Hallo zusammen,
nach langer Suche habe ich endlich ein Wega141 Radio bekommen. Das hat
ein schönes Design und wurde nur in sehr geringen Stückzahlen
produziert.
Daher wohl auch diese ungewöhnliche Endstufe, immerhin gab es 1972 schon
die AD161/162 die man üblicherweise findet... das hier hat mich schlicht
überrascht...
Auf die Schaltung gehe ich später ein, erst einmal sage ich "Finde den
Fehler" ;) ... übrigens kein Druckfehler, Schaltbild und Bauteile
stimmen 1:1 überein. Hab es rot markiert, was mir seltsam vorkommt im
Schaltplan.
Bis später,
Serge
Phasenschieber S. schrieb:> 0,6V Basisspannung an T7?
Er hat doch rot markiert, daß 1 Ohm an 0.8V zu 800mA und damit mehr als
die 700mA des Gleichrichters führt.
Tja, damals waren Bauteile halt robuster, da ist gar Strom für den Rest
der Schaltung übrig.
Die Spannungen werden meist ohne Ansteuerung gemessen. Damit am Emitter
von T9 0,8V anstehen, müsste ein Strom von 800mA über R70 fließen. T9
wäre voll leitend und am Kollektor können da keine 16V anstehen. Die
Spannungsangaben sind zweifelhaft.
Unter welchen Bedingungen und womit die Spannunegen gemessen wurden, ist
leider links im Bild abgeschnitten worden. Das zu wissen, würde
wahrscheinlich die Sache einfacher machen.
Paul schrieb:> Damit am Emitter> von T9 0,8V anstehen, müsste ein Strom von 800mA über R70 fließen. T9> wäre voll leitend und am Kollektor können da keine 16V anstehen.
Doch, natürlich. Über R64/R69 wird der DC-Arbeitspunkt von T9 auf 0,8A
geregelt. Man kann auch ablesen, daß der primäre Drahtwiderstand des
Trafos 1Ohm beträgt.
> Die Spannungsangaben sind zweifelhaft.
Nee, die Spannungen sind plausibel.
Paul schrieb:> T9 wäre voll leitend
Diese Ausdrucksweise benutzt man normalerweise nur bei Transistoren im
Schalterbetrieb.
> und am Kollektor können da keine 16V anstehen.
Die 16,2 V relativ zu 17 V auf der Versorgung bedeuten, dass der
Ausgangsübertrager 1 Ω Gleichstromwiderstand auf der Primärseite hat.
Das klingt durchaus plausibel.
Selbst ohne AD161/162: es wird ja ein Ausgangsübertrager verwendet. Da
war es zu der Zeit durchaus üblich, Gegentakt-B-Endstufen mit geteilter
Primärwicklung im Übertrager zu bauen statt so einer Wohnzimmerheizung
mit mehr als 10 W Ruheverlustleistung. Vielleicht hat der Designer ja
zuvor Röhrenschaltungen entwickelt, da liefen viele NF-Endstufen auch
nur Klasse A und produzierten entsprechend Ruheverluste (von der
Heizleistung ganz zu schweigen).
Jörg W. schrieb:> Vielleicht hat der Designer ja> zuvor Röhrenschaltungen entwickelt
Das ist auch meine Vermutung. Immerhin entspricht die Endstufe nahezu
1:1 den damaligen Röhrenschaltungen. Aber 800mA Ruhestrom sind schon
eine Hausnummer, auch für den Übertrager.
Jörg W. schrieb:> Da> war es zu der Zeit durchaus üblich, Gegentakt-B-Endstufen mit geteilter> Primärwicklung im Übertrager zu bauen statt so einer Wohnzimmerheizung> mit mehr als 10 W Ruheverlustleistung.
Das stimmt. Man konnte zwei gleiche Transistoren nehmen und kam mit der
halben Betriebsspannung aus.
Aber ich seh schon, bei dem Fachwissen hier im Forum war mein Rätsel
wohl zu einfach. Das ist auch gut so, danke dass es euch gibt!
Grüße, Serge
Serge W. schrieb:> Das ist auch meine Vermutung. Immerhin entspricht die Endstufe nahezu> 1:1 den damaligen Röhrenschaltungen.
Bis auf die Gleichspannungs-Gegenkopplung. Sowas war bei Röhren nicht
üblich.
> Aber 800mA Ruhestrom sind schon> eine Hausnummer, auch für den Übertrager.
Ja, der dürfte einen ziemlichen Luftspalt haben.
Serge W. schrieb:>> 0,8V an 1Ohm -> 0,8A bei einem Gleichrichter für 700mA>> Exakt ;)
Der Verursacher hat sich vielleicht gedacht, daß man ja mehr Strom
ziehen kann, wenn man den Gleichrichter mit weniger Spannung als
zulässig betreibt. Daß sozusagen nur das Produkt aus max. Strom und max.
Spannung einzuhalten wäre, also halbe Spannung erlaubt doppelten Strom.
Mir ist jedenfalls schon mal ein Typ begegnet, der so dachte.
Serge W. schrieb:> Immerhin entspricht die Endstufe nahezu> 1:1 den damaligen Röhrenschaltungen.
Das war die Zeit, Ende der 60er, kurz nach der Blüte der Röhren. Das
Arbeitspferd 2N3055 mit Ausgangsübertrager.
Wega 141, schönes Teil. Ich habe noch einen (sehr ähnlichen) Verstäker
samt Tuner von Klein + Hummel, der auf seine Restaurierung wartet.
Ralph S. schrieb:> Das Schaltsymbol für R70 ist etwas "besonderes"
Mit solchen Markierungen wurden unterschiedliche Leistungsklassen der
Widerstände gekennzeichnet. Da dürfte es irgendwo eine Legende auf dem
Plan geben.
Jörg W. schrieb:> Mit solchen Markierungen wurden unterschiedliche Leistungsklassen der> Widerstände gekennzeichnet. Da dürfte es irgendwo eine Legende auf dem> Plan geben.
wieder etwas gelernt ... (das meine ich ernst). Bisher hatte ich da dann
nur bspw. gesehen gehabt: 4 Ohm / 1W
korax schrieb:> Naja, 1W halt.
Wer weiß? Wenn für den Entwerfer ein 700-mA-Gleichrichter für 800 mA
Ruhestrom ausreichend war, dann vielleicht auch ein
Viertelwatt-Widerstand für 640 mW Ruheverlustleistung? ;-)
... wenn ich diesen Thread hier lese freue ich mich darüber, dass es
noch andere Liebhaber nostalgischer Radios gibt.
Ich könnte mir heute noch in den Ar*** beißen, dass ich vor ca. 20
Jahren aus Platzmangel meine alten Radios abgegeben habe und ich jetzt
nur noch ein einziges altes Dampfradio Baujahr 1959 habe... (ohne
Transistoren natürlich)
Phasenschieber S. schrieb:> 0,6V Basisspannung an T7?
Für die niedrigere angegebene Spannung an T7 ist höchstwahrscheinlich
das 100kOhm/V Messinstrument verantwortlich dem die Schaltbildwerte
zugrunde liegen. Ein modernes Voltmeter mit 10MOhm wird da einen höheren
Wert anzeigen. Die Messung dürfte auch eine kleine
Arbeitspunktverschiebung verursacht haben.
Naja, 100kR/V Messinstrument ist bei so niederohmigen Schaltungen nicht
wirklich verfälschend. Die Schwellenspannung bei allen in der Endstufe
verbauten Transistoren wird mit 0,6V angegeben, das ist mir erstmal ins
Auge gesprungen, für mich etwas befremdlich, zumal der 2N3055 einen
Basisstrom von 20mA bekommt und damit einen Ruhestrom von 0,8A zieht.
..kein Grund sich zu wundern. Bei Röhrenschaltungen war es überhaupt
nicht unüblich aus Röhren mehr herauszuquetschen als drin ist, warum
sollte man jetzt mit Gleichrichtern anders verfahren?
Die Endröhren eines VOX AC30 wurden regelrecht zerkocht...
Mehr als "aha, erwischt" habe ich da an Verwunderung nicht übrig.
Pille
Phasenschieber S. schrieb:> Naja, 100kR/V Messinstrument ist bei so niederohmigen Schaltungen nicht> wirklich verfälschend.
6 µA Messstrom (im 1-V-Bereich) am 56-kΩ-Vorwiderstand verursachen
reichlich 300 mV Spannungsabfall. Bei gemessenen 0,6 V ist das schon
eine deutliche Verfälschung.
Jörg W. schrieb:> Phasenschieber S. schrieb:>> Naja, 100kR/V Messinstrument ist bei so niederohmigen Schaltungen nicht>> wirklich verfälschend.>> 6 µA Messstrom (im 1-V-Bereich) am 56-kΩ-Vorwiderstand verursachen> reichlich 300 mV Spannungsabfall. Bei gemessenen 0,6 V ist das schon> eine deutliche Verfälschung.
Bei einem möglichen 1.5V Messbereich (150K) komme ich auf 0.57V.
In meiner Familie gibt es als "Erbstück" ein altes Telefunkenradio
ebenfalls mit A-Endstufe und Trafo, die 4 W Ausgangsleistung lieferte.
Der Transistor war damals ein Germanium AD149 oder AD150, also thermisch
deutlich weniger belastbar und deshalb auf einem großen Kühlkörper.
Einmal musste ich den wechseln, aber sonst läuft das Radio praktisch
jeden Tag ohne weitere Schwächen zu zeigen. Als das Radio gebaut wurde,
waren Germanium NPN Transistoren noch teuer und anfälliger als
PNP-Transistoren. So wählte man diese Schaltungstechnik trotz des großen
und auch nicht ganz billigen Trafos.
Ralph S. schrieb:> ... wenn ich diesen Thread hier lese freue ich mich darüber, dass es> noch andere Liebhaber nostalgischer Radios gibt.
Danke dafür :)
Ja, ich hab viele alte Radios hier, aber nicht wie ein Hipster nur als
Deko, sondern ich lege Wert darauf, dass alle Geräte voll funktionsfähig
sind.
Leider kann ich mit den Radios vor 1953 nicht mehr viel machen, außer
ausländische Mittelwellensender zu empfangen. UKW haben die nicht und
Deutschland keinen einzigen MW-Sender mehr. Das ist eine Schande! Jedes
noch so arme 3.Welt Land hat MW-Sender, aber in Deutschland gibt es
keine mehr. Ok, ich bin ja Franzose und auf LW bekomme ich noch
Heimatsender.
Dem Wega 141 hab ich einen neuen Gleichrichter und Elko verpasst (+
Reinigung und neue Skalenbirnen etc... ihr wisst was ich meine, man muss
viel sauber machen) und der Klang ist super. Echt tolles Radio, wenn
auch selten.
Grüße, Serge
Günni schrieb:> Der Transistor war damals ein Germanium AD149 oder AD150, also thermisch> deutlich weniger belastbar und deshalb auf einem großen Kühlkörper.> Einmal musste ich den wechseln, aber sonst läuft das Radio praktisch> jeden Tag ohne weitere Schwächen zu zeigen.
Das ist doch schön. Und freut mich. Der AD149 ist eigentlich recht
robust, du könntest ihn aber -ohne Änderung- durch einen AD166 ersetzen.
Wobei, gibts ja heut alles nicht mehr.
Im täglichen Betrieb habe ein ein Universum/Quelle Röhrenradio was auch
UKW kann. Einizges Problem ist, dass die Genies damals eine Endstufe mit
der Röhre ELL80 konstruiert haben.
Für eine neue ELL80 zahlt man heute locker 50.- Euro, auch bei Ebay
gibts keine Schnäppchen mehr, wer Röhren verkauft kennt den Wert,
leider.
