ESD-sichere Aufbewahrung von SMD Teilen

OP #2725706
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Hallo,

ich habe hier einen riesigen Haufen noch uneinsortierter SMD-Bauteile, 
weil meine Raacostat Sortimentskösten voll sind. Kennt jemand eine 
Möglichkeit, statiksensitive Bauteile in einem Sortimentkasten zu 
lagern, der möglichst viele kleine Fächer hat und nicht die Welt kostet? 
Kann man normale aus PP/PE nehmen? Kann man die mit Statikspray 
behandeln? Grefitspray?
Die Raacostat haben nur 32 Fächer, da liegen dann drei MSOPs drin und 
99% sind halt Luft. Nicht sehr effizient.
Die Licema Systeme sind mir ehrlich gesagt etwas zu teuer. 150 Euro für 
einen Sortimentskasten: ne.
#2725781
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Nimmst halt die leitfähigen von Licefa: 
http://www.licefa.de/fileadmin/LICEFA_MEDIEN/downloads/produkte/LIC_KAT12_Leitfaehige-Verpackungen_SMD-Boxen_2012.pdf
Die kosten natürlich eine ganze Ecke mehr.

Dennoch, mir ist in 15 Jahren noch NIE etwas durch ESD kaputt gegangen. 
Bei mir fliegt hier alles rum, FPGAs, µCs, Prozessoren, USB-Controller, 
Beschleunigungssensoren, Gyros, Speicher, Grafikkarten etc. Auf dem 
Schreibtisch, in Dosen, in Standardtüten, fliegend im Schrank.
Gut, habe auch kein Teppich am Arbeitsplatz.

Hab schon alles versucht, aber ich bekomme einfach nichts kaputt :D 
Irgendwelche Tipps ;)
Gast #2725847
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Vergiß das mit ESD. Sorg' dafür, dass du eine angenehme Luftfeucht im 
Raum hast und nicht irgendein Klimaanlagentrockenklima. Wenn du dann 
noch vernünftigen Fußbodenbelag, eine Leim- oder Massivholzarbeitsplatte 
evtl. mit einer höherohmig geerdete Fläche zum Ladungsabbau hast und 
nicht mit hochisolierenden Schuhen rumläufst, passiert auch deinen 
Bauteilen nichts. Erinnere dich mal daran, wie kritisch früher in der 
Schule irgendwelche Experimente zur Elektrostatik waren ...
Gast #2725921
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Ich hab dafür Pillenschachteln von Pollin genommen, die mit 4 x 7 
Fächern, damals 1,50.

Der erste Versuch, die mit Graphitspray auszusprühen hat nur für 
schwarze Pfoten gesorgt.

Dann hab ich mit dem Cutter die schwarzen Schaumstoff-Platten auf Größe 
der Fächer geschnitten, da liegen jetzt die ICs drin. Rs und Cs 
natürlich ohne Schaumstoff.

Döschen mit Deckel hatten wir mal inne Firma, das lies sich doof 
handhaben.
Gast #4457455
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Ich hab gerade eine ähnliche Frage, darum grabe ich den alten Thread mal 
aus. Konkret gehts mir darum bestehende Sortimentkästen für 
empfindlichere Bauteile (primär LEDs und kleine logic-level FETs) 
ESD-safe zu machen. Geht das überhaupt? Oder muss da immer alles 
aussenherum ESD-sicher sein?

Timm T. schrieb:
> Dann hab ich mit dem Cutter die schwarzen Schaumstoff-Platten auf Größe
> der Fächer geschnitten, da liegen jetzt die ICs drin. Rs und Cs
> natürlich ohne Schaumstoff.

Reicht das, wenn die Bauteile auf einem ableitenden Material liegen?
Grundsätzlich sollte es ja reichen, wenn das Bauteil an seinen Kontakten 
niemals eine zu hohe Spannung sieht. Das sollte ja der Fall sein wenn es 
auf einem ableitendem Material liegt, auch wenn das ableitende Material 
selbst wieder auf einem (hoch)isolierendem Material liegt?

Genügt es also, ESD-sichere Döschen in einem Sortimentkasten einzusetzen 
der eigentlich nicht ESD-sicher ist?

