Hallo,
ich habe so eine kleine PLL gebaut um ein 10MHz Signal auf 800MHz zu
verfielfachen.
Der VCO ist ein ZX95-800C-S von Mini-Circuits.
Jetzt hatte ich die Gelegenheit das ganze mit einem
Profi-Spektumanalysator nachzumessen und bin entsetzt.
Kann man an der Form der "Rauschglocke" sehen, wo ich Mist gebaut habe?
Ohne den Stromlauf und die restlichen Komponenten zu kennen, nicht
einfach. Bei diesen Frequenzen wird es z.B. selbst langsam schwierig,
den Jitter aus der Teilerkette kleinzuhalten, falls man die z.B. diskret
aufbaut. Zeig mal den Rest...
PLLs sollte man simulieren. ZB mit ADISimPLL von Analog Devices. Man
kann beliebig viel falsch machen bei einem PLL. ZB einen LM324 zwischen
PLL und VCO zu setzen. Oder das Ganze mit einen MC30064, einem
guenstigen Schaltregler zu speisen.
Also bring mal das Schema und das Layout.
Klingt blöd, hilft aber: Hör dir einfach mal die Regelspannung auf der
Hifi-Anlage an :) Damit merkt man recht deutlich, was schief läuft.
Immer gleich hohes Pfeifen: Loopfilter falsch
Niederfrequentes Gerumpel: Versaute Versorgungsspannung (kaputte Elkos,
Ripple durch digitalen Müll) oder Mikrophonie auf PLL-Quarz bzw.
Keramik-Cs (zB. über Lüfter, etc.)
Brummen: Eh klar ;)
Gezwitscher: Interferrenz der Referenzfrequenz mit was anderem
Radio: Du wohnst neben einem Sender :P
Meiner Erfahrung nach kann man damit auch ohne SA die Regelschleife
einer PLL gut nach Gehör analysieren und tunen. Wenns ruhig ist und kaum
noch rauscht und die Frquenz stimmt, ist der Peak auch am schönsten...
Interessant waere auch ob und wie die 10MHz, resp die Vielfachen
durchkommen, die sogenannten Spurs. Die bekommt man, wenn der
Eingangsstrom des OpAmps zu gross ist.
Mostknilch schrieb:> Man> kann beliebig viel falsch machen bei einem PLL. ZB einen LM324 zwischen> PLL und VCO zu setzen.
Welchen OP sollte man denn dann verwenden?
Peter Zz schrieb:> ZX95-800C-S
Laut Datenblatt sollte der Oszillator -93 dBc bei 1 kHz Offset haben.
Ich schätze, dass dein Regel-Filter zu breitbandig ist. Versuche mal
100nF parallel zum Varaktoreingang.
Georg A. schrieb:> Klingt blöd, hilft aber: Hör dir einfach mal die Regelspannung auf der> Hifi-Anlage an :)
Super Tipp. Auf so etwas einfaches wäre ich nicht gekommen. Einfach und
gut.
Gib mal dein Regelsignal auf den Spektrenanalysator(oder
Soundkarte+fft), aber pass auf, viele Analysatoren mögen kein DC. Dann
siehst du eventuell was Sache ist.
Vom Mixer direkt ueber ein Filter auf den VCO? Das sind erhoethe
Anforderungen, denn der Lockbereich ist viel kleiner. An der Schaltung
ist einiges unpassend. Der Mixerausgang ist bipolar, der Filter arbeitet
bipolar, aber der Ausgang soll unipolar sein?
Anstelle des Phasendetektors sollte man ein Phasenfrequenzdetektor
einsetzen. Ich wuerd eh einen ADF4112 oder so einsetzen.
Noch ein Tip:
Nimm einfach nen Integrierten, also PLL + VFO. Sowas gibt's von AD (ich
glaub ADF4360-xx) und von National (jetzt über TI). Ich glaube nicht,
daß man als Bastler mit einem Eigenbau besser wird. Die VCO's von
Minicircuits sind meist auch recht breitbandig, also mit ner ganzen
Oktave Abstimmbereich und das macht sie auf der Vtune elend empfindlich.
W.S.
Ein ADF4350 zB wird etwas weniger Rauschen. Laesst man den VCO auf
2.2GHz laufen und teilt durch 16, so liegt dessen Rauschen bei -110dBc.
Die kleinste Frequenz liegt allerdings bei 137MHz. Und geht bis 4GHz
hoch.
So, jetzt hab ich's wieder:
Von National (jetzt TI) gibt es den LMX2541 in 6 Geschmacksrichtungen.
Mit der Version LMX2541SQ2060E hat man nen lückenlosen Bereich von 31.6
MHz bis 280 MHz. Und mit der Version ..2380E hat man auch 734 MHz bis
843 MHz.
Nur so als Alternative. AD ist ja ne gute Firma, aber andere gibt's
auch.
W.S.