Servus! Eine Frage an die Spezis hier, meint ihr die Atmel
Mikrocontroller werden langsam aussterben und bald nicht mehr verfügbar
sein? Ich überlege mir gerade ob ich meinen Hobbybestand aufstocken
sollte oder nicht.
Wollte kürzlich bei Microchip bestellen, aber mein Controller würde erst
2023 geliefert werden können. Klar ist das auch etwas Corona bedingt,
aber 2023 ist doch arg lang und da kam mir spontan der Gedanke.
Gruß Max L.
Max L. schrieb:> die Atmel Mikrocontroller werden langsam aussterben
Meinst du, Microchip wird sich ins Knie schiessen, weils so schön weh
tut?
Nur ist derzeit so mancherlei Kram schwer zu kriegen. Und
Industriekunden haben Vorrang vor Hobbyisten.
Max L. schrieb:> Wollte kürzlich bei Microchip bestellen, aber mein Controller würde erst> 2023 geliefert werden können.
Welcher denn?
Z.B. den AT89LP51RD2-20PU hat Mouser lagernd.
Peter D. schrieb:> Welcher denn?
Ich denke da an den Atmega 328P.
Gibt es eigentlich einen Atmel Controller der deutlich mehr als 6 PWM
Ausgänge hat? 5V-tolerant sollte der aber sein.
Max L. schrieb:> Gibt es eigentlich einen Atmel Controller der deutlich mehr als 6 PWM> Ausgänge hat? 5V-tolerant sollte der aber sein.
DA oder DB Serie
Max L. schrieb:> meint ihr die Atmel> Mikrocontroller werden langsam aussterben und bald nicht mehr verfügbar> sein?
Definitiv.
Bedenke, irgendwann stirbt wirklich alles, ausnahmslos alles aus.
Wie immer ist es eine Frage der Zeit. Mircosoft-MP3-Player sind schnell
ausgestorben, und noch nicht so lange her. Dinosaurier haben lange
gelebt, sind aber schon ewig ausgestorben.
Max L. schrieb:> Servus! Eine Frage an die Spezis hier, meint ihr die Atmel> Mikrocontroller werden langsam aussterben und bald nicht mehr verfügbar> sein? Ich überlege mir gerade ob ich meinen Hobbybestand aufstocken> sollte oder nicht.> Wollte kürzlich bei Microchip bestellen, aber mein Controller würde erst> 2023 geliefert werden können. Klar ist das auch etwas Corona bedingt,> aber 2023 ist doch arg lang und da kam mir spontan der Gedanke.>> Gruß Max L.
Bei uns in der Arbeit sind wir große Kunden von Atmel/Microchip >>10
Mio. AVR-Controller p.a. und haben ganz klare Aussagen von
Atmel/Microchip, daß von den "aktuellen" µC nichts sterben wird. Atmel
wurde von Microchip ja übernommen, weil
1. die 8-Bit AVR-CPU sehr gut ist
2. Microchip die ARM-Produktreihe verpennt hat
Microchip kündigt aus Erfahrung auch fast nie direkt ab, sondern
verteuert Bauteile, die sie aus dem Sortiment haben möchten massiv. Ist
dann für große Stückzahlen auch de facto eine Abkündigung. Aber das
waren bisher immer Teile von denen es einen "Nachfolger des Nachfolgers"
schon viele Jahr gab.
Augenblicklich gibt es gerade im Halbleitermarkt diverse
"Lieferschwierigkeiten". Lieferzeiten von 99 Wochen (es lebe die
2-stellige Lieferzeit) sind leider keine Seltenheit.
Gruß
ein AVR-Möger
Hallo
die meisten Antworten habe ich hier schon beim lesen der Frage
erwartet...
Der TO dürfte es wohl in etwa so meinen:
Wird es die Atmel µC welche üblicher Weise im Hobbyumfeld benutzt werden
und zu den es tausende Tutorials, Projekte, Hacks usw. im Netz -oft in
Form des "klassischen" Arduino genutz werden, eurer Meinung nach noch
problemfrei in den nächsten 10 Jahren geben?
Abgesehen von den 10 Jahren die ich jetzt wirklich nach meinen Gefühl
gewählt hat dürfte es doch für jeden hier klar sein was der TO meint...
Witzige Bemerkungen sind nett und tatsächlich witzig - wenn sie nicht
unverschämt und überheblich herüberkommen ...
Praktiker
Praktiker schrieb:> eurer Meinung nach noch> problemfrei in den nächsten 10 Jahren geben?
Warum Notes vom Hersteller lesen lesen wenn ne eigene meinung losgelöst
von der Realität haben kann?!
Da ne "Not recommended for new desogns" benachrichtigung für einen
bestimmten AVR: https://www.microchip.com/wwwproducts/en/ATxmega128A1
Dann dauert es ein paar Jährschen bis zum "Last call for quotes/orders".
Auf verdacht sollte man garnichts einlagern, zumal die lagerdauer auch
nicht unendlich ist. Es kann eine feine Schicht Rost genügen, damit
Löten zum Glücksspiel wird.
Genau schrieb:> Waren die Atmel nicht perfekt für Echtzeit-Anwendungen weil sie nur> einen Takt pro Befehl benötigen ?
Viele Befehle benötigen nur einen Cycle, das sind aber bei weitem nicht
alle.