Aber ok, die Röhre hält wirklich lange und wenn ich meine anderen Kosten
gegenrechne... da sind 50.- Euro alle 2 Jahre auch kein Thema.
Grüße, Serge
Serge W. schrieb:> Im täglichen Betrieb habe ein ein Universum/Quelle Röhrenradio was> auch> UKW kann. Einizges Problem ist, dass die Genies damals eine Endstufe mit> der Röhre ELL80 konstruiert haben.>> Für eine neue ELL80 zahlt man heute locker 50.- Euro, auch bei Ebay> gibts keine Schnäppchen mehr, wer Röhren verkauft kennt den Wert,> leider.> Aber ok, die Röhre hält wirklich lange und wenn ich meine anderen Kosten> gegenrechne... da sind 50.- Euro alle 2 Jahre auch kein Thema.>> Grüße, Serge
Wie wäre es mit einem kleinen einsteckbaren PCB Adapter und zwei
EL90/95?
Serge W. schrieb:> Leider kann ich mit den Radios vor 1953 nicht mehr viel machen, außer> ausländische Mittelwellensender zu empfangen.
Aber einen TA-Eingang.
Ohne große Eingriffe Platten abspielen, Tonband abspielen, MP-3 Plaer
abspielen, Bluetooth ...
michael_ schrieb:> Aber einen TA-Eingang.> Ohne große Eingriffe Platten abspielen,
Ohne RIAA-Vorverstärker brauchst Du dazu einen Kristalltonabnehmer. So
richtig schön wird das eher nicht.
Serge W. schrieb:> ELL80Serge W. schrieb:> 50.- Euro alle 2 Jahre
Warum verschleißt die so stark?
Es sind heute noch genügend Werkstattradios im Betrieb, die mit der
erstbestückten EL84 durchdudeln!
Üblicherweise muss die ECC85 regelmäßig getauscht werden.
Serge W. schrieb:> Ok wegen der Nachfragen: Hier der komplette Schaltplan :)
Danke, wollte mich gerade auf die Suche machen ...
Klassischer Superhet. Man sieht, daß sich die Entwickler noch von den
Röhrengeräten 10 Jahre vorher haben inspirieren lassen. Im HF-Bereich
alles Germanium. AF106/121 im UKW-Tuner (statt ECC85), AF201 als
ZF-Verstärker (EF89), 2x AA112 als Demodulator (EABC80). Fehlt nur das
magische Auge (EM84).
Klassische Bestückung um 1959: ECC85 - ECH81 - EF89 - EABC80 - EL84 -
EM84 oder ähnlich.
Dazu ein schöner Schaltplan, mit allen wichtigen Angaben. Das waren
Zeiten wo ein Radiomechaniker noch einzelne Bauteile ausgetauscht hat,
20 Jahre später waren es nur noch Platinen, die getauscht wurden und die
Anzahl derer, die tatsächlich wußten was sie da machen wurde weniger.
Serge W. schrieb:> Echt tolles Radio, wenn auch selten.
Ja, ein schönes Stück Technik. Finde ich klasse, daß Du so ein Radio am
Leben erhälst. So etwas sollte nicht auf dem Dachboden verstauben
sondern tatsächlich (täglich) in Gebrauch bleiben.
Marek N. schrieb:> Es sind heute noch genügend Werkstattradios im Betrieb, die mit der> erstbestückten EL84 durchdudeln!> Üblicherweise muss die ECC85 regelmäßig getauscht werden.
Die EL84 ist ja quasi der VW-Käfer der Endstufenröhren.
David P. schrieb:> Ein Trimmpoti mit 4 Beinen wurde noch nie gesichtet (R57)
Das ist kein Trimmpoti sondern der Lautstärkesteller. Und der vierte
Anschluss war durchaus üblich, damit machte man nämlich die
Loudness-Korrektur.
David P. schrieb:> Ein Trimmpoti mit 4 Beinen wurde noch nie gesichtet (R57)
Das ist ein normales Poti zur Lautstärkeeinstellung mit Anzapfungen für
die "gehörrichtige Lautstärke", also Bassanhebung bei niedrigen
Frequenzen und geringer Lautstärke.
Kenne ich mit bis zu 3(!) Anzapfungen.
(Mist! HildeK war schneller...)
MfG
Johannes
Mohandes H. schrieb:> Die EL84 ist ja quasi der VW-Käfer der Endstufenröhren.
Ja das stimmt. Allerdings ist eine ELL80 mimosenhaft empfindlich und
hält bei täglichem Betrieb wirklich nur 2 Jahre. Erst muss man die
Lautstärke nachregeln und irgendwann kommt nur noch Krächtzen und
Verzerrungen aus dem Lautsprecher.
Für den Umbau auf 2x EL95 ist leider kein Platz. Alternativ kann man
-ohne Änderung- eine ECLL800 einstecken, aber die kostet genau so viel
;/
David P. schrieb:> Ein Trimmpoti mit 4 Beinen wurde noch nie gesichtet (R57)
Wird der Lautstärkesteller mit gehörrichtiger Lautstärkeregelung an der
Anzapfung sein. Trimmer werden anders gezeichnet.
Bei mir werkelt schon seit 15 Jahren täglich ein Grundig Satellit 6001.
Der gute UKW Empfangsteil und Lautsprecherklang läßt große Freude
aufkommen. Zuverläßig ist er allerdings nicht übermässig. Mußte schon
das Netzteil, den NF Verstärker und die KW Trommel-Tuner Vorstufe
auswechseln. Auf KW funktioniert er gut. Alle paar Jahre braucht er eine
kleine Instandsetzung. Toll ist er auf alle Fälle.
An dieser Generation von Geräten konnte man noch richtige Freude haben.
Ich habe dieses Gefühl bei dem neuen Digitalen Zeugs eigentlich nicht im
selben Maße. Allerdings sind gute Digitale Mediageräte auch nicht zu
verachten wenn die Qualität da ist und die Ergonomie passt.
Serge W. schrieb:> Mohandes H. schrieb:>> Die EL84 ist ja quasi der VW-Käfer der Endstufenröhren.>> Ja das stimmt. Allerdings ist eine ELL80 mimosenhaft empfindlich und> hält bei täglichem Betrieb wirklich nur 2 Jahre. Erst muss man die> Lautstärke nachregeln und irgendwann kommt nur noch Krächtzen und> Verzerrungen aus dem Lautsprecher.>> Für den Umbau auf 2x EL95 ist leider kein Platz. Alternativ kann man> -ohne Änderung- eine ECLL800 einstecken, aber die kostet genau so viel> ;/
Schade. Ich hätte gehofft, daß auf diese Weise eine billigere Reparatur
möglich wäre.
Gerhard O. schrieb:> Schade. Ich hätte gehofft, daß auf diese Weise eine billigere Reparatur> möglich wäre.
Ist doch kein Problem ;) Danke für die Idee!
Alte Radios setzt ich gerne instand, allerdings liegt mein Interesse
eher an historischen Fernsehgeräten. So wie auch der von mir immer
erwähnte "Philips Goya" von 1969. SW-Geräte habe ich oft repariert, aber
der Philips war einer der ersten Farbfernseher überhaupt.
28 Röhren, 350W Leistungsaufnahme, Röntgenstrahlung von der PD500 und
noch so vieles. Dennoch habe ich gestern die Tagesschau mit Judith
Rakers darauf gesehen. Muss echt mal ein Foto machen.
Da muss man schon ein bissl was können, um den Fernseher zu erhalten.
Ohne Selbstlob jetzt, es ist einfach so.
Der echte MaWin hat das mal toll beschrieben, was ich da treibe:
----Uff, unser erster Farbiger. Modell Wohnungsbrand. Tausend
Konvergenzregler, trotzdem keine Konvergenz. Glücklicherweise seit 40
Jahren auf dem Schrott. Die Stromrechnung macht auch arm-----
Ich hingegen erhalte das Gerät, auch wenn es einiges an Arbeit kostet.
Sind eben auch wertvolle Erinnerungen mit verbunden. Kindheit, erste
Liebe, erstes Küssen bei einem Film vom Betamax Rekorder...
Ok, ich lass euch jetzt in Ruhe ;)
Grüße, Serge
Serge W. schrieb:> 28 Röhren, 350W Leistungsaufnahme, Röntgenstrahlung von der PD500 und> noch so vieles.
Dann müsstest du dir jetzt als Gegenstück noch einen Color 20 von rft
hinstellen. ;-) Hat es wohl knapp verpasst, Europas erster "voll
transistorisierter"¹ Farbfernseher zu werden damals.
Allerdings fehlen dann die sentimentalen Erinnerungen. :-)
(Wir hatten zu der Zeit nur Schwarzweiß.)
¹ Neben der obligatorischen Bildröhre war auch die
Hochspannungsgleichrichtung nocht mit einer Röhre. Irgendein britischer
Fernseher hatte ihm dann den Rang um ein paar Monate abgelaufen.
Jörg W. schrieb:> Dann müsstest du dir jetzt als Gegenstück noch einen Color 20 von rft> hinstellen. ;-) Hat es wohl knapp verpasst, Europas erster "voll> transistorisierter"¹ Farbfernseher zu werden damals.>> Allerdings fehlen dann die sentimentalen Erinnerungen. :-)
Ja, den kenne ich ;) Da war die DDR dem Westen um einiges Voraus. Der
Color 20 (zum 20. Geburtstag der DDR) war eine Meisterleistung, alles
Halbleiter, keine Röhren (Ausnahme: EY51 im Hochspannungsteil).
Ach so, hab noch ein Foto (allerdings nicht gut geworden) vom Philips
Goya
Grüße, Serge
Percy N. schrieb:> michael_ schrieb:>> Aber einen TA-Eingang.>> Ohne große Eingriffe Platten abspielen,>> Ohne RIAA-Vorverstärker brauchst Du dazu einen Kristalltonabnehmer. So> richtig schön wird das eher nicht.
Wenn dein dummer Plattenspieler keine normalen Audiopegel ausgeben kann,
dann bau deinen RIAA gefälligst da ein!
Wem der 1n am Eingang missfällt, kann ihn ja auslöten.
Gerhard O. schrieb:> Bei mir werkelt schon seit 15 Jahren täglich ein Grundig Satellit 6001.
Und bei mir dudelt täglich ein RFT-Prominent mit GE-Transis von 1980.
Kann mich an keine Reperatur erinnern. Außer Staub wischen.
Jörg W. schrieb:> Dann müsstest du dir jetzt als Gegenstück noch einen Color 20 von rft> hinstellen. ;-) Hat es wohl knapp verpasst, Europas erster "voll> transistorisierter"¹ Farbfernseher zu werden damals.Jörg W. schrieb:> ¹ Neben der obligatorischen Bildröhre war auch die> Hochspannungsgleichrichtung nocht mit einer Röhre.
Das ist nur zum Teil richtig.
Die ersten Geräte hatten eine Röhren-Dioden Kaskade.
Aber nicht so eine Diode wie in den SW-Geräten.
Die Röhren-Dioden waren in einem mit Öl gefüllten Blechbehälter.
Eckig in der Größe einer Konservendose.
Die wurden dann ganz schnell durch Selenstab-Dioden ersetzt.
Es gab Ärger wegen ausgelaufenem Öl.
Später gab es Si-Dioden.
Wobei, ich habe in den 1980er Jahren Bekannte in der DDR besucht, was
nicht ganz einfach war, da ich bis heute keine deutsche
Staatsbürgerschaft habe.
Vom "Color20" konnten die aber nur träumen. Fernsehen hatten die, sogar
Westempfang, bis linientreue FDJ-ler die Antennen abgebaut haben.
