Ton mit PIC erzeugen

OP #2115739
Lesenswert?

Möchte gern simple Töne mit einem PIC erzeugen.

Wenn ich es mal ganz banal dastelle:

- mein Programm schaltet einen Output PIN 400 mal pro sekunde an und aus
- dadurch erzeuge ich eine Rechteckschwingung von 400Hz
- diese gebe ich an einen Verstärker weiter

das wars schon?

Der PIC läuft mit 5V....

Muss ich noch irgendetwas tun?
Gast #2115744
Lesenswert?

JA !!
Rechteck + Lautsprecher = Rauchwolken aus der Spule des Lautsprechers.

Du mußt auf alle fälle mit ner Spule und nem Kondensator aus dem 
Rechteck einen annähernden Sinus machen.

Wie erklären die anderen.
Gast #2115828
Lesenswert?

Der Wiederstand ist zur strombegrenzung und filtereinstellung.
Der Kondensator macht das Ganze nutzbar =
  ___  ___      _     
  |  |  |    -> / \   / \
__|  |__|          \_/   \_

Also pures Rechteck wird geglättet und klingt nach was.
Parallel dazu noch nen Kleinen Kondensator (1µF) an den Lautsprecher und 
besser wirds.

Beim eingang an den Verstärker wirds komplizierter da dieser erstmal nur 
1Vss schafft und 10KOhm hat.

Gruß
Gast #2115889
Lesenswert?

Wenn es wirklich nur simple Töne sind, wie z.B nen paar Pieptöne zur 
Signalisierung, dann kannst du auch nen Piezo-Schallwandler nehmen:

http://www.reichelt.de/Alarmmelder/SUMMER-EPM-121/index.html?;ACTION=3;LA=444;GROUP=H4;GROUPID=3484;ARTICLE=35927;START=0;SORT=artnr;OFFSET=16;SID=11TYm8bX8AAAIAAD6xg6A6598a0d5ecb1b2c515400b596925793f

Kann man aber auch aus jedem x-beliebigen digitalen Küchenwecker 
ausschlachten.

Den kannst du auch mit Rechteck direkt mit dem Portpin des PIC 
ansteuern, ohne Verstärker. So'n Teil kann auch schon ganz gut Krach 
machen. Nehme mal an, der 8-Pinner auf dem Foto ist ein PIC12. Da musst 
du das Rechtecksignal in Software machen, wie du bereits oben 
beschrieben hast. Wenn du nen Größeren nimmst, dann kannst du ihn sehr 
leicht mit dem (E)CCP-Modul über PWM ansteuern.
Gast #2115907
Lesenswert?

Fuerst-Rene schrieb:
> Rechteck + Lautsprecher = Rauchwolken aus der Spule des Lautsprechers.
>
> Du mußt auf alle fälle mit ner Spule und nem Kondensator aus dem
> Rechteck einen annähernden Sinus machen.

Das ist Unsinn. Ein Lautsprecher 'verträgt' alle Kurvenbformen, auch den 
Rechteck.
Es ist nur eine Frage der Höhe der Amplitude.
OP #2116051
Lesenswert?

Claudio A. schrieb:
>
> Was würde denn das CCP-Modul machen?

jetzt antworte ich mir mal selbst,
mit dem CCP Modul kann man PWM machen....
gut....

Hätte noch einen 16F628A, der kann das ja.

Trotzdem würde ich gern verstehen, was denn passiert,
direkt den PIC Ausgang mit "an/aus" auf den Lautsprecher loszulassen
(danke für den Hinweis mit dem Pieper), mir geht es hier
mehr ums Verstehen als um die Umsetzung.

Methode Direkt ansteuern:
- es geht ein Rechtecksignal mit 5V an den Lautsprecher

Methode PWM:
- das digitale Signal wird in ein analoges umgewandelt (richtig?)?
Gast #2116469
Lesenswert?

Methode Direkt ansteuern:
- es geht ein Rechtecksignal mit 5V an den Lautsprecher
-> Für simple Töne ok

Methode PWM:
- das digitale Signal wird in ein analoges umgewandelt (richtig?)?
-> Nein, es wird ein hochfrequentes Rechteck-Signal erzeugt. Das kann, 
je nach Verstärker, funktionieren. Besser ein einfachen Tiefpass-Filter 
einbauen, der die hohen Frequenzen ausfiltert. Das gibt dann einen 
sauberen Sinus.
Gast #2116539
Lesenswert?

Claudio A. schrieb:
> Trotzdem würde ich gern verstehen, was denn passiert,
> direkt den PIC Ausgang mit "an/aus" auf den Lautsprecher loszulassen
> (danke für den Hinweis mit dem Pieper), mir geht es hier
> mehr ums Verstehen als um die Umsetzung.

Wenn du einen 8-Ohm-Lautsprecher o.ä. direkt an den Portpin anschließt, 
brennt der Pin im Betrieb wahrscheinlich durch, da müßte noch ein 
Impedanzwandler dazwischen, weil der LS mehr Strom frisst als der 
Portpin liefert (=Portpin überlastet). Abhilfe schafft ein hochohmiger 
LS eventuell mit einem Vorwiderstand.

Bei HiFi-Boxen mit Hochtönern können diese gegebenenfalls abrauchen, 
wenn sie ein reines Rechtecksignal abbekommt wegen der Oberwellen, ist 
aber stark lautstärkeabhängig.
Gast #2116558
Lesenswert?

Ben schrieb:
> Bei HiFi-Boxen mit Hochtönern können diese gegebenenfalls abrauchen,
> wenn sie ein reines Rechtecksignal abbekommt wegen der Oberwellen..

