Oder ist das mehr eine Frage der Wahrscheinlichkeit, so dass man z.B.
sagen kann, dass von 10 High End Rechner in 14 nm Fertigung 3 kaputt
gehen und 7 den EMP irgendwie überleben?
Also wie Anfällig sind wir da? Fällt da wirklich alles mit totaler
Zerstörung aus oder besteht die Möglichkeit das etwa x % der gesamten
Hardware den EMP überlebt ohne nennenswert einen Schaden zu erleiden?
@ Katastrophenschutz (Gast)
>Oder ist das mehr eine Frage der Wahrscheinlichkeit, so dass man z.B.>sagen kann, dass von 10 High End Rechner in 14 nm Fertigung 3 kaputt>gehen und 7 den EMP irgendwie überleben?
Naja, das ist alles SEHR spekulativ.
>Also wie Anfällig sind wir da? Fällt da wirklich alles mit totaler>Zerstörung aus
Kaum.
> oder besteht die Möglichkeit das etwa x % der gesamten>Hardware den EMP überlebt ohne nennenswert einen Schaden zu erleiden?
Ich behaupte mal, das selbst ein SUPER-NEMP am ungünstigesten Fleck
mitten über Europa nicht viel mehr Bums hat als ein paar hundert
mittelschwere Blitzeinschläge. Klar wird es ein paar Sachen zerlegen, am
ehesten Telephon- und Energieleitungen. Der Rest ist Hollywood.
Katastrophenschutz schrieb:> Würde ein starker EMP über Europa alle Hardware zerstören?
Wenn er stark genug ist, ja.
Katastrophenschutz schrieb:> Oder ist das mehr eine Frage der Wahrscheinlichkeit, so dass man z.B.> sagen kann, dass von 10 High End Rechner in 14 nm Fertigung 3 kaputt> gehen und 7 den EMP irgendwie überleben?
Wenn die Stärke des EMP geeignet bemessen ist, kann es sicher auch
geschehen, dass nur 7 von 10 Rechnern kaputt gehen.
Ist der EMP nur mäßig stark, wird evtl. auch überhaupt keine Hardware
zerstört.
Da man nie genau weiß, wie stark der nächste EMP sein wird, habe ich mir
sicherheitshalber zwei weitgehend EMP-resistente Rechner gelagert,
nämlich einen Rechenschieber und eine mechanische Rechenmaschine. Sollte
der EMP so stark werden, dass sogar diese nicht mehr nutzbar sind, werde
auch ich selber so stark in Mitleidenschaft gezogen werden, dass ich sie
nicht mehr brauchen werde.
Übrigens: Merkst du, wie unpräzise deine Frage gestellt war?
Jeder Rechner besitzt ein geschirmtes Gehäuse und die CPU liegt auch
unter einem Heatspreader aus Metall.
Klar kommt etwas durch, aber der Impuls müsste schon so nahe sein dass
du dann auch direkt etwas davon mitbekommst.
Da alle kritischen Systeme wohl EMP-geschützt sind läge der Schaden nur
bei der Zivilbevölkerung.
Durch neue Autos und Rechner gäbe es dann bestimmt eine steigende
Konjunktur ... also alles in allem kann man einen Staat durch so etwas
nicht ernsthaft schaden.
Da das angreifende Land sofort mit einem Wirtschaftsembargo rechnen
müsste wird diese Möglichkeit auch keine sinnvolle Maßnahme darstellen.
@ Mike J. (linuxmint_user)
>Da alle kritischen Systeme wohl EMP-geschützt sind
Wie kommst du zu dieser gewagten Aussage?
Außer im Militärbereich wird es sonst nur sehr wenige Systeme geben, die
explizit gegen EMP gehärtet sind.
>Konjunktur ... also alles in allem kann man einen Staat durch so etwas>nicht ernsthaft schaden.
Naja, man kann heute schon mit DEUTLICH kleineren Mitteln ein mittleres
Chaos anrichten, auch ohne (N)EMP.
