Hallo zusammen,
ich habe den LC Meter mit dem PIC16F628 bzw mit dem PIC16F84 + LM311
gebaut, aber ich fand beide Schaltungen unzuverlässig das was kleine
Induktivitäten messen betrifft.
Ich habe im Internet nach Lösungen gesucht und fand diese beiden
Schaltungen hier:
http://www.agder.net/la8ak/m1.htmhttp://www.agder.net/la8ak/images/7b.gif
und hier:
http://www.vk2zay.net/article/114http://www.vk2zay.net/article/file/450
Ich bräuchte Hilfe und Ratschlag welche von beiden zu realisieren, den
ich möchte Induktivitäten ab 50 nano henry messen, wäre auch gut wenn
man niedrigere Induktivitäten wie im erste Schaltung behauptet ist.
Als Signal Generator habe ich einen Quarz Oszillator 100 MHz vorgesehen.
ich habe angefangen mit diesem Meter
(http://www.agder.net/la8ak/images/7b.gif) und zwar den Teil ab C4
gebaut und anstatt dem Transistoroszillatorsteil habe ich mein Quarz
Oszillator angeschlossen.
auf dem DMM liest .0350 V, und wenn ich eine Spule anklemme Lx dann
liest mein DMM etwa .0622 V.
Wie soll ich die mVs ins Nanohenries umsetzen?
Wie kann ich die Schaltung kalibrieren bevor dem messen?
Die Messung einer realen Spule bei einer Festfrequenz von 100 Mhz macht
nicht allzuviel Sinn.
Da im Ersatzschaltbild ihrer Induktivität Kapazitäten parallel liegen
zeigt sie ein Resonanzverhalten wie ein Schwingkreis. Ihre Impedanz wird
mit sich mit wechselnder Frequenz ändern
http://www.emv-net.de/EMV/EMV-Grundlagen/HF-Ersatzschlt/Spule_-_komplett.gif
Will man wirklich wissen, wie sich eine Spule bei der Betriebsfrequenz
verhält, empfiehlt sich die Messung mit einem Vektor-Netzwerkanalyzer.
Auf der letzten UKW-Tagung hat Pieter-Tjerk einen Vortrag zur
Induktivitäts/Kapazitätsmessung mit AVR gehalten
http://ukw-tagung.org/2016/vortraege_alt/
De Boer, Pieter-Tjerk PA3FWM Messung kleiner Kapazitäten und
Induktivitäten mit (fast) nur einem Mikrocontroller
seine Webseite
http://wwwhome.cs.utwente.nl/~ptdeboer/
(da finde ich allerdings diesen Vortrag nicht)
Mit Sampling-Technik hat er die Auflösung gängiger Schaltungen stark
verbessert.
Vielen Dank an jedem, alle Beiträge sind Interessant.
Ich versuche gerade ein Paar verschiedene harmonics Filter zu bauen und
möchte die entsprechende Spulen wickeln.
Teuere Meßgeräte kan ich mir leider nicht leisten.
Für die Schaltung hier:
http://www.qsl.net/va3iul/L_meter/L_meter.htm
wäre ein Bausaz sehr gut zu kaufe, oder zumindest ein Layout zu haben.
Thrassos schrieb:> ich habe den LC Meter mit dem PIC16F628 bzw mit dem PIC16F84 + LM311> gebaut, aber ich fand beide Schaltungen unzuverlässig das was kleine> Induktivitäten messen betrifft.
UND
> Für die Schaltung hier: ...> wäre ein Bausaz sehr gut zu kaufe, oder zumindest ein Layout zu haben.
So, die AADE-Oszilatormethode empfindest du als unzuverlässig, aber du
würdest dich stattdessen an eine Schaltung wagen, die wesentlich
aufwendiger ist.
Hmm... was soll dabei herauskommen? Solche Schaltungen einfach blind
nachbauen zu wollen, ist fast immer vom Mißerfolg gekrönt. Ich hab mir
den LC-Messer nach AADE selbst auch aufgebaut, zwar mit anderem µC und
so, aber gerade für kleine Induktivitäten geht dieses Prinzip sehr gut,
da man Frequenzen mit Amateurmitteln immer noch am genauesten messen
kann und alles weitere dann nur noch Rechenarbeit ist.