Max L. schrieb:> Wollte kürzlich bei Microchip bestellen, aber mein Controller würde erst> 2023 geliefert werden können.
Willkommen im Klub, Ende 2022 oder Mitte 2023 habe ich als Termin.
Mikrocontroller sind das neue Klopapier, nur das jetzt die großen Firmen
erkannt haben, dass sie sich doch mal wieder sowas wie ein Lager anlegen
müssen.
Solange da dran steht "Status: In Production" besteht Hoffnung.
Irgendwie durchhalten ist jetzt angesagt.
Es gibt auch positive Aspekte, meine Controller habe ich bisher immer
nur in der Revision A erhalten, sollten die Ende nächstes Jahr wieder
bei vertrauenswürdigen Distributoren zu bekommen sein, dann sind das
wenigstens frisch produzierte.
Rudolph schrieb:> Mikrocontroller sind das neue Klopapier
Die werden zum Glück auch nicht schlecht. In ein bis zwei Jahren wird es
sicher bei Pollin die vielen gehamsterten Überbestände geben.
Rudolph schrieb:> Willkommen im Klub
Wer jetzt eine Kleinstückzahl direkt beim Hersteller ordert, der kann
sicher sein, ganz ganz hinten in der Warteschlange zu landen und dort zu
bleiben. Da sind andere Kunden priorisiert. Es ist also nicht die beste
Zeit für Direktorder, es sei denn man will ein paar Millionen.
Johannes S. schrieb:> Die werden zum Glück auch nicht schlecht.
Doch, werden sie. Bleifreies Lot ist da sehr empfindlich. Die Bestücker
müssen angebrochene Packungen in wenigen Tagen verbrauchen oder der Pin
schwebt nur über dem Pad. Bleilot ist da oft noch drunter gekrochen.
(prx) A. K. schrieb:> Wer jetzt eine Kleinstückzahl direkt beim Hersteller ordert, der kann> sicher sein, ganz ganz hinten in der Warteschlange zu landen und dort zu> bleiben.
Es gibt aber auch keine Distributoren mehr die noch irgendwas auf Lager
hätten, höchstens irgendwelche seltsamen Läden auf der anderen Seite der
Welt bei denen man nicht sicher sein kann was dann ankommt.
Meine letzten Controller habe ich bei DigiKey gekauft, es gab nur welche
mit halb so viel Speicher wie sonst, ich hätte mehr kaufen sollen...
Max L. schrieb:> Ich überlege mir gerade ob ich meinen Hobbybestand aufstocken> sollte oder nicht.
Geht für mich höchstens als verspätete Freitagsfrage durch. Und ist,
wenn überhaupt, mit Jain umfassend beantwortet. Sehr niedlich ist auch,
wenn dann der Großkunde dem Hobbyisten versichert, dass sein Hersteller
nicht vorhat, vom Markt zu verschwinden. Dann ist ja alles klar...
Rainer
Kermet schrieb:> Was genau ist Pollin?
Ein Restpostenverwerter. Konkursmasse nahezu zum Nulltarif kaufen und
für kleines Geld gewinnbringend weiterverkaufen.
> Gehört das zu Conrad, Voelkner oder Reichelt?
Nein.
(prx) A. K. schrieb:> Rudolph schrieb:>> Willkommen im Klub>> Wer jetzt eine Kleinstückzahl direkt beim Hersteller ordert, der kann> sicher sein, ganz ganz hinten in der Warteschlange zu landen und dort zu> bleiben. Da sind andere Kunden priorisiert. Es ist also nicht die beste> Zeit für Direktorder, es sei denn man will ein paar Millionen.
Wuerde ich nicht unbedingt so sehen. Fuer die Hersteller ist es wichtig,
dass noch Neudesigns moeglich sind. Wer kleinere Mengen durchgaengig
liefert, wird besser dastehen, wenn der Mangel mal abflacht. Habe bei ST
vor 2 Wochen auch Samples bekommen. Wie es mit Stueckzahlen fuer
Kleinserien aussieht, weiss ich aber nicht.
alle mikrocontroller sterben mit der zeit aus und werden durch ki
ersetzt.
schaltung kann man auch in ki entwerfen. gibts schon tests mit die gut
verlaufen. das zusammensuchen von irgendwelchen ics, das kann auch ein
computer machen und schaltungsbeispiele zusammentackern.
Falk B. schrieb:>> Gehört das zu Conrad, Voelkner oder Reichelt?>> Nein.
Es ist ziemlich genau das, was früher die Wühltischangebote bei Conrad
waren, nun aber eigenständig, bereichert um sonstige "Sonderposten" für
nahezu alle Lebenslagen.
Anders formuliert: eine (für den Einlieferer) günstige Gewerbemüllsenke.
Max L. schrieb:> Ich denke da an den Atmega 328P.
Die sind bei Reichelt lagernd und auf ebay ebenso massig erhältlich.
Oder an welche Stückzahlen hast du für Hobbybedarf gedacht?
Hallo
Rudolph schrieb:> Willkommen im Klub, Ende 2022 oder Mitte 2023 habe ich als Termin.> Mikrocontroller sind das neue Klopapier, nur das jetzt die großen Firmen> erkannt haben, dass sie sich doch mal wieder sowas wie ein Lager anlegen> müssen.> Solange da dran steht "Status: In Production" besteht Hoffnung.> Irgendwie durchhalten ist jetzt angesagt.
