Hallo,
als ich gestern mal wieder etwas löten wollte mußte ich feststellen, daß
der alte Prügel nach 20 Jahren seinen Geist aufgegeben hat. Jetzt stehe
ich vor der Aufgabe, einen brauchbaren Ersatz zu finden.
Ich brauche das Teil nur selten, deswegen scheiden die teuren
Lötstationen von der Wirtschaftlichkeit her aus.
Einsatzfeld ist hier und da mal eine paar Bauteile ein/auslöten. Er
sollte aber nicht so schwachbrüstig sein, daß man am Entlöten der
Halterung (zB von RS232 oder USB Sockeln) scheitert; Dachrinnen muß er
aber nicht löten können.
In die engere Wahl kamen bei Reichelt die folgenden:
ERSA-Feinlötkolben Multitip-C25, 25W, 230V:
http://www.reichelt.de/?ARTICLE=70007
ERSA-Feinlötkolben 30S, 40W, 220V:
http://www.reichelt.de/?ARTICLE=7423
Lötkolben mit Temperaturkontrolle ZD-708, 30W:
http://www.reichelt.de/?ARTICLE=90924
Lötset 230V/30W, Kolben, Halter, Pumpe, Zinn:
http://www.reichelt.de/?ARTICLE=89612
Und nun würde ich gerne wissen, welcher davon die beste Wahl ist. Muß
nicht Reichelt sein, aber da wollte ich eh bestellen.
Der erste!
Habe selber lange Jahre damit gelötet, Lochraster mit großen
Stiftleisten, Litze 2,5mm² etc. alles kein Problem!
Nachteil an dem Lötkolben ist die relativ hohe Temperatur, feine
Bauteile können das evtl. übel nehmen.
Für den Modellbau habe ich mit dem Lötkolben und einer feinen Spitze
schon 0805 SMD-LEDs an Litze gelötet, geht also auch.
Schau dir vielleicht auch mal den Ersa Multi-Pro an. Auf den Lötkolben
passen die Lötspitzen aus der Reihe 832 und 842. Diese Spitzen gibt es
in wirklich sehr vielen Formen, auch sehr fein für SMD, Hohlkehle,
Meißel usw.
Die Station RDS 80 und Stationen mit dem "Power Tool" Lötkolben
verwenden auch die Spitzen, du könntest die also weiter benutzen bzw.
vom reichhaltigen Sortiment für diese Stationen profitieren.
Allgemein machst du mit Ersa nichts falsch, das schlägt den
China-Krempel um Längen.
Eine Temperaturregelung kannst du übrigens mit einem 5€
Steckdosen-Dimmer nachrüsten ;)
>Allgemein machst du mit Ersa nichts falsch, das schlägt den
China-Krempel um Längen.
Ich habe bei Mükra für 8 EUR einen 12V-Chinakolben gekauft, weil ich
dachte ihn nur alle Schaltjahr zu benutzen... hab hier in Spanien TQFP64
ersetzt damit. Der Lötkolben ist mir bei der ersten(!) Benutzung während
des Lötens buchstäblich in der Hand zerfallen wie ein Urankern nach
Neutronenbeschuß:
http://img846.imageshack.us/i/img2045b.jpg/
Gibts hier eigentlich eine Ecke namens "des Elektronikers schlimmstes
Werkzeug"?
Trotzdem hat das einlöten des neuen PIC geklappt.
Joachim
Hiho,
da ich den Multitip C-15 und nicht den C-25 habe, kann ich eigentlich
höchstens bezüglich der Qualität etwas sagen: aus der Hinsicht kann ich
den Multitip bedingungslos empfehlen, weil ich das Teil schon seit
vielen Jahren besitze. Liegt gut in der Hand und wird am Griff nicht
heiß (was man ja erwarten sollte aber wohl nicht jeder Hersteller
schafft ;) ).
Die rund 20 Euro mehr gegenüber der anderen Geräte sind eine
lohnenswerte Investition, auch wenn man nicht so oft lötet (denn das
Teil wird man dann sicher lange behalten).
Die Zuleitung ist allerdings etwas kurz, da empfiehlt sich auf dem
Löttisch eine Steckdosenleiste mit Schalter oder Ähnliches.
kann den Multitip C25 auch nur empfehlen, achte aber darauf den mit der
Ersadurspitze zu kaufen. Die werden nämlich auch mit der billigen Spitze
verkauft. Die Temperatur ist zwar etwas hoch aber dafür kann man sehr
schnell mit arbeiten.
Wie soll das mit dem Steckdosendimmer gehen? Eine verringerte Spannung
zaubert noch lange keine Temperaturregelung?
Hier liegen noch nen Ersa 30 und nen Ersa Multitip 230 rum.
der Ersa 30 ist so ein 80er Jahre Universallötkolben und wurde mir beim
Aussortieren von der Techniklehrerin auf der Realschule vermacht. Bis
heute einwandfrei funktionstüchtig. Den modernen Nachfolger hast du als
30S selbst gepostet.
Der Multitip dürfte auf die 90er Jahre datieren. Keine Ahnung mehr wo
der her kommt, aber entspricht dem Vorgänger von deinem 2. Angebot.
So einen Ramschkolben für 5 Öcken hab ich auch mal probiert - nee, das
war nix. Nichtmal für gelegentliche Anwendung.
Der Multitip ist für feine Sachen sicherlich geeigneter. Wenn du aber
eher Lautsprecheranschlussterminals und ab und zu mal Lochraster als
regelmäßig TQFP lötest wäre der 30S die bessere Wahl. Da wird dem
kleinen Multitip schnell die Puste ausgehen. Ne USB-Buchse mit
ordentlich Massefläche drumherum dürfte eng werden.
Leo-andres H. schrieb:> Eine Temperaturregelung kannst du übrigens mit einem 5€> Steckdosen-Dimmer nachrüsten ;)
Ohne Temperaturfühler wird das allenfalls eine Leistungsregelung oder
ein Temperatursteller. ;-)
Spätestens an der ersten kräftigeren Lötstelle bricht die
Spitzentemperatur zusammen.
Ich würde dir dringend zu einer echten Temperaturregelung (mit
Temperaturfühler und Regelkreis) raten, nicht nur ein Drehknopf mit dem
die Heizleistung verändert wird.
Erst mal danke für alle Kommentare.
Ich werde mich wohl für den C25 entscheiden.
Die ELV Station hat mir schon auch gefallen, bis sich rausgestellt hat,
daß der Halter im Produktbild extra gekauft werden muß. Wenn was auf dem
Foto ist, sollte es auch dabei sein.
Die andere Station sieht verlockend aus, vor allem vom Preis her. Mal
sehen, was ich dazu herausfinde, denn billig und Weller-Blau...