Hallo zusammen,
für nur sehr gelegentliche Netzteil-Basteleien suche ich ein
DC-Labornetzteil bis ca. 400 V, ca. 50 W oder mehr. Beruflich habe ich
für derlei eine programmierbare AC-Supply, aber deren Preise sind
astronomisch und völlig hobby-untauglich. Ebenso DC-Netzteile mit ein
paar hundert Volt von TDK Lambda o.ä.
Die Chinesen haben dem Hobbybastler ja jede Menge wirklich günstige
Messgeräte in brauchbarer Qualität beschert, darunter auch
Labornetzteile. Jedoch keine > 100 V. Auch nach längerer Suche finde ich
nur
https://www.aliexpress.com/item/32850661220.html
was auch nicht mehr günstig ist, vermutlich einen ungeregelten
Sirenen-Lüfter hat und nach erbärmlicher Bedienung aussieht. Habt Ihr
eine bessere Idee?
Alternativen wären Regeltrenntrafo mit Gleichrichter (keine
Strombegrenzung!); interessanter fände ich es, ein existierendes
Analognetzteil auf 400 V umzubauen. Bei mir im Schrank steht noch ein
HGL 325 DLBN, das ich für diesen Zweck umbauen könnte (sieht aus wie
diese hier
https://de.elv.com/manson-3fach-labor-netzgeraet-ep-613-041609?fs=588766580&c=892).
Aber ohne Schaltplan ist das sehr mühselig (und von HGL/Peaktech scheint
es keine Schaltpläne zu geben).
- Martin
Martin schrieb:> Jedoch keine > 100 V. Auch nach längerer Suche finde ich> nur> https://www.aliexpress.com/item/32850661220.html> was auch nicht mehr günstig ist
Also wenn dir nicht mal 200 US$ für nen 400W Netzteil schon zu viel ist
kann dir hier sicher niemand helfen.
> Also wenn dir nicht mal 200 US$ für nen 400W Netzteil schon zu viel ist> kann dir hier sicher niemand helfen.
Das hab ich mir gerade auch so gedacht. Man sollte bedenken das solche
Netzteile sicher nur in sehr kleinen Stueckzahlen gebraucht werden und
der Hersteller mehr Aufwand fuer die Isolation treiben muss. Ausserdem
wuerde man sich da bessere Regeleigenschaften erwarten als bei den
ueblichen 30V Kisten weil wenige Prozent ueberschwingen einem deutlich
eher etwas killen werden.
Olaf
Olaf schrieb:> Das hab ich mir gerade auch so gedacht. Man sollte bedenken das solche> Netzteile sicher nur in sehr kleinen Stueckzahlen gebraucht werden und
Zu dem Preis kommen ja noch die Kosten für die Import-Administration
dazu. Und 400 W brauche ich nicht, ich schrieb ja > 50 W.
Ich denke auch, Preis/Leistung bei diesem HSPY-Teil ist mehr als OK.
Aber für mich passt es in der Summe nicht - zu teuer, zu laut,
Bedienung, zu viel Leistung. Daher die Frage.
Martin schrieb:> Zu dem Preis kommen ja noch die Kosten für die Import-Administration> dazu.
Das sind keine 100% und selbst bei 100% wäre es noch günstig.
Martin schrieb:> Aber für mich passt es in der Summe nicht - zu teuer, zu laut,> Bedienung, zu viel Leistung.
Zu teuer, dazu hab ich was gesagt
zu viel Leistung ist auch OK
Aber du kennst weder die Bedienung noch obs wirklich zu laut ist.
Preislich gehe ich davon aus, dass ein Netzteil auch mit nur 50W in
dieser Kategorie nicht wesentlich preiswerter sein wird.
Ganz im Gegenteil, die 400VDC-Netzteile, die ich sonst so kenne, kratzen
hart am 4-stelligen Eurobetrag, wenn sie nicht grad drüber liegen.
Du könntest alternativ natürlich die selbst ein LNG bauen, dass die
Anforderungen erfüllt. Schaltpläne von HP und Co sind ja offen
zugänglich und die Netzteile zeichnen sich u.a. dadurch aus, dass sie
sehr skalierbar sind.
Interessehalber von mir: Warum willst du überhaupt so ein Netzteil? 400
VDC sind ja nicht grad üblich. Willst du Zwischenkreise oder ähnliches
"simulieren"?
