Hallo Miteinander,
ich bin schon seit Stunden im Internet auf der Suche nach einem
sogenannten Belichtungs-/Fotoplotter. Das Teil soll nachher einfach ohne
großen Aufwand automatisiert meine Platine wie in einem CAD Programm
belichten lassen. Das ganze darf auch ruhig etwas kosten <2000Euro.
Gedacht habe ich mir soetwas ähnliches wie das hier -->
http://www.mivatec.com/en/catalog in dem Fall der MIVA 2616 ReSolution.
Jedoch liegen wir hier bei utopischen Preisen.
Kennt jemand Firmen die auf sowas spezielisiert sind und ähnliches
anbieten? Oder hat jemand Erfahrung damit?
Freue mich über jede Hilfe :)
Mfg Mirakulix
Bedenkenträgerei: Diese Photoplotter sind für die Belichtung von
Planfilmen ausgelegt (möglicherweise auch Glasoriginale). Weißt du mit
Sicherheit, ob die Direktbelichtung einer Leiterplatte überhaupt
funktioniert?
Bürovorsteher schrieb:> Weißt du mit> Sicherheit, ob die Direktbelichtung einer Leiterplatte überhaupt> funktioniert?
Und ob die funktioniert, ist schliesslich bei vielen LP-Herstellern im
Einsatz für Muster und Kleinserien, und das schon seit mindestens 15
Jahren. Das Problem liegt bloss darin, dass eine solche Anlage komplett
etwa 2 Mio kostet und er nur 2000 zahlen will. Da ist eine Einigung
nicht zu erwarten.
Gruss Reinhard
Mirakulix schrieb:> Das ganze darf auch ruhig etwas kosten <2000Euro.
Wovon träumst du eigentlich nachts?
Häng mal ein Paar Nullen dran, dann wirds auch was.
Oder nimm einen alten HP7475 und montier da deine Laserdiode mit einer
kleinen (Quarz-)Optik rein.
Welche Auflösung stellst du dir für deine Anwendung vor? 8000 dpi für
Platinen ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen.
> Und ob die funktioniert, ist schliesslich bei vielen LP-Herstellern im> Einsatz für Muster und Kleinserien, und das schon seit mindestens 15> Jahren.
Das war mir nicht bekannt, deshalb die blöde Frage. Ich habe mir seit
gefühlten 20 Jahren keine Lp-Produktion mehr angesehen. Das kommt davon,
wenn man nur in seinem Büro schmort.
Direktbelichter == Direct Imager
Direktbelichter != Mask Writer
>Und ob die funktioniert, ist schliesslich bei vielen LP-Herstellern im>Einsatz für Muster und Kleinserien, und das schon seit mindestens 15>Jahren. Das Problem liegt bloss darin, dass eine solche Anlage komplett>etwa 2 Mio kostet und er nur 2000 zahlen will. Da ist eine Einigung>nicht zu erwarten.
<2000 € ist natürlich kein Budget, da muss man schon ein paar Kiloeuros
hinblättern, wenn man etwas gutes haben will.
http://www.google.de/search?q=Direktbelichter
Interessant, aber irgendwie überzeugt mich das Ganze nicht.
Nur um schnell einen Prototypen zu zaubern, der offenbar auf zwei Lagen
beschränkt ist, ist der Prozess in summa für einen
Nicht-Leiterplattenhersteller dann doch zu teuer (Personal braucht man
ja dafür auch).
Ich kenne es so, dass der Lp-Hersteller für Protos einen sog. Azofilm
macht, der für einmalige Verwendung bestens geeignet ist und ansonsten
seine normalen Prozesse benutzt.
Ich kann den Zielanwender des Direktbelichters noch nicht erkennen, weil
gegenüber dem üblichen Prozess nur der eine Schritt der Filmentwicklung
und -trocknung gespart wird.
Odddr? - würde der Schweizer fragen.
Fast jede Lp-Firma bietet einen Blitzdienst an, weshalb sollte man sich
soetwas anschaffen?
Vllt ist alles ganz anders - weiß jmd etwas?
Der Direktbelichter arbeitet ohne Film, direkt auf der Fotoschicht, man
fertigt damit einzelne Exemplare. Es wird nicht nur die Filmentwicklung
gespart, denn bei einer doppelseitigen Leiterplatte müßte man zwei Filme
herstellen und paßgenau ausrichten. Bei einem gekauften Direktbelichter,
der sich per Kamera orientiert, kann man eine doppelseitige LP praktisch
ohne Sorge um die richtige Positionierung der Filme herstellen.