>Da das angreifende Land sofort mit einem Wirtschaftsembargo rechnen>müsste wird diese Möglichkeit auch keine sinnvolle Maßnahme darstellen.
Wer sagt, daß ein Land angreift?
Falk B. schrieb:> Wer sagt, daß ein Land angreift?
Das wird ja nun keine kosmische Hintergrundstrahlung sein.
Solch ein kurzer, heftiger Impuls wird doch im allgemeinen durch eine
Nukleare Bombe ausgelöst und nicht durch Naturereignisse die ab und zu
auftreten.
Falk B. schrieb:> Wie kommst du zu dieser gewagten Aussage?
Also wichtige Server und Rechenzentren sind mit Sicherheit
EMP-geschützt. Es gibt sogar Banken welche einen EMP-Schutz aufweisen.
Bei einer EMP optimierten H-Bombe, die in großer Höhe gezündet wird,
wird nicht mehr viel funktionieren. 50KV/m EMP gegen mit 200V/m
getestete Fahrzeuge. Rechner, Notebooks, Rechenzentren,
Telefonvermittlungen, DSL wird weitgehend tot sein. Dezentrale
Stromerzeuger wie Windkraftwerke, Solarumrichter, viele Trafostationen
sind auch defekt. Evt. bekommt man kleine Teilnetze wieder hochgefahren,
aber die vielen defekten Hochspannungstrafos bekommt man nicht so
schnell repariert. Im Gegensatz zu einem Solarevent gibt es keine
Frühwarnung, wo man das Hochspannungsnetz sicherheitshalber für einen
Tag runterfahren könnte.
VW Käfer, Golf 1, Autos bis BJ 1980 werden noch fahren, alle neueren,
die über eine elektronische Motorsteuerung verfügen, nicht mehr.
Reparatur fällt auch flach weil man bei Digikey etc. nichts mehr
bestellen kann.
Streichhölzer, Kerzen werden Konjunktur haben. Alle elektronisch
gesteuerten Heizungen werden nicht mehr funktionieren. Großstädte sind
dann definitiv der ungünstigste Aufenthaltsort.
Sobald man eine dünne Blechschirmung um die Schaltungen legt sind sie
geschützt. Eigentlich reicht auch Alufolie.
Die Wahrscheinlichkeit dass so etwas jemals auftreten wird ist auch
verschwindend gering.
@ Christian Kück (chris111)
>Bei einer EMP optimierten H-Bombe, die in großer Höhe gezündet wird,>wird nicht mehr viel funktionieren. 50KV/m EMP gegen mit 200V/m
Naja, langsam. Wenn gleich mit Atom- und Fusionsbomben schon gigantische
Leitungen und Energien in sehr kurzer Zeit umhesetzt werden können, so
kann man dennoch nicht einen halben Kontinent "schmelzen".
>getestete Fahrzeuge. Rechner, Notebooks, Rechenzentren,>Telefonvermittlungen, DSL wird weitgehend tot sein.
Langsam. Die wirklich großen Konstrukte wie Telephon und
Energieleitungen fangen sich viel ein und es wird viel abrauchen. Auch
lokal wird genug in Mitleidenschaft gezogen werden. Aber man wird mal
sicher nicht 50kV/m so flächendeckend erzeugen können, daß ALLES über
die Wupper geht.
> Dezentrale>Stromerzeuger wie Windkraftwerke, Solarumrichter, viele Trafostationen>sind auch defekt.
Die Steuerung bzw. Kommunikation vielleicht, die Trafos selber kriegst
du so schnell nicht kaputt! Da ist viel zuviel Old school Eisen und
Kupfer drin, nix Halbleiter.
> Evt. bekommt man kleine Teilnetze wieder hochgefahren,>aber die vielen defekten Hochspannungstrafos bekommt man nicht so>schnell repariert.
