Lange habe ich mit mir gerungen und nun ist es entschieden: Ab kommenden
Di wird nichts mehr entwickelt. Keine Elektronk mehr, keine Software
mehr und keine Platinen mehr. Der Klaus ist raus!
Ich habe mit Freuden studiert, meinen Abschluss gemacht, war seit 22
Jahren in der Entwicklung tätig, aber in den letzten Jahren gab es immer
mehr Frust:
- Immer engere Termine zwingen zu immer oberflächlichem, löchrigem
Planen und Bauen, das den Begriff Entwickeln nicht verdient. Es ist mehr
ein Abwickeln von Handlungsanforderungen und Weglassen des angeblich
Unwichtigen. Es gibt kaum Zeit, sich intensiv mit einem Thema zu
befassen, weil etwas schnell zusammegestrickt werden muss. Das
Investment in Wissen lohnt nicht, weil man sehr rasch in einem hanz
anderen Projektteam landet, wo man wieder ganz andere Dinge tun muss
- Immer absurdere theoretische Anforderungen an Dokumentation, die mit
großem Aufwand (oft im Nachhinein) erstellt wird, Zeit frisst und einen
nur behindert, ohne ihren Zweck zu erfüllen, nämlich planend zu wirken
und einem zu helfen, die Entwicklung zu strukturieren und sie zu
unterstützen
- immer mehr mit buzzwords durchsetzte meetings und Planungsrunden, in
denen powergepointed wird, ohne einen Wert zu erzeugen, und Zeitpläne
erwarbeitet werden, die sowieso keiner einhalten kann
- immer mehr scheinbar agile Methoden, die in Sprints irgendwelche aus
dem Ärmel geschüttelten Ziele auswerfen, welche dann nicht erfüllt und
in der nächsten Planung wieder umgeschmisse werden müssen
- immer mehr Projektleiter, die aus der BWL-Ecke kommen, kein
technisches Wissen haben, nichts planen können, aber eine Zeitvorgabe
nach der anderen machen, nebst technischen Vorgaben, die scheinbar etwas
vereinfachen oder Synergien erzeugen sollen, praktisch aber dem
Entwickler nur mehr Arbeit machen und zu schlechteren Lösungen führen
- zu viele Projektleiter, die sich aus der Entwicklung verabschiedet
haben, um diesen Chaos zu entkommen, aber kräftig ihre Position
verteidigen und älteren und erfahrenen Entwicklern auf dem Kopft
rumtanzen, nachdem sie ihre Inkompetenz nachgewiesen haben
- zu viele Projekte gleichzeitig, die um Zeit buhlen und tägliches
Vorbereiten von Argumentationen, warum man noch nicht fertig ist, mehr
Zeit braucht und andauerndes Verteidigen gegen Leute, die einem Fehler
unterschieben wollen, Zeit klauen oder einen ins andere Projekt ziehen
wollen
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Ich habe die Branche gewechselt, nutze mein technisches Wissen ab sofort
im Vertrieb einer Firma, die mit Elektronikprodukten weniger zu tun hat
und wo es keine Überschneidung gibt. Ab sofort wird Elektronik nur noch
gebastelt und zum Spass programmiert. Der Arduino ist das erste Ziel.
Nach einer selbst verordneten Pause von 4 Wochen.
Es ist übrigens erstaunlich, was man im Vertrieb verdienen kann, auch
als Quereinsteiger, der sich erst in die Produkte und das Marketing
einarbeiten muss. Selbst wenn ich die variablen Anteile des Gehalts
(40%) auf Null setze, also an der "unteren Grenze" Erfolg habe, kommt
fast soviel raus, wie jetzt (auf 40h gerechnet).
Entwicklung ist im Grunde heute unterbezahlt!
Klaus E. schrieb:> Lange habe ich mit mir gerungen und nun ist es entschieden: Ab kommenden> Di wird nichts mehr entwickelt. Keine Elektronk mehr, keine Software> mehr und keine Platinen mehr. Der Klaus ist raus!
Solange ich keinen Nachteil dadurch habe ist mir dass egal;-)
Klaus E. schrieb:> Entwicklung ist im Grunde heute unterbezahlt!
Ich denke da gibt es Berufe die deutlich mehr von Unterbezahlung
betroffen sind.
Was den Rest deines langen Beitrags betrifft...ja, aber das ist doch
mittlerweile fast überall so. Da bist Du mit deiner Firma/Branche keine
Ausnahme.
Das bestätigt leider, daß in manchen Firmen der Entwickler der Firma wie
im Mittelalter quasi ein leibeigener Knecht darstellt den man frevelhaft
ohne zur Verantwortung gezogen werden zu können nach allen Regeln der
Kunst ausnützt, ausquetscht und endlich wegwirft wenn die Substanz
verbraucht ist. Da der Arbeitsmarkt für die AG das erlaubt holt man sich
die AN, nützt sie aus und wirft sie wenn sie ausgequetscht sind wieder
auf die Strasse. So gesehen leben wir wieder wie im feudalen Mittelalter
wo die goldene Regel zieht: diejenigen mit dem Gold bestimmen die
Regeln. Es besteht auch oft keine Brücke zwischen Ingenieur und PL. Da
sind Welten dazwischen. Deshalb auch die vielen beschriebenen Flausen
diejeniger die sich ihre Existenz durch die täglichen Powerpoint
Konferenzraum Rituale und kreative Wichtigtuerei sichern müssen.
Zum Glück gibt es aber doch noch genügend Firmen wo man sich wohlfühlt.
Leider ist das eher die Ausnahme. Diejenigen Entwickler die das Glück
haben eine erfüllende Tätigkeit zu haben, melden sich hier im Forum
meist nicht weil sie sich fast voll auf ihre Tätigkeit konzentrieren
können.
rico schrieb:> Marketing ist überbezahlt
Jau, warum sollte der Enrico aus Gera auch für sich ein höheres Gehalt
fordern, wenn er lieber die anderen runterziehen möchte.
Es lebe die DDR!
Mittlerweile habe ich echt das Gefühl, dass die ganzen Ingenieure, die
unterbezahlt sind, es lieben und nichts ändern wollen.
Träumt weiter von der roten Revolution, während ihr im Ferchau Keller
für kleine Peanuts arbeitet.
Hat schon was.. wenn ich denke was da in den Firmen(!) im täglichen
Gebrauch an Bullshit umhergeworfen wird, furchtbar.
agil, leveragen, sustainable, mindset, greenfield, best of need, alles
in der cloud um Kosten zu sparen etc. Viele Consultants die auch den
gleichen Müll nochmal erbrechen.
Wieso sollte Marketing überbezahlt sein? Es ist die einzige Tätigkeit,
die Geld ins Unternehmen spült. Der Umsatz wird von der Qualität des
Marketings bestimmt, nicht der des Produkts. Das Produkt hat eigentlich
gar keine Relevanz. Gute Firmen haben ihre Alleinstellungsmerkmale im
Marketing.
Da die Entscheidung getroffen ist, bitte nicht böse sein, wenn ich
kritisch Nachfrage: wenn Entwicklung dir Spaß gemacht hat, warum nicht
Wechsel zu einem Maschinenbauer oder E-gerätehersteller, bei dem
Entwicklung langfristig ist und wo Tarifende ohne Projekt- und
Personal-verantwort bezahlt wird?
Zum Gehalt: die Option 0 variable Anteile gibt es nicht, vorher bist Du
raus.
Leibeigener Knecht schrieb:> Das bestätigt leider, daß in manchen Firmen der Entwickler der Firma wie> im Mittelalter quasi ein leibeigener Knecht darstellt den man frevelhaft> ohne zur Verantwortung gezogen werden zu können nach allen Regeln der> Kunst ausnützt, ausquetscht und endlich wegwirft wenn die Substanz> verbraucht ist. Da der Arbeitsmarkt für die AG das erlaubt holt man sich> die AN, nützt sie aus und wirft sie wenn sie ausgequetscht sind wieder> auf die Strasse. So gesehen leben wir wieder wie im feudalen Mittelalter> wo die goldene Regel zieht: diejenigen mit dem Gold bestimmen die> Regeln.
Ernsthaft? Hast du in Geschichte nicht aufgepasst was hier vor 150
Jahren los war?
Auch die 40 Stundenwoche gibt es noch nicht solange:
Seit der Gründung der ersten Gewerkschaften war die Senkung der
Wochenarbeitszeit eine deren Hauptforderung. Sie konnten sich damit
insofern durchsetzen, als dass es ihnen gelang, bei steigender
Produktivität der Wirtschaft die Arbeitszeiten in der ersten Hälfte des
20. Jahrhunderts kontinuierlich zu senken. Nach dem Zweiten Weltkrieg
lagen sie bei durchschnittlich 48 Stunden (6 Tage à 8 Stunden). In den
1950er Jahren stand die Tarifpolitik in Deutschland im Zeichen guter
Konjunktur. Den Gewerkschaften gelang es spürbare Lohnerhöhungen
auszuhandeln. 1955 gab der Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) zum
Maifeiertag die Forderung und den Slogan aus: „40 Stunden Arbeit sind
genug!“.[1] Ein Jahr später begann der DGB dann eine Kampagne zur
Einführung der Fünftagewoche unter dem Motto „Samstags gehört Vati
mir“.[2] Ziel war eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden (5 Tage à 8
Stunden).
Im selben Jahr wurde die 40-Stunden-Woche für die Zigarettenindustrie
als erster Branche tarifvertraglich vereinbart. Auch in den anderen
Branchen wurden Arbeitszeitverkürzungen durchgesetzt. 1965 wurde die
40-Stunden-Woche in der Druckindustrie eingeführt. 1967 folgte die
Metallindustrie und die Holzverarbeitung. Damit war der Weg für die
40-Stundenwoche als Standard für die Mehrzahl der Branchen frei. Sie
wurde 1969 in der Bauindustrie, 1970 bei Chemie, Papier und Textil, 1971
im Einzelhandel, 1973 bei den Versicherungen, 1974 bei den Banken und im
öffentlichen Dienst eingeführt. 1983 folgte die Landwirtschaft.
Klaus E. schrieb:> Ich habe die Branche gewechselt, nutze mein technisches Wissen ab sofort> im Vertrieb einer Firma, die mit Elektronikprodukten weniger zu tun hat> und wo es keine Überschneidung gibt.
Ich stimme deinen Aussagen zu den Misständen in der Entwicklung vieler
Unternehmen 100% zu, aber habe auch schon in anderen Berufen gearbeitet.
Lieber Frust als Entwickler als Frust bei einem Thema was mich weniger
interessiert.
Na dann warte mal drei Jahre, dann kotzt dich der noch idiotischere
Vertriebsjob noch viel mehr an.
Wenn dein Vertriebsbasisgehalt jetzt gleich hoch ist wie dein Ing.gehalt
dann hat man dich als Ing gnadenlos abgezockt. Die Basisgehälter im
Vertrieb sind immer so mickrig dass es gerade so reicht. Das ist
Absicht, damit der Vertriebler auch Gas gibt und Geld reinbringt, sonst
hockt der nur rum.
rico schrieb:>> Entwicklung ist im Grunde heute unterbezahlt!>> Marketing ist überbezahlt
Marketing/Verkauf ist der wichtigste Teil jeder Firma. Hören wir
Entwickler nur nicht so gerne.
P. S. schrieb:> Marketing/Verkauf ist der wichtigste Teil jeder Firma. Hören wir> Entwickler nur nicht so gerne.
So ist es. Ohne Entwicklung kann man immer noch viel Geld als Händler
verdienen. Es gibt unzählige erfolgreiche "Hersteller", die nur
irgendwelche Chinaware brandlabeln. Ohne gutes Marketing und Vertrieb
dagegen kann man das beste Produkt nicht verkaufen (bzw. gibt den
lukrativsten Teil an einen Zwischenhändler ab).
Ursel schrieb:> Ohne gutes Marketing und Vertrieb dagegen kann man das beste Produkt> nicht verkaufen (bzw. gibt den lukrativsten Teil an einen> Zwischenhändler ab).
Kann mehr sehr wohl: Obwohl Tesla definitiv qualitativ nicht das beste
Produkt hat, keine bezahlte Werbung, keine Zwischenhändler, kein
Vertrieb, keine Auftritte auf Messen, nur den Twitter-Account von Elon
Musk, Youtube, ein paar Tesla Showrooms in Großstädten und die
Tesla-Webseit, verkauft sich das Produkt sehr gut. In wenigen Jahren von
paar umgebauten Lotus auf eine halbe Million Jahresproduktion nächstes
Jahr.
NurMut schrieb:> Ursel schrieb:>> Ohne gutes Marketing und Vertrieb dagegen kann man das beste Produkt>> nicht verkaufen (bzw. gibt den lukrativsten Teil an einen>> Zwischenhändler ab).>> Kann mehr sehr wohl: Obwohl Tesla definitiv qualitativ nicht das beste> Produkt hat, keine bezahlte Werbung, keine Zwischenhändler, kein> Vertrieb, keine Auftritte auf Messen, nur den Twitter-Account von Elon> Musk, Youtube, ein paar Tesla Showrooms in Großstädten und die> Tesla-Webseit, verkauft sich das Produkt sehr gut. In wenigen Jahren von> paar umgebauten Lotus auf eine halbe Million Jahresproduktion nächstes> Jahr.
Die Legende aufzubauen Tesla betreibe kaum Marketing, weil sie es ja
nicht nötig hätten, ist ein Paradebeispiel für gutes Marketing.
P. S. schrieb:> rico schrieb:>>> Entwicklung ist im Grunde heute unterbezahlt!>>>> Marketing ist überbezahlt>> Marketing/Verkauf ist der wichtigste Teil jeder Firma. Hören wir> Entwickler nur nicht so gerne.
blablabla. Ich war mal (zwangsweise) an einem Vortrag von einer
Personalerin. Die hat allen ernstes gesagt, die Personalabteilung eines
Unternehmens sei der wichtigste Teil eines Unternehmens, weil die
Abteilungen sonst gar niemand hätten, der die Arbeit macht. Fassen wir
also zusammen:
- die Personaler meinen, sie seien die wichtigsten.
