Hallo,
ich hänge etwas an den folgenden Eigenschaften eines Transformators:
a) Unbelastete Sekundärseite bedeutet minimaler Stromfluss in primärer
Seite
b) Kurzschluss an Sekundärseite bedeutet sehr hoher Stromfluss in
Primärseite
Ich habe es versucht mir selber zu erklären, aber ich komme nicht
weiter.
- Der Strom durch die Spule auf der Primärseite induziert eine Spannung
in die Spule auf der Sekundärseite
- Belaste ich die Sekundärseite (z.B. mit Widerstand), entsteht durch
die Spule auf der Sekundärseite ein Stromfluss. Je kleiner die Last,
desto größer wird der Strom.
- Dieser Stromfluss induziert wiederum eine Spannung in die Primärseite.
- Gleichzeitig gilt Leistung Primärseite = Leistung Sekundärseite ->
Up*Ip = Us*Is
Wieso bedeutet jetzt ein Kurzschluss auf der Sekundärseite einen hohen
Stromfluss auf Primärseite?
Danke für jede aufhellende Antwort,
miko
miko schrieb:> Wieso bedeutet jetzt ein Kurzschluss auf der Sekundärseite einen hohen> Stromfluss auf Primärseite?
Weil beide Wicklungen induktiv gekoppelt sind. Wenn die Sekundärwicklung
10 Meter weiter weg wäre, würde das kaum noch auffallen.
Lies http://de.wikipedia.org/wiki/Transformator
Die verlinkte Wikipedia-Seite habe ich jetzt schon vor und nach deinem
Beitrag nochmals gelesen, aber dort finde ich keine Antwort auf meine
Frage. (Oder zumindest "sehe" ich sie dort nicht)
Ich versuche meinen Hänger nochmal anders zu umschreiben, vielleicht
wird dann eher klar wo es bei mir hakt:
Leistung primär = Leistung sekundär --> Up*Ip = Us*Is
Up ist fest (Spannungsquelle), Us (Spannung sekundär) ebenfalls durch
das Transformationsverhältnis. Wenn Is steigt, muss also auch Ip
steigen. So weit alles klar.
Aber wie kommt das zustande?
1. Zunächst wird eine Spannung V2 in die sekundäre Seite induziert. V2 =
n * V1
2. Diese Spannung V2 erzeugt einen Stromfluss auf der Sekundärseite
3. Dieser Stromfluss induziert wieder eine Spannung in die primäre
Seite. Diese zurückinduzierte Spannung beträgt (V2 / n) - und ist damit
wieder gleich V1
Wo kommt also der höhere Strom her?
Mit anderen Worten: Wenn der Strom auf der primären Seite höher werden
würde, würde dort ja auch dank U = Z*I die Spannung steigen - das kann
sie aber nicht, weil vorne dran eine Spannungsquelle sitzt???
Zunächstmal sind sind die Formel ala V2 = V1 * n2/n1 nur Faustformeln
und stimmen nur näherungsweise und nicht unbedingt unter allen
Bedingungen.
Und wenn du senkundär einen Kurzschluss hast das ist deine
Sekundärspannung auch nicht mehr die die du dir über das Verhältnis der
Windungen ausgerechnet hast. Deshalb um es auf deine Faustformeln
runterzubrechen ist die in die Primärwindung induzierte Gegenspannung im
Kurzschlussfall auch kleiner. -> Größerer Strom.
> Der Strom durch die Spule auf der Primärseite induziert eine Spannung> in die Spule auf der Sekundärseite
Nö.
Ein Trafo transformiert.
Eine SPANNUNG primär wird auch eine SPANNUNG sekundär.
Ein STROM sekundär wird auch ein STROM primär.
Du bringst Strom und Spannung durcheinander. Wenn überhaupt, musst du
mit der ÄNDERUNG des Magnetfeldes rechnen.
http://www.mikrocontroller.net/articles/Transformatoren_und_Spulen
Dazu kommen Verluste durch Strom im Drahtwiderstand und Ummagnetisierung
des Kernmaterials.