Die zerlegt es alls allerletzte. Außerdem ist der NEMP dafür viel zu
kurz. Thermisch kriegt man die damit nicht kaputt, rein elektrisch
schlägt es zum Großteil in den Überspannungsschutz.
> Im Gegensatz zu einem Solarevent gibt es keine>Frühwarnung, wo man das Hochspannungsnetz sicherheitshalber für einen>Tag runterfahren könnte.
Schon wieder Hollywood.
>Streichhölzer, Kerzen werden Konjunktur haben. Alle elektronisch>gesteuerten Heizungen werden nicht mehr funktionieren. Großstädte sind>dann definitiv der ungünstigste Aufenthaltsort.
Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.
Vor ein paar Jahren war ein Teil im Münsterland für 2 Wochen (?) im
Winter ohne Strom. Ganz unspektakulär ohne EMP, schnödes Blitzeis und
fehlende Netzvermaschung. Aber vielleicht brauchen wir mal so ein
flächendeckendes Ereignis, um mal wieder den Arsch hochzukriegen und um
zu sehen, was WIRKLICH wichtig ist und zählt?
@ Mike J. (linuxmint_user)
>Sobald man eine dünne Blechschirmung um die Schaltungen legt sind sie>geschützt. Eigentlich reicht auch Alufolie.
Jaja, das ungesunde Halbwissen. Schon mal was von leitungsgebundenen
Störungen (Surge) gehört?
>Die Wahrscheinlichkeit dass so etwas jemals auftreten wird ist auch>verschwindend gering.
so wie der Kometeneinschlag von 65 Millionen Jahren ;-)
Schau mal auf die Karte in diesem Link
https://www.heise.de/tp/features/Schutz-vor-einem-EMP-Angriff-3222031.html
Bei einem Solaren Flare Direkttreffer gibts große Ausgleichsströme nahe
DC, die die HV-Transformatoren in Sättigung treiben. Die
Leistungsschalter der oberen Netzebene sind nicht auf DC ausgelegt und
werden zum guten Teil abbrennen. Die Überspannungsableiter werden kaum
helfen, da es um fast Gleichstrom geht. Wenn man das vorher weiß, kann
man die oberen Netzebenen bei einem Solar flare abschalten. Ist dann
zwar einen Tag dunkel aber fast alles noch heile ums wieder
hochzufahren.
Ein atomarer EMP kommt überraschend. Der elektronische Leitungsschutz
der HV Leitungen wird wahrscheinlich abrauchen. Dazu jede Menge
Leistungsschalter, Trafoisolierungen etc. In der mittleren Netzebene
werden viele HV Schmelzsicherungen durchbrennen und Kabel durchschlagen.
Dazu Trafowickelisolierungen etc. Bis das Netz neu aufgebaut werden kann
dauert es Jahre, da die Logistik in den Reparatur- und
Herstellungsbetrieben der HV Komponenten wie der Rest der Wirtschaft
erstmal zusammengebrochen ist.
Beim Stromausfall im Münsterland hat man alle verfügbaren
Netzersatzanlagen aus dem Bundesgebiet zusammengeholt. Diesen "Luxus"
für eine Region wird es im obigen Fall nicht geben.
@ Christian Kück (chris111)
>Bei einem Solaren Flare Direkttreffer gibts große Ausgleichsströme nahe>DC, die die HV-Transformatoren in Sättigung treiben. Die>Leistungsschalter der oberen Netzebene sind nicht auf DC ausgelegt und>werden zum guten Teil abbrennen.
Du bist ein Märchenonkel.
Stefan M. schrieb:> Bei einem von Menschenhand verursachten EMP über Deutschland hätte ich> sicher andere Probleme am Hals als Rechner, die evtl. geschrottet> sind...
Menschen dürften das eher überleben als moderne Maschinen. Die direkte
Wirkung abgesehen vom EMP ist m.W. kaum irrelevant.
