf die beiden
aufgerauhten Flächen aufgetragen.
>> Ich frage deshalb, weil je nach Wärme/Kälte/Vibrationen sich> der Kühlkörper irgendwann löst und somit ein Problem im> Rest der Schaltung bewirken wird durch Kurzschluss oder ungewollte> Brücken zwischen diversen Bauteilen...
Du hast völlig recht damit, daß man auch sowas berücksichtigen sollte.
:)
W.o. beschrieb ich nicht so ausführlich, was ich bereits vorher gegen
das Erwärmungsproblem des ICs unternommen hatte.
Vorher hatte ich das IC nämlich von der Platine "abgehoben" eingebaut.
In runde Einzelpfosten-Steckkontakte eingesteckt, damit dem IC auch
unterseitig Kühlung zugeführt werden kann.
Leider finde ich momentan keinen Link zu solchen Pfosten.
Deshalb ersatzweise diesen, damit man sich das besser vorstellen kann:
https://www.conrad.de/de/p/ic-fassung-rastermass-7-62-mm-2-54-mm-polzahl-20-praezisions-kontakte-1-st-189839.html
Diese Pfostenkontakte gibt es auch einzeln auf einen langen
"Blech-IC-Dummy" aufgesteckt, von dem man sie abziehen und auf ein IC
(nur zu Verlötungszwecken) aufstecken kann.
In meinem Fall reichte das für die IC-Kühlung aber immer noch nicht aus.
Weshalb ich auch noch die Höhe des ICs um ca. 1mm verminderte, um die
Wärme schneller über das Al-Kühlblech abführen zu können.
Zur Sicherung des Kühlblechs sägte ich zwei Streifen von ca. 2,5mm
Breite aus dem einstückigen Al-Blech so aus, daß sie an beiden Enden des
ICs als Klammern umgebogen werden konnten.
Das IC wurde damit von unten an das Kühlblech "angeklammert".
(1mm-Al-Blech biegt man nicht mehr ganz leicht, weshalb ich die Streifen
in der Vertikalen vorbog, den Klammer-Querschnitt (nur unten)
verminderte und dadurch nach dem Aufsetzen des Kühlblechs auf das IC
(mit dazugefügtem Kleber) die Klammern auch umbiegen konnte.)
Damit war das Erwärmungsproblem erledigt.
In meinem Fall ging es nicht darum, das IC unkenntlich machen zu können.
Ganz im Gegenteil gravierte ich die zerstörte IC-Kennung ins Kühlblech
ein - für den Fall der Fälle. ;)
Im Fall des TE kann man allerdings genug "zwischen den Zeilen lesen",
wie man sich todsicher juristisch unangreifbar machen kann. :D
L. H. schrieb:> Leider finde ich momentan keinen Link zu solchen Pfosten.
Brauchst nicht, ich habe diese schon vor 40 Jahren verbaut...
L. H. schrieb:> In meinem Fall ging es nicht darum, das IC unkenntlich machen zu können.> Ganz im Gegenteil gravierte ich die zerstörte IC-Kennung ins Kühlblech> ein - für den Fall der Fälle. ;)
Nur für den Fall ist gut ausgedrückt - Die Erben werden jahrelang
rätseln, welches Ding das ist und welcher Code da drauf steht...
;-)))
Verzeih meine Heiterkeit...
Ich bin auch kein Fan von sowas, aber wenn man ein Produkt auf solche
Weise schützen muss, kann's ja nichts so besonderes sein. Ich setze bei
meinen "Produkten" die Lockbits wenn ich nicht will, daß irgend ein Doof
das Programm ausliest und fertig.
Einen defekten µC kann man als Laie und auch als fähiger Bastler nicht
ersetzen wenn mas das Programm nicht hat. Man kann höchstens was eigenes
entwickeln, aber davon hält mich ein "Custom Chip Design" auch nicht ab.
Ansonsten ist abschleifen doch das bekannte Naheliegendste und wird auch
gerne gemacht, wozu braucht man da so einen Thread hier?
Mit einem Materialbearbeitungslaser ists auch kein Problem, ich habe
Zugriff zu einem gerade mal 20W-Gerät. Klingt wenig, aber das reicht
aus, um bei Bedarf den ganzen IC aus dem Kunststoff zu schneiden.
Günther schrieb:> Gibt es einen einfachen Weg um das Marking von ICs sauber zu entfernen?
Schleifen mit dem Dremel.
