Moin,
angenommen, man befindet sich im ALG2 und ist bekanntermaßen vom
Jobcenter verpflichtet, jede zumutbare Arbeit anzunehmen.
Angenommen, man ist bekennender Pazifist und Wehrdienstverweigerer.
Angenommen, man erhält von der ARGE jetzt ein Angebot, bei einem
Rüstungsunternehmen anzufangen. Darf man ablehnen, riskiert man eine
Sanktion?
Gruüße, Thorben
P.S. diese Frage ist ernst gemeint, da ich vor kurzem zum VG in einer
solchen Firma war und zu allererst gefragt wurde "Sie wissen aber schon,
was wir hier machen?"
Thorben L. schrieb:> Moin,>> angenommen, man befindet sich im ALG2 und ist bekanntermaßen vom> Jobcenter verpflichtet, jede zumutbare Arbeit anzunehmen.> Angenommen, man ist bekennender Pazifist und Wehrdienstverweigerer.> Angenommen, man erhält von der ARGE jetzt ein Angebot, bei einem> Rüstungsunternehmen anzufangen. Darf man ablehnen, riskiert man eine> Sanktion?>> Gruüße, Thorben>> P.S. diese Frage ist ernst gemeint, da ich vor kurzem zum VG in einer> solchen Firma war und zu allererst gefragt wurde "Sie wissen aber schon,> was wir hier machen?"
Du darfst Dich auch als Kriegsdienstverweigerer bezeichnen,
... und musst das sicher im Vorstellungsgespräch nicht verschweigen.
Was hat eine Ruestungsfirma mit Kriegsdienst zu tun ? Nur weil die das
Militaer beliefert ? Weil das Militaer vielleicht Soldaten in den Dienst
im Ausland schickt ?
Deswegen denkt der Kriegsdienstverweigerer keine Briefumschlaege fuer so
ein Unternehmen falten zu muessen. Den Hof nicht kehren zu koennen ?
Sonst noch Ansprueche ? Vielleicht nichts mit Landwirtschaft ? Nichts
mit Technik ? Ausser Sozialhilfe natuerlich.
Thorben L. schrieb:> man erhält von der ARGE jetzt ein Angebot, bei einem> Rüstungsunternehmen anzufangen. Darf man ablehnen, riskiert man eine> Sanktion?
Das Unternehmen entscheidet, wer genommen wird, nicht die ARGE!
Wenn jemand als
Thorben L. schrieb:>bekennender Pazifist und Wehrdienstverweigerer
sich dort bewerben MUSS (?), dann steht das mit meinem Zivildienst in
meinem Lebenslauf.
Die Wahrscheinlichkeit dort in die engere Wahl zu kommen dürfte
unwahrscheinlich sein.
Thorben L. schrieb:> P.S. diese Frage ist ernst gemeint, da ich vor kurzem zum VG in einer> solchen Firma war und zu allererst gefragt wurde "Sie wissen aber schon,> was wir hier machen?"
Dann kannst du sagen: JA, das weiß ich, ich MUSSTE mich hier bewerben um
keine Sanktionen zu bekommen, tut mir leid, wenn ich Ihre Zeit in
Anspruch nehmen muss.
Thorben L. schrieb:> Moin,>> angenommen, man befindet sich im ALG2 und ist bekanntermaßen vom> Jobcenter verpflichtet, jede zumutbare Arbeit anzunehmen.> Angenommen, man ist bekennender Pazifist und Wehrdienstverweigerer.
Da es seit 6 Jahre keinen Wehrpflicht mehr in .de gibt, solltest es auch
keine Wehrdienstverweigerer mehr geben.
Das Thema wurde hier schon ein paarmal durchgekaut:
Beitrag "Nötigung zu morlisch bedenklichen Ingenieursjobs."Beitrag "Arbeitgeber: Rüstungsindustrie, wie Rechtfertigen gegenüber Freunde?"
Das sind sicher nicht alle threads, mal mit der erweiteren Suche von
Google suchen.
Persönlich denke ich, das es juristisch einen großen Unterschied
ausmacht ob man den Dienst an der Waffe verweigert oder einen
Handlangerjob bei einer Metallfirma ablehnt die Stahlhelme herstellt.
Konsequent wäre es IMHO, auch zu dem vorgeschobenen Pazifismus zu stehen
wenn es wehtut und dann auf die Stütze zu verzichten.
Kriegsdienstverweiger haben ja auch verlängerten Sozialdienst anstatt
des Wehrdienst abgeleistet. Oder haben die Dienstzeit im Knast
abgesessen.
Vielleicht helfen dir auch ähnlich gelagerte Fälle weiter, bspw.:
Ob man als praktizierte Atheist zum Leitungsverlegen in einem
katholischen Kindrgarten gezwungen werden kann?