Das Problem wäre, nutzbares Futter zu besorgen, wenn die gesamte
Lebensmittelversorgung und deren Logistik im Eimer ist und kein Laden
mehr Ware bekommt. Und die Lebensmittelverarbeitung auch nicht mehr
funktioniert, man also erst wieder lernen muss, wie man Getreide selber
essbar macht. Ohne Strom natürlich.
Wohl dem, der dann in der richtigen Gegend wohnt. Trinkwasser wäre hier
kein Problem und das Trecker-Museum unweit entfernt könnte auch nützlich
sein.
@Christian Kück (chris111)
>https://en.m.wikipedia.org/wiki/Solar_storm_of_1859>Ich geh mal davon aus, Du bist des Englischen mächtig.
Ein wenig. Und?
Es gab viel Aurora, die Magnetometer zeigten Rekordwerte an. Und sonst?
"Telegraph systems all over Europe and North America failed, in some
cases giving telegraph operators electric shocks.[13] Telegraph pylons
threw sparks.[14] Some telegraph operators could continue to send and
receive messages despite having disconnected their power supplies.[15]"
Typischer BlaBla Satz. Nur weil an ein paar vorsintflutlichen
Telephonleitung ein paar Überspannungsüberschläge auftraten bricht
angeblich die Welt zusammen. LÄCHERLICH!
Und wieviel Systeme waren denn betroffen? 100%? Kaum!
@Crazy H. (crazy_h)
>Muß die Elektronik, die durch einen EMP geschrottet wird, in>Betrieb/unter Spannung sein?
Nein, das geht auch im ausgeschalteten Zustand, wenn gleich es auf das
Gerät ankommt, ob der Schaden dann deutlich kleiner ist oder nicht.
Es bedarf keiner großflächigen Massenzerstörungen um unsere gesamte
Logistik zum Zusammenbrechen zu bringen. Das Hauptproblem ist, dass sich
die Leute gar nicht vorstellen können, dass Selbstverständlichkeiten wie
Strom / Energieversorgung und elektronischer Nachrrichtentransport
plötzlich nicht mehr funktionieren.
Pufferlager in der Industrie sind durch "just in time" - Lager auf den
LKWs ersetzt - die Produktion fällt innerhalb kurzer Zeit aus, wenns
irgendwo an strategischen Punkten klemmt.
Arno H. schrieb:> Die Amerikaner haben es schon mal gemacht:> https://de.wikipedia.org/wiki/Starfish_Prime
Zitat:
"Der durch Starfish Prime ausgelöste elektromagnetische Puls war weit
stärker als erwartet, so dass viele der eingesetzten Messgeräte
ausfielen"
https://en.wikipedia.org/wiki/Starfish_Prime
" Starfish Prime caused an electromagnetic pulse (EMP), which was far
larger than expected, so much larger that it drove much of the
instrumentation off scale, causing great difficulty in getting accurate
measurements."
Wahrscheinlich nur ein "Übersetzungsfehler"
@Jens Martin (jens-martin)
>"Der durch Starfish Prime ausgelöste elektromagnetische Puls war weit>stärker als erwartet, so dass viele der eingesetzten Messgeräte>ausfielen">https://en.wikipedia.org/wiki/Starfish_Prime>" Starfish Prime caused an electromagnetic pulse (EMP), which was far>larger than expected, so much larger that it drove much of the>instrumentation off scale, causing great difficulty in getting accurate>measurements.">Wahrscheinlich nur ein "Übersetzungsfehler"
Auch dieser Satz ist nur allgemeiner Natur, für QUANTITAVIE Bewertungen
keine Sekunde zu gebrauchen. Denn um auch nur ansatzweise abschätzen zu
können, wieviel Schaden angerichtet werden könnte, braucht man
belastbare Meßwerte mit reproduzierbaren Randbedingungen.
Falk B. schrieb:> Nein, das geht auch im ausgeschalteten Zustand, wenn gleich es auf das> Gerät ankommt, ob der Schaden dann deutlich kleiner ist oder nicht.
Also ich bin schlecht in Mathe, du offensichtlich Experte.