Allerdings könnte ich mir vorstellen, daß ein UV-Laserschneider (mit
wassergekühltem CO2-Laser, nicht mit Laserdiode), wie es ihn aus China
relativ billig gibt, durchaus in der Lage ist, den Fotolack - vielleicht
gar das Kupfer darunter - direkt wegzubrennen. Zu einem solchen Gerät
gibt es einen Bericht hier:
http://www.electricstuff.co.uk/lasercutter.html
Ist aber nicht ganz ungefährlich und sicher nichts für Anfänger. Sieht
aber so aus, als könnte man damit auch SMD-Schablonen lasern, das wäre
ein Zusatznutzen.
Bürovorsteher schrieb:> Ich kann den Zielanwender des Direktbelichters noch nicht erkennen, weil> gegenüber dem üblichen Prozess nur der eine Schritt der Filmentwicklung> und -trocknung gespart wird.
Was heisst nur - das ist nicht nur eine Preisfrage (bei einer
LP-Fertigung wird dabei kiloweise Silber verbraucht, allerdings kann
bzw. muss man das recyceln), sondern der Genauigkeit. Filmverzug ist
eine der grössten Fehlerquellen.
Sebastian schrieb:> Der Direktbelichter arbeitet ohne Film, direkt auf der Fotoschicht, man> fertigt damit einzelne Exemplare.
Das war gestern. Zufällig habe ich gerade ein ganz aktuelles Angebot
gelesen für einen Diretktbelichter, der schnell genug für
Serienproduktion arbeitet, aber mit 0,6 Mio Euro ist er für Bastler eher
weniger geeignet. Direktbelichten gibt es schon seit mehr als 10 Jahren
für Prototypen, aber es wird sich jetzt bzw. in den nächsten Jahren in
der LP-Industrie auch für Serienproduktion durchsetzen.
Ein Bastlergerät ist technologisch eine andere Welt, aber da ist es ja
egal wenn die Belichtung Stunden dauert. Keine Filmchemie oder keine
Folien mit undichtem Lasertoner zu brauchen ist schon ein interessanter
Vorteil. Man braucht natürlich gegenüber der Belichtung eines Films ein
oder zwei Grössenordnungen mehr Strahlungsleistung.
Gruss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> Ein Bastlergerät ist technologisch eine andere Welt, aber da ist es ja> egal wenn die Belichtung Stunden dauert.
das gleube ich nicht !
Dex schrieb:> das gleube ich nicht !
Was genau, dass es lange dauert oder dass es für Bastler nicht auf die
Belichtungszeit ankommt?
Die hängt von der benötigten Auflösung ab, denn mit einem Laser muss man
ja die ganze Fläche abtasten. Wählt man z.B. 1/10 mm (das ist ziemlich
grob, völlig ungeeignet etwa für 100µ Leiterbahnen) muss man eine 100mm
LP mit 1000 Zeilen abfahren, für die 1200 dpi eines Laserdruckers
bräuchte man schon fast 5000 Zeilen. Bei Antrieb mit Schrittmotoren kann
das dauern.
Gruss Reinhard
PS professinelle Systeme arbeiten mit 5µ Auflösung.
@ Sebastian (Gast)
>Der Direktbelichter arbeitet ohne Film, direkt auf der Fotoschicht, man>fertigt damit einzelne Exemplare. Es wird nicht nur die Filmentwicklung>gespart, denn bei einer doppelseitigen Leiterplatte müßte man zwei Filme>herstellen und paßgenau ausrichten.
Das ist kein exorbitanter Aufwand. Das machen sogar Bastler recht genau
;-)
> Bei einem gekauften Direktbelichter,>der sich per Kamera orientiert, kann man eine doppelseitige LP praktisch>ohne Sorge um die richtige Positionierung der Filme herstellen.
Dann kauf ihn mal zu einem sinnvollen Preis, der die "Einsparungen"
nicht auffrisst.
>Allerdings könnte ich mir vorstellen, daß ein UV-Laserschneider (mit>wassergekühltem CO2-Laser, nicht mit Laserdiode), wie es ihn aus China>relativ billig gibt, durchaus in der Lage ist, den Fotolack - vielleicht>gar das Kupfer darunter - direkt wegzubrennen.
Keine Sekunde. Bestenfalls belichten. Zum Wegbrennen braucht man ganz
andere Leistungen und muss auch das Problem der Reflektion in den Griff
kriegen. Ja, kriegt man, aber nicht einfach mal so.
>aber so aus, als könnte man damit auch SMD-Schablonen lasern,
In welcher Qualität?