EDIT: Schau mal hier (wenn Eigenbau eine Lösung für dich ist):
http://www.jogis-roehrenbude.de/Roehren-Geschichtliches/Roehren-Netzteile/400V-Netzteil/Kapitel1.htm
Martin schrieb:> ein existierendes Analognetzteil auf 400 V umzubauen
Leiterbahnabstände passen also zufällig auch für 400V?
Martin schrieb:> Regeltrenntrafo mit Gleichrichter (keine Strombegrenzung!)
Vermutlich meinst Du Stelltrenntrafo - hättest Du jedoch
wirklich einen Regeltrenntrafo, wäre es doch einigermaßen
einfach, dessen Regelfeedback mit d. Ausgangsspannung nach
Brückengleichrichter + variabler linearer Strombegrenzung
o. evtl. genauerer -regelung zu füttern... möglich wär's.
Beim Stelltrenntrafo fehlte nämlich "original" nicht nur
die Strombegrenzung, sondern auch die Spannungsregelung.
Du scheinst nicht einmal geregelte Spannung zu brauchen
(obwohl Du nach "Labornetzteil" suchst, ist dort inhärent)
- da wundert mich dann gar nicht mehr so stark, daß Dir
der Preis für dieses Teil überzogen scheint...
Und diese ganzen Unterschiede bzw. Definitionen scheinen
Dir nicht einmal bekannt, bewußt, geschweige denn klar...
aber Du bastelst mit Netzteilen herum? Zu welchem Zweck?
Sag' doch mal, um welche Basteleien genau es sich handelt.
Fritze schrieb:> Beim Stelltrenntrafo fehlte nämlich "original" nicht nur> die Strombegrenzung, sondern auch die Spannungsregelung.
(Wehe da kommt wieder einer mit: "+Auge+Hand=Regelung" ;)
Also einfach umbauen geht nicht, weil kein Teil da drin für so hohe
Spannungen ausgelegt ist. Weder die Trafowicklung, noch die
Kondensatoren und die Leistungshalbleiter auch nicht.
Was ich gemacht habe, um PC-Netzteile mit ähnlicher Leistung am
Labornetzteil zu testen: Einen Wandler von 12V hoch auf 400..420V
gebastelt. Gar nicht so schwer. PWM-Regler-IC, Gegentaktendstufe, Trafo
mit Mittelpunktspeisung, sekundäre Brückengleichrichtung, Siebdrossel
und Kondensator, Feedback - fertig ist der gefährliche Spaß. Primär
waren glaub ich 3 Windungen 2..3 parallele dicke Drähte auf dem Kern,
sekundär dann mindestens 110 Windungen. Die Sekundärseite war in zwei
Teile gesplittet um eine Mittelanzapfung zu haben falls die Netzteile
zwei Elkos in Reihe besitzen. Die können dann symmetrisch versorgt
werden und ungleiche Belastung ist dem Aufbau egal. Für nur eine
Ausgangsspannung braucht man das nicht.
Mein Aufbau war auf etwa 100W ausgelegt, konnte aber auch das doppelte
ohne groß heiß zu werden. Also Vorsicht mit sowas, das kann Dich
problemlos ins Grab befördern.
Ben B. schrieb:> Also einfach umbauen geht nicht, weil kein Teil da drin für so hohe> Spannungen ausgelegt ist. Weder die Trafowicklung, noch die> Kondensatoren und die Leistungshalbleiter auch nicht.
Klar. Die Idee wäre: Trenntrafo, dann gleichrichten und linear runter
auf den Ausgang. Existierende Regelungen recyceln und per level-shifter
auf den Ausgangstransistor hieven. Man könnte so Gehäuse, Kühlkörper,
Anzeigen, Bedienelemente etc. wiederverwenden.
Aber wenn ich mir so einen Schaltplan anschaue
https://www.eevblog.com/forum/repair/manson-velleman-etc-ps-613-bench-power-supply-repair-schematics-needed/?action=dlattach;attach=479027
dann hängt recht viel am Ausgang direkt dran, Strommessung ist H-side...