Jedenfalls war der Fernseher ein russisches Modell, hatte einen
Grünstich und man konnte Fernsehen zum ersten Mal riechen ;) Der stand
in der Ecke und die Rückwand war entfernt worden. Krasses Teil, fehlt
mir noch in Der Sammlung, aber ich weiß nicht mehr den Hersteller.
Grüße, Serge
Michael B. schrieb:> Phasenschieber S. schrieb:>> 0,6V Basisspannung an T7?>> Er hat doch rot markiert, daß 1 Ohm an 0.8V zu 800mA und damit mehr als> die 700mA des Gleichrichters führt.
Damals wurden oft zwei Werte angegeben.
Einer ohne kühlung.
Und der Zweite mit Kühlung.
TO, ist der gekühlt?
Ist das Selen?
Serge W. schrieb:> Wobei, ich habe in den 1980er Jahren Bekannte in der DDR besucht, was> nicht ganz einfach war, da ich bis heute keine deutsche> Staatsbürgerschaft habe.
Arme Sau. Lerne die idiotischen Fragen, die ich als eingeborener
Deutscher nicht beantworten vermag.
Ja, und wir kamen uns da vor, wie zu einer Affenschau :-)
> Vom "Color20" konnten die aber nur träumen. Fernsehen hatten die, sogar> Westempfang, bis linientreue FDJ-ler die Antennen abgebaut haben.
Antennen wurden 1965 abgesägt, da gab es noch kein Farbfernsehen.
1980 gab es CHROMAT, Hatte fast jeder.
> Jedenfalls war der Fernseher ein russisches Modell,
Rubin oder Raduga.
Hatten 500W bis 800W.
Strom kam ja aus der Steckdose vollbiologisch von verkohlten Bäumen.
Serge W. schrieb:> Ja, den kenne ich ;) Da war die DDR dem Westen um einiges Voraus. Der> Color 20 (zum 20. Geburtstag der DDR) war eine Meisterleistung, alles> Halbleiter, keine Röhren (Ausnahme: EY51 im Hochspannungsteil).
"Voraus" wären wir gewesen, wenn man das Gerät auch tatsächlich in
Stückzahlen produziert hätte und man es einfach so, im Laden hätte
kaufen können.
Und mit steigenden Stückzahlen der Preis gefallen wäre.
Aber so? 100, oder von mir aus auch 1000 Stück im Jahr zusammen zu
dengeln um damit verdiente Genossen sowie Armee- und Stasi Ferienheime
zu beglücken, war eine ganz erbärmliche, lächerliche Propagandanummer.
Weiter nichts!
Aber immerhin, die damals mit dem Besitz eines solchen Geräts geadelten,
schwärmen offensichtlich noch heute von den Privilegien die sie damals
genießen konnten.
Endlich hatte man einmal ein Statussympol, das für den langhaarigen,
Jeans tragenden und Rias hörenden Nachbarn, vorerst unerreichbar war.
Da schwelgen die treuen Genossen auch heute noch gern in Erinnerungen an
ihre große Zeit...
> Ach so, hab noch ein Foto (allerdings nicht gut geworden) vom Philips> Goya
Das sieht aber echt gut aus! Ok, dieser helle horizontale Streifen würde
heute vielleicht auf Dauer ein wenig nerven. Früher hat man so etwas
überhaupt nicht bemerkt.:-)
michael_ schrieb:> Antennen wurden 1965 abgesägt, da gab es noch kein Farbfernsehen.
Du warst dabei?
Der propaganda Irrglaube
> CHROMAT, Hatte fast jeder.
ist eigentlich nur mit intensivster Rotlichtbestrahlung erklärbar, die
bis heute nachwirkt...
Farb TV Quote DDR 1989: 20% oder so...
alles so bunt hier schrieb:> michael_ schrieb:>>> Antennen wurden 1965 abgesägt, da gab es noch kein Farbfernsehen.>> Du warst dabei?> Der propaganda Irrglaube
Nein.
Aber 1966 war das vorbei!
Im Gegensatz zu dir habe ich in dieser Zeit gelebt.
alles so bunt hier schrieb:>> CHROMAT, Hatte fast jeder.>> ist eigentlich nur mit intensivster Rotlichtbestrahlung erklärbar, die> bis heute nachwirkt...
Im Gegensatz zu deiner blödsinnigen Bemerkung habe ich in der
Zulieferung gearbeitet.
Und kenne die Stückzahlen.
alles so bunt hier schrieb:> Farb TV Quote DDR 1989: 20% oder so...
Oder so...
michael_ schrieb:> Damals wurden oft zwei Werte angegeben.> Einer ohne kühlung.> Und der Zweite mit Kühlung.
Ja, das ist wohl der entscheidente Hinweis.
Auch lt. meiner Erinnerung ist ein B30C700 eine
Selen-Gleichrichterbrücke, genau Bezeichnung
B30C1200/700
ungekühlt: 30V/700mA
gekühlt: 30V/1200mA
Könnte man sich ja einmal "am Gerät real/per Foto"
ansehen, dann wäre der "Fehler" ggf. eben keiner...
David P. schrieb:> Ein Trimmpoti mit 4 Beinen wurde noch nie gesichtet (R57)
Das ist erstens kein Trimmpoti, sondern der Lautstärkesteller.
Und zweitens war das früher gar nicht unüblich, daß Lautstärkepotis eine
Anzapfung für physiologisch korrekte Lautstärkeeinstellung (aka.
Loudness-Korrektur) aufwiesen.
Die sorgt bei geringer Lautstärke für eine Tiefton-Anhebung...
So eine Loudness-Schaltung über Poti-Anzapfung hat selbst einer meiner
HiFi-Verstärker aus den 1990er Jahren. In diesem Falle sogar schaltbar.
Nach dem Exkurs durch Röhren (die ich in Darlington Schaltung übrigens
nicht kenne - von wegen 1:1 aus Röhrenschaltung gekupfert):
Mich würde jetzt ja doch interessieren, was du im realen Gerät an Strom
und/oder Spannung an dem besagten Punkt misst.
Norbert H. schrieb:> eventuell ist R70 nicht 1 Ohm, sondern 10 Ohm.
Wäre auch meine Vermutung. Was sagt denn die Widerstandsmessung?
Hallo,
Serge W. schrieb:> Jedenfalls war der Fernseher ein russisches Modell, hatte einen> Grünstich und man konnte Fernsehen zum ersten Mal riechen ;) Der stand> in der Ecke und die Rückwand war entfernt worden. Krasses Teil, fehlt> mir noch in Der Sammlung, aber ich weiß nicht mehr den Hersteller.
Könnte ein Raduga 5BG gewesen sein. Grünstich war typisch weil nur
wenige die wirklich reparieren und vor allem einstellen konnten.
Thermisch grenzwertig in einer Schrankwand mit zu wenig Platz.
Der Raduga 5BG war mein erster Farb-TV, für 50,- als Schrott aus einem
A&V-Keller gekauft. An Unterlagen und Ersatzteile kam ich problemlos
ran, hatte letztlich ein Super-Bild. Man musste sich wirklich mit der
Service- und Einstellanleitung auseinandersetzen und diese akribisch
einhalten.
Die Farbdifferenzansteuerung mit der Art der Grün-DeMatrizierung hatte
da mehrere Tücken. ZF und Secam-Dacoder auch. Ich habe nie ein besseres
Secam-Bild gesehen, weder auf Ost noch auf Westgeräten (der 80er),
Secam-Feuern erst bei Sättigungswerten, wo andere schon aufgaben.
Kam dann noch ein PAL-Decoder (Staßfurt, die erste Version vom Chromat
("Henkeldecoder") rein.
In der zweiten Hälfte der 80er waren die Raduga hier eigentlich schon
ausgestorben, Color 20 und 21 auch. Chromat, dann die Colortron und
Colormatreihe, waren zwar knapp und teuer (4000 - 6000 Mark), aber schon
merklich verbreitet.
Berlin war da sicher im Vorteil und FDJ-ler haben hier selbst in den
60ern keine Antennen abgesägt.
Gruß aus Berlin
Michael
Michael U. schrieb:> Könnte ein Raduga 5BG gewesen sein.
"Lieber 'ne SS20 im Garten als ein Raduga in der Schrankwand." ;-)
Die Dinger hatten noch eine Ballast-Triode, die ziemlich viel Wärme
umgesetzt hat.
alles so bunt hier schrieb:> Aber immerhin, die damals mit dem Besitz eines solchen Geräts geadelten,> schwärmen offensichtlich noch heute von den Privilegien die sie damals> genießen konnten.
Hahaha. Wir hatten den abgelegten "Patriot" meiner Oma bekommen zu der
Zeit. Bildröhre mit 43 cm, und das Zeilentrafo-Fiepen konnte ich (im
Gegensatz zu meinen Eltern) als Kind deutlich hören, sowie man den Raum
betrat.
Geht nun weit weg vom "Wega", aber ich glaube, zu dem war alles Wichtige
ja geschrieben worden.
Matthias S. schrieb:> Norbert H. schrieb:>> eventuell ist R70 nicht 1 Ohm, sondern 10 Ohm.>> Wäre auch meine Vermutung. Was sagt denn die Widerstandsmessung?
Nö, damit wäre der 2N3055 nicht im A-Betrieb. 80mA für einen solchen
Boliden wäre gerademal B-Betrieb und somit wäre der Klang, wenn mman
dann überhauptnoch von Klang sprechen könnte, gruselig.
Ganz abgesehen von der daraus resultierenden riesigen Gegenkopplung und
folgedessen geringen Verstärkung.
HildeK schrieb:> David P. schrieb:>> Ein Trimmpoti mit 4 Beinen wurde noch nie gesichtet (R57)>> Das ist kein Trimmpoti sondern der Lautstärkesteller. Und der vierte> Anschluss war durchaus üblich, damit machte man nämlich die> Loudness-Korrektur.Johannes R. schrieb:> David P. schrieb:>> Ein Trimmpoti mit 4 Beinen wurde noch nie gesichtet (R57)>> Das ist ein normales Poti zur Lautstärkeeinstellung mit Anzapfungen für> die "gehörrichtige Lautstärke", also Bassanhebung bei niedrigen> Frequenzen und geringer Lautstärke.Roland S. schrieb:> David P. schrieb:>> Ein Trimmpoti mit 4 Beinen wurde noch nie gesichtet (R57)>> Wird der Lautstärkesteller mit gehörrichtiger Lautstärkeregelung an der> Anzapfung sein. Trimmer werden anders gezeichnet.Thorsten S. schrieb:> David P. schrieb:>> Ein Trimmpoti mit 4 Beinen wurde noch nie gesichtet (R57)>> Das ist erstens kein Trimmpoti, sondern der Lautstärkesteller.> Und zweitens war das früher gar nicht unüblich, daß Lautstärkepotis eine> Anzapfung für physiologisch korrekte Lautstärkeeinstellung (aka.> Loudness-Korrektur) aufwiesen.> Die sorgt bei geringer Lautstärke für eine Tiefton-Anhebung...
Eine Menge schlaue Leute hier und vier nahezu identische Antworten.
Wie in der Schule vom Nebensitzer abgeschrieben ;-)
Diesmal so ganz ohne das übliche Hauen und Stechen ...
Jörg W. schrieb:> Michael U. schrieb:>> Könnte ein Raduga 5BG gewesen sein.>> "Lieber 'ne SS20 im Garten als ein Raduga in der Schrankwand." ;-)
Auch "Zimmerbrand aus Freundeshand" genannt. :-))
David P. schrieb:> Diesmal so ganz ohne das übliche Hauen und Stechen ...