Da hab ich jetzt mal ne Frage:
Ein Blitzeinschlag in 100m Entfernung macht heutigen Geräten nichts mehr
aus, in 10m Entfernung gehen einige noch kaputt.
Die Blitzenergie betragt sagen wir mal x, die Entfernung 400km (= Höhe
EMP Bombenzündung). Die Energie nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab.
Nun die Frage: Um wie viel höher muss die Energie der EMP Bombe sein um
die gleiche Wirkung wie das Energiefeld eines Blitzes zu erzielen
Simpler 3 Satz,klarer Nachweis. Verstehe gar nicht wieso das nicht in
jedem "journalistischem" Artikel aufgeführt wird ;-) .
@Jens Martin (jens-martin)
>Also ich bin schlecht in Mathe, du offensichtlich Experte.
Sicher nicht, aber ich hab schon ein paar Grundlagen drauf.
>Ein Blitzeinschlag in 100m Entfernung macht heutigen Geräten nichts mehr>aus,
Das stimmt so allgemein nicht. Wenn genügend Energie in eine nah am
Blitzeinschlag verlaufende Telephon- oder Energieleitung einkoppelt,
kann das schlecht geschützte Geräte schon zerstören, wenn die am Kabel
hängen.
Aber rein über die Feldkopplung per Luft kriegt man bei 100m kaum was
kaputt.
> in 10m Entfernung gehen einige noch kaputt.
Kann sein.
>Die Blitzenergie betragt sagen wir mal x, die Entfernung 400km (= Höhe>EMP Bombenzündung). Die Energie nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab.
Die Leistung, nicht die Energie.
>Nun die Frage: Um wie viel höher muss die Energie der EMP Bombe sein um>die gleiche Wirkung wie das Energiefeld eines Blitzes zu erzielen>Simpler 3 Satz,klarer Nachweis. Verstehe gar nicht wieso das nicht in>jedem "journalistischem" Artikel aufgeführt wird ;-) .
Weil das 95% der Leser schon überfordert.
Wenn wir 10m als kritischen Abstand bei Leistung X ansetzen und die
Quelle um Faktor 400km/0,01km= 40.000 wegrücken. Da die Leistung
quadratisch abfällt, braucht es den Faktor 40.000^2 = 1,6e9, um die
gleiche Feldstärke/Leistung zu erzielen. Wenn wir den Blitz mal mit 1MW
annehmen, braucht der EMP 1,6e15 = 1,6 EXA Watt an Pulsleistung. Ob man
das hinkriegt, weiß ich nicht. Aber man erkennt, daß vor allem
Strukturen (=Kabel) mit großer Länge als super Antenne wirken und sich
sehr viel Feldenergie einsammeln können, darum gibt es auch dort die
größten Überspannungen.
Falk B. schrieb:> Auch dieser Satz ist nur allgemeiner Natur,
Der Messbereich war zu klein, was ist daran jetzt allgemein?
> Denn um auch nur ansatzweise abschätzen zu> können, wieviel Schaden angerichtet werden könnte, braucht man> belastbare Meßwerte mit reproduzierbaren Randbedingungen.
Was willst du mit Messwerten bei einer realen Test? Da reicht eine
Schadensaufnahme.
Nach allen Quellen die ich kenne sind eine Funkstrecke und 1000e
Kilometer entfernt eine Strassenbeleuchtung ausgefallen. Bei der
Beleuchtung ist nicht mal klar ob das kausal war.
Dann war das zu Zeiten des kalten Krieges was Meldungen über
militärische Entwicklungen stark relativiert. Ganz egal von welcher
Partei.
Wenn das alles so furchtbar schrecklich gewesen wäre wie in der Presse
berichtet hätte nicht ein Funkgerät auf einem der Schiffe mehr
funktioniert. Davon ist aber nichts bekannt.