Es kann sein, daß die Ummagnetisierung des Kernmaterials im Leerlauf
mehr Verluste bringt, als wenn man den Trafo belastet und neben dem
gelieferten Strom sekundär auch noch die ohm'schen Verluste im Draht
hinzukommen, weil die Amplitude kleiner wird, es kann also bei ganz
kleinen Trafos das Paradoxon auftrene, daß ein Trafo unter Belastung
kühler wird als im Leerlauf.
Hallo Miko,
die Gleichung für die Stromtransformation läßt sich am elegantesten über
den Durchflutungssatz herleiten. Das Induktionsgesetz wird dazu im
Idealfall nicht benötigt.
(Die häufig auftretenden Erklärungen in Lehrbüchern, die die Formel für
die Stromtransformation mit dem Induktionsgesetz erklären, sind einem
Irrtum unterlegen. Wenn man sich die Herleitungen nämlich genauer
ansieht, so stellt man immer wieder fest, daß das Induktionsgesetz darin
(etwas versteckt) zweimal angewendet wird. Wenn man eine Gleichung in
einer Herleitung jedoch zweimal verwendet, dann hebt sich die Gleichung
mit sich selbst wieder auf. Es kommt dann nämlich 0=0 heraus. Ich weiß
nicht, wie oft ich selbst schon nach längerer Rechnung dieses Ergebnis
bestaunen durfte.)
> - Der Strom durch die Spule auf der Primärseite induziert eine Spannung> in die Spule auf der Sekundärseite
Ich würde sagen: Die eingeprägte Spannung bewirkt dem Induktionsgesetz
entsprechend eine Flußänderung im Kern. Der Kern führt den Fluß auch
durch dei Sekundärspule. Die Flußänderung in der Sekundärseite bewirkt
wiederum eine Klemmenspannung an der Sekundärseite.
> - Belaste ich die Sekundärseite (z.B. mit Widerstand), entsteht durch> die Spule auf der Sekundärseite ein Stromfluss. Je kleiner die Last,> desto größer wird der Strom.
ok.
> - Dieser Stromfluss induziert wiederum eine Spannung in die Primärseite.
Das ist nicht ganz falsch, paßt aber auch nicht so richtig zu dem
gewählten Modell.
Die Argumentation paßt zu dem Modell, das mit Gegeninduktivitäten
arbeitet und Formeln der Form u=L di1/dt + M di2/dt verwendet.
In diesen Formeln sind Induktionsgesetz, Durchflutungssatz und
Materialgleichungen (z. B. B=µH) zusammen verbaut. Dort steht also mehr
drin, als das Induktionsgesetz, daher kann man bei diesen Gleichungen
nur schwer von "induzieren" sprechen.
Ich schlage einen anderen Weg vor:
Wir wenden das Induktionsgesetz auf einen geschlossenen Ringumlauf durch
den Kern an (vgl. dieses Bild
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Trafo_1.png&filetimestamp=20091102210033).
Im Kern gilt aufgrund der hohen magnetischen Leitfähigkeit des Materials
H-->0, denn B ist endlich und B/(µ0 µr) ergibt mit µr --> oo den
Zusammenhang H-->0.
Der Durchflutungssatz lautet bei Vernachlässigung der
Verschiebungsströme:
[math] \oint \vec{H}\cdot\mathrm{d}\vec{s}=\Sum I_i[math],
also hier konkret
[math] 0=N_1 I_1 - N_2 I_2[math],
Das Minuszeichen steht da, weil die Ströme entsprechend den
Bezugsrichtungen die Fläche in entgegengesetzter Richtung durchstoßen.
Mit dieser Gleichung kannst Du nachrechnen, daß bei einem hohen
Sekundärstrom auch ein hoher Primärstrom fließen muß.
Für den belasteten Transformator gilt die Gleichung mit guter Näherung.
Beim leerlaufenden Transformator zeigen sich wegen I1<>0 und I2=0 die
Grenzen der Anwendbarkeit. Die Gleichung gilt nur ungefähr, weil H nur
ungefähr, aber nicht exakt gleich Null ist.
> - Gleichzeitig gilt Leistung Primärseite = Leistung Sekundärseite ->> Up*Ip = Us*Is
Der Energieerhaltungssatz ist hier redundant. Er ergibt sich ohnehin aus
der Anwendungen der Maxwellgleichungen.
