Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Oszi PM3208 defekt?


von Kurt B. (kurt)


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Hallo Leute!

Beide Kanäle auf GND geschaltet, 10ms/div, Line-Trigger, 
Strahlhelligkeit recht weit runtergedreht. Wie man sieht, variiert die 
Helligkeit im 50Hz Takt. Wird die Helligkeit erhöht, wird der Effekt 
geringer und man sieht eine durchgezogene Linie.
Das kann doch nicht norml sein?

Mfg,
Kurt

von Peter R. (pnu)


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Wenn in der Stromversorgung ein Ladekondensator seine Kapazität verloren 
hat, bekommt eine oder mehrere Gleichspannungen eine 100Hz-Welligkeit.
Wenns z.B. die Versorgungsspannung ist, die die Hochspannung der 
Bildröhre betrifft, kann  diese Helligkeitssteuerung daraus entstehn. 
(sie kann, im geringem Maße, auch "normal" sein, denn etwas Welligkeit 
in der Versorgungsspannung gibts immer)

Normalerweise fällt sie garnicht auf, aber hier hat die Triggerung auf 
die 100 Hz angesprochen und so ist die Helligkeits- (Z- Modulation 
besonders gut zu sehen.)

Also erst mal die Versorgungsspannungen nachmessen, da müsste ein 
kapazitätsarmer Elko erkennbar sein, in Form einer abweichenden 
Versorgungsspannnung oder besonders großer Welligkeit der Spannung.

von Kurt B. (kurt)


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Servicemanual: 
http://bee.mif.pg.gda.pl/ciasteczkowypotwor/Philips/pm3208.pdf

So einfach ist es leider nicht. Alle geregelten Spannungen haben einen 
Ripple im niedrigen mV Bereich. Die großen Elkos C1001, C1010 und C1012 
im Netzteil haben einen ESR <0,1Ohm.

Die Kathodenspannung beträgt -2,14kV, sollte aber "höchstens" -2,05kV 
haben. Aber auch da ist mit dem 40kV Tastkopf kein Ripple messbar. Mein 
2,5kV Tastkopf ist kaputt, deshalb kann ich die hohen Spannungen nicht 
mit dem zweiten Oszi messen.

Die ungeregelten 16V ripplen mit ca. 3Vpp. Ich denke das ist aber 
normal, da auch ein abblocken mit 1000µF Low ESR das Problem nicht 
bessert.

Es deutet alles drauf hin, dass die Regelung der Kathodenspannung nicht 
arbeitet?

von Peter R. (pnu)


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Solch eine Helligkeitsmodulation braucht nicht unbedingt ein grober 
Fehler zu sein. Gerade bei Spannungen, die schwer zu sieben sind, 
nimmt/nahm man eine schwache Helligkeitsmodulation inkauf. Sie ist ja 
nur in der besonderen Helligkeitseinstellung zu sehen und nur wenn die 
Zeitablenkung durch das 100-Hz-Signal getriggert ist.

Wenn der ripple zu grob wäre würde sich das auch auf Vertikal- und 
Horizontalablenkung auswirken. Aber das tut es anscheinend nicht, denn 
die gestrichelte Linie hat ja keine Ablenkung nach oben oder unten.

Wenn man einen Schaltplan hätte, könnte man ja dem Signalweg für 
Helligkeitseinstellung und Rücklaufaustastung nachgehen, ob dort sich 
irgendeine ungewollte 100-Hz-Spannung herumtreibt.

Kandidat wäre auch der Kondensator im nF-Bereich, der die 2kV vom 
Helligkeits/Rücklaufaustast-Signal zur Kathode überwindet. Wenn der 
keine Kapazität mehr hat, könnte ein ähnliches Bild entstehen.

Kurt Bohnen schrieb:
> Die ungeregelten 16V ripplen mit ca. 3Vpp. Ich denke das ist aber
> normal, da auch ein abblocken mit 1000µF Low ESR das Problem nicht
> bessert.

Wenn die 16V die Hochspannungserzeugung versorgen, wäre das schon eine 
möglichee Fehlerursache. 3V Uss kommen mit etwas hoch vor. Mehr als 1V 
Uss sollte es meiner Meinung nicht sein. Das erreicht man mit einem C 
von 10000uF je A. Eventuell ist der erwähnte Test-Kondensator von 1000µF 
schon zu klein.

von Kurt B. (kurt)


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Den Schaltplan hatte ich ja schon verlinkt. Ich versuche mal die 16V von 
einem externen Netzteil einzuspeisen.

von Kurt B. (kurt)


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Der Ripple auf den 16V muss anscheinend vorhanden sein, ansonsten 
startet nämlich das HV-Netzteil nicht.

von Peter R. (pnu)


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Kurt Bohnen schrieb:
> Den Schaltplan hatte ich ja schon verlinkt. Ich versuche mal die 16V von
> einem externen Netzteil einzuspeisen.