Hochtöner sollen die Oberwellen eines Grundsignals wiedergeben, dazu 
sind Hochtöner da. Die Grundwellen sind es, die den Hochtöner zerstören. 
Deshalb die Frequenzweiche als Hochpassfilter.
Gast #2116600
Lesenswert?

Die Frequenzweiche als HP vorm HT hatte ich schon vorausgesetzt, sonst 
hätte ich nicht Oberwellen geschrieben. So ein Rechteck erzeugt je nach 
Grundfrequenz eine Menge davon (da kann man auch schnell Kopfschmerzen 
bekommen, wenn die Frequenzen fiepig genug sind).

Du hast natürlich recht, dass die HTs zumindest in Bezug auf 
Musiksignale für hohe Frequenzen ausgelegt sind!
Gast #2116648
Lesenswert?

Hallo Claudio,

lass dir doch von diesen "Spezialisten" nicht ein Kind in den Bauch 
quatschen.

Fuerst-Rene schrieb:
> Rechteck + Lautsprecher = Rauchwolken aus der Spule des Lautsprechers.
>
> Du mußt auf alle fälle mit ner Spule und nem Kondensator aus dem
> Rechteck einen annähernden Sinus machen.

Ben schrieb:
> Bei HiFi-Boxen mit Hochtönern können diese gegebenenfalls abrauchen,
> wenn sie ein reines Rechtecksignal abbekommt wegen der Oberwellen, ist
> aber stark lautstärkeabhängig.

Wenn du einen hochohmigen Lautsprecher oder etwas ähnliches wie eine 
Höhrkapsel hast, so im Bereich von 200 Ohm, kannst du diese einfach über 
einen Kondensator so im µF Bereich an einen PIC anschließen. Typische 
PIC Ausgänge können über 20 mA sowohl nach Masse als nach Vcc treiben, 
DC wird vom Kondensator abgetrennt. Der Ausgang kann also am Ende des 
Signals stehen bleiben wo er gerade ist, ohne daß der Stromverbrauch 
steigt.

Mit einem Lautsprecher, der etwas niederohmiger ist, so einem PC 
Systemlautsprecher mit typ. 32 Ohm, würde ich schon einen Treiber 
spendieren. Das könnte ein (in Worten ein) Transistor sein. Da ich 
lieber Digitalbausteine nehme, können es auch zwei oder drei parallel 
geschaltet Logiggatter sein, die in einem nicht voll genutzten Baustein 
in deiner Schaltung übrig sind. Ist nichts mehr frei, tuts ein HC04 oder 
ein HC14, von dem drei, oder auch alle, Inverter parallel geschaltet 
werden. Dann ein x µF Kondensator und fetich. "x" heißt hab ich gerade 
da und klingt brauchbar. Solche "PC system speaker" also 32 oder mehr 
Ohm Lautsprecher liegen bei mir in der Grabbelkiste, Reste von 
beerdigten PCs.

Im original PC/XT/AT wurde das so gemacht. Im XT wurde ein Bustreiber 
verwendet.  Den Kondensator hat sich IBM damals gespart, dafür haben sie 
zwischen Gatterausgang und Lautsprecher 32 Ohm geschaltet. Die 
Clonebauer sind dann meist auf einen Transistor umgestiegen, das war 
billiger. Die Frequenz wurde nicht in Software gemacht, bei 4,77 MHz 
hatte der Prozessor anderes zu tun, sondern der Lautsprecher war an 
einem Timer/Counter Ausgang. Pfiffige Programmierer haben trotzdem damit 
Musik gemacht.

Ben schrieb:
> Die Frequenzweiche als HP vorm HT hatte ich schon vorausgesetzt, sonst
> hätte ich nicht Oberwellen geschrieben. So ein Rechteck erzeugt je nach
> Grundfrequenz eine Menge davon (da kann man auch schnell Kopfschmerzen
> bekommen, wenn die Frequenzen fiepig genug sind).
>

Eine Warnung muß natürlich hier hin. Seit dem es diese 
PC-Systemlautsprecher in hunderten von Millionen gibt, hat die 
Schwerhörigkeit in der Menschheit stark zugenommen und die Fledermäuse 
sind fast ausgestorben. (SCNR)

MfG Klaus
Gast #2116727
Lesenswert?

Klaus schrieb:
> Mit einem Lautsprecher, der etwas niederohmiger ist, so einem PC
>
> Systemlautsprecher mit typ. 32 Ohm, würde ich schon einen Treiber
>
> spendieren.

;) puh, merke schon, ich begebe mich da in ganz andere Dimensionen....
Eigentlich wollte ich das Signal in einen Verstärker schicken (10W) und 
dann über einen 8 Ohm Lautsprecher ausgeben....

Gibts nicht schlichtweg fertige Treiber-Bausteine, die ich hinter den 
PIC hängen könnte?
Gast #2116740
Lesenswert?

Claudio A. schrieb:
> ;) puh, merke schon, ich begebe mich da in ganz andere Dimensionen....
> Eigentlich wollte ich das Signal in einen Verstärker schicken (10W) und
> dann über einen 8 Ohm Lautsprecher ausgeben....

Ok, das ist eine ganz andere Baustelle. Hast du irgendwelche PC 
Aktivboxen rumzuliegen? Dann gib doch mal dein Signal vom PIC über 0,1µF 
an den Eingang und hör dir das dann an.

MfG Klaus
Gast #2117026
Lesenswert?

ich hätte gesagt, dass sieht sehr stark nach einem AUX-Anschluss aus. 
Die gehen meines Wissens nicht direkt an die Boxen sondern werden 
nochmal Verstärkt. Als wenn du ein MP3-Player oder PC anschließt. Diese 
Anschlüsse werden auch bestimmt hochohmiger sein, denn sonst zieht man 
ja unnötig viel Saft aus den Geräten.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren