Trägheit des Auges

Gast #2687937
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Hi,

ich frage mich gerade, wie kurz ein Lichtblitz sein kann, damit er vom 
menschlichen Auge noch wahrgenommen werden kann.

Nehme ich z.B. eine LED und strahle damit z.B. im Mikro-Sekundentakt nur 
einige male pro Sekunde, kann das Auge soetwas wahrnehmen?
Als Strom nehmen wir einfach mal 100mA gepulst an, so dass die Dioden 
ins Schwitzen kommen.

In einem hell erleuchteten Raum kann ich mir kaum vorstellen, dass 
soetwas wahrgenommen werden kann, aber wie ist es im Dunkeln?

Wie lang darf ein Lichtblitz sein, um vom Auge gerade nicht wahrgenommen 
zu werden?

mfg
#2687939
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Träge schrieb:
> Wie lang darf ein Lichtblitz sein, um vom Auge gerade nicht wahrgenommen
> zu werden?

Ich denke nicht, dass das geht. Im Auge werden doch bestimmte Sehzellen 
angeregt, wenn Photonen auf diese treffen. Dann wird alle 1/24 Sekunden, 
oder wie oft das Gehirn halt ein Bild macht, die Information der letzten 
1/24 Sekunde abgeholt. Ich denke nicht, dass das Auge so einen Blitz 
vergisst.
Dass du ihn im hellen Raum nicht siehst wird wohl damit zusammenhängen 
dass er nicht hell genug ist. Ist gewiss eine Funktion der Helligkeit.
#2687949
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Träge schrieb:
> In einem hell erleuchteten Raum kann ich mir kaum vorstellen, dass
> soetwas wahrgenommen werden kann, aber wie ist es im Dunkeln?
>
> Wie lang darf ein Lichtblitz sein, um vom Auge gerade nicht wahrgenommen
> zu werden?

Mit Dunkeladaption soll es sogar gelingen, Lichtblitze, die aus 20 
einzelnen (!!) Photonen bestehen, zu sehen. Zuhilfenahme von Strychnin, 
Koffein und 6h in einem dunklen Zimmer sitzen kommt man vielleicht sogar 
auf 10 Photonen runter. Die Einwirkungsdauer/das Zeitfenster des 
"Blitzes" beträgt 100msec.

Deine Konstruktion erzeugt Lichtblitze von 1µsec Dauer und garantiert 
mehr als 20 Photonen => ja, das könnte man theoretisch noch sehen.

mfg mf

PS: Aus dem Physikunterricht erinnere ich mich da noch an irgendeinen 
Versuch. Cherenkov-Leuchten?
Ach ja, hier steht auch noch was: 
http://de.alt.rec.digitalfotografie.narkive.com/0wY3D2np/auflosung-des-auges.2 
(sucht im Text nach "Photonen")
#2687976
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Matthias Sch. schrieb:
> 'Elektronenblitz' aus der Fotografie kann Blitze
> mit einer Dauer von 1/40000 Sekunde

Wenn man den jetzt auf weniger als 20 Photonen runterdrosseln könnte... 
Vielleicht mit Alu- oder Goldfolie als Filter. Dann könnte man ihn nicht 
mehr sehen.

Wegen der 100ms: Die Netzhaut macht da eine "Fensterung" bzw. "Faltung". 
Die Sehzellen können tatsächlich einzelne Photonen erkennen, aber als 
"Rauschfilter" werden erst mehrere feuernde Sehzellen innerhalb eines 
gewissen Zeitfensters und geometrischen Bereichs auf der Netzhaut als 
Sinnesreiz ans Hirn weitergeleitet. Dort wird dann eigentlich der 
"Blitz" erkannt.

mfg mf
Gast #2688194
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es kommt auch drauf an ob die person direkt in den blitz schaut oder ob 
es nur im augenwinkel rumblitzt. Die zäpfchen im auge welche für den 
äußeren bereich zuständig sind, reagieren wesentlich empfindlicher auf 
kurze Impulse.
Ansonsten stimm ich meinen vorrednern zu, es ist nich nur die zeit des 
Blitzes entscheident, sondern auch seine Intensität im Vergleich zur 
Umgebung, da sich unsere Augen an die aktuelle Helligkeit anpassen. Eine 
Formel welche Umgebungshelligkeit, Intensität des Blitzes und seine 
Zeitliche Länge beinhaltet, kenn ich allerdings nicht.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #2688279
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Mini Float schrieb:
> Matthias Sch. schrieb:
>> Blitze mit einer Dauer von 1/40000 Sekunde
> Wenn man den jetzt auf weniger als 20 Photonen runterdrosseln könnte...
Das widerspricht irgendwie meiner Ansicht eines Blitzes...
Ich meine, dabei ging es um "sehr viel Licht" in "kurzer Zeit".