Und ich soll nun 81 Seiten downloaden und durchsuchen, bis ich auf den 
richtigen Teil des Schaltplans komme?

Kurt Bohnen schrieb:
> Der Ripple auf den 16V muss anscheinend vorhanden sein, ansonsten
> startet nämlich das HV-Netzteil nicht.

Hääh?  So etwas hab ich noch in keinem Design entdeckt: primär arbeiten 
die einzelnen Gruppen einer Schaltung unter der Voraussetzung einer 
Spannung die aus einem geregelten Netzgerät kommt, also ripplefrei ist.

von Kurt B. (kurt)


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Tatsache ist, wenn ich 14-17V von einem stabilisierten Netzteil 
einspeise, wird keine Hochspannung erzeugt. Klingt komisch, ist aber so.

von Dieter W. (dds5)


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Der HV Generator wird offenbar über den Komparator gesperrt wenn nicht 
sowohl +12V als auch -12V vorhanden sind.

von Peter R. (pnu)


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Vermutlich wirkt sich der ripple der Spannungsversorgung 18V voll auf 
den HV- Generator aus.
Vermutung : der Regelverstärker IC2001 hängt mit der Ausgangsspannung am 
Anschlag. (HV stimmt ja nicht genau und normalerweise würde IC2001 den 
ripple in der HV korrigieren.)

Am  Ausgang von IC2001 müsste man die ripple Spannung sehen, mit der der 
Schalttransistor gesteuert wird, um den HV-Ripple auszuregeln.

Eventuell ist auch Z-Diode 5,6V  am Ausgang von IC2001 defekt.

Spannung zwischen den Eingängen des IC2001 messen. Die müsste praktisch 
Null sein, also weniger als einige mV

Bei Fremdspeisung mit den 18V müssen die andren Spannungen im Gerät 
natürlich vorhanden sein, sonst arbeitet z.B. IC2001 nicht und sperrt 
den Spannungswandler.

Viel Erfolg bei der Suche!

Und natürlich Danke für die beiden Schaltpläne. Damit lässt sich jetzt 
gut arbeiten.

von Kurt B. (kurt)


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An beiden Eingängen vom Komparator liegt sehr genau die gleiche Spannung 
an. Die Regelung funktioniert also. Ob an Pin 3 ein 100Hz Signal 
anliegt, kann ich nicht genau sagen, da noch ein 39kHz Siganal vorhanden 
ist, das Undersampling-Artefakte erzeugt.

Die Fremdeinspeisung funtioniert garnicht. IC2001 liefert zwar 12V, 
aber die Schaltung schwingt nicht an.
Dann habe ich über eine Diode zusätzlich zu den welligen 16V eine 
Spannung eingespeist und soweit erhöht, bis keine Welligkeit mehr da 
war. Allerdings hatte dies keinen Einfluss auf die Strahlhelligkeit. Die 
Hochspannungserzeugung ist scheinbar in Ordnung.

Also habe ich mir die Eingänge des Z-Verstärkers nochmal angesehen: Alle 
lagen auf festem Potential, außer natürlich "MTB UNBLANK". Der schaltet 
erwartungsgemäß den Strahl für 120ms an, und für den Rücklauf wieder 
aus.

Ohne die Spannungen direkt an der Röhre zu messen, ist es wohl nur 
stochern im Nebel. Nun werde ich einen neuen HV-Tastkopf bestellen und 
mein kleines, analoges, Voltkraft Oszi reparieren, dessen Eingangsstufe 
anscheinend vom alten HV-Tastkopf gegrillt wurde. Keine Ahnung, wie das 
passieren konnte.

PS:

Peter R. schrieb:
> Kandidat wäre auch der Kondensator im nF-Bereich, der die 2kV vom
> Helligkeits/Rücklaufaustast-Signal zur Kathode überwindet. Wenn der
> keine Kapazität mehr hat, könnte ein ähnliches Bild entstehen.

C3023 habe ich nachgelötet. Um ihn durchzumessen, müsste ich die 
Horizontalplatine komplett ausbauen. Meinst Du, die Arbeit könnte sich 
lohnen?

EDIT:
Leider nicht. Habe erfolglos zusätzlich noch 1nF drangelötet.

von Peter R. (pnu)


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Dann scheint das störende Signal nicht aus dem HV-Regelkreis zu kommen.