Oder als AfD und Pegida Symphatisant im Wohnungsbau von
Flüchtlingsunterkunften beschäftigt werden darf?
Oder als Veganer als Würstchenverkäufer/Tierpfleger im Zoo (aka
Tierknast) beschäftigt werden darf?
Oder als Abstinenzler in der Gastronomie?
> Oder als AfD und Pegida Symphatisant im Wohnungsbau von> Flüchtlingsunterkunften beschäftigt werden darf?
Es gibt immer Gründe geben, wenn man sich vor Arbeit drücken will.
Wenn ALG2-Empfänger zum Wohnungsbau von Flüchtlingsunterkunften
gezwungen
werden, wird die AfD ganz steil steigende Mitgliederzahlen bekommen.
Somit wird es solch ein Gesetz nie geben.
Ordner schrieb:> Oder als Veganer als Würstchenverkäufer/Tierpfleger im Zoo (aka> Tierknast) beschäftigt werden darf?
In ähnlicher Form ist das durchaus relevant. In meinem Bekanntenkreis
gibt es einige Ökotrophologinnen, die aus ihrem Studium berichteten,
dass sie dort u.a. einen Kochkurs absolvieren mussten, in dem fast
ausschließlich Fleisch zubereitet wurde. Wer als sich Vegetarier/Veganer
weigerte, die zubereiteten Speisen zu probieren, bekam eben nicht den
benötigten Schein, und der Anteil der Vegetarier unter den
Ökotrophologen ist durchaus recht hoch.
dann bewirb dich doch ganz ehrlich und sag denen, was du gerne ändern
möchtest. Z.B. möchtest du in Zukunft Waffensysteme produzieren, die
niemals funktionieren werden. Und dass du eventuelle Programmfehler
korrigieren wirst , um so die Bomben zu entschärfen, damit niemand
verletzt wird. Zudem möchtest du die Firma gerne an Deiner Vision einer
friedlichen Welt teilhaben lassen und mit ihr zusammen Alternativen zu
dem bisherigen Bombengeschäft entwickeln.
Ordner schrieb:> Vielleicht helfen dir auch ähnlich gelagerte Fälle weiter, bspw.:>> Ob man als praktizierte Atheist zum Leitungsverlegen in einem> katholischen Kindrgarten gezwungen werden kann?>> Oder als AfD und Pegida Symphatisant im Wohnungsbau von> Flüchtlingsunterkunften beschäftigt werden darf?>> Oder als Veganer als Würstchenverkäufer/Tierpfleger im Zoo (aka> Tierknast) beschäftigt werden darf?>> Oder als Abstinenzler in der Gastronomie?
Der katholischem Kirche ist es sicher egal, wer da mal Leitungen
verlegt.
Eine feste Anstellung bekommt er nicht.
Will ein Bauträger einer Flüchtlingsunterkunft - Bauarbeiter mit
offensichtlich rechter Gesinnung haben?
Will ein Zoo einen Veganer als Würstchenverkäufer einstellen - eher
nicht.
Will ein Gastronom einen Abstinenzler einstellen - als Tellerwäscher
sicher!
MUSS ein gläubiger Moslem in einem Schlachthof für Schweine anfangen?
Ich meine jetzt in der Produktion.
Als Arbeitgeber würde ich mir nicht ohne Not, Probleme ins Haus holen
wollen.
Näheres regelt ein Vorstellungsgespräch.
Ordner schrieb:> Ob man als praktizierte Atheist zum Leitungsverlegen in einem> katholischen Kindrgarten gezwungen werden kann?
Ich lehne z.B. Aufträge es der Automobilindustrie ab, und zwar aus
verschiedenen Gründen. Ebenso würde ich keine Aufträge kirchlicher
Einrichtungen annehmen. Bei der Arzt- bzw. Krankenhauswahl achte ich
auch auf eine weitgehende Unabhängigkeit von kirchlichen Trägern.
Mit Aufträgen aus den Rüstungsindustrie habe ich jedoch überhaupt keine
Probleme und auch schon solche angenommen.
Allerdings befinde ich mich auch in der komfortablen Situation, mir die
interessanten und sonstwie angenehmen Projekte herauspicken zu können.
Im Falle einer Arbeitslosigkeit sähe ich es jedoch als
Selbstverständlichkeit an, mir die Arbeitgeber eben nicht aussuchen zu
können. Wer dann noch meint, wählerisch sein zu können, soll dann eben
auch auf ALG II o.ä. verzichten (müssen).
Andreas S. schrieb:> In meinem Bekanntenkreis> gibt es einige Ökotrophologinnen, die aus ihrem Studium berichteten,> dass sie dort u.a. einen Kochkurs absolvieren mussten, in dem fast> ausschließlich Fleisch zubereitet wurde. Wer als sich Vegetarier/Veganer> weigerte, die zubereiteten Speisen zu probieren, bekam eben nicht den> benötigten Schein, und der Anteil der Vegetarier unter den> Ökotrophologen ist durchaus recht hoch.
