Hallo Forum,
ich steuere über einen Atmega32 einen L6203 um einen Gleichstrommotor
mit 1A/24V zu betrieben.
Die Motorwicklung hat 8Ohm und die Induktivität beträgt 7,6mH.
Beschaltung der H-Brücke siehe Anhang.
Jetzt habe ich das Problem, dass mir die Motorwicklung eine starke
Gegeninduktion erzeugt, wenn das PWM-Signal auf LOW zurück geht (Siehe
Bild Anhang).
Der L6203 sollte, wenn ich das richtig verstanden habe, dies jedoch über
seine Freilaufdioden verhindern?
Klemme ich anstatt des Motors einen Widerstand an das Signal, habe ich
einen perfekten Signalverlauf.
Jetzt habe ich das Forum durchstöbert und habe diesen Beitrag
(Beitrag "DC-Motor an L6203") gefunden, wo die Rede
davon ist, dass PWM Signal auf die IN1/IN2 Eingänge zu legen.
Ist da was dran?
Hat jemand Vorschläge, wie ich das Problem lösen kann?
Danke schon mal im Voraus.
@ Felix (Gast)
>Jetzt habe ich das Problem, dass mir die Motorwicklung eine starke>Gegeninduktion erzeugt, wenn das PWM-Signal auf LOW zurück geht (Siehe>Bild Anhang).
Logisch.
>Der L6203 sollte, wenn ich das richtig verstanden habe, dies jedoch über>seine Freilaufdioden verhindern?
Nö, er verhindert nur, dass die Induktionspannung ins Unendlich
marschiert und den IC killt.
>Klemme ich anstatt des Motors einen Widerstand an das Signal, habe ich>einen perfekten Signalverlauf.>davon ist, dass PWM Signal auf die IN1/IN2 Eingänge zu legen.
Kann man machen, ändert aber wenig.
>Hat jemand Vorschläge, wie ich das Problem lösen kann?
Welches Problem? Läuft deine Schaltung nicht wie gewünscht? Die Signale
sind schon OK, nur dein Verständnis nicht.
MFG
Falk
P S C3 scheint ir zu klein, da würde ich mal eher 1000uF++ hinmachen.
Und wenn alle Stricke reißen eine kräftige 27V Z-Diode parallel.
Falk Brunner schrieb:> Welches Problem? Läuft deine Schaltung nicht wie gewünscht? Die Signale> sind schon OK, nur dein Verständnis nicht.
Ok lieber das Verständnis als die Schaltung.
Die Schaltung läuft. Jedoch habe ich somit keine Linearität mehr
zwischen PWM und Drehzahl des Motors. Das wiederum erschwert die
Regelung der Strecke.
Ich habe also keine Möglichkeit die Gegeninduktionsspannung weiter zu
begrenzen?
Grüße
@ Felix (Gast)
>Die Schaltung läuft. Jedoch habe ich somit keine Linearität mehr>zwischen PWM und Drehzahl des Motors.
Was heißt das genau? Ist es nur ein bisschen nichtlinear? gemessen oder
gefühlt?
>Ich habe also keine Möglichkeit die Gegeninduktionsspannung weiter zu>begrenzen?
Wozu? Das ist eine ganz normale PWM, siehe [[Motoransteuerung mit
PWM]].
MFG
Falk
Falk Brunner schrieb:> Was heißt das genau? Ist es nur ein bisschen nichtlinear? gemessen oder> gefühlt?
Zwischen berechneter Spannung mit tein,taus,T und gemessener
Spannung(Ossziloskop) liegt ein großer Unterschied.
Bei PWM 53 sollten 5V am Motor liegen. Per Messung ergeben sich jedoch
nur knapp 3V
Zudem, um so höher das PWM Signal um so weiter entfernt sich die
Spannung für taus von Ground. (Bild) Hier ist PWM 85 von möglichen 255.
10V/Div auf Kanal 2
Rein Rechnerisch müsste die Strecke ein Ti von 0.1Vs/cm haben. Das
stimmt im oberen PWM bereich auch einigermaßen. Wird aber unterhalb von
PWM 50 untragbar falsch.
