Der Thread bezieht sich auf eine Steuerung aus diesem Thread:
Beitrag "Drehzahlsteller für DC-Motor"
Dabei geht es um einen Drehzahlsteller für einen DC-Motor (24V,160A).
Nachdem die erste Steuerung noch ein wenig umgebaut habe war sie so weit
brauchbar, dass man den Motor damit betreiben konnte. Allerdings nur bei
relativ geringer Belastung, sonst ging wieder einiges kaputt. Deshalb
habe ich eine neue Steuerung gebaut. Schaltung und Bilder sind im
Anhang.
Das ganze wurde so "eng" wie möglich gebaut um die Leitungsiduktivitäten
gering zu halten. Die Bauteile wurden alle auf Kupferblech gelötet und
mit Kupferschienen verschraubt. Von oben sieht man 8 IRF1404 im TO-220
Gehäuse. Auf dem unteren Aluprofil befinden sich 4 parallelgeschaltete
Doppeldioden (MBR3045) im TO247-Gehäuse. Das man Dioden eigentlich nicht
parallelschalten sollte weiß ich, allerdings wurde mir gesagt, dass es
bei guter thermischer Kopplung funkioniert, zudem sind sie für 160A
reichlich überdimensioniert.
Die PWM wird von einem NE555 erzeugt, als Treiber kommt ein TC4422 zum
einsatz. Bei 8 Fets und maximal 9A Treiberstrom komme ich auf eine
Schaltzeit von 174ns. Die PWM-Frequenz liegt bei ca. 1.2KHz.
Diese Steuerung funktioniert bis jetzt eigentlich ganz gut. Der Motor
wird momentan über eine Kette mit einem Generator (Nennleistung 2kW)
belastet, die Wärme wird an einer Heizspirale in unserem Boiler
verheizt. Das einzige was mich stört ist, dass die Bauteile recht warm
werden. Leider habe ich kein Thermometer um die Temperatur zu messen.
Den Kühlkörper anfassen kann man nach einer viertel Stunde bei 125A
Motorstrom allerdings nicht mehr. Auch die Elkos werden so heiß, dass
man sie nicht mehr anfassen möchte.
Zudem habe ich mit dem Oszilloskop die Spannung an den MOSFETs
angeschaut. Die Spannung schwingt für ca. 2µs bis sie sich auf die
Nennspannung einpendelt, der einschaltvorgang dauert deutlich länger als
200ns. Zudem schwankt auch die Batteriespannung (siehe Biler).
Hat die Steuerung grundsätzliche Fehler die ich ändern sollte oder ist
es normal, dass die Bauteile so warm werden? Wie könnte ich das ändern?
ich schrieb:> Die Spannung schwingt für ca. 2µs bis sie sich auf die> Nennspannung einpendelt, der einschaltvorgang dauert deutlich länger als> 200ns.
Ist das die Spannung über den FET?
>Zudem schwankt auch die Batteriespannung (siehe Biler)
Das ist OK bei 160A
Mach mal ein Bild der Gatespannung
Welche Kondensatoren werden warm? Mach mal Bezeichnungen in den
Schaltplan z.B. C1, C2................
Was ist IC3 und warum wird an den OUT 24V angelegt?
Sortiere den ganzen Schaltplan mal so, dass man ihn von links nach
rechts lesen kann und die Ansteuerung sich unter dem Leistungsteil
befindet.
Ok ich werde morgen einen neuen Plan machen, mit Eagle komme ich noch
nicht wirklich klar...
Die Spannung ist die Spannung über die FETs. IC3 ist ein 7815 Regler und
IN und OUT sind leider vertauscht. Außerdem zeigt eagle einige Werte
nicht an: die Widerstände in den Gates haben 10 Ohm. Die 4 Elkos
parallel zur Batterie haben zusammen 6400µF, die Keramik-Cs haben 100nF.
Der Motor wird durch L2 dargestellt.
Niederinduktiv ist etwas anderes. Zeichne in den Bildern die Strompfade
ein. Mit den Axialen Kondensatoren spannst du eine riesengroße Fläche
auf. Nur weil es Schienen sind ist das ganze auch nicht induktiver.
Jeder Fet ist mit einer anderen Induktivität mit den Kondensatoren
verbunden.