Weil hier überwiegend "alte Säcke" unterwegs sind, die sich noch zu
benehmen wissen ;-)
Nachtrag zum Color 20: Nur die Vorserie von 1969 hatte EY51 in der
Hochspannungserzeugung. Ab 1970 waren dann Selenkaskaden drin.
Kennengelernt habe ich das Gerät auf der Offiziersschule. Dort hatten
wir eins im Klubraum.
Privat hatte ich erst sehr viel später einen.
Phasenschieber S. schrieb:> Weil hier überwiegend "alte Säcke" unterwegs sind, die sich noch zu> benehmen wissen ;-)
Genau so isses. Die noch sachliche Beispiele von der Politik trennen
können, also auch einmal akzeptieren können, das im anderen System und
anderen Zeit auch was gut oder besser gebaut wurde.
Hehehe, schau Dir die Uhrzeiten an. Jeder schreibt an "seiner" Antwort,
formuliert um, fügt Absätze ein, prüft die Rechtschreibung, schickt
letztendlich ab. Der Zeitstempel ist da schon verjährt. Mehr oder minder
alle gleichzeitig.
Im Übrigen ist das nicht nur eine Anhebung der Bässe bei kleiner,
eingestellter Lautstärke - es ist eine Anhebung der Bässe und der Höhen.
Ganz angeberisch heisst das dann "physiologische Lautstärkeeinstellung".
Der Vorteil dieser direktgekoppelten Endstufenschaltung liegt
hauptsächlich in der automatisch geregelten Arbeitspunkteinstellung.
Weder muss in der Fertigung die Mittenspannung noch der Ruhestrom
eingestellt werden (Personalaufwand, Arbeitszeit), noch braucht der
Verstärker eine stabilisierte Betriebsspannung. Die Endstufe braucht
auch keinen extra zu montierenden Heissleiter auf dem Kühlblech, sie
kann nicht "thermisch weglaufen".
"Gepaarte Endtransistoren" braucht sie auch nicht, echt komplementäre
auch nicht.
Dass sie ordentlich heizt, mag man im zeitgenössischen Zusammenhang
sehen. Die damals noch gar nicht "sooo" veralteten Vollröhrengeräte
heizten insgesamt mehr. Hier sind die HF und ZF Stufen bereits alle
transistorisiert, insgesamt ist also die Leistungsaufnahme aus dem
Stromnetz "gesunken".
Phasenschieber S. schrieb:> Nö, etc. pp
Trotzdem kann es ja nicht stimmen, was da im Schaltplan steht. Da du
selber das Gerät nicht hast, ging die Frage auch an den TE und nicht an
dich.
Matthias S. schrieb:> Trotzdem kann es ja nicht stimmen, was da im Schaltplan steht.
Was soll da nicht stimmen?
> Da du selber das Gerät nicht hast, ging die Frage auch an den TE und nicht > an
dich.
Warum so greizt?
Wir besprechen alle gemeinsam den Schaltplan, jeder darf seine Meinung
dazu sagen.
Wenn du nur mit dem TO kommunizieren möchtst, dann schreib ihm eine
Mail.
michael_ schrieb:> Wenn dein dummer Plattenspieler keine normalen Audiopegel ausgeben kann,> dann bau deinen RIAA gefälligst da ein!
Irgendwann wurst auch Du zur Kenntnis nehmen, dass es sich nicht nur um
eine Frage des Pegels handelt.
Wennˋs Euch interessiert möchte ich hier (langatmig) über einen wirklich
gemeinen Fehler im Grundig Satellit 6001 berichten.
Alle paar Monate ging spontan die Netzteilsicherung der Netzteileinheit
kapputt. Bei der Fehlersuche ergab sich auf der 9V Spannungsversorgung
empfängerseitig fast ein Kurzschluß. Dadurch wurde auch der
Serientransistor, irgend ein Ge Typ, das einfache, nicht geschützte
Netzteil beschädigt. Dann verschwand der Kurzschluss wieder mysteriös,
bevor ich den Übeltäter eingrenzen konnte, um dann nach ein paar Monaten
normalen Betriebes dann spontan wieder aufzutreten.
Das Netzteil baute ich in der Zwischenzeit auf 7908 mit zwei Dioden im
Massezweig um. Danach ging nur noch die Sicherung kaputt um dann wieder
zu funktionieren bevor ich Fehler eingrenzen konnte.
Als dann wieder einmal die Sicherung ging, machte ich mich wieder einmal
an die (futile) Fehlersuche und entdeckte endlich dann den Schluß
zwischen Basis und Gehäuse des am ZF Verstärker montierten
NF-Ausgangstransistor, ein AC187, der dort mit einer M3 Schraube
montiert war, der für das Durchbrennen der Sicherung verantwortlich war.
(Das Kühlblech ist mit +9V verbunden) Da AC187 Ge-Gesellen in Kanada
schwer zu bekommen sind, fügte ich als vorübergehende Abhilfe eine
Glimmer-Isolationscheibe und Silikon Wärmeleitpaste zwischen Transistor
und Kühlblech ein und seitdem ist der Spuk weg und das Teil funktioniert
wieder zuverlässig. Uff! Das war wirklich ein gemeiner Fehler und
brachte mich fast am Rande des Wahnsinns;-)
Nachtrag:
Ich empfehle übrigens das Netzteilmodul mit einem Dreibeiner umzubauen
weil das Originalnetzteil bei größeren Lautstärken durch Einbruch der
Versorgungsspannung bei den Stromspitzen im Bassbereich zu Verzerrungen
führt. Mit dem Dreibeiner kann man weit aufdrehen ohne daß es verzerrt.
Einziger Nachteil ist, daß beim Anlegen der Netzspannung ein leiser Plop
hörbar ist, was die Originalschaltung nicht tut.
Phasenschieber S. schrieb:> Wenn du nur mit dem TO kommunizieren möchtst, dann schreib ihm eine> Mail.
Servus, Mail ist nicht nötig, bin ja hier.
Wie ich schrieb, die Spannungen und Bauteilwerte sind keine Druckfehler.
Es fließen 800mA dauerhaft über den Übertrager, Transistor und
Emitterwiderstand. Der Gleichrichter ist Selen, nicht gekühlt. Hab ich
aber durch Si ersetzt, bei der geringen Spannung macht das auch nichts.
Hab ich eben 19V statt 17V, kritisch ist sowas erst bei Röhrenradios
wenn es um 300V Anodenspannung geht. Da muss man schon einen
Lastwiderstand nach Gleichrichtertausch einbauen.
Sonst funtioniert das Radio wieder einwandfrei. Mit den vermuteten 10R
statt 1R hätte man nur 80mA und käme damit niemals auf die 5W
Ausgangsleistung. Außerdem hätte man sich den damals teuren 2N3055 dann
auch sparen können.
Trotzdem selten, ich habe noch ein Grundig RF411 aus dem gleichen Jahr
und das kommt ohne Übertrager aus, klassische AB Endstufe mit AC187/188.
Schönen Samstag,
Serge
So, hier noch die Fotos. Einmal den Gleichrichter ohne Kühlung und
einmal das Gerät nach Restauration, war sehr dreckig innen wie außen,
aber hat sich gelohnt.
Grüße, Serge
Serge W. schrieb:> klassische AB Endstufe mit AC187/188.
Das erinnert mich an meinen ersten Verstärker mit AC187/188. 'K-Typen',
mit Kühlklotz. Immerhin mit BC107 in der Vorstufe. Bei aller schönen
Nostalgie, nicht alles war früher besser. Schlechter Klang, lag
vielleicht (bestimmt) auch an meinen schlechten Elektronikkenntnissen
damals. Oder an den schlechten Lautsprechern.
Meine ersten Verstärker baute ich auf Stücken von Pertinax (abgesägte
Tischplatten) auf.
Kurz darauf entdeckte ich den 2N2055.
Nichtverzweifelter schrieb:> Wahrscheinlich eher den 3055 ;-)
Äh, ja der 2N3055! Ich war in Gedanken bei den Germaniumklötzen ...
> was stimmt hier nicht?
Wobei Radiohören zur Zeit auch keinen Spaß macht. Natürlich gibt es gute
Sendungen nach wie vor.
Aber angenommen ich schalte das Radio auf einem beliebigen Sender ein
und müsste jedes Mal wenn die Worte "Corona" oder "Infektionsgeschehen"
fallen einen Schnaps trinken, dann wär ich nach zwei Minuten voll ;/
Gilt nicht für Ossis, die haben eine andere Leber verbaut.
Duck und weg
Serge W. schrieb:> Einmal den Gleichrichter ohne Kühlung
Nun ja,
verbaut sind die ja nicht, ggf. reicht das ja dann schon,
etwas "Konvektion" sollte da ja da sein...
Dazu kommt wohl:
Selen-Gleichrichter sind ja Flächenhalbleiter, da gibt
es wohl schon den (geringen...) Effekt:
Weniger Nenn- als Max-Spannung erhöht den Max-Strom.
Wenn ich mich richtig erinnere sind das so 15% bei größeren
Spannungsunterschiede, hier wohl ggf. nur so etwas 5%.
Macht ca. 'nur' 70mA, die dann "weggekühlt" werden müßen,
zumal ja auch die Auslegungstemperatur der max. Werte bei
Selen wohl schon selbst bei 'hohen' 35°C lag...
Möglich auch, daß die Bezeichnung 'B30C700 lt' auf
irgend etwas 'ausgemessenes/selektierte' hindeutet.
Man müßte da ggf. eben ein Datenblatt des speziellen
'B30C700 lt' finden...
Mohandes H. schrieb:> Meine ersten Verstärker baute ich auf Stücken von Pertinax (abgesägte> Tischplatten) auf.
Als 14 Jähriger baute ich damals meine ersten Transistorschaltungen und
Verstärker auf glatten, starken farbigen Bürokarton auf. Mit einer Nadel
durchstoß ich die Löcher für die Komponenten. Sag von oben ganz
manierlich wie eine LP aus. Nur auf der anderen Seite, naja...
Einige Transistoren mußten hin und wieder, meinen damals begrenzten
Kenntnissen wegen, ihr Leben aushauchen was das Taschengeldbudget dann
schmerzlich belastete und strapazierte.
Serge W. schrieb:> war sehr dreckig innen wie außen,
Harmlos!
Du hast noch kein richtig verdrecktes Radio gesehen.
Werkstattradio, voll mit Spinnweben, toten Käfern und lebenden Spinnen.
Raucherradio.
...
Ratgeber schrieb:> Unter welchen Bedingungen und womit die Spannunegen gemessen wurden, ist> leider links im Bild abgeschnitten worden. Das zu wissen, würde> wahrscheinlich die Sache einfacher machen.
be smart...
https://www.radiomuseum.org/r/wega_141.html
;)
Hallo, interessanter Thread. Bei der Gelegenheit möchte ich mal eine
Frage stellen, die ich mir schon vor langer Zeit gestellt habe.
Warum verwendete man bei frühen Germaniumendstufen einen galvanisch
trennenden Ausgangsübertrager? Die Primärimpedanz war doch nicht mehr
sooo weit entfernt von üblichen Schwingspulenimpedanzen, und je geringer
das Übersetzungsverhältnis sein muss, um so eher lohnt sich ein
Spartrafo.
Denkt man den Gedanken konsequent zu Ende, passt man die Schwingspule
der Kollektor-Kollektor-Impedanz der Gegentaktendstufe an (z.B. 16 statt
4 Ohm)und benötigt nur noch eine Gegentakt-Drossel damit der
Gleichanteil abfließen kann.
Vorteile:
- plus 25% Ausgangsleistung da die Trafoverluste wegfallen
- die Gegentaktdrossel braucht für die gleiche Induktivität weniger
Eisen und Kupfer
- Kostenersparnis und Gerät ein paar Gramm leichter
Eine derartige Endstufe habe ich in alten Bastelbüchern oder
Schaltplänen noch nie gesehen. Immer nur mit "Trenn"trafo.