- die Marketingfritzen glauben das selbe.
- natürlich denkt der Finanzmensch auch, er sei der wichtigste - denn
jemand muss auch Löhne und Rechnungen bezahlen.
- usw.
die Liste lässt sich fortsetzen, jede Abteilung denkt: boah, ohne uns
geht hier gar nichts. Komisch, nur von den Entwicklern habe ich solche
Aussagen noch nie gehört, dabei sind effektiv SIE diejenigen, ohne die
nichts läuft. Was soll das Marketing verkaufen, wenn die Entwickler
nichts entwickeln? wenn kein Produkt entwickelt wird, womit genau will
der Finanzfritze seine Kasse füllen? usw.
Ergo sehr einfach: ohne Entwickler geht nichts, denn im Endeffekt ist
jedes Produkt irgendwann mal entwickelt worden. Also, als
Marketingmensch einfach mal den Ball ein wenig flach halten, was die
eigene Wichtigkeit angeht.
Ich kann das im Grunde genommen alles so bestätigen wie du es
beschrieben hast.
Insbesondere die engen Terminpläne erlebe ich immer wieder als eine Art
Folter, die ich auch nicht mehr allzu lange hinnehmen werde.
Man frickelt nur schnell schnell etwas daher, damit die
Kundenanforderungen irgendwie abgedeckt werden und alles drumherum bzgl.
Security oder ähnliches, wird außer acht gelassen. Gibt's ja keine
Anforderung für...
Nach diesen komischen Vorgehensmodellen arbeiten wir auch. Mag gar nicht
so verkehrt sein, aber es ist dient doch eh bloß der Kontrolle der
Mitarbeiter, damit ja jede Minute ausgenutzt wird und der MA ja nicht
mal aus dem Fenster schaut.
Dabei stellt sich die Führungsriege brüstend auf und lässt sich feiern,
was sie doch für eine geile Firma haben. Ich als Sklave schäme mich, da
ich dem abgelieferten Produkt hinten und vorne nicht traue und hoffe,
dass die auftretenden Bugs nicht auf mich zurückfallen werden. Das
Jahresgespräch rückt nämlich näher...
Alles in allem wünsche ich mir ein zurück zu alten deutschen Tugenden.
Der deutsche Geist, der einst Produkte für die Ewigkeit entwickelt hat,
ist durch die hässliche Fratze des Globalismus ersetzt wurden.
Ob der Vertrieb das richtige für dich ist, wage ich zu bezweilen. Das
ist doch auch nur einer dieser seelenlosen Jobs, die deiner wahren Natur
abträglich sind. Oder wie siehst du das?
Die Frage klingt reißerisch: Was würdest du denn tun, wenn Geld keine
Rolle spielen täte?
P. S. schrieb:> Die Legende aufzubauen Tesla betreibe kaum Marketing, weil sie es ja> nicht nötig hätten, ist ein Paradebeispiel für gutes Marketing.
Du kannst gerne das Gegenteil beweisen, nicht bloss einen unbelegten und
damit wertlosen Satz in den Raum werfen. Tesla verkauft dieses Jahr etwa
halb so viele Fahrzeuge wie Volvo und ungefähr ein Sechstel von Daimler.
Aktiengesellschaften veröffentlichen ihre Ausgaben.
>Die Legende aufzubauen Tesla betreibe kaum Marketing, weil sie es ja
nicht nötig hätten, ist ein Paradebeispiel für gutes Marketing.
Exakt, wobei mir als erstes einfällt, dass sie ein Auto ins all
schießen. Also entwerder man bekommt von der Welt nichts mit oder
versteht nicht, dass das eine Marketingaktion war^^
NurMut schrieb:> kein> Vertrieb, keine Auftritte auf Messen, nur den Twitter-Account von Elon> Musk, Youtube, ein paar Tesla Showrooms in Großstädten und die> Tesla-Webseit, verkauft sich das Produkt sehr gut.
Genau das ist Marketing. Eine andere Art als das klassische Marketing,
aber definitiv nicht weniger aufwändig.
Horst L. schrieb:> Ich kann das im Grunde genommen alles so bestätigen wie du es> beschrieben hast.>> Insbesondere die engen Terminpläne erlebe ich immer wieder als eine Art> Folter, die ich auch nicht mehr allzu lange hinnehmen werde.
Ja. Die Errungenschaft der 40 Std.Woche ist zwar gut, wird aber durch
merkwürdige Terminpläne zunichte gemacht.
Sind im Terminplan
a) Feiertage berücksichtigt? Ich habe das Gefühl, dass im Projektteam
plötzlich nur Atheisten arbeiten.
b) Urlaub berücksichtigt? Da das Personal reduziert wurde (keine
Redundanz), und Mitarbeiter gesetzlichen Urlaub haben, steht das Projekt
plötzlich still.
c) Krankheit berücksichtigt? Mitarbeiter werden niemals krank. Ist klar.
d) lange Behördenlaufzeiten (z.T. 9 Monate) berücksichtigt?
Da wundert es nicht, wenn Burnout ansteigt. Utopische Projekttermine
sollen in einer 40 Std.Woche realisiert werden. Absurd.
Tobias P. schrieb:> Komisch, nur von den Entwicklern habe ich solche> Aussagen noch nie gehört, dabei sind effektiv SIE diejenigen, ohne die> nichts läuft.
Ironisch, wie du deinen ersten Halbsatz gleich mit dem zweiten Halbsatz
widerlegst.
Tobias P. schrieb:> Was soll das Marketing verkaufen, wenn die Entwickler> nichts entwickeln? wenn kein Produkt entwickelt wird, womit genau will> der Finanzfritze seine Kasse füllen? usw.
Mit dem Produkt anderer. Siehe Amazon.
Tom schrieb:> Exakt, wobei mir als erstes einfällt, dass sie ein Auto ins all> schießen. Also entwerder man bekommt von der Welt nichts mit oder> versteht nicht, dass das eine Marketingaktion war^^
Es ging nicht hauptsächlich darum den Tesla ins All zu schießen, sondern
um den ersten Testflug einer Großrakete:
Die Großrakete "Falcon Heavy" des privaten US-Raumfahrtunternehmens
SpaceX hat nach mehrstündiger Verzögerung in Cape Canaveral zu ihrem
Jungfernflug abgehoben. Der Gründer und Vorstandschef von SpaceX, Elon
Musk, hatte für den Testflug seinen eigenen kirschroten
Elektro-Sportwagen der Marke Tesla in die Rakete laden lassen.
Am Abend des Abfluges erklärte Musk, dass die Firma alles getan hätte,
um den Erfolg des Fluges zu maximieren. Falls es einen "großen Knall"
oder andere Schwierigkeiten gäbe, sei er dennoch mit sich im Reinen. Je
länger der Flug dauere, desto mehr könne SpaceX davon lernen.
Der Start der Rakete hat sich um mehrere Jahre verzögert, ursprünglich
sollte sie bereits 2013 abheben. Auch zuletzt verzögerte sich der
Testflug noch einmal um zwei Stunden. Die Rakete soll die Sonne in einem
Orbit umkreisen, der auch am Mars vorbeiführt. Dort will Musk eine
menschliche Kolonie entwickeln. Dafür benötigt er aber eine weitere
Rakete, die aktuell unter dem Kürzel BFR läuft.
Morgen ist Freitag schrieb:> Fang du doch an!
Youtube, Twitter, alles umsonst abgesehen von den Mieten für die
Showrooms. Auch den ohnehin nötigen Testflug einer neuen Rakete mit
etwas kostenlosem Marketing zu kombinieren kostet mit einem Model S
vergleichsweise wenig. Meine Aussage ist belegt.
Die Berichte der anderen Fahrzeughersteller zeigen doch wieviel Geld sie
für TV-Werbung, öffentliche Banner und Fahrzeugnutzung in Kinofilmen
zahlen. So ein Messe-Auftritt ist auch nicht gerade günstig.
Tom schrieb:> Exakt, wobei mir als erstes einfällt, dass sie ein Auto ins all> schießen.
Was mich wundert ist, dass man Tesla erlaubt hat, ihren Elektroschrott
ins All zu entsorgen, wo doch der Weltraumschrott mehr und mehr zum
Problem wird.
NurMut schrieb:> Es ging nicht hauptsächlich darum den Tesla ins All zu schießen, sondern> um den ersten Testflug einer Großrakete:
Trotzdem ist es Marketing gewesen. Normalerweise verwendet man eben
nicht ein speziell präpariertes Auto als Testlast, das wäre nämlich
völlig unnötiger Aufwand. Wenn es nicht zum Marketing taugen würde.
NurMut schrieb:> Youtube, Twitter, alles umsonst abgesehen von den Mieten für die> Showrooms. Auch den ohnehin nötigen Testflug einer neuen Rakete mit> etwas kostenlosem Marketing zu kombinieren kostet mit einem Model S> vergleichsweise wenig. Meine Aussage ist belegt.
Du kannst dir offensichtlich nicht vorstellen, wie viele Menschen daran
arbeiten, genau den Eindruck zu erwecken, dass ihr Marketing gar keins
ist. Wie man an dir sieht funktioniert das Marketing von Tesla prächtig.
Ursel schrieb:> Trotzdem ist es Marketing gewesen.Ursel schrieb:> Du kannst dir offensichtlich nicht vorstellen, wie viele Menschen daran> arbeiten, genau den Eindruck zu erwecken, dass ihr Marketing gar keins> ist.
Es ist definitiv Marketing und auch nicht völlg umsonst. Natürlich muss
auch das jemand planen und organisieren. Das habe ich nie abgestritten.
Ich sagte nur dass es deutlich günstiger und weniger aufwändig ist als
für Messen um die Welt zu touren und seltene und deswegen sehr teure
Prototypen um die Welt zu karren, teilweise per Luftfracht. Wenn du
beispielsweise mit Air China nach Fernost fliegst, wird vor jedem Film
ein Werbeclip von Daimler oder BMW für 30s kommen. Wenn du dann in
Guangzhou, Shanghai und ähnlichen Städten landest, stehst du nach der
Einreise direkt vor riesigen Werbetafeln dieser Hersteller. Mehrfach
erlebt. Das kostet viel mehr Geld.
NurMut schrieb:> P. S. schrieb:>> Die Legende aufzubauen Tesla betreibe kaum Marketing, weil sie es ja>> nicht nötig hätten, ist ein Paradebeispiel für gutes Marketing.>> Du kannst gerne das Gegenteil beweisen, nicht bloss einen unbelegten und> damit wertlosen Satz in den Raum werfen. Tesla verkauft dieses Jahr etwa> halb so viele Fahrzeuge wie Volvo und ungefähr ein Sechstel von Daimler.> Aktiengesellschaften veröffentlichen ihre Ausgaben.
Veröffentlichte Zahlen von Aktiengesellschaften sind heutzutage
einigermaßen wertlos. Im Speziellen gilt das für amerikanische AGs und
noch im Spezielleren für Tesla.
Wenn beispielsweise ein Weltraumunternehmen, das natürlich überhaupt
keine Verbindung zu Tesla hat, eines derer Fahrzeuge
öffentlichkeitswirksam in den Weltraum schießt, taucht das natürlich
nicht im Marketing-Budget von Tesla auf.
Tesla macht Marketing eben anders. Und sie machen es sehr gut. Dazu
gehört zum Beispiel diese "alle gegen uns"-Mentalität. Das Ergebnis
sieht man dann zum Beispiel an den Fanbois, die bei jedem Hauch von
Kritik an Tesla direkt aggro werden: Siehe Zitat.
Oder eben die Legende von der "Mission" die Welt zu retten, führt unter
anderem eben dazu, dass Kunden bereit sind Neufahrzeuge mit erheblichen
Mängeln zu akzeptieren.
Oder die Referal-Programme, oder, oder, oder....
Das ist alles exzellentes Marketing. Nur eben nicht im klassischen
Sinne.
NurMut schrieb:> Ich sagte nur dass es deutlich günstiger und weniger aufwändig
Absolut vielleicht. Relativ zum Umsatz eher nicht. Tesla ist ein
winziger Hersteller. BMW baut fast mehr 3er als Tesla überhaupt Autos
baut.
Das "Problem" mit den unrealistischen Terminvorgaben brockt ihr euch
selbst ein und das kann man relativ einfach lösen, ich halte es da wie
Fefe. Die Deadlines einfach reißen. Irgendwann checkt die Projektleitung
/ der Chef, dass ihre Vorgaben retardiert sind und passen an. Wenn ihr
natürlich wie die Bücklinge Überstunden schiebt, Urlaub absagt und was
weiß ich nur um die Deadline zu halten, dann ist das einzige Feedback
was man sieht "Planung on Point, nächstes Mal etwas enger straffen",
rinse repeat.
Merke: Nur wenns weh tut, ändert sich was, war schon immer so und wird
auch immer so sein. Shiny White Knights oder die, die glauben solche zu
sein, braucht kein Mensch.
Setzt aber auch Voraus, dass man vorher eine Abschätzung gegeben hat,
wie lange man denkt, dass es dauert. Wenn das dann unterboten wird von
Entscheidern, ist das deren Problem.
> Es ist übrigens erstaunlich, was man im Vertrieb verdienen kann, auch> als Quereinsteiger, der sich erst in die Produkte und das Marketing> einarbeiten muss.
laß mich raten - wahrscheinlich bist Du in den neuen Job über
Beziehungen reingekommen - das solltest vielleicht mal erwähnen?
Normalerweise wird Dir jeder Personaler den Vogel zeigen und
Einarbeitungszeit ist gar nicht gern gesehen - ein Berufswechsel ist
hier in Deutschland eben nicht gern gesehen bzw. es wird dann
Hindernisse geben auch vom Arbeitsamt.
