18Volt Relais an 12Volt betreiben

Gast #3092331
Relais: ZETTLER AZ2160-1A-18DE
Quelle: pollin
Link: 
http://www.pollin.de/shop/dt/MTc2OTU2OTk-/Bauelemente_Bauteile/Mechanische_Bauelemente/Relais_Zugmagnete/Leistungs_Relais_ZETTLER_AZ2160_1A_18DE.html

Wie bekomme ich dieses Relais mit 12Volt Betriebsspannung betrieben? 
Wenn es erst einmal angezogen ist, bleibt es auch bei 12Volt angezogen. 
Das konnte ich schon testen. Ich dachte eingangs an einen Elko, den man 
im Moment des Einschaltens aufgeladen (igentwie?) mit dem Relais in 
Reihe schaltet. (highside-bootstrapping) Bei Mosfets macht man sowas. 
Aber geht sowas auch bei einem Relais?

Hat jemand eine Idee?

Gruß
Axelr.
#3092469
Hallo Axel, solltest du deine Schaltung aus einem Tafonetzteil speisen 
könntets du für das Relais eine Spannungsverdopplerschaltung aufbauen. 2 
Elko + 2 Dioden und diese Spannung für das Relais als Betriebsspannung 
nehmen. Diese Spannung könnte sicher etwas höher als gewünscht 
ausfallen, dafür bricht sie unter Last auch entsprechend ein und das 
Relais hat dann schon angezogen. Mit der Elkokapaztät kannst du den 
Spannungseinbruch auch noch einstellen.

Manni
#3092524
Axel R. schrieb:
> Aber geht sowas auch bei einem Relais?

Klar geht das.

aber warum willst Du ca. 5 zusätzliche Bauelemente verbauen, wenn es der 
Wechsel auf ein 12v Relais auch getan hätte? Weill es so billig bie 
Pollin ist?
Weil Du neu bestellen mußt?
Weil Du niemanden kennst der um die Ecke wohnt und Dir nen 12V Relais in 
die Hand drückt?

alternativ:

Selektierte 18V Relais ziehen übrigens bereits bei 10 V an.
Kauf Dir 40 Stück bei Pollin , und selektiere.

Du kannst das also beliebig komplex machen.
Gast #3092570
Erstmal vielen Dank für die prompten Reaktionen :)

Die Relais lagen hier in der Kiste. Ich bin garnicht auf die Idee 
gekommen, das es 18Volt relais überhaupt gibt und hatte mich daher nicht 
darum gekümmert, entsprechenden sinvollen Ersatz ( also eine 12V 
Variante ) vorzuhalten. Pollin war jetzt der erste treffer. Wenn die das 
da auch in 12Volt - um so besser, danke für den Link!

Ich habe jetzt mit einem 220µF und einem PNP und einer Diode die Sache 
zusammen gelötet. Sieht so aus (Anhang) und funktioniert zum Testen auf 
meinem Tisch halbwegs.

Axelr.
Angehängte Dateien:
Gast #3092573
Axel R. schrieb:
> Wie bekomme ich dieses Relais mit 12Volt Betriebsspannung betrieben?
Dann verrate uns doch erst mal woher DU Deinee 12V bekommst!

Bei Trafo-Gleichrichter-Siebkondensator-Regler-Kette werden vor dem 
Regler MEHR als 12V sein, die man evtl. nutzen könnte OHNE Klimmzüge zu 
machen.
Miß doch mal die Spannung vor dem Längsregler oder besorge Dir gleich 
ein passendes Netzteil bei Pollin.
#3092574
Manfred G. schrieb:

>> Indem Du den Spulendraht abwickelst und neuen Spulendraht
>> mit ca. 1,5-Fachen Querschnitt wieder draufwickelst.
>> Gruss
>> Harald
>
> Das ist bei einer so kleinen Relaisspule eine sinnlose fast unmögliche
> Arbeit und nicht zu empfehlen.

Das war mir klar. Zu empfehlen ist, ein neues 12V-Relais zu kaufen.
Gruss
Harald
Gast #3092576
A.Max S. schrieb:
>
> Selektierte 18V Relais ziehen übrigens bereits bei 10 V an.
> Kauf Dir 40 Stück bei Pollin , und selektiere.
>

Stimmt: die meisten dere ich hier habe (sind schon einige), ziehen schon 
bei 8-9Volt an. aber eben nur so schleichend "ffflop" und nicht "KLACK", 
logisch.
Gast #3092580
Axel R. schrieb:
> Sieht so aus (Anhang) und funktioniert zum Testen auf
> meinem Tisch halbwegs.