Der Vergleich mit den Klopapier ist gar nicht so schlecht.
Wie werden eigentlich Halbleiter Produziert - ich meine nicht
technologisch sondern mehr von der Planung, den Durchläufen usw.
Um beim Klopapier zu bleiben:
Das wird ja Quasi dauerhaft Produziert und befindet sich wohl auch in
Großen mengen in Zwischen- bzw. Großhandelslagern wenn man den Berichten
in den Medien zur der Hochzeit der "Klopapierkrise" ;-) glauben durfte -
und warum sollten diese Lügen?
Auch haben sich die Discounter (Verkauf an den Endkunden) schnell
angepasst und bieten nun schon länger Packungsgrößen an der vorher nie
nachgefragt wurde.
Klar Halbleiterproduktion ist ein "klein wenig" anspruchsvoller und die
Herstellerwerke dürften auch "etwas" seltener und teurer beim Ausbau und
Betrieb sein.
Aber gerade deshalb sollte doch ein 100% Auslastung (gibt es nicht in
echten Leben, aber halt möglichst nah dran) noch wesentlich wichtiger
sein als z.B. bei der Klopapierproduktion ? - Oder doch nicht?
Werden bestimmte Halbleiter wie z.B. µC generell nur auf mehreren
Großbestellung hin und in Chargen (bzw. über einen festen aber kurzen
Zeitraum dann aber mit "Volldampf") hin hergestellt?
Dauerhafte Produktion scheint es nicht zu geben, selbst bei einen
dauerhaft nachgefragten Typen (oder gibt es so was wie den 555, BC547
usw. heute nicht mehr) nicht?
Und vor allem:
So eine Anlage darf sicherlich nicht stillstehen ohne das was kaputt
geht (oder doch?) oder sehr aufwendig und teuer neu gestartet werden
muss?
Da sollte es doch kein allzu großes Problem sein die Belichtungsmasken
(welche ja sicherlich nicht weggeschmissen werden) relativ schnell
auszuwechseln und halt die aktuell so sehr gebrauchten Halbleiter für
dem Automotive Bereich herzustellen?
Vor allem es kann ja "jeder" Preis genommen werden (oder alles ist nur
Schau und es wird von den ganz großen Kunden eine Jammer und
Preisdruckshow abgezogen die auf Kosten der Kleineren Buden und
letztendlich auch Endkunden der fertigen Produkte geht9.
Warum ist die Halbleiter- aber wohl auch gesamte Komponenten Industrie
so "komisch" drauf?
Jemand
Max L. schrieb:> Wollte kürzlich bei Microchip bestellen, aber mein Controller> würde erst 2023 geliefert werden können.
Also plant Microchip offenbar Deinen Controller noch zumindest zwei
Jahre lang zu produzieren. ;)
Jemand schrieb:> Warum ist die Halbleiter- aber wohl auch gesamte Komponenten Industrie> so "komisch" drauf?
Das sind mehr Spekulanten unterwegs als in der Klopapierindustrie.
Der Mensch ist bekannt für viel zu vergessen :-)
Nach Atmel-Übernahme eine gute Liste von Bausteinen wurde abgekündigt.
Nichts zu erwähnen von "Seitenprodukte" von Atmel/Microchip.
Ein Beispiel: Power Management Teile (Buck, Boost oder Charge Pumpe).
Jemand schrieb:> Werden bestimmte Halbleiter wie z.B. µC generell nur auf mehreren> Großbestellung hin und in Chargen (bzw. über einen festen aber kurzen> Zeitraum dann aber mit "Volldampf") hin hergestellt?
Das kommt drauf an, wenn der Bedarf größer wäre als eine Linie dauerhaft
produzieren kann, wird wohl dauerhaft auf einer Linie produziert werden
und nach Bedarf auf einer zweiten, der Normalfall wird die Produktion
über Auftragsvolumen sein, daher geben die Distributoren auch immer die
Factory Lead Time an, damit man sich darauf einstellen kann wie lange es
dauert wenn man wirklich große Mengen benötigt. Wir benötigen
beispielsweise ein spezielles Solid State Relay, die Lieferzeit vom
Hersteller beträgt schon seit Jahren über 40 Wochen, wird einfach selten
produziert das Teil.
> Dauerhafte Produktion scheint es nicht zu geben, selbst bei einen> dauerhaft nachgefragten Typen (oder gibt es so was wie den 555, BC547> usw. heute nicht mehr) nicht?
Naja selbst der 555er ist heute nicht mehr so gefragt, das er dauerhaft
produziert werden müsste. Die ursprüngliche Nicht-CMOS-Variante von NXP
wurde eingestellt, nachdem die letzte vorhandene Fertigungslinie
abgefackelt ist, für einen Wiederaufbau reichte also das Auftragsvolumen
schon mal nicht.
Ich behaupte jetzt auch mal das der BC547 nicht gezielt gefertigt wird,
die Anforderungen an den Halbleiter um ihn als BC547 zu stempeln sind
sehr gering, da wird eher das als BC547 gestempelt, was von der
Spezifikation eines besseren Transistors abweicht, oder wenn nicht
genügend Ausschuss vorhanden ist eben ein anderer Transistor-Typ als
BC547 gestempelt.
