Hi,
geht es die in erster Linie um den genauen IC (Neugier) oder wie dein
Beispiel bzgl. der PWM Frequenz eher vermuten lässt doch mehr darum was
der IC macht.
Wennum letzteres, dann bringt die genau Identifizierung des Bausteins ab
den Zeitpunkt wo man feststellt das es ein programmierbarer Baustein ist
dich auch nicht mehr viel weiter... Das Programm ist ja in aller Regel
gegen Auslesen geschützt. Einzig das du dann sicher bis wo die
Versorgungsanschlüsse liegen könnte man noch aufführen. Allerdings sind
diese mit etwas Übung schnell selbst zu finden und deren Kenntniss meist
eher die Grundlage um den IC zu Identifizieren.
Wenn man vor diesem Problem steht ist es normalerweise deutlich
Zielführender sich einfach anzuschauen was der IC macht.
Versorgungsanschlüsse sind schnell zu identifizieren. Ob ein Pin Eingang
oder Ausgang ist wird man meist auch durch die Beschaltung schnell
herausfinden. Geht die Richtungsfeststellung anhand der offensichtlichen
Beschaltung nicht gibt es aber auch noch weitere Messtechnische Tricks,
selbst in Regelkreisen wo eine Unstimmigkeit gleich alles verändert und
eine Einfache Unterbrechung nicht in Frage kommt geht das recht
zuverlässig.
Hat man dann die Anschlussfunktionen (Versorgung, Eingang, Ausgang,
Bidirektional) ermittelt nimmt man mit Skope und ggf. LA die Signale
auf, versucht die Abhängigkeiten zu ermitteln und kann dann selbst
entsprechende Firmware entwerfen die diese Funktion bietet, ggf. auch
noch zusätzliche Funktionen. Zu implementieren.
Das setzt natürlich vorraus das man über eine funktionierende Einheit
verfügt. Und man sollte sich schon vor der genauen Analyse sicher sein
das es wirklich ein Individuell Programmierter Baustein ist.
Wenn du wie geschrieben die PWM Frequenz wissen möchtest ist das doch
ein Paradebeispiel für eine einfache Selbstermittlung. einfach mit dem
Skope nachschauen.
Auch die Abhängigkeit des Tastgrades von den Werten des NTC ist sehr
enfach zu ermitteln.
Kommt die Schaltung aus einem Modernen Auto und du willst ausser den
oben genannten Funktion die komplette Funktion des µC nachbilden wird es
abhängig von Marke und Modell aber schwieriger. Oft werden selbst
einfache Komponennten wie Sitzheitung u.ä. nicht mehr über einen simplen
Spannungspegel eingeschaltet sondern diese Sitzen mit an einem der
zahlreichen Bussysteme in einem neuen Auto.
Dann musst du noch damit rechnen das der Bausteine auch noch ein
Schnittstelle wie CAN oder LIN usw. bedient. Ausser natürlich es gibt
noch einen weiteren Controller der diese Aufgabe übernimmt.
Geht es aber nicht um die Funktion sondern rein um den Typ des IC sieht
es natürlich wieder anders aus:
Rudolph schrieb:
> Ich bin jetzt über die Suche bei Microchip selber gegangen.
> Daher weiss ich ja, dass "0130075" die Bezeichnung sein soll, in den
> Datenblättern ist das Marking ja nett erklärt.
>
> Nur hat z.B. ein PIC16F1454 an der Stelle "F1454EST" stehen.
> Ein PICxxF0130 taucht nur leider nicht in der Liste auf. :-)
Das heisst aber leider auch nicht viel. Klar, wenn du was exakt
passendes Gefunden hättest währe die Frage natürlich schon beantwortet.
Mikrochip bietet verschiedene Stufen von "Custom Design" an.
Die erste Stufe ist das die Mikrocontroller bereits im Werk programmiert
werden, es sich aber ansonsten um exakt dieselben Bausteine handelt wie
sie auch an Normalkunden geliefert werden. Die werden einfach zwischen
letzten Produktionsschritt und Versand noch normal programmiert. Dies
geht schon für sehr kleine Stückzahlen
Die zweite Stufe ist die Programmierung im Werk mit Individueller
Kennzeichnung. Hier müssen die Stückzahlen natürlich schon deultich
größer sein. Wobei es sich noch im Rahmen hält - wenn auch jenseits
dessen was Klein- und Kleinstbetriebe verbauen könnten.
Kennt man das Innenleben könnte man die nach einem Löschvorgang wie die
oberen auch gnz normal neu Programmieren.
Viele SpecialFunction IC von Microchip sind im übrigen nichts anderes
als solche Vorprogrammierten µC mit Individueller Kennzeichnung.Wobei
ich mir vorstellen könnte das da auch das (versehentliche) Löschen
gesperrt ist - habe es aber noch nicht ausprobiert. Im USB-RS232
Umsetzer werkelt IMHO ein PIC18F14K50 mit entsprechender Firmware...
Die dritte und letzte Stufe ist die Fertigung von wirklich individuellen
Bausteinen mit Anpassungen an Maske und/oder Gehäuse. Diese erhalten
natürlich auch individuelle Kennzeichnungen... Dafür muss man natürlich
riesige Stückzahlen abnehmen.
Wenn es also keinen Baustein mit passenden MArking im Microchip
Produktspektrum gibt könnte es version zwei oder Version drei sein.
Als ersten Schritt würde ich jetzt die Versorgungsanschlüsse
Identifizieren und diese mit der üblichen Lage bei den PIC Familien
vergleichen. Die 18F haben die Versorgungsspannung beispielsweise "oben"
also am Pin 1 und dem gegenüberliegenden letzten Pin.
Allerdings gibt es keine 18F als 14Pinner (Die kleinsten haben 20Pin
Gehäuse) Also scheiden die aus.
Die PIC12F und PIC16F im SSOP14 haben aber auch wie die PIC18F Die
Versorgungsanschlüsse "oben" hier also Pin1 Vdd, Pin14 GND und MCLR
(fals verwendet!) auf PIN4.
Die PIC24 im SSOP14 Gehäuse haben allerdings eine andere Beschaltung! Da
ist MCLR auf Pin1, Vss auf Pin13 und VDD auf Pin 14.
Damit kannst du es dann schon einmal eingrenzen.
Passt eine der beiden oberen Belegungen hast du schon einmal einen
Anhaltspunkt. Wenn du es noch genauer wissen willt und ein wenig Mutig
bist kannst dau dann mit einem PicKit oder ähnlichen einfach an die 5
Anschlüsse (MCLR/vpp, Vdd, GND, PGD sowie PGC) gehen. Der liest dann
automatisch die Chip-ID aus ohne etwas zu verändern.
Damit weist du es dann ja ganz genau, hast sogar die Versionsinfo des
DIEs... Aber Auslesen des Programms wird mit hoher Wahrscheinlichkeit
trotzdem nicht möglich sein.
Handelt es sich aber um eine andere Belegung als bei diesen Varianten
hast du es dann vermutlich mit einem Analog IC oder vollCustom Device zu
tun...
Gruß
Carsten