Historie - Geschichte der Halbleiter / Mikrocontroller

Gast #2228669
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Hallo!

Ich versuche mir gerade einen Überblick zur geschichtlichen Entwicklung 
von Mikrocontrollern zu verschaffen, kurz und knapp.

Folgende Eckdaten möchte ich erfahren:
- Strom
- Baugröße
- Kosten
- Erste Marktreife (Jahr)
- (evtl. Transistorendichte)

Folgende Bauteile interessieren mich hierzu:
- erster Prozessor
- erster Mikrocontroller
- früher IC vs. heutiger IC gleicher Funktion (z.B. NAND-Gatter)


Kann mir hierzu jemand Quellen oder Bezeichungen verraten??

Vielen Dank, schon einmal!
#2228699
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Hüttenkäse schrieb:

> - erster Prozessor

Wenn du nicht bei Zuse oder gar Babbage landen willst, dann meinst du
vermutlich Mikroprozessor. Wobei es etwas umstritten ist, ob wirklich
Intel mit den 4004 vorne lag - oder nicht vielmehr TI (TMS1000).

> - erster Mikrocontroller

Ebendieser TMS1000.

> - früher IC vs. heutiger IC gleicher Funktion (z.B. NAND-Gatter)

Muss nicht das erste Gatter-IC gewesen sein, aber eines der erstens 
wars, und es gibt auch noch etwas Dokumentation dazu: Der Bordcomputer 
der Apollo-Mission bestand aus taufrischen NOR-Logik ICs. Links dazu 
beispielsweise in einem Thread hier im Forum (=> Apollo).
Gast #2228729
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@ zeborok:

Klasse!
Will nichts versprechen, freue mich, wenn es tatsächlich soweit kommt!
Wäre auch daran interessiert dieses Thema nach meiner Aufgabe weiter 
führen, so daß vielleicht sogar ein Artikel dabei heraus kommt.


@ prx:

Ein Apollo-Bsp. sowas könnte sogar für einen BWLer eindrucksvoll und 
überzeugend sein.  Super Idee!
Moderator Persönliche Seite #2228733
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Harald Wilhelms schrieb:
> Da solltest Du nach RTL und DTL googeln, den Vorgängern der heute
> noch bekannten TTL-Serie.

Da stellt sich dann die Frage, ab wann man von "IC" sprechen will.
Für DTL kenne ich die sogenannten KME3-Schaltkreise aus den
Keramischen Werken Hermsdorf, bei denen auf einem Glassubstrat
in Dünnschichttechnik Leiterbahnen und Widerstände aufgebracht
waren, während die Halbleiter (Mehrfachdioden und Transistoren)
auf das Substrat gelötet wurden.  Das alles war dann mit Silikon-
kautschuk in ein Alu-Gehäuse vergossen und bildete somit ein
Bauelement für sich, das man zu dieser Zeit durchaus bereit war
als "Integrierte Schaltung" anzusehen.

Mit derartigen DTL-Schaltkreisen waren seinerzeit die ferngesprächs-
tauglichen Münzfernsprecher der Deutschen Post ausgestattet.

Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/KME3

weiß zu berichten, dass damit eine Lokomotiv-Baureihe gesteuert
worden ist.  Ich sehe gerade, dass es bei Wikipedia gar keine Fotos
davon gibt, da werde ich mal welche machen.
Gast #2228743
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Hallo Jörg,

in Wikipedia ist folgendes falsch:
> auf welchem Widerstände in Form von Mäanderlinien
> aus Kohlenstoff aufgedruckt wurden

Das war nach meinem Kenntnisstand unter Vakuum aufgedampftes Metall,
kein Kohlenstoff.

Ein mit Silikonlöser behandelter KME3 hat das zu Tage gebracht.

Oder gab es verschiedene Typen?
Moderator Persönliche Seite #2228750
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stiller Beobachter schrieb:

> Das war nach meinem Kenntnisstand unter Vakuum aufgedampftes Metall,
> kein Kohlenstoff.

Ja, das sind Chrom-Nickel-Legierungen, ist ja schließlich Dünnschicht.
"Aufgedruckt" wäre es eine Dickschicht-Schaltung.

> Ein mit Silikonlöser behandelter KME3 hat das zu Tage gebracht.

Ich habe als Kind den Silikonkautschuk abgekratzt.  Hast du das Teil
noch?  Dann kannst du ja auch ein Foto davon ins Wikipedia stellen.
Gast #2241916
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Ingo S. schrieb:

> - Wie groß und wie teuer war der Intel4001/4004 zu Anfang?

Hier mal ein Link, den ich auf die Schnelle fand, und wo auch vereinzelt 
was über damalige Preise steht:

http://www.bernd-leitenberger.de/4004-8085.shtml

> - Wie groß war wohl so ein NOR-Gatter der Apollo und wieviel Strom wird
> es benötigt haben?

Es gab hier vor einiger Zeit einen Thread dazu. Da findest du alles.

Beitrag "Computer des Apollo Programms"
Gast #2242317
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Ingo S. schrieb:

> Doch zum Apollo-IC habe ich keine Antwort zu Größe und Strom gefunden.

Am Anfang des genannten Threads gibt es doch aber die Links zu den 
Stromlaufplänen, wo auch die Digitalschaltungen aus 3-Input-NOR-Gates 
drinne sind!

Ein Apollo-IC in Form eines µP gab es ja noch nicht. Man erinnere sich: 
Die erste Apollo-Mission war 1969.

Die Stromaufnahme wird schon insgesamt reichlich gewesen sein, da fand 
ich aber auch nichts konkretes. Man kann anhand der Schaltungen 
höchstens versuchen, grob eine ungefähre Vorstellung über das 
Schaltungsausmaß zu bekommen, und eine Größenordnung einzuschätzen.

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