LTSpice: Probleme mit .op

Gast #4725784
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo zusammen,

ich schreibe hier wegen eines Problemes mit LTSpice, und zwar der Suche 
nach dem DC-Betriebspunkt vor jeder AC- und Tran-Simulation.

Meine Anwendung in diesem Fall ist die Open-Loop-Simulation von 
Regelschleifen. Um den DC-Betriebspunkt richtig einzustellen, aber die 
Kleinsignal-AC-Analyse nicht zu beeinflussen, wird die Regelschleife 
hier generell mit einem Filter aus einer sehr großen Induktivität und 
einer sehr großen Kapazität geschlossen.

Beim durchführen der .op sollte dann LTSpice nach Standardvorgehen 
eigentlich, auch laut der Anleitung, alle Kondensatoren auftrennen und 
alle Induktivitäten kurzschließen. Damit wäre für DC die Regelschleife 
zu, der Regler würde über seinen integrator seinen Betriebspunkt richtig 
einstellen, und auf dem Punkt würde edie Kleinsignal-AC-Analyse 
aufsetzen.

Allerdings passiert das offensichtlich nicht immer, die Regelschleife 
bleibt für DC "offen", und es steht im DC-Betriebspunkt (sichtbar über 
die .op-labels) eine große Spannung von teilweise über 100V über den 
"kurzgeschlossenen" Induktivitäten. Der .op-Strom in ihnen beträgt aber 
gleichzeitig nur ein paar µA.

Meine Fragen hierzu wären:
Was passiert wirklich beim .op wirklich? Werden Induktivitäten in der 
Netlist kurzgeschlossen, oder wird nur eine Analysevariante verwendet, 
die quasi auf diesen Zustand hinauslaufen würde (Zeit gegen "unendlich" 
oder ähnliches)? Wenn das der Fall ist, wie "dämpft" Spice dann 
entsprechende Oszillationen...und woher will es wissen wann "unendlich" 
ausreichend lang war?

Kann ich die Findung des Betriebspunktes beeinflussen, abgesehen von .ic 
und .nodeset und den Standard-Einstellungen im Menü, wie z.B. den 
Toleranzen?


Vielen Dank schon mal!


Grüße, Tobias
#4725943
Lesenswert?
• ▲
▼
Auf jeden Fall gibt es Probleme, wenn an einem Kondensator IC=0 steht. 
Dann wird das in LTspice im Gegensatz zu anderen SPICE-Programmen auch 
bei .DC und .AC benutzt. Da hilft dann nur das IC=0 wegzumachen oder zu 
Kommenatr zu machen (;IC=0).

Häng doch mal ein Beispiel an das nicht funktioniert. (Datei .asc, 
Modell)
Gast #4761942
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo Helmut S.,

ein Beispiel habe ich versucht zu erzeugen, aber immer wenn ich die Sim 
(für meine anwendung unzulässig) vereinfache tritt der Fehler nicht mehr 
auf. 1:1 möchte ich sie lieber nicht ins Internet stellen, weil nicht 
alles daran mir gehört oder frei verfügbar ist.

.IC habe gar ich nicht drinnen, weil ichs eigentlich nicht brauche.
Die Anwendung von .IC macht aber eben auch überhaupt keinen 
Unterschied...Spice ignoriert das dann einfach.

Kannst du mir vielleicht auch ohne Beispiel sagen was Spice bei .op 
macht, und ob ich das irgendwie "hart" beeinflussen kann?

Danke schon mal!

Grüße, Tobias
Gast #4762006
Lesenswert?
• ▲
▼
Tobias schrieb:
> Meine Anwendung in diesem Fall ist die Open-Loop-Simulation von
> Regelschleifen. Um den DC-Betriebspunkt richtig einzustellen, aber die
> Kleinsignal-AC-Analyse nicht zu beeinflussen, wird die Regelschleife
> hier generell mit einem Filter aus einer sehr großen Induktivität und
> einer sehr großen Kapazität geschlossen.

Eventuell die L und C weglassen und einen R mit einem separaten Wert für 
AC verwenden.
http://ltwiki.org/index.php5?title=Undocumented_LTspice#Dual_Value_Resistors_.28for_ac_analysis.29
#4762029
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo Tobias,

statt einer Spule könntest du es mit einem Widerstand probieren.
Dem kannst du für die AC-Analyse einen anderen Wert geben.
Die Idee dabei ist es für die OP-Analyse (am Anfang der AC-Analyse) 
einen niedrigen Widerstandswert zu haben und für die AC-Analyse einen 
hohen Widerstand. Das hilft LTspice bei der Bestimmung des 
Arbeitpunktes.

Beuspiel: Statt 10k am Widerstand schreibst du 10k und ac=1T(era).

10k ac=1T


Für die Openloop bzw. "loopgain" Analyse ist es einfacher eine 
Voltage-Probe einzufügen und damit dann die "loopgain" simulieren.

Gruß
Helmut
Gast #4762175
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo zusammen,

danke für die Tips. Die Möglichkeit für die AC-Analyse separat einen 
anderen Widerstandswert vorzugeben kannte ich bisher nicht, das probiere 
ich aus.

Die Ls und / oder Cs durch B-Quellen zu ersetzen habe ich schon 
probiert, leider ohne Erfolg. Selbes Verhalten wieder.

Kann es sein dass eine ungedämpft oszillierende Schaltung unter 
Umständen die .op - Analyse stört?

Grüße, Tobias

Antwort schreiben

Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt. Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten, für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Formatierung
  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] – Link zu einem Artikel
  • Verweis auf einen anderen Beitrag: Rechtsklick auf dessen Beitrags-ID (#8078628), „Adresse kopieren“, in den Text einfügen

Mehr zur Formatierung

Längeren Sourcecode als Anhang, nicht in den Text. JPG nur für Fotos und Scans; Zeichnungen und Screenshots als PNG oder GIF. Siehe Bildformate.

Schon registriert? Anmelden

Wird nicht angezeigt. Wir schicken dir einen Link; sobald du damit bestätigst, erscheint dein Beitrag.

Mit dem Abschicken legst du einen kostenlosen Account an und erkennst die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an.