Hallo Leute!
Beide Kanäle auf GND geschaltet, 10ms/div, Line-Trigger,
Strahlhelligkeit recht weit runtergedreht. Wie man sieht, variiert die
Helligkeit im 50Hz Takt. Wird die Helligkeit erhöht, wird der Effekt
geringer und man sieht eine durchgezogene Linie.
Das kann doch nicht norml sein?
Mfg,
Kurt
Wenn in der Stromversorgung ein Ladekondensator seine Kapazität verloren
hat, bekommt eine oder mehrere Gleichspannungen eine 100Hz-Welligkeit.
Wenns z.B. die Versorgungsspannung ist, die die Hochspannung der
Bildröhre betrifft, kann diese Helligkeitssteuerung daraus entstehn.
(sie kann, im geringem Maße, auch "normal" sein, denn etwas Welligkeit
in der Versorgungsspannung gibts immer)
Normalerweise fällt sie garnicht auf, aber hier hat die Triggerung auf
die 100 Hz angesprochen und so ist die Helligkeits- (Z- Modulation
besonders gut zu sehen.)
Also erst mal die Versorgungsspannungen nachmessen, da müsste ein
kapazitätsarmer Elko erkennbar sein, in Form einer abweichenden
Versorgungsspannnung oder besonders großer Welligkeit der Spannung.
Servicemanual:
http://bee.mif.pg.gda.pl/ciasteczkowypotwor/Philips/pm3208.pdf
So einfach ist es leider nicht. Alle geregelten Spannungen haben einen
Ripple im niedrigen mV Bereich. Die großen Elkos C1001, C1010 und C1012
im Netzteil haben einen ESR <0,1Ohm.
Die Kathodenspannung beträgt -2,14kV, sollte aber "höchstens" -2,05kV
haben. Aber auch da ist mit dem 40kV Tastkopf kein Ripple messbar. Mein
2,5kV Tastkopf ist kaputt, deshalb kann ich die hohen Spannungen nicht
mit dem zweiten Oszi messen.
Die ungeregelten 16V ripplen mit ca. 3Vpp. Ich denke das ist aber
normal, da auch ein abblocken mit 1000µF Low ESR das Problem nicht
bessert.
Es deutet alles drauf hin, dass die Regelung der Kathodenspannung nicht
arbeitet?
Solch eine Helligkeitsmodulation braucht nicht unbedingt ein grober
Fehler zu sein. Gerade bei Spannungen, die schwer zu sieben sind,
nimmt/nahm man eine schwache Helligkeitsmodulation inkauf. Sie ist ja
nur in der besonderen Helligkeitseinstellung zu sehen und nur wenn die
Zeitablenkung durch das 100-Hz-Signal getriggert ist.
Wenn der ripple zu grob wäre würde sich das auch auf Vertikal- und
Horizontalablenkung auswirken. Aber das tut es anscheinend nicht, denn
die gestrichelte Linie hat ja keine Ablenkung nach oben oder unten.
Wenn man einen Schaltplan hätte, könnte man ja dem Signalweg für
Helligkeitseinstellung und Rücklaufaustastung nachgehen, ob dort sich
irgendeine ungewollte 100-Hz-Spannung herumtreibt.
Kandidat wäre auch der Kondensator im nF-Bereich, der die 2kV vom
Helligkeits/Rücklaufaustast-Signal zur Kathode überwindet. Wenn der
keine Kapazität mehr hat, könnte ein ähnliches Bild entstehen.
Kurt Bohnen schrieb:> Die ungeregelten 16V ripplen mit ca. 3Vpp. Ich denke das ist aber> normal, da auch ein abblocken mit 1000µF Low ESR das Problem nicht> bessert.
Wenn die 16V die Hochspannungserzeugung versorgen, wäre das schon eine
möglichee Fehlerursache. 3V Uss kommen mit etwas hoch vor. Mehr als 1V
Uss sollte es meiner Meinung nicht sein. Das erreicht man mit einem C
von 10000uF je A. Eventuell ist der erwähnte Test-Kondensator von 1000µF
schon zu klein.