Deine Euphorie bezüglich Quereinstieg kann ich überhaupt nicht
nachvollziehen, weil ich ganz andere Erfahrungen gemacht habe.
Trotzdem sicherlich die richtige Entscheidung, viel Spaß im neuen Job.
> Die Deadlines einfach reißen. Irgendwann checkt die Projektleitung> / der Chef, dass ihre Vorgaben retardiert sind und passen an. Wenn ihr> natürlich wie die Bücklinge Überstunden schiebt, Urlaub absagt und was> weiß ich nur um die Deadline zu halten, dann ist das einzige Feedback> was man sieht "Planung on Point, nächstes Mal etwas enger straffen",> rinse repeat.
Du bist aber nicht allein im Team und es gibt immer Günstlinge des Chefs
bzw. genug Streikbrecher, die dann Deinen Platz liebend gern einnehmen -
Du bist entbehrlich (auf Dauer gesehen zumindest) und das wird man Dir
auch zu spüren geben.
Ihr Lappen! schrieb:> Das "Problem" mit den unrealistischen Terminvorgaben brockt ihr> euch selbst ein> Die Deadlines einfach reißen. Irgendwann checkt die Projektleitung> / der Chef, dass ihre Vorgaben retardiert sind und passen an.
Na ja. Ganz so einfach ist es wohl nicht, nicht wahr?
Der Arbeitsplatz ist ein ganz feines Gebilde und wie du weißt, fällt
Sche*** von oben nach unten. Immer.
Wenn du das bei dem falschen Projektleiter durchziehst, also die
Deadline absichtlich reißen tust, dann holt dich das immer ein. Egal ob
am Tag der Abgabe, nächste Woche oder zum Jahresgespräch. DU ziehst den
kürzeren. Immer. Denn du bist der ersetzbare Sklave.
Auch im Team macht man sich nicht immer Freunde, wenn man der einzige
ist der versucht absichtlich gegen den Strom zu schwimmen.
Wichtig ist meiner Meinung nach, einen gemeinsamen Konsens im
Entwicklerteam zu finden und damit geschlossen zum Projektleiter zu
gehen. Miteinander reden und in das Gespräch bereits mit Lösungsansätzen
hineingehen lautet die Zauberformel.
Damit ist mir als Entwickler, dem Team, dem Projektleiter und
schließlich dem Kunden mehr geholfen, als wenn wir die Deadline reißen.
Aber ich möchte auch die Projektleiter einmal in Schutz nehmen.
Diese sind doch auch nur Blitzableiter und können für die ganze Chose
doch auch nichts. Viele würde es gerne besser machen, können dies aber
nicht, da ihnen von oben her die Hände gebunden sind.
Ergo: Mit einander reden Leute.
Meine Erfahrung: Das ist ein typisch deutsches Problem:
Viele, nicht alle, Entwickler in DE sind im Grunde Nostalgiker. Man
trifft in diversen Unternehmen immer wieder Entwickler, auch in
leitenden Positionen, die nicht mal ein aktuelles Smartphone besitzen.
Ja, und genau hier fängt es an: Wenn die ganze Welt z.B. Smartphones
mag, und jeder fleißig irgendwelche Online-Dienste etc. benutzt, man als
Entwickler diese gesellschaftliche Veränderung im Grunde bekämpft, kann
man eben nicht für diese Realitäten entwickeln. Statt dessen versucht
man den ewigen Weltverbesserer und lebt im Gestern. Das kann nur schief
gehen.
Als Entwickler heute immer noch gegen Projektleiter und Vertriebler
kämpft, hat den Schuss nicht gehört und wird morgen aussortiert. Die
Bringschuld der Entwicklung ist, dem Projektmanagement, Vertrieb und dem
Controlling klar zu kommunizieren, was in welcher Zeit zu welchem Preis
machbar ist, und was nicht. Dabei geht es nicht darum die technisch
perfekte Lösung die 100 Jahre hält zu bauen, sondern die Wünsche und
Chancen des Markts zu bedienen und gerade nur so viel besser als die
Konkurrenz zu sein, damit das eigene Unternehmen sein Gewinn maximieren
kann, zu den Bedingungen, wie es sich die Geschäftsführung vorstellt.
Anderes Beispiel, regelmäßig hier im Forum: Das ewige Geschimpfe auf
Arduino-Bastler und Maker-Szene. Ihnen wird vorgeworfen sie müssen die
gleichen "Qualen" auf sich nehmen und bei Null anfangen, den Mist am
besten in Assembler programmieren, anstatt ein fertiges Modul an ein
fertiges Board zu stecken und ein Stück Code aus dem Internet zu
kopieren und zu modifizieren.
Aber genau diese Vorgehensweise ist effizient weil sie schnell zum Ziel
führt. Und diese Effizienz ist der Schlüssel zum wirtschaftlichen
Erfolg, was wiederum der Hauptzweck eines Unternehmens ist.
Fail fast, learn quickly, move forward!
Alter Hase schrieb:> Anderes Beispiel, regelmäßig hier im Forum: Das ewige Geschimpfe auf> Arduino-Bastler und Maker-Szene. Ihnen wird vorgeworfen sie müssen die> gleichen "Qualen" auf sich nehmen und bei Null anfangen, den Mist am> besten in Assembler programmieren, anstatt ein fertiges Modul an ein> fertiges Board zu stecken und ein Stück Code aus dem Internet zu> kopieren und zu modifizieren.>> Aber genau diese Vorgehensweise ist effizient weil sie schnell zum Ziel> führt. Und diese Effizienz ist der Schlüssel zum wirtschaftlichen> Erfolg, was wiederum der Hauptzweck eines Unternehmens ist.
Blöd nur, wenn es eines Tages keine fähigen Entwickler mehr geben wird,
von denen man ein Stück Code aus dem Internet kopieren kann.
Wenn die Produkte Fehler/Sicherheitslücken enthalten, weil keine Tests
oder Verifikation durchgeführt wurden, dann fällt das nicht auf den
Entwickler-Mitarbeiter zurück, sondern auf den Hersteller. Passiert doch
andauernd, dass irgendwelche Sachen wegen Mängeln zurückgerufen werden
müssen. Kostet den Hersteller halt dann Milliarden wegen Rückruf,
Schadenersatz, Rufschädigung, etc.. Und den Kopf dafür muss dann die
Projektleitung hinhalten und nicht der kleine Entwicklung. Also wo ist
das Problem?
Bei Softwareentwicklung ist das ganze nicht so tragisch, da man ja
schnell ein Update verteilen kann. Bei Hardware ist allerdings ein
Update nicht möglich und das ganze Zeug muss zurückgerufen, entsorgt und
Ersatz gestellt werden.
> Viele, nicht alle, Entwickler in DE sind im Grunde Nostalgiker. Man> trifft in diversen Unternehmen immer wieder Entwickler, auch in> leitenden Positionen, die nicht mal ein aktuelles Smartphone besitzen.
Das ist eben eine Einstellung, die Du als Nicht-Techniker? niemals
verstehen wirst.
> Wenn die ganze Welt z.B. Smartphones> mag, und jeder fleißig irgendwelche Online-Dienste etc. benutzt, man als> Entwickler diese gesellschaftliche Veränderung im Grunde bekämpft, kann> man eben nicht für diese Realitäten entwickeln.
natürlich kann man das - aber man muß nicht den Mist selber mitmachen
eben weil man die technische Verständnis hat, welche dem Rest der
Menschheit leider fehlt ... Dummheit regiert die Welt.
Auf Dauer ist der Dreck natürlich kaum zu ertragen ... deshalb hat der
TO ja auch richtig gehandelt.
> Anderes Beispiel, regelmäßig hier im Forum: Das ewige Geschimpfe auf> Arduino-Bastler und Maker-Szene. Ihnen wird vorgeworfen sie müssen die> gleichen "Qualen" auf sich nehmen und bei Null anfangen, den Mist am> besten in Assembler programmieren, anstatt ein fertiges Modul an ein> fertiges Board zu stecken und ein Stück Code aus dem Internet zu> kopieren und zu modifizieren.
Assembler hat seine Berechtigung und dabei lernt man wenigstens was ...
copy&paste sollte nicht zur Generallösung werden.
Das ist dann so wie wenn Dir Dein Meisterkoch irgendeinen Dreck aus
Tüten serviert und Du selber es natürlich nicht mehr merkt, da selbst
unfähig bzw. von der Premium-Ka**e voll geprägt!
> Fail fast, learn quickly, move forward!
Das könnte auch von Greta stammen ):
Gut auf den Punkt gebracht - Unternehmen müssen Geld verdienen, und
Entwicklung ist das Mittel zum Zweck. Keiner hat mich bislang dazu
zwingen können am Bu11$hit bingo teilzunehmen: mein Totschlagargument
ist und bleibt "frage den Kunden, ob er für verschobenes Release zahlen
will". Danach traben alle außer mir zum Bu11$hit bingo und ich kann mich
in aller Ruhe auf meinen Job konzentrieren. Hört auf zu weinen und setzt
euren Fokus auf das, wofür ihr bezahlt werdet, kommuniziert das aber
direkt und politisch unkorrekt an den Projektleiter. Er wird sich
nächstes Mal zweimal überlegen, ob IoT und 5G mit KPI bei euch
thematisch gut platziert sind.
AVR schrieb im Beitrag #5987946:
> Blöd nur, wenn es eines Tages keine fähigen Entwickler mehr geben wird,> von denen man ein Stück Code aus dem Internet kopieren kann.
Es wird immer fähige Entwickler geben. Aber man braucht immer weniger,
die alles bis auf die Maschinenebene herunter verstehen. Und das ist
auch gut so. Das ist Arbeitsteilung und hat unsere Wirtschaft und
Gesellschaft voran gebracht.
Horst L. schrieb:> Na ja. Ganz so einfach ist es wohl nicht, nicht wahr?>> Der Arbeitsplatz ist ein ganz feines Gebilde und wie du weißt, fällt> Sche*** von oben nach unten. Immer.>> Wenn du das bei dem falschen Projektleiter durchziehst, also die> Deadline absichtlich reißen tust, dann holt dich das immer ein. Egal ob> am Tag der Abgabe, nächste Woche oder zum Jahresgespräch. DU ziehst den> kürzeren. Immer. Denn du bist der ersetzbare Sklave.
Doch im Wesentlichen ist es so einfach, solange man nur immer
rechtzeitig kommuniziert und nicht vor sich hin eigenbrötelt, so dass
Entscheider auch die Möglichkeit haben zu reagieren. Wenn ich 100%
ausgelastet bin und Projektleiter XYZ einen neuen
superduperhyperwichtigen Request hat, ist mein erster Gang zum Chef mit
der Bitte um Priorisierung, fertig. Er entscheidet was ich dann als
nächstes angehe und kommuniziert weiter an Betroffene was dafür
runterfällt, ein PL sagt mir nicht was ich zu tun habe und auch nicht
wann, das ist Chefsache. Das ist schon aus dem Grunde notwendig, weil
immer eine Kundeneskalation aus dem Feld kommen kann, die nirgends oder
nur unzureichend vorausgeplant ist, aber auch bearbeitet werden will.
Wer sich als ersetzbaren Sklaven sieht, hat doch den Schuss nicht gehört
und verdient es entsprechend rangenommen zu werden. Ja sicher, kann man
jemand neues einarbeiten, ist ja auch immer wieder notwendig, aber dann
gibt es auch garantiert Verzögerungen mit denen die Verantwortlichen
umgehen müssen.
Meine Jahresgespräche liefen jedenfalls immer normal ab und ich hatte
auch nicht die Notwendigkeit zu rebellieren. Aber dieses "enge Termine"
ist normal (!), gehört zum 1x1 eines Projektleiters / eines Chefs,
außerdem sollte bei einer gut laufenden Firma immer mehr Arbeit als
Mitarbeiter vorhanden sein. So ihr Lappen, schönen sonnigen Restsonntag,
ich freu mich auf eine kurze Arbeitswoche und ihr könnt euch aufs Neue
bitchen lassen.
Lukas schrieb:> Es wird immer fähige Entwickler geben. Aber man braucht immer weniger,> die alles bis auf die Maschinenebene herunter verstehen.
Das bezweifle ich. Relativ vielleicht, absolut keinesfalls.
AVR schrieb im Beitrag #5987946:
> Blöd nur, wenn es eines Tages keine fähigen Entwickler mehr geben wird,> von denen man ein Stück Code aus dem Internet kopieren kann.ohne Account schrieb:> technische Verständnis hat, welche dem Rest der> Menschheit leider fehlt ... Dummheit regiert die Welt.A. S. schrieb:> Das bezweifle ich. Relativ vielleicht, absolut keinesfalls.
An und für sich könnte man argumentieren, dass diejenigen, die meinen
den heiligen Gral gefunden zu haben und als einzige erkannt haben dass
die ganze Welt irrt, nur sie selbst nicht, möglicherweise dem Größenwahn
erlegen sind.
Vielleicht ist es aber einfach nur eine Filterblase:
Achtung! Es kommt Ihnen ein Geisterfahrer entgegen!
.......
Einer?! Hunderte!
Ein Entwickler, der nicht verkaufen kann, kann kein Geld verdienen, da
er seine Entwicklungsleistung nicht verkaufen kann.
Ein Personaler, der nicht verkaufen kann, kann kein Geld verdienen, da
er kein Geld verdienen kann, mit denen er das Personal bezahlt.
Ein Buchhalter der nicht verkaufen kann, hat keinen Umsatz zu verbuchen.
Ein Verkäufer, der kein Produkt hat, aber verkaufen kann, kann seine
Fähigkeit als Verkäufer verkaufen und damit Geld verdienen. Er kann
Verkaufstrainer werden. Er kann Bücher schreiben, in denen er erklärt,
wie man verkauft und er kann diese Bücher verkaufen.