Üblicherweise verwendet man Kupferbleche welche übereinander wie bei
einem Zweilagigen PCB plaziert sind. Durch diese Bleche stoßen die
Anschlussbeide der Mosfets und der Dioden. Rundherum die Kondensatoren
zum Abfangen des Stromrippels. Die Elkos eignen sich dafür überhaupt
nicht. Einer kann vl 2A-4A Stromrippel. Nimm Folienkondensatoren, ab
besten welche für hohe Pulsströme.
Gatesignal auch beachten, bzw wie lange der Fet im Miller Plateu hängt.
Gefährlich kann eine zu große induktivität am Source werden. Denn diese
verlangsamt die Schaltflanke am Gate, auch wenn der Treiber ein scheibar
schönes Signal ausgibt.
MFG Fralla
Die Elkos sind nicht geeignet, hol die 105 GradC low esr Elkos und schau
in deren Datenblatt nach der Strombelastung.
Die notwendige Strombelastung ist zwar nicht bestimmbar, denn bei einem
idealen Akku hätten die Elkos nichts zu tun, aber je nach
Zuleitungslänge kann schon einiges an Ripple zusammenkommen.
Letztlich kannst du die Elkos (bis auf die am 7812/TC4422) aber auch
weglassen, sie erfüllen keine Funktion, es ist egal ob die Spannung an
der Zuleitung im Takt der PWM mitwackelt, und bei 1.2kHz ist EMV nicht
dein primäres Problem.
Niederinduktiv ist dein Aufbau übrigens überhaupt nicht, es geht um die
Signal und Masseleitung vom TC4422 zu den MOSFETs, die ist verdammt lang
so wie ich das sehe.
Daß in der Summe 120A Dioden bei 160A durch den Motor warm werden, vor
allem wenn sie nur auf ein Kühlblech statt einen Kühlkörper geschraubt
wurden, verwundert nicht wirklich, sie verheizen anteilig 128 Watt, vor
allem bei Pulsverhältnissen unter 50%.
Dagegen sind die 8 4mOhm MOSFETs mit zusammen 12 Watt Kleinkram.
Ich persönlich würde die Gate-Widerstände weglassen (mach ich ja immer,
so lange keine EMV schreit), den TC4422 näher an die MOSFETs bauen (bei
1.2kHz ist er eigentlich überflüssig, aber falls man mal höher takten
will), die Freilaufdiode direkt an jedem MOSFET löten, dafür in die
Zuleitung zu jedem MOSFET/Diodenpaar eine kleine Induktivität bauen die
sich manchmal schon durch die Kabellänge ergibt, also pro MOSFET eine
Leitung zum Motor, damit bei nicht ganz gleichzeitigem Einschalten der
Strom so langsam ansteigt, daß nicht ein MOSFET den ungleichmässig viel
höher verteilten Strom übernehmen muss, und der sowieso vorhandene
Zuleitungswiderstand zum Motor als Stromverteilungswiderstand dient, und
direkt am Motor noch einen Satz Freilaufdioden spendieren, vor allem um
EMV bei längeren Zuleitungen zu begrenzen.
Die (prozentual) 128 Watt an den Dioden sind dein Problem, das könnte
man durch aktive Gleichrichtung verringern, 4 MOSFETs für PWM, 4 MOSFETs
als gesteuerter Gleichrichter.
Hmm irgendwie widerspricht sich das alles mit dem was mir andere Leute
geraten haben. Den TC4422 habe ich eingesetzt weil man mir geraten hat
einen Treiber zu verwenden. Auch die Elkos wurden mir angeraten, da ich
vorher sehr hohe Spannungspitzen auf der Versorgung hatte (>40V also zu
viel für den IRF1404). Zudem habe ich die hohen Querschnitte darum
verbaut weil man die Zuleitungsinduktitivät mit zunemdem Querschnitt ja
abnimmt. Auch die Gate-Widerstände seien wichtig, da sonst ein FET
schneller durchsteuert und kurzzeitig den ganzen Strom trage müsse.
Bei den Dioden handelt es sich jedoch um MBR6045. bei 20A pro
Diodenstrecke komme ich auf eine Verlustleistung von gesamt ca. 64W.
Werde auf jeden Fall morgen einen brauchbaren Schaltplan posten und
Bilde vom Spannungsverlauf an den Gates und Source-Pins der FETs.
> Auch die Elkos wurden mir angeraten, da ich> vorher sehr hohe Spannungspitzen auf der Versorgung hatte (>40V also zu> viel für den IRF1404).
Elkos sollte man auch nehmen !