in der Summe wird das so aufwendig, dass man wohl gleich besser bei 0
anfängt. Und das möchte ich mir nicht antun, das würde dann wohl doch
der HSPY werden oder
Ben B. schrieb:> Labornetzteil zu testen: Einen Wandler von 12V hoch auf 400..420V> gebastelt. Gar nicht so schwer. PWM-Regler-IC, Gegentaktendstufe, Trafo> mit Mittelpunktspeisung, sekundäre Brückengleichrichtung, Siebdrossel> und Kondensator, Feedback
genau so. Anstelle "vorwärts" würde ich allerdings Boost (trafolos) oder
flyback (Trafo aus einem passenden Steckernetzteil) versuchen. Eine
interessante Bastelei wäre es zu versuchen, ein Steckernetzteil
"umzukehren" - also so zu verschalten (mit möglichst wenigen neuen
Teilen), dass existierendes PWM-IC, Flyback-Trafo, Regelung etc. von 12
V auf Zwischenkreis funktionieren. Das wäre aber eher als
Denksportaufgabe interessant als vom Nutzwert her.
- Martin
Trafolos bzw. als Drosselwandler wird nicht ganz so schön. Eine
PFC-Spule schafft das vielleicht, aber dann lieber mit 20..30V auf die
Spule, sonst wird der Strom in der Spule zu hoch für 50W. Oder eine
zweite Wicklung auf die Spule aufbringen, die für 12V ausgelegt ist
(damit wird das Ding defacto zum Sperrwandler-Trafo).
Linear von 400V (eher 430V wegen Regelreserve) runter würde ich als
allerletztes machen. Ist zwar vielleicht die einfachste Lösung und
ergibt eine schöne glatte Ausgangsspannung, aber wenn man das Ding nur
auf 1A auslegt (schon damit erreicht das Ding unter 50V die 50W nicht
mehr), werden bis zu 400W im Leistungstransistor verheizt. Das schafft
ein Transistor alleine gar nicht (bzw. man müsste irgend ein
Hochleistungsmodul nehmen) und hinten am nötigen Lüfter kann sich Deine
Tussi nebenbei die Haare föhnen. Nee, schön ist was anderes.
Trafos aus Steckernetzteilen sind zu klein für 50W. Du kannst zwar
problemlos den 5V-Standby-Trafo aus einem ATX-PC-Netzteil nehmen, der
macht die 400V locker wenn man ihn "verkehrt herum" (gibts beim Trafo
eigentlich gar nicht, der funktioniert immer in beide Richtungen, auch
wenn man es nicht will) betreibt. Ich habe das vor etlichen Jahren mal
für eine Blitzröhre gemacht... aber bei 10W ist halt Schluss.
Die Haupttrafos von PC-Netzteilen eignen sich ohne Neuwickeln nicht bzw.
nur begrenzt. Erstens sind das heute meistens Eintakt-Durchflusswandler
und keine Gegentaktwandler mehr und zweitens haben die nur 40..44
Windungen primär und 3/7 Windungen sekundär (5V/12V-Ausgänge). Falls Du
einen alten Trafo findest, der noch für einen Gegentaktwandler war
könntest Du damit einen Wandler mit sekundärseitiger
Spannungsverdopplung bauen. Auch nicht so sehr schön, die untere
Gleichrichterdiode bekommt durch die Rechteckspannung am Trafo kräftige
Stromspitzen ab. Wird an 12V dann auch nur etwa 320V erreichen, nicht
400V.
Du siehst, alles nicht so einfach.
Wieso braucht man bei 400 V eine REGELUNG?
Wenn doch eine Stabilisierung benötigt wird, da bieten sich
Röhrennetzteile an, wie bei den alten Oszis.
Für Fotomultiplier nehme ich die Platine aus einem Spektrometer, dort
wird über die 15-V-Primärseite mit einem Transistor geregelt, danach
kommt ein fertiges DC-Wandlermodul 1:100. Die Rückführung erfolgt über
Spannungsteiler und OpV auf den Eingangstransistor. Geht auch für
Geigerzähler, obwohl da keine Stablisierung nötig ist.
Für etwas größeren Strom ein Stelltrafo mit passendem weiteren Trafo.
Wenn man statt Lade/Siebelkos eine MP-Kondensatorbatterie nimmt, ist
eine Gleichspannung in weitem Bereich einstellbar.
Eine eventuelle Regelung wird einem vorgeschalteten
Brummteufel-magnetischem-Spannungskonstanter überlassen.
Für noch höhere Spannngen bei max. 2 mA greift man auf Shuntregler wie
in in den ersten Farbfernsehern zurück (PD500).
Gruß - Werner
Ben B. schrieb:> Du siehst, alles nicht so einfach.
