Eumel schrieb:
> Ulrich schrieb:
>> Die dsPic33 sind schon deutlich schneller als die 8 Bit AVRs. Beim µC
>> kommt es aber sehr auf die Aufgabe und die ggf. vorhandene
>> Hardwareunterstützung dafür an.
>
> Was 100% richtig ist. "Den schnellsten" gibts also eh nicht.
JAIN...
Das ist alles wieder eine definitionssache, also was man als Indikator
für "Schnell, Schneller und am Schnellsten" Wählt.
WEnn man beispielsweise den Indikator "MIPS" als einziges Kriterium zu
Rate zeiht könnte man durchaus eine verbindliche Rangfolge aufstellen.
(Wer es nicht kennt: MIPS in diesem ZUsammenhang bedeutet "Million
instructions per second" und hat nichts mit der MIPS TEchnologie zu tun
die eine Prozessorarchitektur beschreibt - und welche auch beim PIC32
zum Einsatz kommt)
Allerdings ist es völlig richtig das es gerade im Hinblick auf die
konkreten Anwendungen nicht so einfach ist, denn es kann durchaus sein
(bzw. ist gar nicht mal selten) das ein µC der Nominal zwar weniger MIPS
hat als ein Vergleichsprodukt, die Anwendung trotzdem deutlich schneller
abarbeitet einfach weil er die besser für den konkreten Fall geeignete
HArdwareausstattung mitbringt und somit für konkrete Operationen einfach
weniger Instruktionen braucht.
Wenn ich beispielsweise eine REihe Multiplikationen in meinem Programm
durchführe brauche ich ohne spezielle auf Multiplikationen ausgelegte
HArdware dafür unter Umständen eine ganze Reihe von Shift-, Kopier- und
Additionsbefehle und zwar für jede einzelne REchnung.
Ein µC mit entsprechender HArdwareunterstützung hingegen braucht dafür
nur ein bis zwei Befehlszyklen da alles weitere komplett in Hardware
erfolgt.
Wenn dadurch dann 50% der Befehlszyklen eingespart werden ist der µC mit
Unterstützung natürlich im Ergebniss deutlich schneller als einer der
zwar 30% mehr MIPS hat, aber doppelt so viele Befehle ausführen muss.
Aber um konkreter zu werden:
Microchip hat tatsächlich auch unter den Leistungsfähigeren Typen noch
einiges in THT. So beispielsweise welche von den PIC24 (16Bitter), die
schon genannten dSPic (16Bitter mit rudimentärer DSP Hardwareergänzung)
und aber auch PIC32, also 32Bitter mit MIPS Kern.
Alles auch in DIP verfügbar. Aus dem Stehgreif wüsste ich jetzt keinen
anderen HErsteller der µC dieser Leistungsklasse noch in DIP fertigt und
auch bei Neuentwicklungen immer noch eine DIP version auflegt. Das soll
aber nicht heissen das es die nicht gibt, nur ist das nicht mehr
selbstverständlich und ich habe mich auch nicht wirklich dafür
interessiert da ich in diesen Bereichen nur noch SMD verwende.
Allerdings schließe ich mich der von anderen schon angedeuteten Meinung
an das es im Grunde keinen Grund gibt sich jetzt alleine auf den Faktor
THT festzulegen, denn selbst bei den Microchip PIC ist das ja durch die
geringe maximale Pin-Anzahl (DIP = Max.40) so das die Palette der
VErfügbaren µC im DIP Gehäuse im vergleich zum Gesamtprogramm sehr klein
ist und nur den untersten "Auststattungsbereich" im Hinblick auf die
OnChip Peripherie umfasst. (Und so schwer ist SMD verarbeitung wirklich
nicht, das sieht für Einsteiger nur erst einmal so aus, mit ein wenig
Übung verliert das aber schnell seinen Schrecken! Man muss ja nicht mit
QFN oder gar BGA anfangen, TQFP als Gehäusevariante ist bis deutlich
über 100 Pin fast immer auch verfügbar und auch ohne Heißluft oder
sonstiges Spezialwerkzeug mit nur wenig Übung und einem guten "normalen"
Lötkolben noch sicher zu verarbeiten.)
Mit SMD hat man also deutlich mehr auswahl. Wobei aber auch wenn man
dort mehr HErstelleralternativen hat Microchip sicher eine ganze
brauchbare Wahl ist. Zumal man da dann ein günstiges Programmiergerät
(ab 20Euro als NAchbau, ab 30Euro je nach Quelle als Original) für alle
Bausteinfamilien des HErstellers incl. Debugfunktion hat und zudem mit
einem kleinen DIP auf dem Steckbrett starten und dann doch nahtlos mit
dem großen SMD Schlachtschiff auf der gefertigten Platine weitermachen
kann. Sowohl bei den 8Bittern wie auch bei den 16 und selbst 32
Bittern...
Gruß
Carsten