> Zudem habe ich die hohen Querschnitte darum> verbaut weil man die Zuleitungsinduktitivät mit zunemdem Querschnitt ja> abnimmt.
Günstig sind flache Bänder.
Entscheidend ist, dass beim Umschalten/Umkommutieren des Stroms
möglichst wenig Flussänderung erzwungen wird,
das bedeutet möglichst immer noch kleinere Flächen !
Leistungselektronik ist nun mal 90% Konstruktion und 10% Silizium ...
> Hmm irgendwie widerspricht sich das alles mit dem was mir andere Leute> geraten haben.
Nicht wirklich.
Ein NE555 liefert 250mA.
Dir IRF1404 mit ungefähr 50nF gesamt werden daher in ungefähr 2.4us
umgeladen, also 0.4% der PWM Zeit. Das ist akzeptabel.
> Den TC4422 habe ich eingesetzt weil man mir geraten hat> einen Treiber zu verwenden.
Rechnet man aber mit höherer PWM Frequenz, sollte man schneller umladen,
dann ist der Treiber sinnvoll, über 20kHz notwendig.
Falsch war der Tip zum Treiber also nicht (vielleicht wussten die noch
nichts von deiner Frequenz) aber er muß dichter an die MOSFETs (dafür
darf er weiter vom NE555 weg sein).
> Auch die Elkos wurden mir angeraten, da ich vorher sehr hohe> Spannungspitzen auf der Versorgung hatte (>40V also zu viel> für den IRF1404).
Passiert wie gesagt nur bei schlechten Akkus/Verbindung zum Akku. Im
Prinzip ist ein Akku sehr niederohmig und hat eine harte Spannung, es
kann also kaum zu Spannungsspitzen an seinen Anschlüssen kommen, wenn
jedoch die Leitung so lang ist, daß ihre Induktivität wesentlich wird...
> Auch die Gate-Widerstände seien wichtig, da sonst ein FET> schneller durchsteuert und kurzzeitig den ganzen Strom trage müsse.
Daher habe ich beschrieben, wie man auf andere Art dafür sorgt, daß die
MOSFETs gleich belastet werden.
> Bei den Dioden handelt es sich jedoch um MBR6045. bei 20A pro> Diodenstrecke komme ich auf eine Verlustleistung von gesamt ca. 64W.
Deutlich besser, aber immer noch erheblich mehr als die MOSFETs
beitragen.
> Werde auf jeden Fall morgen einen brauchbaren Schaltplan posten
Der ist bei solchen Schaltungen dann sinnvoll, wenn man auch
Leitungslängen sieht und die Zusammenführung.
> und Bilde vom Spannungsverlauf an den Gates und Source-Pins der FETs.
Die meisten Probleme sind glaube ich schon bekannt.
Die Verlustleistung von 80 Watt führt nun mal zu heissen Blechen.
Ansonsten funktioniert deine Schaltung ja.
Ist der TC4422 näher an den MOSFETs, vor allem GND direkt am gemeinsamen
Source der MOSFETs und möglichst kurze Leitungen zu den Gates, und die
Freilaufdioden je an einem MOSFET (bzw. die Doppeldiode gegenüber 2
MOSFETs und je ein Anschluss zu einem MOSFET) und noch ein Satz
Freilaufdioden direkt am Motor und pro MOSFET ein Kabel zum Motor und
erst dort alle zusammengeführt, dann wäre man näher am idealen Zustand,
aber sie funktioniert ja auch so.
Die Batterie steht vermutlich am Boden, also sicher 1m Leistungslänge,
da kommen paar wenige µH zusammen. Und diese schieben nach beim
Aussschalten. Die alles andere als niederimpedante (nicht niederohmig)
Verbindung zum Akku sorgt dafür das die Kondensatoren ordenlichen
Rippelstrom sehen (ist so den sonst würden sie nicht so heiß). Daher
Folienkondensatoren/Keramik niederohmig zwischen Source und Kathode.
Müssen ja nicht tausende µF sein. wenige 100µF... Etwas mehr kHz helfen
da auch.
Nur weil Blech oder Folie verwendet wird muss das ganze nicht
niederinduktiv sein. Erst wenn die Bleche immer möglichst parallel
geführt werden und niemals (möglichst kleine) eine Schleife aufmachen
ist es niederinduktiv.
Die integrierten Powermodule für Gabelstabler haben so einen Aufbau mit
viellen übereinanderliegenden parallel Blechen (Wovon eines gleich die
Base zum kühlen ist).