Wenn Du verstehen willst, was im Transformator dynamisch passiert (also
die Vorgänge selbst), so mußt Du Dir die Wellenausbreitung entlang der
Leitungen und entlang des Transformatorkerns ansehen. An den
Universitäten wird das in Vorlesungen über "Wellen auf Leitungen" oder
"Theoretische Elektrotechnik" gelehrt.
Gruß,
Michael
>Wo kommt also der höhere Strom her?
Im Kurzschlussfall kann nicht mehr Strom fließen als die Primärwicklung
liefern und über den Eisenkern übertragen kann.
Nach dem Energieerhaltunssatz kann die Energie nicht mehr werden. Nehmen
wir als Beispiel einen 1:1 Trafo: Bei 10V und 1A primär wird im
Normalfall sekundär die gleiche Leistung minus Verluste ankommen.
Je nach Bauform und Wirkungsgrad kommt natürlich sekundär weniger raus.
z.B. Tabelle
http://www.tauscher-transformatoren.de/html/printtrafo1.html
Wenn die Spulen dann weiter voneinander entfernt WÄREN wird die
induktive Kopplung schlechter und somit bei dem größerem Spulenabstand
auch der erzielbare Kurzschlussstrom geringer.
Je dünner der Draht ist, desto mehr ohmsche Verluste sind auch zu
beklagen.
OK, allmählich dämmert es. Ich versuche nochmal meine Gedanken mit
einfachen Worten zu sortieren, vielleicht kann es noch jemand bestätigen
(oder für falsch erklären).
1. Einfachster Fall - Transformator unbelastet
Beim unbelasteten Trafo habe ich effektiv nur eine Reihenschaltung aus
Spannungsquelle und primärer Spule. Der Stromfluss hat ein Magnetfeld
zur Folge, welches wiederum eine Spannung in die primäre Spule
induziert, die der angelegten Spannung entgegenwirkt.
Ideal sind beide Spannungen gleich = kein Stromfluss.
Real ergibt sich der Strom durch I = U / XL (mit XL = Impedanz der
Spule)
Das durch den Stromfluss in der primären Wicklung erzeugte magnetische
Feld induziert auch eine Spannung in der sekundären Wicklung. Da dort
aber kein Stromfluss stattfindet, ist das quasi ohne Bedeutung.
2. Belasteter Transformator
Durch die Belastung findet nun dank der von der Primärseite induzierten
Spannung ein Stromfluss durch die Sekundärwicklung statt. Dieser
Stromfluss lässt ein Magnetfeld ausgehend von der Sekundärwicklung
entstehen. Je kleiner der Lastwiderstand, desto größer ist der Strom und
desto stärker ist dieses Magnetfeld.
Dieses Magnetfeld ausgehend von der Sekundärseite schwächt das von der
Primärseite erzeugte Magnetfeld (da entgegengesetzte Richtung) - ergo
kann das resultierende gesamte Magnetfeld der angelegten Spannung nicht
mehr in dem Maße entgegenwirken wie beim unbelasteten Trafo. Folge: Der
Strom steigt!
Im Extremfall "Kurzschluss auf Sekundärseite" bricht nun nach dem Motto
"der Schwächste fliegt" entweder die Versorgungsspannung zusammen, da
sie den Strom nicht mehr liefern kann, oder irgendetwas (z.B.
Primärwicklung) brennt durch.
Viel zu viel Text, aber es wäre nett wenn noch jemand sagen könnte ob
ich soweit richtig liege!
Mein Text von gerade eben ist nach dem Posting von backemf von 14:37
entstanden, die neueren Beiträge sind beim Schreiben dazugekommen und
habe ich gerade erst gesehen - die lese ich jetzt noch!
Hallo Miko,
> 1. Einfachster Fall - Transformator unbelastet> Beim unbelasteten Trafo habe ich effektiv nur eine Reihenschaltung aus> Spannungsquelle und primärer Spule. Der Stromfluss hat ein Magnetfeld> zur Folge, welches wiederum eine Spannung in die primäre Spule> induziert, die der angelegten Spannung entgegenwirkt.
Nein. Außerhalb der Spule ist eine Spannung, im Wickeldraht nicht.
Die Kirchhoffsche Maschengleichung geht nicht auf.
Die Grundaussage des Induktionsgesetzes ist: Wenn die Kirchhoffsche
Maschengleichung nicht aufgeht, verändert sich die magnetische
Flußdichte.