Meine erste Idee wäre auch Graphitspray von Kontaktchemie gewesen, aber 
nach den obigen Erfahrungsberichten ist das wohl eine ziemliche Sauerei 
weil die Graphitschicht dann nicht wirklich gut hält?

Danke!
Gast #4457521
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ESD schrieb:
> Grundsätzlich sollte es ja reichen, wenn das Bauteil an seinen Kontakten
> niemals eine zu hohe Spannung sieht. Das sollte ja der Fall sein wenn es
> auf einem ableitendem Material liegt, auch wenn das ableitende Material
> selbst wieder auf einem (hoch)isolierendem Material liegt?

Grundsätzlich reicht es völlig ohne Schaummatte. Ich hatte die gesammelt 
und es sieht hübsch aus. Die Rails, in denen Du IC an der Stange 
bekommst, sind auch nur Plaste. Und die rosa Tüten sind auch nicht 
ableitend, bauen nur keine Spannung auf.

Die Zeiten von MOS-Schaltkreisen, die schon beim Angucken nen 
ESD-Schaden hatten, sind doch lange vorbei.

ESD schrieb:
> nach den obigen Erfahrungsberichten ist das wohl eine ziemliche Sauerei
> weil die Graphitschicht dann nicht wirklich gut hält

Es IST definitiv eine ziemliche Sauerei. Ich hab den einen Kasten, bei 
dem ich das versucht habe, mit Spiritus? - weiß nicht mehr - wieder 
ausgewaschen.

Zinkspray geht vielleicht besser, nur wozu. Der Hundertprozentige kann 
auch Aluklebeband auf Fachbreite schneiden und fächerüberlappend 
reinkleben. Dann muß er aber auch an der Seite ein Loch bohren und eine 
Erdungsschelle setzen.

Allerdings habe ich Holzfußboden, Holzstuhl und Holzarbeitsplatte, das 
ist ESD-mäßig eh unkritischer als irgendwelcher PVC- oder gar 
Teppichbelag.
Gast #4457548
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Torsten schrieb:
> ich finde diese "Mäuseklos" super.

Ich wiederum kann den Dingern nun gar nichts abgewinnen. Viel zu 
mühselig, da jeden Deckel einzeln aufzupopeln, wenn man verschiedene 
Widerstände braucht.

Noch schlimmer sind da nur diese runden oder eckigen 
"Tablettenröhrchen", die es als Sortimente gibt.
#4457948
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Timm T. schrieb:
> Torsten schrieb:
>> ich finde diese "Mäuseklos" super.
>
> Ich wiederum kann den Dingern nun gar nichts abgewinnen. Viel zu
> mühselig, da jeden Deckel einzeln aufzupopeln, wenn man verschiedene
> Widerstände braucht.

Gegenfrage: wie soll das besser gehen? Die Folie von Gurten abziehen und 
die Bauteile auf die Tischplatte schütten, wirst du ja hoffentlich nicht 
meinen, oder?

Also ich habe mein Sortiment SMD-Widerstände auch in diesen Mäuseklos 
und finde es kein bißchen aufwendig, den Deckel aufzuklappen und mit der 
Pinzette die Widerstände heraus zu nehmen. Zumal ich da mein komplettes 
Sortiment im Ganzen vor mir stehen habe und mit einem Blick das richtige 
Fach erwische. Tatsächlich fällt mir nichts ein, was weniger aufwendig 
wäre (außer Bestücken lassen).
Gast #4458006
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Axel S. schrieb:
> Die Folie von Gurten abziehen und
> die Bauteile auf die Tischplatte schütten

Hab ich doch oben geschrieben: Die 7x4 Pillenschachteln. Da kann man den 
Inhalt seitlich rausziehen und hat alle Widerstande greifbar.

Allerdings sammle ich - da die Bestellmengen irgendwie immer größer 
werden - nur noch Sonderwerte oder -größen in den Schachteln. Oder halt 
die IC.

Die 100er Gurte werden gedrittelt und so aufbewahrt, ebenso größere 
Mengen Transistoren oder Dioden bleiben auf dem Gurt, mit 
Permanentmarker wird der Wert draufgeschrieben, und dann wird die 
benötigte Menge vom Gurt abgezogen und der Gurt gekürzt, wenn zu viel 
Leerstand.

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