Guten Abend,
ich habe vor einigen Jahren hier im Forum Hilfe für meine letzte,
schließlich erfolgreiche Elektronikbastelei bekommen. Wäre klasse, wenn
ich jemand Kundiges auch diesmal meiner vielleicht etwas dummen Fragen
annehmen könnte.
Ich möchte einen (eigentlich mehrere, aber das ist erstmal irrelevant)
12V/5W-DC-Motor mittels ESP32-Modul ansteuern. Dafür plane ich ein
12V-Schaltnetzteil zu verwenden, und dann für das ESP32-Modul die
Spannung mittels fertigen LM2596S-Modul auf 3.3 V herunterzuregeln.
1) Das LM2596S-Modul ist wohl etwas "overkill" (einstellbare Spannung),
liegt hier aber schon rum. Kann man die das trotzdem problemlos
verwenden? Oder würdet ihr etwas anderes empfehlen? Ich weiß, dass man
den LM2596S auch "einzeln" verwenden kann, aber so viel Bastellust habe
ich dann doch nicht :).
2) Wie steuere ich den Motor am besten an? Bipolar-Transistor? MOSFET?
Irgendwo wurde ein BD135 empfohlen, aber dann habe ich gelesen, das
Logic-Level-MOSFET besser geeignet sein sollen. Kann mich da jemand
beraten?
3) Wenn ich das richtig sehe (vielleicht liege ich aber auch völlig
falsch), dann fließt bei NPN-Transistoren über das Gate ein Strom, bei
MOSFETs praktisch keiner dank sehr hohem Innenwiderstand. Das heißt
auch, dass ich bei einem NPN-Transistor einen Widerstand zwischen
GPIO-Pin und GND, bei MOSFETs aber nicht, oder?
4) Brauchen solche kleinen Motoren eigentlich eine Freilaufdiode?
Würde das Ganze dann bei JLCPCB bestellen, da habe ich mit dem Projekt
vor einigen Jahren ganz gute Erfahrungen gemacht.
Ich freue mich auf die Antworten!
Grüße
ratatosk
Transistoren sind Stromgesteuert das heißt in ihre Basis fließt ein
geringer jedoch permanenter Strom, der verstärkt wird (Typischerweise um
das 100 fache oder mehr).
FETs sind Spannungsgesteuert, im Gegensatz zum Transistor ist das Gate
vom eigentlichen Leitungskanal isoliert und bildet eine Kapazität die
geladen werden muss. Hier fließt der Strom nur kurz ist aber deutlich
höher, wenn man das FET schnell schalten will (mehrere Ampere). Daher
verwendet man bei Leistungs FETs idr. Gate Treiber.
Ein DC Motor wird normalerweise mit einer H-Brücke angesteuert.
Hierdurch lassen sich Drehzahl und Richtung steuern. Die Regelung des
Stroms erfolgt meistens mit PWM. Hierfür gibt es fertige Module die
alles Nötige enthalten.
TI hat hier einiges im Angebot:
http://www.ti.com/motor-drivers/brushed-dc-bdc-drivers/products.html
Guest schrieb:> Ein DC Motor wird normalerweise mit einer H-Brücke angesteuert.
Nein, nicht normalerweise.
> Hierdurch lassen sich Drehzahl und Richtung steuern.
War vom TO nicht gegeben.
>Die Regelung des Stroms erfolgt meistens mit PWM. Hierfür gibt es fertige Module
die alles Nötige enthalten.
War vom TO nicht gegeben. Geht aber auch mit einfachen Transistor/FET.
michael_ schrieb:> Nein, nicht normalerweise.
Da ist jemand aber besonders schlau :D
Also ich benutze für sowas ebenfalls Vollbrücken und die meisten die ich
kenne auch. Zumal man meistens auch eine Drehzahl oder Richtung regeln
will.
michael_ schrieb:> War vom TO nicht gegeben.
Der TO wollte eine Beratung um sein Projekt umzusetzen. Die von Guest
vorgeschlagene Lösung ist meiner Meinung nach auch die sinnvollste. Wenn
man stur ein und ausschalten will kann man auch ein Relais nehmen....
Aber bevor jemand weint ja es geht auch mit einem einzelnen
Bipolartransistor oder FET, wobei ich das FET bevorzugen würde.