Herrmann schrieb:> Die Primärimpedanz war doch nicht mehr sooo weit entfernt von üblichen> Schwingspulenimpedanzen
Wenn du dir reale Übertrager aus der Zeit ansiehst, in der Regel schon.
Man konnte halt neben der Gegentakt-Einspeisung auch gleich überhaupt
eine Impdedanzanpassung vornehmen.
Hier mal eine Seite aus Karl-Heinz Schuberts "Radiobastelbuch" mit
typischen Übertragerdaten dieser Zeit.
Hallo Jörg,
ist ja witzig, genau dieses Radiobastelbuch habe ich auf meinem
Schreibtisch liegen :) Du hast ja als Beispiele leistungsmäßige
"Kopfhörer"-Endstufen mit Vorstufentransistoren gebracht.
Schauen wir uns doch mal aus diesem Radiobastelbuch eine richtige
Germaniumendstufe (10W) mit 2 x GD242b an:
Ausgangsübertrager:
Kern M74
primär 2 x 93 Wdg. CuL 1mm
sekundär 100 Wdg. CuL 1,3mm
Lautsprecher 6 Ohm
Das macht ein Spannungs-Übersetzungsverhältnis ÜU von 1,86 : 1 und
folglich ein Impedanz-Übersetzungsverhältnis ÜZ = ÜU² = 3,46 : 1 und
entspricht somit einem Primär-Lastwiderstand von (6 Ohm * 3,46 =) 20
Ohm.
Passen wir nun die Versorgung leicht an (Spannung leicht runter, Strom
leicht rauf) kann man die Schaltung locker auf eine ziemlich
gebräuchliche Schwingspulenimpedanz von 16 Ohm optimieren.
Die kleineren Schaltungen mit GC301 oder GD110 würden sich für
Schwingspulen von 30 bis 50 Ohm eignen welche es in der Germaniumzeit
auch schon gab und zwar als Lautsprecher-Mikrofone in
Gegensprechanlagen. Wobei ja auch immer noch Luft ist die Schaltungen zu
etwas niedrigeren Impedanzen hin zu optimieren.
Herrmann schrieb:> Passen wir nun die Versorgung leicht an (Spannung leicht runter, Strom> leicht rauf) kann man die Schaltung locker auf eine ziemlich> gebräuchliche Schwingspulenimpedanz von 16 Ohm optimieren.
Naja, gebräuchlich waren die 16 Ω nicht so sehr, mehr 8 Ω. Mein
Elektronikbaukasten hatte damals welche mit 15 oder 16 Ω, wirklichen
Ersatz für die (irgendwann mal durchgebrannten) konnte ich nicht finden.
In dem Moment, da die Impedanzverhältnisse sich 1:1 annäherten, war man
dann halt auch schon so weit, dass der Übertrager eh als überflüssiger
Ballast angesehen werden konnte, und man baute "eisenlose" Endstufen.
AC187/188 und AD161/162 konnten sich noch 'ne Weile halten, aber das
Ende des Germanium-Zeitalters war da eh schon eingeläutet worden.
Ja, die Zeit war schnellebig in der Halbleiter-Schaltungstechnik.
Habe da mal einen spekulativen Erklärungsansatz: Die Lager waren voll
mit 4- und 6 Ohm-Lautsprechern (seit der Röhrenära üblich) und die
Produktionsanlagen wollte man im laufenden Betrieb nicht auf 16
Ohm-Schwingspulen umrüsten. Und technologisch waren schon eisenlose
Kompementärendstufen angekündigt, wo die Transistoren wechselstrommäßig
parallel arbeiten und man wusste dass man dann 4 bis 8 Ohm weiter
benötigen würde.
Folglich wäre die 16 bis 32 Ohm-Ära mit Gegentaktdrossel nur eine sehr
kurze gewesen. Allerdings wäre in der o.g. 10W-Endstufe ein Spartrafo
trotzdem sehr sinnvoll gewesen. (Klang, Wirkungsgrad)
Ich vermute, dass der Draht für 16 Ω oder mehr bei „richtigen“
Lautsprechern (also jenseits von HS60 und dergleichen
Hör-Sprech-Kapseln) arg dünn geworden wäre. Daher auch die schwierige
Beschaffbarkeit von Ersatz für die Lautsprecher im alten
Elektronik-Baukasten. Aber mein Sohn hatte sich dann doch nicht so sehr
dafür interessiert. ;-)
Es gab ja mal die eisenlosen Röhrenendstufen mit EL86 alias PL84(bis auf
die Heizung), und für diese wurde extra ein Lautsprecher mit einer
Schwingspulenimpedanz von 400 Ohm entwickelt, wobei dann 2 in Serie
geschaltet werden mussten. Alten Berichten nach waren diese 400
Ohm-Lautsprecher nicht so zuverlässig wie die ein- oder zweistelligen
Impedanzbrüder. Schwingspulendefekte waren häufiger.
Aber 16 statt 4 Ohm sind ja nun wirklich ein Klacks. 16 Ohm waren als
Kleinlautsprecher übrigens in Koffer/Taschenradios mit eisenloser
Germaniumendstufe (<0,5W) verbreitet, z.B. Stern Junior.
https://elektrotanya.com/PREVIEWS/63463243/23432455/stern/stern-radio_berlin_sport-format-junior_sch.pdf_1.png
Bei Thomann (Musikelektronik) gibt es einige dicke Chassis mit 16 Ohm
und eines sogar mit 32 Ohm. Die meisten sind natürlich 8 Ohm. Könnte mir
vorstellen dass bei Bühnenverkabelung 16 Ohm Vorteile bringt.
Herrmann schrieb:> Es gab ja mal die eisenlosen Röhrenendstufen mit EL86 alias PL84(bis auf> die Heizung), und für diese wurde extra ein Lautsprecher mit einer> Schwingspulenimpedanz von 400 Ohm entwickelt, wobei dann 2 in Serie> geschaltet werden mussten.
Ja, hatte ich als Kind/Jugendlicher: Erfurt 4. 1 x 400 Ω + 2 x 200 Ω.
> Alten Berichten nach waren diese 400> Ohm-Lautsprecher nicht so zuverlässig wie die ein- oder zweistelligen> Impedanzbrüder. Schwingspulendefekte waren häufiger.
Bei mir haben sie zum Glück durchgehalten.
> Aber 16 statt 4 Ohm sind ja nun wirklich ein Klacks. 16 Ohm waren als> Kleinlautsprecher übrigens in Koffer/Taschenradios mit eisenloser> Germaniumendstufe (<0,5W) verbreitet, z.B. Stern Junior.
In größeren Ausführungen aber eher nicht, warum auch immer.
> Könnte mir> vorstellen dass bei Bühnenverkabelung 16 Ohm Vorteile bringt.
Bühnentechnik ist wohl schon seit Urzeiten 100 V. Damals waren
Übertrager sowieso Pflicht.
Jörg W. schrieb:>> Bühnentechnik ist wohl schon seit Urzeiten 100 V. Damals waren> Übertrager sowieso Pflicht.
Meinst du da nicht evtl Lautsprecheranlagen für den Aussenbereich? So
für Durchsagen und so?
Thomas G. schrieb:> Meinst du da nicht evtl Lautsprecheranlagen für den Aussenbereich?
Meines Wissens wurde das auch im Bühnenbereich benutzt.
Ausgangsübertrager waren damals sowieso Stand der Technik, dann noch
einen Übertrager in den Lautsprecher zu montieren, erschien wohl kein
sinnloser Aufwand. Machte manches einfach: dein Verstärker bringt 25 W,
da kannst du also 2 x 10 W + 1 x 5 W einfach parallel anschalten.
Wir hatten damals bei uns in der Schule sowas, war mal ein bisschen
"Overkill". Die Lautsprecher konnte man dann zwischen 100 V und "Normal"
umschalten, denn es hatte sich irgendwann gezeigt, dass es effizienter
war, für die Ankopplung aus dem Physiklabor Netzgeräte auszuleihen und
als Übertrager zu benutzen. :-)
Serge W. schrieb:> Hab es rot markiert, was mir seltsam vorkommt im> Schaltplan.
Ist doch eine A-Endstufe mit ca 5W Ausgangsleistung
Der 1 Ohm R70 ist mit Thermosicherung? als Schaltzeichen gezeichnet,
denke ich.
Naja, nachdem jetzt hier lang und breit schon alles darüber
ausdiskutiert worden ist, wäre es sinnvoller, erstmal den Thread zu
lesen, statt am Montag zum "Freitagsrätsel" mit Mutmaßungen aufzuwarten
…
Jörg W. schrieb:> Vielleicht hat der Designer ja> zuvor Röhrenschaltungen entwickelt, da liefen viele NF-Endstufen auch> nur Klasse A und produzierten entsprechend Ruheverluste (von der> Heizleistung ganz zu schweigen).
Ja, das sieht sehr danach aus.
Der R70 macht den 2N3055 sehr hochohmig am Ausgang, quasi zur Pentode.
Die Resonanzen des Lautsprechers werden dann durch die Gegenkopplung
über R71 auf den Vorstufenemmitter wieder bedämpft, quasi wie früher auf
die Kathode der EF86.
Der hochohmige 2N3055 sorgt dann auch für die Brummunterdrückung, an C85
werden bei 1A doch einige Volt 100Hz anliegen.
Peter D. schrieb:> Ja, das sieht sehr danach aus.> Der R70 macht den 2N3055 sehr hochohmig am Ausgang, quasi zur Pentode.
Nein.
Dient zur Gleichstromstabilisierung.
Der Pfad wird mit den 100µ C83 für Wechselspannung tot gemacht.
michael_ schrieb:> Nein.> Dient zur Gleichstromstabilisierung.
Yep
michael_ schrieb:> Der Pfad wird mit den 100µ C83 für Wechselspannung tot gemacht.
Nicht für den 3055, der C83 macht die Basisvorspannung des T7 tot!
Serge W. schrieb:> Fernsehen hatten die, sogar> Westempfang, bis linientreue FDJ-ler die Antennen abgebaut haben.
Das war aber nicht 1980 gewesen, sondern Anfang der 60-er.
1980 war ich in der Lehre und da hatten wird auf einem Hochhaus 5
Antennen errichtet, für jedes TV-Programm eine, damit die Antennen von
den Balkonen verschwinden. DFF1 (Kanal 5) wurde auf UHF umgesetzt, damit
es keine Geisterbilder durch Direktempfang gibt. An der UKW-Antenne
waren 4 Sperrkreise für die DDR-Sender zur Pegelanpassung. Im Keller
waren dann Verstärker, um die Programme die Straße lang zu verteilen.
michael_ schrieb:> 1980 gab es CHROMAT, Hatte fast jeder.
Pah! Hahaha! Hust, Keuch, chrr, chhrrr. -- Tschuldigung.
Wahrscheinlich in Berlin, Hauptstadt der DDR.
alles so bunt hier schrieb:>> Ach so, hab noch ein Foto (allerdings nicht gut geworden) vom Philips>> Goya>> Das sieht aber echt gut aus! Ok, dieser helle horizontale Streifen würde> heute vielleicht auf Dauer ein wenig nerven. Früher hat man so etwas> überhaupt nicht bemerkt.:-)
Leider ohne Blitz, mein Smartphone hat nur eine LED dafür und das kommt
nicht gut raus. Tut mir leid, dass es so nach 16:9 ausieht, ist es
leider auch, da keine Programme mehr in 4:3 senden. Ich werd aber mal
ein paar alte Videokassetten abspielen, dann kommt es besser zur
Geltung.