> Das durch den Stromfluss in der primären Wicklung erzeugte magnetische> Feld induziert auch eine Spannung in der sekundären Wicklung. Da dort> aber kein Stromfluss stattfindet, ist das quasi ohne Bedeutung.
Ok.
> 2. Belasteter Transformator> Durch die Belastung findet nun dank der von der Primärseite induzierten> Spannung ein Stromfluss durch die Sekundärwicklung statt.
Ok.
> Dieser> Stromfluss lässt ein Magnetfeld ausgehend von der Sekundärwicklung> entstehen.> Je kleiner der Lastwiderstand, desto größer ist der Strom und> desto stärker ist dieses Magnetfeld.
Ja, das kannst Du so sehen.
> Dieses Magnetfeld ausgehend von der Sekundärseite schwächt das von der> Primärseite erzeugte Magnetfeld (da entgegengesetzte Richtung) - ergo> kann das resultierende gesamte Magnetfeld der angelegten Spannung nicht> mehr in dem Maße entgegenwirken wie beim unbelasteten Trafo. Folge: Der> Strom steigt!
Dem würde ich fast zustimmen. Der Grund für den Primärstrom ist
allerdings der Durchflutungssatz.
>> Im Extremfall "Kurzschluss auf Sekundärseite" bricht nun nach dem Motto> "der Schwächste fliegt" entweder die Versorgungsspannung zusammen, da> sie den Strom nicht mehr liefern kann, oder irgendetwas (z.B.> Primärwicklung) brennt durch.
Bei idealen Quellen und Widerständen ja. In Wirklichkeit muß aber nicht
unbedingt etwas kaputtgehen.
Gruß,
Michael
> Die Grundaussage des Induktionsgesetzes ist: Wenn die Kirchhoffsche> Maschengleichung nicht aufgeht, verändert sich die magnetische> Flußdichte.
... der magnetische Fluß ist gemeint, nicht die Flußdichte
Danke für alle Antworten, vor allem für die ausführlichen Antworten @
Michael!!
MaWin schrieb:>> Der Strom durch die Spule auf der Primärseite induziert eine Spannung>> in die Spule auf der Sekundärseite>> Nö.>> Ein Trafo transformiert.>> Eine SPANNUNG primär wird auch eine SPANNUNG sekundär.>> Ein STROM sekundär wird auch ein STROM primär.
Da habe ich eine unvollständige Formulierung gewählt - der vollständige
Gedanke dazu war folgender:
"Eine Spannungsquelle ist an einen Trafo angeschlossen. Der Stromfluss
durch die Spule auf der Primärseite lässt ein Magnetfeld entstehen,
welches eine Spannung in die Spule auf der Sekundärseite induziert."
MaWin schrieb:> Es kann sein, daß die Ummagnetisierung des Kernmaterials im Leerlauf> mehr Verluste bringt, als wenn man den Trafo belastet und neben dem> gelieferten Strom sekundär auch noch die ohm'schen Verluste im Draht> hinzukommen, weil die Amplitude kleiner wird, es kann also bei ganz> kleinen Trafos das Paradoxon auftrene, daß ein Trafo unter Belastung> kühler wird als im Leerlauf.
Das wäre meiner Logik zufolge, soweit ich das verstehe, auch mit meinem
Posting von 15:37 in Einklang zu bringen. Unbelastet = stärkeres Feld /
höhere Flussdichte = anspruchsvollere Ummagnetisierung. Belastet =
schwächeres Feld (sekundäres Feld schwächt primäres Feld).
Michael Lenz schrieb:>> Beim unbelasteten Trafo habe ich effektiv nur eine Reihenschaltung aus>> Spannungsquelle und primärer Spule. Der Stromfluss hat ein Magnetfeld>> zur Folge, welches wiederum eine Spannung in die primäre Spule>> induziert, die der angelegten Spannung entgegenwirkt.> Nein. Außerhalb der Spule ist eine Spannung, im Wickeldraht nicht.> Die Kirchhoffsche Maschengleichung geht nicht auf.
Hier bin ich mir jetzt wieder nicht sicher, ob mein Satz vielleicht
nicht so rübergekommen ist wie ich ihn gemeint hatte oder ob ich
schlicht deine Antwort nicht verstehe. Gemeint war eine induzierte
Spannung zwischen den beiden Klemmen der primären Spule!