Zur Freilaufdiode, die schadet nie. Ein FET und somit auch die
Vollbrücke hat Bodydioden integriert hier muss man eben darauf achten,
dass sie mit der induktiven Last klarkommen. Bei Leistungs FETs idr.
kein Problem aber im Zweifel einfach eine zusätzlich.
ratatosk schrieb:> Ich möchte einen (eigentlich mehrere, aber das ist erstmal irrelevant)> 12V/5W-DC-Motor mittels ESP32-Modul ansteuern
Welcher Motor, Permanentmagnet oder BLDC ?
Nur vorwärts, oder auch rückwärts.
Nur Vollgas, oder drehzahlgeregelt?
Wie hoch ist der Anlaufstrom=Blockierstrom def Motoren an 12V ? (Messen
oder nachgucken).
Motoren mit Filter funkentstört ?
ratatosk schrieb:> ich habe vor einigen Jahren hier im Forum Hilfe für meine letzte,> schließlich erfolgreiche Elektronikbastelei bekommen
Richtig zu Fragen musst du noch lernen.
Guest schrieb:> Ein DC Motor wird normalerweise mit einer H-Brücke angesteuert.> Hierdurch lassen sich Drehzahl und Richtung steuern. Die Regelung des> Stroms erfolgt meistens mit PWM. Hierfür gibt es fertige Module die> alles Nötige enthalten.
Ja, dass man DC-Motoren mit einer speziellen Motorsteuerung steuern
kann, ist mir klar. Vielleicht hätte ich das schreiben sollen, dass nur
eine Laufrichtung notwendig ist und somit so eine Schaltung überkomplex
ist.
Andererseits, wenn es da eine Möglichkeit gibt, die günstig ist und sich
einfach verlöten lässt, könnte man wohl auch eine H-Brücke nehmen.
Notwendig ist das aber nicht.
Martin schrieb:> Der TO wollte eine Beratung um sein Projekt umzusetzen. Die von Guest> vorgeschlagene Lösung ist meiner Meinung nach auch die sinnvollste. Wenn> man stur ein und ausschalten will kann man auch ein Relais nehmen....
Um ein Relais mittels ESP32 zu schalten, benötigt man aber vermutlich
sowieso einen Transistor, oder? Kann man auch direkt einen entsprechend
dimensionierten Transistor nehmen? Was wäre denn da empfehlenswert?
MaWin schrieb:> Welcher Motor, Permanentmagnet oder BLDC ?
Einfacher Brushed-Motor
> Nur vorwärts, oder auch rückwärts.
Eine Richtung reicht. Und mir ist schon klar, dass man mittels eines
Schalters nur eine Richtung hinbekommt.
> Nur Vollgas, oder drehzahlgeregelt?
Vollgas würde reichen. PWM wäre ein schönes Extra, müsste man dafür
etwas bei der Auswahl der Transistoren beachten?
> Wie hoch ist der Anlaufstrom=Blockierstrom def Motoren an 12V ? (Messen> oder nachgucken).
Die Motoren (eigentlich Pumpen) sind noch auf dem Postweg und der
(chinesische) Hersteller hüllt sich in seinem "Datenblatt" (angehängt)
auch in Schweigen. Also sollte man vielleicht vom Worst Case ausgehen?
> Motoren mit Filter funkentstört ?
Ähh.. Vermutlich eher nicht.
So, das man als Gast ja nicht bearbeiten kann:
Ich habe mal ein Diagramm angehängt, so wie ich mir das Ganze vorstelle.
Bezüglich Transistor bin ich auf den IRF3708 gestoßen - kann ich den
verwenden?
Was nehme ich denn am besten als Freilaufdiode?
Angenommen der Motor ist werkseitig noch nicht entstört, ist das schlimm
bzw. muss ich das selber machen?
Grüße
ratatosk
ratatosk schrieb:> IRF3708
Immerhin 29mOhm bei 2.8V UGS.
Ich würde noch einen Widerstand von 100k vom Gate nach Nasse legen,
damit der MOSFET ausgeschaltet bleibt so lange der uC Pin als Eingang
geschaltet ist.
> Was nehme ich denn am besten als Freilaufdiode?
Da du kein PWM willst reicht eine 1N4001, die hält einiges als
Spitzenstrom aus, aber eine schnelle Diode die den Motorblockierstrom
aushält ist auch kein Schaden.
