Ich beschäftige mich gerade ein wenig mit dem Thema CNC-Steuerung und
Parallelport. Da haben eigentlich alle "guten Hersteller" Optokoppler
zur angeblichen galvanischen Trennung zwischen PC und Maschine verbaut.
Auf die Chinesen wird geschimpft weil die eine Karte vertreiben wo die
Massen verbunden sind und damit diese Trennung nicht gegeben.
Aber - da steht doch mein Rechner neben der CNC-Fräse am Tisch. Und
BEIDE stecken in der selben Steckdose, oder? Ein PC-Netzteil hat immer
PE am GND und bei der Fräse (99% Metall zum anfassen) wird es nicht
anders aussehen. Also doch verbundene GNDs. Was soll dann der
Optokoppler?
Mit der galvanischen Verbindung über der Massen über PE hast Du völlig
recht.
Bis dahin ist dies allerding noch kein geschlossener Stromkreis. Es sind
lediglich zwei Systeme, die über eine Leitung miteinander verbunden
sind.
Wenn man nun allerdings weitere Signale der beiden Systeme galvanisch
miteinander verbindet, ergeben sich zwangsläufig Schleifen, in die
Störungen jeder Art einkoppeln können.
Um das zu verhindern, werden Optokoppler verwendet.
Gerade weil man bei beiden Geräten einen PE Anschluss hat, ist die
Trennung sinnvoll: Die Verbindung PE-GND ist nicht ideal, sondern es
könne Störungen eingekoppelt werden, spätestens über die Zuleitungen.
Man hat dann eine Schleife PE-GND(PC) - GND(CNC) - PE über die dann
Ausgleichsströme fließen können, und die Signal Stören können. Es kann
trotzdem funktionieren, aber man eine zusätzliche mögliche Fehlerquelle.
Bei einem Defekt in einem der Geräte, so dass ein hoher Strom über den
PE fließt, kann die Störung auch so groß werden, dass auch das andere
Gerät beschädigt wird.
Als Lösung für das Problem bieten sich Optokoppler an. So lange die
Störungen nicht zu groß sind, ginge es auch anders, mit entsprechend
störrunempfindlichen Pegeln, aber das ist auch nicht unbedingt
einfacher.
>Gerade weil man bei beiden Geräten einen PE Anschluss hat, ist die>Trennung sinnvoll.
Ich setze noch eins drauf: Nur wenn beide Geräte einen PE-Anschluß
haben, ist eine Trennung mittels Optokoppler überhaupt zulässig, weil
dann die Potentiale auf beiden Seiten des Optokopplers nicht
unterschiedlich genug werden können, um den Opto zu zerstören. Teilweise
ganz erhebliche Spannungsunterschiede kann es dann immer noch zwischen
verschiedenen PE-Anschlüssen in einer industriellen Anlage geben.
> Also doch verbundene GNDs.
Wie kommst du darauf, daß die beiden GND Piotentiale, die jeweils mit PE
vergunden sind, am Ende einer 2 Meter langen Leitung noch dieselbe
Spannung haben ?
Das ist eine riesen-Trafowindung.
Daher muss galvanisch getrennt werden, wenn du nicht Ströströme und
Spannungsunterschiede bis 0.8V, also in den Bereich der Stört hinein
haben willst.
Wenn ein GND NICHT an PE hängt, ist es sinnvoll, dieses GND mit dem
anderen GND zu verbinden.
der schnelle Heinz schrieb:> Mit Optokopplern wäre es schon etwas mehr Aufwand. Diese wären schnell> genug, oder?> http://www.reichelt.de/Optokoppler/LTV-357T-SMD/3/...
Kommt drauf an, wie schnell du an den Leitungen wackeln willst.
> Da reicht aber theoretisch der Strom nicht,
Du musst die Sendediode ja nicht mit 20mA betreiben. Weniger geht auch.
Industrielle Anlage ist glaube ich etwas hoch gegriffen. Es geht halt
(erstmal theoretisch) um eine kleine Fräse mit Schrittmotoren und eben
Steuerung über den Parallelport. Ich will auch nicht mit Gewalt auf die
OK verzichten. Nur verstehen und die beste Lösung finden. Mit OK hatte
ich bis jetzt nichts zu tun.
Denkbar wäre also auch PC und Steuerung sehr nah zusammen zu bauen (ein
Gehäuse) mit kurz verbundenen Netzleitungen? Da gibt es ja quasi keine
Schleife.
Dann hat man ja auch Eingänge am PC, Endschalter z.B.. Da wird es mit OK
ohne zusätzliche Versorgung nicht gehen, oder? Und wenn ich schon einen
DC DC Wandler drin hätte, könnte ich auch die Ausgangspegel
"bearbeiten".
Drei Ansätze, scheinbar nicht trivial das Thema.
>in der schaltung musste der lm317 doch die spannung, die an der diode>abfällt wegregeln oder?
Beim CE-Surgetest hast du bis 4kV. ESD geht noch höher...
der schnelle Heinz schrieb:> Aber - da steht doch mein Rechner neben der CNC-Fräse am Tisch. Und> BEIDE stecken in der selben Steckdose, oder? Ein PC-Netzteil hat immer> PE am GND und bei der Fräse (99% Metall zum anfassen) wird es nicht> anders aussehen. Also doch verbundene GNDs. Was soll dann der> Optokoppler?
In dem Fall ist das richtig, Du brauchst keinen Optokoppler.
Aber oft sieht es anders aus:
* die CNC hat eine eigene Zuleitung mit entsprechender Absicherung
direkt im Keller. Große rote CEE-Steckdose.
* der PC hängt am IT-Strom mit Notstromgenerator und
Überspannungsfilter. Kleine orange Steckdose.
* beide Systems sind im Keller an der Hauptverteilung geerdet.
Schon hast Du eine Masseschleife, die über die gesamte Halle geht. Und
da fährt ständig der Kran durch und bewegt Magnetfelder.
Fräser schrieb:> deswegen habe ich keine Optos bei mir drin.> Das übernimmt im Ernstfall ein Opfer IC im Sockel.
Was genau meinst du damit?
om pf schrieb:> Und da fährt ständig der Kran durch
Lol. Nein, da fährt kein Kran in meinem Bastelstübchen (noch nicht) ;)
Ich weiß nun immer noch nicht ob ich es mit oder ohne "mache".