Michael Lenz schrieb:>> Dieses Magnetfeld ausgehend von der Sekundärseite schwächt das von der>> Primärseite erzeugte Magnetfeld (da entgegengesetzte Richtung) - ergo>> kann das resultierende gesamte Magnetfeld der angelegten Spannung nicht>> mehr in dem Maße entgegenwirken wie beim unbelasteten Trafo. Folge: Der>> Strom steigt!> Dem würde ich fast zustimmen. Der Grund für den Primärstrom ist> allerdings der Durchflutungssatz.
Hier fehlt mir leider noch zu viel an Handling mit den Begriffen und
deren exakter Bedeutungen. Wäre es richtig, wenn ich anstelle von
"Magnetfeld" hier "elektrische Durchflutung" sagen würde?
(Da ich dafür verschiedene Begriffe gelesen habe - mit elektrische
Durchflutung meine ich N * I)
Bei der Diskussion hier merke ich leider immer mehr, dass es mit den
Grundlagen doch noch mehr hakt als gehofft. Das Thema lasse ich glaube
ich für heute erstmal sacken und beschäftige mich erst am Wochenende
weiter damit.
Jetzt habe ich doch noch mal reingeschaut ;)
Ich bin der Meinung, das hier im Artikel ein Fehler drinsteckt:
http://www.mikrocontroller.net/articles/Transformatoren_und_Spulen
Im Abschnitt "die Einheiten" heißt es...
---Zitat Anfang ---
Gleichung 1:
magn. Fluss = ( U * t ) / N
Gleichung 3:
L = (magn. Fluss) / I
"Wir können Gleichung (1) und (3) verbinden und erhalten das Folgende"
L = (N * magn. Fluss) / I
--- Zitat Ende ---
Da erscheint durch das "Verbinden" von Gleichung 1 und 3 spontan ein "N"
in der Formel. Wenn man die entstandene Gleichung mit Gleichung 3
vergleicht sieht man, dass da irgendwas nicht stimmen kann.
Ich glaube da hat sich jemand mit zwei unterschiedlichen Definitionen
für den magnetischen Fluss verhaspelt (auch schon im englischen
Originaltext, oben im deutschen Artikel verlinkt)
Einmal heißt es da:
magn. Fluss = ( U * t )
Und dann:
magn. Fluss = ( U * t ) / N
@ miko (Gast)
>Einmal heißt es da:>magn. Fluss = ( U * t )>Und dann:>magn. Fluss = ( U * t ) / N
Stimmt beides, die zweite Gleichtung gilt für Spulen mit N Windungen.
Bei der ersten Gleichung hat die "Spule" implizit nur eine Windung, aka
allgemeine Leiterschleife. Wenn die zweite Gleichung falsch wäre, würden
sämtliche Berechnungsverfahren für Trafos nicht funktionieren.
MFG
Falk
> "Eine Spannungsquelle ist an einen Trafo angeschlossen. Der Stromfluss> durch die Spule auf der Primärseite lässt ein Magnetfeld entstehen,> welches eine Spannung in die Spule auf der Sekundärseite induziert."
Nope.
Du hast die angebotenen Links nicht verfolgt und Michaels Antwort nicht
gelsen.
Es muß primär noch gar kein Strom entstanden sein (als Folge eine länger
anliegenden Spannung an einer Induktivität), die Spannung auf
Sekundärseite ist sofort da.
Und wenn du sekundär abwechselnd Strom fliessen lässt, z.B. durch
gepulste Belastung, fliesst auch primär gepulster Strom, du kannst einen
50Hz Trafo also auch z.B. mit 400Hz Pulsen überlagern und der überträgt
sie.
Der Effelt "Strom steigt nach dem eine Zeit Spannung anliegt" hat
zunächstmal nur was mit Induktivitäten zu tun. Ein Trafo hat zwar eine
Induktivität, hat aber auch was zusätzliches. Und den Zugang dazu
verbaust du dir durch deine Induktivitätsbetrachung.