@ Felix (Gast)
>Zwischen berechneter Spannung mit tein,taus,T und gemessener>Spannung(Ossziloskop) liegt ein großer Unterschied.
Wahrscheinlich Mess- bzw. Verständnisfehler
>Bei PWM 53 sollten 5V am Motor liegen. Per Messung ergeben sich jedoch>nur knapp 3V
WIE gemessen? direkt an den Klemmen + und - am Motor?
>Zudem, um so höher das PWM Signal um so weiter entfernt sich die>Spannung für taus von Ground. (Bild) Hier ist PWM 85 von möglichen 255.>10V/Div auf Kanal 2
Verständnisfehler. Dein Motor ist an der H-Brücke NICHT mehr
massebezogen, deine Messung per Oszi schon. Richtg witrd es, wenn du +
und - am Motor misst und am Oszi die Differenz anzeigen lässt.
Was sehen wir auf deinem Screenshot?
Der positive Puls hat einen leichten Überschwinger, das kann auch ein
falsch kompensierter Tastkopf sein. Sollte man erstmal prüfen.
Pulsbreite ca. 2 DIV bei ca. 5,5 DIV Periodendauer also ~36%
Tastverhältnis, passt zu deinen 85/255=33%. Danach kommt ein kurzer
negativer Puls. Was passiert hier? Der Motor geht in die Freilaufphase,
und da du die PWM am EN Eingang hast, speist er rückwärts in deine
Versorgungsspannung ein, sprich die Spannung läuf auf VCC+ca. 2V hoch.
Das dauert aber nur eine halbe DIV, dann ist nämlich deine
Motorinduktivität leer. Was auch kein Wunder ist, denn mit 2ms/DIV hast
du hier nur ca. 10ms/100Hz PWM-Frequenz. Das ist für diesen Motor viel
zu wenig. Da braucht man eher 5kHz oder so. Alternativ ändert man die
Ansteuerung und legt PWM nicht auf EN sondern auf einen der beiden INs,
EN bleibt dann immer HIGH. Hat auch den Vorteil, dass nicht ungewollt
Energie zurückgespeist wird.
>Rein Rechnerisch müsste die Strecke ein Ti von 0.1Vs/cm haben. Das>stimmt im oberen PWM bereich auch einigermaßen. Wird aber unterhalb von>PWM 50 untragbar falsch.
MfG
Falk
Falk Brunner schrieb:> Verständnisfehler. Dein Motor ist an der H-Brücke NICHT mehr> massebezogen, deine Messung per Oszi schon. Richtg witrd es, wenn du +> und - am Motor misst und am Oszi die Differenz anzeigen lässt.
Nein. Das Osszi habe ich Potentialfrei gemacht (Kabel ohne Erde). Und
messe direkt zwischen "+" und "-" des Motors.
Die Frequenz habe ich jetzt gerade mal auf knapp 3kHz. Jetzt läuft der
Motor bei PWM 150 gerade so an. Die "Gegenspannung" ist so extrem, dass
der Motor erst ab einem sehr hohen Tastverhältnis anfährt.
Wieso?
grüße und Danke
Irgendwas stimmt da nicht. Probier es mal ohne Oszi. Solche Stunts macht
man ausserdem nicht. Bestenfalls nimmt man ein potentialfreies Netzteil
für seinen Aufbau. Was für ein Motor ist das? Sind da zufällig
Enstörkondensatoren drin? Die müssen raus!
MFG
Falk
Was würde es ändern wenn ich das PWM Signal auf z.B. IN1 lege?
Bzw. Mir ist nicht klar, wieso der Motor mit einer höheren Frequenz im
mittleren PWM Bereich gar nicht mehr anläuft. Klar ist, dass Z vom Motor
nimmt mit der Frequenz zu. Fließt zu wenig Strom? Aber 8mH für eine
Motor Wiklung liegt ja im Normbereich.
Ist das Snubber Netzwerk ev. falsch ausgelegt? Aber selbst das ist im
Datenblatt vom L6203 mit diesen Werten genannt. Ich stehe einigermaßen
auf dem Schlauch.
Vielen Dank auf jeden Fall für deine Unterstützung.
Grüße