Dome schrieb:
> und das sind wirklich kurze blitze
Ganz & gar nicht. Aber er blinkt wirklich "ewig":
Beitrag "Re: Ewiger Blinker"
#2688632
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Stimmt, den ewigen Blinker hab ich auch. Aber der blinkt halt und blitzt 
nicht.

Ich kenne noch den Versuch mit Triboluminiszenz.

Man nehme einen trockenen Zuckerwürfel und eine Stahlnadel.
Bei dunkeladaptierten Augen kratzt man dann mit der Nadel am 
Zuckerwürfel und kann ein weiss-bläuliches Blitzen am Zucker sehen.
Da wäre übrigens auch interessant, wie kurz diese Blitze sind!?
Gast #2688692
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Nochmal: Die Kürze der Blitze ist irrelevant. Du siehst auch Blitze aus 
einem Stickstofflaser (über Fluoreszenz auf weissem Papier oder in 
Tonic), die 50 nsec lang sind. Es kommt auf die Anzahl der Photonen an, 
und da reichen bei ausreichender Dunkeladaption schon wenige Photonen 
aus.

Die zeitliche Auflösung des Auges sagt nur aus, wie dicht Blitze 
aufeinander folgen können, um noch getrennt wahrgenommen zu werden. Und 
das sind einige 10 msec.
#2688862
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Tastkopf schrieb:
> Die zäpfchen im auge welche für den
> äußeren bereich zuständig sind, reagieren wesentlich empfindlicher auf
> kurze Impulse.

Die Länge der Impulse spielt überhaupt keine Rolle. Wichtig ist 
lediglich die eingestrahlte Energie!

Was die Zäpfchen im äussereb Bereich angeht: Ich lasse mich gerne 
korrigieren, aber soweit ich es verstehe, sind die genau gleich, wie 
alle anderen Zäpfchen. Bloss die Verschaltung ist so gebaut, dass eine 
zeitlich bessere Auflösung von Bewegung ermöglicht wird.
#2688953
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Tokyo Drift schrieb:
> Dann wird alle 1/24 Sekunden,
> oder wie oft das Gehirn halt ein Bild macht, die Information der letzten
> 1/24 Sekunde abgeholt. Ich denke nicht, dass das Auge so einen Blitz
> vergisst.

Das ist natürlich völliger Unsinn. Unser Auge hat nicht wie eine Kamera 
24fps und dann ist Schluss. Von unserem Gehirn werden Bildsequenzen die 
schneller als 23,xx fps sind nicht mehr als Einzelbilder 
wahrgenommen
Ansonsten wäre ja jede PWM für den Menschen nahezu unsichtbar.
(Firma: TONI) #3778718
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B. Limer schrieb:
> Das ist natürlich völliger Unsinn. Unser Auge hat nicht wie eine Kamera
> 24fps und dann ist Schluss. Von unserem Gehirn werden Bildsequenzen die
> schneller als 23,xx fps sind nicht mehr als Einzelbilder
> wahrgenommen
> Ansonsten wäre ja jede PWM für den Menschen nahezu unsichtbar.


Gibt es Untersuchungen, ob Vogelaugen anders als menschliche Augen 
reagieren / träger oder weniger träge sind?
Gast #3778903
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Jörg Nitzsche schrieb in einem 2 Jahre alten Thread:
>
> Gibt es Untersuchungen, ob Vogelaugen anders als menschliche Augen
> reagieren / träger oder weniger träge sind?

Ja.

BTW: Gibt es Internet-Tools, wo man Suchbegriffe eingeben kann um dazu 
passende Webseiten zu finden?

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