Man denkt häufig, das es Bauteile gibt die niemals aussterben werden,
der BF245 war früher auch so ein Universal-Bauteil, trotzdem wurde er
inzwischen von allen großen Herstellern abgekündigt und allgemein wird
der Markt um die JFETs immer dünner.
Jemand schrieb:> Wie werden eigentlich Halbleiter Produziert - ich meine nicht> technologisch sondern mehr von der Planung, den Durchläufen usw.
"It depends"
Großkunden brauchen halt in den Bestellungen die entsprechende "lead
time" (die du auch bei Distris wie Digikey findest). Das ist mehr oder
weniger (vielleicht nicht komplett) die tatsächliche Fab-Durchlaufzeit
vom Einsteuern des Loses bis zum Packaging.
Große Distris sind in der Beziehung Großkunden: sie legen damit selbst
fest, wieviel sie sich auf Vorrat halten.
Für kleinere Kunden, Muster etc. wird sich jeder Hersteller eine Reserve
einplanen, aber auch nicht zu viel. Wenn natürlich andererseits
irgendein "marketing forcast" weissagt, dass Kunde XYZ, der mit der
Bemusterung und dem Support durch den FAE sehr zufrieden zu sein
scheint, demnächst mit hoher Wahrscheinlichkeit eine größere Bestellung
ansetzt, dann kann es gut sein, dass mit entsprechendem Vorlauf schon
mal ein paar Lose eingesteurt werden, auf Risiko des Herstellers halt,
der bei nicht eintreffender Prognose dann sein Lager damit vollstopfen
muss.
Wenn andererseits "gewohnheitsmäßig" große Kunden plötzlich viele
Bestellungen stornieren (Corona), aber andere Marktsegmente (Laptops und
so) unerwartet boomen, dann sortiert eben eine Fab wie TSMC, die ja
einen nennenswerten Teil der Weltmarktproduktion zu verantworten hat,
ihre Kapazitäten auch mal um. Die wollen ja schließlich nicht leer
laufen, nur weil die Auto-Heinis gerade auf Sparflamme fahren. Wenn
danach den Auto-Heinis ganz plötzlich doch wieder einfällt, was haben zu
wollen und die Produktionslinien jetzt bereits voll ausgelastet sind,
naja, dann hat halt jemand das Nachsehen.
Hallo,
Hier ist Andreas und mal ein Beispiel für Pollin Elektronik.
BF 622 SMD 10 Stück inc. Mwst 0,25 €
Bei Reichelt 0,50 € pro Stück
Bei beiden kommt noch der Versand dazu. Da ich des öfteren bei Pollin
bestelle sendet mir Pollin gelegentlich Versand Gutscheine von 5,95 €
bei mindest Bestellwert von 29,00 €.
mfg Andreas
Peter D. schrieb:> Doch, werden sie. Bleifreies Lot ist da sehr empfindlich. Die Bestücker> müssen angebrochene Packungen in wenigen Tagen verbrauchen oder der Pin> schwebt nur über dem Pad. Bleilot ist da oft noch drunter gekrochen.
Oppi sabbert ins Forum, oder anders gesagt: Gschichterl aus dem
Altersheim.
Die Bleifreiumstellung ist seit 20 Jahren durch, und die Probleme sind
schon lang erledigt. Mein Arbeitgeber fertigt seit 20 Jahren nur noch
bleifrei, und die Zuverlässigkeit ist mindestens gleich hoch.
ohje schrieb:> Die Bleifreiumstellung ist seit 20 Jahren durch, und die Probleme sind> schon lang erledigt.
Ich sitze grad wieder vor einer neuen Platine, wo ich einen IC nachlöten
mußte.
Da wir nur kleine Losgrößen haben, kann es gut sein, daß der IC schon
etwas länger an Luft lag.
René F. schrieb:> Man denkt häufig, das es Bauteile gibt die niemals aussterben werden,> der BF245 war früher auch so ein Universal-Bauteil, trotzdem wurde er> inzwischen von allen großen Herstellern abgekündigt und allgemein wird> der Markt um die JFETs immer dünner.
Das ist schon seltsam. Vor 30 Jahren hat man sehr, sehr viele
Oszillatorschaltungen mit Unijunctions-Transistoren gebaut. Trotzdem hat
man deren Produktion eingestellt. Heute sind ehemals populäre Ics sehr
gesucht und es werden Wahnsinns-Preise dafür bezahlt. Da fragt man sich
wirklich: Warum hat man aufgehört, solche Sachen zu produzieren, die
manches einfacher zu erledigen gestatteten...
Peter D. schrieb:> Ich sitze grad wieder vor einer neuen Platine, wo ich einen IC nachlöten> mußte.> Da wir nur kleine Losgrößen haben, kann es gut sein, daß der IC schon> etwas länger an Luft lag.
Mein Arbeitgeber fertigt Stückzahlen im 5-stelligen Bereich.
Es gibt aber auch Baugruppen, von denen nur 50 pro Jahr produziert
werden, aka die Bauteile liegen Jahrelang herum.
Keine einzige davon ist verbleit, und die letzte verbleite Baugruppe ist
vor 15 Jahren eingestellt worden.
