Optokoppler?

OP #7014469
moin, ich habe schon des öfteren solche eigenartigen Konstrukte im 
Bereich Musikelektronik aus Led und Fototransistor im Schrumpfschlauch 
gesehen, kann mir mal jemand erklären warum man da keinen Optokoppler 
einsetzt !?
Angehängte Dateien:
#7014475
Lötzinn V. schrieb:
> moin, ich habe schon des öfteren solche eigenartigen Konstrukte im
> Bereich Musikelektronik aus Led und Fototransistor im Schrumpfschlauch
> gesehen, kann mir mal jemand erklären warum man da keinen Optokoppler
> einsetzt !?

Vermutlich was das zu uncool und einfach wäre. Kein Witz. So ein 
selbstgebauter Optokoppler hat was druidisch-esoterisches!
#7014479
Guest schrieb:
> Ich könnte mir vorstellen, dass das eine Art „linearer“ Optokoppler sein
> könnte.

Ist es aber nicht, schon gar nicht mit nur einem Empfänger, dazu noch 
ein Phototransistor. Geht zwar, ist aber nicht sonderlich thermisch 
stabil und linear. Es hat schon seinen Grund, warum "echte", lineare 
Optokoppler a) Photodioden nutzen und b) 2 davon, einen für den Sender 
(in der Rückkopplung) und eine im Empfänger.

Beitrag "Re: IL300: Dimensionierung der Teile"

Die beiden Photodioden sind von ihren Parametern sehr ähnlich und auch 
thermisch sehr gut gekoppelt. D.h. die thermische Drift ist praktisch 
gleich. Damit mißt der Sender immer genau das Gleiche wie der Empfänger, 
und kann damit thermische Drift kompensieren.
Gast #7014502
Lötzinn V. schrieb:
> ich habe schon des öfteren solche eigenartigen Konstrukte im Bereich
> Musikelektronik aus Led und Fototransistor im Schrumpfschlauch gesehen,
> kann mir mal jemand erklären warum man da keinen Optokoppler einsetzt !?

Wenn das Ding mit LDR oder (2) Photodioden aufgebaut wäre, könnte man 
einen Sinn in der Konstruktion sehen, aber mit einem Phototransistor ist 
das Ding nur zum Schalten verwendbar, das kann ein Optokoppler auch.
#7014507
MaWin schrieb:
> Wenn das Ding mit LDR oder (2) Photodioden aufgebaut wäre, könnte man
> einen Sinn in der Konstruktion sehen, aber mit einem Phototransistor ist
> das Ding nur zum Schalten verwendbar, das kann ein Optokoppler auch.

Es ist vermutlich der mehr oder minder gelungene Versuch, die wie auch 
immer geartete, "weiche" Kennlinie eines alten Bauteils mit Glühlampe 
und Photowiderstand nachzubilden.
(Firma: S-C-I DATA GbR) #7014522
Falk B. schrieb:
> Es ist vermutlich der mehr oder minder gelungene Versuch, die wie auch
> immer geartete, "weiche" Kennlinie eines alten Bauteils mit Glühlampe
> und Photowiderstand nachzubilden.

Jup, solche Dinger findet man tatsächlich im Audio Sektor als 
Ersatzschaltung für Glühbirne mit Photoresistor ;-)
Beitrag #7014524 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #7014528
Lötzinn V. schrieb:
> "das Ding" sitzt in einem "Optical Tremolo Guitar Effect Pedal"!

Von Vellemann.

Wie sagt man zu Bastelkram:

Mückenscheuchen vertreiben keine Mücken, Maulwurfschrecks keine 
Maulwürfe, warum sollte die Schaltung den Klang nicht ruinieren.

Die haben vermutlich ein Lampe/LDR Ding ohne größere Fachkenntnis so 
umgebaut, um RoHS kompatibel zu werden.

Klingt auch irgendwie, halt nicht gut.
Gast #7014529
Mit dem richtigen Preisschild dran und einem Mahagonigehäuse klingt das 
richtig geil, ihr habt doch gar keine Ahnung von so richtig guter 
Musik.^^
Gast #7014651
Lötzinn V. schrieb:
> MaWin schrieb:
>
> aber mit einem Phototransistor ist das Ding nur zum Schalten verwendbar
> "das Ding" sitzt in einem "Optical Tremolo Guitar Effect Pedal"!

Das GND-Label gefällt mir :D
(Ohne mich jetzt über Menschen am Anfang der Materie lustig machen zu 
wollen)
#7014656
Harald W. schrieb:
> Guest schrieb:
>
>> Ich könnte mir vorstellen, dass das eine Art „linearer“
>> Optokoppler sein könnte.
>
> Praktisch alle Opzokoppler sin linear.
Ich nehme an, Du meinst damit, dass die meisten Optokoppler analog 
arbeiten, was bedeutet, dass sie am Ausgang nicht nur H oder L sondern 
auch Zwischenwerte liefern können, weil der Empfänger einfach eine 
Fotodiode oder ein Fototransitor ist und kein Schmitt-Trigger 
nachgeschaltet ist, wie es im Gegensatz dazu bei Digital-Optokopplern 
der Fall ist.
#7015365
M.A. S. schrieb:

>> Praktisch alle Optokoppler sind linear.