> Angenommen der Motor ist werkseitig noch nicht entstört, ist das schlimm
Du wirst es merken.
> selber machen
ratatosk schrieb:> Was nehme ich denn am besten als Freilaufdiode?
Muss mindestens den gleichen Strom vertragen, den der Motor zieht. Ich
würde vermutlich auf 1N4001-1N4007 oder so gehen.
> Bezüglich Transistor bin ich auf den IRF3708 gestoßen - kann ich den> verwenden?
So ganz glücklich ist der IRF3708 mit nur 3,3V Gatespannung nicht, aber
für die kleinen Motoren sollte es klappen.
Danke für die Antworten!
MaWin schrieb:> Immerhin 29mOhm bei 2.8V UGS.Matthias S. schrieb:> So ganz glücklich ist der IRF3708 mit nur 3,3V Gatespannung nicht, aber> für die kleinen Motoren sollte es klappen.
Das Problem des hohen Widerstands zeigt sich v.a. in hoher
Bauteil-Temperatur und entsprechendem Voltage-Drop, korrekt? Gibt es
denn sinnvollere Alternativen mit guter Verfügbarkeit?
MaWin schrieb:> Ich würde noch einen Widerstand von 100k vom Gate nach Nasse legen,> damit der MOSFET ausgeschaltet bleibt so lange der uC Pin als Eingang> geschaltet ist.
Das wäre dann ein Pull-Down-Widerstand, oder? Welchen Vorteil hat denn
so ein externer Pull-Down ggü. einem internen? Das ist mir schon
häufiger in Schaltungen aufgefallen.
Matthias S. schrieb:> Muss mindestens den gleichen Strom vertragen, den der Motor zieht. Ich> würde vermutlich auf 1N4001-1N4007 oder so gehen.MaWin schrieb:> Da du kein PWM willst reicht eine 1N4001 [...]
Mal angenommen, ich würde doch PWM machen wollen. Was müsste man dabei
beachten, außer schneller Diode? Ich nehme an, dann wird das von @Guest
geschilderte Problem mit dem Gate Current relevant?
MaWin schrieb:> +--47uH--+---+---+> | | | |> | | 47nF |> ----------------+ | | |> verdrillte Zuleitung 47nF +--(M)> ----------------+ | | |> | | 47nF |> | | | |> +--47uH--+---+---+
Verdrillte Zuleitung ist natürlich auf einem PCB schwierig. Ich nehme
an, das funktioniert trotzdem?
ratatosk schrieb:> Verdrillte Zuleitung ist natürlich auf einem PCB schwierig
Dein Pumpenmotor wird auf dem PCB eingelötet ? Es ist dessen Zuleitung,
und die Bsuteile sitzen direkt am Motor.
MaWin schrieb:> ratatosk schrieb:>> Verdrillte Zuleitung ist natürlich auf einem PCB schwierig>> Dein Pumpenmotor wird auf dem PCB eingelötet ? Es ist dessen Zuleitung,> und die Bsuteile sitzen direkt am Motor.
Ah, verstehe. Wäre mir aber lieber, wenn die Schaltung komplett auf dem
PCB läge. Was natürlich bedeuten würde, dass die Verbindung zum Motor
dann einige wenige Zentimeter lang wäre. Machbar oder problematisch?
ratatosk schrieb:> einige wenige Zentimeter
Je kurzer, je besser, du wirst ja merken, ob es ohne stört, ob es auf
dem PCB noch stört, oder ob es sogar am Motor noch nicht ausreicht.
ratatosk schrieb:> Welchen Vorteil hat denn so ein externer Pull-Down ggü. einem internen?
Der externe ist da, der interne muss erst eingeschaltet werden, ist also
nach RESET nicht da.
ratatosk schrieb:> Was müsste man dabei beachten, außer schneller Diode
Dsss sie dann den noch unbekannten Motorstrom dauerhaft aushalten muss,
zumindest 50% der Zeit.
MaWin schrieb:> Der externe ist da, der interne muss erst eingeschaltet werden, ist also> nach RESET nicht da.
Das habe ich ja nun gar nicht bedacht. Klar, macht total Sinn.
MaWin schrieb:> Je kurzer, je besser, du wirst ja merken, ob es ohne stört, ob es auf> dem PCB noch stört, oder ob es sogar am Motor noch nicht ausreicht.