Von solchen Probleme habe ich noch nie gehört, und ich arbeite dort seit
10 Jahren in der Elektronikentwicklung.
Das ewige Herumgegreine der Opas hier um die angeblich so schlimme
Bleifreiumstellung ist so richtig peinlich in Anbetracht der Tatsache,
dass heute 99% aller Elektronik seit Jahrzehnten bleifrei produziert
wird, auch in Bereichen wie Medizintechnik und Raumfahrt...
Dieter H. schrieb:> alle mikrocontroller sterben mit der zeit aus und werden durch ki> ersetzt.> schaltung kann man auch in ki entwerfen. gibts schon tests mit die gut> verlaufen. das zusammensuchen von irgendwelchen ics, das kann auch ein> computer machen und schaltungsbeispiele zusammentackern.
Jaja, immer schön den Hipster-Spreeches lauschen. ;-)
Ersten kommt es anders, und zweitens als man denkt. Wenn gleich "ICs
zusammensuchen und Schaltungsbeispiele zusammentackern" keine
Raketenwissenschaft ist, so braucht es dafür verdammt viel Wissen und
noch mehr Erfahrung. Das alles ist auch nicht sonderlich gut
maschinenlesbar. Damit hat die KI damit arge Probleme. Schau dir mal an,
welchen Stress autonomes Fahren hat. Außer auf der Autobahn mit relativ
wenig Variablen und Mustern kommt das GANZ fix ins Stottern, erst recht
im unübersichtlichen Großstadtverkehr.
Klar wird die Automatisierung im Entwurf elektronischer Systeme weiter
gehen, war ja schon seit Jahrzehnten so. Aber die kniffligen,
"unstrukturierten" Aufgaben und ECHT kreativen Aufgaben werden nie von
KI übernommen werden können. Dazu ist KI, wie sie heute besteht und auch
real umgesetzt werden kann viel zu "dumm".
Tunneldioden-Fan schrieb:> Das ist schon seltsam. Vor 30 Jahren hat man sehr, sehr viele> Oszillatorschaltungen mit Unijunctions-Transistoren gebaut. Trotzdem hat> man deren Produktion eingestellt. Heute sind ehemals populäre Ics sehr> gesucht und es werden Wahnsinns-Preise dafür bezahlt. Da fragt man sich> wirklich: Warum hat man aufgehört, solche Sachen zu produzieren, die> manches einfacher zu erledigen gestatteten...
Weil der Umsatz und Gewinn eingebrochen ist! Was interessiert einen
Hersteller eine handvoll von Bastlern und extrem kleinen Nischen? Dort
macht man selbst mit dem dreifachen Preis kein Geschäft. Wenn dann noch
einen Nachfrage besteht, muss daß der Markt über Ersatzteile bzw.
recycelte Bauteile klären.
Peter D. schrieb:> Hier mal das Bild dazu.> Pin 3 und 4 von oben und Pin 1 von rechts sind nicht angelötet.
Ja und? Ist das zu 100% auf bleifrei Lötung, bleifreie Pads oder doch
nur mangelnde Qualifikation der Lötfachkraft zurückzuführen? Man sieht
eindeutig die manuelle Lötung, die nicht sonderlich hochwertig
erscheint.
Jemand schrieb:> Werden bestimmte Halbleiter wie z.B. µC generell nur auf mehreren> Großbestellung hin und in Chargen (bzw. über einen festen aber kurzen> Zeitraum dann aber mit "Volldampf") hin hergestellt?> Dauerhafte Produktion scheint es nicht zu geben, selbst bei einen> dauerhaft nachgefragten Typen (oder gibt es so was wie den 555, BC547> usw. heute nicht mehr) nicht?
Halbleiter werden in Fertigungslosen produziert. Wie die Brötchen beim
Bäcker. Fertigungsplaner und Logistiker kümmern sich darum, dass alles
drankommt und das in der benötigten Stückzahl. Mit langfristigen
Lieferverträgen weiss man was man in den nächsten Monaten verkaufen wird
und kann Leerlaufzeiten nutzen um im Voraus zu produzieren.
Ein kompletter Durchlauf durch die Fab, vom Reinigen des Wafers bis zur
Passivierung, dauert 4-6 Wochen. Das ist nicht reine Produktionszeit, da
zählen auch Wartezeiten an den einzelnen Stationen dazu. Daher kann man
nicht spontan zwei Boxen ATmega328 dazwischenschieben -- das muss
langfristig geplant werden.
> So eine Anlage darf sicherlich nicht stillstehen ohne das was kaputt> geht (oder doch?) oder sehr aufwendig und teuer neu gestartet werden> muss?
Solche Anlagen stehen regelmäßig still, zur Überprüfung und Wartung.
Geld verdienen sie aber nur wenn sie laufen, daher versucht man die
Auslastung möglichst hoch zu halten.
> Da sollte es doch kein allzu großes Problem sein die Belichtungsmasken> (welche ja sicherlich nicht weggeschmissen werden) relativ schnell> auszuwechseln und halt die aktuell so sehr gebrauchten Halbleiter für> dem Automotive Bereich herzustellen?
Natürlich kann man das. Aber dann verdrängt man andere Produkte, und die
wurden schließlich auch bezahlt. Und bis nach der "spontanen Umstellung"
der Litographie die Wafer im Testhaus ankommen dauert es trotzdem sechs
Wochen.