Relais: 18 V-/380 Ω, Schaltleistung 240 V~/30 A,
Wenn ich den 470 Ohm-Widerstand in Reihe zur Wicklung in Deiner 
Schaltung sehe ...
#3092583
Hallo Axel,

wenn diese Schaltung so funktioniert, dann zieht dein Relais auch mit 
12V an.

oszi40 schrieb:
> Bei Trafo-Gleichrichter-Siebkondensator-Regler-Kette werden vor dem
> Regler MEHR als 12V sein, die man evtl. nutzen könnte OHNE Klimmzüge zu
> machen.

Das ist sicher die beste Lösung wenn du das 18V Relais schon gekauft 
hast.

Gruß manni
Gast #3092584
oszi40 schrieb:
> werden vor dem
> Regler MEHR als 12V sein, die man evtl. nutzen könnte

ist doch die übliche vorgehensweise.
n lumpiges relais braucht keine stabilisierte spannung.
wie hoch die min. und max. spannung sein darf -->herstellerdatenblatt.
Gast #3092586
> Hat jemand eine Idee?

Du willst pfuschen, du kannst pfuschen,
aber du kannst vergessen die hier die Absolution zum Pfuschen zu holen.

Ein MC34063 als Spannungswandler macht aus 12V die nötigen 18V.

> Selektierte 18V Relais ziehen übrigens bereits bei 10 V an.
> Kauf Dir 40 Stück bei Pollin , und selektiere.

Pollin hat auch 12V Relais.

> und funktioniert zum Testen auf meinem Tisch halbwegs.

Halbwegs. Na wunderbar.
#3092637
Axel R. schrieb:
> A.Max S. schrieb:
>>
>> Selektierte 18V Relais ziehen übrigens bereits bei 10 V an.
>> Kauf Dir 40 Stück bei Pollin , und selektiere.
>>
>
> Stimmt: die meisten dere ich hier habe (sind schon einige), ziehen schon
> bei 8-9Volt an. aber eben nur so schleichend "ffflop" und nicht "KLACK",
> logisch.


Und ein Relais das bei 8V "fflop" macht, macht bei 10V kklack.

Wie gesagt, erspart dir  5 Bauteile.


Wie schon richtig erkannt, ein 30A Relais ist für 50ct schon eine sehr 
günstige Variante.
Den Rest muß man sich halt basteln. D.h. entweder selektieren oder die 
ungeregelte 12V Rohspannung (sofern Du darauf Zugriff hast).

Seh ich das richtig: Es handelt sich um eine 1-Stück Anwendung, für die 
Du das Relais benötigst?
Persönliche Seite #3092819
So schlecht ist es auch nicht ein 18 V mit 12 V zu halten und zum 
schalten eine höhere Spannung zu nehmen. Senkt die Leistungsaufnahme und 
damit die Wärme.

Die obige Schaltung ist aber nicht so ideal. Nachteil ist die 
Haltbarkeit des Elkos und dass man nach dem Ausschalten bis zum nächsten 
Einschalten kurz warten muss.

oszi40 schrieb:
> Wenn ich den 470 Ohm-Widerstand in Reihe zur Wicklung in Deiner
> Schaltung sehe ...

Stimmt, dann liegen im ausgeschalteten Zustand +5,4 Volt an. Das Relais 
wird wenn überhaupt nur sehr langsam ausschalten, was bei 30 A im 
Lastkreis nicht optimal ist.


Die Schaltung oben taugt also hier nicht.
Gast #3092862
Harald Wilhelms schrieb:
> Einem mit Unterspannung betriebenem Relais würde ich aber keine
> 30A mehr zutrauen(erhöhter Kontaktwiderstand wegen zu geringem
> Kontaktdruck).

Wenn der Anker erstmal auf dem Kern aufliegt, ändert mehr Strom durch 
die Erregerwicklung den Kontaktdruck nicht mehr.

MfG Klaus
#3092907
Harald Wilhelms schrieb:
> Normalerweise lässt man den Anker aber auch nicht auf dem Kern
>
> aufliegen, um ein Kleben zu vermeiden.

Nachweis für Deine Behauptung ?
Oder wieder mal nur Harald's Hörensagen aus dem web, irgendwo einen 
halbgaren Link ausgegraben?

(einfach, weil ich Deine Aussage dann an die Relaishersteller 
weiterleite, die schon jetzt über Dein Halbwissen lauthals lachen).
Gast #3092958
http://sphotos-d.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-prn1/45508_436970626389530_333525861_n.jpg

( hoffe, der Link geht )

[OT]
man kann nicht DIREKT hierhier mit der bunten Glasscheibe posten?
ich brauche dringend eine mikrocontroller.net-App :)
[/OT]

BTT:
ich habe jetzt ein  - ebenso vorhandenes - 12V Relais genommen, bevor 
ihr euch noch gegenseitig die Köppe einhaut :))

Vielen Dank an alle für die doch interessanten und teils eigenen 
Reaktionen.