Ein Ingenieur der nicht verkaufen kann, kann zwar auch Bücher schreiben,
in den er erklärt, wie man Produkte entwickelt, aber er kann die Bücher
nicht verkaufen. Sie wird daher niemand lesen. Er Kann Produkte
entwickeln, wird sie aber nicht verkaufen können.
Daher befolgt den Rat: "Lerne verkaufen!" - Bodo Schäfer und Dirk
Kreuter haben eben recht.
Stefan H. schrieb:> Ein Verkäufer, der kein Produkt hat, aber verkaufen kann, kann seine> Fähigkeit als Verkäufer verkaufen
Könnte man also sagen, dass das Äquivalent zum sich verkaufenden
Verkäufer der sich entwickelnde Entwickler ist? ;-)
> Ein Ingenieur der nicht verkaufen kann, kann zwar auch Bücher schreiben,> in den er erklärt, wie man Produkte entwickelt, aber er kann die Bücher> nicht verkaufen.
muß er in einer arbeitsteiligen Gesellschaft auch nicht!
> Sie wird daher niemand lesen.
das stimmt, weil heutzutage lesen out ist - da ist mindestens Audiobook
oder aber Youtube, FB gefragt.
Ergo: Bücher schreiben ist heute sinnlos geworden .... heute mußt Du
Influencer oder Aktivist werden, dann rollt der Rubel.
> Er Kann Produkte entwickeln, wird sie aber nicht verkaufen können.
deswegen ist er in der Regel auch angestellt ?!
> Daher befolgt den Rat: "Lerne verkaufen!" - Bodo Schäfer und Dirk> Kreuter haben eben recht.
es gibt noch eine andere Seite der Medaille und die nennt sich
Konkurrenz.
Ein gelernter Verkäufer kann das viel besser als ein Pseudo-Angelernter,
der auch erst einmal draufzahlen muß weil ihm die Erfahrung fehlt.
> An und für sich könnte man argumentieren, dass diejenigen, die ...
klar, nur in der Wissenschaft und in der Technik zählt eben nicht die
Mehrheitsmeinung - falsch bleibt am Ende auch falsch.
ohne Account schrieb:> klar, nur in der Wissenschaft und in der Technik zählt eben nicht die> Mehrheitsmeinung - falsch bleibt am Ende auch falsch.
Nur leider meinen momentan (aber eigentlich schon immer) viele die
Wahrheit gepachtet zu haben.
Ursel schrieb:> Tobias P. schrieb:>> Komisch, nur von den Entwicklern habe ich solche>> Aussagen noch nie gehört, dabei sind effektiv SIE diejenigen, ohne die>> nichts läuft.>> Ironisch, wie du deinen ersten Halbsatz gleich mit dem zweiten Halbsatz> widerlegst.
hi hi, so könnte man es interpretieren. Man könnte es aber auch anders
interpretieren, dass die Entwickler nämlich nicht genug egozentrisch und
narzisstisch sind, um (im Gegensatz zu Marketing beispielsweise) dauernd
betonen zu müssen, wie wichtig sie sind.
>> Tobias P. schrieb:>> Was soll das Marketing verkaufen, wenn die Entwickler>> nichts entwickeln? wenn kein Produkt entwickelt wird, womit genau will>> der Finanzfritze seine Kasse füllen? usw.>> Mit dem Produkt anderer. Siehe Amazon.
ja mit dem Produkt anderer. Und der "andere" pflückt das Produkt von den
Bäumen? oder sind da eventuell doch Entwickler am Werk? du siehst also,
an den Entwicklern führt kein Weg vorbei.
NurMut schrieb:> Auch die 40 Stundenwoche gibt es noch nicht solange:
Das ist so nicht richtig. Früher hat der Bauer im Winter morgens und
abends das Vieh gemolken und sonst war der Tag gelaufen. Nichts mit
nochmal Mails checken vor dem Schlafen.
Karl schrieb:> Das ist so nicht richtig. Früher hat der Bauer im Winter morgens und> abends das Vieh gemolken und sonst war der Tag gelaufen. Nichts mit> nochmal Mails checken vor dem Schlafen.
Nachweislich haben die Menschen vor der industriellen Revolution nie so
viel gearbeitet wie danach. Zumal der Output heute ausschließlich aus
Bullshitjobs besteht.
Morgen ist Freitag schrieb:> Nachweislich haben die Menschen vor der industriellen Revolution nie so> viel gearbeitet wie danach. Zumal der Output heute ausschließlich aus> Bullshitjobs besteht.
Aber irgendwie waren unsere Eltern doch glücklicher, oder?
Stefan H. schrieb:> Wieso sollte Marketing überbezahlt sein? Es ist die einzige Tätigkeit,> die Geld ins Unternehmen spült. Der Umsatz wird von der Qualität des> Marketings bestimmt, nicht der des Produkts. Das Produkt hat eigentlich> gar keine Relevanz. Gute Firmen haben ihre Alleinstellungsmerkmale im> Marketing.
Entschuldigung, das ist doch bullshit. Jede Person in jeder Firma
arbeitet letztlich für den Erfolg!
Danke übrigens für diese bzzword liste!
Beitrag "Re: Tschüss Entwicklung - ab jetzt nur noch Bastelelektronik"
Die Hälfte davon schwirrt mir täglich um die Ohren!
Tobias P. schrieb:> jede Abteilung denkt: boah, ohne uns> geht hier gar nichts. Komisch, nur von den Entwicklern habe ich solche> Aussagen noch nie gehört, dabei sind effektiv SIE diejenigen, ohne die> nichts läuft. Was soll das Marketing verkaufen, wenn die Entwickler> nichts entwickeln? wenn kein Produkt entwickelt wird, womit genau will> der Finanzfritze seine Kasse füllen? usw.> Ergo sehr einfach: ohne Entwickler geht nichts, denn im Endeffekt ist> jedes Produkt irgendwann mal entwickelt worden. Also, als> Marketingmensch einfach mal den Ball ein wenig flach halten, was die> eigene Wichtigkeit angeht.
Hinsichtlich der "Wichtigkeit" (wichtig sind natürlich alle) bestimmter
Abteilungen in einem Unternehmen wird gerne vergessen, das Geld wird mit
der AUSLIEFERUNG eines FUNKTIONIERENDEN Produkts verdient. Da kann schon
das Thema Lagerhaltung unerwartete Probleme und damit massiven
Zeitverzug bereiten, so dass Kundentermine nicht eingehalten werden
können. Das Marketing meint mit dem Verkaufsabschluss sei das
"Geldeinnehmen" bereits vollzogen. Oft falsch gedacht. Die Entwickler
meinen doch alles ihnen mögliche getan zu haben, damit das Produkt
einwandfrei funktioniert. Leider auch oft falsch gedacht. Erst in der
Produktion, meistens speziell bei der Inbetriebnahme fallen Fehler auf,
an die vorher noch keiner dachte. Mal eben die Software geupdatet und
plötzlich treten unerwartete Seiteneffekte auf. Termine platzen.
Vorprodukte kommen nicht rechtzeitig. Termine platzen. Vorprodukte
enthalten plötzlich Fehler, die bei die dem QM beim Wareneingang nicht
auffielen. Eingebaut, funktioniert nicht. Auslieferungstermine platzen.
Der Kunde (oft Chinesen) gehen mit den sensiblen Produkten falsch um,
Defekte treten auf, Kunde ist sauer, System geht zurück.
Schlimmstenfalls ist der Kunde so sauer, dass er abspringt und dann ist
je nach dem die nächste Quartalsbilanz nicht wie erwartet oder im
Keller. Zuviele Akteure in einem Unternehmen denken nicht über den
Tellerrand des eigenen täglich eingeschliffenen Wirkens hinaus. Das
Lager will Dienst nach Vorschrift machen, gerade wenn die Hütte wegen
einer anstehenden Auslieferung bereits brennt, anstatt schnell und
unkonventionell zu handeln. Auch ein Klassiker, das System geht nicht
wie erwartet und genau die Person, die sich auskennt ist nicht greifbar,
weil im Urlaub, Krank, im Seminar oder sonst wo. Stillstand
allenthalben, Kunde wird immer nervöser. Und das beste, diejenigen, die
solche Probleme OFFEN ansprechen müssten, damit so was nicht immer und
immer wieder passiert, meckern zwar täglich im kleinen Kreis, aber
halten schön die Klappe, wenn es mal drauf an käme mit anderen
Abteilungen Tacheles zu reden. Keiner will Verantwortung übernehmen. Das
obere Management bekommt von all dem natürlich nix mit, außer, dass die
Bilanzen (mal wieder) nicht stimmen. Wer als Mitarbeiter sich darüber zu
offen äußert steht am Ende allein im Regen. Hat zur Folge, zunehmende
Abstumpfung und Gleichgültigkeit. Alles wird hinter vorgehaltener Hand
zwischen Mitarbeitern ausgetauscht, wer zu offen anprangert gilt schnell
als Querulant. Mitarbeiter die schon lange im Unternehmen sind, sind
quasi unangreifbar und haben Narrenfreiheit. Gerade als Neuling stehst
du da schnell im Regen, wenn du da mal ein paar schräge Verhaltensweisen
auch nur freundlich hinterfragst. Es wird auf Durchzug geschaltet und
weiter geht's.
> Entschuldigung, das ist doch bullshit. Jede Person in jeder Firma> arbeitet letztlich für den Erfolg!
Diese Aussage ist erst recht Bullshit. Erfolg, Erfolg, Erfolg! Höher,
schneller, weiter! Überholen ohne einzuholen. Motivation. Wir alle.
Die Gehirnwäsche hat bei den Lohnsklaven voll und nachhaltig gewirkt.
> Danke übrigens für diese bzzword liste!> Beitrag "Re: Tschüss Entwicklung - ab jetzt nur noch Bastelelektronik"> Die Hälfte davon schwirrt mir täglich um die Ohren!
Und in welcher Hinsicht hat sich deine Lage dann gravierend gebessert?
Hoffentlich ist wenigstens die Anfahrt zum Job kürzer.
3D-Druck schrieb:> Da kann schon> das Thema Lagerhaltung unerwartete Probleme und damit massiven> Zeitverzug bereiten, so dass Kundentermine nicht eingehalten werden> können. Das Marketing meint mit dem Verkaufsabschluss sei das> "Geldeinnehmen" bereits vollzogen. Oft falsch gedacht. Die Entwickler> meinen doch alles ihnen mögliche getan zu haben, damit das Produkt> einwandfrei funktioniert. Leider auch oft falsch gedacht. Erst in der> Produktion, meistens speziell bei der Inbetriebnahme fallen Fehler auf,> an die vorher noch keiner dachte. Mal eben die Software geupdatet und> plötzlich treten unerwartete Seiteneffekte auf. Termine platzen.
und warum das ganze?
Doch nur weil die Personalabteilung die falschen Leute eingestellt hat,
die nichts auf die Reihe bekommen.
Deshalb ist eindeutig die Personalabteilung das wichtigste
3D-Druck schrieb:> Wer als Mitarbeiter sich darüber zu offen äußert steht am Ende allein im> Regen. Hat zur Folge, zunehmende Abstumpfung und Gleichgültigkeit. Alles> wird hinter vorgehaltener Hand zwischen Mitarbeitern ausgetauscht, wer> zu offen anprangert gilt schnell als Querulant. Mitarbeiter die schon> lange im Unternehmen sind, sind quasi unangreifbar und haben> Narrenfreiheit.
ganz genau so ist es. Selber schon erlebt: es wurde von Entwicklern
darauf hingewiesen, dass die Anforderungen, Termine und Kostenvorgaben
von Marketing und Verkauf nicht realistisch sind. Worauf hin diese
Entwickler zurückgepfiffen wurden, weil
a) andere langjährige Mitarbeiter dachten, dass "das doch alles trivial
ist" (und dann doch keine Lösungen präsentieren konnten, weil das
Problem eben NICHT trivial war)
b) die Entwicklung sich nicht einzumischen habe in solch strategische
Dinge wie Termine oder Kosten.
Tja, als am Schluss hatten die Entwickler eben doch recht, aber weil
alle snderen wichtiger sind, und nicht auf subalterne Entwickler hören
wollen, ging alles in die Hose. Die Entwickler habens natürlich
ausgebadet (sie waren diejenigen, die am Sonntag unbezahlte Überstunden
leisteten, um zu retten, was zu retten war, während sich die
Marketingleute im Urlaub am Strand tummelten).
Morgen ist Freitag schrieb:> Nachweislich haben die Menschen vor der industriellen Revolution nie so> viel gearbeitet wie danach. Zumal der Output heute ausschließlich aus> Bullshitjobs besteht.
wobei das für Sklaven durchaus anders gewesen sein mag.
Aber ansonsten: Ja. Der Kapitalismus und damit die "preußischen"
Tugenden kamen erst mit Luther, oder besser Calvin und damit erst vor
500 Jahren. Davor gab es das nicht.
Ich bin ziemlicher Quereinsteiger, der es aber geschafft hat.
Habe mich Anfangs voller Tatendrang in Deutschland selbstständig
gemacht, irgendwann hat mich natürlich auch das Thema Steuern gepackt.
Als nächstes kam dann der Punkt wo ich gesagt habe warum soll ich für
mehr als die Hälfte für den Staat schuften.
Da ich damals schon gute Kontakte nach Taiwan hatte habe ich mein
Unternehmen dann halt mit der Zeit dorthin verlegt.
Und ich kann sagen ich bin zufrieden. Die Steuern sind fair, und das
Land liefert auch.
Bezüglich Deutschland lasse ich am Staat kein gutes Wort, die Beamten
sind genau gleich wie zur Nazi Zeit - alles korrekt wie es
niedergeschrieben wurde und man fühlt sich dabei auch noch so toll.
Und genau dass was in Deutschland als Korrekt bezeichnet wird entspricht
nicht meinem Gerechtigkeitssinn.