Falk B. schrieb:> Wenn wir den Blitz mal mit 1MW> annehmen, braucht der EMP 1,6e15 = 1,6 EXA Watt an Pulsleistung.
Die Rechnung mit dem Blitz stimmt deshalb nicht, weil die Pulsleistung
des Blitzes nicht elektromagnetisch abgestrahlt wird. Klar werden auch
Felder erzeugt, aber eher nebenbei... Beim NEMP ist eben der Gag an der
Sache dass die reichlich bei einer Kernwaffe erzeugte Gammastrahlung
beim Auftreffen auf die Atmosphäre unter vorhandenem Erdmagnetfeld einen
riesigen elektromagnetischen Puls erzeugt, der dann auf die Erde trifft.
Ich glaube wir sind ziemlich am Arsch wenn das passieren würde, das
Metallgehäuse eines PCs kann man vergessen weil alle Kabel als Antenne
wirken und den Puls "in den PC leiten". Gleiches gilt für die meisten
anderen elektronischen Geräte die wir haben.
Falk B. schrieb:> braucht der EMP 1,6e15 = 1,6 EXA Watt an Pulsleistung
Danke für die Berechnung das sind 1,6 x 1 000 000 000 000 000 Watt.
Das ist auch für eine thermonukleare Waffe eine ganze Menge an
elektrischer Energie.
Meiner bescheidenen Meinung nach (bin da nur Laie und kein Spezialist
für EMP Waffen) braucht er auch noch mehr, viel mehr.
Weil:
1. Durch den Lauf durch die Atmosphäre wird der Puls bedämpft und die
Flankensteilheit sinkt.
2. Schäden entstehen durch Potentialdifferenz. Ein Blitz ist im wahrsten
Sinne des Wortes erdbezogen, ein Impuls aus 400 km Höhe nicht. Daher
trifft die EM Welle an allen Stellen einer Leitung mit nahezu dem
gleichen Potential. Woher da starke Schäden kommen sollen erschließt
sich mir nicht
Bernhard S. schrieb:> Beim NEMP ist eben der Gag an der> Sache dass die reichlich bei einer Kernwaffe erzeugte Gammastrahlung> beim Auftreffen auf die Atmosphäre unter vorhandenem Erdmagnetfeld einen> riesigen elektromagnetischen Puls erzeugt, der dann auf die Erde trifft.
Was aber an der benötigten Energie (jetzt halt 1,5 Exa Watt
Gammastrahlung bei 100% Umwandlung) und auch an der Abschwächung durch
das "Quadrat der Entfernung" nichts ändert.
Bernhard S. schrieb:> Ich glaube wir sind ziemlich am Arsch wenn das passieren würde,
Da stimme ich voll zu. Nicht wg. dem Ausfall sondern weil sich ein
Konflikt zu einem nuklearen Schlagabtausch gesteigert hätte.
Jens M. schrieb:> Bernhard S. schrieb:>> Beim NEMP ist eben der Gag an der>> Sache dass die reichlich bei einer Kernwaffe erzeugte Gammastrahlung>> beim Auftreffen auf die Atmosphäre unter vorhandenem Erdmagnetfeld einen>> riesigen elektromagnetischen Puls erzeugt, der dann auf die Erde trifft.>> Was aber an der benötigten Energie (jetzt halt 1,5 Exa Watt> Gammastrahlung bei 100% Umwandlung) und auch an der Abschwächung durch> das "Quadrat der Entfernung" nichts ändert.
Doch! Es ändert alles! Erstmal ist Energie ungleich Leistung, das muss
man bei der Betrachtung auseinanderhalten. Es braucht keine irrsinnig
hohe Energie, um Elektronik zu beschädigen, eine hohe Pulsleistung
reicht aus.
Außerdem bist du 10m vom BLitz entfernt im Nahfeld, da hast du eine
andere Abhängigkeit von der Entfernung als die bakannte quadratische.
Die ganze Überlegung mit dem Blitz ist Mist und taugt nicht für die
Beurteilung, was bei einem NEMP passiert.
