Hallo ihr alle,
ich bin absoluter Anfänger, habe mir gerade ein StarterKit für den
Arduino gekauft.
Meine Frage ist sehr allgemein.
Wenn ich die Beiträge, die ich bisher gelesen habe, richtig verstanden
habe, dann ist es grundsätzlich ein großes Problem, z.B. einen Arduino
über eine längere Zeit mit Batterien zu betreiben.
Nun habe ich bei mir zu Hause an der Innenseite der Wohnungstür ein
elektronisches Funkschloss von Abus. Das sind vier AA-Batterien drin und
die halten mehrere Monate trotz mehrerer Schließvorgänge pro Tag und
obwohl mit der Batteriekraft nicht nur die Elektronik betrieben wird,
sondern auch noch ein Motor, der den innensteckenden Schlüssel im
Schloss drehen muss.
Wie macht denn Abus das?
Gruß
Ralph
raba schrieb:> Wenn ich die Beiträge, die ich bisher gelesen habe, richtig verstanden> habe, dann ist es grundsätzlich ein großes Problem, z.B. einen Arduino> über eine längere Zeit mit Batterien zu betreiben.
Ja.
Schon der Spannungsregler auf der Platine frisst zu viel Strom, der
ausser zum Programmieren ungenutzte USB Wandler ebenfalls.
raba schrieb:> Wie macht denn Abus das?
Kluges auf Strom sparen ausgelegtes Design.
Der im Arduino verbaute ATmega328 kann das im Prinzip, allerdings kommt
man bei der Programmierungen über die Arduino-Oberfläche nicht an die
"fuses" ran mit denen man den Stromsparbetrieb einrichten könnte. Und
man müsste ein Arduino-Board nehmen, auf denen man den dann
programmierten Chip herunternehmen kann (IC Sockel eines DIL ICs) damit
man ihn ohne des Rest in die Schaltung stecken kann.
Ganz so viel nützt es übriegns nicht. Ein Arduino kann zwar stromsparend
schlafen, auch noch stromsparend die Zeit mitzählen (32768Hz Quartz)
aber nichts mehr stromsparend tun, beispielsweise ein passives LCD
Display bedienen. Daher stecken in echten batteriebetriebenen Geräten
(Uhren, Thermometer, ...) fast ausschliesslich andere Prozessoren, von
Sinowealth oder Holtek oder ähnlichen asiatischen Firmen. Microchip
kommt mit ganz wenigen PIC und AVR erst langsam dahinter, warum die dort
den grössten Marktanteil abbekommen.
Hallo ihr alle,
weil ihr so freundlich und schnell antwortet, bin ich ermutigt, ein
wenig mehr zu meinem Projekt zu schreiben. Das ist für mich ein
absolutes Fernziel, denn zurzeit habe ich noch fast keine Erfahrung.
Das Gartentor konnte vom Haus aus mit einem "Summer" geöffnet werden.
Leider ist die Leitung irgendwo zwischen Haus und Tor unterbrochen. Es
kommt keine Spannung mehr am Summer an. Nun möchte ich am Tor einen
batteriebetriebenen Arduino (oder anderen Typ) einsetzen, der über
Funksteuerung diese Aufgaben übernimmt.
Es hat keine Eile. Das Tor wird nur selten benutzt und dann muss man
eben Hand anlegen, aber irgendwann soll es schon funktionieren.
Ob das wohl klappen wird?
Gruß
Ralph
Die Stromaufnahme des Arduino Boardes ist hier momentan das geringste
Problem.
Dein Problem ist, dass der Funkempfänger an deinem Tor ununterbrochen
empfangsbereit sein muss. Dabei verbraucht er eine Menge Strom.
Für Türschlösser gibt es Empfänger, die annähernd gar keinen Ruhestrom
aufnehmen, die haben aber nicht 50 Meter Reichweite, sondern nur wenige
Zentimeter.
Elektrische Türklingeln kommen mit einer Hand voll AA Batterien
typischerweise 2 Monate aus (wenn niemand klingelt). Auch die Empfänger
der Funkschlüssel im Auto haben eine ähnlich hohe Stromaufnahme.
Ich rate Dir dazu, ein neues Kabel zu verlegen. Alles andere wird
entweder sehr Störanfällig oder macht dich mit hohem Batterieverbrauch
arm.
Manfred schrieb:> Auch auf dem ist ein Spannungsregler mit über 100µA Querstrom drauf,> zusätzlich noch eine LED.
Wenn man auf niedrige Stromaufnahme Wert legt, wird man tunlichst SJ1
öffen und VCC (3.3V) direkt einspeisen, so wie in der Dokumentation
beschrieben.
Dann haben weder Spannungregler noch Power-LED irgendetwas zu melden.
RTFM
Vielen Dank für die vielen Hinweise. Sie sind für mich sehr nützlich.
Nochmal was zu dem Abus-Schloss. Ich habe es eben versucht: bei einem
Abstand von neun Metern in der Wohnung mit geschlossener Zimmertür und
ein wenig um die Ecke herum kann ich die Wohnungstür noch schließen.
So etwas muss man doch nachmachen können. Ich habe ja schon geschrieben,
wie lange die Batterien trotz zusätzlicher Beanspruchung durch einen
Motor halten.
raba schrieb:> Nochmal was zu dem Abus-Schloss. Ich habe es eben versucht: bei einem> Abstand von neun Metern in der Wohnung mit geschlossener Zimmertür und> ein wenig um die Ecke herum kann ich die Wohnungstür noch schließen.
Das ist erstaunlich viel Reichweite. Wie lange hält die Batterie im
Schloss?
Ich habe eben bei Amazon nachgesehen. Das Schloss habe ich am 9. Februar
dieses Jahres gekauft und seitdem genau einmal die Batterien gewechselt.
Im Sender ist noch die Originalbatterie.
Das Schloss wird in der Regel mindestens viermal täglich betätigt:
morgens ohne Sender, aber mit Motor, durch Tastendruck aufschließen.
Nach dem Verlassen der Wohnung mit Sender verschließen und danach noch
einmal umgekehrt. Manchmal auch öfter.
raba schrieb:> Das Schloss habe ich am 9. Februar dieses Jahres gekauft und> seitdem genau einmal die Batterien gewechselt.> Im Sender ist noch die Originalbatterie.
Das klingt wirklich beeindruckend gut. Da würde ich doch glatt
versuchen, die elektrischen Teile aus genau so einem Schloss auszubauen
und zu verwenden.
Na ja, das Schloss kostet über 100 Euro, das leiste ich mir auch als
Technik-Freak nicht alle Tage. Außerdem muss es (wenn man es nicht stark
verändert) auf den Schließzylinder aufgesetzt werden und ist nicht
wetterfest. Es ist auch verhältnismäßig klobig. Insgesamt also für einen
Außeneinsatz völlig ungeeignet.
Ich denke ja eher: wenn es mit der Stromversorgung dort klappt, muss es
doch auch ansonsten hinzubekommen sein.
raba schrieb:> muss es> doch auch ansonsten hinzubekommen sein.
Die Suchbegriffe lauten "low power duty cyle" und "wake on radio".
Kurz gesagt geht es darum, dass sich der Empfänger immer nur ganz kurz
einschaltet. Wenn kein Signal empfangen wird, schlaft der Empfänger
weiter. Trifft ein Signal ein, wird der Controller geweckt und führt den
Befehl aus. Damit das klappt, muss der Sender das Signal mehrmals
schnell hintereinander aussenden. Der RFB12 kann z.B. "duty cycle" und
der CC1000 unterstützt "wake on radio".