> Wir haben eine Software für einen Mikrocontroller geschrieben und würden> diesen programmierten Controller gerne als Produkt vertreiben,
Dann tu das. Der Erfolg hängt mal sicher NICHT von eurer
Laserbeschriftung sondern der Qualität des Produkts und der Nachfrage
ab.
> entfernen um unser eigenes Marking auf den Chips platzieren zu können.
Du verschwendest Zeit, Energie und Geld mit Nebensächlichkeiten. Klingt
nach Hippster und Start-Up.
> Die Stückzahlen sind leider zu gering um extra Wünsche von dem IC> Hersteller erfüllt zu bekommen.
So what! Druckt euch nette Etiketten, klebt die drauf und fertig.
Allerdings soltle man beachten, wie eure ICs verwendet werden. Ein
Reflow halten die meisten Etiketten sowie deren Kleber nicht aus. Ein
Stecken in eine Fassung schon eher.
Ben B. schrieb:> Ich bin auch kein Fan von sowas, aber wenn man ein Produkt auf solche> Weise schützen muss, kann's ja nichts so besonderes sein. Ich setze bei> meinen "Produkten" die Lockbits wenn ich nicht will, daß irgend ein Doof> das Programm ausliest und fertig.
Das hängt IMO etwas von den Chips ab, die man verstecken will. Bei uCs,
CPLDs etc. ist das wirklich eher sinnlos. Bei anderen ICs abseits LS00,
LM324&Co kann es schon was bringen, wenn da komplexe Funktionen
versteckt sind, die man dank der Vielfalt nur schwer erraten kann.
Hab vor Urzeiten (1994?) mal nur mit einem 74HC40105 (16*4 FIFO) und
einem 16V8-GAL einen TDM-Demuxer für einen SPDIF-Chip gebaut. D.h. der
hat aus direkt aufeinanderfolgenden 2*16Bit eines 128Bit/Frame
Datenstroms symmetrische 2*16 gemacht inkl. passendem Frame/Bitclock.
Die Konkurrenz hatte dafür recht teure CPLDs gebraucht, um das Timing
mit dem nötigen Zwischenspeicher so hinzubiegen. Die haben mal angerufen
und tatsächlich durch die Blume gefragt, wie ich das in nur einem GAL
und einem abgeschliffenen Baustein hinbekomme :)
Falk B. schrieb:> Reflow halten die meisten Etiketten sowie deren Kleber nicht aus
Damit ist manche einfache Reparatur schon ausgeschlossen. Übrigens gab
es im letzten Jahrtausend schon Abi-Tester, mit denen man herausfinden
konnte, welches IC auf der Leiterplatte verlötet war. Sowas wird es
heute auch noch geben, nur besser. Wahrscheinlich würde ich mir jetzt
eher den Bus ansehen.
>IC Marking sauber entfernen
Heute würde ich eher eher eine spezielle Zahl wie SW-Stand hinzufügen
und mein großes Firmenlogo und das Support-Telefon auf diese
Leiterplatte lasern. Mit gutem Kundendienst lässt sich auch Geld
verdienen (z.B. eine stehende Maschine kann jede Stunde immense
Lohnkosten zur Folge haben). Da gibt der betroffene Kunde gerne etwas
Geld aus.
Mit Laser auf Leiterplatten habe ich schlechte Erfahrungen, das stinkt
zum Himmel sobald man mehr macht als Ätzlack vom Kupfer zu schießen. Da
ist Drucken das deutlich bessere Verfahren.
Was die abgeschliffenen Standard-ICs angeht: Meiner Meinung nach keine
Chance gegen einen erfahrenen Bastler, erst recht nicht wenn er ein
funktionierendes Exemplar der Schaltung für Messungen bekommt. Eigene
Erfahrung ist eine Class-D-Endstufe, bei der die vermeintliche
Highend-Schmiede den Modulator mittels CMOS-ICs aufgebaut hat und auf
diese ICs ein klares Reparaturverbot aufdruckte (mit Sandpapier). Ganz
so Highend war die Endstufe dann doch nicht - zumindest nicht die
Schutzschaltung - Endtransistoren tot und mit ihnen natürlich auch der
Treiber-IC (ein abgeschliffener IR2113 entlockt dem versierten Bastler
an dieser Stelle nur ein müdes Lächeln) und diesen steuernde
Modulator-IC CMOS-irgendwas, erinnere ich mich nicht mehr an den genauen
Typ, aber war eben nichts besonderes. Schaltungsanalyse, paar
Vermutungen und paar Messungen zur Verifikation am intakten Kanal und am
Ende hab ich die Endstufe erfolgreich mit einem passenden IC aus einem
Teilespender repariert. Abgeschliffen habe ichs nicht, freut sich der
nächste, der das Gerümpel reparieren darf.