Interessant, hieß das dann Studiumsabbruch/-wechsel? Hat da jemand
geklagt?
Ich hab jetzt keine klare Meinung ob ein (fanatischer) Veganer als
Ernährungswissenschaftler/-Berater bspw. im klinischen Bereich so eine
gute Idee ist, beispielsweise bei Behandlung von Mangelerkrankungen (wie
Skorbut) Heranwachsender. oder bei der Betreuung von Magersüchtigen.
Ich schrieb:> Die Wahrscheinlichkeit dort in die engere Wahl zu kommen dürfte> unwahrscheinlich sein.
Ehemaliger Doktorand unseres Insitutes und Wehrdienstverweigerer
arbeitet heute bei einem Rüstungsunternehmen.
Auch das BWB beschäftigt ehemalige Zivildienstleistende, dafür muß man
aber seinen Antrag auf Anerkennung als Wehrdienstverweigerer
zurückziehen (das geht sogar noch Jahrzehnte später, hab ich z.B.
gemacht).
Bei geschätzten 80-90% Verweigerern unter Abiturienten wissen selbst
Personaler und Militärs, daß diese hohe Quote in den meisten Fällen
nicht auf das Gewissen, sondern auf reine Bequemlichkeit zurückzuführen
war: Als Zivi war man meistens heimatnah eingesetzt und hatte außerdem
'Wohngeld', 'Essensgeld' usw. ausgezahlt bekommen, sprich der 'Sold' war
höher als bei den Bundis.
Markus schrieb:> daß diese hohe Quote in den meisten Fällen> nicht auf das Gewissen, sondern auf reine Bequemlichkeit zurückzuführen> war: Als Zivi war man meistens heimatnah eingesetzt und hatte außerdem> 'Wohngeld', 'Essensgeld' usw. ausgezahlt bekommen, sprich der 'Sold' war> höher als bei den Bundis.
OK, das mag stimmen!
Thorben L. schrieb:> man ist bekennender Pazifist und Wehrdienstverweigerer.
Es gibt aber auch welche, die das nicht aus Bequemlichkeit gemacht
haben, die habe ich gemeint.
Selbst wenn man das mit 18 Jahren so gesehen hat, man verändert ja auch
in manchen Dingen seine Weltsicht.
Andreas S. schrieb:> In ähnlicher Form ist das durchaus relevant. In meinem Bekanntenkreis> gibt es einige Ökotrophologinnen, die aus ihrem Studium berichteten,> dass sie dort u.a. einen Kochkurs absolvieren mussten, in dem fast> ausschließlich Fleisch zubereitet wurde. Wer als sich Vegetarier/Veganer> weigerte, die zubereiteten Speisen zu probieren, bekam eben nicht den> benötigten Schein, und der Anteil der Vegetarier unter den> Ökotrophologen ist durchaus recht hoch.
Ja und das auch völlig zurecht. Wie soll man sich mit Ernährung sinnhaft
auseinandersetzen wenn man einen Teil der Nahrung kategorisch
verweigert?
Sapperlot W. schrieb:> Was hat eine Ruestungsfirma mit Kriegsdienst zu tun ?
Eben. Wenn man eine Tätigkeit vollführt, die man sonst auch anderswo
täte, wie z.B. Kantine, Inventur, Reinigung etc. ist doch wohl kaum was
verwerfliches dabei. Pazifismus dann vorzuschieben würde ich eher als
Faulheit verstehen.
Ich habe mich vor 20 Jahren in der gleichen Situation gegen die Rüstung
entschieden..
Also mal ehrlich muss doch jeder selbst entscheiden, die hatten im Raum
des Vorstellungsgespräches eine Vitrine mit Munition vom Gewehr bis zum
Leo2 sowie Miniraketen und haben mir verklickert das ich mit dem allem
zu tun haben werde.
Zum Beispiel hatte ein entfernter Verwandter (Ururonkel) den ich auch
kannte in dieser Fabrik eine Hand und 3 Finger verloren.. also war mir
auch ein Risiko im hinterkopf.. Unfälle gab es dort auch schon genug.
Ob ich mich heute im nachhinein anders entschieden hätte steht auf der
Kippe.
C# Beginner schrieb:> bei Muslimen gibt es generell verschiedene religiöse Vorschriften, die> nicht in das BRD-Arbeitsrecht passen.> Gerichte urteilen da unterschiedlich.
Keiner darf aufgrund seiner religiösen Weltanschauung abgelehnt werden!
Egal ob der Bewerber es will oder nicht!
Hans im Glück schrieb:> Pazifismus dann vorzuschieben würde ich eher als Faulheit verstehen.
