Transistoren auf Kühlkörper löten

Hoi Ho schrieb:
> Erscheint mir
> ziemlich einfach...

Um eine brauchbare Loetverbindung zu erzeugen muessen beide zu 
verbindenden Metallteile kurzzeitig auf die Termperatur gebracht werden, 
bei das Lot schmilzt. Da es sich hier bei dem einen Teil um einen 
Kuehlkoerper handelt der die Waerme gut abfuehrt (eben das ist Sinn und 
Zweck eines Kuehlkoerpers) durfte es schwierig oder sogar unmoeglich 
sein, ihn soweit zu erhitzen. Gleichzeitig soll natuerlich der 
Transistor nicht den Hitzetod sterben.

ZigZeg
Gast
Kevin K. schrieb:
> Kauf dir einen 3,3mm-Bohrer und ein M4-Schneideset. Kostet nicht viel
> und du wirst es ggf. noch öfters brauchen.

2,4mm und mit M3 ist da doch sinnvoller, sonst kann man ja gleich 'ne 
Schraubzwinge nehmen
OP
Danke für die Antworten!

Schraube+Mutter geht leider nicht, da sind die Rippen im Weg.

Not macht erfinderisch, ich werde mal sehen, was ich noch für Klemmen 
o.ä. finde. Wird wohl wirklich die beste Lösung sein.
Normalerweise geht das mit niedrigschmelzendem Lot und die Transistoren 
halten es idR aus. Ich hab sowas schon gemacht indem ich den Kühlkörper 
langsam und vorsichtig mit einem Gasbrenner befeuert habe bis das Lot 
geschmolzen ist.

Aber wenn ich da sowas lese wie nur an den Ecken anlöten wird mir 
schlecht. Sowas ist Pfusch und man bekommt niemals eine gute 
Wärmeableitung zustande wenn zwischen dem Transistor und dem Kühlkörper 
noch ein halber Millimeter Luft bleibt. Wenn schon löten, dann muß man 
auch die komplette metallene Fläche des Transistors auflöten. Sonst 
kannste Dir den Kühler auch gleich sparen weil das sowieso abraucht.
Gast
Joachim Drechsel schrieb:
> Die beste Lösung ist, Du bohrst ein Loch 3.3 mm und schneidest ein
> M4-Gewinde hinein. Dann etwas Kühlpaste und keine Probleme mehr.
>
> Das ist Pfennigkram ...

M4 ist für Tarnsistoren Kappes, üblicherweise nimmt man M3
Bei M4 würde man auch "nur" 3,2mm bohren (größer wird das sowieso noch)

Old-Papa
OP
@Ben:
Das stimmt schon, aber wenn der Transistor während des Lötvorgangs 
wirklich auf den Kühlkörper gepresst wird, dürfte das kein Problem sein, 
zumal Wärmeleitpaste die Unebenheiten ausgleicht.
Ich werde es mal mit einer Heißluftpistole probieren (Kühlkörper vor dem 
Löten anheizen).
Gast
Hoi Ho (hoiho) schrieb:

> Ich habe hier einen Transistor im TO-218 Gehäuse und möchte ihn auf
> einem Kühlkörper befestigen. Da ich keinen Gewindbohrer habe, kam ich
> auf die Idee, ihn einfach draufzulöten (an den Kanten). Erscheint mir
> ziemlich einfach...
> Geht das?

Lass das sein, sonst musst du event. je nach Montage dann den ganzen 
Kühlkörper isoliert montieren, der dann das Potential des Transistors 
trägt.

Kauf dir lieber schnellstens ein M3 Gewindebohrerset. Das gehört zur 
Grundausstattung einer jeden Bastelbude. Habe meines schon unzählige 
Male benutzt. Nicht mehr wegzudenken (M4, M5 ebenfalls).

Falls du doch "brutzelst", stell mal Bilder hier ein.

;)
Hoi Ho schrieb:
> @Ben:
> Das stimmt schon, aber wenn der Transistor während des Lötvorgangs
> wirklich auf den Kühlkörper gepresst wird, dürfte das kein Problem sein,
> zumal Wärmeleitpaste die Unebenheiten ausgleicht.