Kurt Bohnen schrieb:> Den Schaltplan hatte ich ja schon verlinkt. Ich versuche mal die 16V von> einem externen Netzteil einzuspeisen.
Und ich soll nun 81 Seiten downloaden und durchsuchen, bis ich auf den
richtigen Teil des Schaltplans komme?
Kurt Bohnen schrieb:> Der Ripple auf den 16V muss anscheinend vorhanden sein, ansonsten> startet nämlich das HV-Netzteil nicht.
Hääh? So etwas hab ich noch in keinem Design entdeckt: primär arbeiten
die einzelnen Gruppen einer Schaltung unter der Voraussetzung einer
Spannung die aus einem geregelten Netzgerät kommt, also ripplefrei ist.
Vermutlich wirkt sich der ripple der Spannungsversorgung 18V voll auf
den HV- Generator aus.
Vermutung : der Regelverstärker IC2001 hängt mit der Ausgangsspannung am
Anschlag. (HV stimmt ja nicht genau und normalerweise würde IC2001 den
ripple in der HV korrigieren.)
Am Ausgang von IC2001 müsste man die ripple Spannung sehen, mit der der
Schalttransistor gesteuert wird, um den HV-Ripple auszuregeln.
Eventuell ist auch Z-Diode 5,6V am Ausgang von IC2001 defekt.
Spannung zwischen den Eingängen des IC2001 messen. Die müsste praktisch
Null sein, also weniger als einige mV
Bei Fremdspeisung mit den 18V müssen die andren Spannungen im Gerät
natürlich vorhanden sein, sonst arbeitet z.B. IC2001 nicht und sperrt
den Spannungswandler.
Viel Erfolg bei der Suche!
Und natürlich Danke für die beiden Schaltpläne. Damit lässt sich jetzt
gut arbeiten.
An beiden Eingängen vom Komparator liegt sehr genau die gleiche Spannung
an. Die Regelung funktioniert also. Ob an Pin 3 ein 100Hz Signal
anliegt, kann ich nicht genau sagen, da noch ein 39kHz Siganal vorhanden
ist, das Undersampling-Artefakte erzeugt.
Die Fremdeinspeisung funtioniert garnicht. IC2001 liefert zwar 12V,
aber die Schaltung schwingt nicht an.
Dann habe ich über eine Diode zusätzlich zu den welligen 16V eine
Spannung eingespeist und soweit erhöht, bis keine Welligkeit mehr da
war. Allerdings hatte dies keinen Einfluss auf die Strahlhelligkeit. Die
Hochspannungserzeugung ist scheinbar in Ordnung.
Also habe ich mir die Eingänge des Z-Verstärkers nochmal angesehen: Alle
lagen auf festem Potential, außer natürlich "MTB UNBLANK". Der schaltet
erwartungsgemäß den Strahl für 120ms an, und für den Rücklauf wieder
aus.
Ohne die Spannungen direkt an der Röhre zu messen, ist es wohl nur
stochern im Nebel. Nun werde ich einen neuen HV-Tastkopf bestellen und
mein kleines, analoges, Voltkraft Oszi reparieren, dessen Eingangsstufe
anscheinend vom alten HV-Tastkopf gegrillt wurde. Keine Ahnung, wie das
passieren konnte.
PS:
Peter R. schrieb:> Kandidat wäre auch der Kondensator im nF-Bereich, der die 2kV vom> Helligkeits/Rücklaufaustast-Signal zur Kathode überwindet. Wenn der> keine Kapazität mehr hat, könnte ein ähnliches Bild entstehen.
C3023 habe ich nachgelötet. Um ihn durchzumessen, müsste ich die
Horizontalplatine komplett ausbauen. Meinst Du, die Arbeit könnte sich
lohnen?
EDIT:
Leider nicht. Habe erfolglos zusätzlich noch 1nF drangelötet.
Dann scheint das störende Signal nicht aus dem HV-Regelkreis zu kommen.