Gut somit hatte die Geschichte in Europa dann auch ein Ende für mich, es
ist halt wie eine Partnerschaft. Wenn ein Partner permanent spinnt
trennt man sich halt besser (Glücklicherweise läuft es mit meiner
Familie).
Bürovorsteher schrieb:> Und in welcher Hinsicht hat sich deine Lage dann gravierend gebessert?
Ich werde nicht mehr gesteuert werden, sondern in der Lage sein, selber
zu steuern. Ich ziehe aus den Vertriebszahlen und Wünschen der Kunden
die Schlüsse für neue Produktfunktionen und kippe sie lediglich in das
PM rein.
Ob und wie sie umgesetzt werden, ist nicht mehr meine Sache.
Ich verdiene an allen Produkten, die verkauft werden.
Stefan H. schrieb:> Marek N. schrieb:>> Nicht zu vergessen: Out of the Box, Synergieeffekte nutzen, proaktiv,>> Projekte pitchen...>> Blockchain, AI-Solution, DevOps, Funden, Opsec, Validieren,> Verifizieren, Hardware-Software-Codesign, Bottom-Up-, Top-Down- und> Meet-in-the-middle-Ansatz, Tactile-Internet, IoT, 5G-Revolution,> Industrie 4.0, Next-Generation-Internet, Network-Coding,> Quality-of-Experience, Social-Media, Social-Proof, Continuous> Integration, Continuous Deployment, High-Level-Design, FReemium,> Micropayment, Funnelhacking, SEO, SEM, Recurring revenues,> in-app-payment, atomic-cross-chain-transaction, smart contract, DAO,> ICO, IPO, ROI, KPIs, webassembly, reactive, responsive, cognitive> networking, cognitive radio, CNN, FCN, RNN
willkommen im Bullshit Bingo, du hast den Zettel ja bereits mit dem
wichtigsten für den Erfolg gefüllt ;)
K. E. schrieb:> Selbst wenn ich die variablen Anteile des Gehalts> (40%) auf Null setze, also an der "unteren Grenze" Erfolg habe, kommt> fast soviel raus, wie jetzt (auf 40h gerechnet).
Und wenn Deine variablen Anteile längere Zeit bei Null bleiben, kommt
für Dich garnicht viel raus, dann bist Du nämlich bald raus aus dem Job.
Die Firma will Umsatz!
Lukas schrieb:> Es wird immer fähige Entwickler geben. Aber man braucht immer weniger,> die alles bis auf die Maschinenebene herunter verstehen. Und das ist> auch gut so.
Sagte der hippe Grafik-Webentwickler und machte sich daran, für die
hunderten Javascript-Bibliotheken von ebenso hippen
Javascript-Entwicklern, die über -zig Fremddomains nachgezogen werden,
ein hippes, quietschbuntes, mit vielen nutzlosen Effekten überladenes
Grafik-Frontend zu releasen. Nur die eigentliche Information, die mit
seinem Produkt an den Kunden herangetragen werden sollte, war nicht
ersichtlich. "Das verkörpert unsere Werte" sprach er, während ihm großer
Beifall und unzählige Buzzwords von den Leuten der Marketingabteilung
entgegengebracht wurden. Daß die Kunden am Ende ein unbenutzbares
Web-Produkt bekamen, das mit den vielen nutzlosen Effekten ihre
Endgeräte überlastete, interessierte ihn beim Ausspruch der Worte:
"Sollen sie sich doch einen aktuellen Browser installieren", nicht im
Geringsten. Die dafür notwendige neue Hardware, die sich die Kunden für
die nutzlosen Effekte anzuschaffen hatten, war übersät mit Bugs, bekannt
unter Namen wie "Meltdown" und "Spectre", denn die Komplexität der
Hardware hatte schon lange das Verständnis von deren Entwicklern
überschritten. Und weil das Marketing die unfertige Hardware schon lange
mit Buzzwords beworben hatte, kamen die Produkte völlig unausgereift und
mit eben jenen Bugs übersät an die Kundschaft. -> To be continued.
Fällt dir da jetzt irgendwas auf?
Ich beobachte, daß z.B. das Internet aktuell wöchentlich immer
unbenutzbarer wird. Permanent werden funktionierende Webseiten, an die
man sich gerade gewöhnt hat, durch so "tolle" neue Effekte
"perfektioniert", so daß am Ende die Funktionalität auf der Strecke
bleibt. Und das alles nur, weil sich niemand um die Details schert oder
keine Zeit dafür bekommt. Das ging soweit, daß ich kürzlich nicht in der
Lage war eine einfache Bestellung, die ich zu Jahresanfang problemlos
tätigen konnte, nicht mehr zustande brachte, weil die tolle, geupdatete,
aktive Shopseite den Bestellbutton einfach weggeblendet hat. Daß ich am
Seitenkopf die schönen aufklappenden Menüpunkte nur hinter einem Haufen
Einzelbuchstaben finden konnte, war nichtmal das größte Problem. Am Ende
habe ich dort angerufen (ISDN ist nun dank VoIP auch tot) und meinen
Wunsch per Email geschickt. Alles bestens!1!1!!
> Das ist Arbeitsteilung und hat unsere Wirtschaft und> Gesellschaft voran gebracht.
Ja, das ist richtig, es geht nur zunehmend das Augenmaß verloren, in
wieweit das sinnvoll ist.
Wir sind derzeit Zeugen der 'Gretaisierung' der Welt.
Rückblickend war meine Entscheidung in der Vergangenheit, F&E zu
verlassen, zur rechten Zeit.
Karl schrieb:> NurMut schrieb:>> Auch die 40 Stundenwoche gibt es noch nicht solange:>> Das ist so nicht richtig. Früher hat der Bauer im Winter morgens und> abends das Vieh gemolken und sonst war der Tag gelaufen. Nichts mit> nochmal Mails checken vor dem Schlafen.
Die Serie "Schwarzwaldhaus 1902" gibt es heute noch dank Internet. Zu
dieser Zeit sah die Welt noch etwas anders aus. Zieh's dir mal rein und
komm nochmal mit dem Spruch.
Lukas schrieb:> Es wird immer fähige Entwickler geben.
die sind aber Produkt dessen, was sie täglich tun. Und er sich nicht mit
den Tiefen der Harware befasst, kennt sie auch nicht.
... was mir zunehmend auffällt ... das eine ganze Generation an
Erfahrung verloren gegangen ist ... bereits vor 30 Jahren habe ich mich
mit KI und (Video)Bild-Analyse beschäftigt ... und Heute ? ... werden
wieder die gleichen Fehler gemacht ... die KI zur Gesichtserkennung läßt
sich mit einfachen StrichGraphiken austricksen ... beim autonomen Fahren
werden WerbeGraphiken auf LKWs für ein "freie Straße" gehalten oder
"Farbkleckse" in der Szenerie führen zu Vollbremsungen ...
... aber warum ist das so ? ... weil solides GrundlagenWissen durch die
Nutzung von MATHLAB & Co. ersetzt wurden ... die Fähigkeit zum "selber
Denken" verkümmert ... und erfahrene Leute aus dem Job gedrängt werden
... denn diese sind "lästig" ... weil sie die Inkompetenz in einer
Abteilung sichtbar machen ...
... noch sind die Chinesen keine große Konkurenz ... weil bei ihnen des
"selber Denken" aus politischen wie auch kulturellen Gründen wenig
Entwickelt ist ... aber Deutschland / EU mit seiner
Zukunftsfeindlichkeit ist ins Hintertreffen geraten ...
Willi S. schrieb:> ... was mir zunehmend auffällt ... das eine ganze Generation an> Erfahrung verloren gegangen ist ... bereits vor 30 Jahren habe ich mich> mit KI und (Video)Bild-Analyse beschäftigt ... und Heute ? ... werden> wieder die gleichen Fehler gemacht ... die KI zur Gesichtserkennung läßt> sich mit einfachen StrichGraphiken austricksen ... beim autonomen Fahren> werden WerbeGraphiken auf LKWs für ein "freie Straße" gehalten oder> "Farbkleckse" in der Szenerie führen zu Vollbremsungen ...> ... aber warum ist das so ? ... weil solides GrundlagenWissen durch die> Nutzung von MATHLAB & Co. ersetzt wurden ... die Fähigkeit zum "selber> Denken" verkümmert ... und erfahrene Leute aus dem Job gedrängt werden> ... denn diese sind "lästig" ... weil sie die Inkompetenz in einer> Abteilung sichtbar machen ...> ... noch sind die Chinesen keine große Konkurenz ... weil bei ihnen des> "selber Denken" aus politischen wie auch kulturellen Gründen wenig> Entwickelt ist ... aber Deutschland / EU mit seiner> Zukunftsfeindlichkeit ist ins Hintertreffen geraten ...
Das liegt daran, dass auch keine Grundlagenforschung erwünscht ist bzw.
diese nicht bezahlt wird. Die Veröffentlichungen zu diesen Themen
erscheinen mir viel zu intransparent. Da macht jeder irgendetwas. Einmal
wird ein FCN mit einem R-CNN verglichen, die Genauigkeit gemessen und in
eine Tabelle geschrieben und herumvermutet, warum das eine genauer ist
als das andere.
Generell werde viele komplizierte Verfahren publiziert, welche viele
Trainingsschritte mit unterschiedlichen Datensätzen und Metaparametern
brauchen. Am Ende steht eine Zahl für die Genauigkeit mit irgend einem
Testdatensatz. Ob diese Genauigkeit in anderen Szenarien auch erreicht
wird, scheint irrelevant zu sein.
Es gibt auch gefühlt keine Arbeiten zum Verständnis der ganzen
Geschichte. Bsp.: Objekterkennung mit Mask-R-CNN und Posenerkennung mit
Densepose. OK, gerade Densepose basiert auch auf einem R-CNN und man
kann sich logisch erschließen, dass man eine Pose in einzelne Objekte
zerlegen und diese einzeln erkennen kann, aber bei der
Literaturrecherche wirkt es so, als würde niemand in Betracht ziehen
diese Verfahren miteinander zu vergleichen. Es wirkt irgendwie alles wie
verkompliziertes Schubladendenke. Beim Thema KI wird das Thema
Signaltheorie vergessen. Innerhalb der Netze wird schnell mal das
Abtasttheorem verletzt, aber das ist ja nicht schlimm, ist ja
schließlich KI und diese kann um das Problem drumherum lernen...
Mir kommt es so vor, als habe die Wissenschaft das Bedürfnis des
Verstehens aufgeben. "Es ist halt KI, das kann man nicht verstehen." Es
wird viel zu viel Alchemie zusammengerührt: "Wenn das Netz so tief ist,
dann werden die Gradienten sicher nicht mehr weit genug propagiert, da
braucht man Skiplayers. Vielleicht mal hier und mal da ein paar
Skipconnections und dann ein wenig probieren, was raus kommt."
Und wenn man dann anfängt das zu verstehen und aufzuräumen, steht man
allein auf weiter Flur. Man kann vielleicht nicht gleich eine fertige
Anwendung publizieren, ein Netz mit besserer Genauigkeit, also ist es
nichts
Vor einigen Monaten hatte ich eine Diskussion zu Fourier-Netzen. Ja,
wenn man die Aktivierungslayer im Bildbereich anwendet, dann verhält
sich das natürlich ganz anders. Leider macht sich gefühlt niemand
Gedanken darüber.
Natürlich gibt es viele Argumente, warum Grundlagenforschung im
KI-Bereich nicht notwendig ist: "Die Industrie braucht das nicht.", "Es
muss funktionieren, niemand will theoretische Abhandlungen eines
Akademikers im Elfenbeinturm lesen.", "Wer bekommt wohl den Auftrag?
Der, der was lauffähiges hinbekommt oder der, der sich nur mit Theorie
befasst.", "Der KI-Hype ist durch!", "In 3 Jahren kräht kein Hahn mehr
nach dem Neuronale-Netze-Zeug.", "Blockchain, KI, IoT, Industrie 4.0 -
Das ist alles nur Marketing.", "Wir machen das nur wegen der
Fördermittel. Wenn die auslaufen, schmeißen wir den Mist wieder raus.",
"Das hier ist die Schaltung eines Blinklichts und jetzt realisiere das
mit KI. Was ist wohl günstiger und zuverlässiger?", "Wenn wir die KI als
Smart Contract in einer Blockchain ablegen um dem demografischen Wandel
zu begegnen, dann gibts gleich vier mal Fördermittel.", "Früher ging das
ohne KI.", "Vor Kurzem war ja noch dieses F-HOG-SVM-Zeug hip, warum denn
jetzt CNN? Oder gibt es da schon wieder was Neues?", "Früher konnten die
Leute noch programmieren, heute werfen sie nur irgendwelche Daten in ein
Neuronales Netz und schauen was rauskommt."
Besonders unbeliebt ist dabei die Untersuchung bestehender Systeme.
Eigentlich ist sowas schnell erledigt: gezielt Fehler in Trainings-
und/oder Testdaten einstreuen und Beobachtung auswerten, fertig. Leider
kann man damit aber eher ein Nestbeschmutzer, der nur herumstänkert aber
nichts Eigenes auf die Reihe kriegt.
Das Wichtigste ist jedoch möglichst viele Publikationen zu generieren,
welche idealerweise nutzlos sind. Wenn doch einmal etwas Verwertbares
dabei ist, muss das patentiert und weggeschlossen werden oder am besten
gar nicht erst patentiert, denn das Patent ist ja öffentlich und könnte
von anderen Forschern gelesen werden. Das würde den eigenen Vorsprung
kannibalisieren.
Mittlerweile ist KI im akademischen Umfeld - zumindest unter deutschen
Akademikern - gefühlt das unbeliebteste Thema überhaupt geworden. Kaum
taucht irgendwo KI auf, ergreifen die Meisten die Flucht. Paradoxerweise
sind Menschen außerhalb des akademischen Kontextes immer noch extrem
begeistert davon.
