Hallo zusammen
Ich hatte mal so eine Idee. Ich möchte das Licht in meinem Zimmer
"automatisieren". Mit 2 Lichschanken möchte ich feststellen ob Jemand
ins oder aus dem Zimmer geht. mit einem uC zähle ich einfach und wenn
mehr als 0 Leute im Zimmer sind brennt das Licht. Selbstversändlich
benutze ich noch einen Helligkeitssensor.
Zu meinem Problem: Ich habe mit Lichtschranken überhaubt keine Erfahrung
und weiss nicht so recht wie ich das realisieren will. Da ich noch in
der Ausbildung bin ist mein Budget sehr limitiert.
Ist es mit einer IR-LED einem Reflektor und einer Photodiode möglich?
Die Distanz zwischen Sender und Reflektor beträgt ungefähr 1.5m.
http://ch.farnell.com/osram/sfh4550/led-5mm-ir-850nm/dp/1573495RL
(IR-LED)
http://ch.farnell.com/sharp/gp1ux310qs/photodiode-ir-detektor/dp/1243867
(Empfänger)
Mfg Lorin
Lorin Jenkel schrieb:> ins oder aus dem Zimmer geht. mit einem uC zähle ich einfach und wenn> mehr als 0 Leute im Zimmer sind brennt das Licht.
Auch wenn man mich als Miesmacher verschreien könnte, gebe ich zu
bedenken, dass in dieser lapidaren Formulierung viel Sprengstoff steckt.
Denn: so einfach ist das nämlich nicht.
Sieh dir mal einen Menschen von der Seite an, wenn er geht.
In welcher Höhe bringst du denn die Lichtschranke an?
Menschen sind unterschiedlich groß, also darf es schon mal nicht zu hoch
sein. Wenn du gehst, dann bewegen sich die Beine bei einem Schritt wie
eine Schere auseinander und wieder zusammen. D.h. deine beiden Beine
erzeugen dir 2 Unterbrechungen der Lichtschranken. Oder auch nicht, je
nachdem an welcher Stelle eines Schrittzykluses der Mensch gerade war,
als er dir Lichtschranke durchbrach. Dasselbe mit den Armen
(Brustkorbhöhe). Auch hier sieht man wieder in dier Silhuette, dass von
1 bis 5 Unterbrechungen alles möglich ist. Gehen 2 Personen knapp
hintereinander durch die Lichtschranke, dann ist es gar nicht so
ungewöhnlich, dass die Lichtschranke die beiden überhaupt nicht
unterscheiden kann, weil sich die Körper bzw. einzelne Körperteile aus
Sicht der Lichtschranke überlappen.
Es hat schon seinen Grund, warum bei den Profis nach wie vor Drehkreuze
benutzt werden. Und selbst die stimmen nach einigen Durchläufen nicht
mehr.
> Zu meinem Problem: Ich habe mit Lichtschranken überhaubt keine Erfahrung> und weiss nicht so recht wie ich das realisieren will. Da ich noch in> der Ausbildung bin ist mein Budget sehr limitiert.> Ist es mit einer IR-LED einem Reflektor und einer Photodiode möglich?
Ja.
In Grunde brauchst du eine Taschenlampe und einen Fotosensor. Je besser
du Fremdlicht von der Lichtschranke abschirmen kannst umso besser
funktioniert das auch. Die Teile in Rohre setzen, so dass sich ihr
Blickfeld möglichst nur auf den jeweils gegenüberliegenden Teil
einschränkt und alles andere möglichst ausgeblendet ist, ist eine
einfache aber wirkungsvolle Methode.
Für deine erste Lichtschranke würde ich ehrlich gesagt noch nicht mit
Infrarot umtun. Denn die Sache ist die, dass du Infrarot ja nicht siehst
(no, na). D.h. alles was mit Ausrichten zu tun hat, ist mit IR erst mal
schwieriger. Da wäre eine simple weiße Taschenlampe (die du vielleicht
im Haus schon hast) einfacher. Dazu ein LDR oder ein Phototransistor.
Noch ein Transistor als Verstärker hinten nach, ein paar Widerstände und
damit eine LED angesteuert. Kostet nicht viel, und du kannst erste
Versuche machen.