Mike J. schrieb:> Sobald man eine dünne Blechschirmung um die Schaltungen legt sind sie> geschützt. Eigentlich reicht auch Alufolie.> Die Wahrscheinlichkeit dass so etwas jemals auftreten wird ist auch> verschwindend gering.
Was ist mit der magnetischen Komponente? Da hilft Alufolie ja wohl
nichts.
HF Bauteile sind ja nicht umsonst mit Weißblech geschirmt, oder?
>Was ist mit der magnetischen Komponente? Da hilft Alufolie ja wohl>nichts.
Doch, auch magnetische Wechselfelder werden geschirmt. Der induzierte
Wirbelstrom macht's.
Bernhard S. schrieb:>>Was ist mit der magnetischen Komponente? Da hilft Alufolie ja wohl>>nichts.>> Doch, auch magnetische Wechselfelder werden geschirmt. Der induzierte> Wirbelstrom macht's.
Theoretisch schon, nur hängt das ja wohl auch mit der Schichtdicke
zusammen. Eine theoretische Folie, mit einer Schichtdicke von nur 1 nem
Atom, kann die wirklich beliebig starke magnetische Wechselfelder
abschirmen?
Beitrag "Abschirmung: Dicke VS Frequenz"
Ich denke 1mm ferromagnetisches Material, ist wesentlich effektiver
gegen eine NEMP, als 1 mm Alufolie....
Sind solche Schäden dann eigentlich durch die Hausrat gedeckt?
Oder muß man sich dann an den Verursacher wenden?
Hab ne teure Glotze daheim, wäre ja schade drum.
Aber vielleicht greift da dann ja die Geräteversicherung, die auch
Schäden durch Unfälle und dergleichen abdeckt, aber die erstattet nur
60% vom Neuwert... Den Rest muß ich dann wohl von den Russen holen. Ob
der Rubel in dem Fall wohl einbricht oder gar steigt, weil es die neue
Weltwährung wäre?
Aber was könnte ich mir davon kaufen? Russische Röhrenfernseher? Kann
ich damit nur russisches Ballett sehen, oder sendet hier noch irgendein
Sender etwas auf UHF/VHF?
Zur Not kann ich dann meine alten Bornos (mit hartem P...) von VHS
gucken, bin ja mal gespannt, wie die auf russisch sind. Aber eigentlich
ist es egal, ich muß eh immer ganz leise drehen, damit meine Alte nichts
davon mitkriegt...
Schönes Wochenende ;-)
Peter F. schrieb:> Eine theoretische Folie, mit einer Schichtdicke von nur 1 nem> Atom, kann die wirklich beliebig starke magnetische Wechselfelder> abschirmen?
Da muss ich passen, ich wüsste gar nicht ob das wegen irgendwelcher
Quanteneffekte überhaupt leitfähig wäre.
> Ich denke 1mm ferromagnetisches Material, ist wesentlich effektiver> gegen eine NEMP, als 1 mm Alufolie....
Da wäre ich mir jetzt nicht so sicher, immerhin kann man
ferromagnetisches Material leicht in die Sättigung treiben, kann man auf
dem Basteltisch ausprobieren, dann ist z.B. bei Ferrit-Ringkernen das µr
weg ... bei einer Abschirmung wäre dann die Schirmwirkung weg.
Alufolie treibt man wohl nicht so leicht in die Sättigung. Ich würde Alu
als Schutz nehmen.
Ich bin mir auch nicht sicher.
Bernhard S. schrieb:> Alufolie treibt man wohl nicht so leicht in die Sättigung. Ich würde Alu> als Schutz nehmen.
Bei einem µr annähernd dem von Luft macht das keinen Unterschied. Die
max. magn. Flussdichte von Eisen ist gar nicht so schlecht. Ferrite o.Ä.
bei hohen Frequenzen werden nesetztur eing, weil sie nicht oder schlecht
Strom leiten und sich nicht so stark erwärmen.