> Vor allem es kann ja "jeder" Preis genommen werden
Wenn Du einen Liefervertrag hast, dann gilt der. Und dann gelten die
dort festgeschriebenen Preise und die jährlichen Preisreduktionen.
Ausgelastete Fab ist kein Argument, dagegen zu verstoßen. Tsunami schon
eher, aber auch das hatte seinerzeit keinen Einfluss auf die Preise. Nur
auf die Lieferzeiten, in Form von Terminverzug.
Üblicherweise basieren mehrere Bauteile auf dem gleichen Silizium-Chip
("Die"). Dann gibt es z.B. Controller mit 4k, 8k, 16k, mit und ohne CAN
und mit und ohne Dataflash. Die unterschieden sich letztendlich nur
durch den Aufdruck und durch das Testprogramm. Bei den meisten Bauteilen
ist die Testzeit der größte Kostentreiber, daher lohnt sich das.
Manchmal kannst Du die ungeprüften Funktionen auf dem Die auf eigenes
Risiko nutzen (32k in den 16k-Controller reinflashen), manchmal sind die
Funktionen über Fuses deaktiviert.
Vor 50 Jahren wurden Bauteile "selektiert". Damals gab es z.B. BC107,
108, 109 mit A, B, C hinten dran. Der eine konnte mehr Spannung, der
andere rauschte weniger, usw. Die wurden vermessen, sortiert und dann
entsprechend gestempelt. Sortieren lohnt schon lange nicht mehr (außer
bei extrem aufwendigen Produkten wie Dektop-CPUs und GPUs), daher
unterscheiden sich derartige Bauteilfamilien heute nur noch durch das
Prüfprogramm. Der rauscharme könnte auch mehr Spannung und der
spannungsfeste könnte rauscharm sein -- er wurde bloß nicht gefragt.
Was durch das Testprogramm fällt wird üblicherweise entsorgt. Nochmal
einsortieren und mit anderer Spezifikation neu testen lohnt nur bei sehr
teueren Produkten.
(Ab und zu taucht das entsorgte Zeug auch in China wieder auf und wird
da dann tatsächlich nochmal getestet und verkauft. Oder nur verkauft.
Ich warte schon drauf, dass bei Richard K mal irgendwann ein Chip von
Aliexpress auftaucht mit einem roten Punkt auf dem Die. Das wäre dann
eindeutig ein Ausschussbauteil.)
Tunneldioden-Fan schrieb:> Warum hat man aufgehört, solche Sachen zu produzieren, die> manches einfacher zu erledigen gestatteten...
- Wenn der ständig sinkende Umsatz den Aufwand für eine Produktion oder
Bereitstellung einer Produktion nicht mehr rechtfertigt, wird
abgekündigt. Das ist allerdings BWL, nicht E-Technik. ;-)
- Wenn die letzte Fab abbrennt, die das Teil noch herstellen kann, wird
trotz weiterhin hoher Stückzahlen von heute auf gestern eingestellt - so
geschehen beim NE555 Original von Philips.
- Wenn in alten Fabs die Anlagen nicht mal mehr der Rost zusammen hält,
aufgrund neuer Vorschriften die Fab nicht mehr betrieben werden darf,
...
Falk B. schrieb:> Ja und? Ist das zu 100% auf bleifrei Lötung, bleifreie Pads oder doch> nur mangelnde Qualifikation der Lötfachkraft zurückzuführen? Man sieht> eindeutig die manuelle Lötung, die nicht sonderlich hochwertig> erscheint.
Ich habe auch nirgends behauptet daß man bleifrei nicht zuverlässig
löten kann, sondern daß der bleifreie Lötprozeß kritischer einzustellen
ist, da das Bleilot bessere Fließeigenschaften hatte.
Selber kann ich solche kleinen ICs auch nicht mehr löten. Die Platine
kommen daher immer bestückt bei mir an. Ich vermute, der Fertiger
benutzt eine Reflow-Lötstraße.
ohje schrieb:> wird, auch in Bereichen wie Medizintechnik und Raumfahrt...>
Nee in der Raumfahrt ist noch Blei erlaubt im Lötzinn
Beitrag "Muss man bleihaltige Lote für die Luft & Raumfahrt verwenden"https://de.wikipedia.org/wiki/Lot_(Metall)
"Seit Juli 2006 darf jedoch wegen der Umwelt- und
Gesundheitsauswirkungen im Allgemeinen kein bleihaltiges Lötzinn mehr in
elektronischen Geräten verwendet werden (siehe RoHS DIR 2002/95/EG). Man
setzt nun bleifreie Zinnlegierungen mit Kupfer und Nickel ein, die
jedoch mitunter patentiert und recht teuer sind. Als preisgünstige
Alternative werden Zinnlegierungen mit Kupfer und Silber eingesetzt, z.
B. Sn95.5Ag3.8Cu0.7 (Schmelztemperatur etwa 220 °C), außerhalb Europas
ersetzt man das Blei gerne durch Bismut. Bei Privatanwendungen und für
spezielle Einsatzgebiete (s. o.) wie z. B. Luftfahrt, **Raumfahrt**,
Militär und einigen anderen speziellen Anwendungen dürfen jedoch
weiterhin bleihaltige Lote verwendet werden.
