Gast
#3069288
Moin moin, Ja es geht, ich habs getan...! ;-) Man kann selbst mit einem Tiny direkt 10V schalten, um z.B. einen "normalen" MOSFet gateseitig voll aufsteuern zu können! Hab mir überlegt, daß der RESET-Pin angesichts der HV-Programmierung (11,5V) ein anderes Hardwaregerüst besitzen muss... und siehe da... Er besitzt nicht die an den normalen Ports übliche Clamp-Diode gegen Vcc und seine höhere, generelle Spannungsfestigkeit darf angesichts U(HVP) auch vorausgesetzt werden. Wenn er im DDR als Output definiert ist, kann er tatsächlich, wie ein Open-Collector-Ausgang, per Pull-Up-Widerstand gegen +10V auch diese höhere Spannung sperren (PORTX.y=High), oder gegen Null schalten (PORTX.y=Low). Seine Strombelastbarkeit ist allerdings nicht so hoch (Datenblatt:'weak output'), wie die der normalen Port-Pins, daher sollten 5k als Pullup gegen 10V nicht unterschritten werden. Desweiteren ist zu beachten, dass ab ca. > +11,4V am Reset-Pin das Latch für die Initialisierung des HV-Programming getriggert wird . Wenn die HV-Enable-Eingänge dann auch noch auf LOW liegen, startet die HV-Prog.-Routine... Eine Zenerdiode von ca. 10,2V am Pin gegen Masse scheint also obligatorisch. Ein wenig Sicherheitsabstand ist manchmal nicht das Schlechteste... ;-) Eine weitere, kleine Einschränkung liegt darin, dass bei LOW das Potenzial nicht auf fast 0, sondern nur bis etwa 225mV (bei 10V/5kOhm)runtergezogen wird (Abhängig von PU-Spannung und Pullup-Widerstand, ergo: stromabhängig). Aber da die meisten MOSFets einen Threshold von ca 2V besitzen, ab dem sie beginnen leitend zu werden, dürfte die ca. 225mV kein grosses Problem darstellen. Also: Der RESET-Pin muss als normaler Port per Fusebit (Disable ext. RESET)geschaltet werden. Das ist auch schon der Pferdefuss bei der Sache. Er kann als IO-Pin dann nicht mehr die LV-ISP-Programmierung ermöglichen. Das proggen des FB sollte deswegen erst ganz am Ende aller Checks ausgeführt werden, da das Rücksetzen des RESET-Disable Fusebits zum weiteren debuggen anschliessend nur mit nem HV-Proggi geht. Fazit: Für schnelle Schaltvorgänge im Bereich mehrerer hundert kHz, wie bei manchen Schaltnetzteilen erforderlich, ist die Impedanz von 5k natürlich nicht wirklich geeignet, um die dort geforderten, kurzen Schaltzeiten in direkter Gateansteuerung zu erreichen. Aber für viele weniger zeitkritische Schaltanwendnungen und moderate Frequenzbereiche, dürfte die Flankensteilheit allemal ausreichen. Ich denke, diese Entdeckung ist es wert, etwas tiefer eruiert zu werden, um ihre Möglichkeiten und auch Begrenzungen weiter konkretisieren zu können. Mike