Sonst wäre es ja langweilig. Persönlich würden mich an so einem
Konstrukt vor allem zwei Dinge interessieren:
1. Stabilitätsnachweis U/I-Regelkreise, am liebsten Bode-Plot
Berechnung/Simulation/Messung
2. Auslegung Trafo
aber dann artet es wirklich aus und so viel Zeit will ich nicht
investieren. Wobei, interessant wärs schon.
Eine Variante wäre noch spannend. Topologien im Rennen für closed loop
wären Flyback, Eintakt- und Gegentakt-Vorwärts. Aber es gäbe noch eine
simple Abwandlung: Wenn man einen Gegentakt-Vorwärts fix mit 50% PWM
betreibt, ist es effektiv ein DC-Trafo, der Eingangsspannung und -Strom
mit dem Windungsverhältnis auf den Ausgang umsetzt. Der LT3439 macht das
so:
https://www.analog.com/en/products/lt3439.html#product-overview
und man kann sogar auf die sonst obligatorische Ausgangsdrossel
verzichten. Damit könnte man dann z.B. ein 1:10-Modul bauen, das den
Ausgang des Labornetzteils (0-30 V) z.B. auf 0-300 V anhebt. Wenn man
den Eingangsstrom limitiert, hat man auch eine grobe
Ausgangsstrombegrenzung.
Habe dann doch dieses hier gefunden:
https://www.aliexpress.com/item/32827533203.html
und das reicht mir wohl vorerst. Hat zwar keine Ausgangsstrombegrenzung,
aber wenn man es am Labornetzteil betreibt, kann man ja auch wieder die
Eingangsleistung begrenzen. Zusammen mit eine kleinen Voltmeter kommt
das in ein 3D-gedrucktes Gehäuse und dann ist auch erstmal gut für mich.
- Martin
Martin schrieb:> mit dem Windungsverhältnis
Wie 50Hz-Trafo ungeregelt (U_a lastabhängig).
Wird übrigens nicht gemacht wg. festgelegtem
ÜV, sondern zwecks Low_Noise -Schaltwandler.
Regelung - so erforderlich - erst danach, als
sog. "Postregulator". (Falls ein gewönlicher
Linearregler mit niedriger PSRR im HF-Bereich,
ist wohl der "optionale LC-Filter" anzuraten.)
Ungeregelter Gegentaktwandler mit 50/50 Tastverhältnis kannst Du
natürlich machen, allerdings brauchst Du dann unter Umständen eine
zweite Versorgungsspannung für die Ansteuerung der FETs. Dann kannst Du
die Ausgangsspannung mit der Eingangsspannung regeln, allerdings driftet
die mit Belastung ein wenig nach unten ab.
Habe sogar mal eine echt sinnvolle Anwendung von sowas in PA-Endstufen
gesehen. Der Vorteil liegt darin, daß der Energiespeicher auf der
230V-Seite liegt (die Endstufe hatte noch keine PFC, also einfache
Gleichrichtung auf 6 Stück 2200µF/200V Elkos). Die stark schwankende
Belastung durch das Audiosignal interessiert den Wandler nicht und er
kann auch aus dem Leerlauf ohne Probleme volle Leistung liefern.
Ben B. schrieb:> zweite Versorgungsspannung für die Ansteuerung der FETs. Dann kannst Du
Klar. Ich habe ein dreikanaliges Labornetzteil, da würde ich 12-15 V für
den Wandler und 0-30 V für die Ausgangsspannung einstellen.
Ben B. schrieb:> Habe sogar mal eine echt sinnvolle Anwendung von sowas in PA-Endstufen> gesehen. Der Vorteil liegt darin, daß der Energiespeicher auf der
Interessant. Bin grade zu faul, die Kosten J/$ für Elkos auszurechnen.
Mit E=1/2 CU^2 würde man aber erwarten, dass mit steigender Spannung die
Energie eines Elkos im Quadrat, die Baugrösse (Separatordicke) maximal
linear mit der Spannung. Von daher macht das Sinn.
Allerdings hast Du in der Konfiguration keine Strombegrenzung - wenn ein
fetter Bass-Wumm die Endstufe in Anschlag bringt, könnten die primären
Schalttransistoren überlastet werden, oder nicht? Für den Trafo ist das
kein Problem, so wie ich das sehe (Magnetfelder der
Ein/Ausgangswicklungen kompensieren sich, nur die Spannung trägt zur
Kernmagnetisierung bei, daher ist Sättigung kein Thema).