Folgender Test: Pins 2,3 an Röhre oder Pins 3,4 an CN 2005 mit einem 
Folienkondensator ca. 1µF verbinden. Dann wird geklärt, ob die 
Z-Modulation über die Helligkeitssteuerung hereinkommt.
Da dabei auch die Rücklaufaustastung stillgelegt wird, Helligkeit 
vorsichtig von dunkel auf sichtbar hochstellen, es entsteht u.U. ein 
sehr heller Punkt am linken Bildrand. X-Verschiebung des Punkts nach 
links behebt dann die Gefahr, einen Punkt in den Schirm zu schweißen.

von Peter R. (pnu)


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Um den ripple im Hochspannungsbereich festzustellen brauchts doch keinen 
Hochspannungstastkopf. Ein Trennkondensator, der die 2kV aushält, reicht 
doch. Du musst doch nicht die DC-Komponente messen sondern nur den 
AC-Anteil.

Wenn Du z.B. dem 1nF-Kondensator einen 100kOhm Widerstand in reihe 
schaltest, kannst Du den freien Pin des Kondensators als Tastkopf 
verwenden, ohne dass sich der Kondensator jedesmal mit einem leisen 
Knall wegen des Aufladestrom bemerkbar macht. Das untere Ende der 100 
kOhm führt man über 1 MOhm an Masse. An dem 1 MOhm kann man dann die auf 
etwa die Hälfte reduzierte Wechselspannung messen.

von Kurt B. (kurt)


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Peter R. schrieb:
> Folgender Test: Pins 2,3 an Röhre oder Pins 3,4 an CN 2005 mit einem
> Folienkondensator ca. 1µF verbinden.

1µF ist etwas zuviel des guten. Da bleibt der Schrim dunkel. Mit 330nF 
zeigt sich aber ein sauberer, durchgehender Strahl.

von Peter R. (pnu)


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OK, dann scheint die Quelle für die Störspannung nicht auf der 
minus-2kV-Ebene zu sein sondern in der Rücklaufausblendung am 
Masseniveau. Dann geht die Fehlersuche einfacher. Man hats da nicht mehr 
mit kV zu tun.

Eine (vorsichtige) Frage: war der 1µF Kondensator ein Elko und der 330nF 
ein Folienkondensator? Das würde erklären, warum das Verhalten bei dem 
kleinen Kapazitätsunterschied so unterschiedlich ist.

Eine (noch vorsichtigere) Frage: Bist Du Ganz sicher , dass das Muster 
Netzfrequenz hat?
So etwas könnte auch im chopped-betrieb entstehen, wenn die Kanäle A und 
B kein Signal also als Strich geschrieben werden. Dann wäre die Frequenz 
aber im kHz oder gar MHz-Bereich.

Ich hab im Moment so viel mit der Umschaltung Schaltplan-Text zu tun. 
Ich druck mir mal den Schaltplan raus und meld mich dann später.

Edit: Besuch ist da, tschüss bis morgen.

von Kurt B. (kurt)


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Es waren beides Folienkondensatoren.

Das Bild zeigt das Line-Trigger Signal von CN2003 Pin 1 bei 10ms/div und 
nur einem aktiven Kanal.

Weder an der Verbindung R3012/R3014 noch an R3013/3015 konnte ich einen 
50Hz Anteil Messen.

von Kurt B. (kurt)


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Hier das Signal von CN2005 Pin 4, gemessen mit der 100k/1nf/1Meg Kombi 
und 1:1 Tastkopf. Beim Philips sind diesmal 5ms/div eingestellt.

von Peter R. (pnu)


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Aber Hallo: Vertikalmaßstab 500mV/Teil, wegen der Widerstände im Teiler 
1nF,100k,1M ist das ein Uss von 1V !!!

Kurt Bohnen schrieb:
> Beide Kanäle auf GND geschaltet, 10ms/div, Line-Trigger,
> Strahlhelligkeit recht weit runtergedreht. Wie man sieht, variiert die
> Helligkeit im 50Hz Takt. Wird die Helligkeit erhöht, wird der Effekt
> geringer und man sieht eine durchgezogene Linie.
> Das kann doch nicht normal sein?

Was da in Wirklichkeit nicht normal ist: Dass man gezielt die 
Einstellung sucht, bei der diese Uss sich auswirkt: Netzsynchrone 
Ablenkung, damit man diese Z-Modulation überhaupt sehen kann, Helligkeit 
gerade an der Schwelle zur Sichtbarkeit, damit sie erst sichtbar wird 
usw.

Und wenn Du auf 2kV einen Brumm von 1V hast, zeigt sich das halt so in 
der Z-Modulation.

von Kurt B. (kurt)


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Ok, Danke!

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