Pazifismus ist eine grundlegende Einstellung. Diese mit Faulheit zu
verbinden zeigt, dass du Menschen und ihr Leben verachtest. Man dient
den Kriegsherren auch dann, wenn man in ihrer Kantine arbeitet oder sich
in Beiträger positiv zur Kriegsgüterindustrie auslässt.
Ich schrieb:> Keiner darf aufgrund seiner religiösen Weltanschauung abgelehnt werden!
Das heißt nur, dass du glauben darfst was du willst und auch nicht
befürchten musst dafür zum Schafott geführt zu werden. Wenn man davon
ausgehen kann, dass du den Betrieb erheblich störst oder dir übertragene
Aufgaben nicht ausführen kannst/willst, wirst du sehr wohl und auch
zurecht abgelehnt. Religion, Politik usw. ist Privatsache. Für
Unternehmen stehen an erster Stelle betriebliche Belange, und wenn einem
das nicht passt was dort gemacht wird, sollte man dort nicht anfangen.
Torant schrieb:> Man dient> den Kriegsherren auch dann, wenn man in ihrer Kantine arbeitet oder sich> in Beiträger positiv zur Kriegsgüterindustrie auslässt.
Genau, die einzige Option die einem wahren Pazifisten verbleibt um sich
nicht der Kriegstreiberei schuldig zu machen, ist das falsche Intonieren
von Friedenshymmnen bis sich alle potentielle Kriegstreiber im Wahnsinn
selbst von den Klippen ins Meer stürzen.
SCNR
> Keiner darf aufgrund seiner religiösen Weltanschauung abgelehnt werden!> Egal ob der Bewerber es will oder nicht!
Wer lesen kann ist im Vorteil.
Lies den Focus-Text über Begründung des Gerichts:
Richterin Sigrid Bouwhuis betonte jedoch: "Sie können Ihre Religion
hierzulande frei ausüben. Aber an Ihrem Arbeitsplatz kann Ihnen nicht
alles zurecht gezaubert werden." Sie müsse sich daher an die Spielregeln
halten.
Thorben L. schrieb:> angenommen, man befindet sich im ALG2 und ist bekanntermaßen vom> Jobcenter verpflichtet, jede zumutbare Arbeit anzunehmen.> Angenommen, man ist bekennender Pazifist und Wehrdienstverweigerer.> Angenommen, man erhält von der ARGE jetzt ein Angebot, bei einem> Rüstungsunternehmen anzufangen. Darf man ablehnen, riskiert man eine> Sanktion?
Das JobCenter bietet keine Jobs an, sondern unterbreitet lediglich
Vermittlungsvorschläge. Was schon einen gewissen Unterschied macht.
Wer den Vorschlag von vorneherein ablehnt oder nicht darauf reagiert,
der ist einfach nur dumm. Hier zeigt sich dann ganz signifikant eine
mindere soziale Intelligenz gepaart mit geringer Lebenserfahrung.
Falls es nach einer Bewerbung tatsächlich zu einem VG kommen sollte,
dann bieten sich (in dem konstruierten Fall) einem halbwegs
intelligenten Menschen genug Möglichkeiten, den Job ohne nachteilige
Folgen auszuschlagen.
Thorben L. schrieb:> P.S. diese Frage ist ernst gemeint, da ich vor kurzem zum VG in einer> solchen Firma war und zu allererst gefragt wurde "Sie wissen aber schon,> was wir hier machen?"
Btw Geschätzte Trollwahrscheinlichkeit: > 80 Prozent.
NB schrieb:> Thorben L. schrieb:>> P.S. diese Frage ist ernst gemeint, da ich vor kurzem zum VG in einer>> solchen Firma war und zu allererst gefragt wurde "Sie wissen aber schon,>> was wir hier machen?">> Btw Geschätzte Trollwahrscheinlichkeit: > 80 Prozent.
Wurde ich als Wehrdienstverweigerer auch gefragt, als ich mich für ein 6
Monatiges Praktikum beworben habe. Im Vorstellungsgespräch wurde auch
sehr genau darauf eingegangen, warum ich verweigert habe und wie eine
etwaige Anstellung beim Unternehmen damit kompatibel ist.
Hab damals Verweigert weil ich kein Bock auf den Bund hatte ;) Praktikum
dort war echt top.
wenn man dem IS geld spendet kann man wegen unterstützung angeklagt und
verurteilt werden obwohl man mit dem morden ja direkt nichts zu tun hat.
nach meinem rechtsverständnis unterstütz man somit auch die
kriegsindustrie wenn man für sie arbeitet - man hält den laden als, wie
auch immer insignifikantes, zahnrädchen am laufen.
ergo unterstütze ich das recht die mitarbeit dort zu verweigern.