Karl Heinz Buchegger schrieb:> Sieh dir mal einen Menschen von der Seite an, wenn er geht.> In welcher Höhe bringst du denn die Lichtschranke an?> Menschen sind unterschiedlich groß, also darf es schon mal nicht zu hoch> sein. Wenn du gehst, dann bewegen sich die Beine bei einem Schritt wie> eine Schere auseinander und wieder zusammen. D.h. deine beiden Beine> erzeugen dir 2 Unterbrechungen der Lichtschranken. Oder auch nicht, je> nachdem an welcher Stelle eines Schrittzykluses der Mensch gerade war,> als er dir Lichtschranke durchbrach. Dasselbe mit den Armen> (Brustkorbhöhe). Auch hier sieht man wieder in dier Silhuette, dass von> 1 bis 5 Unterbrechungen alles möglich ist. Gehen 2 Personen knapp> hintereinander durch die Lichtschranke, dann ist es gar nicht so> ungewöhnlich, dass die Lichtschranke die beiden überhaupt nicht> unterscheiden kann, weil sich die Körper bzw. einzelne Körperteile aus> Sicht der Lichtschranke überlappen.
Das habe ich mir auch überlegt. Ich werde es Softwaretechnisch lösen
indem ich einfach ein delay von 1s oder auch nur 500ms einbaue.
Zusätzlich werde ich einen Taster am Türrahmen befestigen mit welchem
man den counter manuel verändern kann (mehrere personen gleichzeitig).
Ich werde auch noch einen Schalter machen welcher unabhängig der
Sensoren das Licht schaltet. Es geht mir auch nicht um perfektion,
sondern mehr um eine nette spielerei und bastlerei. :)
Ich habe mich für IR entschieden, weil ich dachte so könnte man die
Fremdlichteiflüsse minimieren.
danke für die schnelle Antwort
Lorin Jenkel schrieb:> Das habe ich mir auch überlegt. Ich werde es Softwaretechnisch lösen> indem ich einfach ein delay von 1s oder auch nur 500ms einbaue.
Ah. ok.
Wenn da sowieso ein µC im Spiel ist, dann würde ich an deiner Stelle mal
mit den Stichworten
"TSOP Lichtschranke"
eine Google Suche durchführen.
Ich dachte, dir geht es in erster Linie mal darum, mit wenig Aufwand
etwas zu experimentieren. Aber scheinbar macht das heute keiner mehr :-)
Vergiss nicht ein Schild anzubringen mit der Aufschrift: Bitte nur eng
anliegende Kleidung tragen.
Kleidung entwickelt nämlich ein gewisses "Eigenleben" welches im Umriss
gesehen die verrücktesten Signalkombinationen konstruieren kann.
Horst H. schrieb:> Tageslichtunterdrückung ist sinnvoll. Tipp für Applikationen sind hier> zu finden:> http://www.elektronikpraxis.vogel.de/sensorik/arti....
Danke ist ein super Link. :) ich werde mein Signal warscheinlich
pulsieren und einen relativ schmalbandigen IR-Empfänger suchen.
Karl Heinz Buchegger schrieb:> Ah. ok.> Wenn da sowieso ein µC im Spiel ist, dann würde ich an deiner Stelle mal> mit den Stichworten> "TSOP Lichtschranke"> eine Google Suche durchführen.
Danke werde ich gleich machen.
Karl Heinz Buchegger schrieb:> Ich dachte, dir geht es in erster Linie mal darum, mit wenig Aufwand> etwas zu experimentieren. Aber scheinbar macht das heute keiner mehr :-)
Es geht auch einfach nur ums experimentieren, aber ich programmiere
furchtbar gerne. ;)
amateur schrieb:> Vergiss nicht ein Schild anzubringen mit der Aufschrift: Bitte nur eng> anliegende Kleidung tragen.> Kleidung entwickelt nämlich ein gewisses "Eigenleben" welches im Umriss> gesehen die verrücktesten Signalkombinationen konstruieren kann.
Oder eins "No Shirt? come in!"
Danke für die Antworten, ihr seit der Hammer.
Lorin Jenkel schrieb:> Das habe ich mir auch überlegt. Ich werde es Softwaretechnisch lösen> indem ich einfach ein delay von 1s oder auch nur 500ms einbaue.
Dann würden 2 direkt hintereinander gehende Personen aber nur einmal
auslösen. Verlassen diese jetzt aber deutlich nacheinander den Raum,
sind plötzlich -1 Personen anwesend und es entsteht ein Schwarzes Loch,
das das ganze Sonnensystem aufsaugt.
Wenn aber schon einer drinsitzt und dann 2, wie oben beschrieben rein-
und rausgehen, sitzt der erste plötzlich im Dunkeln da.
Noch schlimmer: Wenn Mutters, den Staubsauger hinter sich herschleifend,
hinein- und mit dem Teil unter dem Arm wieder rausgeht, bleibt das Licht
bei trübem Wetter den ganzen Tag brennen.