> Ich nehme an, Du meinst damit, dass die meisten Optokoppler analog
> arbeiten, was bedeutet, dass sie am Ausgang nicht nur H oder L sondern
> auch Zwischenwerte liefern können, weil der Empfänger einfach eine
> Fotodiode oder ein Fototransitor ist und kein Schmitt-Trigger
> nachgeschaltet ist, wie es im Gegensatz dazu bei Digital-Optokopplern
> der Fall ist.

Ja, die eigentlichen Optokoppler sind linear. Es gibt allerdings
einige, bei denen dem Fototransistor intern eine spezielle Elek-
tronik nachgeschaltet wird, um einen Low/High-Ausgang zu bekommen.
Gast #7015557
Wird aber kaum noch eingesetzt, sieht man ja aus den Beiträgen hier.
Ist so gut wie unbekannt, scheinbar vor allem bei den Gitarren-Fritzen.

Strumpschlauch ist ja so geil!
Gast #7015577
H. H. schrieb:
> michael_ schrieb:
>> Wird aber kaum noch eingesetzt, sieht man ja aus den Beiträgen
>> hier.
>
> Träum weiter...

Naja, die wenigsten hier arbeiten wohl mit Spannungen, die weitaus höher 
als die Isolationsspannungen der meisten Optokoppler sind.
Gast #7015627
Wühlhase schrieb:
> H. H. schrieb:
>> michael_ schrieb:
>>> Wird aber kaum noch eingesetzt, sieht man ja aus den Beiträgen
>>> hier.
>>
>> Träum weiter...
>
> Naja, die wenigsten hier arbeiten wohl mit Spannungen, die weitaus höher
> als die Isolationsspannungen der meisten Optokoppler sind.

Es gibt eine Welt außerhalb von µC.net.
Gast #7015642
Nachtrag:
Kleine Elkos wurden gern von Schmieden zur Linearisierung sprich 
optisches Ausbügeln des Zickzackkurses bei der Aufnahme der 
Lautsprecherkennlinien eingesetzt, genial einfache Augenwischerei und 
wirkungsvoll ;)
(Firma: Autotronic) #7015668
Patrick L. schrieb:
> solche Dinger findet man tatsächlich im Audio Sektor als Ersatzschaltung

Bei diesem Mischpult aus den 80ern wurde tatsächlich die sanfte 
Umschaltung zwischen Mikrophon und Musik mit zwei LDR Widerständen 
gemacht. Beide Systeme (rot und grün) sind jeweils in einem schwarzen 
Plastikkästchen vergossen.

Interessant ist nebenbei auch die Rauschunterdrückung mit einem 220k 
linearen Tandempoti bei dem Kopfhörerverstärker LM380. Eins im Signalweg 
und das Andere in der Gegenkopplung.
Angehängte Dateien:
(Firma: S-C-I DATA GbR) #7015826
Michael M. schrieb:
> Bei diesem Mischpult aus den 80ern wurde tatsächlich die sanfte
> Umschaltung zwischen Mikrophon und Musik mit zwei LDR Widerständen
> gemacht.

Jep das trifft man auch in "Gitarren Tretern", Alten Elektroorgeln(Meist 
noch mit Röhren, da ist es aber keine LED sondern eine kleine Glühbirne 
+ LDR),

Auch in etwas neueren Hi-Tec Mischpulten aus den 80ern, wurden die gerne 
verbaut.....
In ELA Anlagen findet man ebenfalls solche "Dinger"

Habe aber auch die LED + P.-Trans. Version bei ABB im Hochspannunssektor 
gesehen ;-)
#7016352
Wühlhase schrieb:
> Naja, die wenigsten hier arbeiten wohl mit Spannungen, die weitaus höher
> als die Isolationsspannungen der meisten Optokoppler sind.

Was die Betriebsspannung angeht, mag das so sein. Aber mach Dir klar, 
dass bei (allgegenwärtigen) elektrostatischen Aufladungen sehr schnell 
Spannungen auftreten können, die über der Isolationsspannung 'der 
meisten Optokoppler' liegen.
Gast #7016368
Quatsch!
Warum glaubst du nicht, dass übliche OK für 230V Netzspannung eine 
Prüfspannung von 4500V haben müssen?

Zudem deine statischen Aufladungen einem OK überhaupt nichts anhaben 
können!
Der ist bipolar und kein C-Mos.

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