Sapperlot W. schrieb:> Mit dem einen Unterschied, dass der Fremde (Kriegstreiber) ein Terrorist> ist, und die eigenen die Guten sind ...
per frei wählbarer definition… oder aber über gewaltandrohung zu
übernehmender offizieller definition.
Thorben L. schrieb:> Moin,>> angenommen, man befindet sich im ALG2 und ist bekanntermaßen vom> Jobcenter verpflichtet, jede zumutbare Arbeit anzunehmen.
Dazwischen fehlt was. Nennt sich Bewerbungsgespräch und
unterschriftsreifer Arbeitsvertrag.
Thorben L. schrieb:> angenommen, man befindet sich im ALG2 und ist bekanntermaßen vom> Jobcenter verpflichtet, jede zumutbare Arbeit anzunehmen.> Angenommen, man ist bekennender Pazifist und Wehrdienstverweigerer.> Angenommen, man erhält von der ARGE jetzt ein Angebot, bei einem> Rüstungsunternehmen anzufangen. Darf man ablehnen, riskiert man eine> Sanktion?
Die Frage stellt sich eigentlich garnicht, ein solcher Job ist
selbstverständlich nicht zumutbar, egal, was die ARGE sagt.
Als KDV ist man für den "Job" einfach nicht qualifiziert, da ist das
Gewissen im Weg und das dürfte der Personalkasper dort auch einfach
erkennen können.
Ordner schrieb:> Da es seit 6 Jahre keinen Wehrpflicht mehr in .de gibt, solltest es auch> keine Wehrdienstverweigerer mehr geben.
Daß es Leute gibt, die älter als Mitte 20 sind, ist Dir vielleicht
bekannt? Und daß man bei Bewerbungen üblicherweise einen Lebenslauf
mitschickt auch?
Henry G. schrieb:> Für alle die sich am kommenden NATO-Überfall auf Russland beteiligen> wollen. Ein bissel Übung schadet nie:
Klar, jeder der an einem Live-Rollenspiel mitmacht ist ein potentieller
Aggressor. Und jeder der am Ego-Shooter am Computer zockt ein
zukünftiger Schul-Amok-Läufer. Und nicht zuletzt ist Putin die
Incarnation des Friedensfürsten selbst, dem wie jedem stolzen
Ex-Staatsbürger der glorreichen Sowjetunion Gewalt und Aggression völlig
fremd sind.
Airbus ist auch ein Rüstungskonzern, macht aber auch zivile Sachen, dann
dürfte man da ja auch nicht arbeiten.
Ich würd da erst einmal nachfragen um welchen Bereich es sich handelt,
es gibt ja auch sinnvolle Militärtechnik, die nur zur Aufklärung dient.
Technisch gesehen gibt es da sicherlich sehr interessante dinge.
Viele ehemals aus dem Militärbereich stammende Technologien werden heute
doch auch zivil genutzt.
Hallo TS,
wenn man schon bei Hartz4 angelangt ist, würde zumindest ich mir keine
großen Gedanken über solche Sachen machen. Jeder Monat, den du länger in
H4 rumlungerst, verschlechtert doch deine Chance, wieder in Lohn und
Brot zu kommen.
Wenn ich wirklich an Arbeit interessiert bin, würde ich doch erstmal
jede für mich halbwegs adequate Möglichkeit wahrnehmen, ein eigenes
Einkommen zu erzielen und mich dann - ohne Druck und Gängelung von der
Arge - weiter nach einer für mich passenden Stelle umzuschauen.
Hi Thorben, du bist also jemand mit hohen Moralvorstellungen der sicher
gerne Flagge zeigt nach dem Motto "Alle Soldaten sind Mörder". Jetzt
kannst du mal unter Beweis stellen ob du nur ein Schönwetter Pazifist
bist oder eben auch bereit bist Sanktionen für deine Überzeugungen in
Kauf zu nehmen.
Ich war übrigens mal Zeitsoldat Mitte der 80er. Ob das gut war lasse ich
mal dahin gestellt. In dieser heutigen Kolonial Armee möchte ich
definitiv nicht mehr dienen. Scharnhorst oder Gneisenau haben die
Wehrpflicht mit dem Satz begründet "JEDER Bürger ist der gebohrerne
VERTEIDIGER SEINES Landes". Heute ist das eine Interventionsarmee sonst
gar nichts. Das unterstützt man auch nicht durch Mitarbeit in der
Rüstungsindustrie, soweit man das bei einzelnen Firmen nachvollziehen
kann.
Ich suche z. Z. ebenfalls einen neuen Job und in meiner Region gäbe es
da auch die eine oder andere Firma die im Rüstungsbereich tätig ist
(H&K, Diehl Defence). Für mich kommt das aber definitv nicht in Frage.