Falk Brunner schrieb:> Stimmt beides, die zweite Gleichtung gilt für Spulen mit N Windungen.> Bei der ersten Gleichung hat die "Spule" implizit nur eine Windung, aka> allgemeine Leiterschleife. Wenn die zweite Gleichung falsch wäre, würden> sämtliche Berechnungsverfahren für Trafos nicht funktionieren.
Danke für die Aufklärung - das ist im Artikel etwas unklar beschrieben.
MaWin schrieb:> Du hast die angebotenen Links nicht verfolgt und Michaels Antwort nicht> gelsen.
Gelesen habe ich alles, nur am Verstehen hapert es an einigen Stellen
noch etwas :/
MaWin schrieb:> Es muß primär noch gar kein Strom entstanden sein (als Folge eine länger> anliegenden Spannung an einer Induktivität), die Spannung auf> Sekundärseite ist sofort da.
Das habe ich eigentlich schon gewusst, aber irgendwie trotzdem falsch
wiedergegeben. Danke für die Korrektur!
In dem Moment, wo die Spannung angelegt wird, entsteht ja bereits der
magn. Fluss, welcher den Stromfluss auf Primärseite zunächst unterbindet
- indem er dort eine Spannung induziert, die der anliegenden Spannung
entgegengerichtet ist.
MaWin schrieb:> Der Effelt "Strom steigt nach dem eine Zeit Spannung anliegt" hat> zunächstmal nur was mit Induktivitäten zu tun. Ein Trafo hat zwar eine> Induktivität, hat aber auch was zusätzliches. Und den Zugang dazu> verbaust du dir durch deine Induktivitätsbetrachung.
Ich habe ein Talent dafür, umständlich zu denken :/
Die Antworten hier haben mir aber schonmal geholfen, die Dinge etwas
klarer zu sehen.
Hallo,
da es hier gut reinpasst, stelle ich hier mal eine Ergänzungsfrage und
mache keinen neuen Thread auf, gleichwenn der Thread hier schon ziemlich
alt ist.
Meine Frage ist: Unser Prof. hat erklärt, dass beim Einschalten des
Trafos und Kurzschluss im Sekündärkreis, kein Strom im Trafo fließt und
zwar genau dann, wenn die Wechselspannung ihr Maximum erreicht. Warum
ist das so?
Gruß
Bernd
Bernd schrieb:> Unser Prof. hat erklärt, dass beim Einschalten des> Trafos und Kurzschluss im Sekündärkreis, kein Strom im Trafo fließt und> zwar genau dann, wenn die Wechselspannung ihr Maximum erreicht.
Bist du sicher, dass du das richtig verstanden hast?
Im vereinfachten Ersatzschaltbild (nur Streu- und Hauptimpedanzen) sieht
man, dass im Kurzschlußfall die Hauptinduktivität praktisch keinen
Einfluß hat. Die Streureaktanz sorgt dafür, dass der Strom langsamer
steigt, aber vor allem vom ohmschen Widerstand der Wicklung begrenzt
wird. Er beginnt, unabhängig vom Schaltzeitpunkt, immer mit Null
(trafo_ein_sw.png).
Im Leerlauf bzw. Teillastbetrieb kann es den Einschaltstromstoß
reduzieren, wenn man im Spannungsmaximum schaltet. Hier spielen aber
Effekte des Kernmaterials (Sättigung, Remanenz) wegen ihres Einflusses
auf die Hauptinduktivität eine wesentliche Rolle (trafo_1kVA_test.png).
Und man kann - zumindest in einer Simulation - auch Einschaltvorgänge
mit mit langen Zeitkonstanten und initialen Strömen in der
Haupinduktivität produzieren (trafo_ein.png). Mit den künstlichen
Anfangsbdingungen (U<>0, I=0 ohne Vorgeschichte) bleibt dem Rechenknecht
nichts anderes übrig, damit u(t)=L*d(i)/d(t) irgendwie angenähert wird.
Guten Abend,
du hast vollkommen recht. Laut deiner Simulation (herzlichen Dank
dafür!!!) ist der Schaltzeitpunkt völlig egal.
Ich bin mir aber sicher, dass ich die Aussage richtig verstanden habe.
Ich versuche ihn nach der nächsten Vorlesung mal abzufangen und nochmal
nachzuhaken. Im Umfeld hat das nämlich keiner kapiert, warum das so sein
soll.
Ich melde mich, sobald ich Antwort habe :-)