Zum quasi kurzschlussfesten Laden von z.B. Blitzelkos hätte ich eher
Flyback erwartet, da die zwei Phasen Laden/Entladen des Kerns trennen
und bei einem Ausgangskurzschluss halt nur die Demagnetisierungsphase
länger dauert.
Martin schrieb:> Hallo zusammen,>> für nur sehr gelegentliche Netzteil-Basteleien suche ich ein> DC-Labornetzteil bis ca. 400 V, ca. 50 W oder mehr.
Soeteas findest Du z.B. in ebay als gebrauchte Elektrophorese Netzteile,
400V DC und höher.
50W und mehr.
Preis so um die 40€..70€.
Achim M. schrieb:> Oder sowas:> http://hpm-elektronik.de/ng350-0400-netzteil.htm
Interessante Schaltung. Wichtig ist dabei die Auswahl der Endtransis-
toren. Diese müssen für den Analogbetrieb geeignet sein, was für viele
"moderne" MOSFET-Schalttransistoren nicht mehr zutrifft.
> Allerdings hast Du in der Konfiguration keine Strombegrenzung> - wenn ein fetter Bass-Wumm die Endstufe in Anschlag bringt, könnten> die primären Schalttransistoren überlastet werden, oder nicht?
Das war 'ne 3,2kW Endstufe (Class-H), die primären Schalttransistoren
waren 50A-IGBTs. Sowas bläst bei Bedarf einen 16A LSS weg ohne Schaden
zu nehmen. :)
Harald W. schrieb:> Dieser Typ hat aber keine DC-Linie im SOA-Diagramm. Das heisst> er wird sozusagen im undefiniertem Bereich betrieben.
Ja das ist richtig, auch der Original verwendete SPW20N60S5 hat keine.
Kennt denn jemand einen Type mit ca. 600V V-DS und erlaubtem
Linearbetrieb ?
Ich hatte damals aufgrund dessen auch Kontakt mit dem
Webseitenbetreiber.
Die jeweils 10 Ohm Widerstände für jeden MOSFET müssen es hier richten.
Ich habe infolge auch Versuche mit IGBTs gemacht,
aber noch nicht weiter realisiert.
Andi_73 schrieb:> Kennt denn jemand einen Type mit ca. 600V V-DS und erlaubtem> Linearbetrieb ?
Linearbetrieb geht bei allen, aber mit einem deutlich niedrigerem Strom
und Leistung. In einigen Fällen kann das durchaus nur 1/100 sein.
Harald W. schrieb:> Dieser Typ hat aber keine DC-Linie im SOA-Diagramm. Das heisst> er wird sozusagen im undefiniertem Bereich betrieben.
Man kann den Mosfet schon im Linearbetrieb betreiben. Wenn ich mir den
Typ ansehe: Der ist für diese Anwendung hier durchaus geeignet, auch
wenn er keine DC-Kurve in seinem SOA-Diagram hat.
M. K. schrieb:> Man kann den Mosfet schon im Linearbetrieb betreiben. Wenn ich mir den> Typ ansehe: Der ist für diese Anwendung hier durchaus geeignet, auch> wenn er keine DC-Kurve in seinem SOA-Diagram hat.
Nun gut, ich habe sowas noch nie probiert. Für ein nachbausicheres
Konzept würde ich mich aber lieber innerhalb der laut Datenblatt
zulässigen Grenzen bewegen.
Harald W. schrieb:> Nun gut, ich habe sowas noch nie probiert. Für ein nachbausicheres> Konzept würde ich mich aber lieber innerhalb der laut Datenblatt> zulässigen Grenzen bewegen.
Wie gesagt, nur weil keine DC-Kurve vorhanden ist im SOA-Diagram heißt
das nicht automatische, dass der Mosfet nicht für DC-Betrieb geeignet
ist. Das Beispiel mit dem SPW20N60S5 ist dafür ja ganz gut: Da gibts ein
Datenblatt mit DC-Kurve und eines ohne DC-Kurve im SOA-Diagramm.
Wenn keine DC-Kurve im Datenblatt ist müsste man die Kurve selbst
vermessen. Bei heutigen FETs werden die DC-Kurven auch gern weg gelassen
weil FETs heute fast nur noch im Schalterbetrieb eingesetzt werden, man
hat heute DC-Kurven nur noch bei FETs, die ausgesprochen gut geeignet
sind für diesen Betrieb.