Stefan H. schrieb:> Ein Ingenieur der nicht verkaufen kann, kann zwar auch Bücher schreiben,> in den er erklärt, wie man Produkte entwickelt, aber er kann die Bücher> nicht verkaufen. Sie wird daher niemand lesen. Er Kann Produkte> entwickeln, wird sie aber nicht verkaufen können.>> Daher befolgt den Rat: "Lerne verkaufen!" - Bodo Schäfer und Dirk> Kreuter haben eben recht.
Sorry aber was für ein Unfug. Ich hoffe du hast dafür nicht auch noch
Geld bezahlt für ein Buch oder gar eine "Schulung".
Wenn ich entwickeln aber nicht verkaufen kann, dann kaufe ich mir einen
oder mehrere Verkäufer. Die sind in unserer Firma nicht umsonst die
Spezies mit der kürzesten Halbwertszeit, und nicht deshalb weil sie alle
so genial sind, dass sie mit 35 in Rente gehen.
Sie können sonst nix und sind fast beliebig austauschbar.
Was sie am Besten können ist anderen Lügen zu verkaufen, so wie das
"Dirk und Kreuter" bei dir erfolgreich gemacht haben
:-)
Stefan H. schrieb:> Ein Entwickler, der nicht verkaufen kann,> ...> Ein Ingenieur der nicht verkaufen kann> ...> Ein Verkäufer, der kein Produkt hat, aber verkaufen kann, kann seine> Fähigkeit als Verkäufer verkaufen und damit Geld verdienen.
Bis der Chef bald merkt, daß er nichts drauf hat. Typ Heißluftfabrikant.
Ein typisches Problem jener Berufs- bzw. Persönlichkeitsgruppen, die
sich per se selbst für unentbehrlich halten und in ihrer Bedeutung
maßlos überschätzen (BWLer, Juristen, Soziologen, etc.). New Economy
heute. Von nichts ’ne Ahnung, aber davon umso mehr. Was kann denn ein
Verkäufer, der kein Produkt hat, so verkaufen außer vielleicht einem
Lügengebäude? Irgendwer muß doch die Produkte produzieren und
entwickeln?
Erinnert sich noch jemand an "FlowTex"? Die Story ist kürzlich wieder
aufgegriffen worden: https://www.youtube.com/watch?v=Mr9wHWACNP4 Die
Hauptakteure: Ein charmanter Verkäufer, der Luftschlösser verkaufte und
dadurch selber in realen Schlössern wohnen konnte und diese sein Eigen
nannte. Dann noch Bankster und Politiker. Sicherlich auch noch paar
Juristen dabei, auf jeden Fall dann aber am Ende ;) Alle bedeutenden
Persönlichkeitsgruppen beisammen. Gesamtschaden nicht recht bezifferbar.
Auf jeden Fall über 4 Mrd. DM. Und wer hat natürlich das alles bezahlt??
Begleittext: "Die Aufarbeitung des sogenannten Flowtex-Skandals ist eine
Reise in die Welt von skrupellosen Emporkömmlingen, gierigen Bankern,
eitlen Politikern und versagenden Kontrollen."
Ich muss da Willi und Stefan bzgl. KI und insbesondere NN Recht geben.
Es gibt in der Tat seit zumindest 25 Jahren (solange stecke ich in der
"Szene") keinen wirklichen Fortschritt mehr. Man werkelt immer noch mit
denselben Methoden und feiert die kleinen Fortschritte, die aber
hauptsächlich der gigantischen Rechenleistung geschuldet sind.
Letztendlich fehlen insbesondere immer noch Methoden, um verlässliche
Vorhersagen über das Verhalten eines NN machen zu können.
Die Bedenken, ob das alles zielführend ist, hatte ich ja schon vor
Jahren in diversen Threads zum autonomen Fahren gebracht. Und die
"Fortschritte" in diesen drei Jahren geben mir wohl Recht. Autos sind
immer noch weit, weit davon entfernt, auch nur simpelste alltägliche
Situationen aufzulösen, die nicht aus geraden Strichen bestehen.
Man versucht mit offenbar untauglichen Methoden das Gehirn nachzubauen
und "quält" ein NN mit Milliarden von Eingaben, nur um eine halbwegs
sinnvolle Ausgabe (bspw. das Erkennen einer Straße) zu erhalten.
Das menschliche Gehirn funktioniert offenbar ganz anders: jedes
Kleinkind kann problemlos Straßen und Wege erkennen, nachdem ich ihm
einmal erklärt habe, was eine Straße ist. Auch wenn es diese noch nie
gesehen hat oder sie ganz anders aussehen (Eispiste).
Weil das Kind den Zweck einer Straße verstanden hat.
Area 17, Augendominanzsäulen usw. - alles toll und diese ersten
Verarbeitungsstufen lassen sich noch halbwegs in NN abbilden.
Aber danach hört es eben auf. Das Gehirn funktioniert "dahinter"
offenbar ganz anders.
Und solange diese Funktionsweise nicht verstanden ist, wird es keine
nennenswerten Fortschritte geben - schon gar nicht mit NN jetziger
Bauart.
Der Ball liegt ganz eindeutig im Bereich der Gehirnforschung, nicht in
der Informatik.
Chris D. schrieb:> . Das Gehirn funktioniert "dahinter" offenbar ganz anders.
Ist dadurch noch nicht gezeigt (kann aber sehr gut so sein), da die
Anzahl der simulierten Neuronen um Grössenordnungen kleiner ist
(Froschgehirn). Und einen Frosch der nicht autofahren kann ist leider
noch kein Beweis für irgendetwas.
Dumdi D. schrieb:> Chris D. schrieb:>> . Das Gehirn funktioniert "dahinter" offenbar ganz anders.>> Ist dadurch noch nicht gezeigt (kann aber sehr gut so sein), da die> Anzahl der simulierten Neuronen um Grössenordnungen kleiner ist> (Froschgehirn). Und einen Frosch der nicht autofahren kann ist leider> noch kein Beweis für irgendetwas.
Das stimmt natürlich.
Aber die Qualität, die ein kindliches NN (sofern das Gehirn überhaupt
intern so aufgebaut ist), das Dinge nach Sinn und Zweck einordnet, hat
und das man nur einmal "trainieren" muss, ist schon eine ganz andere
als das Zeigen von Millionen von Bildern, um dann nur für diese Bilder
einen halbwegs verläösslichen Output zu generieren.
Und ich sehe bisher keine Ideen oder auch nur Ansätze, die Hoffnung
machen, so etwas in Zukunft zu erreichen.
Ich halte die jetzigen NN für schlicht untauglich, so etwas auch nur
ansatzweise abzubilden. Offenbar sind diese NN nicht des Pudels Kern.
Davon abgesehen reagiert jede Wildbiene mit ihren paar Neuronen
flexibler auf neue Situationen als unsere jetzigen NNs ;-)
Chris D. schrieb:> Weil das Kind den Zweck einer Straße verstanden hat.
Ich sehe das genau als den Punkt, warum trainierte neuronale Netze
nichts mit KI zu tun haben.
Ich habe den Eindruck, das ganze bewegt sich auf dem Niveau vergleichbar
mit automatischen Reflexen beim Menschen. Ein Beispiel dafür wäre das
Erschrecken vor einer Schlange, oder der Liedschlussreflex.
Eine Situation zu verstehen und richtig zu interpretieren ist viel mehr
als nur darauf zu reagieren. Das können bisher nur Tiere (und da auch
nicht alle) und Menschen.
Chris D. schrieb:> Es gibt in der Tat seit zumindest 25 Jahren (solange stecke ich in der> "Szene") keinen wirklichen Fortschritt mehr. Man werkelt immer noch mit> denselben Methoden und feiert die kleinen Fortschritte, die aber> hauptsächlich der gigantischen Rechenleistung geschuldet sind.
Keine Fortschritte? Vor 25 Jahren gab es noch keine KI welche einen
menschlichen Großmeister im Schach schlagen konnte. 1998 gewann sie das
1. Mal gegen einen solchen. Seit 2005 hat kein Großmeister mehr eine KI
schlagen können.
Go galt lange als für eine KI unmöglich. Heute gewinnt AlphaGo gegen die
besten Go Spieler relativ einfach.
Zeig mir eine Spracherkennung vor 25 Jahren welche man auch nur
Ansatzweise mit Alexa und Co. vergleichen könnte.
Axel L. schrieb:> https://www.engadget.com/2019/10/10/waymo-fully-driverless-rides/?guccounter=1&guce_referrer=aHR0cHM6Ly93d3cuZW5nYWRnZXQuY29tL3RhZy93YXltby8&guce_referrer_sig=AQAAABIjpbixe3HZA8sTntVhbz0qoediNuPa7ObyvaLyMW_GYSNg7SLx25wtguJGv91PL1qesnvZPZ1cmCsMN1dz2cmzsgbU3AgmEkWD6069scTxfXrjx_j1Iz5I8WllDkp6FktNlVAEBc45xPIguz2n--1q6sMT7R5woWmcNC-dklHF>> Was gibt Dir daran jetzt Recht ?
Ich habe schon zu viele Pressemitteilungen in diesem Bereich gesehen ;-)
Aber konkret das hier:
"The letter, which was posted on Reddit, doesn't have an exact starting
date for driver-free rides, only mentioning that customers may be
matched with one "soon."
"Unfortunately, Waymo wasn't just vague with the program's launch date"
Das ist wie bei Tesla und anderen: man ist natürlich immer ganz kurz
davor.
Fragt man dann nach oder kommt tatsächlich ein Produkt mal raus, dann
hat das erhebliche Einschränkungen und kommt - natürlich - mit
unvorhergesehenen Situationen nicht zurecht und es handelt sich um ein
besseres Assistenzsystem.
Von vollautonom kann da keine Rede sein.
Ist ja ob der von mir angesprochenen Probleme auch verständlich. "Wenn
das NN nicht funktioniert, dann nehmen wir eben ein größeres mit mehr
Rechnerleistung und dann geht das schon irgendwie!" Neee, so einfach ist
es eben offenbar nicht.
Hat Tesla eigentlich mittlerweile die vollautonome Fahrt von der West-
zur Ostküste durchgeführt? War ja für Ende 2017 angekündigt ;-)
Chris D. schrieb:> Hat Tesla eigentlich mittlerweile die vollautonome Fahrt von der West-> zur Ostküste durchgeführt?
Bisher gabs nur einen Probelauf auf Juist, bei dem das Auto
sicherheitshalber von einem Pferd gezogen wurde. Verlief
vielversprechend.
>Davon abgesehen reagiert jede Wildbiene mit ihren paar Neuronen>flexibler auf neue Situationen als unsere jetzigen NNs ;-)
Also ganz so einfach ist es nicht.
Stelle ich meine Bienen auch nur um 2 Meter weiter, dann verfliegen sich
die zurückkehrenden erstmal und sammeln sich am alten Standort.
Das dauert locker 3h bis die ihr Zuhause wieder gefunden haben...
Cyblord -. schrieb:> Das Google Auto hat allerdings schon >1 Mio. Km vollautonom absolviert.
Korrektur: Mehrere Google-Fahrzeuge haben zusammen eine
Kilometerleistung von vlt 1Mio km absolviert und dies auf Teststrecken,
auf denen Hindernisse und Gefahren montiert waren, an die gedacht wurde.
Unbekannte Dinge, an die nicht gedacht wurde, sind weder auf dem
Parcours noch in der SW realisiert.
Kein einziges Auto hat so lange durchgefahren. Im Gegenteil, die haben
z.T. sehr früh schlapp gemacht, teils aus technischen, teils aus
logistischen Gründen. Man hat sie einfach wieder in den Parcours
gestellt, gebootet und neu fahren lassen.
In Summe der Flotte kommen Google-Autos momentan keine 100km weit, wenn
man 99% durchbringen will. Erst bei 90% Erfolgsquote als Forderung
fahren die ihren Tank leer, bzw die Batterie. Jeder 8.te Fahrversuch
muss abgebrochen werden / endet mit einem Crash oder fast Crash, der vom
Fahr verhindert werden musste.
Quelle: Ein Studienkollege, der seit 1994 in den USA lebt und bei Google
arbeitet und die Fahrzeugentwicklung wortwörtlich "im Blick" hat.
Korrektor schrieb:> Korrektur: Mehrere Google-Fahrzeuge haben zusammen eine> Kilometerleistung von vlt 1Mio km absolviert
Das spielt ja wohl keine Rolle.
> und dies auf Teststrecken,
Das stimmt allerdings nicht.
Es handelte sich um öffentliche Straßen.
jetzt musst du aber definieren was öffentliche strasen sind.
schon mal im silicon valley gewesen? ganze städte trage an ihren
strassenschildern firmelogos der gleichen firmen !!
apple, google, facebook... rund um ihrer headquarters gehören ihnen
sozusagen alle strasse...
ob das dann öffentliche strassen sind oder ein testgelände muss jeder
slebst entscheiden ....
soundso schrieb:> jetzt musst du aber definieren was öffentliche strasen sind.>> schon mal im silicon valley gewesen? ganze städte trage an ihren> strassenschildern firmelogos der gleichen firmen !!>> apple, google, facebook... rund um ihrer headquarters gehören ihnen> sozusagen alle strasse...>> ob das dann öffentliche strassen sind oder ein testgelände muss jeder> slebst entscheiden ....
Die Straßen da drüben sind doch alle den Charakter eines Testgeländes!
Die Faktoren die da vorherrschen, sind doch gar nicht auf europäische
Verhältnisse
übertragbar. Allein die Kreativität deutscher Baustellen im Straßenraum
gibt es nicht mal annährend so in den Staaten.
Wenn ich sehe wie sich Amis hier im Straßenverkehr anstellen (trotz
Automatikschaltung), dann möchte ich erst Recht kein Apple-Car hier auf
der Straße haben!