Aber eines ist klar: Sowohl der Meßaufbau (sprich Leiterplatte) als auch
die Zuleitungen spielen bei kleinen Induktivitäten eine große Rolle.
Rechne dir mal aus, wieviel Induktivität allein eine 10 cm lange
Meßleitung nebst Klemme ausmacht.
Ansonsten finde ich die von dir erwähnte Schaltung ein bissel sehr
altbacken. Ich würde - wenn überhaupt - so herangehen:
- Sinusgenerator mit passabler Frequenz, aber KEIN DDS
- schaltbare Vorwiderstände vom Sinus auf 1. Ende vom Prüfling
- 2. Ende vom Prüfling gegen Masse
- Spannungen vor und nach Vorwiderstand auf Doppel-ADC
- den Rest digital. Wozu sonst gibt es Cortex M4F heutzutage?
W.S.
Thrassos schrieb:> Ich habe neulich diesen
Die Schaltung halte ich für Pfusch, der wohl nur durch die extreme
BE-Situation des Autors vonnöten ist.
Das Prinzip ist dir ja klar: Man hat einen LC-Oszillator, der sowohl in
recht weitem Bereich je nach den variablen (effektiven) L und C
schwingen soll, als auch mit rcht miserablen Güten von L und C
klarkommen soll.
Die Variante mit dem Komparator, der ja immer eine kleine Hysterese im
mV Bereich hat, ist das elektrische Gegenstück zur Chronometer-Hemmung
bei mechanischen Uhren: Da soll genau im Nulldurchgang ein kleiner
Antriebs-Stoß auf den Schwingkreis gegeben werden, der die Verluste
ausgleicht und parallel dazu muß es eine schwache Gegenkopplung geben,
die dafür sorgt, daß ohne Schwingung der Schwingkreis in den Bereich des
Nulldurchganges gezogen wird, damit der Antriebs-Stoß erfolgen kann.
Beides muß so stark sein, daß die Schwingung zustande kommt, aber nicht
so stark, daß die Güte des Schwingkreises merklich in die Knie geht. Das
ist das Delikate daran.
Den meisten Ärger macht die eingebaute Induktivität. Man muß schon etwas
suchen, um dort was mit einer ausreichenden Güte zu bekommen. Ich hatte
damals nach längerem Probieren zum Schluß eine kleinere Speicherdrossel
von Würth genommen. Deren L war zwar deutlich kleiner als vorgesehen,
aber ob das Teil nun bei 800 kHz oder 1.3 MHz schwingt, ist eigentlich
egal - solange man die Frequenz ordentlich messen kann.
W.S.
Hi, W.S.,
> Die Schaltung halte ich für Pfusch,
Ja.
Die Präzision einer Messung hängt ab vom Quotienten zwischen den
Störeinflüssen, welche die Schwingung aufrecht erhalten sollen, und der
Energie, die im DUT schwingt.
Am Komparator wirkt eben nicht nur die Spannung am Prüfling, sondern
auch Rauschen.
Die hohe Verstärkung des Komparators erhält das Schwingen aufrecht und
erleichtert eine Messung, die wegen des mitverstärkten Rauschens nur
eine LC-Schätzung zulässt.
Wie Präzision funktioniert, das ist bei Agilent zu lesen, und bei R&S -
zumindest in der Zeit, in der Dr. Rohde noch wirkte.
Es ist für diese Pioniere ja ehrenhaft, wenn jemand ihre Schaltungen
nachbaut. Aber wer gegen sie eine eigene Schaltung entwickelt, der
verschwendet Zeit, Geld und Mühen - die gerechte Strafe für seine
Eitelkeit und Überheblichkeit.
Kleiner Tipp: R&S hat mal ein System zur Messung kleinster Kapazitäten
vorgestellt. Der Prüfling war der Abschluß einer Koaxialleitung. NWTler
wissen, wie kritisch der ist.
Ob das Messsystem nacheinder erst kalibrierte und dann mass, oder ob es
zwei Koaxialleitungen miteinander verglich, das habe ich wieder
vergessen. Der Bericht war in Elektronik oder vielleicht auch Funkschau
- und das war mehrere Jahrzehnte her.
Ciao
Wolfgang Horn