Der IRF840 wird normalerweise für so ein 400V-Netzteil genommen. Der ist
einer der ganz wenigen MOSFETs, der auch bei der höchsten Spannung
(500V) noch mit der maximalen Verlustleistung von 125W im DC-Betrieb
belastet werden darf.
M. K. schrieb:> Das Beispiel mit dem SPW20N60S5 ist dafür ja ganz gut: Da gibts ein> Datenblatt mit DC-Kurve und eines ohne DC-Kurve im SOA-Diagramm.
So ist es, dazu war er nicht erhältlich.
ArnoR schrieb:> Der IRF840 wird normalerweise für so ein 400V-Netzteil genommen. Der ist> einer der ganz wenigen MOSFETs, der auch bei der höchsten Spannung> (500V) noch mit der maximalen Verlustleistung von 125W im DC-Betrieb> belastet werden darf.
Den habe ich mir damals auch angesehen, er hat jedoch das TO220 Gehäuse
was mir im Vergleich zum TO247 Gehäuse etwas schwach wirkte.
De DC Kurve ist jedoch bei dem Datenblatt von IR auch nicht vorhanden.
Die damals verwendeten IRFPC50a habe zuvor noch ausgemessen und gepaart,
da ich zwei Geräte gebaut habe waren genug vorhanden.
Sie werden aktiv gekühlt und erreichen hierdurch keine hohen
Temperaturen. Ich belaste mit maximal 250mA, anstatt 400mA.
Bedingt durch die Zwischenkreisspannung von ca.310V
werden,bei Kurzschluß, pro MOSFET nur ca. 20W verbraten.
Dieter schrieb:> Linearbetrieb geht bei allen, aber mit einem deutlich niedrigerem Strom> und Leistung. In einigen Fällen kann das durchaus nur 1/100 sein.
Das ist - so pauschalisiert - falsch bis übertrieben.
Man kann wohl alle Fets bei <= 1/3 V_BR(DSS) benutzen
(hauptsächlich die Spannung ist bestimmender Faktor,
wurde von einem gewissen Herrn "Spirito" [Google -->
"Spirito-Effekt"] festgestellt - freilich verbunden m.
d. Leistung, aber vordergründig @ hoher Spannung ist
da Gefahr eines Effektes ähnlich dem 2. Durchbruch b.
BJTs vorhanden), wenn auch P_tot auf <= 1/3 der jew.
bei der aktuellen Temperatur erlaubten begrenzt wird.
@ArnoR hat ein Datenblatt vom IRF840 gezeigt. Möglich,
daß es bei diesem geht, was er sagte - den Typ (noch
von keinem Hersteller) habe ich nicht getestet.
Aber auf "gerade" DC-Kurven in Datenblättern ist kein
Verlaß, bei 99% aller Fets mit solchen ist die Kurve
rein theoretisch, so gut als ob gar nicht vorhanden...
Bei manchen mag sowas gehen (oberhalb 1/3 V_BR(DSS),
aber das ist recht selten, und müßte erst bestätigt
werden (Testreihen), wenn (wie eben meist) nicht der
Hersteller selbst das tat (manche IRF Typen wurden
nachträglich (also Monate oder Jahre nach Einführung
deren Produktion) aufgrund Spiritos Arbeit auf die
Weise vermessen, echte DC-Kurve in korrigierter
Form in korrigiertes Datasheet gesetzt.
Auch manche IXYS Typen verfügen über eine glaubhafte
DC-Kurve, siehe im Anhang zwei 600V-P-Channel Typen
(wo meine Ausführungen von 1/3 V_BR(DSS) Obergrenze
so ziemlich bestätigt werden - diese Typen wurden
bestimmt nicht als (Google:)"Linear Fets" optimiert,
aber eben die DC-Charakteristik vermessen. So - oder
ähnlich halt - sollte eine dahingehend korrigierte
SOA Grafik aussehen, bei den meisten Typen (auf reine
Schaltanwendung hin gezüchtet) wird es nicht besser
sein als bei dem Extrembeispiel... aber unterhalb
dieser Werte (1/3 Spannung und 1/3 Leistung) sehe
ich wenig Gefahr.