Lorin Jenkel schrieb:> Es geht auch einfach nur ums experimentieren, aber ich programmiere> furchtbar gerne. ;)
Das ist ja auch völlig in Ordnung. Das lässt sich aber auch ohne Licht
einschalten aufbauen. Und wenn das Teil ohne Reset nach einer Woche bei
leerem Raum immer noch auf 0 steht, kannst du den Drehkreuzherstellern
echt das Leben schwer machen.
mfg.
Thomas Eckmann schrieb:> Dann würden 2 direkt hintereinander gehende Personen aber nur einmal> auslösen. Verlassen diese jetzt aber deutlich nacheinander den Raum,> sind plötzlich -1 Personen anwesend und es entsteht ein Schwarzes Loch,> das das ganze Sonnensystem aufsaugt.
Ganz so schlimm ist das nicht. Es muss nur einer reingehen,
damit der Raum leer ist. :-)
Gruss
Harald
Lorin Jenkel schrieb:> Ich hatte mal so eine Idee. Ich möchte das Licht in meinem Zimmer> "automatisieren". Mit 2 Lichschanken möchte ich feststellen ob Jemand> ins oder aus dem Zimmer geht. mit einem uC zähle ich einfach und wenn> mehr als 0 Leute im Zimmer sind brennt das Licht.
Einigermassen zuverlässig funktioniert das nur, wenn man die
Menschen mit einer Schleuse vereinzelt. Sowas benutzt man manchmal,
um bei Sehenswürdigkeiten die Anzahl der gleichzeitig anwesenden
Menschen zu begrenzen. Da es da auf einen mehr oder weniger nicht
ankommt, sind auch die bereits beschriebenen Fehlermöglichkeiten
tolerierbar. Für Dich käme eigentlich nur ein sog. Anwesenheitssensor
in Frage. Der funktioniert ähnlich wie die bekannten Bewegungssensoren,
man muss sich aber nicht ununterbrochen bewegen.
Gruss
Harald
Noch ein mal danke für die fleissigen Antworten.
Ich weiss das dieses System nich 100% und in allen Fällen funktioniert,
aber da ich gröstenteils alleine im Zimmer bin wird das nicht so ins
Gewicht fallen, wenn zwischendurch einmal ein Fehler passiert.
Preis+Aufwand/Leistung muss stimmen und wenns 100% zuverlässig sein soll
steigt diese Verhältnis ins "nicht-mehr-verantwortbare". Zudem baue ich
Taster ein mit welchen man den Wert im Counter manuell verändern kann.
Und noch einen Schalter welcher das Licht ganz normal ein- und
ausschaltet (->Problematik: ins Bett gehen).
LG Lorin
Hier ist mein Schaltplan V1.0. Könnte das so funktionieren wie ich es
mir vorstelle oder habe ich etwas fundamentales vergessen oder nicht
beachtet?
Ich würde mich gerne von den Profis hier belehren lassen. :)
http://www.farnell.com/datasheets/30498.pdf
Das ist das Datenblatt des IR-Empfänger. Ich bin mir nicht ganz sicher
ob ich ihn direkt an den PIC schliessen kann.
Liebe Grüsse
Lorin
Hi
>Könnte das so funktionieren wie ich es>mir vorstelle oder habe ich etwas fundamentales vergessen oder nicht>beachtet?
Setz die Leuchtdioden und den Vorwiderstand zwischen VCC und Kollektor.
>Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich ihn direkt an den PIC schliessen kann.
Steht doch auf der ersten Seite, wie man ihn an einen µC anschließt.
Beachte bitte, das die TSOPs kein Dauersignal abkönnen. Das notwendige
Signal findest du auf S.3.
MfG Spess
Karl Heinz Buchegger schrieb:> Denn die Sache ist die, dass du Infrarot ja nicht siehst
Ganz so schlimm ist es nicht. Viele billige Digital-Kameras/Web-Cams
filtern IR-Licht nicht großartig raus. Oft ist das IR-Filter auch
einfach hinter die Linse geklebt und kann einfach entfernt werden (oder
man nimmt eine andere Linse). Einen Versuch mit einer IR-Fernbedienung
ist es auf jeden Fall wert.
> Für Dich käme eigentlich nur ein sog. Anwesenheitssensor in Frage.> Der funktioniert ähnlich wie die bekannten Bewegungssensoren,> man muss sich aber nicht ununterbrochen bewegen.
Es gibt keinen Anwesenheitssensor, der mit vertretbarem Aufwand
zuverlaessig arbeitet.
Statt der beiden Lichtschranken kannst du auch 2
Passiv-Infrarot-Sensoren nehmen. Die muessen nur so abgeblendet werden,
dass sie beim Durchgehen kurz nacheinander geschaltet werden.
