Wirkungsgrade verschiedener NF-Verstärker-ICs vergleichen

Gast #2858477
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Daniel C. schrieb:
> Für den TDA7052A findet man folgende Werte im Datenblatt:
>
> Pout: 1,1W   (8R, 6V)
> Ptot: 1,25W
>
>
> Daraus könnte man folgern, der IC hätte einen Wirkungsgrad von knapp
> 90%. Das kann ich mir fast nicht vorstellen...

Wie kommst Du darauf? Du hättest jetzt 47 % sagen müssen mit der Logik. 
Ptot ist kein Bestandteil von Pout.
Gast #2858542
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Daniel C. schrieb:
> gibt es die Möglichkeit, über die Datenblätter die Wirkungsgrade
> verschiedener NF-Verstärker-ICs zu vergleichen?

Mach keinen Sinn irgend etwas zu vergleichen, da die Dinger analog sind 
und prinzipiell eine große Verlustleistung haben.

Das ist genauso als ob du die Wirkungsgrade verschiedener 
Linearspannungsregler vergleichen würdest.


Axel
Gast #2858583
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Also als Anhaltspunkt und ohne Gewähr (aus dem Gedächtnis): Eine normale 
Class-B-Endstufe erreicht ca. 60-70% unter Vollast (darunter weniger), 
abhängig davon, welchen Klirr man noch durchgehen lässt.

Class-B-Endstufen brauchen symmetrische Spannungsversorgung.

Class-H/BTL Endstufen brauchen keine symmetrische Spannungsversorgung 
(Achtung: Lautsprecher Minus ist nicht Masse), aber der Wirkungsgrad ist 
etwa vergleichbar.

Dann gibts ja noch die, welche mittels Spannungswandler die 
Betriebsspannung der Aussteuerung anpassen (Class D/Class T) die haben 
höhere Wirkungsgrade, angeblich bis über 90%.

Class A kann man denk ich weglassen, gibts nur im High-End-Bereich und 
damit wohl aus Prinzip nicht als IC ;).
Gast #2858674
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Danke für die Antworten!

Das bedeutet dann wohl, dass sich der konkrete Wirkungsgrad von 
NF-Verstärker-ICs nicht ohne weiteres bestimmen (bzw. unter definierten 
Bedingungen vergleichen) läßt!?!
#2858698
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>Das bedeutet dann wohl, dass sich der konkrete Wirkungsgrad von
>NF-Verstärker-ICs nicht ohne weiteres bestimmen (bzw. unter definierten
>Bedingungen vergleichen) läßt!?!

Wie schon weiter oben genannt, hängt der Wirkungsgrad eher von der 
genutzten Topologie ab (also Class A, B, C D, ...).

Und natürlich auch von deren Austeuerung.
Bei B-Verstärkern z.B. könnte man höchstens noch betrachten, wie weit 
sich die Ausgänge aussteuern lassen. Also wie gut sich die 
Betriebsspannung ausnutzen läßt. Kommt die Ausgangsspannung nicht bis an 
die Betriebsspannung heran, kommt man auch nicht in den Bereich besten 
Wirkungsgrades von irgendwas in die 60% (irgendwo da liegt das 
theoretische Wirgungsgradmaximum für B-Verstärker).
Gast #2858720
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> gibt es die Möglichkeit, über die Datenblätter die Wirkungsgrade
> verschiedener NF-Verstärker-ICs zu vergleichen?

(gesamte_Versorgungsspannung - maximaler_Ausgangsspannungshub) / 
gesamte_Versorgungsspannung

ist die Formel, die du für jeden Class-AB Verstärker-IC durchrechnen 
kannst, die grössere Zahl gewinnt (knapp unter 1). Wobei BTL bridge tied 
load Verstärker dabei besser abschneiden (1 bis 2), was nicht direkt was 
zu deren Wirkungsgrad (der ist geringer, man müste zum Vergleich durch 2 
teilen), als zu der Möglichkeit mehr Leistung bei kleinerer 
Versorgungsspannung sagt.

Verstärker die für hohe Leistung bei kleiner Versorgung optimiert sind 
und keine Emitterfolger-Darlingtons am Ausgang enthalten, sondern eher 
Rail-To-Rail Ausgänge, sind besser. Natürlich nur, wenn ihre 
Versorgungsspanung auch um den Betrag niedriger angesetzt wird als beim 
anderen IC der mehr headroom braucht.

Bei gleicher Betrisbsspannung und gleicher Lautstärke an gleicher Last 
sind alle Calss AB Verstärker gleich uneffektiv (Treiberleistung 
vernachlässigt). Nur wenn der grössere Ausgngasspannungsbereich im 
Verhältnis zur Betriebsspannung auch dazu genutzt wird, die 
Betriebsspannung zu verringern obwohl die gleiche Spitzenleistung 
erreicht wird, gewinnt man Wirkungsgrad.
#2859451
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Daniel C. schrieb:

> gibt es die Möglichkeit, über die Datenblätter die Wirkungsgrade
> verschiedener NF-Verstärker-ICs zu vergleichen?

Die Ausgangsleistung von AB-Verstärkern ist hauptsächlich von
der Betriebsspannung abhängig. Wenn man hier eine unpassende
Paarung gewählt hat, geht der Wirkungsgrad wesenlich stärker
in den Keller, als der Unterschied zwischen verschiedenen
ICs ausmachen kann. Einen hohen Wirkungsgrad kann man nur dann
erzielen, wenn man statt AB-Verstärker, D-Verstärker nimmt,
muss dann aber auch mit deren Nachteilen leben.
Gruss
Harald
Gast #2859494
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Eher Konstantleistung schrieb:
> Also als Anhaltspunkt und ohne Gewähr (aus dem Gedächtnis): Eine normale
> Class-B-Endstufe erreicht ca. 60-70% unter Vollast (darunter weniger),
> abhängig davon, welchen Klirr man noch durchgehen lässt.

Rechnerisch sind Pi/4 möglich. Also etwas 78,5%.

Das setzt aber ideale Transistoren voraus und die hat bisher noch kein 
Distri im Angebot. ;)

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