Oder interpretiere ich das falsch, ArnoR? Im Moment
sehe ich diese Werte als vernünftig an, und denke,
äußerst wenige "normale" Typen kommen da irgendwie
drüber.
spannend schrieb:> (manche IRF Typen wurden> nachträglich (also Monate oder Jahre nach Einführung> deren Produktion) aufgrund Spiritos Arbeit auf die> Weise vermessen, echte DC-Kurve in korrigierter> Form in korrigiertes Datasheet gesetzt.
Damit meinst du wohl dieses Dokument:
http://www.irf.com/product-info/hi-rel/alerts/fv5-p-09-01-A.pdfspannend schrieb:> Aber auf "gerade" DC-Kurven in Datenblättern ist kein> Verlaß, bei 99% aller Fets mit solchen ist die Kurve> rein theoretisch, so gut als ob gar nicht vorhanden...
Na dann schau mal in das verlinkte IR_Dokument. Dort gibt es etliche
gerade DC-Kurven und sogar solche, die zu hohen Spannungen ansteigen.
Eigentlich sollte man das Gegenteil erwarten:
Beitrag "Re: MOSFET Linearbetrieb möglich?"
Martin schrieb:> Zusammen mit eine kleinen Voltmeter kommt> das in ein 3D-gedrucktes Gehäuse und dann ist auch erstmal gut für mich.
Würde ich mich für Leistungselektronik nicht trauen.
Das Zeug schmilzt bekanntlich und brennt wohl auch ganz gut...
Hp M. schrieb:> Würde ich mich für Leistungselektronik nicht trauen.> Das Zeug schmilzt bekanntlich und brennt wohl auch ganz gut...
Kommt das nicht auf das Material an, dass man verwendet? ABS dürfte doch
ganz gut geeignet sein wenn man drauf achtet, dass die Teile, die mit
ABS in Verbindung sind, nicht heißer als 80/85° werden. Oder?
Martin schrieb:> Wie man mehrfach liest, eignen sich die alten Eisen viel besser für den> Linear-Modus als neue hochgezüchtete Schalt-FETS.
Das ist genauso wie sich ein Ferrari viel besser zum Schnellfahren
eignet wie ein alter VW Bus.
Wenn man allerdings im Baumarkt etwas Sperriges einkaufen will, ist der
Bus besser.
Kurz: Was erwartest Du von modernen FETs, die für die Marktanforderung
"kein Linearbetrieb, jedoch schnelles Schalten bei hohem Strom"
optimiert sind?
Eben.
Schau mal unter Infineon Optimos
https://www.infineon.com/cms/en/about-infineon/press/market-news/2017/INFPMM201707-065.html
Und ja, diese sind zur Zeit auf 200V limitiert, eben weil der Hersteller
da Kunden hat bzw. Marktchancen sieht.
> Übrigens findet die Suche nach "irf840 labornetzteil" einige> interessante HV-Schaltungen. Der IRF840 scheint ja wirklich verbreitet> zu sein.
Weil IRF840 relativ billig, lange im Markt und in großen Stückzahlen und
somit leicht erhältlich ist.
M. K. schrieb:> ABS dürfte doch> ganz gut geeignet sein wenn man drauf achtet, dass die Teile, die mit> ABS in Verbindung sind, nicht heißer als 80/85° werden. Oder?
Und wie garantierst du, dass es im Fehlerfall nicht sehr viel heisser
wird?
Dann wandern plötzlich Netzspannung oder 400V führende Teile durch den
geschmolzenen Kunststoff und gefährden den Benutzer.
Von da bis zum Brand ist es dann auch nicht mehr weit.
Ein Netzteil, dessen Gehäuse schon ein derartig niedriges
Temperaturlimit hat, würde es ja nicht mal überleben, wenn man es im
Sommer auf der Hutablage im Auto liegenliesse.
nachtmix schrieb:> Ein Netzteil, dessen Gehäuse schon ein derartig niedriges> Temperaturlimit hat, würde es ja nicht mal überleben, wenn man es im> Sommer auf der Hutablage im Auto liegenliesse.
Du lässt sowas auf der Hutablage liegen? Meine Hutablage würde das nicht
mal aushalten, selbst schon im Winter.
Mal ernsthaft: Klar, passieren kann immer was. Aber so verteufelt kann
Kunststoff auch wieder nicht sein, es werden heutezutage ja sehr viele
Geräte aus Kunststoff gebaut. Das Gehäuse muss halt so konstruiert sein,
dass die heißen Teile nicht an den Kunststoff kommen, auch nicht im
Fehlerfall. Das ist jetzt bei weitem keine unlösbare Aufgabe.