Seit Juni 2011 gelten mit der neuen RoHS DIR 2011/65/EU die Ausnahmen
für Medizin- und Messtechnik nicht mehr. Allerdings gibt es
Übergangsfristen bis allerspätestens 2019.[3] "
Tunneldioden-Fan schrieb:> Das ist schon seltsam. Vor 30 Jahren hat man sehr, sehr viele> Oszillatorschaltungen mit Unijunctions-Transistoren gebaut.
Heutzutage sind die Oszillatoren in den ICs integriert und man braucht
nur noch den Quarz anzuschließen. Oder man nimmt gleich einen fertigen
Oszillator (Quarz, MEMS).
Wiki:
"Der Unijunctiontransistor ist eine Entwicklung aus den Anfangszeiten
der Halbleitertechnik. Seine Anwendung blieb auf wenige Sonderfälle
beschränkt, und spätestens mit Aufkommen der integrierten Schaltung galt
dieser Transistortyp als überholt."
Soul E. schrieb:> (Ab und zu taucht das entsorgte Zeug auch in China wieder auf und wird> da dann tatsächlich nochmal getestet und verkauft. Oder nur verkauft.> Ich warte schon drauf, dass bei Richard K mal irgendwann ein Chip von> Aliexpress auftaucht mit einem roten Punkt auf dem Die. Das wäre dann> eindeutig ein Ausschussbauteil.)
Wenn Richi das Gehäuse thermisch geöffnet hat, ist der rote Punkt auch
mit fort ;-)
Falk B. schrieb:> Ja und?
Die Probleme mit bleifreien Lötungen kenne ich. Bei angebrochenen
Packungen hat es zum einen die Gefahr, daß BE-Anschlüsse verbogen sind
und zum anderen, daß die Pads auf der LP kein Lot annehmen. Es sind
nicht immer nur die BE. Oft genug ist es auch die LP.
W.S.
Also Mouser liefert immer noch ganz normal in Kleinmengen an privat.
Natürlich innerhalb der angegeben Lieferfristen. Teilweise sogar
deutlich früher. Ich konnte aber nicht beobachten dass man hier als
Kleinkunde nach hinten durchgereicht wird.
Naja Microchip hat eigentlich einen guten Ruf, was die Verfügbarkeit von
Bauteilen betrifft, in der Regel wird das Zeug ewig produziert oder es
gibt einen kompatiblen Nachfolger.
A History of Product Longevity
At Microchip we have a 25-year practice of not putting our clients
through the pain and cost of redesigning for end-of-life. We call it
client-driven obsolescence, and the idea is very simple: we will supply
a product as long as there is a customer somewhere who wants it. Five
years? Ten Years? Twenty? You decide.
It is one of the things that truly sets Microchip apart from other
suppliers: We manage our business in such a way as to be able to assure
our clients we will never leave them high and dry.
Of course, there is always the rare situation where one of our suppliers
makes it impossible to continue producing. In that rarest of situations
we’ll help you to transition to another solution with the least
disruption possible.
Der Da schrieb:> Atmel> wurde von Microchip ja übernommen, weil> 1. die 8-Bit AVR-CPU sehr gut ist> 2. Microchip die ARM-Produktreihe verpennt hat
Das erste ist eine rein subjektive Meinung, zu der es keinerlei
Grundlagen gibt. :-(
Das zweite ist der einzige und reale Grund. ;-)
Alle User sind auf den ARM Zug aufgesprungen. Die anderen Architekturen
werden nur noch in Bestandsprojekten verwendet. Eine monopolistische
Entwicklung, aber nicht mehr zu stoppen.
Auch hier im Forum hat ARM den AVR verdrängt. Vor 3 Jahren war das
unvorstellbar, da wollte die Masse noch AVR in Assembler
programmieren.;-)
Durchblick schrieb:> Das erste ist eine rein subjektive Meinung, zu der es keinerlei> Grundlagen gibt. :-(
Wenn dem so wäre, hätte Microchip nach der Übernahme die
Entwicklungskapazitäten in Trondheim nicht gehalten und mittlerweile
sogar aufgestockt. Insofern darfst du getrost da on ausgehen, dass auch
die Chefs von Microchip den AVR bereits zum Zeitpunkt der Übernahme
wertgeschätzt haben – die gängige Befürchtung war ja, dass sie die
Architektur als Konkurrenz zu 8-Bit-PIC hätten genauso gut "einschlafen
lassen" würden.
Durchblick schrieb:> Alle User sind auf den ARM Zug aufgesprungen.> Auch hier im Forum hat ARM den AVR verdrängt.
Nein
ARM Controller (oder generell 32bit Controller) werden zunehmend
eingesetzt. Von "Alle user" und "Verdrängung" kann aber noch lange keine
Rede sein. In 20 Jahren wird das vielleicht so sein, aber jetzt noch
nicht.
Durchblick schrieb:> Eine monopolistische Entwicklung, aber nicht mehr zu stoppen.
So lange ARM nicht selbst Hardware verkauft und unabhängig von jenen
Herstellern bleibt, die Architektur und Implementierungen nutzen, ist
diese Marktbeherrschung unkritisch. Alle haben die gleiche Chance.
Das würde sich mit der Übernahme durch NVidia langfristig wahrscheinlich
ändern, wenngleich nicht unbedingt im Mikrocontroller-Segment.