Stefan H. schrieb:> Mittlerweile ist KI im akademischen Umfeld - zumindest unter deutschen> Akademikern - gefühlt das unbeliebteste Thema überhaupt geworden. Kaum> taucht irgendwo KI auf, ergreifen die Meisten die Flucht. Paradoxerweise> sind Menschen außerhalb des akademischen Kontextes immer noch extrem> begeistert davon.
Hab ich gar nicht mitbekommen.. war grad wieder mal an einer (nicht
deutschen) Uni und da war das AI Thema zumindest in den ersten
Vorlesungen zu Entwicklung von einfacheren Random Forests ziemlich
beliebt. Wie aber in vielen Vorlesungen wurde es dann später, wo es auch
mathematisch in die Tiefe ging, immer dünner.
Grüsse
klausi
Tim schrieb:> Wenn ich sehe wie sich Amis hier im Straßenverkehr anstellen (trotz> Automatikschaltung), dann möchte ich erst Recht kein Apple-Car hier auf> der Straße haben!
Wahrscheinlich brauchen die aber genau deshalb solche Apple-CARs. Die
sind doch gar nicht gewohnt mit hoher Verkehrsdichte in engen Städten zu
fahren. Das können dort nur die Städter und die sind Raudies vor dem
Herrn.
Auf dem Land wird gecruised, auch auf dem highway fahren die meisten
kaum schneller, als 10 über ihrem Milenlimit.
Wenn die in die amerikanischen Grossstädte kommen, fahren sich
freiwillig Bus oder Taxi.
K. L. schrieb:> Lange habe ich mit mir gerungen und nun ist es entschieden: Ab kommenden> Di wird nichts mehr entwickelt. Keine Elektronk mehr, keine Software> mehr und keine Platinen mehr. Der Klaus ist raus!
Richtig gemacht. Ich denke auch darüber nach, die Entwicklung hinter mir
zu lassen.
Chris D. schrieb:> Es gibt in der Tat seit zumindest 25 Jahren (solange stecke ich in der> "Szene") keinen wirklichen Fortschritt mehr. Man werkelt immer noch mit> denselben Methoden und feiert die kleinen Fortschritte, die aber> hauptsächlich der gigantischen Rechenleistung geschuldet sind.
Ich komme nicht aus dieser Ecke, daher mal aus reiner Neugier gefragt:
Woran macht ihr das fest, dass seit 25 Jahren mit denselben Methoden
gewerkelt wird? Entnehmt ihr das wirklichen Forschungsergebnissen
(Doktorarbeiten, Journal Paper etc.)? Die Journals, die ich so für mein
Fachgebiet kenne, sind preislich so teuer, dass man das als Privatperson
(und erst recht nichts als Firma) bezahlen möchte. Sobald man Zugang zu
diesen Artikeln hat, kommen einem ein ganz neuer Erkenntnissgewinn zu
Technologien verglichen zu den Informationen von AppNotes oder White
papers.
Seitdem ich die richtige Forschung (Doktor + Postdoc) verlassen habe,
und nun im Unternehmen als Entwicklungsing tätig bin, redet hier zwar
jeder von F&E, aber das F ist absolut nicht erkennbar.
Insofern würde mich mal interessieren, wie ihr an Forschung herankommt,
so dass ihr zu eurer obigen Aussage kommen könnt. Bezahlt ihr wirklich
das ganze Geld dafür (mehrere Hundert Euro pro Monat) und haltet euch
auf dem laufenden?
Gruß,
Al3ko -. schrieb:> Seitdem ich die richtige Forschung (Doktor + Postdoc) verlassen habe,> und nun im Unternehmen als Entwicklungsing tätig bin, redet hier zwar> jeder von F&E, aber das F ist absolut nicht erkennbar.
Das bist du bei Weitem nicht der Einzige.
Richtige Forschungsabteilungen gibt es so gut wie keine. Das meiste ist
Anwendung im Bereich von Zulieferung. Das was gebaut wird, fließt
letztlich an einen von wenigen Endanwendern. Entweder nutzt es ein Arzt,
oder ein Soldat oder ein Autofahrer, seltener ein Astronaut oder Pilot.
Und was die, die den Kram zusammenbauen, brauchen, wird immer mehr auch
von Zulieferern von Zulieferern zusammengebruzelt. Niemand hat doch Zeit
für eigene Forschung.
Wenn, tun das Einzelne, hüpfen aus einer Forschungsgesellschaft raus,
patentieren irgendwas und machen ein startup auf. Viele auch nur, um
sich aufkaufen zu lassen.
Forschung findet nur an Unis und an ähnlichen Instituten statt. Und auch
die machen immer mehr Zulieferprojekte, um an Kohle zu kommen.
Udo S. schrieb:> Sorry aber was für ein Unfug. Ich hoffe du hast dafür nicht auch noch> Geld bezahlt für ein Buch oder gar eine "Schulung".
Nein natürlich nicht. Bodo Schäfer hatte ein YouTube-Video
veröffentlicht, in dem er das WG-Modell erklärt hat (Wert, Lead, Geld).
Er meint, man muss zuerst etwas Kostenloses veröffentlichen (Wert), was
eben gleich kostenlose Werbung ist. Man beweist damit seine Kompetenz,
wird bekannt, schafft Vertrauen und aufgrund des (psychologischen)
Reziprozitätsgesetzes neigt der Konsument unterbewusst dazu für die
kostenlose Leistung etwas zurückzugeben. Dann wird der Interessent den
Newsletter abonnieren, er Facebook-Gruppe beitreten, den YouTube-Kanal
abonnieren oder sich in einem Shop registrieren und die Bezahldaten
eingeben. Das ist der Lead. Der letzte Schritt, ein Produkt zu kaufen,
ist nicht mehr Weit. Er ist den gesamten Weg gegangen, hat viel Zeit und
Aufwand investiert, die nun verloren wären, würde er nicht noch den
ultimativen Videokurs kaufen, um die Quintessenz zu verstehen und nun
100% umsetzen zu können. (Geld)
Bodo Schäfer meint, das kostenlose Produkt muss das beste Produkt sein,
das man im Angebot hat, weil es das Aushängeschild ist. Also warum soll
ich dann noch etwas von ihm kaufen? Alles, was kostenpflichtig ist, ist
demnach ja schlechter!
P. S. schrieb:> Tesla macht Marketing eben anders. Und sie machen es sehr gut. Dazu> gehört zum Beispiel diese "alle gegen uns"-Mentalität. Das Ergebnis> sieht man dann zum Beispiel an den Fanbois, die bei jedem Hauch von> Kritik an Tesla direkt aggro werden: Siehe Zitat.
Das ist eine Sekte, genauso wie Apfel, Vegan und Flacherdler.
Oder warum gibt es noch immer keine autonomen Fahrzeuge, wie es Tesla
versprochen hat? Ach ja, das können sie ja nicht, da ja alle anderen
Fahrzeuge damit ausgestattet werden müssen, damit die Fahrzeuge
miteinander kommunizieren können. Aber wie kommunizieren dann die Autos
mit Kinder, Personen, Wildtiere? Alle mit einem Sender ausstatten?
Wie war das damals mit dem Apfel?
Es wurden einige Menschen und Reporter bezahlt, damit sie eine Schlange
vor einem Geschäft bilden. Als der erste mit seinem neuen Apfel
Smartphon aus dem Geschäft kam, standen die übrigen noch immer ganz
ruhig in der Schlange, der eine, welcher das erste Telefon kaufte, hielt
es in die Höhe, wie den heiligen Grahl, es fehlte nur noch sein
Heiligenschein und das Hallelujah! Aber da es keine Werbung war, machten
es die Nachrichtenreporter für die ganze Welt umsonst und verdienten
auch noch was dabei und die Zeitungen und Nachrichtensender mussten das
natürlich senden, damit sie mehr Einschaltquoten bekommen.
Touch Displays gab es schon vorher, diese wurden beschimpft, als Müll
und sonstiges abgewertet. Aber als dieser Apfel-Gründer eine
Präsentation seines ersten "Touch-Gerätes" machte, lobte er es wie seine
eigene Erfindung. Die Computermaus hat er auch nicht erfunden, die gab
es schon 15 Jahre zuvor. Jemand der ein Buch geschrieben hatte,
behauptet sogar dass sie überhaupt die Ersten waren, die den Personal
Computer erfunden hatten. Aber es gab zu dieser Zeit schon Computer von
anderen Firmen, auch in England, Russland und anderswo in der Welt gab
es schon diese Computer.
Was den Tesla angeht. Warum nennt man eine Firma "Tesla", obwohl der
Gründer mit diesem Namen nichts gemeinsam hat? Ganz einfach, diesen
Namen Tesla kennt jeder. Elektrofahrzeuge gab es schon vor 140 Jahren,
diese haben sich nicht durchgesetzt, wegen der Reichweite, und da sie
keinen Lärm machten. Wenn man zu dieser Zeit ein "Fahrzeug" leisten
konnte, dann musste es laut sein und Stinken, damit sich jeder umdreht
und denjenigen Bewundert, wer so ein Ding besaß. Die Chemie der heutigen
Akkus ist nicht ausgereift, habt ihr schon mal gesehen, wie schön diese
Akkus brennen?
Also wenn der Guru sagt "Touch ist die Zukunft", dann ist es so.
Wenn der Guru sagt "Elektrofahrzeuge sind die Zukunft", dann ist es so.
Wenn der Guru sagt "Autonomes fahren ist die Zukunft", dann ist es so.
Wenn der Guru sagt "die Welt ist flach", dann ist es so.
Wenn der Guru sagt "Git ist das Beste was es gibt", dann ist es so.
Wenn der Guru sagt "Fleisch braucht man nicht", dann ist es so.
Hallelujah!
> redet hier zwar jeder von F&E, aber das F ist absolut nicht erkennbar.
Ooch, ein alter Hut! Als ich vor 42 Jahren ins Berufsleben eingestiegen
bin, hieß das auch schon so. Ich trug die stolze Bezeichnung
"Wissenschaftlicher Mitarbeiter". Von Wissenschaft war da auch keine
Spur :-)
Gottfried schrieb:> Warum nennt man eine Firma "Tesla", obwohl der> Gründer mit diesem Namen nichts gemeinsam hat?
Weil Hanomag schon vergeben war. (Sein Opa hatte mal einen.)
Gottfried schrieb:> Was den Tesla angeht. Warum nennt man eine Firma "Tesla", obwohl der> Gründer mit diesem Namen nichts gemeinsam hat?
Weil Nikolaus, ne Nikon, quatsch Nikola Tesla irgendwann mal irgendwas
mit Strom gemacht hat. Früher. Also Damals. Wahrscheinlich was gutes.
Das muss reichen.
P. S. schrieb:> Die Legende aufzubauen Tesla betreibe kaum Marketing, weil sie es ja> nicht nötig hätten, ist ein Paradebeispiel für gutes Marketing.
Richtig, und das geht ohne E-Mail-Marketing, ohne Klickfunnel und ohne
Kostenloses Buch. Auch einen Videokurs oder ein Webinar brauchen die
nicht.
... natürlich wurde/wird fleißig geforscht ... und dabei viele wichtige
Erkenntnisse gewonnen ...
... nur ...
... leben wir in einer ausgeprägt "zukunftsfeindlichen" Zeit ... in der
jede Veränderung sofort auf Ablehnung stößt ... beim Bürger und der
Politik ...
... z.B. ist alles was wir für eine erfolgreiche "Energiewende" brauchen
bereits vor 20 Jahten erforscht und entwickelt worden ... aber wo sind
die bedarfsgerechten eAutos aus den Universitäten ? ... was derzeit
unsere Automobilindustrie bietet sind eAutos mit Fahrwerk, Getriebe und
12V StarterBatterie - die sogar einfach ausgetauscht werden kann ... nur
noch das gewohnte Schaltgetriebe fehlt noch ...
Willi S. schrieb:> .. leben wir in einer ausgeprägt "zukunftsfeindlichen" Zeit ... in der> jede Veränderung sofort auf Ablehnung stößt ... beim Bürger und der> Politik ...
Das liegt daran, weil Menschen Gewohnheitstiere sind und Angst vor
Veränderungen haben. Ich habe auch das Gefühl, dass viele mit der
schnell verändernden Gesellschaft überfordert sind. Man sollte auch
bedenken, dass wir von Natur aus für das Familienleben und kleines
Gemeinschaftsleben erschaffen worden sind.
AVR schrieb im Beitrag #6034783:
> Das liegt daran, weil Menschen Gewohnheitstiere sind und Angst vor> Veränderungen haben.
Dafür haben sich Internet, Mikroelektronik, Smartphones, Bargeldloses
Bezahlen, Online-Shopping usw. usw. doch recht gut und teilweise schnell
durchgesetzt. Ich würde an dieser These noch ein wenig arbeiten.
Cyblord -. schrieb:> Keine Fortschritte? Vor 25 Jahren gab es noch keine KI welche einen> menschlichen Großmeister im Schach schlagen konnte. 1998 gewann sie das> 1. Mal gegen einen solchen. Seit 2005 hat kein Großmeister mehr eine KI> schlagen können.>> Go galt lange als für eine KI unmöglich. Heute gewinnt AlphaGo gegen die> besten Go Spieler relativ einfach.
Alles schön und gut. Trotzdem ist da nicht viel mit Intelligenz: Einem
Menschen kann man ein neues Spiel beibringen, zum Beispiel Bridge. Lass
mal AlphaGo an ein Kartenspiel ran und sag mir dann, wie gut es sich
macht ;-)
Mark B. schrieb:> Alles schön und gut. Trotzdem ist da nicht viel mit Intelligenz: Einem> Menschen kann man ein neues Spiel beibringen, zum Beispiel Bridge. Lass> mal AlphaGo an ein Kartenspiel ran und sag mir dann, wie gut es sich> macht ;-)
Das ist ein Null-Argument. Sorry. Niemand sagt dass KI auf dem Stand
eines Menschen wäre. Es geht um Fortschritte. Nicht um den Vergleich
Mensch vs. KI.