Also Pazifist laß mal sehen ob dein Bekennen nur Gelaber ist oder ob du
wirklich zu deinen Überzeugungen stehst. Für mich war es oft nicht
einfach damals von friedenbewegten, bekennenden Pazifisten angefeindet
zu werden.
Thorben L. schrieb:> Moin,>> angenommen, man befindet sich im ALG2 und ist bekanntermaßen vom> Jobcenter verpflichtet, jede zumutbare Arbeit anzunehmen.> Angenommen, man ist bekennender Pazifist und Wehrdienstverweigerer.> Angenommen, man erhält von der ARGE jetzt ein Angebot, bei einem> Rüstungsunternehmen anzufangen. Darf man ablehnen, riskiert man eine> Sanktion?>> Gruüße, Thorben>> P.S. diese Frage ist ernst gemeint, da ich vor kurzem zum VG in einer> solchen Firma war und zu allererst gefragt wurde "Sie wissen aber schon,> was wir hier machen?"
Ich denke, wenn man wirklich ein sauberes Leben führen wollte, dann
müsste man komplett aussteigen und auf alle sinnlosen Konsumgüter (d.h.
98%) verzichten, sich vom Kapialismus trennen und leben wie Öff öff:
https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Wagner_%28Aussteiger%29
> "JEDER Bürger ist der gebohrerne VERTEIDIGER SEINES Landes"> Heute ist das eine Interventionsarmee sonst gar nichts.
Ob für Kaiser, "Führer" oder bürgerliche Demokratie, die Geschichte
Deutschlands zeigt, dass es nur eine Sorte Kanonenfutter gibt, die zum
Morden, Stehlen & Erobern von der besitzenden Klasse in alle Welt
geschickt
wird.
Das Zitat oben belegt das eindrucksvoll: der Bürger, der in den Krieg
gehetzt wird, ist nicht der Verteidiger seines Landes. Das Land gehört
nicht denen die im Krieg verrecken, das Land gehört denjenigen die den
Krieg inszenieren um ihre Klassen- & Kapitalinteressen durchzusetzen.
Ich kannte mal eine Punkerin, die in einer Rüstungsfirma Handgranaten
zusammengeschraubt hat. Das wurde erstaunlich gut bezahlt. Jeder musste
aber in einem eigenen Raum zwischen sandsackbeplankten Wänden sitzen und
dort schrauben (aus Sicherheitsgründen).
Möglich ist alles...
(aber nicht alles dient dem Guten)
Wenn die Arbeit nach deiner persönlichen Auffassung nicht zumutbar ist,
kannst da das der Arge mitteilen. Wenn die Stress machen, Anwalt.
SL schrieb:> Wenn die Arbeit nach deiner persönlichen Auffassung nicht zumutbar ist,> kannst da das der Arge mitteilen. Wenn die Stress machen, Anwalt.
Wie morgens schon um 7 Uhr anfangen, 6 Uhr morgens aufstehen -
unzumutbar!
Berufsrevolutionär schrieb:> Henry G. schrieb:>> Für alle die sich am kommenden NATO-Überfall auf Russland beteiligen>> wollen. Ein bissel Übung schadet nie:>> Klar, jeder der an einem Live-Rollenspiel mitmacht ist ein potentieller> Aggressor. Und jeder der am Ego-Shooter am Computer zockt ein> zukünftiger Schul-Amok-Läufer. Und nicht zuletzt ist Putin die> Incarnation des Friedensfürsten selbst, dem wie jedem stolzen> Ex-Staatsbürger der glorreichen Sowjetunion Gewalt und Aggression völlig> fremd sind.
?
Ordner schrieb:> Und du meinst ohne diese Luftaufklärung, hätte es weniger oder keine> zivile Opfer gegeben ?!
Richtig. Hätte es gegeben.
>> Wenn's nicht Forum-Offtopic wäre könnte man hier diskutieren ob die> massive Aufnahme von Kriegsflüchtingen nicht die einzige Möglichkeit> ist, zivile Opfer zu verhindern und daher "Refugess welcome" Oberste> Pazifistenpflicht wäre.
Nein, könnte man nicht diskutieren, weil es:
a) ein Politikthema ist
b) niemand, auch kein Gutmensch Einfluss auf das Geschehen hat
c) Weil es die Leute leid sind, für das Tun und Lassen Anderer
Verantwortung tragen zu sollen.
Linker Bullshit. Das Zitat ist meiner Meinung nach in Ordnung. Trotz
aller Probleme und Defizite leben wir doch in recht großer Freiheit. Die
Aussage des Zitates ist das man sich diese erhalten möchte und das ggf.
dazu auch Gewalt notwendig ist und eben nicht das man seine Lebensart,
politisches System o. ä. in andere Länder und Kulturen "exportieren"
soll. Deine Geschichtskenntnisse scheinen auf die 12 Jahre des 1000
jährigen Reichs beschränkt. Das Zitat stammt übrigens aus einer Zeit in
der Deutschland Spielball ausländischer Mächte war (Kleiner Tipp: Damals
waren die Franzosen die Bösen).
