Alle ferroelektrischen Materialien weisen eine Piezoelektrizität, einen
Piezo-Effekt auf. Er basiert auf dem Phänomen, dass bei der mechanischen
Verformung bestimmter Materialien auf der Oberfläche elektrische
Ladungen auftreten, die allerdings auch schon bei besonders gut
geeigneten Materialien sehr klein sind.
Da die Klasse-2-Keramikkondensatoren aus ferroelektrischen Grundstoffen
bestehen, kann unter Umständen bei mechanischem Druck auf den
Kondensator oder bei Stoß- oder Vibrationsbelastungen eine unerwünschte
Spannung an den Elektroden entstehen, die zwar sehr gering ist, aber bei
empfindlichen Elektronikschaltungen, beispielsweise in Messgeräten, zu
falschen Messergebnissen führen könnte. Auch in hochwertigen
Audioverstärkern verwendet man aus diesem Grund stattdessen entweder
Klasse 1-Keramikkondensatoren, die aus paraelektrischen Grundstoffen
bestehen und keinen Piezo-Effekt aufweisen oder Folienkondensatoren.
Siehe auch Mikrofonie.