Wärmeleitpaste und Lötzinn am gleichen Ort vertragen sich nicht.
Was du machen kannst, ist den Transistor mit einem guten Wärmeleitkleber 
aufkleben. Je nach Kleber bleibt der KK sogar potentialfrei.

Arno
(Firma: www.anju.de)
Also ehrlich gesagt, würde ich auch 'nen M3 Gewindebohrer besorgen - 
sooo teuer sind die ja nun auch nicht, aber wenn man das nicht zur Hand 
hat. Ein Loch und eine Blechschraube tuts auch - ist je nach Härte des 
Alus etwas Gewürge, aber zumindest eine sinnvolle Lösung.

Andreas
Ich nehme oft Spax-Schrauben als Ersatz für Blechschrauben.
Sollte jedoch auch eine Isolierhülse im Spiel sein,
empfiehlt sich die Verwendung einer kleinen Unterlegscheibe damit der
Senkkopf der Spax nicht die Isolierhülse spregt.

Gruss k.
OP
Ich habe jetzt die Transistoren mal mit Wärmeleitpaste auf den Kühler 
"gepappt", und sie halten recht gut. Der Kühler steht dann "über Kopf" 
auf einem anderen, sodass die Transistoren einigermaßen befestigt 
(eingeklemmt) sind (siehe Bilder). Ich denke, dass klappt ganz gut, 
nochmal danke für alle Antworten!
Angehängte Dateien:
OP
Das Photo ist vielleicht ein wenig ungeschickt geschossen... ;-)
Der Kühlkörper mit den langen Rippen ist der aus dem ersten Photo. Auf 
den kommt noch ein Ventilator drauf, das hatte ich ganz vergessen zu 
schreiben.
Der kleinere Kühlkörper trägt die Kunststoffseite (die Kunsstoffseite 
schaut nach unten).
Gast
Old Papa schrieb:
> Bei M4 würde man auch "nur" 3,2mm bohren (größer wird das sowieso noch)

Würd ich nicht. In Alu frisst sich der Gewindebohrer gerne fest wenn das 
Loch zu klein ist und dann brichst du ihn meistens ab.

@Hoi Ho: Du weisst schon das die 4 Transistoren jetzt Kollektormässig 
verbunden sind?
Gast
Mein Tipp: Arctic Silver Wärmeleitkleber. Oder ähnliches....

Im GPU/CPU-Bereich müssen nicht selten bezogen auf die Transferfläche 
höhere Wärmemengen abführen, als bei Einzelhalbleitern üblich ist.

Mit niedrigem thermischen Widerstand, da CPUs und GPUs oft weniger 
temperaturfest sind, als einzelne Transistoren.

Und als Zweikomponentenkleber bietet er genügend Festigkeit.
mal ganz abgesehen von den Kühlkörpern habe ich mir mitlerweile 
angewöhnt
die Qualität von Geräten durch Handauflegen abzuschätzen.
Alles, was heiss wird ist schlecht.. es sei denn, es gibt spezielle
und gute Gründe.

Aber.. noch einen Tipp für dich Autor: Hoi Ho (hoiho) :
Wenn du ein Flachalu nimmst , kannst du die Transen richtig schön
mit Glimmer- oder Teflonplättchen isoliert anbringen .
Dein Flachalu ist dann so Gross , dass du den dicken Kühlkörper
dann auf das Alu schraubst und die Transen aussen herausschauen.

Gruss Klaus
Gast
Timm Thaler schrieb:
> Spiritus!