Interessant ist auch ein Ultraschall-Dopplermelder mit
Richtungsauswertung.
J.
Die Transistoren betreibt man auch besser in Emitterschaltung,
also Last am Kollektor, weil dann fast die gesamte Vcc fuer die Last zur
Verfuegung steht und die Verlustleistung im Transistor geringer ist.
Da reicht dann auch jeder beliebige Kleinsignal-npn.
J.
Sowas gabs mal in einer alten Elektor, vollanalog. Hab ich mir mit 14
nachgebaut und am 230V Lichtnetz betrieben...ging eigentlich ganz gut,
zumindest war es aber ziemlich "cool".
Klaus.
Zuerst wieder einmal danke :) ihr seit einfach ein hammer Forum.
Spess53 schrieb:> Steht doch auf der ersten Seite, wie man ihn an einen µC anschließt.> Beachte bitte, das die TSOPs kein Dauersignal abkönnen. Das notwendige> Signal findest du auf S.3.
OK das mit dem direkt anschliessend hab ich mir gedacht, aber wie das
Signal aussehen soll versteh ich einfach nicht. Es tut mir leid ich bin
noch nicht lange in diesem Gebiet tätig.
Ich habe das so verstanden: Ein Signal (zb. 38kHz) welches >6 Perioden
durchläuft (zB.10) und anschliessend eine 0 für 10 Perioden. Stimmt das
so?
Liebe Grüsse
Lorin
Wieso ist es eigentlich besser, wenn die LED zwischen VCC und Collector
ist?
juergen schrieb:> weil dann fast die gesamte Vcc fuer die Last zur> Verfuegung steht und die Verlustleistung im Transistor geringer ist.
Da die Spannung ja ziemlich gleich bleibt, ist auch der Strom durch den
Transistor gleich. -> Demnach doch auch die Verlustleistung gleich.
Wenn man den Basenstrom miteinbezieht, steigt ja der Strom durch die
LED. -> die Spannung über der LED nimmt zu und die über dem Transistor
ab. -> Die Verlustleistung nimmt ab.
Das sind meine Überlegungen. Jedoch kann ich damit auch komplett falsch
liegen. Ich weiss nur nicht, wo mein Fehler liegen würde.
Mfg Janik
Janik L. schrieb:> Da die Spannung ja ziemlich gleich bleibt, ist auch der Strom durch den> Transistor gleich. -> Demnach doch auch die Verlustleistung gleich.
Die bleibt aber nicht gleich. U_BE liegt bei etwa 0.7V, d.h. in
Kollektorschaltung liegt bei leitendem Transistor der E bei VCC-0.7V,
weil er sich sonst selbst die Ansteuerung abdreht. In Emitterschaltung
liegt U_CE bei 0.3V, d.h. nur etwa bei der Hälfte. Die genauen Werte
kannst du einfach mal nachmessen.
Lorin Jenkel schrieb:> Ich habe das so verstanden: Ein Signal (zb. 38kHz) welches >6 Perioden> durchläuft (zB.10) und anschliessend eine 0 für 10 Perioden. Stimmt das> so?
So stehts im Datenblatt. Wobei die das in Zeiten definieren und ich
jetzt nicht nachgerechnet habe. Da ist auch eine schöne Zeichnung in der
die Zeiten eingetragen sind.
Wobei: So heiß wird das schon nicht sein, dass du die Zeiten ganz exakt
treffen musst. Aber rechne damit, dass du einen 'intakten' Lichstrahl
dadurch darstellen musst, dass der grundsätzlich erst mal mit 38kHz
schwingt und du dann darüber aus technischen Gründen noch mal eine
Taktung legen musst. Ist ja kein Problem, wenn ein µc die IR-LED
ansteuert.
Karl Heinz Buchegger schrieb:> Wobei: So heiß wird das schon nicht sein, dass du die Zeiten ganz exakt> treffen musst. Aber rechne damit, dass du einen 'intakten' Lichstrahl> dadurch darstellen musst, dass der grundsätzlich erst mal mit 38kHz> schwingt und du dann darüber aus technischen Gründen noch mal eine> Taktung legen musst. Ist ja kein Problem, wenn ein µc die IR-LED> ansteuert.
Danke für die Infos :) ich hatte schon angst es würde kompliziert
werden. Aber dann ist es ja kein Problem.
Danke an Alle für die fleissigen Antworten und die Hilfe. :)
Ich werde in den nächsten paar Tagen die Bauteile bestellen und einen
Prototypen anfertigen.
Liebe Grüsse
Lorin