Folgender Test: Pins 2,3 an Röhre oder Pins 3,4 an CN 2005 mit einem
Folienkondensator ca. 1µF verbinden. Dann wird geklärt, ob die
Z-Modulation über die Helligkeitssteuerung hereinkommt.
Da dabei auch die Rücklaufaustastung stillgelegt wird, Helligkeit
vorsichtig von dunkel auf sichtbar hochstellen, es entsteht u.U. ein
sehr heller Punkt am linken Bildrand. X-Verschiebung des Punkts nach
links behebt dann die Gefahr, einen Punkt in den Schirm zu schweißen.
Um den ripple im Hochspannungsbereich festzustellen brauchts doch keinen
Hochspannungstastkopf. Ein Trennkondensator, der die 2kV aushält, reicht
doch. Du musst doch nicht die DC-Komponente messen sondern nur den
AC-Anteil.
Wenn Du z.B. dem 1nF-Kondensator einen 100kOhm Widerstand in reihe
schaltest, kannst Du den freien Pin des Kondensators als Tastkopf
verwenden, ohne dass sich der Kondensator jedesmal mit einem leisen
Knall wegen des Aufladestrom bemerkbar macht. Das untere Ende der 100
kOhm führt man über 1 MOhm an Masse. An dem 1 MOhm kann man dann die auf
etwa die Hälfte reduzierte Wechselspannung messen.
Peter R. schrieb:> Folgender Test: Pins 2,3 an Röhre oder Pins 3,4 an CN 2005 mit einem> Folienkondensator ca. 1µF verbinden.
1µF ist etwas zuviel des guten. Da bleibt der Schrim dunkel. Mit 330nF
zeigt sich aber ein sauberer, durchgehender Strahl.
OK, dann scheint die Quelle für die Störspannung nicht auf der
minus-2kV-Ebene zu sein sondern in der Rücklaufausblendung am
Masseniveau. Dann geht die Fehlersuche einfacher. Man hats da nicht mehr
mit kV zu tun.
Eine (vorsichtige) Frage: war der 1µF Kondensator ein Elko und der 330nF
ein Folienkondensator? Das würde erklären, warum das Verhalten bei dem
kleinen Kapazitätsunterschied so unterschiedlich ist.
Eine (noch vorsichtigere) Frage: Bist Du Ganz sicher , dass das Muster
Netzfrequenz hat?
So etwas könnte auch im chopped-betrieb entstehen, wenn die Kanäle A und
B kein Signal also als Strich geschrieben werden. Dann wäre die Frequenz
aber im kHz oder gar MHz-Bereich.
Ich hab im Moment so viel mit der Umschaltung Schaltplan-Text zu tun.
Ich druck mir mal den Schaltplan raus und meld mich dann später.
Edit: Besuch ist da, tschüss bis morgen.
Es waren beides Folienkondensatoren.
Das Bild zeigt das Line-Trigger Signal von CN2003 Pin 1 bei 10ms/div und
nur einem aktiven Kanal.
Weder an der Verbindung R3012/R3014 noch an R3013/3015 konnte ich einen
50Hz Anteil Messen.
Aber Hallo: Vertikalmaßstab 500mV/Teil, wegen der Widerstände im Teiler
1nF,100k,1M ist das ein Uss von 1V !!!
Kurt Bohnen schrieb:> Beide Kanäle auf GND geschaltet, 10ms/div, Line-Trigger,> Strahlhelligkeit recht weit runtergedreht. Wie man sieht, variiert die> Helligkeit im 50Hz Takt. Wird die Helligkeit erhöht, wird der Effekt> geringer und man sieht eine durchgezogene Linie.> Das kann doch nicht normal sein?
Was da in Wirklichkeit nicht normal ist: Dass man gezielt die
Einstellung sucht, bei der diese Uss sich auswirkt: Netzsynchrone
Ablenkung, damit man diese Z-Modulation überhaupt sehen kann, Helligkeit
gerade an der Schwelle zur Sichtbarkeit, damit sie erst sichtbar wird
usw.
Und wenn Du auf 2kV einen Brumm von 1V hast, zeigt sich das halt so in
der Z-Modulation.