Der Streifen ist ein Problem im UHF Tuner, aber alles zu 100% bekommt
man nicht mehr hin nach all den Jahren. Weiterhin ist die BiRö am Ende
angekommen, "Rot" ist schon voll aufgedreht, ich kann nur noch
korrigieren, in dem ich die beiden anderen Farben zurücknehme und dann
an der Gesamthelligkeit arbeite. Aber ich glaube, der Fernseher möchte
nach 50 Jahren seine Ruhe haben... Er hat genug gearbeitet in seinem
Leben.
Gerade läuft er noch hier neben mir, bekommt sein Signal von einem
Sat-Receiver mit UHF Ausgang, die sind extrem selten geworden. Heute
drei Anschlüsse: 12V vom externen Netzteil, LNC (heute LNBF) Eingang und
HDMI out, das war's. Oder dirket im TV verbaut.
Stück Plastik für 29€, wenn ich da an meine ersten SAT-Receiver denke...
Grundig irgendwas, getrennte Eingänge für H und V Polarisation, war
lange bevor Astra. Ich glaube TV-SAT oder Kopernikus, weiss nicht mehr
genau.
Lineares Netzteil, heiss wie die S.. und noch ein Ausgang HF für den DSR
Receiver. Ok, dann muss es Kopernikus gewesen sein, ich hatte 4
Programme und das DSR Radiopaket. Dafür brauchte man einen separaten
Tuner (nochmals 1000.- DM) und konnte 16 Hörfunkprogramme in CD-Qualität
empfangen. Den Tuner hab ich sogar noch. Edelschrott ;/
Schönen Abend euch, Serge
PS: Ich habe auch den Sat-Schüssel Thread gelesen, aber da sind schon so
viele Experten(?) unterwegs, dass ein alter SAT-Veteran einfach keine
Lust zum Mitdiskutieren hat. Nicht böse gemeint ;)
Serge W. schrieb:> Tut mir leid, dass es so nach 16:9 ausieht, ist es leider auch, da> keine Programme mehr in 4:3 senden.
Davon gibt es noch weit mehr als genug. Nicht nur Privatsender hauen den
ganzen Tag über uralte Serien oder Prollshows raus.
Viele native 4:3-Produktionen werden mittelst (ich glaube das heißt
pan&scan-Verfahren) auf 16:9 vergewaltigt, was rein technisch ein
Informationsverlust und künstlerisch eine Verfälschung des Werkes
bedeutet. Regelmäßiges Beispiel Sandmann/Kika. (also der historische
Stop/Motion Vor- und Abspann, teilweise auch der Geschichtenteil wenn
dieser ein 4:3 war).
@Serge: Das kurze DSR-Intermezzo habe ich auch mitbekommen, genauso wie
die DCC (Digitale Compact Cassette). CD-Qualität ist nicht 100% korrekt,
man verwendete schon Kompression. Ich hatte Ende 90er einen Receiver mit
ADR (Astra Digital Radio) und speichertechnisch kamen dann ja schon die
CD-Brenner. Ich war fasziniert von der Möglichkeit, vom ADR über
SPDIF-Kabel rein digital Radiosendungen am PC mitschneiden zu können.
Dann kam aber mp3 und Napster u.s.w. :)
Herrmann schrieb:> Das kurze DSR-Intermezzo habe ich auch mitbekommen, genauso wie> die DCC (Digitale Compact Cassette). CD-Qualität ist nicht 100% korrekt,> man verwendete schon Kompression.
Jein. DSR sendete nahezu unkomprimiert, ich müsst jetzt lügen (oder
nachlesen) mit 32KHz statt 44,1 wie bei der CD. Aber praktisch fiel das
nicht auf. Ein DCC Rekorder steht noch heute auf meiner Wunschliste, ich
hatte leider nie einen (obwohl relativ günstig damals). Bei mir war es
DAT, aber heute auch schon längst alles auf HDD, ich hab garkeine CDs
oder Kassetten mehr.
Aber die Qualität war schon erstaunlich. ADR hab ich verpasst, da Anfang
der 2000er dann schon digitales SAT Fernsehen kam und die Receiver
hatten noch einen Toslink Ausgang.
Aber Grüße an den Zeitgenossen ;)
DSR ist seit 15.01.1999 tot, ADR seit 2012??
Ja, es war eine sehr schnelllebige Zeit. Die Halb-Dekade 1998-2003 würde
ich als stürmischste Entwicklung der IT und Unterhaltungselektronik
bezeichnen. Es gab jährlich eine Verdoppelung von CPU-Taktfrequenzen,
von RAM, von Festplattenkapazität, es gab Erhöhung der IPC (Intructions
per Cycle), es gab plötzlich Codecs wie mp3 und DivX.
Das Kurioseste was als Analog/Digital-Mischung auf den Markt kam, war
Ende der 90er ein Gerät, was einen VHS-Videorecorder in einen
Datenstreamer verwandelte. Also es wurde vermutlich über den
Parallelport (oder IDE?) Daten an eine Art Modem verschickt, was die
Bits in ein PAL (FBAS) kompatibles Signal einbettete, was dann der
VHS-Recorder brav aufnahm. So konnte man einige GB auf einer im
Vergleich zu damaligen Festplatten spottbilligen VHS-Kassette
unterbringen. Das Gerät war nur so kurz auf dem Markt, dass es heute
anscheinend nicht mehr über Suchmaschinen zu finden ist. Vermutlich war
das Handling aber auch sehr bescheiden. Eine Art Datasette XXL.
Herrmann schrieb:> Vermutlich war das Handling aber auch sehr bescheiden.
Das Handling war ja schon bescheiden genug bei sowas wie DDS, welches
tatsächlich auf Datensicherung ausgelegt war, aber letztlich auch
Technik aus dem Audiobereich "recycelt" hat. Wurde an Unzuverlässigkeit
eigentlich nur noch von den Mini-QIC-Streamern getoppt, die man an die
Floppyschnittstelle geklemmt hat. Habe mehr als eine tote DDS-Kassette
gesehen, bei der das Band mal 'ne Schlinge zu viel um die Kopftrommel
vollzogen hatte.
Herrmann schrieb:> Das Kurioseste was als Analog/Digital-Mischung auf den Markt kam, war> Ende der 90er ein Gerät, was einen VHS-Videorecorder in einen> Datenstreamer verwandelte.
Sowas gab es schon 1983 von Sony, den PCM-1. Damit konnte man ein
Audiosignal in echter CD-Qualität (und sogar darüber hinaus: 24bit /
48HKz) mit einem passenden Betamax Mono Rekorder aufzeichnen.
Das Prinzip zum DataStreamer war das Gleiche: Einsen und Nullen in ein
"Videosignal, wenn auch fake" zu verwandeln. Hat auch sehr gut
funktioniert, also nicht für Computer, aber für Audio.
Letztlich entwickelte die Firma Alesis ein Achtspursystem (ADAT) mit
herkömmlichen VHS-Kassetten. Durchgesetzt hat sich nichts davon, leider.
Grüße, Serge
(...der seinen PCM-1 heimlich und leise zurück ins Regal stellt)
Serge W. schrieb:> aber heute auch schon längst alles auf HDD, ich hab garkeine CDs> oder Kassetten mehr.
Ja, ich finde es auch sehr angenehm, wie aufgeräumt das Wohnzimmer
wieder ist. Nur der Receiver mit Ethernet und Toslink und die beiden
Standboxen (2.0), das wars.
Keine riesen Hifi-Türme aus verschiedensten Medienwiedergabegeräten und
große Regale mit Medien mehr.
Kurzzeitig gab es ja mal CD-Wechsler für 25/50/100 CDs, hab ich zum
Glück nicht gekauft.
Peter D. schrieb:> Ja, ich finde es auch sehr angenehm, wie aufgeräumt das Wohnzimmer> wieder ist. Nur der Receiver mit Ethernet und Toslink und die beiden> Standboxen (2.0), das wars.
+1 für die wahren Worte. Bei mir genauso. Hab auch "nur" Stereo, brauche
kein 11.4 super Sourround Heimkino. Und konnte diese hässlichen
CD-Ständer eh nie leiden.
Lieber wirklich gute Standlautsprecher, darüber kann meine Frau und
Kinder auch den Fernsehton hören bei Bedarf, das genügt. Und Ordnung ist
seither wirklich. Und Kinder lernen schnell, die wissen ganz genau, wie
sie ihre Musik vom NAS aufs Handy streamen können ;)
Schönen Tag euch,
Serge
Ach so: Peter, falls Du eine Empfehlung geben kannst für einen
Network-Receiver, dann gerne her damit. Meiner ist schon recht betagt.
Serge W. schrieb:> Ach so: Peter, falls Du eine Empfehlung geben kannst für einen> Network-Receiver, dann gerne her damit. Meiner ist schon recht betagt.
Ich habe einen Onkyo TX-8050 und 2* Quadral Ascent 90.
Ist also auch schon älter (klassische AB-Endstufe).
Wobei natürlich noch die Frage ist, wie sie das erhoben haben. Bei sowas
wie Kraftfahrzeugen ist das einfach (werden angemeldet; nicht
anzumeldende Kleinkrafträder wurden ja offenbar nicht erfasst). Bei
Fernsehern insgesamt gab es auch noch eine Anmeldepflicht (der aber
viele Leute damals nur lausig nachgekommen sind, Konsequenzen hatte das
praktisch nicht), aber bei Farbfernsehern kann man höchstens die
Verkaufszahlen genommen haben (wie erfasst man dann die
verschrotteten?). Da kamen bloß noch eine Reihe von Grauimporten dazu;
grau importierte sowjetische Farbfernseher kursierten einige. Weiß
nicht, wie viel "West-"Importe da üblich waren, kann mir aber
vorstellen, dass da auch noch einiges dazu kam.
An sowas wie einen "Mikrozensus" kann ich mich nicht erinnern, mit dem
man das hätte erfassen können. Es gab "Volkszählungen", aber nicht in
der dort wiedergespiegelten Frequenz, und meiner Erinnerung nach auch
nicht derart detailliert.
Jörg W. schrieb:> Weiß nicht, wie viel "West-"Importe da üblich waren, kann mir aber> vorstellen, dass da auch noch einiges dazu kam.
Ich bezweifele, dass in nennenswertem Umfang der hier in Rede stehende
CHROMAT aus dem Westen importiert wurde. Die angegebenen Zahlen dürften
das anzunehmende Maximum darstellen, da Verschrottungen wohl nicht
berücksichtigt wurden.
Interessant fand ich aber, dass sich die ColorTVs schwerpunktmäßig in
den kleineren Haushalten fanden.
Percy N. schrieb:> 1985 gerade erst nicht einmal 40 %. FarbTV insgesamt, nicht nur CHROMAT.> http://www.digizeitschriften.de/dms/img/?PID=PPN514402644_1988%7Clog73> Aber träum gern weiter ...
Klar doch, wir haben 1985 auch noch nicht mit Messer und Gabel essen
können.
Ab 1975 hat jeder, der es irgendwie schaffen konnte, einen Farb-TV
ergattert.
Egal ob das Ding Color, Colortron, Rubin, Raduga, Chromat, Grundig o.ä.
hieß.
Mindestens bei den Wohnungs-TV.
Nebenbei gab es natürlich auch noch lange SW-Koffer-TV.
Auch in der Gebrauchten-Bundesrepublik.
Hast du die Statistik selbst gefälscht? :-)
michael_ schrieb:> Hast du die Statistik selbst gefälscht? :-)
Wieso ich? Dafür dürfte Gerhard Briksa zuständig gewesen sein.
michael_ schrieb:> Ab 1975 hat jeder, der es irgendwie schaffen konnte, einen Farb-TV> ergattert.> Egal ob das Ding Color, Colortron, Rubin, Raduga, Chromat, Grundig o.ä.> hieß.
