Gebrochenes Bauteil in Abzugshaube

OP #7828239

Hallo zusammen!

In einer Abzugshaube starten die Motoren nicht mehr (zwei vorhanden). Schuld ist m.E. ein Bauteil, das gebrochen ist, ich aber nicht näher identifizieren kann. Es handelt sich um einen Keramikzylinder, um den ein Draht spulenartig gewickelt ist. Das ganze ist in einen grünen Mantel gehüllt. Es sind drei Anschlüsse vorhanden.

Leider fällt es mir aufgrund der mangelnden Bezeichnung schwer, ein Ersatzteil zu finden. Hat jemand einen Tipp, wie ich die Parameter bestimmen kann oder ob das Bauteil überhaupt noch erhältlich ist?

Besten Dank für alle Tipps!

Angehängte Dateien:
#7828242

Das ist ein Hochlastwiderstand mit Anzapfungen. Die sind wahrscheinlich für die unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Ist kundenspezifisch. Kannste nur durch mehrere Einzelwiderstände ersetzen. was steht denn drauf? Irgendwo muß ein Aufdruck sein.

Beitrag #7828252 wurde von einem Moderator gelöscht.
OP #7828276

Vielen herzlichen Dank für die zahlreichen, schnellen und hilfreichen Antworten!

Ich habe den Widerstand einmal gemessen. Er hat in etwa einen Durchmesser von 21mm, eine Länge von 75mm. Zwischen den beiden Kontakten auf der intakten Seite liegen 100 Ohm, zwischen Mitte und Bruchstelle etwa 52, nach der Bruchstelle 47 Ohm. Der Verdacht liegt nahe, dass da auch 100 Ohm liegen sollten. Tatsächlich ist der Widerstand gar nicht beschriftet, es ist auch nichts an verblasster Beschriftung erkennbar.

Bei der Dunstabzugshaube selbst handelt es sich um eine Siemens LB75560/02, es sind zwei Motoren à 95 W verbaut.

Kann es sich um diesen Widerstand hier halten? https://www.bosch-home.com/de/de/product/10007403 (Oder ist er ein äquivalenter Ersatz?) Leider kann ich der Aufschrift keine Belastung entnehmen. Kommt der wohl mit 190W klar?

#7828331
OP #7828351

Vielen Dank für die Hinweise!

Leider scheint der 100 + 150 nirgendwo wirklich lieferbar zu sein. Der 100 + 100 allerdings schon. Ich finde allerdings kein Datenblatt dazu (https://www.bosch-home.com/de/de/product/10007403). Es gibt wohl https://www.krah-gruppe.de/fileadmin/user_upload/Produkte/Datenblaetter/Datenblatt-ZDST.pdf, allerdings ist dort "mein" Widerstand nicht enthalten. Gibt's irgendwo eine Möglichkeit, das vorab zu prüfen? Oder kann ich mich darauf verlassen, dass gleiche Größe gleiche Leistungstoleranz bedeutet?

Zu Mouser: Leider hat keiner der dortigen Widerstände auch nicht näherungsweise die erforderliche Länge. Damit ist recht frühzeitig eigentlich das "Drop-In-Replacement" wohl gescheitert.

(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #7828358

Das Teil könnte man evtl auch selbst reparieren.

Wenn die Drahtenden noch erreichbar sind, jeweils eine Halbwicklung abziehen, die Enden dann mit ner Messing-Hülse zusammen crimpen. Aber so, dass die Drahtenden parallel in der Hülse liegen. Nicht "auf Stoss"

Die Keramikteile mit nem Gewindebolzen und jeweils einer Mutter aussen wieder zusammen setzen.

Das dürfte die Widerstandswerte der Teilbereiche nicht wirklich ändern.

Gast #7828580

Keks F. schrieb:

Frage am Rande. Wie würde man sowas bei diesen Lüftern flüssig regulieren? Triac (mit Phasenanschnitt)?

Das wurde hier schon hunderttausendmal diskutiert:

Stelltrafo, Sinusdimmer oder Frequenzumrichter. Phasenanschnitt brummt nervig.

#7828582

Man müßte mal das Schaltbild von den Innereien, nebst Motor, zu Papier bringen. Der dicke Alu-Becher sieht mir nach einem Phasenschieberkondensator aus. Könnte dann ein Kondensatormotor sein. Wenn man statt der dicken Widerstände mehrere Kondensatoren umschaltbar vorsieht, hat man keine Wärmeentwicklung und es brummt nix. Ich hatte so mal einen Radiallüfter ohrenfreundlich eingebremst, indem ich ihn, statt bei voller Drehzahl direkt, dann über den Blindstrom eines kleineren Cs auf Diät gesetzt habe.

#7828994

Mich würde ja interessieren wie man so einen massiven Keramikwiderstand zerstören kann? Der ist auf zwei Stahlzungen frei schwebend gelagert und offensichtlich nie zu heiß geworden. Da muß schon jemand mit dem Hammer zu Gange gewesen sein?

Da scheinen zwei Kondensatormotoren drin zu sein, da ist die Methode mit Vorwiderstand schon ganz vernünftig. Alles andere wird nur aufwändig und teuer.

Der genaue Widerstandswert ist völlig wumpe. 100+100 wird genauso funktionieren wie 100+150.

#7829243

Gerald B. schrieb:

Könnte dann ein Kondensatormotor sein. Wenn man statt der dicken Widerstände mehrere Kondensatoren umschaltbar vorsieht, hat man keine Wärmeentwicklung und es brummt nix.