Ich probier trotzdem gern mal die Diode rüber zu setzen und mitm zweiten 
Transistor das Relais zu abschalten zu trennen. (würde ja sonst ständig 
über die Diode mit Strom versorgt werden). Aber nur als Herausforderung.
Ich nehme jetzt das Bosch Relais und bestelle bei Gelegenheit 
"nachschub" in 12V.

Axelr.
#3092980
Axel R. schrieb:
> Ich probier trotzdem gern mal die Diode rüber zu setzen und mitm zweiten
> Transistor das Relais zu abschalten zu trennen. (würde ja sonst ständig
> über die Diode mit Strom versorgt werden). Aber nur als Herausforderung.

Bin gespannt....


Wenn man das Wort 'aufliegen' durch das Wort 'anliegen' ersetzt
(was einen Distanzhalter impliziert),
dann haben beide Seiten recht.
Persönliche Seite #3093053
Hier habe ich mal die Schaltung mit LTspice simuliert und den zweiten 
Transistor von Rolf eingebaut. Die große der Induktivität habe ich mit 
10 Millihenry abgeschätzt, kann aber auch total danebenliegen.

Der Strom sinkt nach dem Abschalten nur sehr langsam ab.
Persönliche Seite #3093101
Rolf Schneider schrieb:
>> Man sollte für den Abfall des Stromes nur wenige Millisekunden vorsehen.
> Wer sagt das?

Schau mal in diese AppNote vom Relaishersteller Tyco:
http://relays.te.com/appnotes/app_pdfs/13c3311.pdf

Dort sind Zeiten von 1,5 ms für das ungeklemmte Schalten und 9,8 ms für 
das mit einer einfachen Diode geklemmte Schalten angegeben.

Das geklemmte Schalten nur mit Diode wird wie folgt bezeichnet:
>>> its impact on relay performance can be devastating
Persönliche Seite #3093407
Rolf Schneider schrieb:
> Es würde sicherlich so lange halten,
> bis die 12V-Version von Pollin nach einigen Tagen eintrudelt.
Da ist was dran, aber für den OP hat sich das Problem schon längst 
erledigt.


Helmut Lenzen schrieb:
> Willst du das es schneller abfaellt dann schalte einen Varistor anstatt
> der Diode parallel zur Spule

Das funktioniert normalerweise. In der Schaltung hier aber eben nicht.
#3095615
Alexander Schmidt schrieb:
> Du könntest den Schaltplan ins Wiki übernehmen

Kannst DU gerne machen.

Ein Nachteil noch ist die eingeschränkte Repetierrate,
da es ja etwas dauert, bis C1 über R3 wieder aufgeladen ist.
(könnte man natürlich auch noch deutlich verbessern)

Q1 schaltet jetzt schnell aus, da seine Ansteuerung durch D3
von der langsamen Änderungsrate an R3 entkoppelt ist.
Gast #3097226
Danke Rolf und allen anderen!

So ist das: irgentwann braucht JEDER mal einen Rat oder Schubser in 
die richtige Richtung.
Danke nochmals allen Beteiligten

Axelr.

Ich habe tatsächlich das Zettler-18V-Relais verwendet und nicht das 
kleine 12V KFZ-Relais:))
#3097253
Axel R. schrieb:
> Ich habe tatsächlich das Zettler-18V-Relais verwendet und nicht das
> kleine 12V KFZ-Relais:))

Yeah!
Cool!

> Schubser in die richtige Richtung.
Ohne deinen Ansatz mit dem PNP, C1 und D1
hätte ich ja keinen Grund gehabt,
überhaupt anzufangen, was zu verbessern.

Und ohne die Kritik von Alexander Schmidt ebenfalls nicht.

So macht es Spaß, zusammen was zu machen!

Gruß
Rolf
Gast #3098287
Ähnliches Problem: bei gegebene Betriebsspannung reicht
die am Ende einer längeren Zuleitungverfügbare elektrische
Leistung nicht mehr aus, ein Relais sicher zum Ansprechen
zu bringen. Zum Halten des Relais würde die Leistung jedoch
noch genügen. Mit der Schaltung wird ein sicheres Ansprechen
des Relais durch Umpolen der an den beiden Zuleitungen an-
liegenden Gleichspannung gewährleistet. Die am Leitungsende
für das Relais zur Verfügung stehenden Spannung wird hierdurch
verdoppelt.
Relais-Lexikon, Hüthig
Hans Sauer

                    Zuleitung
                       L1            D3
              O-------|   |-----+----|<--------|
                                |              |
                                Y D1        |-----|Rel.
                                -           |-----|
                                |              |
                                +--------------+
                                |              |
                               --- C           |
                               ---             --
                    Zuleitung   |              /\ D2
                        L2      |              |
              O--------|   |----+--------------|

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