Die scheinen dann aber zum großen Teil sehr schnell kaputt gegangen zu
sein, denn
michael_ schrieb:> 1980 gab es CHROMAT, Hatte fast jeder.
Andererseits: Ab 1938 hatte in Deutschland fast jeder ein Auto. Es kommt
halt nur darauf an, wer alles "jeder" ist. Und besonders, wer nicht.
Das dürfte 1985 nicht viel anders gewesen sein.
michael_ schrieb:> Klar doch, wir haben 1985 auch noch nicht mit Messer und Gabel essen> können.
Nun, ich kenne Dein damaliges soziales Umfeld nicht, aber die
DDR-Bürger, die ich damals kannte, konnten das durchaus. Aber die haben
sich halt nicht ausschließlich von Mehlsuppe (und an hohen Feiertagen
Soljanka) ernährt. Dem Vernehmen nach sollen eigentlich so gut wie alle
recht gut versorgt worden sein, zumindest sporadisch, wofür die
verblüffend hohe Ausstattungsrate mit Kühlschränken spricht.
Staun!
Mehr als 30 Jahre ist es nun her, dass die Polit-DDR untergegangen ist,
der "antiimperialistische Schutzwall" abgerissen wurde, die beiden
Deutschländer vereinigt sind.
Frieden, Reisefreiheit, Viertakter, gute Luft...
Nur in einem technischen Forum halten sich noch ein paar letzte,
versprengte Klassenkämpfer.
Sie arbeiten mit den Methoden der untergegangenen DDR-"Elite":
Zensur, eisernem Starrsinn a la Honecker, endlosen Fremddiagnosen: die
da drüben haben so schlecht gelebt, Ätzen, Übertreiben, absichtlich
beleidigen, mundtot machen.
Die damaligen, noch bunt gemischt bestückten Fernsehgeräte hingegen,
ganz gleich welcher Provenienz, haben echten Frieden gefunden:
Die meisten verschwanden ganz gleichartig ins Nirvana, existieren
bestenfalls noch auf Familienfotos, in der Erinnerung der noch lebenden
Menschen, ein paar Wenige bei Sammlern.
Ganz friedlich stehen sie da "vereint" in Vitrinen von Museen, für
Industriedesign, auch -Ost...
Ost und West, ohne Streit, ganz ohne Dünkel.
Denn, das wissen der "Bildmeister" aus dem ehemaligen Westen wie auch
der RFT aus dem Osten:
Zum "Alten Eisen" gehören sie mittlerweile beide!
Nur hier, da klappt das nicht.
Da streiten sich alte, zänkische Weiber. So stands schon im alten
Testament.
Amen!
Angefangen hatte der Thread ursprünglich mit einem knapp dimensionierten
Gleichrichter eines alten Radios.
Der Thread war wohl zur Znterhaltung gedacht, hat aber die üblichen
Extremisten getriggert. Schade!
"Normal" wechselt der Thread jetzt in ein für Gäste schreibverwehrtes
Unterforum. Bitte melden Sie sich an, dauert nur eine Minute und ist
kostenlos....
Jaja.
Nichtverzweifelter schrieb:> Die meisten verschwanden ganz gleichartig ins Nirvana
Schon deshalb, weil sie nach der Abschaltung von SECAM keine Farbe mehr
decodieren konnten.
Die, die es konnten (das waren ja eh die jüngeren Exemplare, Chromat
jünger), haben dann schon noch eine Weile lang überlebt.
Nichtverzweifelter schrieb:> Die damaligen, noch bunt gemischt bestückten Fernsehgeräte hingegen,> ganz gleich welcher Provenienz, haben echten Frieden gefunden:> Die meisten verschwanden ganz gleichartig ins Nirvana ...
Den alten TV-Kisten weine ich keine Träne nach (im Gegensatz zu alten
Radios) - meine Hochachtung vor Menschen wie Serge, die so einen Kasten
am Leben erhalten. Ich mag Röhrengeräte aber heute bin ich froh, das es
LCD- & LED-Geräte gibt, mit gutem Bild und wenig Stromverbrauch.
Zur Zeit der Wende waren wir als Studenten froh um jeden gebrauchten TV,
egal ob S/W oder Farbe. Nach 24 Uhr war allgemein Sendeschluß, kann sich
heute kaum jemand vorstellen wo zahllose Sender 24/7 dudeln. Und
mehrfach habe ich es erlebt wie sich ein Fernseher schon vor Mitternacht
- mitten im Film! - mit einem heftigen Knall verabschiedet hat.
Der Thread motiviert mich, meinen alten Tuner+Verstärker von Klein +
Hummel aus dem Keller zu holen und wiederzubeleben.
Und seit vielen Jahren auch:
- weil sie keinen Scartbuchsen-Eingang haben,
- weil sie nur SD können, kein HD
- weil sie nicht "flach", nicht "gross genug" sind
- weil sie einfach ihr Leben ausgehaucht haben, egal wie, Bildröhre
platt, Kaskade hin, DST sprüht/knallt, kaputt? Sofort weg damit!
Ist halt so, weltweit übrigens.
Die allermeisten der Überlebenden tummeln sich auf eba.-kleinanz.... ,
zu verschenken.
Jörg W. schrieb:> Die, die es konnten (das waren ja eh die jüngeren Exemplare, Chromat> jünger), haben dann schon noch eine Weile lang überlebt.
Und genau die hatte angeblich fast jeder ...
Schön, jetzt hast Du erneut Deine Gegenmeinung gepostet - per Copy &
Paste aus Deiner Zwischenablage.
Wie oft noch?
Der Klügere gibt bekanntlich nach, gelesen haben wir Deinen post ja auch
alle.
Bekanntlich ist es die Aufgabe eines Moderators, zu "moderieren", die
Wogen zu glätten, alle Seiten zu Wort kommen zu lassen. Nicht selbst den
Thread zu dominieren.
Das funktioniert hier im Thread nicht.
Du kannst es einfach nicht lassen, Jörg kann es einfach nicht lassen und
leider Percy mit seinem letzten post auch nicht. Seine vorherigen waren
durchaus o.k.
Nun ja, ist der Thread halt totgeritten. Friede seiner Asche.
Mohandes H. schrieb:> meine Hochachtung vor Menschen wie Serge, die so einen Kasten> am Leben erhalten. Ich mag Röhrengeräte aber heute bin ich froh, das es> LCD- & LED-Geräte gibt, mit gutem Bild und wenig Stromverbrauch.
Danke dafür! Ich hege ebenfalls großen Respekt vor Menschen, die diese
"Arbeit" (ist ja Hobby) zu schätzen wissen! Und sich nebenbei noch gut
mit Röhrentechnik auskennen. Ich hoffe, Du bleibst dem Forum noch eine
Weile erhalten!
Leider ist in "meinem" Thread hier viel gelöscht worden, denn die DDR
ist nicht totzukriegen in diesem Forum. Leute, es ist 30 Jahre her. Da
hat sich viel geändert, nicht immer zum Guten, aber meist schon.
Mohandes H. schrieb:> Der Thread motiviert mich, meinen alten Tuner+Verstärker von Klein +> Hummel aus dem Keller zu holen und wiederzubeleben.
Ja, mach das. Btw, hast Du einen Schaltplan oder eine Bezeichung dazu?
Was mich ein wenig ärgert, ist der Generationenkonflikt in diesem Forum.
Wir "alten" haben eben unser Wissen und die "jungen" können vielleicht
perfekt µCs programmieren, aber scheitern kläglich wenn es drum geht,
nen simplen Transistor oder Relais anzusteuern. Da mach ich mich auch
nicht drüber lustig, auch wenn's schwerfällt.
Würden sich hier alt und jung auf Augenhöhe begegnen und die
gegenseitigen Beleidigungen lassen, dann wäre es eine perfekte
Zusammenarbeit. Jeder hat alters- und Prinzipbedingt Wissenslücken, und
wenn man sich gegenseitig hilft, anstatt zu beleidigen, dann wäre das
ein großer Fortschritt.
Mfg, Serge
PS: Hab neue Bilder gemacht vom Philips Goya, allerdings noch nicht auf
dem PC. Der etwas hellere hor. Streifen liegt wie gesagt am UHF Tuner,
ist aber in "echt" nicht so schlimm wie auf dem Foto.
Ich hatte als 4:3 Quellen nur Videokassetten, die müssen aber erst durch
einen TBC, da der Fernseher noch kein "Video" kann und daher die oberen
Zeilen kippen.
Ach so, die Ballasttriode habe ich durch eine PD510 ersetzt (heute
angekommen), da die PD500 einfach zu viel Arbeit hat bei heutigen
Programmen. Alleine durch 16:9 ist 1/4 des Bildes schwarz bzw. dunkel
getastet und wenn man dann noch -wie der gestrige Tatort- Filme schaut,
die fast nur im Dunkeln spielen, dann tut das nicht auf Dauer. Wird zu
heiss.
Mit der PD510 geht es jetzt besser.
Grüße, Serge
Serge W. schrieb:> Würden sich hier alt und jung auf Augenhöhe begegnen und die> gegenseitigen Beleidigungen lassen, dann wäre es eine perfekte> Zusammenarbeit
Das gilt aber leider nicht nur für "alt und jung"
...und ich habe vor dem Studium im Philips-Werk-Krefeld mein Praktikum
gemacht und den Goya sowohl am Band erlebt, als auch in der
freitäglichen Theoriestunde des Praktikumsleiters. Natürlich hat kaum
jemand von uns die Schaltungsdetails verstanden, aber der
Praktikumsleiter war wohl an einigen Teilentwicklungen beteiligt gewesen
und konnte sich erschreckend für Details erwärmen. War aber trotzdem
eine jecke Erfahrung! Und ich freue mich immer über Menschen, die sich
im Sinne eines erweiterten Denkmalschutz' um erhaltenswerte Technik
bemühen!
Gruß Rainer
Nichtverzweifelter schrieb:> Die allermeisten der Überlebenden tummeln sich auf eba.-kleinanz.... ,> zu verschenken.
Ist doch eine prima (kostenlose) Ersatzteilquelle, man braucht nur eine
gute Entlötpumpe. Auch wenn ich versuche, so viele TVs wie möglich vor
der Verschrottung zu retten.
● Des I. schrieb:> Am Lautsprecher kann parallel noch ein externer angeschlossen werden?> Bis auf wieviel Ohm herunter kann man das der Endstufe zumuten?
Da ist ein Fehler im Schaltplan, der interne Lautsprecher wird dann
abgeschaltet. Oder beide in Reihe, das ist so ne Doppelbuchse. Unter 5
Ohm sollte man nicht kommen. Auch fehlt im Schaltplan der
Schutzwiderstand, damit der Übertrager nicht ohne Last läuft, das mögen
die gar nicht ;)
Grüße, Serge
Danke Serge für Deine Worte. Sehe ich auch so: dieses Forum ist zum
Erfahrungsaustausch in Sachen Elektronik. Niemand sollte sich über
andere erheben, jeder hat seine Fähigkeiten bzw. lernt dazu. Die einen
sind gut in Analogtechnik, die anderen können programmieren, oder sind
gute Mechaniker, usw. Keiner hat das Recht andere zu belächeln oder zu
kritisieren (außer in der Sache selbst). Wer eine souveräne
Persönlichkeit hat, hat das eh nicht nötig!
30 Jahre nach dem Fall der Mauer sollte eigentlich auch jeder seinen
Frieden damit gemacht haben. Ossi und Wessi gibt es nicht mehr. Aber die
ewig gestrigen wird es immer geben. Die einzigen Grenzen verlaufen durch
die Köpfe.