Warum denn so geheimnisvoll? Was erwartet mich denn im schlimmsten Fall,
sollte die Entstörung nicht ausreichen? Wäre ja schon nett, wenn das
ganze dann auch funktionieren würde :).
MaWin schrieb:> Dsss sie dann den noch unbekannten Motorstrom dauerhaft aushalten muss,> zumindest 50% der Zeit.
Damit ist der Anlaufstrom gemeint, richtig? Denn der Motorstrom ist ja
bekannt (12V bei 5W wären knapp über 0.4A).
ratatosk schrieb:> Was erwartet mich denn im schlimmsten Fall,
Den schlimmsten Fall wirst du vermutlich nicht wissen wollen -
Motorstrom fliesst über den ESP und verspeist ihn zum Frühstück. Typisch
sind aber Störungen des Programmablaufs durch Spitzen auf der
Betriebsspannung und/oder gestörte Funkverbindungen.
Sprich, eine vernünftige Entstörung ist nie verkehrt und bewahrt dich
vor unangenehmen Überraschungen. Ausserdem solltest du vermeiden,
Leistungskreise mit Steuerkreisen zu vermischen.
Mal ehrlich: Irgendwas zu dimensionieren, wenn man noch nicht mal den
Motorstrom kennt ist: Schwachsinn.
Warte ab, bis die Dinger da sind, messe sie aus (Blockierstrom) und dann
sieh weiter.
Danke für deine Antwort. Klar, ausmessen werde ich die wenn die da sind
natürlich schon.
Aber das PCB aus China hat natürlich auch ordentlich Lieferzeit, daher
möchte ich das gerne zeitnah ordern. Ob man im Zweifel Diode A oder B
einbaut, würde ich dann später entscheiden können, wenn die Pumpen hier
liegen. Der IRF3708 wird das hoffentlich in jedem Fall abkönnen.
Habe den ehrlich gesagt ausgesucht, weil Rds(on) für recht geringe
Spannungen spezifiziert ist und ich through-hole nichts besseres
gefunden habe.
Alternativ habe ich mir überlegt, ob man Optokoppler verwenden könnte,
und den Transistor dann mit 12V ansteuern, was möglicherweise im Sinne
einer galvanischen Trennung sinnvoll wäre?
Andreas B. schrieb:> Kennst Du noch nicht einmal die Größenordnung der Ströme?
Angabe ist 5W bei 12V. Was ja knapp unter einem halben Ampere wären.
Spitzenstrom weiß ich natürlich nicht.
ratatosk schrieb:> Angabe ist 5W bei 12V. Was ja knapp unter einem halben Ampere wären.> Spitzenstrom weiß ich natürlich nicht.
Dachte ich es mir doch. Da reicht ein IRLML2502 dicke aus. Der ist bei
3V voll aufgesteuert. 5W sind bei 12V ca. 0.5A. Rechne mal das 5-fache
als Blockierstrom. Dann bist Du bei <3A.
Dazu braucht es keinen MosFet mit 60A.
Stimmt, aber da Du die Platine sowieso in China machen läßt, sollte das
ja kein Problem sein.
Laß Dich nicht von SMD abschrecken. Da wirst Du bald sowieso nicht mehr
daran vorbeikommen. Die Auswahl an THT Bauteilen sinkt ständig.
Wollte eigentlich nur die Platine in China bestellen und dann selber
löten. So habe ich das jedenfalls letztes mal gemacht. Through-hole
kriege ich ganz gut gelötet, bei SMD habe ich ehrlich gesagt noch etwas
Respekt. Würde man das in China bestücken lassen wollen, wäre SMD wohl
generell die sinnvollere Wahl, da hast du wohl recht.
Wer mal ein paar alte Platinen schnappen und das Löten von SMD-Bauteilen
mal ausprobieren.
Aus Interesse: Was sind potenzielle Probleme, wenn man den MOSFET
überdimensioniert?
ratatosk schrieb:> Wer mal ein paar alte Platinen schnappen und das Löten von SMD-Bauteilen> mal ausprobieren.
Tu das. Ein guter Weg. Ich habe mich auch lange Zeit gesträubt. Jetzt
würde ich nie wieder was mit THT machen, von Ausnahmen abgesehen wo es
Teile nur in THT gibt. Wenn ich alleine an die Bohrorgien von früher
denke, als ich die Platinen noch selbst gemacht habe. Heute läßt man ja
so etwas in China in einer Qualität machen, die man privat nie
hinbekommen würde.