Wenn das Kernloch zu klein ist kannst du literweise Spiritus drüber 
kippen, der Gewindebohrer kann sich verklemmen. Ich habe nur hochwertige 
Gewindebohrer, alles deutsche Markenware, kein Baumarktschrott. Ein 
Gewindebohrer M4 kostet da schnell mal 10 Euro. Wäre doch schade den 
abzubrechen, oder? Also ich bohre bei M4 immer 3,3mm.
Wenn es möglich ist kann man mit der Einschraubtiefe hochgehen und das 
Kernloch noch grösser bohren. Bei diesen schmierig-weichen 
Kühlkörperlegierungen kommt es ja nicht auf höchste Zugfestigkeit an, 
sondern eben darauf das man die Gewinde überhaupt sauber gefertigt 
bekommt.
Ohne den erwähnten Spiritus geht allerdings gar nichts ;-)
Gast
Handgewindebohrer im 3er-Set (Vorschneider, Mittelschneider, 
Fertigschneider): D = 0.8 x M

Einschnitt-Gewindebohrer und Maschinengewindebohrer: D = 0.8 x M + 0.1

Kann man so für M2 bis M8 nehmen.

Ich nehm gern die Gewendelten von Fraisa, kosten auch um die 10 Eur für 
M3, schneiden aber erstklassig und in einem Gang.
Hoi Ho schrieb:
> So Klaus, nur dass ich Dich auch wirklich richtig verstanden habe; Du
> hast es Dir so in der Art vorgestellt, oder?
>
> ...ein wahrer Kühlturm ;-)

Ja , so ähnlich. Du bist ja jetzt sogar besser als ich in meiner
Phantasie war.
Bei Betrachtung deines Photo sehe im unteren Kühlkörper doch einen
Rippenabstand, der es ermöglicht 3mm Durchbohrungen anzubringen.
Dann kannst du die Transistoren da super mit M3 und Schraube/ Mutter
befestigen.
Dann kannst du durch den Kühlkörper noch Löcher in den anderen bohren
und es dann mit Blechschrauben zusammenfügen.
Du müsstest halt die beiden Kühlkörperflächen vorher planieren
(Bandschleifer) oder einfach Schmirgelpapier auf Holzklotz damit es 
keine
Mikroluftspalte zwischen den Flächen gibt.

Anderesrseits wirst du wohl besser bedient sein, wenn du die Transen
auf ein 2mm Alublech schraubst und die Kühlkörper dann von beiden Seiten
auf das Alu. Das dünne Halteblech mit den Transen wird sich dann 
entsprechend verformen und dir einen guten thermischen Kontakt geben.

Zur Erklärung meines Gedankenganges habe ich ein Foto angehängt.

Wichtig ist halt, dass die beiden Körper sehr fest aufeinander
gepresst sind (wie im Leben) damit es keine thermischen Widerstände 
gibt.


Gruss Klaus

p.s.
Man kann derartige Kühlkörper auch fertig kaufen
Angehängte Dateien:
OP
Vielen Dank, Klaus, für Deine Mühe!
Die Methode ist natürlich noch besser (gute Kühlung von beiden Seiten), 
ich werde mir mal eine Aluplatte besorgen!
Mensch, das wird ein Top-Kühler, mit Schmirgelpapier und Wärmeleitpaste 
kann nichts mehr schiefgehen ;-)
Schmirgelpapier? Was soll denn DER Müll? Langsam glaub ich Du willst uns 
hier verarschen. Man kann die Oberfläche spiegelblank polieren wenn man 
mit möglichst wenig Wärmeleitpaste auskommen und einen möglichst guten 
Kontakt zum Kühlkörper haben will (hat beim Athlon damals viel 
gebracht), aber rauh schmirgeln?! Nee nee nee ...
Oh Ben,
400er oder 800er Korn auf nen Holzblock, oder besser noch auf einen
Flachglasblock gespannt gibt super Oberflächen. Damit haben wir
schon früher die Verdichtung der 2 Takter-Motoren verdoppelt,
ohne dass es an der Kopfdichtung herauspfiff.

Gruss k.
LOL....."aber nun auch wech du Fips !"
Aber mal im Ernst ihr Lieben,
wenn doch der Fragesteller = Autor: Hoi Ho (hoiho) etwas
aus verschiedenen Kühlkörpern zusammenbauen will, bleibt doch
wenig Spielraum . Ich fand das meinerseits eben nicht falsch
dann noch zu versuchen , das Beste draus zu machen.
.. und es ist ja nicht immer falsch was nicht perfekt ist.

Gruss Klaus

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