Bei Deckenventilatoren mit C-Motor nimmt man da eher eine umschaltbare Drossel. Bei Vorschaltkondensatoren besteht immer die Gefahr, das man einen 50Hz-Schwingkreis baut.

(Firma: Funkenflug Industries) #7829281

Man kann auch einen echten Spartransformator nehmen, sowas wird gerne in Stufenschaltungen für Ventilatoren verwendet. Ein kleiner Frequenzumrichter wäre natürlich besser, aber diesen Motoren scheint die Drehzahl-Absenkung durch eine unzureichende Spannung bei eigentlich zu hoher Frequenz nichts zu machen. Bleibt die Frage, ob sowas in die Abzugshaube passt - das könnte schwierig werden.

OP #7829387

Thomas R. schrieb:

Mich würde ja interessieren wie man so einen massiven Keramikwiderstand zerstören kann?

Wenn ich das mal so genau wüsste... Irgendwann ist die Lüftung wohl (plötzlich) nicht mehr angesprungen - betraf aber auch beide Motoren gleichermaßen. Bei der Demontage bot sich dann das gezeigte Bild. Ob da bei der Demontage was schief gegangen ist oder sonstwas, weiß ich leider nicht.

OP #7829802

Hallo zusammen! Gestern Abend war der Widerstand da, heute habe ich ihn eingebaut. Grundsätzlich funktioniert jetzt alles wieder - herzlichen Dank! Allerdings: Irgendwie laufen die Motoren nicht richtig an - sie wirken, als ob sie nur mit halber Geschwindigkeit oder noch weniger laufen würden (immerhin: im Vergleich zu früher flüsterleise…). Der „Luftzug“, den ich erwarten würde, der kommt irgendwie nicht. Kann noch etwas anderes im Argen liegen? Die anderen Bauteile sehen zumindest äußerlich intakt aus. Vielen Dank für alle Tipps bis hierhin!

Gast #7829814

Auf höchster Stufe hat der Widerstand ja keinen Einfluss. Wenn auch da die Lüfter nicht auf volle Drehzahl kommen, dann liegt das meist am Betriebskondensator.

OP #7831942

Leider bin ich erst heute zum Demontieren gekommen. Tatsächlich scheint der Kondensator ausgelaufen zu sein. Beim Messen der Kapazität steigt diese kontinuierlich an und verschwindet dann oberhalb des Messbereichs meines Geräts. Die klebrige Flüssigkeit, die ich zunächst für angesammeltes Fett gehalten habe, wird dann wohl Füllmittel gewesen sein.

Ich finde nun leider bei der Recherche keinen exakten Ersatz. Beschriftet ist der Kondensator mit MAB MP 4/400 4µF ± 10%, 460V ~ AB 20%, 500 V ~ AB 25%, 530 V ~ AB 10%, mit Kappe: IP 64, FZ 5, 1029, 50-60 Hz.

Ist dieser Kondensator bspw. wohl ein äquivalenter Ersatz? https://www.elektro-kahlhorn.de/kondensator-hydra-mab-mkp-4-fl::3445.html Oder hat jemand vielleicht sogar ein ähnliches Originalersatzteil in Petto? Für jeden Tipp bin ich sehr dankbar!

#7831965

Matthias schrieb:

Ich finde nun leider bei der Recherche keinen exakten Ersatz

https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/kondensator-1737331030-mab-mp-4-400-4-f-10-/2866739261-84-4751

wobei ein Motorbetriebskondensator mit 4uF ausreicht, da steht dann 400 oder 450V drauf, Rest sagt zwar was zur Lebensdauer und Qualität aus, aber mit Glück ist er nicht schlechter. Alu gibt es kaum noch, meist Plastik..

#7831977

Matthias schrieb:

4µF

Ziemlich egal, irgend einen Motorkondensator:

https://www.pollin.de/p/comar-motorkondensator-4-f-450-v-250-mm-200854

https://www.pollin.de/p/comar-motorkondensator-4-f-450-v-6-3-mm-200828

Matthias schrieb:

Ich habe es mir ein einfaches PeakTech 3705 für Elektronik-Bastelprojekte gekauft. Mehr als dranhalten habe ich jetzt nicht getan.

Mehr kann man mit einem Kapazitätsmeßgerät auch nicht tun, natürlich bei abgeklemmtem Kondensator.

Alternativ kann man den ausbauen, an einen Trafo mit Kleinspannung wie 12 oder 24V klemmen, den Strom messen und zurückrechnen. 4µF an 12V ergeben 15mA oder an 24V 30mA.

Michael B. schrieb:

Ich finde nun leider bei der Recherche keinen exakten Ersatz

xttps://www.kleinanzeigen.de/Wucherpreis

Hast Du noch dubiosere Angebote mit noch höherem Preis zur Hand?

#7831986

Wie alt ist die Dunstabzugshaube eigentlich? Den unisolierten Kabelschuhen nach zu urteilen, vermutlich älter als 30 Jahre. Fotografiere mal das Typenschild vom Kondesator, nicht das der ausgelaufene Sabber PCB ist. Bis das ausgeschlossen werden kann, würde ich dir empfehlen, nur mit Einweghandschuhen da drin zu hantieren und die Haube bis zur Klärung nicht in Wohnräumen zu lagern. PCBs sind ebenfalls Ewigkeitschemikalien, die erbgutverändernd sind.

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