Ich arbeite z.B. gerne mit russischen Röhren. Aber nicht weil sie aus
der UdSSR stammen sondern weil die Qualität in den 70ern & 80ern dort
ein hohes Niveau hatte, während im Westen das KnowHow über
Röhrenfertigung schon im Niedergang begriffen war.
Serge W. schrieb:> Mohandes H. schrieb:>>> Der Thread motiviert mich, meinen alten Tuner+Verstärker von Klein +>> Hummel aus dem Keller zu holen und wiederzubeleben.>> Ja, mach das. Btw, hast Du einen Schaltplan oder eine Bezeichung dazu?
Ja, der Tuner ist ein ET20, der Verstärker ein ES20. Dafür hatte mein
Vater damals (Ende der 60er) an die DM 2000 ausgegeben. Zeitlose
Gehäuse. Und schöne Transistortechnik (BC107/109, 2N3055).
Ich habe noch die Original-Unterlagen, Schaltpläne noch nicht, suche ich
wenn ich die Teile auf dem Tisch habe (habe momentan noch andere
Projekte). Durch das große Gehäuse ist der Aufbau ja sehr aufgeräumt -
kann man überall leicht messen und löten.
Dann habe ich noch einen Röhrenverstärker von Klein + Hummel Telewatt,
wiegt schätzungsweise 25 kg, ist aber in schlechtem Zustand. Ein
wunderschönes Radio von Tonfunk (1958/59) wartet auch auf seine
Restaurierung. Tonbandgerät Grundig 23. Wird also nie langweilig ...
Mohandes H. schrieb:> Wird also nie langweilig ...
Ja, das kenne ich ;)
Hier noch ein Bild vom "Goya" nach Wechsel der Ballasttriode PD500 zu
PD510. Und ein Nachweis, dass der Fernseher von 1969 sehr wohl
Konvergenz hat, auch wenn das mal eben eine Stunde braucht um die
einzustellen.
Ach so, Zeilenendstufen-Röhren sind auch neu (PL500 + PL509 siehe
Schaltplan, den Ausschnitt hab ich weiter oben gepostet).
Allerdings ist die BiRö nach 50 Jahren so dunkel, dass ich keine Fotos
mit Blitz machen kann. Wie gesagt, in Wohnzimmer gibt es längst LCD für
Frau und Kinder, der Philips Goya ist nur Hobby. Aber wenn man den
"kann", hat man vor keiner anderen Röhrenschaltung mehr Angst ;)
In der Hoffnung auf ein gutes Miteinander (nicht alt gegen jung, nicht
Ossi gegen Wessi) wir haben alle ein gemeinsames Hobby, das verbindet
uns.
Also zusammen statt gegeneinander arbeiten.
(Die Trolle aus A&B sind damit nicht gemeint, die haben ihre Spielwiese)
Grüße, Serge
Was auf dem Foto gut sichtbar ist: Es gab damals noch keine Bildröhren
mit Streifenraster, die Pixel sind also nicht nebeneinander, sondern
dreiecksförmig angeordnet. Röhre A66-11X von Telefunken.
Serge W. schrieb:> auch wenn das mal eben eine Stunde braucht um die einzustellen.
Hihi, ja, das kommt mir bekannt vor. Ohne Abgleichanweisung (welches
Element in welcher Reihenfolge mit welchem Ziel) hatte man eigentlich
nur die Chance, die "Koverganz kaputt" zu machen. :)
Hast du eigentlich schon mal versucht, diese PD501 zum Röntgen von
Baugruppen zu benutzen?
Serge W. schrieb:> der Philips Goya ist nur Hobby.
400W, 50kg, den könnte ich weder anheben, noch hätte ich Platz dafür.
Ich hab auch keinerlei analoge Ausgänge mehr.
Peter D. schrieb:> 400W, 50kg, den könnte ich weder anheben, noch hätte ich Platz dafür.> Ich hab auch keinerlei analoge Ausgänge mehr.
Ja das stimmt.
Im Wohnzimmer gibt's auch nur noch den LCD Fernseher, einen
Network-Receiver und zwei gute Standboxen. Signal über Satellit (Tuner
eingebaut im TV) oder vom NAS.
CDs und Kassetten hab ich im Wohnzimmer nicht mehr, da ist alles sehr
aufgeräumt.
Der Philips Goya steht in meinem Hobbyzimmer*, da geht keiner einfach
rein und das Gerät wird nur unter Aufsicht betrieben, gerade auch weil
teilweise keine Rückwand drauf ist, wenn ich dran arbeite.
* Das, was uns von den lieben Ehefrauen eben zugestanden wird. Entweder
Keller oder Dachboden. Im Keller ist kein Platz, daher hab ich meine
Hobby- Elektronik- Funkbude unterm Dach. Macht Spass im Sommer ;)
Ach so, mit der PD500/510 hab ich noch keine Röntgenversuche
unternommen. Im Netz bin ich mal auf eine Seite gestoßen, wo jemand sich
mittels PD500 und nem Trafo aus der Mikrowelle ein eigenes Röntengerät
gebastelt hat. Weiß aber die Adresse nicht mehr.
Ich bin zwar stolzer Vater von zwei Söhnen und drei Töchtern (von denen
sich leider niemand für Elektronik interessiert, die schauen lieber
Youtube und ihre "Vorbilder/Influencer" an.
Aber da ist noch Platz und Raum für mindestens ein weiteres Kind. Also
Vorsicht mit der PD500! Auf Sterilisation hab ich keine Lust.
Schöne Grüße,
Serge
Serge W. schrieb:> Auf Sterilisation hab ich keine Lust.
Ich würde mich der ja schon der Spannung wegen nicht im Betrieb nähern.
Also: Probe montieren, Gerät einschalten und "belichten", Gerät
ausschalten, Probe entnehmen, Film entwickeln.
Nach vorn sollte die Röntgenstrahlung ja ohnehin genügend abgeschirmt
sein.
Jörg W. schrieb:> Ich würde mich der ja schon der Spannung wegen nicht im Betrieb nähern.> Also: Probe montieren, Gerät einschalten und "belichten", Gerät> ausschalten, Probe entnehmen, Film entwickeln.
Ja, das wäre möglich, wenn man den Sicherungsschalter am Zeilenkäfig
brückt. Allerdings wüsste ich jetzt auch keinen Film zum Belichten. Der
netten Arzthelferin welchen abzuschwatzen bringt auch nichts, die
röntgen seit 2017 digital, sprich Arzt hat Röntgenbild sofort auf seinem
PC.
Aber wie gesagt, ich mache sowas nicht, der Fernseher wird
bestimmungsgemäß verwendet. Wobei ich auch merke, dass ich nicht mehr
jung bin, leider.
Normal dauert es nach dem Einschalten etwa 30sec. bis der Ton da ist,
dann hört man langsam die Zeilenendstufe arbeiten und nach zwei Minuten
hat man ein Bild. Nur dass ich dieses vertraute "Fiepen" nicht mehr
höre. Das ist echt traurig für jemanden, der Musik liebt und nichtmal
mehr 15625Hz hören kann :/
Serge W. schrieb:> Das ist echt traurig für jemanden, der Musik liebt und nichtmal mehr> 15625Hz hören kann :/
Naja, das sind nur ein oder zwei Töne auf der Tonleiter weniger, von
denen du den 3. Oberton dann nicht mehr hörst. Die Abstände zwischen den
einzelnen Tönen sind bei diesen Frequenzen recht groß.
Als Kind habe ich auch sofort hören können, wenn ich in einen Raum kam,
in dem der Fernseher eingeschaltet war. Allerdings verschwand wohl mit
der Transistorisierung der Fernseher dieser Effekt schon lange, bevor
mein Gehör das nicht mehr aufnehmen konnte. :)
Serge W. schrieb:> Der netten Arzthelferin welchen abzuschwatzen bringt auch nichts, die> röntgen seit 2017 digital, sprich Arzt hat Röntgenbild sofort auf seinem> PC.
Wo lebst Du? Hier machen die das schon deutlich länger.
Serge W. schrieb:> Und ein Nachweis, dass der Fernseher von 1969 sehr wohl> Konvergenz hat
Die ist sehr gut gelungen. Ist das das Vollröhrengerät?
Bei uns stand der Nachfolger von Philips, der schon 'hybrid' war, mit
BC148 und BF199 in den kleinen Alukästchen - aber PL519 und PD510 für
Horizontal.
Aber das die Jungs damals einen PAL Dekoder in Röhrentechnik gebaut
haben, hat schon Hochachtung verdient.
Matthias S. schrieb:> Aber das die Jungs damals einen PAL Dekoder in Röhrentechnik gebaut> haben, hat schon Hochachtung verdient.
Zu DDR-Zeiten wurde wohl auch ein Stereodekoder mit Röhren entwickelt,
aber nie produziert. Die ersten Stereoradios hatten zwar im HF-Teil noch
Röhren (ECC85, ECH81 usw.) aber der Dekoder war mit Transistoren.
Interessant war eine 2. EM84 als Stereoindikator. Es war nur ein Teil
des Leuchtbandes sichtbar, sie wurde quasi als grüne LED mißbraucht.
Nichtverzweifelter schrieb:> Angefangen hatte der Thread ursprünglich mit einem knapp dimensionierten> Gleichrichter eines alten Radios.> Der Thread war wohl zur Znterhaltung gedacht, hat aber die üblichen> Extremisten getriggert. Schade!
Da muss ich dir leider Recht geben. Ich hab's extra NICHT in OffTopic
gepostet, damit alle eine Chance haben. Aber in Zukunft wird man mich
eher nur noch dort finden. Da sind zwar die üblichen Tag- und
Nachttrolle, die noch nie einen fachlichen Beitrag geschrieben haben
oder so...
;)
In der Nachrichtentechnik auch als "Rauschen" bezeichnet. Das nervt,
aber man kanns ja überlesen.
Peter D. schrieb:> Die ersten Stereoradios hatten zwar im HF-Teil noch> Röhren (ECC85, ECH81 usw.) aber der Dekoder war mit Transistoren.> Interessant war eine 2. EM84 als Stereoindikator. Es war nur ein Teil> des Leuchtbandes sichtbar, sie wurde quasi als grüne LED mißbraucht.
Im Westen gab's dafür die EMM803, die aber ein Vielfaches von 2 EM84
kostet
Matthias S. schrieb:>> Und ein Nachweis, dass der Fernseher von 1969 sehr wohl>> Konvergenz hat>> Die ist sehr gut gelungen. Ist das das Vollröhrengerät?> Bei uns stand der Nachfolger von Philips, der schon 'hybrid' war, mit> BC148 und BF199 in den kleinen Alukästchen - aber PL519 und PD510 für> Horizontal.> Aber das die Jungs damals einen PAL Dekoder in Röhrentechnik gebaut> haben, hat schon Hochachtung verdient.
Hallo Matthias,
nö, nix mit Hybrid. Wenn, dann richtig ;)
28 Röhren (okay 27 + BiRö), alles analog, PAL-Verzögerung per
Ultraschall, Farbdifferenzstufen je PCF200, Hochspannung noch nicht mit
PL519, da gab es noch nicht, sondern PL500 und PL509 teilen sich die
Primärwicklungen am Zeilentrafo. Siehe meinen SChaltbildanhang weiter
oben.
Trotzdem Wahnsinn, was die Entwickler damals geleistet haben, nur um
farbig fernsehen zu können.
Grüße, Serge
PS: Kovergenz konnte ich auch nur mit Anleitung einstellen, andernfalls
alles verdreht, das bekommt keiner mehr hin --> Schrott