Krieg ist generell ein Verbrechen, keine Frage. Was hättest du denn
getan als Bürger der Sowjetunion dessen Verwandte z. B. in Babi Jar von
einer Invasionsarmee getötet worden sind? Den feindlichen Soldaten
erklärt das sie sich für die Interessen der Herrschenden opfern oder zum
Gewehr geriffen falls das möglich ist?
Carbon schrieb:>> "JEDER Bürger ist der gebohrerne VERTEIDIGER SEINES Landes">>> Heute ist das eine Interventionsarmee sonst gar nichts.>> Ob für Kaiser, "Führer" oder bürgerliche Demokratie, die Geschichte> Deutschlands zeigt, dass es nur eine Sorte Kanonenfutter gibt, die zum> Morden, Stehlen & Erobern von der besitzenden Klasse in alle Welt> geschickt> wird.>> Das Zitat oben belegt das eindrucksvoll: der Bürger, der in den Krieg> gehetzt wird, ist nicht der Verteidiger seines Landes. Das Land gehört> nicht denen die im Krieg verrecken, das Land gehört denjenigen die den> Krieg inszenieren um ihre Klassen- & Kapitalinteressen durchzusetzen.
Thorben L. schrieb:> Darf man ablehnen, riskiert man eine> Sanktion?
Das hört sich wie etwas an, dass erst das Bundesverfassungsgericht
endgültig entschiedet. Da würde ich mich den einfacheren Weg gehen und
mich im Vorstellungsgespräche daneben benehmen oder einfach durchblicken
lassen, dass man das, was die machen scheiße findet.
Man kann beim Vorstellungsgespräch natürlich auch sagen, dass man keine
Verschwiegenheitsklausel im Arbeitsvertrag akzeptiert und dass die
Freundin Journalistin ist oder so ;O)
Wenn man keine Lust zum Arbeiten hat...
Andernfalls; eine beliebte Kombination ist Panzer und Züge. Natürlich
kann man mit letzteren auch Soldaten und Arbeiter zur Arbeit bringen
oder Hilfsgüter transportieren.
Oder der beliebte Autokonzern - der mit dem Fadenkreuz als Logo -
kleidet seine LKW auch in Oliv. Auch mit weißem Aufbau und rotem Kreuz
(nicht das der Conföderierten Helvetianer) sind die zu haben.
Welches Förderbanderl hätten Sie denn gerne?
Lange Rede kurzer Sinn: Was ist eigentlich ein Rüstungskonzern?
Sebastian S. schrieb:> Was ist eigentlich ein Rüstungskonzern?
Ein Konzern, der Waffen oder Komponenten ausschließlich für Waffen baut.
Ist doch einfach, oder?
Lächler schrieb:> Ein Konzern, der Waffen oder Komponenten ausschließlich für Waffen baut.> Ist doch einfach, oder?
Militärisch oder zivil genutzte zB.: Radarsysteme unterscheiden sich
nicht unbedingt viel und werden in einem Unternehmen entwickelt und
gebaut.
Lächler schrieb:> Sebastian S. schrieb:>> Was ist eigentlich ein Rüstungskonzern?>> Ein Konzern, der Waffen oder Komponenten ausschließlich für Waffen baut.
^^^^^^^^^^^^^^
Na, nach dieser Definition sind die meisten US-Rüstungsunternehmen,
keine weil die für zivil und Militär fertigen wie z.B. Boeing, General
Motors, General Electric. Ebenso die IC-Hersteller die oft auch für
MIL-Spec. fertigen.
Solche "Mischkonzerne" hat es auch in .de bspw. Jenoptik, R&S, Airbus,
...
Rick M. schrieb:> SL schrieb:>> Wenn die Arbeit nach deiner persönlichen Auffassung nicht zumutbar ist,>> kannst da das der Arge mitteilen. Wenn die Stress machen, Anwalt.>> Wie morgens schon um 7 Uhr anfangen, 6 Uhr morgens aufstehen -> unzumutbar!
Für 8.50/h ist das unzumutbar und hochgradig asozial!
Henry G. schrieb:> Für 8.50/h ist das unzumutbar und hochgradig asozial!
Ein Hartzer muss sogar darunter antreten, aber er muss keine
Qualität liefern, weil Unfähigkeit sowieso nicht beweisbar ist.
Im zweiten Weltkrieg haben die Nazis ja Kriegsgefangene in der
Rüstungsindustrie eingesetzt und die waren auch schlau genug
die Waffen so zu sabotieren, dass davon ein Menge nutzlos war.