Alleine der Platzbedarf des häuslichen Vorratslagers würde in THT einen
Kleiderschrank sprengen.
ratatosk schrieb:> Aus Interesse: Was sind potenzielle Probleme, wenn man den MOSFET> überdimensioniert?
Gatekapazität ist höher. D.h. Du brauchst mehr Ansteuerleistung für PWM.
Der MosFet wird auch nicht voll durchgesteuert (Vergleiche mal VGS der
beiden MosFets). Du darfst nur mit bestenfalls 3V am Gate rechnen.
Preis (irlf2502 30ct).
Baugröße.
Das ist, was mir jetzt mal so spontan einfällt.
Danke!
Andreas B. schrieb:> Der MosFet wird auch nicht voll durchgesteuert
Woran sehe ich das? Laut Datenblatt hat der IRLML2502 0.080 Ohm @ 2.5 V,
der IRF3708 0.029 @ 2.8 V (jeweils max). Oder ist das nicht der richtige
Wert um das zu Beurteilen?
Andreas B. schrieb:> Du brauchst mehr Ansteuerleistung für PWM.
Ist das eher ein Problem auf Seiten des µC oder wegen der Verluste am
MOSFET?
ratatosk schrieb:> Danke!>> Andreas B. schrieb:>> Der MosFet wird auch nicht voll durchgesteuert>> Woran sehe ich das? Laut Datenblatt hat der IRLML2502 0.080 Ohm @ 2.5 V,> der IRF3708 0.029 @ 2.8 V (jeweils max). Oder ist das nicht der richtige> Wert um das zu Beurteilen?
Vgs läßt darauf schließen (max: 1.2 gegen 2V)
Fig 3 (Graph Vgs / Id) fängt beim IRF3708 erst bei ca. 2.7V an, beim
2502 bei 2.1V. (Vorsicht, das sind typische, nicht garantierte Werte)
Die Kurven Vgs/Rds verlaufen beim 2502 viel flacher. Da wird auch die
Toleranz bezüglich Rds kleiner sein.
Wobei man sagen muß, daß der 3708 schon recht gut ist für die Ströme die
der dabei macht.
>> Andreas B. schrieb:>> Du brauchst mehr Ansteuerleistung für PWM.> Ist das eher ein Problem auf Seiten des µC oder wegen der Verluste am> MOSFET?
Auf Seiten des uC. Der muß das Gate umladen und die Ströme
bereitstellen. Wenn es nur um das Ein/Ausschalten geht: Vermutlich kein
Problem. Bei PWM wird es dann schon interessanter. Wenn der uC Ausgang
mehr belastet wird, verschlechtert sich die Flankensteilheit -> Höhere
Umschaltverluste. Wobei der 3708 schlechte Ansteuerung aufgrund seines
größeren Gehäuses (Kühlung) besser wegstecken dürfte als der 2502.
Mir ist allerdings noch kein 2502 durchgebrannt. Das ist, neben den
IRLML6402, mein Haushalts MosFet. ;-)
Danke für die Erklärungen! Jetzt ist mir das schon deutlich klarer. Ich
werden also den IRLML2502 nehmen. Kann ich dann als Diode eine M7-Diode
(LCSC: C95872) nehmen? Das scheint ja das SMD-Equivalent zur 1N4007 zu
sein.
Und magst du einmal über meine angehängte Schaltung gucken, ob man das
so machen kann?
Kann man so machen. Wobei R1-4 eigentlich überflüssig sind, da der uC
push-pull Ausgänge hat.
Eher macht man 10-100 Ohm in Reihe zum Gate um die Umladungströme der
Gates zu begrenzen.
Gewöhne Dir auch mal an, Schaltpläne so zu zeichen, daß GND die unterste
Linie bildet, Vcc die oberste. Eingänge immer links und Ausgänge immer
rechts. Das erleichtert das Lesen eines Schaltplans ungemein.
Dein Elaborat ist absolut unübersichtlich.
Diode passt.
Mehr Abblockung kann aber sicher nicht schaden. Du solltest am 12V
Anschluss sicher noch einen dickeren Elko montieren und am Ausgang vom
DC/DC Wandler noch kleinere Kondensatoren. Auch das OLED sollte mal
darauf untersucht werden, ob die Herrschaften da abbgeblockt haben.