(prx) A. K. schrieb:> So lange ARM nicht selbst Hardware verkauft und unabhängig von jenen> Herstellern bleibt, die Architektur und Implementierungen nutzen, ist> diese Marktbeherrschung unkritisch. Alle haben die gleiche Chance.
Ganz so ist es nicht.
Die China-ARM Beziehung hat unter Trump etwas gelitten.
Was den Chinesischen Markt zu Alternativen gezwungen hat.
Alte Schachweisheit:
> Zwinge niemals den Gegner zu einem guten Zug!
Es werden Eigenentwicklungen auf dem Markt drängen, oder sind es schon
z.B. ESP im µC Bereich,
Für die größeren: RISC-V 32 und 64 Bit.
Diese haben das Potential, die in Mobilgeräten dominierenden ARM, auf
Dauer zu ersetzen.
Das wird den ARM Zug ganz schön einbremsen.
Vermutung:
In den Chinesischen Hinterstübchen wird schon länger ein OS,
vergleichbar mit Android oder Ios, für RISC-V entwickelt.
Prognose:
Die Chinesen werden mit demnächst den Markt mit eben RISC-V samt
passendem OS überfluten.
(Prognosen sind immer recht schwierig, insbesondere, wenn sie die
Zukunft betreffen)
Jörg W. schrieb:> dass auch die Chefs von Microchip den AVR bereits> zum Zeitpunkt der Übernahme wertgeschätzt haben
In Lehre/Ausbildung wird vermehrt Arduino eingesetzt.
Das könnte Microchip auch ein Dorn im Auge gewesen sein.
Es gibt keinen gnu C++ für die PIC8 (soweit mir bekannt)
Die alte Regel (angehender Entwickler): Nutze das, was du gelernt hast,
schwenkt so doch eher von PIC8 zu AVR8
Den Arduino Zug haben sie ja voll verpasst, auch mit den PIC32. Jetzt
haben sie einen Seiteneinstig gefunden.
Gerade die 'arduino avrs' werden die sich eher auf die Fahne setzen als
die untergehen zu lassen. Ich vermute mal dass das größte Ärgernis sein
wird, dass später so tools wie snap und reines mplab weiterhin
aktualisiert werden und atmel-ice/Studio nicht mehr. Aber auch dass ist
aktuell nicht absehbar.
Jörg W. schrieb:> Insofern darfst du getrost da on ausgehen, dass auch> die Chefs von Microchip den AVR bereits zum Zeitpunkt der Übernahme> wertgeschätzt haben
Atmel war nie nur 8Bit AVR. Deren haupt Zugpferd waren eher die Touch
Controller wo sie sehr gut im Geschäft waren. Mit dem µC hat weder Atmel
noch Microchip je ihren Hauptumsatz gemacht. Solange noch irgendein
Teilbereich genug Gewinn abwirft um die anderen "gut zu rechnen" wird
Microchip wohl in ihrer Tradition bleiben und nichts groß abkündigen.
Wenn allerding mal eine ihrer "cash cows" wegbricht, wer weiß wie es
dann aussieht...
Es gibt viele technische Anwendungen wo ARM schon etwas Overkill ist.
Der dazu im Gegensatz bescheidene 8-Bitter ist dann oft einfach besser
geeignet und robuster. Auch das Fehlen von 5V einsatzfähigen ARMs kann
8-Bitter begünstigen.
Was natürlich ARM begünstigt sind die vielen Datensammler Internet
Anwendungszweige (IoT,LoRa) oder Graphics GUI Anwendungen mit
Touchscreen TFTs einschließlich vieler industriellen und
wissenschaftlichen professionellen Meßgeräten mit hohen Rechenbedarf. Da
hat 32-Bit einfach mehr Sinn. Die einfachen Konsumergeräte ohne
Netzanbindungen und mit simplistischen LCDs kommen auch weiterhin mit
bescheideneren uC aus wo die Anwendung eine einfache Steuerung ist ohne
viel Rechnungen und App Anbindung.
Was ARM begünstigt sind High-Volume Konsumergeräte die schöne GUIs haben
sollen und vernetzt sein müssen. Heutzutage geben sich im Zeitalter von
Smartphones Consumer nicht mehr mit den bescheidenen Kontrollkonzepten
der gestrigen Geräte zufrieden. Mehr und mehr erwartet der Consumer App
befähigte Gerätschaften die von Smartphone oder Tablet Geräten bedient
werden sollen. Dieser demographische Markt und Consumer Hintergrund ist
alleine maßgeblich verantwortlich ARM bzw 32-bit uC Architektur zu
begünstigen.
Auch sind 8-Bitter für High-Volume Konsumerzeugs wesentlich billiger.
Sonst werden nicht so viele chinesisch produzierte Eigenentwicklungen
existieren. In vielen chinesisch entwickelten Geräten finden sich
überhaupt keine westlichen uC.
Meine Prognosis ist trotzdem, daß die Gerüchte vom Allgemeinen Tod des
8-Bitters stark übertrieben sind.
Gerhard O. schrieb:> Auch das Fehlen von 5V einsatzfähigen ARMs kann 8-Bitter begünstigen.
Da gibt's allerdings mittlerweile einige davon. Passend zum
Thread-Titel, noch von Atmel seinerzeit entwickelt und von Microchip
verkauft die ATSAMC-Reihe.