Warum sollte das heute nicht gehen? Selbst ein Qualitätsmanagement
kann man austricksen wenn es nur komplex genug ist.
a) Der "Leitfaden für Arbeitslose" aus dem Fachhochschulverlag zählt
Fälle auf bei denen die Arbeitsagentur den emotionalen Teil einer
Aussage im Vorstellungsgespräch dazu hernimmt, eine Sperrzeit zu
verhängen. Es kommen dann lange Gerichtsverhandlungen und
Präzedenzfälle. Das Buch kennt auch den Rat, sich bei der
Landesarbeitsagentur vorsichtig zu beschweren für die Zuweisung eines
derartigen Stellenangebotes. Obiges Buch gilt für ALG 1, es gibt aber
auch eine ähnliche Version für ALG 2.
b) Die Arbeitsagentur kämpft gegen Arztatteste (Formblatt für das
Attest), Krankschreibungen (Arbeitsrichter vernimmt Arzt) und
beharrliche Arbeitsverweigerung (Fließen mit Zahnbürste säubern) seit
Urgedenken an und hat sicher explizites Erfahrungswissen gesammelt.
Jobcenter machen es sicher noch härter.
c) Bei Zwangsberentung nach Zwangsuntersuchung beträgt das Schonvermögen
5000,-€, es kann bei ALG 2 - Empfänger höher liegen.
d) Unterdrückung von Rollstuhlfahrern und Leuten die nicht die Position
der Stärke nutzen können wird z.T. öffentlich im TV gezeigt. Der
Betroffene kriegt vielleicht schwache Hilfe von anderen Betroffenen,
aber der Täter bekommt staatliche Hilfe wobei der Staat 50% allen
umlaufenden Geldes besitzt. Das zeigt sich schon darin, dass Lehrer
immer Recht haben (der Staat gibt den Lehrern Recht).
... Aussichten sind düster.
robocash schrieb:
.
.
.
> d) Unterdrückung von Rollstuhlfahrern und Leuten die nicht die Position> der Stärke nutzen können wird z.T. öffentlich im TV gezeigt.
ja warum das denn auch ?
> Der Betroffene kriegt vielleicht schwache Hilfe von anderen Betroffenen,
geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid?
> aber der Täter bekommt staatliche Hilfe
wer wäre in dem Fall denn der Täter und von was?
> wobei der Staat 50% allen umlaufenden Geldes besitzt.
totaler Unfug, dann wäre die Staatsverschuldung die Hälfte des privaten
Schuld"vermögens"
> Das zeigt sich schon darin, dass Lehrer immer Recht haben (der Staat gibt> den Lehrern Recht).
der Staat kann Keinem Recht geben, das kann nur ein Gericht. Wenn du das
alles in einen Topf wirfst, ist dir so einfach nicht zu helfen!
Aber wie sieht es mit den Bediensteten im ÖD so aus, das sind doch
Angestellte des Staates? Würdest du als AG deine AN auch ständig als
schuldig ansehen, bei jedem Problem das diese erzeugen.
> ... Aussichten sind düster.
für dich v.a. ,
Tip an dich: wechsle vllt. mal das Forum, es gibt passendere als dieses
für deine Probleme.
- Wehrdienstverweigerer & Rüstungsfirma?
Ist wie wenn du dich als Veganer auf dem Schlachthof bewirbst.
-ALG2
Hast wohl bis jetzt noch nicht viel gebracht ?
Reichlich Dünn !
Walter Lehmann schrieb:> Krieg ist generell ein Verbrechen, keine Frage. Was hättest du denn> getan als Bürger der Sowjetunion dessen Verwandte z. B. in Babi Jar von> einer Invasionsarmee getötet worden sind? Den feindlichen Soldaten> erklärt das sie sich für die Interessen der Herrschenden opfern oder zum> Gewehr geriffen falls das möglich ist?
Krieg ist kein Verbrechen sondern schlichtweg oftmals notwendig.
@TS:
Wenn ich etwas nicht ausstehen kann, dann sind das linke
Kriegsdienstverweigerer die sich auf Kosten des Steuerzahlers oder Papa
durchs Leben mogeln und alle andere darüber belehren dass ihr
moralischer Kompass "richtig" sei und andere sich gefälligst nach ihnen
zu richten haben.
Du kannst dich gerne mit einem Banner gegen eine Horde Anhänger des
Islamischen Staates welche auf dich mit AK-47 feuern wehren. Ich
persönlich würde wenn es noch der gleiche Hersteller sein soll hier dann
eher die AK-108 wählen und das Feuer erwidern und anschließend
unversehrt heimfahren.
Du fährst dann zwar auch heim. Aber in einer Kiste.
In den Steinbruch sollte die Agentur für Arbeit schicken, 10 Stunden am
Tag Steine schlagen. Dann siehst du mal was richtige Arbeit ist.