Und zu beachten, dies Module haben Folienkondensatoren, sind aber mit im
Kunststoff verschweißt, also sieht man nicht.
MFG
So hier ist der neue Schaltplan.
>Niederinduktiv ist etwas anderes. Zeichne in den Bildern die Strompfade>ein. Mit den Axialen Kondensatoren spannst du eine riesengroße Fläche>auf. Nur weil es Schienen sind ist das ganze auch nicht induktiver.>Jeder Fet ist mit einer anderen Induktivität mit den Kondensatoren>verbunden.
Du meinst also die Induktivität zwischen der untersten (+) und der
obersten (-) Schiene? Die könnte ich wohl nur verringern, wenn ich mit
den beiden Schienen näher zusammen rücke, also die Fläche kleiner mache
und die Kondensatoren in der Mitte plaziere?
Den Abstand zwischen Drain der FETs und der Anode der Dioden kann ich
wohl kaum noch kürzer machen, die sitzen ja schon auf der selben
Kupferschiene.
>Daher Folienkondensatoren/Keramik niederohmig zwischen Source und Kathode.
Das Folienkondensatoren besser geeignet sind wusste ich nicht das werde
ich in dem Fall ändern. Die Elkos hängen eigentlich direkt an den
Anschlüssen von Source und Kathode das müsste doch niederohmig genug
sein?
Was für Schaltzeiten lassen sich mit einem solchen Aufbau eigentlich
erreichen? Mir gefällt diese Schwingung auf der Drain-Spannung (Bild
"Einschaltvorgang" obwohl das eigentlich ein Ausschaltvorgang ist, da
das Bild die Uds-Spannung zeigt) nicht oder ist das normal?
> So hier ist der neue Schaltplan.
Der - wie gesagt - wenig nützt, es sei denn, er zeigt auch die
Anordnung der Bauteile.
Und da sieht's nicht gut aus.
Jeder MOSFET sollte "seine" Freilaufiode haben, die snubbert die
Induktivität seiner Zueleitung weg.
Dioden direkt am Motor (wie von dir gezeichnet) snubbern die Induktivitä
vom Motor, damit der Strom nicht erst die Zuleitung lang laufen muss.
Die Masserückführung des TC422 muß direkt zwischen alle MOSFET-Sources,
weil die ja den Strom entladen der aus den Gates kommt, und die
VCC-Zuführung muß direkt aus einem Kondensator kommen, der sich eben
gegen den Massenaschluss abstützt.
Wenn dein Schaltplna nur ein Prinzipdiagramm ist ohne räumliche
Anordnung, ok, da ist er aber nicht anders als der zuvor.
@Fralla:
> Und zu beachten, dies Module haben Folienkondensatoren, sind aber mit im> Kunststoff verschweißt, also sieht man nicht.
Manche Module kommen mit Elkos aus.
>Manche Module kommen mit Elkos aus.
Auskommen? Je nach Quellimpedanz und Laststrom haben die Kondensatoren
einen bestimmten Rippel und damit RMS Belastung auszuhalten. Ob man dann
Elkos oder andere Type einsetzt ist eine Auslegungssache. Entsprechend
kleine Elkos (um sie niederimpedant am Fet/Diode zu plazieren) können
nur paar A, vl 4A)
Ob man in einem verschweisten Modul (welche auch 15J und mehr halten)
dann Elkos mit entsprechendem Temperatur derating einsetzt hängt auch
davon ab was man wie lange erreichen will.
Ich kenn es nur so, aber ja, vl gibts integrierte Module mit
integrierten Elkos.
>Die Elkos hängen eigentlich direkt an den>Anschlüssen von Source und Kathode das müsste doch niederohmig genug>sein?
Trotzdem wird eine große Schleife aufgespannt.
>Den Abstand zwischen Drain der FETs und der Anode der Dioden kann ich>wohl kaum noch kürzer machen, die sitzen ja schon auf der selben>Kupferschiene.
Es müssen genau drei Verbindungen so niederiduktiv wie möglich sein:
Drain-Anode, Kathode-Kondensator und Kondensator-Source.( wie bei jedem
Buck, die Verbindungen des "Wechselschalters")
Die Zuleitungen zum Motor sind nur ein wenig mehr Gesammtinduktivität,
also völlig egal. Soll heisen, man baucht keine Dioden am Motor. Die
vergleichbaren Staplermodule fahren auch rückwärts ;)
MFG Fralla