Stimmt, habe ich doch glatt übersehen: An jedem Stromverbraucher
grundsätzlich einen 100nF C dran.
10-100uF zusätzlich am Eingang des Reglermoduls und auch an Vcc des
ESP.
Matthias S. schrieb:> Auch das OLED sollte mal> darauf untersucht werden,
Da würde ich gar nicht viel untersuchen, sondern da auch einen 100nF
dranhängen. Lieber zuviel als zuwenig.
Das mit den Kondensatoren ist sehr gut, danke!
Ich habe mal mein PCB-Design angehängt, bitte nicht gleich draufhauen,
ich mache das nicht so oft :).
Andreas B. schrieb:> Gewöhne Dir auch mal an, Schaltpläne so zu zeichen, daß GND die unterste> Linie bildet, Vcc die oberste. Eingänge immer links und Ausgänge immer> rechts. Das erleichtert das Lesen eines Schaltplans ungemein.> Dein Elaborat ist absolut unübersichtlich.
Das wusste ich nicht, dass man das so macht. Aber danke für den Hinweis,
nächstes mal achte ich darauf.
Andreas B. schrieb:> Kann man so machen. Wobei R1-4 eigentlich überflüssig sind, da der uC> push-pull Ausgänge hat.
Das war ein Hinweis von MaWin:
MaWin schrieb:> Ich würde noch einen Widerstand von 100k vom Gate nach Nasse legen,> damit der MOSFET ausgeschaltet bleibt so lange der uC Pin als Eingang> geschaltet ist.MaWin schrieb:> Der externe ist da, der interne muss erst eingeschaltet werden, ist also> nach RESET nicht da.
Was ist jetzt richtig?
ratatosk schrieb:> MaWin schrieb:>> Ich würde noch einen Widerstand von 100k vom Gate nach Nasse legen,>> damit der MOSFET ausgeschaltet bleibt so lange der uC Pin als Eingang>> geschaltet ist.
Das ist richtig, da habe ich nicht dran gedacht. Im Moment des
Einschaltens ist der PIN undefiniert und die Motoren würden dann kurz
zucken. Ob man das so wahrnimmt, ist die Frage aber schaden tut es
jedenfalls nicht.
Also drin lassen.
Was sollen denn die roten Leiterbahnen, die da irgendwo zwischen den
Pins des ESP aufhören?
Die Signalleiterbahnen würde ich auch dünner machen. Der dicke C am ESP
und Reglermodul fehlt noch (zusätzlich zum 100nF!).
Ich würde auch grundsätzlich die Leiterbahnen am ESP erst einmal ein
Stück senkrecht weggehen lassen. Dann bekommst Du mehr Abstand zwischen
den Leiterbahnen. Das stört hier nicht, aber so eine Leiterbahnführung
ist hier unnötig (mal von den oberen 3 rechts abgesehen).
Wenn das Deine erste Platine ist, dann ist die schon sehr gut geraten.
Wenn die Leitung zum Encoder direkt unter dem DC/DC Wandler durchgehen,
fängst du dir evtl. Störungen des Wandlers auf den Leitungen ein. Wenn
aber die Massefläche dazwischen ist, sollte das kein Problem sein. Ist
Rot also auf der Unterseite oder auf der Oberseite?
Und ein Elko direkt neben den Endstufen schadet sicher nicht.
Andreas B. schrieb:> Die Signalleiterbahnen würde ich auch dünner machen. Der dicke C am ESP> und Reglermodul fehlt noch (zusätzlich zum 100nF!).
Ah, das hatt ich falsch gelesen. Habe jetzt noch zwei große
100µF-Aluminium-Elektrolytkondensatoren eingefügt (UKW1C101MDD). Passt
das so?
Matthias S. schrieb:> Und ein Elko direkt neben den Endstufen schadet sicher nicht.
Reicht da der Elko links am DC-DC-Wandler oder sollte ich einige
Zentimeter höher noch einen hinsetzen?
Matthias S. schrieb:> Wenn die Leitung zum Encoder direkt unter dem DC/DC Wandler> durchgehen,> fängst du dir evtl. Störungen des Wandlers auf den Leitungen ein. Wenn> aber die Massefläche dazwischen ist, sollte das kein Problem sein. Ist> Rot also auf der Unterseite oder auf der Oberseite?