Ich danke den wenigen Leuten welche sinnvolle Antworten gegeben haben
und sich die Mühe gemacht haben meine beiden Posts auch vollständig zu
lesen, ich werde wohl im neuen Jahr mal ein paar Testläufe mit dem Laser
machen und ein paar Trays mit nicht mehr benötigten Chips durch den
Laser jagen.
Zu manchen übereifrigen Spekulanten hier: Wir sind kein Startup, wir
sind ein mittelständisches Unternehmen mit fast 100 Mitarbeitern und
existieren schon seit über 30 Jahren. Sonst hätten wir wohl auch nicht
den genannten Maschinenpark mit vollautomatischen Programmiermaschinen
mit optischer Inspektion, Halbleiterlaser, Gurtmaschinen,
Halbleitertrocknungsöfen, etc... Wir wollen keine 0815 Schaltungen vor
dem Nachbau schützen, dies scheinen hier aber einige nicht zu verstehen.
Wir wollen den programmierten Chip als unser Produkt anbieten, der Markt
für das Produkt ist vorhanden, allerdings sind die erwarteten
Stückzahlen nicht so groß, das wir das Risiko eingehen wollen einige
Millionen des MCU Typs zu ordern, nur damit der Hersteller bereit ist
seinen Prozess für uns anzupassen und die Chips mit unserem Logo zu
lasern, wenn einige der Kollegen hier wüssten wieviele ICs auf dem Markt
eigentlich nur programmierte MCUs, DSPs oder CPLDs sind, würden sie wohl
anders darüber denken, ein relativ bekanntes Beispiel wäre zum Beispiel
der MCP2200, hier steckt ein PIC drin. Wir wollen auf dem Chip eben
unser Logo, Bezeichnung etc...
Ich dachte eigentlich, dies wäre ein technisches Forum und ich suche
eine technische Lösung, stattdessen wir hier herumlamentiert.
Die Frage hier hätte ich mir aber ersparen können, ich lese hier im
Forum häufig mit, starte hier seit Jahren alle paar Monate mal einen
Thread (überwiegend für private Basteleien) entweder es kommt keine
Antwort, oder selbsternannte Experten geben ihre Meinung ab, ohne zum
eigentlichen Thema beizutragen, insbesondere User wie „MaWin“ fallen mir
dabei auf.
Hab ich doch oben schon geschrieben.
Ehrenwert.
Mehr nicht. Das war vor 20 Jahren mal modern. Bei ELV.
Auf jedem BIOS eines Hauptplatinenherstellers ist ein Aufkleber.
Macht es so wie die.
Günther schrieb:> Zu manchen übereifrigen Spekulanten hier: Wir sind kein Startup, wir> sind ein mittelständisches Unternehmen mit fast 100 Mitarbeitern und> existieren schon seit über 30 Jahren. Sonst hätten wir wohl auch nicht> den genannten Maschinenpark mit vollautomatischen Programmiermaschinen> mit optischer Inspektion, Halbleiterlaser, Gurtmaschinen,> Halbleitertrocknungsöfen, etc...
Und da brauchen sie dich jetzt, dass du in einem Bastelforum fragst?
> ich lese hier im Forum häufig mit, starte hier seit Jahren alle paar> Monate mal einen Thread (überwiegend für private Basteleien)
Soso, ich hoffe Du beteiligst Dich auch mal helfenderweise an fremden
Aufgabenstellungen oder Problemchen, wenn nicht weiß ich nicht wieso Du
Dich über nicht helfende User aufregst.
Ben B. schrieb:>> ich lese hier im Forum häufig mit, starte hier seit Jahren alle> paar>> Monate mal einen Thread (überwiegend für private Basteleien)> Soso, ich hoffe Du beteiligst Dich auch mal helfenderweise an fremden> Aufgabenstellungen oder Problemchen, wenn nicht weiß ich nicht wieso Du> Dich über nicht helfende User aufregst.
Hier wird wieder spekuliert, selbstverständlich helfe ich auch, sonst
würde es ja überhaupt keinen Sinn machen regelmäßig fleißig mitzulesen.