Allerdings kannst du AlphaGo auch ein neues Spiel beibringen. Aber tun
musst du es halt.
AlphaGo wurden aber nur die Regeln einprogrammiert. Gelernt hat es
vollständig von anderen Spielen.
Eine nackte KI (selbst wenn auf dem Stand einen Menschen) wäre erstmal
so schlau wie ein Säugling. Man könnte ihr aber dann alles beibringen
was ein Mensch kann. Dass es sowas nicht gibt, ist aber nun kein
Geheimnis.
solange man weiß,
dass man auch als Entwickler nicht gegen BWLer und deren Anforderungen
sondern "gegen" Chinesen und deren höhere Arbeitszeit und geringere
Entlohnung arbeitet,
dann weiß man auch, woher das mit dem schnell-schnell wischi-waschi
kommt, unter dem die Qualität leidet.
Auch die Entwicklung wird nunmal in € pro Stück abgerechnet.
Und das können Chinesen günstiger.
Qualität ist zweitrangig.
Haltbare Konsum-Produkte durch viel Hirnschmalz sind sowieso
unerwünscht.
Also: zack zack fertig werden!
... zur KI ... sie dann sehr gut wenn es um ein abgegrenztes System von
logischen Regeln / Klassen geht ... aber KI "versagt" in einem offenen
System ... die Natur löst dies Problem indem z.B. die visuellen
Eindrücke nach einer Vielzahl von Regeln "klassifiziert" werden ... wird
zum Großteil bereits hinter der Sehrinde gemacht ... ist meißt "fest
verdrahtet" braucht damit keinerlei "Intelligenz" ...
... zu Konkurenz für E-Entwickler aus China ... traditionell pflegen sie
ein sehr konformistisches Verhalten und Denken ... hat sowohl kulturelle
als auch politische Gründe = Planwirtschaft ... im Gegensatz zu einem
deutschen Ingenieur ... der ein sehr breites Denken pflegt ...
bestenfalls durch seine Kompetenz / Erfahrung begrenzt ...und ist damit
in der Lage sehr kreative Lösungswege zu beschreiten ... leider
kultivieren größere Unternehmen wieder ein sehr konformistisches Denken
& Handeln ... Ursache kann sein das so manche Entscheider glauben der
"Chinesische Art zu Denken" wäre die Erfolgreichere ... was aber
hierzulande garnicht funktioniert ...
Bernd schrieb:> Nur mit den Satzzeichen hapert es noch...
wenn man im Geiste jeden "." durch ein "äh" ersetzt, werden diese Texte
plötzlich unerwartet lustig zu lesen.
Entwickler sind in Deutschland so etwas wie Menschen dritter Klasse. Am
schlimmsten sind Software Entwickler. Von daher kann ich deine
Entscheidung sehr gut nachvollziehen.
Wichtig ist aber, dass Ihr diese Infos + Arbeitsalltag mal im
Bekanntenkreis wo vielleicht ein naiver Nachwuchs MINT Sklave
herangezüchtet wird weitergebt. Damit rettet Ihr Leben
In Deutschland zählt PowerPoint und Buzzword Bingo. Hier wird nichts
neues mehr entwickelt, sondern nur verwaltet was schon da ist.
Marius schrieb:> Entwickler sind in Deutschland so etwas wie Menschen dritter Klasse. Am> schlimmsten sind Software Entwickler.
Kann ich bestätigen. Das ist mir schon damals als Student aufgefallen.
Wir hatten Lehramtsstudenten, Medizinstudenten und Jurastudenten in der
Familie. Die Begeisterung für diese Leute war hoch. Ich wurde dagegen
gar nicht für voll genommen, etwas technisches studiert zu haben. Ich
war halt der "komische Typ" in der Familie, der angeblich nichts
schweres studiert hätte. Deutschland ist halt Technikfeindlich und es
gibt für solche Sachen gar keine Kultur hier.
Softwareentwickler sind hier sogar Menschen 4.Klasse. Diese werden noch
unter dem Ingenieur angesiedelt. Diese Denkweise wird dieses Land
ruinieren. Die Frage ist nur..WANN.
Marius schrieb:> Entwickler sind in Deutschland so etwas wie Menschen dritter Klasse. Am> schlimmsten sind Software Entwickler. Von daher kann ich deine> Entscheidung sehr gut nachvollziehen.
Ich nicht.
Mal davon abgesehen dass ich diesen menschenverachtenden Klassengedanken
ablehne:
ein Job im Warmen, ohne harte körperliche Anstrengung, mit relativ
flexiblen Arbeitszeiten, der (prinzipiellen) Möglichkeit zum HomeOffice,
interessanten und abwechslungsreichen Tätigkeiten, überschaubarer
Verantwortung und sehr guter Entlohnung, das klingt für mich nicht
drittklassig.
Eher so nach Jackpot.
AVR schrieb im Beitrag #6036707:
> Marius schrieb:>> Entwickler sind in Deutschland so etwas wie Menschen dritter Klasse. Am>> schlimmsten sind Software Entwickler.>> Kann ich bestätigen. Das ist mir schon damals als Student aufgefallen.> Wir hatten Lehramtsstudenten, Medizinstudenten und Jurastudenten in der> Familie. Die Begeisterung für diese Leute war hoch. Ich wurde dagegen> gar nicht für voll genommen, etwas technisches studiert zu haben. Ich> war halt der "komische Typ" in der Familie, der angeblich nichts> schweres studiert hätte. Deutschland ist halt Technikfeindlich und es> gibt für solche Sachen gar keine Kultur hier.>> Softwareentwickler sind hier sogar Menschen 4.Klasse. Diese werden noch> unter dem Ingenieur angesiedelt. Diese Denkweise wird dieses Land> ruinieren. Die Frage ist nur..WANN.
Wird ja auch in den Medien so vorgelebt, und dass ist nunmal das
Bildungsinstrument Nummer eins in diesem Land (und in den meisten
anderen). Gibt zig Serien zu erfolgreichen Ärzten und Juristen, sogar zu
Lehrern. Entwickler werde immer nur als abgeranzte stinkende Nerds in
der Dunkelkammer dargestellt.
Marius schrieb:> Gibt zig Serien zu erfolgreichen Ärzten und Juristen, sogar zu> Lehrern. Entwickler werde immer nur als abgeranzte stinkende Nerds in> der Dunkelkammer dargestellt.
Und damit haben die Serien halt tatsächlich recht.
Le X. schrieb:> Und damit haben die Serien halt tatsächlich recht.
Wir (Entwickler) hatten letztens ein Treffen mit eher so Vertrieblern
bzw. Leuten die so MS Azure Projekte machen. Die waren alle
durchtrainiert, durchgestylt und zuparfümiert. Die Entwickler alle in
Alltagsklamotten, dürr und viele mit Pickeln und Brille.
Da ist schon was dran - nur mit denen möchte ich dennoch nicht tauschen.
Le X. schrieb:> Marius schrieb:>> Gibt zig Serien zu erfolgreichen Ärzten und Juristen, sogar zu>> Lehrern. Entwickler werde immer nur als abgeranzte stinkende Nerds in>> der Dunkelkammer dargestellt.>> Und damit haben die Serien halt tatsächlich recht.
Wobei seit TBBT sind Nerds ja eigentlich gesellschaftsfähig. Nicht
wenige Damen wünschen sich seit dieser Serie eine Nerd als Freund. Mehr
kann man doch echt nicht mehr für die Nerds tun.
Cyblord -. schrieb:> Wobei seit TBBT sind Nerds ja eigentlich gesellschaftsfähig.
Man sollte aber bedenken, dass diese Serie fast ausschließlich von Nerds
gekuckt wird...
Achim B. schrieb:> Cyblord -. schrieb:>> Wobei seit TBBT sind Nerds ja eigentlich gesellschaftsfähig.>> Man sollte aber bedenken, dass diese Serie fast ausschließlich von Nerds> gekuckt wird...
Das ist Unsinn. Bei dem kommerziellen Erfolg der Serie ist das schlicht
unmöglich.
Nerds strahlen nun mal Schwäche und Beta-Männchen Status aus. Mit
solchen Eigenschaften bekommt man keine Gehaltserhöhung. Wenn die
eigenen Mitstreiter aus diesem Luschen Milieu kommen muss man sich nicht
wundern, das man selbst auch behandelt wird wie dreck
Marius schrieb:> Entwickler sind in Deutschland so etwas wie Menschen dritter Klasse. Am> schlimmsten sind Software Entwickler. Von daher kann ich deine> Entscheidung sehr gut nachvollziehen.
Und meistens nicht mal mit den notwendigen Befugnissen ausgestattet für
20 Euro beim Reichelt Material zu bestellen. Dafür aber Vorgesetzte mit
Hang zum Micromanagment die technische Entscheidungen treffen, von denen
sie selbst nichts verstehen (selbst schätzen die das natürlich ganz
anders ein) anstatt das den Entwickler zu überlassen. Das ist so als
läßt man den Hausmeister das neue Vertriebskonzept für China
ausarbeiten. Das zeigt in Summe die Wertschätzung eines Unternehmens für
Entwicklung: Substituierbare Code Monkeys, digitale Handwerker. Dafür da
den Hammer zu schwingen um die Kopfgeburten des mit unendlicher Weisheit
gesegneten Managements umzusetzen. Zum Glück haben immer weniger Bock
auf diesen Job.
Code Monkey schrieb:> Das zeigt in Summe die Wertschätzung eines Unternehmens für> Entwicklung: Substituierbare Code Monkeys, digitale Handwerker.
Sind die meisten ja auch.
Schau dich nur mal im A&B um: die Leute hier sind regelrecht stolz
darauf inselbegabt zu sein, nichts von BWL wissen zu wollen, nur ja für
nichts Verantwortung übernehmen müssen usw.
Smalltalk und guter Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten sind was ganz
ganz Furchtbares für den glücklosen Eigenbrötler.
Und nur ja nichts machen wofür man nicht zuständig ist oder mal ein
Thema aktiv angehen.
Wer sich wie ein substituierbarer Codemonkey benimmt wird auch wie einer
behandelt.
Gerade ein Entwickler der sich nicht scheut auch mal etwas Verantwortung
zu übernehmen, etwas Sinn für Wirtschaftlichkeit mitbringt und den man
auch zum Kunden/Zulieferer schicken kann (ohne sich für ihn fremdschämen
zu müssen) um dort Verhandlungen zu führen oder ein komplexes Problem
einfach zu erklären und Entscheidungen herbeizuführen ist gold wert.
Und der wird dann auch entsprechend vergütet, im Gegensatz zum reinen
Codemonkey.
Tim schrieb:> Wenn ich sehe wie sich Amis hier im Straßenverkehr anstellen (trotz> Automatikschaltung),
Wie kannst Du die (mit Leihwagen) denn von Einheimischen unterscheiden?
Le X. schrieb:> ein Job im Warmen, ohne harte körperliche Anstrengung, mit relativ> flexiblen Arbeitszeiten, der (prinzipiellen) Möglichkeit zum HomeOffice,> interessanten und abwechslungsreichen Tätigkeiten, überschaubarer> Verantwortung und sehr guter Entlohnung, das klingt für mich nicht> drittklassig.> Eher so nach Jackpot.
Genau das ist es auch. Ich kann mir tatsächlich kaum einen besseren Job
vorstellen. Von fehlender Wertschätzung merke ich auch nichts, weder im
Unternehmen noch im Privaten. Im Gegenteil: wenn ich von Home Office
erzähle, werden die meisten eher neidisch auf die guten
Arbeitsbedingungen. Vom Gehalt ganz zu schweigen, aber das erzähle ich
außer anonym hier im Forum eh sonst nur mir persönlich nahestehenden
Personen.
Man muss aber auch sehen, dass EG 14 als Entwickler in NRW bei 97k, 35h
und Betriebsrente nicht der Standard für eine Entwickler
Der Standard ist der Entwickler mit 55k bei einem KMU, ohne
Betriebsrente, der mit 55 seinen Job verliert und dann in Altersarmut
endet
Marius schrieb:> Der Standard ist der Entwickler mit 55k bei einem KMU, ohne> Betriebsrente, der mit 55 seinen Job verliert und dann in Altersarmut> endet
Das soll der Standard sein? No way. Die Wahrheit wird wohl irgendwo
zwischen den zwei Extrema liegen.
Entwicklungsingenieur und Altersarmut ist jedenfalls extrem
unwahrscheinlich, das passt so gar nicht zusammen.
Qwertz schrieb:> Genau das ist es auch. Ich kann mir tatsächlich kaum einen besseren Job> vorstellen. Von fehlender Wertschätzung merke ich auch nichts, weder im> Unternehmen noch im Privaten. Im Gegenteil: wenn ich von Home Office> erzähle, werden die meisten eher neidisch auf die guten> Arbeitsbedingungen. Vom Gehalt ganz zu schweigen, aber das erzähle ich> außer anonym hier im Forum eh sonst nur mir persönlich nahestehenden> Personen.
So sehe ich das auch. Damit würde ich zum Beispiel nicht tauschen
wollen, auch wenn das bestimmt im Home Office geht:
https://www.welt.de/!203466106
Marius schrieb:> Man muss aber auch sehen, dass EG 14 als Entwickler in NRW bei 97k, 35h> und Betriebsrente nicht der Standard für eine Entwickler>> Der Standard ist der Entwickler mit 55k bei einem KMU, ohne> Betriebsrente, der mit 55 seinen Job verliert und dann in Altersarmut> endet
Das wäre dann immer noch deutlich mehr als mein Nachbar, der KFZ Meister
ist. Und nein, der hat den Job mit 55 auch nicht sicher.
Wenn solche Leute nicht den Respekt bekommen, den sie sich angeblich
verdient haben, liegt das wohl vor allem am Auftreten. Das ist dnn auch
der Grund, warum sie bei 55k festhängen.
Gruß
Axel