Nein, rot ist leider das obere Layer. Ich habe aber nochmal versucht,
die Traces nicht direkt unter der Spule durchzufahren. Was mir auch ein
wenig Sorgen macht, ist dass in den ESP32 Hardware Design Guidelines
empfohlen wird, kein Kupfer im Bereich der Antenne zu haben (daher ist
dort auch die Ground-Plate ausgeschnitten). Meinst du, die paar Traces
die da noch liegen sind problematisch?
ratatosk schrieb:> Meinst du, die paar Traces> die da noch liegen sind problematisch?
Schön sind sie nicht. Gut daß Du es sagst: Ich würde den Bereich (ich
kenne den jetzt bei diesen Modul nicht genau) komplett freilassen. Also
schlängele diese Leitungen weiter oben durch.
Wie man übrigens allgemein Abblockkondensatoren richtig anbringt:
Die Zuleitung erst zum C und von da aus zum Verbraucher. Stichleitungen
zum C sind suboptimal. Das fällt insbesondere bei C2 auf.
Lothar Miller hat u.a. hier im Forum einiges dazu geschrieben. Oder
auch:
http://www.lothar-miller.de/s9y/categories/14-Entkopplung
Kurz: Bei Elkos + C: erst Zuleitung zum Elko, dann C, dann Verbraucher.
Lies Dir das oben trotzdem mal durch.
Super danke! Habe die Tipps jetzt versucht zu beherzigen:
- Keine Leiterbahnen durch das unmittelbares Umfeld der Antenne
- Elkos und Kondensatoren sind so wie beschrieben eingebaut
- 100-Ohm-Widerstände an den Signalleitungen der Transistoren
- wo es geht ein bisschen mehr Platz zwischen den Traces
Passt das so?
Ansonsten nochmals danke für die tolle Unterstützung!
Sieht schon mal gut aus.
Du muß Dir nur überlegen welche SMD Größen Du noch verarbeiten willst
(Die Widerstände R1-4 sind andere als R5-8). <0805 würde ich bei
Handlötung nicht gehen. (also 0603 oder 0805)
Ah, guter Hinweis. Ich glaube, ich nähere mich der finalen Version. Ich
musste noch die ADC-Pins für die Steckerleiste auf der rechten Seite
umbauen und jetzt sind alle SMD-Bauteile in 0603. Nicht wundern, ich
habe noch Anschlüsse für ein etwas größeres OLED hinzugefügt (GND und
VCC vertauscht, warum auch immer) - bestückt wird natürlich nur eins von
beiden.
Wenn du da nochmal drüber gucken würdest, dann kann ich das vielleicht
heute oder morgen rausschicken. :)
Frohe Ostern!
(Fühlt sich komisch an, an Ostern für sowas Zeit zu haben ...)
Ja, das sieht gut aus.
2 klitzekleine Einwände noch: ;-)
Die Massefläche würde ich min 2-3mm von der Antenne fernhalten, wenn es
möglich ist. Ich weiß zwar nicht wo bei diesem Modul genau die Antenne
anfängt, aber die Masse hier braucht es nicht.
Ich würde einige Pins des ESP mit Pads versehen, daß Du notfalls später
noch was anlöten kannst. Man weiß nie, ob man später nicht doch noch
Sensoren oder so etwas anschließen will. An Programmplatz mangels es des
ESP dafür jedenfalls nicht.
Was mir aber gerade noch rechtzeitig auffällt: Wo sind die
Vorwiderstände der LEDs????
Andreas B. schrieb:> Was mir aber gerade noch rechtzeitig auffällt: Wo sind die> Vorwiderstände der LEDs????LEDs? Meinst du die Dioden oben links? Das sind doch die Freilaufdioden
für den Motor.
So, Platine und Komponenten sind bestellt. Mal sehen, wie lange das in
der aktuellen Situation dauert.
Danke erstmal für die Hilfe, ich melde mich, wenn die Diner da sind!
So, falls jemand mal Interesse an disen Pumpen hat:
- Strom ohne Last: 0.06 A
- Strom im Pumpbetrieb: 0.18 A
- Blockierstrom: ca. 1 A
Die 5 W sind also 5 Chinawatt. Gut, dass ich den kleineren MOSFET
genommen habe :).