@ Reinhard Kern (Firma: RK elektronik GmbH) (rk-elektronik)
>> Ich kann den Zielanwender des Direktbelichters noch nicht erkennen, weil>> gegenüber dem üblichen Prozess nur der eine Schritt der Filmentwicklung>> und -trocknung gespart wird.>Was heisst nur - das ist nicht nur eine Preisfrage (bei einer>LP-Fertigung wird dabei kiloweise Silber verbraucht, allerdings kann>bzw. muss man das recyceln),
Siehts du, das erste Argument ist verpufft.
> sondern der Genauigkeit. Filmverzug ist>eine der grössten Fehlerquellen.
Auch dieses Problem haben die Hersteller scheinbar im Griff.
>Das war gestern. Zufällig habe ich gerade ein ganz aktuelles Angebot>gelesen für einen Diretktbelichter, der schnell genug für>Serienproduktion arbeitet, aber mit 0,6 Mio Euro ist er für Bastler eher>weniger geeignet.
Eben. Und was du gesehen hast, war eine MARKETING-Katalog. Nicht eine
Maschine, die seit ein paar Jahren in der Realität arbeitet und damit
entsprechende technische wie ökonomische Fakten vorweisen kann.
> Direktbelichten gibt es schon seit mehr als 10 Jahren>für Prototypen, aber es wird sich jetzt bzw. in den nächsten Jahren in>der LP-Industrie auch für Serienproduktion durchsetzen.
Rankommen lassen.
Falk Brunner schrieb:> Rankommen lassen.
Schon geschehen, ich habe den Beschluss für die Beschaffung
unterzeichnet. Falls du nicht weit von Thüringen entfernt wohnst,
könntest du die Anlage wohl irgendwann nächstes Jahr besichtigen.
Gruss Reinhard
Reinhard Kern schrieb:> Die hängt von der benötigten Auflösung ab, denn mit einem Laser muss man> ja die ganze Fläche abtasten. Wählt man z.B. 1/10 mm (das ist ziemlich> grob, völlig ungeeignet etwa für 100µ Leiterbahnen) muss man eine 100mm> LP mit 1000 Zeilen abfahren, für die 1200 dpi eines Laserdruckers> bräuchte man schon fast 5000 Zeilen. Bei Antrieb mit Schrittmotoren kann> das dauern.
Das ist mir nicht klar. Wozu muß man die ganze Fläche abtasten. Die
typischen Gerberdateien sind für einen "old fashioned" Photoplotter, nix
mit Raster. Zeilen kommen da nicht vor. Die modernen rechnen das, wie
jeder Laser/Rasterdrucker um, weil sie so gebaut sind. Ein
Direktbelichter muß das nicht tun.
But anyway, alle meine Leiterplattenlieferanten stellen auf
Laserdirektbelichter um, heute noch für kleine Serien oder kleine
Strukturbreiten. In ein paar Jahren ist es mit dem Film vorbei.
MfG Klaus
Klaus schrieb:> "old fashioned" Photoplotter, nix> mit Raster.
Plotter, die den programmierten Weg abfahren, wie die alten Stiftplotter
und auch Gerberplotter mit Blendenteller gibt es definitiv nicht mehr.
Wenn du heute einen Grossformatplotter kaufst, ist das schlicht ein sehr
grosser Tintenstrahler. Und diese arbeiten ebenso wie Laserdrucker und
auch die Laserplotter für Elektronik (und Zeitungsdruck) mit
Rasterizern, die im Speicher aus den Befehlen wie "ziehe einen Strich
von X1/Y1 nach X2/Y2" ein Rasterbild aufbauen. Bei Laserplottern ist
meistens die ganze Seite im Speicher, bei unseren Leiterplattenplottern
sind die Pixeldateien aber gigantisch, daher wird streifenweise
gerechnet und an die Zeicheneinheit übertragen.
Ein Bastler müsste das nicht genauso machen, aber es ist dringend zu
empfehlen - es ist wesentlich einfacher, als komplexe Muster zu umranden
und dann mit Strichen auszufüllen. Und bei der Bauweise als
Trommelplotter geht das auch erheblich schneller, unser früherer
Filmbelichter drehte mit einigen 1000 U/min und schob die Lasereinheit
bei jeder Umdrehung um 5µ weiter (Der Film lag an der Innenwand der
Trommel, was mit Leiterplatten leider nicht geht).
Was dir vorschwebt ist wohl ein old-fashioned Gerberplotter, der per
Blendenteller eine bestimmte Figur wie einen Kreis mit 0,5mm auswählt
und dann eine Leiterbahn in einem Zug zieht bzw. ein Lötauge mit einem
einzigen Blitz erzeugt. Die gibt es nicht mehr, für Direktbelichtung gab
es sie nie. Und ein Lasergerät pixelt von Natur aus, weil der Laser nur
einen Lichtpunkt erzeugt.
Gruss Reinhard